Zurück Die Grabbelkiste Unten
Eines meiner Hobbys ist das Wühlen in LP- und CD-Grabbelkisten, wobei es dabei schon das eine oder andere Juwel zu entdecken gab - und meistens war es auch noch schön billig! Von The Association bin ich dermaßen begeistert, dass ich die CD hier unbedingt präsentieren muss - allerdinx passt die Platte weder richtig zur Kategorie "frisch ausgepackt", noch kann man von einem endlich auf CD wieder veröffentlichten Vinylschätzchen ("lost and found") sprechen.
(04.04.2005)

"Hazy Malaze" (Fargo, 2003)
mehr über "Hazy%20Malaze" Ich fühle mich fast wie ein Leichenfledderer! Nach Normal in Köln gibt jetzt auch noch der Garageland-Plattenladen in Duisburg auf! Auch hier gibt es zur Räumung alles günstiger: zwar kein halber Preis, aber immerhin 30% Rabatt haben mich überzeugt, mir die Vinylausgabe des Debütalbums des US-Gitarrentrios Hazy Malaze um den auf diesen Seiten als Solist und Begleiter von Ryan Adams des öfteren gelobten Sänger und Gitarristen Neal Casal zuzulegen. Heavy-Bluesrock mit Funkanleihen, tief verwurzelt in den 70ern, werden auf höchstem Niveau und mit großer Spielfreude geboten. Das Cover der Vinylausgabe täuscht sogar durch Pseudoabnutzungsstellen vor, dass es sich tasächlich um einegute alte Platte aus den guten alten Tagen der Rockmusik handeln würde. Diesen Witz haben Blue Mouintain bei ihrem Comebackalbum "Midnight In Mississippi" von 2008 dann ja auch aufgegriffen. Niedlich.
(07.03.2010)
Flora Purim: "Open Your Eyes, You Can Fly" (Milestone, 1976)
mehr über "Open%20Your%20Eyes%2C%20You%20Can%20Fly" Als ich das Album letzte Woche als sehr gut erhaltene Originalpressung im tollen Klappcover beim Normal-Räumungsverkauf in den Händen hielt war ich noch überzeugt, dass ich das Album als CD oder Kassettenkopie bereits zu Hause hätte und habe wegen des guten Preises trotzdem zugegriffen. Zu hause stellte ich fest, das ich das Album verwechselt hatte und kann nun dieses Werk völlig neu geniessen. Die brasilianische Sängerin hat sich auf diesem Album mit einer absoluten Spitzenband umgeben: Gatte Airto Moreira, Landsmann Roberto Silva und "Ndugu" Chancler an Schlagzeug und Perkussion, Hermeto Pascoal an Flöte und Piano, George Duke an den Keyboards, Gitarrist David Amaro und Bassist Alphonso Johnson. Ausserdem sind bei einigen Titeln auch noch Ron Carter und Egberto Gismonti dabei.
Diese Musik vereint das beste aus Brasilien und den USA, immer mit guten Lieder aus der Feder von Purim und Pascoal, aber auch dreimal von Chic Corea, auf dessen Album Return To Forever Purim und Moreira ja auch schon auf der Originalversion von "Sometime Ago" zu hören sind.
(28.02.2010)
Tom Rush: "Ladies Love Outlaws" (Columbia, 1974)
mehr über "Ladies%20Love%20Outlaws" Das letzte Studioalbum des Sängers mit der wunderbaren Stimme vor eine sehr, sehr langen Pause (Zumindest im Studio war er erst 35 Jahre später für "What I Know"), habe ich letzte Woche als altes, aber sehr gut erhaltenes Vinylschätzchen beim Räumungsverkauf im Normal-Laden in Köln entdeckt. In den 60ern hatte Tom Rush durch seine Coverversionen unter anderem die Karrieren von bis dahin unbekannten Singer/Songwritern wie Joni Mitchell, James Taylor und Jackson Browne angeschoben. Auf diesem 70er-Album sind es Lieder von Lee Clayton (der Titelsong und das nach meinem Kenntnisstand von Clayton selber nie aufgenommene "Claim On Me"), die erste Version des danach oft gecoverten "Desperados Waiting For The Train" von Guy Clark (gibt's auch von Rita Coolidge, David Allan Coe, Mallard, den Highwaymen und Nanci Griffith!), "One Day I Walk" von Bruce Cockburn, sowie Lieder von Wayne Berry, Michael Smith und Richard Dean. Die letzten drei Songschmiede haben dann aber anscheinend nicht selber die große Karriere geschafft.
Die Begleitband ist mit Studiocracks hochkarätig besetzt: Jeff Baxter und Elliot Randall kennt man zum Beispiel von Steely Dan-Alben, Bassist Bob Babbitt von zahllosen Motown-Platten. Damals war es auch üblich, bekannte Kollegen als Gesangspartner in's Studio zu holen: das pflegte zum einen die Freundschaft und war sicherlich auch als ein Kaufanreiz gedacht. Hier sind Kollege James Taylor und Carly Simon, damals noch ein glückliches Paar. Bei einem Lied singen "Tim Schmit and friends" im Chor, was den Kritiker vom AllMusicGuide zur Spekulation über die Beteiligung der Eagles verleitet, aber zu diesem Zeitpunkt war Schmitt noch bei Poco.
(28.02.2010)
The Doors: "Other Voices" (Elektra, Dez. 1971)
mehr über "Other%20Voices" Wahrscheinlich wissen nicht viele, dass es ein Velvet Underground-Album ohne Lou Reed namens "Squeeze" von 1973 gibt, denn es wird in VU-Diskografien fast immer ignoriert - totgeschwiegen trifft es noch besser. Aber eigentlich ist es, wenn man mal die enge VU-Brille absetzt, gar nicht so schlecht. Nicht gut, aber eben nicht so schlecht, wie es gemacht wird, wenn es denn überhaupt mal erwähnt wird. Eben ein nettes kleines Soloalbum von Doug Yule.
Warum ich das hier erzähle? Weil es den Doors ohne ihren verstorbenen Sänger ähnlich erging - na gut, ganz so viel Hass ist ihnen bei "Other Voices" oder dem noch folgenden 72er Album "Full Circle" vielleicht nicht entgegen geschlagen, aber beide Alben werden meistens vollständig ignoriert, wenn es um die Doors geht - und in keinem der mir bekannten Boxsets sind die beiden Alben vertreten.
Nun kenne ich von "Full Circle" zwar nur die etwas bizarre Single "Mosquito", aber vor wenigen Tagen habe ich mir aus einer Laune heraus "Other Voices" als alte WEA-Schallplatte in gut erhaltenem Zustand gekauft - und bin angenehm überrascht, wie gut das Album ist! Vielleicht nicht wirklich begeistert, denn es ist natürlich kein zweites "L.A. Woman", aber musikalisch doch gelungen. Zwar singen Ray Manzarek und vor allem Robbie Krieger mit ihren "Other Voices" nicht annähernd so gut wie der gut alte und leider tote Jim Morrison, aber sie schlagen sich durchaus achtbar. Und mit "Ship with Sails" gibt es sogar ein richtig tolles Lied, irgendwie eine Mischung aus "Riders On Rhe Storm" (das E-Piano! Die Gitarre!) und "L.A. Woman" (die Groove!), das mir zeigt, dass an den Doors eben nicht nur Jim Morrison gut war, sondern Manzarek, Krieger und John Densmore unverzichtbare Teile einer tollen Band waren!
(07.01.2010)
Loretta & The Chipmunks: "Paradise Avenue" (Day-Glo, 1990)
Das Debüt meiner Lieblinxschwaben, das immer noch auf seine (Wieder-)Veröffentlichung auf CD wartet. Also ein echter Glücksgriff aus der Grabbelkiste. Zwar klingen die Gitarren und das Schlagzeug manchmal noch wie aus den späten 80ern (wie sollten sie 1990 auch anders klingen?) - und es fehlt vielleicht die "Reife" der Band aus unseren Tagen, aber es ist insgesamt ein schönes Album - das Frühwerk des Songschmieds Andreas Sauer vor seiner Meisterreife.
(02.01.2010)
The Hoops McCann Band: "Plays The Music Of Steely Dan" (MCA, 1988)
Zwar habe ich diese nun auch schon ältere Schallplatte erst kürzlich in einem 2nd-Hand-Laden entdeckt, aber eigentlich ist das Konzept der Band sehr naheliegend für eine Zeit, in der unser aller liebste jazzophile "Rock"-Band aufgelöst war: Jazzer interpretieren Werke von Walter Becker und Donald Fagen im Big Band-Arrangement! Durchaus angemessen arrangiert und interpretiert gegenüber den ja bereits hochkomplexen Originalversionen von fünf Bläsern (darunter die bereits bei Steely Dan im Studio eingesetzen Chuck Findley an der Trompete, Dick "Slyde" Hyde an der Posaune, Jerome Richardson, Tenorsax, und Bill Perkins, Baritonsax) und vier Cracks in der Rhythmusgruppe (u.a. Paul Humphreys am Schlagzeug, ebenfalls mit Steely Dan-Erfahrung). Donald und Walter sollen die Band mögen. Auch ich lausche gerne den alternativen Versionen von "Black Cow" und "Babylon Sister". Hier noch eine Info für Steely Dan-Laien: Hoops McCann ist einer der Charaktere aus dem Lied "Glamour Profession" und spielt natürlich nicht selber in der Band mit.
(27.12.2009)
Hannah Marcus: "Black Hole Heaven" (Normal, Mai 2000)
mehr über "Black%20Hole%20Heaven" Ungefähr das vierte Album dieser leider immer noch unbekannten Sängerin und Pianistin aus den USA, dessen Kauf ich mir damals bei Neuerscheinung wegen der Hinweise auf elektronische Spielereien noch verkniffen hatte. Neulich gab es aber die Vinylausgabe für ganz wenig Kleingeld und ich habe schließlich doch noch zugegriffen - was sich sehr gelohnt hat! Zwar ist die Musik voll von elektronischen Spielereien, sogar mit Soundkollagen und Sprachfetzen, aber trotzdem ist es eine schöne, spannende und gleichzeitig homogene Platte. Vielleicht sogar eine ihrer besten.
(21. Dez. 2009)
John McLaughlin: "Extrapolation" (Polydor, 1969)
mehr über "Extrapolation" Das relativ unbekannte Debüt als Bandleader des englischen Meistergitarristen, nach seiner Zeit bei Tony Williams Lifetime und vor seiner Zeit bei Miles Davis und im Mahavishnu Orchestra, ist ein relativ straightes Jazzalbum, da mir überaschend gut gefällt. Zum Einen, weil Mr. McLaughlin hier noch etwas dezenter zur Sache geht und weniger auf Geschwindigkeit setzt als später - zum Anderen aber auch, weil sein kongenialer Mitstreiter John Surman heißt, der sein markantes Baritonsaxofon erklingen lässt. Das Quattett wird vervollständigt von den mir kaum bzw. gar nicht bekannten Brian Odges am Bass und Tony Oxley am Schlagzeug.
Die CD gibt's im Moment für den Preis von ungefähr zwei Glas Bier oder einer Schachtel Zigaretten bei Zweitausendeins.
(01.12.2009)
Eberhard Weber: "Yellow Fields" (ECM, 1976)
mehr über "Yellow%20Fields" Ich habe den Bassisten Eberhard Weber eigentlich immer gerne gehört, vornehmlich auf den Alben anderen Kollegen beim Hauslabel ECM, z.B. auf "Watercolors" von Pat Metheny, "Passengers" von Gary Burton oder "Solstice" von Ralph Towner. "Yellow Fields" ist sein zweites eigenes ECM-Album, drei Jahre nach dem überraschend erfolgreichen "Colours Of Chloë". Da es zur Zeit ziemlich viele ECM-Titel für kleines Geld gibt, fiel mir auch diese CD in die Hand, an die ich mich von früher eigentlich nicht erinnern konnte. Mit dabei Rainer Brüninghaus an den Tasten (viel Rhodes-Piano!), der leider dieses Jahr verstorbene Charlie Mariano, sowie der wunderbare Jon Christensen aus Norwegen am Schlagzeug. Ohne besonders große Erwartungen - außer an die immer hohe musikalische Qualitäten dessen, was diese Leite immer abliefern - habe ich zugegriffen - und bin extrem positiv überrascht: das Album ist nicht nur GUT, sondern SEHR GUT! Vor allem kenne ich es anscheinend doch von früher, denn mir kamen alle vier Lieder ziemlich bekannt vor. Irgend einer meiner Kollegen muss die Platte also früher schon gehabt haben ...
(23.11.2009)
Shilf: "Me" (Ulftone, 2002/2003)

