Michaels aktuelle Plattentipps
Drei Labels haben im Moment mit ihren geschmackvollen Produktionen
meine besondere Aufmerksamkeit: da wäre erst einmal das neue Label
Souterrain Transmissions aus Berlin, das mich auf drei mir bisher
unbekannte amerikanische Künstler bzw. Bands brachte (Laura
Gibson, Ramona Falls und Musée
Méchanique), dazu Bella Union aus England, das Label
der ehemaligen Cocteau Twins-Musiker Robin Guthrie und
Simon Raymonde, das sich in Europa um Künstler wie Laura
Veirs, Midlake, Fionn
Regan und John Grant kümmert, sowie
Constellation aus Montreal, Kanada: Heimat der wunderbaren Band
Silver Mt. Zion und verwandter Künstler
wie Vic Chesnutt und Sando
Perri. Auch die Tindersticks
sind - zumindest für Nordamerika - dort unter Vertrag.
(21.03.2010)
Wer hier ein paar aktuelle Tipps vermisst (z.B. Motorpsycho
oder Laura Veirs, sollte mal auf
der neuen Jahresseite 2010 nachschauen ...
(07.03.2010)
Der achte Januar ist fast immer ein guter Tag: früher, bei den
"Rusty
Nails Mark II", also von Mitte der 80er bis in die 90er, sagte
ich gerne auf Konzerten: der Tag an dem die "drei berühmten
B des Rock'n'Roll" Geburtstag haben: Klaus Baumgart,
David Bowie und Elvis Bresley. Am Freitag, dem 08.01.2010
war morgens das neue Album von Laura Veirs in der
Post und hat mich sofort verzückt. Und am Abend bin ich bei Klaus
...
P.S.: ich feiere übrigenz selber immer zusammmen mit Wolfgang
Nideggen und Norah Jones ...
(08.01.2010)
Alles Gute aus 2009 findet Ihr jetzt auf der Seite
für 2009, auch dann, wenn es noch ziemlich frisch ist, wie
zum Beispiel The Swell Season,
Norah Jones oder Os
Mutantes, Brasiliens Beste. Ganz frisch in meinem CD-Player steckt
auch das Album der Mutton Birds aus Neuseeland,
obwohl es auch schon deutlich mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat.
(01.01.2010)
| Hawkwind: "Blood Of The Earth" (Eastworld, Juni 2010) |
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Einziges Urmitglied der Band ist natürlich der Gitarrist Dave Brock, dem aber Schlagzeuger Richard Chadwick immerhin schon ca. 20 Jahre zur Seite steht (mindestens seit dem 1990er Album "Space Bandits"). Keyboarder Tim Blake war immer mal wieder in der Band und wieder weg, während am Bass ein gewisser Mr. Dibs neu dabei ist. Seit längerem gibt es mit Niall Hone sogar einen zweiten Gitarrenspieler neben bzw. vor Captain Brock. Da Hawkwind in den letzten Jahren oft als Trio zu hören waren, bei dem gelegentliche Keyboardeinlagen von allen Beteiligten kamen und Captain Brock sich selber nur selten mit einem Gitarrensolo hervorgetan hatte, läßt sich also über den neuen Hawkwindsound sagen: im Prinzip so wie immer (das ist gut so!), aber mit etwas mehr Gitarre und ausgereiften Keyboardklängen (auch kein Nachteil!). Trotz aller Kritik ist das kein schlechtes Album, denn welche Band
kann schon von sich sagen, nach 40 Jahren im Geschäft immer
noch kreativ zu sein? Ist das Album so gut wie die Klassiker? Sicherlich