Eine Band aus der Schweiz, die damals Chris Eckman so gut gefiel, dass er das Debütalbum "Shilf" produziert hat. Musikailsch ist das auch gar nicht so weit weg von den Walkabouts. Im Mittelpunkt steht die Sängerin Nadia Leonti mit ihrer wunderbaren Stimme und die Songs vom Gitarristen Lucas Mösch. Damals war die Band auch im JZ Karo in Wesel zu Gast und hatte mir recht gut gefallen, allerdings hatte ich mir die CD damals nicht gekauft. Vor ein paar Tagen fand ich sie dann beim Telök in Essen in der Ramschabteilung für schlappe 2 Oiro 99. Da kann man natürlich nicht nein sagen, insofern das Album sicherlich schon längst vergriffen ist.

Beim Hören google ich gerade, was denn aus der Truppe geworden ist: Nach Anfangserfolgen vor allem in Deutschland und Frankreich und einem zweiten Album, war leider Schluss mit lustig. Schade d'rum! Frau Leonti hat inzwischen eine Solokarriere gestartet, deren Erfolg über Schweizer Grenzen hinaus wohl eher bescheiden ist. Schöne Klangbeispiele sind aber bei Myspace zu hören. Witzigerweise stelle ich auch beim Studium des Bookletts fest, dass sie auch als Gastsängerin auf der neuen Platte von Chris Cacavas dabei ist, die ich mir am selben Tag gekauft habe: netter Zufall! Oder mehr?
(23.11.2009)

Brainticket: "Psychonaut" (Bellaphon, 1972)
mehr über "Psychonaut" Noch so ein Kiffermusik-Schmankerl aus meiner Jugend! Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, bei wem ich die Platte damals gehört habe, aber ich denke, dass sie in allen gutsortierten Hippiehaushalten stand.
"Psychonaut" ist das zweite und einzige wirklich rockende Album dieser Band und auch da einzige, das ich bislang gehört habe. Sehr viel zu erfahren ist nicht über diese Truppe, vor allem scheinen auf den diversen Webseiten viele Gerüchte verbreitet zu werden. Klar erscheint mir nur Folgendes: Bandchef war der belgische Ex-Jazzer, Pianist und Flötist Joël Vandroogenbroeck (ein guter Kiffername!), der auf jedem Brainticket-Album mit andern Musikern die unterschiedlichsten Stil gepflegt hat. Beheimatet war die Band anscheinend in Süddeutschland, der Schweiz und/oder Italien (wo auch "Psychonaut" aufgenommen wurde!), die anderen Musiker stammen wohl auch aus diesen Ländern: somit also eine echte internationale Band und somit eigentlich keine echten "Krautrocker". Und was ist das nun für Musik? Orgel- und Flötenlastiger, psychodelischer Rock, mit den üblichen Zutate der Zeit (rockende Gitarre, Sitar, Tablas, mystische Texte, etc.).
(09.11.2009)
Soul Sounds: "Soul Survival" (EMI/Columbia, 1967)
Eine große Studioband mit Bläsersatz spielt Instrumentalversionen der aktuellen Tanzhits - wer bei so etwas zuerst einmal an James Last denkt, der liegt natürlich gar nicht einmal so falsch, aber die Band Soul Sounds stammt aus England, bzw. es spielen dort acht britische Musker unter der Federführung des Produzenten und Arrangeurs Derek Lawrence. Ob es sich auch wirklich um eine echte live auftretende Band oder doch nur um ein einmaliges Studioprojekt handelt, war von mir leider nicht heraus zubekommen. Die bekanntesten unter den Beteiligten sind Nicky Hopkins an der Orgel, eigentlich nicht sein Hauptinstrument, Chas Hodges am Bass (später in gleicher Funktion bei Head Hands & Feet und danach als Pianist im Duo Chas & Dave) und Trommler Carlo Little, von dem man sich erzählt, dass er mal das Angebot von ein paar jungen Bluefreaks namens Jagger und Richards abgelehnt hatte, die ihn in ihrer neuen Band haben wollten, und sich daraufhin dann für einen gewissen Charlie Watts entschieden.
Dem Preisaufkleber auf der Platte ist ansonsten zu entnehmen, daß ich sie im Jahre 1986 für 2 Mark 90 aus der Grabbelkiste von Harry Bohlen in Wesel am Bahnhof gezogen habe! Harry verkauft dort natürlich schon lange keine Platten mehr. Wo ich gerade darüber nachdenke - in Wesel kann man im Jahre 2009 nirgendwo mehr Schallplatten kaufen!
(07.11.2009)
Klaus Paul Quintet: "Beautiful Ground" (Naïv, März 2003)
mehr über "SwimmingPool" Am Coverdesign für den Fachmann leicht zu erkennen: Klaus Paul hat was mit Loretta zu tun! Alle Platten vom Stuttgarter Label Naïv zeichnen sich durch diesen einheitlichen Stil aus. Auf jeden Fall spielt Klaus Paul bei Loretta Gitarre und ist nach meinem Kenntnisstand auch der Kopf hinter dem Plattenlabel. Die Musik hat trotz des "ironischen" (?) Quintetts im Namen wenig bis gar nichts mit Jazz zu tun: es handelt sich wie bei Pauls Stammkapelle um Popmusik - vielleicht mit einem etwas größerem Gewicht auf der Gitarre als dort. Auf jeden Fall komponiert und singt Klaus Paul anders als sein Loretta-Kollege Andreas Sauer, der hier aber als Gast mitwirkt. Dazu kommen sogar internationale Kollegen wie Barbara Manning und Dave Kusworth.
Ich selber habe das Album schon seit längerem im Plattenschrank, konnte aber vor wenigen Tagen ein weiteres Exemplar für sage und schreibe NEUNUNDVIERZIG CENT in Essen aus der Grabbelkiste ziehen und damit einen guten Freund glücklich machen.
Auf YouTube gibt es ein paar interessante Videos von Klaus Paul zu bestaunen: zum einen Bach auf der klassischen Gitarre, zum anderen vielversprechende neue Songs, die nach über 6 Jahren auf ein ebenso gelungenes Nachfolgealbum hoffen lassen.
(01.11.2009)
Robin Trower: "Bridge Of Sighs" (Chrysalis, April 1974)
Kürzlich als tatsächlich alte Schallplatte für ein Kleingeld entdeckt: die beste Arbeit des ehemaligen Procol Harum-Gitarristen im Trio mit Jim Dewar (Bass & Gesang) und Reg Isadore (Schlagzeug). Der Mann galt damals als einziger ernstzunehmender Nachfolger von Jimi Hendrix - das mag vielleicht etwas sehr hoch gegriffen sein, aber "Bridge Of Sighs" es ist auf jeden Fall ein gutes und interessantes Album, sogar für mich, der mit virtuosen Heavy-Blues-Trios im Stile von Cream und Rory Gallagher ansonsten wenig anfangen kann - außer natürlich mit Jimi Hendrix.
(31.10.2009) mehr über "Bridge%20Of%20Sighs"
Michaela Meise & Sergej Jensen: "Songs Of Nico" (NEU Acoustics, 2006)
Eine mir bisher völlige unbekannte Hommage an die großartige Nico vom mir bislang auch völlig unbekannten Duo Michaela Meise und Sergej Jensen. Letzterer ist Däne, kein Russe, beide arbeiten als Künstler in Berlin, aber anscheinend nicht in erster Linie als Musiker. Wie auch immer.
Auf dieser äusserst günstigen CD (für schlappe 1 Oiro 99 estanden!) gibt es 11 Kompositionen von Nico in interessanten Coverversionen zu hören, dazu mit "Reich der Träume" ein Lied, das sie in den 80ern mit ihrem damaligen Freund Lutz Ulbrich (Künstlername Lüül), ehemaliger Musiker von Agitation Free und Ash Ra Tempel aufgenommen hat, dazu Nicos bekannteste Coverversion: natürlich "The End" von den Doors. Leider keiner der Velvet Underground-Songs, die Nico damals gesungen hat und auch nichts vom wunderschönen Debüt "Chelsea Girl", aber trotzdem gefällt mir das doch sehr. Bei einem Lied ist sogar der Sänger von Tocotronic dabei, falls das jemanden interessiert.
(13.10.2009)
Tangerine Dream: "Rubycon" (Ariola/Virgin, März 1975)
mehr über "Rubicon" Etwa das Album Numero 5 der deutschen Elektronik-Pioniere und der Nachfolger zum Album "Phaedra" von 1974, mit dem sich die Herren Froese, Baumann und Franke ihren Platz in der internationalen Szene, außerhalb des Krautrock-Ghettoes, erobert haben. "Rubicon" ist zwar nicht so bekannt oder erfolgreich wie der Vorgänger, aber genau das erste Album, das ich damals von der Band bewusst als erstes wahrgenommen habe. Wenn ich mich recht erinnere, hatte sich damals unser Pakgao-Rog-Keyboarder Peter Rüffert (A.K.A. "Beefy") die Platte gekauft. Gestern fand ich ein sehr gut erhaltenes Exemplar für wenig Geld im Second-Hand-Laden und habe zugegriffen (schon ungefähr die 10 Vinyl-Platte in den letzten Wochen!). Zu hören gibt es zwei seitenlange Lieder, an deren Melodieführung und Klänge ich mich sogar nach über 30 Jahren noch bruchstückhaft erinnern konnte.
(10.10.2009)
Gary Farr: "Strange Fruit" (Columbia, 1971)
mehr über "Strange%20Fruit" Ein britischer Sänger, der schon zu Beatzeiten aktiv war: die Band hiess Gary Farr & The T-Bones und hatte angeblich auch mal Keith Emerson in ihren Reihen. Auf diesem Soloalbum wird er von der Band Mighty Baby begleitet (Ian Whiteman am Piano, Roger Powell am Schlagzeug und Mick Evans am Bass), dazu der wunderbare Richard Thompson an der Leadgitarre. Der Titelsong ist eine schöne Version vom Bessie Smith-Klassiker.
(12.08.2009)
Raul de Souza: "Sweet Lucy" (Capitol, Okt. 1977)
mehr über "Sweet%20Lucy" Hinter dieser Platte war ich wirklich lange her! Weit und breit keine CD-Wiederveröffentlichung in Sicht, aber vor ein paar Tagen habe ich eine gut erhaltende alte Vinylausgabe gefunden. Raul der Souza ist ein brasilianischer Posaunist, der hier sein von George Duke produziertes US-Debüt vorlegt. Der von George Duke komponierte Titelsong ist einer meiner allerliebsten Tanznummern und würde mich vielleicht auch noch in diesen Tagen auf die Tanzfläche locken. Aber wir haben leider nicht mehr 1978 und wir hängen auch nicht mehr im OLD DADDY ab!
(12.08.2009)
Roxy Music: "Country Life" (Island/EG, Nov. 1974)
mehr über "Country%20Life" Das vierte Roxy-Album hatte ich bislang ignoriert - vielleicht weil ich den Humor des Covers nicht verstanden habe? Auf jeden Fall gab es jetzt für 4 Oiro und 44 Cent eines der - wie ich feststellen muss - besten Alben der Band zu kaufen!
(19.07.2009)
Dinosaur Jr: "Green Mind" (Blanco Y Negro, Feb. 1991)
mehr über "Green%20Mind" Das erste Dinosaur-Album bei großer Plattenfirma (Blanco Y Negro ist bzw. war das Sublabel von Warner für die etwas schrägeren Töne, z.B. The Jesus And Mary Chain), das damals schlecht wegkam und auch von mir nicht wirklich gehört wurde. Jetzt habe ich es bei diesem nervigen Hai-Vieh-Disskaunter für schlappe 4,44€ gefunden und finde es eigentlich doch gar nicht so schlecht. Damals ohne festen Bassisten und dem "indisponenten" Trommler Murph nur auf drei Liedern, ist das mehr oder weniger ein J Mascis-Soloalbum, der im Übrigen einen ausgezeichneten Trommler abgibt! Zweimal gibt es sogar putzige Flötentöne vom Mellotron. Passt eigentlich nicht, ist aber trotzdem schön.
(19.07.2009)
Ringo Starr: "Ringo" (Apple, Nov. 1973)
mehr über "Ringo" Das ist schon ein klein wenig kurios, wie ich auf dieses Album gestoßen bin, den ich bin eher ein mittelprächtiger Beatles-Fan und habe mich wenig für das Solowerk der Fab Four interessiert, besonders wenig für das ihres lustigen Trommlers.
Neulich kam nachts bei Bayern3 das komplette Bangla Desh-Konzert, das George Harrison damals organisierte und in dem auch Ringo seinen Solospot mit "It Don't Come Easy" hat. Ich hatte plötzlich Lust, die Nummer auf der Gitarre zu spielen und habe im Internet recherchiert: heraus kam, dass es sich um eine eigentlich albumlose Single von 1971 handelt, immerhin Platz 4 in den Charts, die aber später als Bonusdreck auf der CD-Version seines dritten Albums von 1973 landete. Das Album, an das ich mich noch wegen der Singles "You're Sixteen" und "Photograph" erinnerte aber nie als Ganzes gehört habe, hatte erstaunlich gute Kritiken und stellt wohl den kommerziellen und künstlerischen Höhepunkt von Ringo in der Nach-Beatles-Ära dar. Alle anderen Ex-Beatles mischten als Musiker und Autoren mit, sogar meine Helden von The Band waren vollständig dabei, ebenso die "üblichen Verdächtigen" (Billy Preston, Jim Keltner, Klaus Voorman, Nicky Hopkins, etc.). Nur Leon Russell muss verhindert gewesen sein.
Gerade höre ich das Album zum ersten Mal als solches - und mag es sehr! "You're sixteen, you're beautiful, and you're mine!"
(07.07.2009)
The Savage Rose: "Travelin'" (Polydor, 1969)
Vor wenigen Tagen habe ich das dritte Album dieser dänischen Band als altes Originalvinyl für wenig Geld erstanden. Eine schöne Platte, die mich sogar inspiriert hat ein neues Lied zu schreiben: "Perfect Day".
Einziger Kritikpunkt vielleicht: die Kleiderwahl der Band für das Coverfoto ist zwar ziemlich bunt, aber nicht sehr glücklich. Im besten Fall kann man sagen: uneinheitlich. Sängerin Annisette im aparten Minikleid, Spinettspielerin Maria im geschmackvollen mittellangen Kleid, während gleich drei der Junx eher nach Winter aussehen ...
(06.07.2009)
America: "Hat Trick" (Warner, 1973)
Das Debütalbum hatte einen Hit mit "A Horse With No Name". Das zweite, "Homecoming", mit "Ventura Highway" einen weiteren und mit John Martyns "Head & Heart" eine sehr schöne Coverversion eines bis dahin noch wenig bekannten Songschreibers.  "Hat Trick", Album #3, ist selbstproduziert wie "Homecoming", aber ohne Hits und wird von der Kritik auch weitestgehend ignoriert oder sogar abgelehnt. Auch ich kannte es bislang nicht und habe jetzt mal in der 2001er-Grabbelkiste zugegriffen.  Eigentlich nur, weil mit "Muskrat Candlelight" einen Song von Willis Alan Ramsey dabei hat. Meine erste Einschätzung: das Album ist nicht schlechter als die anderen, sondern bloß weniger kommerziell. Aber so was stört mich ja nicht wirklich. Ach ja - ab dem nächsten Album übernahm Sir George Martin das Steuerruder und brachte die Truppe wieder auf Hitkurs ...
(03.05.2009)
Gregg Allman: "Laid Back" (Capricorn, Nov. 1973)
Machen wir uns da nichts vor: das Cover ist ziemlich hässlich - Hippie-Bauernmalerei. Außerdem muss man Gregg Allman noch lange nicht mögen, nur weil man die Allman Brothers Band gut findet. Früher habe auch ich immer einen Bogen um sein Schaffen außerhalb der Band gemacht, aber kürzlich hatte ich diese Platte in Duisburg im 33 1/3-Laden in der Hand und habe doch mal ein bisschen im Booklet geschmökert: Produziert 1973 - also eigentlich ein guter Jahrgang. Die letzten Ausläufer der Hippiezeit. In der Begleitband seine Bandkumpanen Chuck Leavell (Chucks Wurlitzer zusammen mit Greggs B3: unschlagbar) und Jaimoe. Dann entdeckte ich, dass Greg hier neben zwei Neuaufnahmen eigener Stücke vom ABB-Debütalbum "Idlewind South"  ("Midnight Rider" und "Please Come Home") auch "These Days" von Jackson Browne covert. Ich wurde neugierig, hab mir die Platte angehört - und war sofort von seiner Version angetan. Da die Platte nur 6€ kosten sollte, obwohl es sich um eine gut erhaltene Erstpressung handelt, habe ich zugeschlagen. Übrigenz ist die ganze Platte gut. Sogar die Chöre und die Streicher finde ich gelungen. "Laid Back" ist ein also angemessener Titel für das Ganze.
(24.02.2009)
"Stackridge" (MCA, 1971 * BGO, 198?)
mehr über "Stackridge" Dies ist das Debütalbum einer der merkwürdigsten und gleichzeitig sympathischsten Bands Englands aus den frühen 70ern, das ich mal Mitte/Ende der 80er für 90 Pfennige in Duisburg aus der Grabbelkiste in einem Plattenladen gezogen habe, den es natürlich schon lange nicht mehr gibt. Außerdem ist es bereits eine Vinyl-Wiederveröffentlichung noch vor dem CD-Zeitalter, also wohl kein Sammlerstück.

Wie gesagt, Stackridge spielten in der Besetzung Andy Davis (Gesang, Gitarre, Piano), James Warren (Gesang, Bass & Gitarre), "Mutter" Slater (Flöte & Harmonika), Michael Evans (Geige) und Billy Bent (Schlagzeug) dieses Album mit einer völlig eigenständigen, aber auch sehr englischen Musik ein,  die vielleicht etwas Ähnlichkeit mit der Bonzo Dog Band hat (falls die überhaupt noch jemand kennt!). Außerdem soll die Band die Musik von Queen vorweg genommen haben (was ich als bekennender Queen-Hasser strikt bestreite!). Es folgten noch ein paar weitere, mäßig erfolgreiche Alben, eines sogar von Sir George Martin produziert. Mit Beginn des Punkrock war es mit Stackridge - wie bei vielen Bands damals - zu Ende, aber Andy Davis und James Warren, die Hauptsongschreiber der Band, hatten dann in den 80ern doch noch ihren verdienten Chartserfolg, dann allerdings unter dem Namen The Korgis (na? Klingelt's? "Everybody's got to learn sometime ..."). Seit einigen Jahren gibt es Stackridge jetzt wieder und spielt in Fast-Urbesetzung (Davis, Warren, Slater und Urbassist Crun Walter) tolle Konzerte (musst Du gucken auf YouTube!) und bringt auch neue Platten heraus. Da bin ich natürlich auch wieder dran ...

(12.01.2009))
Black Eyed Susans: "All Souls Alive" (Frontier, 1994)
Ende der 70er, noch vor den Triffids,  spielten die Schulfreunde David McComb und Bassist/Gitarrist Phil Kakulas zusammen in ihrer ersten Band. Noch vor den ersten Plattenaufnahmen unter dem neuen Bandnamen "The Triffids" war Phil zwar nicht mehr dabei, tauchte allerdings 1988/89 als Co-Autor und Gastmusiker bei "The Black Swan", dem letzten Triffids-Album, wieder auf, wo unter anderem das Lied "Black Eyed Susie" entstand. Anfang der 90er bildeten beide dann den Kern einer Art "Australischer Indie-Allstarband", zusammen mit Sänger Rob Snarski (bei den Susans hielt sich McComb gesanglich zurück und spielte vor allem Keyboards), Ex-Triffid-Steeler "Evil" Grham Lee und zwei Musikern, die später als 2/3 Teil der Dirty Three und als Mitglieder von Nick Caves & The Bad Seeds bekannt wurden: Schlagzeuger Jim White und Multiinstrumentalist Warren Ellis. Dieses längst vergriffene Album, das mir damals völlig entgangen ist, hat Heino Walter aus einer Grabbelkiste gezogen und dann netterweise an mich gedacht.
Die Musik? Durchaus ähnlich den Triffids, vielleicht mit einem etwas größeren Countryanteil - wegen des anderen Leadsängers Rob Snarski klingt es natürlich sowieso ein wenig anders. Insgesamt ist das eine sehr schöne Ergänzung für meine Triffids-Sammlung. Nach "All Souls Alive" haben Phil Kakulas und Rob Snarski aus diesem "Session-Projekt" mit anderen Musikern eine richtige Band gemacht, die im kleinen Rahmen durchaus erfolgreich war.
(28.12.2008)
Pete Brown & Piblokto!: "Things May Come and Things May Go But the Art School Dance Goes on Forever" (EMI/Harvest Mai 1970 * Repertoire 1994)
mehr über "Things%20May%20Come%20and%20Things%20May%20Go%20But%20the%20Art%20School%20Dance%20Goes%20on%20Forever" Die Ladenhüter vom Reissue-Label Repertoire gibt es seit einiger Zeit recht günstig bei Zweitausendeins. Weil in der Band von Pete Brown, den die meisten höchstens als Songschreibepartner von Jack Bruce kennen (von ihm stammen u.a. die Texte von "Sunshine Of Your Love" und "White Room") für eine kurze Zeit auch mal die Ex-Man-Musiker Phil Ryan und John Weathers mitgespielt haben, habe ich mal zugegriffen. Auch, wenn mich Cream nie wirklich interessiert haben und der Hinweis auf dem Begleitblatt ("an album that to this day is regarded as one of the finest of the Progressive era") mich normalerweise eher abschrecken würde. Aber das Cover ist witzig, der lange Titel ebenso und meine Laune war gut. Also wurde zugegriffen und dadurch ein hübsches kleines Album im Spannungsbereich von Folkrock und Jazzrock im Sound der für mich schon immer sehr interessanten Spät60er/Früh70er entdeckt! Ach ja: Phil Ryan und John Weathers sind leider nur auf den beiden Bonustracks, einer Single von Ende 1970, zu hören.
(11.12.2008)
Cher: "3614 Jackson Highway" (Atlantic/Atco, 1969)
mehr über "3614%20Jackson%20Highway" Es gab mal eine Zeit, da war Cher eine junge, hübsche und talentierte Sängerin und nicht dieses Kunstwesen mit Vocodersound. Dies ist, ich schwöre es, das einzige Album von ihr in meinem Besitz. Und drauf gestoßen bin ich, weil es in den Muscle-Shoals-Studios aufgenommen wurde, ein paar schöne Coversongs drauf hat (sogar 3x Bob Dylan, 2x Dan Penn und 1x Dr. John) und ziemlich günstig war.
Außerdem handelt es sich bei der Ladyin schwarz rechts auf dem Foto um die Chorsängerin Donna Thatcher bei einem ihrer ersten Studiojobs. Wenig später heiratete sie den Klavierspieler Keith Godchaux, zog an die Westküste und landete bei den Grateful Dead.
(02.12.2008)
Jess Roden: "The Player Not The Game" (Island, 1977)
mehr über "The%20Player%20Not%20The%20Game" Das zweite Soloalbum und gleichzeitig die letzten Aufnahmen für eine lange Zeit vom ehemaligen Sänger von The Alan Bown! (Nachfolger dort von Robert Palmer!), Bronco (fantastischer, aber erfolgloser englischer Countryrock!), der erfolglosen Butts Band (von Robbie Krieger und John Densmore - somit quasi der Nachfolger von Jim Morrison!) und der eigenen wunderbaren (und natürlich ebenfalls erfolglosen) Jess Roden Band. Jess Roden konnte nie an die Erfolge seiner ungleich bekannteren, aber nicht unbedingt besseren Sangeskollegen anknüpfen und macht hier das, was ihm scheinbar am besten gefällt: Soulrock mit starkem Jazzeinschlag. Neben eigenen Songs und Liedern seiner Ex-Musiker aus der Jess Roden Band, von denen aber merkwürdigerweise keiner hier mitspielt, gibt es mit "Misty Roses" von Tim Hardin und "Lonely Avenue" (geschrieben von Doc Pomus für Elvis Presley) zwei schöne Coversongs.
Die Platte habe ich übrigenz als neuwertiges Cutaway-Vinyl in Essen für schlappe 1,5o€ erstanden. Keine Ahnung, ob es überhaupt eine CD-Wiederveröffentlichung gibt!
(06.08.2008)
Jaco Pastorius (Epic, 1977)