nicht - aber das war eigentlich auch nicht zu erwarten. Ist es das
beste Album seit xxx Jahren? Kann ich nicht beurteilen,
weil ich mich im Spätwerk der Band nicht so gut auskenne wie
im Frühwerk - aber eigentlich ist mir das auch ziemlich egal. |
| Fit & Limo: "Astralis" (September Gurls, Juni 2007) |
Und nochmal meine Lieblinxfranken. Diese Aufnahmen aus der Zeit von
April 2005 bis März 2006 sind wohl die letzte gemeinsame Arbeit
des Duos nach immerhin 25 gemeinsamen Jahren (erste Kassettenveröffentlichungen
gehen bis in die frühen 80er zurück!). Diesesmal wieder
ohne Gäste und gut wie immer.(13.07.2010) |
| Andromeda Mega Express Orchestra: "Take Off!" (Alien Transitor, Mai 2009) |
Das
2oköpfiges Orchester aus Berlin, das erstmalig 2007 durch seine
Zusammenarbeit mit der Band The Notwist auf sich aufmerksam
machte, spielt auf der Debüt-LP (mit Riesenposter!) eine Musik,
die weder Klassik, Jazz, Rock noch Filmusik ist - oder vielleicht
all das gleichzeitig.Verantwortlich dafür als Komponist , Arrangeur und Holzbläser (Tenorsax, normale und Bassklarinette) ist der noch recht junge (25?) Daniel Glatzel. (13.07.2010) |
| GuruManiAx: "Psy Valley Hill" (bureau b., Juni 2010) |
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Vielleicht doch noch eine klitzekleine kritische Bemerkung: Während
die Musik von GuruManiAx auf höchstem Niveau ist, fallen
künstlerische Qualität der Covergestaltung zusammen mit
dem Titel der CD deutlich ab. Was bedeutet "Psy Valley
Hill" - ausser dass einer der instrumentalen Songs
bereits so heisst? Fängt sich hier eine neue Tradition an:
"geniale Musiker schlampen bei der optischen und textlichen
Präsentation ihrer Werke". Schliesslich heisst
das letzte Guru Guru-Album von 2008 ja auch schon "Psy"
und hat ebenfalls kein besonders schönes Cover. Da lobe ich
mir doch im Moment die Arbeiten von Stefan Lienemann und
seinen zahlreichen Projekten (Shiny
Gnomes, Fit & Limo, Temple
Of L.I.B., St. Stephen) oder alle Veröffentlichungen
vom kanadischen Constellation, wo Verpackung
und Inhalt auf allerhöchstem Niveau sind. |
| Blitzen Trapper: "Destroyer Of The Void" (Sub Pop, Juni 2010) |
Auch das neue Werk von Blitzen Trapper kommt in der unschlagbaren
Kombination Doppel-Vinyl mit MP3s. Der erste Höreindruck ist
ziemlich vielversprechend! Später mehr dazu.(09.07.2010) |
| Crowded House: "Intriguer" (Universal, Juni 2010) |
Crowded House gehören zu den wenigen "Altstars", deren
neue Alben ich mir auch im Hier & Jetzt noch ungehört kaufen
würde - und es auch diesesmal wieder getan habe. Wie immer wurde
ich nicht enttäuscht.Der erste Höreindruck: eine gute, altmodisch analoge Produktion mit einem perfekten Klang, der mir sofort gefällt. "Hits" sind nicht sofort zu erkennen, aber ich bin sicher, dass das Alben bei jedem Hördurchgang "wachsen" wird. Deshalb später vielleicht mehr ... (05.07.2010) |
| Blitzen Trapper: "Furr" (Sub Pop, Sept. 2008) |
Die Band aus Portland, Oregon, ist eine Zufallsentdeckung von der
Webseite der Daytrotter-Sessions.