Das Solodebüt von Jaco Pastorius habe ich bisher immer ignoriert, vor allem wegen der vielen Jaco-Epigonen, die mir sein Spiel auf dem bundlosen Fenderbass verleidet haben. Dabei handelt es sich doch um ein wunderbares Jazzalbum. Und weil es das Album jetzt als Lockvogelangebot für schlappe 4,44€ gab, habe ich zugegriffen - und bereue meine bisherige Ablehnung!

Ich sage weiter oben extra JAZZ und nicht JAZZROCK oder FUSION, denn hier wird eine ganze Bandbreite von Jazzspielarten präsentiert, alles zusammengehalten von Jacos Kompositionen - und natürlich auch von seinem begnadeten Bassspiel. Die musikalischen Begleiter sind vom feinsten: Herbie Hancock und Perkussionist Don Alias auf fast allen Titeln, dazu kommen u.a. Trommler Lenny White, Wayne Shorter und die Brecker Brüder. Besonders schön ist das Flötensolo von Hubert Laws auf "Used To Be A Cha-Cha".
(26.07.2008)

Terry Callier: "Occasional Rain" (Cadet, 1973 * Verve, 2008)
mehr über "Occasional%20Rain" Zwar kannte ich zwei der Lieder, "Ordinary Joe" und den Titelsong, schon von einer Best-Of-Zusammenstellung, aber jetzt gab's das Album als taufrisches und äußerst günstiges Reissue bei Zweitausendeins, für die man inzwischen leider bis in's blöde Düsseldorf fahren muss.
Ich sag mal ganz salopp: ein MEISTERWERK an der Schnittstelle Folk/Jazz, das bisher (fast ganz) an mir vorbei gegangen ist! Es soll sich auch um ein Konzeptalbum handeln, aber das macht nichts. Besonders gut gelungen ist der Gesang: natürlich Terry Callier selber in voller Pracht, aber mir gefallen vor allem die wunderschönen Chorsätze von Kitty Haywood, Minnie Ripperton (die Lady sollte ich eigentlich irgendwoher kennen ...) und Shirley Wahls.
(11.07.2008)
Jerry Berkers: "Unterwegs" (Pilz, 1972 * ZYX, 1999)

Ein Holländer mit deutschen Texten ... das sollte eigentlich überhaupt nicht mein Ding sein. Zwar ist schon wieder eine ganze Zeit vergangen, seit ich dieses Album aus der Grabbelkiste gezogen habe (damals gab's in Essen noch einen 2001-Laden!), aber ich bin erst jetzt zum intensiven Hören gekommen - und irgendwie fasziniert von dem Mann!

Wie gesagt - Jerry Berkers ist Holländer und war bis zum Zeitpunkt der Aufnahme seines Soloalbums noch Sänger und Bassist der Mönchengladbacher Deutschrock-Band Wallenstein, deren zweites Album "Mother Universe" ich immer sehr gemocht habe. Rolf-Ulrich Kaiser, Chef diverser Krautrocklabels, muss dann aus irgendwelchen Gründen beschlossen haben (oder wurde er dazu überredet?), dass ein Soloalbum von Jerry Berkers eine gute Idee sei. Im Sommer 1972 brachte er dann Jerrys Bandkollegen Jürgen Dollase und Bill Barone, den Kölner Trommler Tommy Engel (ja, genau der von den Bläck Föös!!!), Bernd Witthüser und Walter Westrupp im Kölner Studio von Dieter Dierks zusammen, um nicht nur "Unterwegs", sondern auch das Album "Bauer Plath" von Witthüser & Westrupp aufzunehmen. Der Mann war also offensichtlich nicht nur ein kosmischer Spinner ('tschuldigung: ein KOSMISCHER KURIER), sondern wohl auch ein praktisch veranlagter Mensch!

Zurück zur Musik: es handelt sich natürlich schon um "Krautrock", aber mit viel Folk, etwas Country und schönen rockigen Einlagen, klasse Mellotronsounds von Dollase und schönen Gitarrensoli von Barone. Einmal klingt's fast wie bei Neil Young ("Down By The River": etwas ungewöhnlich im "kosmisch-progressiven Umfeld"!). Vor allem aber sind es die interessante Stimme von Jerry Berkers, mit charmantem holländischem Akzent, wie auch Nanny de Ruig auf dem ersten Hölderlin-Album, und seine verschrobenen Texte, irgendwo zwischen Persönlichem und Politischem, die mich ansprechen.

Einen bitteren Nachgeschmack hat das Ganze, wenn man weiß, was nach dieser Plattenveröffentlichung mit Jerry passierte: im Herbst 1972 war er bei Wallenstein ausgestiegen und versuchte sich zunächst als Solokünstler. Nachdem er sich für die Songtexte auch mit seinen traumatischen Erfahrungen als sehr junger Musiker in einer Showband, die in Vietnam während des Krieges zur Truppenunterstützung tourte, beschäftigt hatte, geriet er anscheinend psychisch immer mehr in Schieflage. Irgendwann ließen ihn seine Eltern dann wohl in die Psychiatrie einweisen und er war für Jahre von der Bildfläche verschwunden. Vor einigen Jahren soll er schließlich an einer Überdosis Kokain verstorben sein. Nachlesen kann man das so zumindest auf der Webseite des ehemaligen Wallenstein-Trommlers Harald Großkopf.
(28.06.2008)

Mink DeVille: "Coup De Grace" (Atlantic, Okt. 1981)
Letztes Album von Willy DeVille aus der klassischen Mink DeVille-Phase, das er damals auch in der Rockpalastnacht präsentiert hatte und wo ich ihn ziemlich doof fand. Bisher hatte ich auch nur eine uralte Kopie noch auf C90-Cassette, doch jetzt gab's - warum auch immer - das Album bei einem Hai-Vieh-Diskaunter für schlappe 4 Euro und 99 Cent und ich habe zugegriffen: Ich hatte völlig vergessen, dass es sich hier um ein ganz exquisites Rock&Soul-Album voller Hits handelt ...
(15.06.2008)
"Dave Mason & Cass Elliot" (Blue Thumb, 1971)
mehr über "Dave%20Mason%20%26%20Cass%20Elliot" Lange hab' ich es nicht mehr gehört und auch kein wirkliches Lieblinxalbum von mir. Auch bin ich kein echter Fan oder Kenner der Musik von Ex-Traffic-Gitarrist Dave Mason oder den Mamas & Papas, aber nichtsdestotrotz ist das hier ein sehr schönes Album, angeblich sogar eines der besten Mason-Album, das ich da vor vielen, vielen Jahren mal vom Wühltisch mitgebracht habe. Gute Songs, schöne Stimmen von Mason und Mama Cass, sowie schlanke Arrangements (neben Masons immer songdienlicher, nie nervender Gitarre gibt es nur die L.A.-Sessioncracks Paul Harris an den Tasten, Bryan Garofalo am Bass und Russ Kunkel am Schlagzeug zu hören). Einziger Kritikpunkt vielleicht: warum ist Cass Elliot nur auf der Rückseite des Covers zu sehen? Weil sie dick ist? Sehr unhöflich das Ganze!
(21.04.2008)
Kate McGarry: "Mercy Streets" (Palmetto, April 2005)
Eine Zufallsentdeckung beim Stöbern im 2nd-Hand-laden! Zwei Coverversionen haben mich dazu ermutigt, mir im Laden diese CD der mir bislang völlig unbekannten Jazzsängerin anzuhören: "Chelsea Morning" von Joni Mitchell und "Mercy Street" von Peter Gabriel - und beides sehr gelungen interpretiert, wobei Kate McGarry näher an der Iain Matthews- als an der Peter Gabriel-Version ist! Dazu kommen noch ein paar nicht ganz so bekannte Jazz-Standards und auch ein paar Eigenkomposition, alles eingespielt in kleiner Besetzung aus E-Gitarre (Steve Cardenas), A-Gitarre (Keith Ganz), Kontrabass (Sean Smith) und Schlagzeug (Kenny Wollesen), wobei mir nur der Name des Trommlers etwas sagt: ich hab ihn mal vor einiger Zeit in Duisburg zusammen mit Bill Frisell und Suzanne Vega gesehen, was absolut überzeugend war! Besetzung und Stückauswahl lassen natürlich gleich an einige andere Jazzsängerinnen mit Folkambitionen denken (Cassandra Wilson, Lizz Wright, vielleicht auch Norah Jones), aber Mrs. McGarry ist absolut eigenständig und darüber hinaus eine begnadete Sängerin, die durchaus auch mal im klassischen Stil einer "echten" Jazzsängerin Skat-Gesang bietet, ohne dass das nach platter Technikdemonstration klingt und nervt. Gute Platte. Gute Stimme. Guter Sound. Gutes Songmaterial. Was will man mehr?
(16.09.2007)
Railroad Earth: "The Good Life" (Sugar Hill, Nov. 2004)
mehr über "The%20Good%20Life" Ich war gestern nach längerer Zeit mal wieder im Kölner Saturn - und es war schrecklich! Früher bin ich da immer ehrfurchtsvoll die Regale entlang gewandert. Inzwischen ist der Laden genau aber so doof wie diese Klone, die in allen großen und kleinen Städten unter gleichem Namen zu finden sind. Alles viel zu teuer dort. Und alles von meiner klitzekleinen geistigen Liste war nicht zu finden: weder das Donny Hathaway-Album, dessen Name mir gerade nicht einfällt. noch die neue David Murray-CD mit Cassandra Wilson. Das einzige positive Erlebnis war dann, diese CD in der Grabbelkiste schlappe 4 Oiro 98 zu finden. Bislang kannte ich nur das Album "Bird In A House" von 2002, also ist dieses Nachfolgealbum offensichtlich vor knapp drei Jahren unter meinem Radar vorbeigesegelt.
Hier noch mal was zu der wunderbaren Musik, denn bei uns scheint ja kein Schwein diese 6köpfige Band aus New Jersey zu kennen, die im Grunde genau das ist, was meine kleine, aber feine Kapelle Waiting For Louise mangels personeller Ressourcen leider nie werden konnte: eine "rockige" Bluesgrass-Band (Gitarre, Banjo, Mandoline, Fiedel und Bass) mit einem Schlagzeuger. Meist akustisch, mit starkem Hang zur Singer/Songwriter-Abteilung. Besonders gut gefällt mir Sänger und Gitarrist Todd Sheaffer, der vor allem mit seiner unverwechselbaren Stimme überzeugt und richtig gute Songs schreibt. Ausserdem beherrschen die drei Herren an Mandoline, Banjo und Fiedel nebenher noch eine stattliche Anzahl weiterer Instrumente (Bouzouki, Dobro, Klaivier, Orgel, Akkordeon, Harmonika, Saxofon, Flöte, E-Gitarre und Marxophone - was immer das auch sein mag). In den USA soll die Band in der Jamband-Szene außerdem sehr beliebt sein. Auch hier endet die Parallele zur W4L, wie unser misslungener Ausflug nach Plauen ja belegt hat.
(14.09.2007)
Gil Scott-Heron: "Pieces Of A Man" (Flying Dutchman 1971 * RCA 2001)
Gil Scott-Heron kannte ich bislang eigentlich nur von seinem Beitrag zum "No Nukes" Konzertfilm von 1979. Aus einer Laune heraus und nach Blick auf Label und Besetzungsliste (Flying Dutchman ist das Label, das Produzent Bob Thiele nach seiner Zeit bei Impulse gegründet hatte; mit dabei sind hochkarätige Jazzer wie Hubert Laws, Ron Carter und Bernard Purdie) habe ich mir dieses Album dann im Second-Hand-Laden angehört und war sehr angetan von der Musik (besonders der Flöte und dem Saxofon von Hubert Laws und dem E-Piano von Langzeitpartner Brian Jackson), aber auch von Gesang und Texten von Scott-Heron, der ja als einer der großen Jazz-Poeten gilt. Die dem einen oder anderen vielleicht bekannte Eröffnungsnummer "The Revolution Will Not be Televised" macht sogar deutlich, warum er als einer der Urväter der Rap-Musik gilt.
(August 2007)
Julie London: "Around Midnight" (Liberty 1960 * EMI/Capitol 2006)
mehr über "Around%20Midnight" Ich war mal wieder im Nürnberger Zweitausendeins-Laden und habe auch in der Jazz-Grabbelkiste gewühlt. Jetzt bitte nicht so verdutzt dreinschauen! Natürlich war Julie London vor allem eine Hollywood-Schauspielerin, aber eben auch eine richtige gute Jazzsängerin. Mit einer Swing-Big-Band und richtig gutem Klang (aufgenommen immerhin schon August 1960!) werden hier ein paar absolute Klassiker gebracht. Natürlich "'Round Midnight" von Thelonius Monk, an dem ich mich gerade selber verzweifelt versuche, aber auch "Misty" von Errol Garner, "Lush Life" und "Black Coffee". Und außerdem mit einem sehr schönen Cover: vor allem natürlich sexy, aber auch augenzwinkernd hintersinnig.
(26.05.2007)
Loretta & The Chipmunks: "Cakeland" (EFA/Garbitowski, 1992)
Ein echter Wühltisch-Schatz! Es handelt sich hierbei um das zweite Album meiner aktuellen Lieblinxband aus deutschen Land, das vor immerhin 15 Jahren entstand und in Ansätzen schon alles das bringt, was das neue Werk "Science Fiction" vor kurzem so grandios umgesetzt hat. Produziert wurde in Köln (!) von niemand geringerem als Mayo Thompson, dem Mastermind von The Red Krayola. Anscheinend hatte Andreas Sauer wohl damals schon ziemlich tolle Freunde - und wollte damals wohl noch Popstar werden. Ansonsten scheint das wohl inzwischen ein ziemlich rares Album zu sein: ich musste sogar das Cover selber einscannen, weil es nirgendwo im Weltweitwepp einen vernünftigen Schnappschuss gab! Meine Drei Euro Neunundneunzig habe ich da wohl gut angelegt.
(07.07.2007)
"Peter Bursch und die Bröselmaschine" (Intercord/Xenophon 1976)
Peter Bursch zu hören ist sicherlich nicht besonders "cool", aber auch ich muss zugeben, dass ich meine ersten Versuche an der Gitarre nach seinem berühmten Gitarrenbuch gemacht habe. Mitte der 70er war der Duisburger Gitarrenlehrer eine kleine Berühmtheit bei uns am Niederrhein und hatte seine alte Band gerade mit Willi Kissmer und dem Jazzsaxofonisten Klaus Dapper reformiert. Zunächst wohl nur als Projekt ("Dapper, Bursch & Kissmer"), ab 1975 dann wieder als Bröselmaschine. Auf dem 76er-Konzert in der Walsumer Stadthalle hatte ich mir diese Platte dann auch gekauft, in den Jahren danach aber kaum noch gehört - nicht zuletzt deshalb, weil Peter Bursch aus diesem Folk-Jazz-Projekt anschließend eine ziemlich öde Rockband gemacht hatte (ohne Dapper und Kissmer, aber mit Peter in bunter Latzhose an der E-Gitarre!!!).
Auf jeden Fall fand ich jetzt nach 30 Jahren im Zweitausendeins-Lädchen von Nürnberg diese CD-Wiederveröffentlichung in der Grabbelkiste und habe nach längerem Zögern (es geht ja schließlich um Peter Bursch!) dann doch zugegriffen und stelle nun beim Hören fest: das ist und war immer schon eine schöne Platte, irgendwo zwischen Gitarrenfolk amerikanischer Prägung (Burschs Akustikgitarre), Bluesrock (Kissmers Telecaster) und Jazz (Dappers Saxofon und vor allem seine schönen Flötentöne). Dazu gelegentliche Unterstützung befreundeter Musiker von Guru Guru (Mani Neumeier und Roland Schaeffer) und Kraan (Jan Fride). Und sogar ein indischer Tablaspieler aus Düsseldorf (!) ist dabei. Einziger Schwachpunkt der ansonsten ausgezeichnet klingenden Platte (Conny Planck!) ist der Gesang von Peter Bursch, besser gesagt, seine schlechte englische Aussprache, soweit ich das überhaupt beurteilen kann. Es wird aber sowieso nur zweimal gesungen, der Rest ist instrumental. Also insgesamt eine überraschend schöne Platte!
Noch'n kleines Anekdötchen, was mir wieder einfällt, welches eigentlich mein Wohlwollen den Herren gegenüber schon längst gesichert hätte haben müssen (was für ein Sprachwurm!): auf dem Plakat von "Dapper, Bursch & Kissmer" stand damals unten klein drauf: "Bringt alle euer Turnzeug mit". Was haben wir gelacht. Und unsere Lehrer, vor allem unsere Sportlehrer, natürlich nix verstanden.
(17.12.2006)
Canned Heat: "Live At Topanga Carrol" (Wand 1970 * Repertoire 2001)

Aus einer Laune heraus habe ich dieses Livealbum der Band beim Stöbern im Zweitausendeins -Laden von Nürnberg (da arbeite ich z.Z. die Woche über) gekauft, obwohl ich im Moment eigentlich garnicht so sehr in diesem "Blues & Boogie"-Ding bin und es gerade von Canned Heat anscheinend unendlich viele Liveplatten von zweifelhafter Herkunft und teilweise mieser Klangqualität gibt. Aber das Wiederveröffentlichungslabel Repertoire macht normalerweise einen ordentlichen Job, sodass ich meine Befürchtungen einfach mal zur Seite geschoben habe. Und jetzt beim Abhören zuhause in Spellen mache ich ein paar interessante Entdeckungen:

  • die Band spielt gut (wahr zu erwarten) und es klingt ganz ordentlich (war ja nicht unbedingt zu erwarten)
  • es handelt sich um die klassische Besetzung der Band mit Sänger Bob Hite, Harmonika/Slidespieler Al Wilson, Bassist Larry Taylor, Drummer Fito de la Parra und Leadgitarrist Henry Vestine
  • Die Aufnahmen stammen gar nicht aus dem legendären Club "Topanga Carrol" . Dies wurde von der Band zwar behauptet, um den Eindruck zu erwecken, es handelt sich um "historische Aufnahmen" aus der Zeit vor ihrem Plattenvertrag bei Liberty. Stattdessen stammen die Aufnahmen von 1969 aus dem "Kaleidoscope"-Club in L.A.
  • Diese Aufnahmen wurden im Laufe der Jahrzehnte unter verschiedenen Namen mehrfach legal und wohl auch illegal veröffentlicht. Und so stellte auch ich fest, dass ich bereits seit Ewigkeiten eine schlecht klingende und von mir kaum gehörte Vinyl-LP "Greatest Hits" mit den gleichen Liedern besitze, bei der es sich natürlich um die gleichen Aufnahmen handelt.
(Nov. 2006)
Bert Jansch: "When The Circus Comes To Town" (Cooking Vinyl, 1995)
mehr über "When%20The%20Circus%20Comes%20To%20Town" Für einen schlappen Oiro beim Geiz geil findenden HiFi-Händler unlängst aus der Grabbelkiste gezogen - und fast wieder vergessen. Im Moment ist der Ex-Pentangle Gitarrist mal wieder "schwer angesagt" (d.h.: zur neuen Platte gibt es doch tatsächlich einen Artikel im Rolling Stone!). Die neue Platte habe ich mir auch schon bestellt und beim Stöbern im eigenen Plattenregal jetzt dieses Schätzchen wiederentdeckt, zu dem vor 10 Jahren wohl keine Rolling-Stone-Geschichte, wenn überhaupt eine Plattenrezension erschienen ist. Dabei ist das eine sehr schöne Folkrock-Platte mit toller Akustikgitarre vom Meister, ausgezeichneter Rhythmusgruppe bei vielen Liedern (Liam Genockey und Colin Gibson vom Trio Buick 6 und vielen anderen britischen Blues- Folk- und Rockproduktionen), sowie gelegentlichen Gästen (u.a. Christine Collister im Chor, Geiger Mike Piggott und Sopransaxofonist Mark Ramsden). Sehr schöne Platte!
(27.09.2006)
Terry Callier: "Essential, The Very Best Of ..." (Universal/MCA, Mai 1998)

mehr über "Essential%2C%20The%20Very%20Best%20Of%20..." Ich finde "Best Of"-Platten in der Regel nicht besonders spannend. Zum einen gehen meine Meinung und der Massengeschmack in der Frage darüber, was ein "Hit" bzw. ein "toller Song" ist, meist nicht zusammen. Zum anderen sind solche Sampler fast immer lieblos und ohne "künstlerischen Anspruch" zusammengeschustert. Oder ich finde die Band oder den Künstler so gut, das ich sowieso die Originalalben und somit alle wichtigen Songs der Zusammenstellung bereits habe. Um einen bei letzterem Problem auszutricksen haben diese Platten oft ein zusätzliches unveröffentlichtes Lied, weswegen sich mancher Musikjunkie diese Scheibe dann doch noch kaufen muss.
Also: Warum ist diese "Best-Of-Platte" hier nun doch zu finden? Gekauft habe ich sie natürlich, weil sie billig war und Terry Callier tolle Musik macht. Aber 2/3 der Lieder sind nicht auf den damaligen 3 Cadet-Alben (1971-1973) zu finden. Also unveröffentlicht oder zumindest ultrarar. Was auch immer: eine superangenehme Platte ist das. Ich stehe momentan total auf diesen Früh70er Singer/Songwriter-Soul. Weitere Tipps der Art gefällig? Natürlich Marvin Gaye's "What's Going On", aber auch das Curtis Mayfield-Frühwerk. Und natürlich Donny Hathaway, meine letzte Entdeckung!