Gerade erscheint auch ein neues Album, das auch bereits bestellt ist
und hier bald vorgestellt wird. Weil es aber "Furr" schliesslich
als LP mit Download-Gutschein für MP3s gibt, war es klar, an
welcher Stelle mein Einstieg in den "Blitzen Trapper-Kosmos"
erfolgen würde. Erster Höreindruck: die Band spielt sehr kompetent, was nicht immer so selbstverständlich ist in der Singer/Songwriter-Szene des US-amerikanischen Nordwestens, aber andererseits für mich auch in der Regel nebensächlich ist. Blitzen Trapper können ROCKEN und sensiblen Freak-Folk gleichermaßen gut rüberbringen. Von zentraler Bedeutung sind für mich die ausgezeichneten Lieder des Sängers Eric Earley, unter denen besonders die folkige Mörderballade "Black Killer River" herausragt, aber auch der Rest ist vielversprechend. (05.07.2010) |
| "The Jayhawks" (Bunkhouse, 1986 * Lost Highway, Mai 2010) |
Lost & Found!(04.07.2010) |
| Teenage Fanclub: "Shadows" (PeMa, Juni 2010) |
Diese schottische Gitarrenband gibt es schon über 20 Jahre -
eine gefühlte Ewigkeit. Mit "Bandwagoneque"
von 1992 standen sie zu Grungezeiten mal vor dem großen Durchbruch,
der aber nie erfolgte. Nach Zeiten bei großen Plattenfirmen
(Geffen in den USA und Sony in Europa) kochen sie inzwischen auf eigenem
Minilabel ihr eigenes Süppchen. Meine letzte Anschaffung war
"Songs From Northern Britain" von 1997, danach hatte ich
die Band aus den Augen verloren. Warum ich mir jetzt das neue Album gekauft habe, das weiss ich auch nicht so genau: ich hielt im Laden die Platte in der Hand und konnte sie noch nicht mal anhören, weil die CD-Version gerade nicht vorrätig war und Platten nicht angespielt werden. Und obwohl das Cover nicht besonders schön ist hatte ich trotzdem ein gutes Gefühl und habe die Vinylausgabe schliesslich ungehört gekauft. Gerade lief die Platte zu Hause bei mir und ich bin mit meiner spontanen Entscheidung sehr zufrieden! (27.06.2010) |
| Tift Merritt: "See You On The Moon" (Universal/Fantasy, Mai 2010) |
Schon seit einigen Jahren bringt Tift Merritt mehr oder weniger
regelmäßig gute Alben heraus. Das Debüt "Bramble
Rose" von 2002 fand ich besonders schön, danach hatte
ich sie ein wenig aus den Augen verloren. Jetzt haben mich zwei Dinge
zurückgebracht: zum einen das schlichte und doch so wunderschöne
Cover. Zum anderen der Name des Produzenten, Tucker Martine,
der auf diesen Seiten für seine Arbeiten mit Laura
Veirs, Laura Gibson, Tara
Jane O´Neil, Ramona Falls
und Musée Méchanique
ja schon mehrfach gewürdigt wurde. Aus der - nicht unbedingt
offensichtlichen - Kombination der Talente von Tucker und Tift entstand
vielleicht das beste Album von Tift Merritt. Auf jeden Fall das beste
seit dem Debüt "Bramble Rose".(27.06.2010) |
| Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band: "13 Blues For Thirteen Moons" (Constellation, März 2008) |
Meine nächste - die bereits fünfte - Erwerbung von dieser
fantastischen Band ist ein Doppelalbum mit nur 4 jeweils viertelstündigen
Liedern, die für mich schon nach dem ersten Höreindruck
zum Besten der Band gehören. Natürlich habe ich mir die
Vinylversion zugelegt, aber ein kleiner Witz kommt auf diesem Medium
leider nicht richtig zum Tragen: die vier Titel haben die Nummern
13 bis 16 und werden auf der CD von zwölf ultrakurzen Geräuschtracks
eingeleitet, die auf der Vinylversion zu fehlen scheinen.Der Bandname deutet wohl wieder kryptisch auf Besetzung hin: 2x Gitarre, Bass, Schlagzeug, 2x Violine und Cello. Der grosse Chor von "This Is Our Punkrock ..." blieb zu Hause, und bereits beim Nachfolger "Kollaps Tradixionales" schrumpft das Septett durch Abgang von Cello und zweiter Gitarre sogar wieder zum Quintett, weshalb dann wohl auch das "Tra-La-La Band" aus dem Namen verschwinden wird. Warum hier allerdings der Artikel "The" durch die alterenglische Form "Thee" ersetzt wurde erschließt sich mir nicht, was aber nicht weiter wichtig ist. Solch kleine Geheimnisse sollen ruhig bleiben und machen diese Band nochinteressanter. (27.06.2010) |
| Great Lake Swimmers: ""The Legion Sessions" (Nettwerk, April 2010) |
Sinn & Zweck dieses Albums sind mir zwar nicht so ganz klar, denn
in knapp über 30 Minuten wurden für diese äußerst
günstigen EP 9 Lieder vom letztjährigen Album "Lost
Channels" live und akustisch im Studio neu eingespielt.
"Unplugged" kann man aber nicht sagen, denn der
Stecker war bei dieser kanadischen Band um den Singer/Songwriter Tom
Dekker ja nie wirklich eingestöpselt. Wegen des kleinen Preises
(unter 7 Oiros!) soll das jetzt auch mal nicht weiter hinterfragt
werden. Vielleicht gibt es ja ein Video von der Session? Die auf dem
Cover zu erkennende Location macht da irgendwie neugierig.(27.06.2010) |
| Susan Cowsill: "Lighthouse" (Blue Rose, April 2010) |
|
Schluß mit diesem Gesellschaftstratsch und zurück zur
Musik, die sicherlich nicht sonderlich innovativ oder spektakulär
ist, aber doch eine gelungene Version von etwas ist, das man vor
wenigen Jahren noch ungestraft "Americana" nennen durfte.
"Lighthouse" kann man weitestgehend als Bandalbum bezeichnen,
denn auf den meisten Titeln sind die gleichen, mir zwar unbekannten
Musiker zu hören, die höchstwahrscheinlich zur Liveband
gehören. Einen Gastauftritt hat Jackson Browne als Duettpartner,
bei einem Lied sind drei Cowsill-Brüder und Schwägerin
Vikki im Chor zu hören. Einen weiteren schönen Nebeneffekt
hat das Album auch noch: ich hatte die wunderbaren Continental
Drifters fast vergessen und muss da unbedingt mal wieder in
die alten Platten reinhören! |
| Fit & Limo: "Terra Incognita " (September Gurls, Nov. 2004) |
Bereits mein drittes Vinyl der beiden innerhalb weniger Wochen. Auf
"Terry Incognita" werden Mrs. Fit und Limo
erstmals von Gästen untersützt. Bernd Witthüser
von den legendären "Freakfolk-Veteranen" Witthüser
& Westrupp singt nochmals sein eigentlich wunderschönes
Lied "Lasst Uns Auf Die Reise Gehn" und bildet dabei den
einzigen Schwachpunkt des Albums. Mein Kumpel Wulf aus dem
Schwarzwald hatte wohl recht, als er sich vor einiger Zeit über
meine neue Begeisterung für die alten Platten von Witthüser
& Westrupp wunderte, weil er Bernd Witthüser vor
einiger Zeit bei einem ziemlich schwachen Auftritt beim Herzberg-Festival
gesehen hatte. Meine eigene YouTube-Recherche hat das jetzt bestätigt:
der Typ macht einen leicht durchgeknallten Eindruck, was mich aber
überhaupt nicht stört: besser sowas, als jetzt Chef bei
der GEMA zu sein, wie der alte Embryo-Bassist
Jörg Evers. Was mir aber überhaupt nicht gefällt
ist, dass er weder stimmlich noch gitarrentechnisch auch nur ansatzweise
an die alten Zeiten anknüpft. Um hier noch weiter abzuschweifen:
der perfekte Althippie in heutiger Zeit stellt wohl Evers alter Bandkumpel
Christian Burchardt dar: immer noch der Hippie im Herzen und
im Outfit, aber musikalisch absolut im Hier & Jetzt.Egal. Zurück zur Platte, denn die weiteren Gäste sind musikalisch viel interessanter und mir bislang völlig unbekannt: das amerikanische Duo Black Forest / Black Sea, bestehend aus Cellistin Miriam Goldberg und Gitarrist Jeffrey Alexander, deren eigene Musik mich neugierig gemacht hat, der Banjospieler Timothy Renner, der unter zahlreichen Projektnamen eine obskure Platte nach der anderen herausbringt, sowie Steffi und Peter Wolf, die ich nicht kenne. Vielleicht sind das ja Nachbarn der Lienemanns aus Altdorf in Franken. Musikalisch bleibt sich das Duo Fit & Limo treu, hat aber wohl ein paar weitere Instrumente erworben, denn es werden intensiv eine Harfe, alte Synthesizer, ein Mellotron und sogar ein Chamberlin, der US-Amerikanische Vorläufer des englischen Mellotrons, eingesetzt. (24.06.2010) |