Dave Graney & The Coral Snakes: "The Soft 'n' Sexy Sound" (1995)
mehr über "Dave%20Graney%20%26%20The%20Coral%20Snakes" Cover? Geschmackssache! Musik? Toll! Der ehemalige Sänger der Moodist war damals in so einer Art "Lounge-Jazz" (oder vielleicht sogar Cocktailbar-Rock?) -Phase und hatte - wie immer - eine tolle Platte abgeliefert. Sie soll sogar in der australischen Heimat in den Charts gewesen sein. Wie auch immer ...
(18.08.2006)
Malo (Warner, April 1972 * Line, 1990)
mehr über "Malo" Das ist sozusagen -und gehässig gesprochen- das "Farmteam" bzw. die "zweite Mannschaft" von Santana: der Leadgitarrist heisst Jorge Santana, ist tatsächlich der kleine Bruder von Carlos, der Organist Richard Kermode spielt im nächsten Jahr (auf "Welcome") in der ersten Mannschaft, Bassist Pablo Tellez landet irgendwann in den späten 70ern auch dort. Zwar nicht zu hören, aber bereits auf dem Cover mit abgebildet ist Congaspieler Raul Rekow, der auch irgendwann mal in der "richtigen" Santana-Band zu hören sein wird. Warum habe ich mir die Platte trotzdem gekauft habe, obwohl sogar zu lesen ist, dass die Band gleich ZWEI TROMPETER in den eigenen Reihen hat und ich von den meist spanischen Texten nichts verstehe? Zum eine wegen des wunderschönen Covers, zum anderen wegen der mitreißenden Musik, irgendwie eine Mischung aus Santana und Chicago. Und wenn ich "Santana" sagen, dann meine ich den jazzigen Santana-Sound der Caravanserai-Zeit, den ich besonders gerne mag.
Im Übrigen scheint es, dass die CD schon 15 Jahre bei Lothar Koch im Plattenladen rumgestanden hat!
(12.05.2006)
Eddie Hinton: "Very Blue Highway" (Rounder/Bullseye, 1993)
mehr über "Very%20Blue%20Highway" Soll man sich da freuen? Schlappe 2 DM habe ich vor ein paar Jahren (wann war noch mal die EURO-Einführung?) für dieses schöne, aber eben hoffnungslos unmoderne Southern-Soul-Album bezahlt. Aber was hatte Eddie davon? Was? Ihr kennt Eddie nicht? Zimmerkumpel von Duane Allman (fast wäre er der Sänger der Allman Brosthers geworden!), Komponist ("Breakfast In Bed" hat er für Dusty Springfield geschrieben!), begnadeter Studiogitarrist (auf vielen Atlantic-Platten der 60er, die in den Muscle-Shoals-Studios aufgenommen wurden, u.a. bei Aretha Franklin, zu hören) und schwärzester der weißen Bluessänger, um da mal ein unsägliches Cliché zu benutzen. Leider hat es nie zu einererfolgreichen Solokarriere gereicht. 1995 verstarb er mit 51 Jahren nach einem Herzinfarkt.
The Temptations: "All Directions" (Motown, Juli 1972)
mehr über "All%20Directions" Eigentlich habe ich von den Motown-Gesangsgruppen ja keine Ahnung und höre so was auch eher selten, aber auf diesem Album befindet sich der Oberhammer: "Papa Was A Rolling Stone". FAST ZWÖLF MINUTEN Psychodelic-Shit der Extraklasse. Zwar steht das Album seit einem Zug durch die Grabbelkisten schon seit längerem in meinem Plattenregal, aber erst zwei Filme haben mich mal wieder zum Hinhören animiert: zum einen eine gestern und vorgestern auf SUPER-RTL gelaufene 2teilige Spielfilm-Dokumentation (ich schwöre: ich bin nur aus Versehen beim Zappen an diesen Sender geraten!!!), zum anderen habe ich beim Blättern im Booklet jetzt entdeckt, dass die kompletten Funk Brothers mit dabei waren!!!
(18.04.2006)
Songs Of Soil: "The Painted Trees Of Ghostwood" (V2/Startracks, Jan. 2001)
Die schwedische Band, die sich nach einem Johnny Cash Album benannt hat, macht - wie viele Schweden - sehr amerikanische Musik. Ich wusste rein gar nichts über die Band, als ich die CD mit dem hübschen Cover vor fast genau einem Jahr für schlappe 3 Oiro bei Karstadt in Essen entdeckte. Und erst jetzt, nachdem Christian Kjellvander, einer der beiden singenden & komponierenden Brüder, etwas bekannter wurde, habe ich das Album mal wieder herausgekramt und bin sehr angetan von dieser schönen Musik, auch wenn ich im Moment etwas übersättigt bin von melancholischen Skandinaviern und mir die meisten Norweger von Glitterhouse am A**** vorbeigehen.
(13.04.2006)
The Flaming Lips: "The Soft Bulletin" (Warner, Mai 1999)
Zwar kenne und schätze ich die Band schon seit ihrem 2. (oder 3.?) Album "In A Priest Driven Ambulance" von 1990, noch aus den "Independent-Zeiten", aber ich war eigentlich kein wirklicher Fan und habe die Alben danach nur noch gelegentlich und mit Verspätung aus Grabbelkisten gekauft. So fand z.B. "The Soft Bulletin" erst im Jahre 2002 für schlappe 9 Euro den Weg in mein CD-Regal, wo es nach ein-/zweimaligen Hören auch schnell Staub ansetzte. Im Moment ist die Band gerade groß in der Presse und ich habe die alte CD mal wieder herausgekramt und freue mich, da quasi etwa "Neues" zu entdecken, für das ich jetzt überhaupt nicht in den Plattenladen rennen muss! Wahrscheinlich kaufe ich mir sogar die neue neue CD ohne große Zeitverzögerung und hör mir im Plattenladen auch noch dieses eine neuere Album mit dem komischen japanischen Namen an. Nur von der 4fach-CD, für die man zum Hören auch 4 CD-Player braucht, die gleichzeitig zu starten sind, lass ich wohl auch weiterhin die Finger ...
(07.04.2006)
Embryo: "Apo-Calypso" (Schneeball/April 1978 * Disconforme, 1999)
Diese Platte habe ich ewig nicht mehr gehört - mindestens 25 Jahre, weil ich damals nur eine Kopie auf Tonband hatte - aber jetzt wieder entdeckt im 2nd-Hand-Laden. Es ist eines der "zugänglichsten" Embryoalben, es wird sogar mehrmals gesungen. Eigentlich sind Ethnosound, Jazzrock oder Krautrock nicht (bzw. nicht mehr) mein Ding, aber an dieses Album habe ich intensive Erinnerung - und es hat einfach ein paar schöne Songs (z.B. die zweite Nummer "Endless Feeling") und besteht eben nicht nur aus endlosen Jazzimprovisationen oder Weltmusik-Fusionen, für die Embryo und ihr vor allem ihren erfolgreicheren Ableger, die Dissidenten, später noch bekannter werden. Neben dem Gesang von Gitarrist Roman Bunka ist besonders das Vibraphon- und Marimbaspiel von Bandleader Christian Burchard zu erwähnen, der das Schlagzeugspiel auf dieser Platte Butze Fischer (vormals Missus Beastly) überlässt. Bei einer Nummer ist der indische Tablaspieler Trilok Gurtu dabei, den damals in Europa noch keiner kannte, bei einem Lied spielt Ex-Mitglied Edgar Hofmann eine wunderschöne Querflöte. Insgesamt muss man sagen: ausgezeichnete Kiffermusik, aber auch für "Naturstoned-Typen" wie Dich und mich bestens geeignet.
(18.03.2006)
Donny Hathaway: "Live" (Atlantic/Atco, 1972)

mehr über "Live" Diese CD ist nicht wirklich aus der Grabbelkiste, sondern einfach nur billig gewesen (<10€). Ich kannte den Soulsänger und Pianisten Donny Hathaway zwar dem Namen nach, hatte ihn aber immer in eine völlig falsche Ecke gestellt hatte: nämlich Teeniemusik, á la frühem Michael Jackson oder den Osmonds. Auf jedem Fall stieß ich auf seinen Namen beim Lesen der Besetzungsliste von "Breezy Stories" (1973) von Danny O'Keefe, einem meiner liebsten Singer/Songwriter, und wurde neugierig. Von wegen: "was macht denn dieser Teeniesänger hier?". Beim Stöbern stiess ich dann auf mehrere euphorische Plattenbesprechungen und habe als erstes bei diesem Livealbum zugegriffen: tolle Konzertatmosphäre (man hat das Gefühl, mittendrin in dem Club zu sein!), tolle Songs (Eigenes, aber auch Sachen von Marvin Gaye, Carole King und John Lennon), SUPERTOLLE Band (Willie Weeks am Bass ist der HAMMER!, Cornell Dupree und Mike Howard an den Gitarren), aber vor allem ist es der Klang des E-Pianos (Wurlitzer!), den ich so liebe. Erinnert mich deshalb an "One Trick Pony" von Paul Simon.
(27.02.2006)

Eddie Hinton: "Very Extremely Dangerous" (Capricorn, März 1978)
Extrem gefährliche Musik? Das wohl nicht - zumindest aus heutiger Sicht. Eher extrem bodenständiger Südstaaten-Blues/Soul/Country/Rock, wie er seit einigen Jahren wieder ein klein wenig populärer geworden ist, spätestens nach der Kompilation "Country Got Soul" (oder so ähnlich). Eddie Hinton ist ein Sänger, Gitarrist und Songschreiber aus der Liga von Tony Joe White und legte hiermit sein Debütalbum vor, nachdem er schon einige Jahre seine Songs und Gitarrenkünste in den Dienst anderer Kollegen gestellt hatte (u.a. Aretha Franklin). Hier wird er von einer der besten Rhythmsections, nämlich der aus den Muscle Shoals-Studios begleitet: Keyboarder Barry Beckett, Gitarrist Jimmy Johnson, Drummer Roger Hawkins und Bassist David Hood. Capricorn ging übrigenz kurz nach der Veröffentlichung dieses Albums pleite, obwohl sie mit den Allman Brothers doch eigentlich viel Geld verdient haben müssten, und aus der Solokarriere von Hinton wurde leider nichts ...
(29.01.2006)
Kevin Coyne: "Marjory Razor Blade" (Virgin, Sept. 1973)
Mein Grabbelkisten-Klassiker! Dieses Doppelalbum habe ich mir mal vor langen Jahren neuwertig für sage und schreibe 99 Pfennig gekauft - und jetzt noch mal als CD für ungeheure 9 Oiro. Virgin war damals übrigenz sowas wie ein "Independent-Label" und begann erst allmählich, dank Mike Oldfield und seinen "Tubular Bells", Geld zu verdienen. Da konnte man es sich offenbar leisten, so unkommerzielle Künstler wie Captain Beefheart und den englischen Poeten Kevin Coyne im Stall zu haben. Der bringt es nach diesem Solodebüt sogar noch auf weitere 7 Alben bei Virgin bis 1980. Neben "Matching Head And Feet" von 1975 (damals mit Andy Summers in der Begleitband!), das meine erste Coyne-Erwerbung war, ist mir dieses Doppelalbum aber immer am liebsten geblieben.
(28.01.2006)
Muddy Waters: "His Best 1947 - 1955" (MCA/Chess, 1997)
mehr über "His%20Best%201947%20-%201955" Weiß der Teufel, warum hier in letzter Zeit so viele Bluesplatten auftauchen! Auf jeden Fall ist diese zugegebenermaßen ziemlich hässliche Kompilation viel besser als ihr erster äußerer Eindruck: sie klingt gut, vor allem, wenn man das Alter der Aufnahmen berücksichtigt, zu jedem Lied stehen im recht ausführlichen Begleittext Besetzung, Original-Chess-Bestellnummer und Aufnahmedatum: eine absolute Ausnahme unter der Vielzahl der Billigsampler aus dem Bluesbereich. Eigentlich wollte ich mir die CD ja gar nicht kaufen, aber der Preis von etwa 5 Euro und eben diese detaillierten Infos zu den Liedern haben mich dann geködert. Nachdem ich jetzt auch noch den völlig überraschend guten Sound mitbekomme, bin ich restlos überzeugt. Ich behaupte mal, dass das die einzige Muddy Waters-CD ist, die ein Normalsterblicher- natürlich außerhalb der Spezialistenkreise - wirklich braucht!!! Nur "Got My Mojo Working" fehlt. Ist ja vielleicht neuer als 1955 oder älter als 1947!
(13.01.2006)
Little Walter: "Confessin' The Blues" (MCA/Chess, 1974)
mehr über "Confessin%27%20The%20Blues" Ich hatte mir schon seit längerem keine Bluesplatte gekauft, als ich neulich über diese CD gestolpert bin: aber "Little" Walter Jacobs (es gibt noch einen "Big" Walter Horton), den Meister der Bluesharp, kann ich eigentlich immer hören. Diese Kompilation, welche auf Vinyl "probably July/ August 1974" veröffentlicht wurde, wie der Covertext vermutet, enthält Aufnahmen von 1953 bis 1963, also bis kurz vor seinem gewaltsamen Tod im Jahr 1964. Da war er gerade mal 37 Jahre alt. Seine größten Hits ("Juke", "My Babe" und "Last Night") fehlen zwar, aber auch das vorhandene Liedmaterial ist durch die Bank erstklassig mit ausgezeichnetem Klang auf der CD.
(Okt. 2005)
Nada Surf: "Let Go" (Virgin/Labels, Okt. 2002)
mehr über "Let%20Go" Eine Entdeckung vom Halderner Open Air! Vor drei Jahren ging dieses (dritte?) Album des New Yorker Gitarrentrios noch gänzlich an mir vorbei - aber besser jetzt als gar nicht. Wunderschöner Gitarrenpop mit ein paar netten Haken und Ösen. Und vor allem klasse Melodien! Und das schönste Lied heißt auch noch "Blonde On Blonde", klingt aber nicht nach "His Bobness".
(14.10.2005)
Willard Grant Conspiracy: "Regard The End" (Glitterhouse, Mai 2003)
mehr über "Regard%20The%20End" Ich kannte das lose Kollektiv um den schwergewichtigen Singer/Songwriter Robert Fisher zwar bereits durch die eine oder andere CD, die an mich "herangetragen" wurde - und fand die Musik auch ganz schön. Allerdinx hat es nicht ausgereicht, um auf dieses bislang neueste Werk bei der Veröffentlichung vor nunmehr 2 Jahren neugierig zu werden. Jetzt aber habe ich bei Zweitausendeins in der Grabbelkiste zugegriffen und kann Euch auch dieses Album nur wärmstens weiterempfehlen! Im Vergleich zu älteren CDs muss man jetzt sogar neben dem schon immer stimmigen Songwriting auch eine vorzügliche, zumeist akustisch gehaltene Instrumentierung bescheinigen. Das gefällt mir sogar deutlich besser, als bei so manch anderem angeblichen "Glitterhouse-Highligh"t, das ich mir frisch gekauft habe und dann doch irgendwie enttäuscht war: Zuletzt galt das für "Luxury Of Sin" von Leslie Woods und sogar für das letzte "Meisterwerk" von Savoy Grand. Beide stehen in meinem Plattenregal - und sind auch nicht wirklich schlecht - nur begeistern sie mich leider nicht und haben deshalb auch nicht den Weg auf meine Seite für aktuelle Plattentipps gefunden. Da trifft Robert Fisher doch etwas eher meinen Geschmack, obwohl er sich auf ähnlichem Terrain bewegt, aber eben nicht so düster wie Leslie Woods und nicht gaaaaaaanz soooooooo laaaaaaaangsaaaaaaam wie Savoy Grand.
Ach ja: aufgenommen wurde in Slowenien bei und mit Chris Eckman von den Walkabouts und mitgespielt haben mehrere Musiker, die auch auf dem wunderschönen neuen Album von Danny George Wilson zu hören sind, erwähnenswert vor allem Gitarrist Simon Alpin, der auch beide CDs (mit-)produziert hat.
(25.08.2005)
Dr. John: "The Sun, Moon & Herbs" (Atco, Sept. 1971)
mehr über "The%20Sun%2C%20Moon%20%26%20Herbs" Ich bin jetzt kein Kenner, aber das ist ungefähr das viert/fünfte offizielle Album des genial/verrücktern Pianospielers aus New Orleans. Angeblich nicht so gut wie das geniale Debüt "Gris-Gris" von 1968, was wohl stimmt, aber doch gut in diesen Zusammenhang passend. Und irgendwo auf der Platte sollen sogar Eric Clapton und Mick Jagger zu hören sein, allerdinx schweigt sich mein CD-Heft dazu aus. Stattdessen werden die recht wirren und zum Teil wohl erst im Studio improvisierten Texte komplett abgedruckt, was recht witzig zu lesen ist, besonders das geflüsterte Gespräch zwischen Dr. John und einer seiner Sängerinnen bei "Zu Zu Mamou".
Auf den folgenden Alben wurde der "Voodoo-Anteil" deutlich zurückgeschraubt und wieder "normalere" Musik gespielt. Aber auch dabei entstanden tolle Sachen: ich mag besonders "In The Right Place" von 1972/73.
(20.08.2005)
Rick Nelson & The Stone Canyon Band: "Windfall" (MCA, Febr. 1974)
mehr über "Windfall" Soweit ich weiß ist Windfall eine der letzten Album des Ex-Teeniestars Ricky Nelson, der Mitte der 80er bei einem Flugzeugabsturz um's Leben kam. Anfang der 50er trat er als kleiner Bub bereits mit seinen Eltern in einer Fernsehshow auf und wurde mit 16 erfolgreicher Rockabillysänger mit Hits wie "Hello Mary Lou". Zwar wurde er als "Schönling" nie ganz für voll genommen, hatte aber musikalisch durchaus Einiges zu bieten: Während Elvis Presley dabei zunächst auf den Gitarristen Scotty Moore setzte, fand Ricky Nelson Unterstützung in James Burton. Anfang der 60er war er der größte Konkurrent von Elvis, aber als "Erwachsener" (jetzt ohne das "Y" im Vornamen) und mit Beginn der "British Invasion" durch Beatles und Rolling Stones blieben die Hits aus. Stattdessen spielte er eine ganze Reihe ausgezeichneter Countryalben ein. Er wird sogar gelegentlich als einer der Urväter des Countryrocks - noch vor Gram Parsons- bezeichnet. Das kann ich leider nicht überprüfen, denn Windfall stammt aus der Mitte der 70er, als Rick Nelson wohl völlig "unhipp" war (und James Burton inzwischen sein Geld bei Elvis Presley und Gram Parsons verdiente!).
Ach ja die Musik: wunderschöner, vielleicht ein ganz klein wenig zu glatter Countryrock mit einer ausgezeichneten Begleitband (besonders hervorzuheben ist Pedalsteeler Tom Brumley). Musikalisch keinesfalls schlechter als die Eagles. Vom Songmaterial (meist eigenes Material von Nelson und Bassist J. DeWitt White und Gitarrist Dennis Larden) her zwar nicht in der Gram-Parsons-Liga, aber das macht eigentlich nix, denn das geht ja vielen so.
(25.07.2005)
Robert Palmer: "Sneakin' Sally Thru The Alley" (Island, Sept. 1974)
mehr über "Sneakin%27%20Sally%20Thru%20The%20Alley" Dieser Tipp ist jetzt vielleicht nicht besonders hip - und ich war auch nie ein Fan von dem Mann, der ja scheinbar in allen Stilen von Populärmusik zu Hause ist. Aber vergangene Woche war ich zu Besuch bei meinem guten Freund und "musikalischem Bruder im Geiste" Wulf in Freiburg. Natürlich sind wir wieder losgezogen, um in Plattenläden zu stöbern. Irgendwie kam die Rede dabei auf Mr. Palmer und ich zog dieses - zumindest oberflächlich - wohlbekannte Album aus dem Ständer für gebrauchte CDs. In der Titelliste fielen mir dann "Sailin' Shoes" von Little Feat und sogar eine Zusammenarbeit von Palmer und Lowell George auf. Beim Anhören wurde klar, dass die Slidegitarre auf dem Titelsong natürlich ebenfalls nur von Lowell George persönlich stammen musste. Das Booklet sagt zwar nichts aus zu den Begleitmusikern, aber es handelt sich um die Meters aus New Orleans. Je öfter ich das Album im Moment höre, desto begeisterter bin ich von diesem relaxten Funkrock, irgendwo zwischen - welch Wunder - den oben genannten Bands angesiedelt. Es ist doch schön, dass es manchmal Perlen in scheinbar leer gefischten Gewässern zu finden gibt!
(24.07.2005)
The Strokes: "Is This It" (Rough Trade/RCA, August 2001)
mehr über "Is%20This%20It" Tja ... viel kann ich dazu immer noch nicht sagen. Als die Platte neu und der (oder das) "Hype" noch voll im Gange war, hatte ich sie mir im Plattenladen (natürlich) angehört und war etwas ratlos: keine Songs, die mir direkt in's Ohr sprangen und - vor allem - ein SCHEISS SOUND unter dem Kopfhörer! Und auf keinen Fall so gut wie ihre New Yorker Vorbilder von Velvet Underground und Television. Getreu meiner Devise, dass man eine Platte nicht hören und auch mögen muss, nur weil sie gerade angesagt ist und weil es einfach zu viele gute andere Musik gibt, habe ich das Album erstmal wieder weggestellt. Auch ohne tiefere Einblicke in ein "epochales Meisterwerk", für das es viele Leute halten, habe ich die letzten vier Jahre ganz gut überstanden.
Und jetzt wurde also auch dieses Meisterwerk auf Rudi's Resterampe angeboten - und ich habe in einem schwachen (und wegen des geringen Preises schmerzlosen) Moment zugegriffen.
Fazit: die Platte ist "gar nicht so schlecht" und hat ein paar wirklich schöne Lieder. Und der "Scheissound" (man sagt ja auch "Garagensound") hat durchaus seine guten Seiten. Aber ein Meisterwerk? Ich weiß nicht.... Da haben mir die Libertines besser gefallen.
Noch was zum Cover: links die gelungene englisch Version, rechts die entschärfte US-Version. Weitere Kommentare sind ja wohl überflüssig.
(11.07.2005)
Nico: "The End" (Island, Okt. 1974)
mehr über "The%20End" Komisch - irgendwie war diese Platte von Nico auf meinem Radar noch nie aufgetaucht. Und als ich die CD jetzt vor wenigen Tagen auf meinen immer größer werdenden Stapel von Billig-CDs packte die ich unter großer körperlicher (Bücken!) und geistiger (was für Schrott es alles gibt! Warum landen Fairport Convention-Reissue-CDs und auch die neue Loretta Lynn jetzt schon im Ausschuss?) Qualen aus der großen Kiste gezogen hatte, war schnell klar, dass das Album nicht wieder "zurück in den Teich" geworfen würde!
Kurz was zur Musik? Nico singt und spielt auf ihrem berühmten Harmonium und macht das gar nicht mal so schlecht. Für das musikalische Umfeld ist John Cale (zusammen mit Nico bei Velvet Underground) als Produzent und Musiker verantwortlich, der bis auf E-Gitarre (Phil Manzanera von Roxy Music!), Synthesizer (Eno!!!) und Schlagzeug (gibt's hier gar nicht!) alle restlichen Instrumente bedient. Fast durchweg eigenes Material von Frau Päffgen, das durchaus gelungen ist, sowie zwei "Coverversionen": "The End" von den Doors hatte sie ja schon mal im Sommer 1974 auf der Live-Platte "June 1, 1974" (zusammen mit Cale, Eno und Kevin Ayers) präsentiert. Diese Studioversion eines eigentlich "nichtnachspielbaren" Liedes muss eindeutig als gelungen bezeichnet werden. Am Ende folgt dann die komplette deutsche Nationalhymne mit allen vier Strophen. Unironisch. Unpatriotisch. Verwirrend. Befremdend. Beklemmend.
Ein Fazit? "Chelsea Girl" bleibt meine Lieblingsplatte von Nico, aber "The End " gefällt mir doch viel besser als ihre experimentellen Sachen davor und danach!
(11.07.2005)
Cream: "Disraeli Gears" (Polydor, Nov. 1967)