| St. Stephen: "Behold" (Micropal, April 2009) |
Auch hinter St. Stephen steckt Stefan Lienemann, den
vielleicht nicht die ganze Welt, aber Freunde psychedelischer Rock-
und Folkmusik unter seinem "Künstlernamen" Limo
als Sänger der Shiny Gnomes
oder im Duo mit seine Frau als Fit & Limo
kennen. Das Projekt "St. Stephen" liegt irgendwie dazwischen:
mit einer richtigen Band um den Nürnberger Kollegen Zattl
von When Skipjack Tripped
im Studio, sodass Limo sich selber auf "nur" 9 verschiedene
selbstgespielte Instrumente beschränkt und einem deutlich akustischeren
Gesamtklang als bei den Shiny
Gnomes, aber insgesamt doch mehr "Rock"
als bei Fit & Limo und Temple
Of L.I.B.. Zwei Lieder mit Carter Cain von Missouri
an der Pedal Steel klingen sogar fast so sonnig wie Countryrock von
der amerikanischen Westküste. Nach dem ersten Höreindruck
ist "Behold" das Eingängigste, was ich seit der Hochphase
der Shiny Gnomes von ihm
gehört habe. Ich schreibe bewußt "eingängig"
und nicht "kommerziell", denn das ist alles wunderschön
und wird sicherlich trotzalledem kein Verkaufsschlager, was ich (und
vermutlich Limo selber) auch gar nicht will. Oder zumindest
nicht anstrebt.(20.06.2010) |
| Temple Of L.I.B.: "My Name Is Magic" (September Gurls, April 2010) |
Manchmal hat das Entdecken einer einzelnen Platte bei mir einen großen
Einfluss auf den weiteren musikalischen "Entdecker"-Weg.
Das war zum Beispiel so, als ich 1973 Hawkwind über das
famose Livealbum "Space
Ritual" kennenlernte oder ich damals von meinen Kumpels "To
Our Children's Children's Children" (Moody Blues)
zum Geburtstag bekam. So geschah es auch Anfang diesen Jahres, als
ich mich für Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra zu
interessieren begann, eigentlich ja nur weil deren Album "Kollaps
Tradixionales" als 10"-Zoll-Doppelvinyl mit Bonus-CD
herauskam. Auch die Anschaffung der LP "The
Serpent Unrolled" des fränkischen Folkduos Fit &
Limo gehört in diese Kategorie, obwohl ich Limo ja
schon lange als Sänger und Gitarrist der
Shiny Gnomes kannte. Von Fit & Limo bin ich Dank des Internets schnell auf St. Stephen gekommen, Limos Projekt vom vergangenen Jahr. Wie es der Zufall (?) so will, hat er gerade ein neues Werk unter dem Pseudonym "Temple Of L.I.B." (was auch immer das heißen mag!) veröffentlich, das nicht nur wieder beim Nürnberger Psychedelic-Label September Gurls herauskam, sondern musikalisch stark an die Fit & Limo-Alben erinnert: Hippiefolk mit viel A- und ein wenig E-Gitarre, Bongos, Sitar, etc. - nur eben ohne Mrs Fit. (20.06.2010) |
| Fit & Limo: "As Above So Below" (September Gurls, Jan. 2001) |
"As Above So Below" scheint im Unterschied zum Album "The
Serpent Unrolled" von 1998 weder limitiert noch vergriffen
zu sein. In meiner aktuellen Begeisterung für das fränkische
"Freak-Folk"-Duo habe ich dann vor ein paar
Tagen aber auch bei diesem zweiten "Fund" zugegriffen: auch
dieses Album ist klasse, vieleicht sogar noch besser! Außerdem
hat es ein wunderschönes Klappcover, für das man jede schnöde
CD entsorgen würde.(19.06.2010) |
| Nada Surf: "If I Had A Hi-Fi" (Mardev, Mai 2010) |
NadaSurf ist ein Gitarrentrio aus New York, da man irgendwo
zwischen Indie-Rock und Pop einordnen kann, wenn man denn so möchte.