mehr über "Disraeli%20Gears" Neulich hat mir mal wieder ein Surfer zum Vorwurf gemacht, dass unter meinen Lieblinxplatten nichts von Cream dabei ist: das wäre ja wohl unverzeihlich! Das sehe ich zwar nicht so, aber als ich heute mal wieder einen CD-Wühltisch in Angriff genommen habe, waren dort auch "Disraeli Gears" uind "Fresh Cream" zu finden. Ich hab mir den Vorwurf also zu Herzen (bzw. zur Geldbörse) genommen und mir für den Preis einer Pizza Funghi davon das Album mit dem schöneren Cover ausgesucht. Und bald sag ich Euch, was ich davon halte...
(09.07.2005)

Gute Platte. Irgendwie richtig und wichtig, sie endlich mal gehört zu haben. Aber weiterhin keine echte Lieblinxplatte...
(11.07.2005)

Julie Driscoll, Brian Auger & Trinity: "Streetnoise" (Polydor, 1969)
mehr über "Streetnoise" Ich bin nicht direkt ein Kenner des Werks der Sängerin und des Organisten, aber dies scheint ihr bestes Werk zu sein. Enthält ein paar richtig gute Coverversionen, z.B. "Light my Fire" von den Doors, "Indian Rope Man" von Richie Havens und "Save The Country" von Laura Nyro, wobei mir besonders gut "Flesh Failures" aus dem damals aktuellen Musical Hair gefällt. Ihr wisst schon: "Let The Sunshine...". Das mag Euch jetzt vielleicht ein bisschen überraschen, denn ich habe mit Musicals ansonsten nix am Hut, aber diese Nummer groovt wie Hölle und Mrs. Driscoll singt einfach göttlich. Außerdem ist das hier ein Doppelalbum auf einer einzigen Nice-Price-CD, somit also im besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis!
(15.05.2005)
Streetwalkers: "Red Card" (Vertigo, Mai 1976)

Diese Platte muss ich mal vor langen, langen Jahren auf Kassette gehabt haben, denn als ich sie mir gestern bei Bernd im Duisburger Second-Hand-Plattenladen "Far Out" angehört habe, konnte ich fast alle Lieder noch mitsingen (na ja - eher ganz leise mitsummen: ich wollte niemanden stören). Warum ich sie mir letztendlich angehört habe, weiß ich auch nicht mehr so genau, denn Roger Chapman, um den es sich hier ja handelt, gehört eigentlich nicht (mehr) zu meinen Favoriten. Während Chapman und Gitarrist Charlie Whitney mich bei ihrer alten Band Family nie wirklich überzeugt haben ("Music In A Doll's House" finde ich zwar ganz OK, ansonsten ging die Musik aber spurlos an mir vorbei), verbinde ich mit den Streetwalkers dagegen gute Erinnerungen an mindestens 2 schöne Rockpalast-Konzerte, bei denen mir vor allem der beeindruckende Wechselgesang zwischen Chapman und dem zweiten Sänger/Gitarristen Bob Tench gut in Erinnerung geblieben ist.
(15.05.2005)

Amon Düül II: "Carnival In Babylon" (United Artists, 1972)
Ich bin damals eigentlich kein großer Fan der Band gewesen, wobei man sagen muss, dass ich zu den Glanzzeiten von Deutschlands Krautrockpionieren ja auch erst zehn Jahre alt war. Und in meiner (Gott sei dank recht kurzen) Krautrockphase als Teenie hatte es dann weder bei Can, den Düüls oder ähnlichen Truppen bei mir "geklingelt". Erst in späteren Jahren stieß ich dann doch noch auf ihre Klassiker wie "Yeti" und "Phallus Dei" und komme damit inzwischen ganz gut klar, wenn ich auch nicht zum echten "Fan" geworden bin. Auch der Dämpfer mit dem schlappen Weihnachtsauftritt 2004 im Rockpalast mit einer gesanglich indisponierten Renate Knaup-Krötenschwanz und einer schlappen Band hat mich nicht davon abgehalten, mir jetzt dieses unbekanntere Album aus der Grabbelkiste zu ziehen, auf dem die Düüls nicht nur mit schrägen Ideen daher kommen (für die sie die harten Fans lieben!), sondern auch noch musikalisch gut beieinander sind (was die Hardcore-Fans scheinbar gar nicht so gerne haben!). Immerhin stammt es aus dem Jahr 1972, von dem einige von euch ja inzwischen wissen, dass ich es als eine recht gutes Jahr der Rockmusik halte, in dem auch viele ansonsten schwächere Bands gute Alben zustande gebracht haben. Ausschlaggebend für mich, um die Platte hier jetzt zu präsentieren, ist aber letztendlich ein einzelnes Lied: auf "All The Years 'Round" singt die oft (und zu recht) gescholtene Renate K.-K. ganz wunderbar!
(24.04.2005)
The Association: "Waterbeds In Trinidad!" (Columbia, 1972)
mehr über "Waterbeds%20In%20Trinidad" Von dieser Truppe hatte ich bislang noch nie was gehört - dabei hatten die Burschen in den 60ern eine ganze Latte von Hitsingles - aber irgendwie gelten sie eher als Pop-Leichtgewichte, vielleicht ähnlich wie die Hollies. Und zeitgleich mit den Hollies fängt man dann in den frühen 70ern an etwas "erwachsener" zu musizieren. Bei den Hollies entstand 1971 "Distant Light", das einzige Album , dass ich von ihnen besitze. Weitere Gemeinsamkeiten? Hitsingles blieben aus (na ja- die Hollies hatten "Long Cool Woman"). Beide Bands haben ihre Stärke im Gesang - bei der Association hat mich beim ersten Durchhören vor allem dieser wunderschöne und warme Satzgesang überzeugt. Beide Bands haben auch Ähnlichkeiten in den Arrangements und der Instrumentierung: viel Akustikgitarren, Dobro, Piano und Orgel. Balsam für meine Ohren.
Beim All Music Guide habe ich mich auch erstmal schlau gemacht über die Band und muss dabei (nicht wirklich überraschend) feststellen, dass das Album dort schwächer als seine wohl kommerzielleren Vorgänger eingeschätzt wird. Den Hollies ging's genauso. Auch "Holland", mein Lieblingsalbum der Beach Boys, stammt aus jener Zeit (Januar 1973) und schneidet in Polls meistens nicht so gut ab. Und hatte ebenfalls keine Hitsingle. So What!
(04.04.2005)
Charlie Musselwhite: "Tennessee Woman" (Vanguard, 1969)
mehr über "Tennessee%20Woman" Gerade frisch für € 2,95 bei Zweitausendeins aus der Grabbelkiste geholt! Ich bin zwar nicht mehr so sehr in dem "Bluesding" wie noch vor einigen Jahren, muss aber trotzdem feststellen: ein wirklich großartiges Album! Songs, Zusammenspiel, Klangqualität, Musselwhite's Stimme und Harmonika - alles große Klasse! Und dann dieses coole Coverfoto!
Musselwhite ist definitiv einer der besten weißen Bluesharpspieler! Wobei dieser "rassistische Ansatz" eigentlich total bescheuert ist, denn er meint ja unterschwellig: zwar gut für einen "Weißen", aber wohl doch nicht so gut wie ein "Schwarzer". Übrigenz wusste ich früher überhaupt nicht, dass Musselwhite ein "Weißer" ist - große Überraschung als ich ihn dann mal auf Fotos sah!
(03.10.2003)
Michels: "Full Moon California Sunset" (Pastels, 1977)
mehr über "Full%20Moon%20California%20Sunset" An dieses Album habe ich lange mehr gedacht und es auch lange nicht mehr gehört: 1976 geht ein mehr oder weniger bekannter Hamburger Sänger/Songschreiber Wolfgang Michels nach dem Ende seiner ebenfalls mehr oder weniger bekannten Band Percewood's Onagram und mitten im ersten Punkrock-Trubel nach San Francisco und nimmt dort einen Klassiker des Westcoast-Singer/Songwriter-Folkrocks auf!
Das Album habe ich mir mal irgendwann Ende der 70er für DM 2,95 (das Preisschild klebt immer noch drauf!) aus einer Grabbelkiste gezogen, angehört, aber wohl schnell im Regal verschwinden lassen. Zu der Zeit war das dann wohl nicht so ganz mein Geschmack. Heute morgen beim Frühstück habe ich die Platte nach langer Zeit mal wieder aufgelegt und muss sagen: wunderschön! (Asche auf mein Haupt für die bisherige Ignoranz!). Zwar halte ich Wolfgang Michels nicht für den allerbesten Sänger, aber alle Songs sind mit Herzblut gesungen, haben wunderbare Melodien, Texte und Arrangements. Von den (zumindest mir) unbekannten amerikanischen Begleitmusikern fallen besonders der Mundharmonikaspieler David Lewis Berger und der Mann am Fender-Rhodes-Piano auf.
(25.09.2003)
Loretta: "Swimming Pool" (Naïv, Okt. 2001)
mehr über "Swimming%20Pool" Americana aus Stuttgart! Eine tolle Band, von der man kaum was mitbekommt und die schon mehrere Alben veröffentlich haben soll, die aber scheinbar alle schnell in den Grabbelkisten landen!
(2002)
Loretta: "Goodbye" (Naïv, Juli 2000)
mehr über "Goodbye" Americana aus Stuttgart! Eine tolle Band, von der man kaum was mitbekommt und die schon mehrere Alben veröffentlich haben soll, die aber scheinbar alle schnell in den Grabbelkisten landen!
(2002)