Kennengelernt hatte ich die Band vor einigen Jahren beim Halderner
Open Air und ein paar Jahre später auch das schöne Album
"Let´s Go"
in der Grabbelkiste gefunden. Danach habe ich sie aber wieder aus
den Augen & Ohren verloren, bis ich jetzt trotz mittelmäßiger
Kritiken in einer Musikzeitschrift über "If I had A Hi-F-"
gestolpert bin, ein Album nur mit Coversongs. Da ich das letztjährige
Coveralbum der Lemonheads aber eher langweilig fand wollte
ich eigentlich schon weiterblättern, wenn mich da nicht zwei
Lieder doch noch zum Kauf überredet hätten: "Love Goes
On" stammt vom 1988er Album "16
Lovers Lane" der Go-Betweens, die zu meinen allergrößten
Lieblingen gehören und (noch) viel zu selten durch eine Coverversion
gewürdigt werden. Dazu "Question" vom 1970er-Album
"A Question Of Balance"
der Moody Blues, die sicherlich als Band aus heutiger Sicht
nicht besonders cool rüberkommen, damals aber zu meinen absoluten
Favoriten gehörten. Ausserdem ist "Question" ein wirklich
tolles Lied, das von Nada Surf keineswegs verhunzt wird, wie
der Kritiker von motor.de behauptet. Auch die Lieder von Bands
oder Künstlern, die mich gar nicht oder wenig interessieren sind
gut (z.B. Depeche Mode und Kate Bush), dazu kommen ein
paar Vorlagen, von denen ich noch nie was gehört hatte. Insgesamt
ein schönes, wenn auch eher unbedeutendes Album, das aber auch
überhaupt nicht so tut, als wäre es etwas anderes. Musik
von Fans für Fans, was ja auch das Motto bei Waiting
For Louise war und bei Songs To The Siren immer noch ist.(10.06.2010) |
| Fit & Limo: "The Serpent Unrolled" (September Gurls, Sept. 1998) |
Fit & Limo sind (waren?) ein Duo aus Nürnberg, die
schon "Freakfolk" gemacht hat, als es so etwas noch gar
nicht gab - auf jeden Fall hieß es in den 90ern (noch) nicht
so. Aber eigentlich gibt es so was schon viel länger: denkt doch
mal an die wunderbare Incredible
Sring Band aus den späten 60ern, von denen die beiden ja
schon vier Lieder auf der 7"-EP "This Moment" gecovert
haben. Oder an unser heimisches Duo Witthüser
& Westrupp aus den 70ern.Limo kennt vielleicht noch der eine oder andere von Euch noch als Sänger und Gitarristen der Shiny Gnomes, Mrs. Fit ist seine Partnerin im Leben und bei der Musik. Neben Songs von Limo, gelegentlich mit Texten seiner Frau, gibt es auch zwei äußerst geschmackvolle Coverversionen zu hören: einmal "Dark Star" von den Grateful Dead, dargeboten mit Sitar, Bongos und Blockflöte, sowie "Images Of April", komponiert von Tom Rapp und im Original zu finden auf dem legendären Album "Balaklava" seiner Band Pears Before Swine. Ich fand die LP vor wenigen Tagen für einen erschwinglichen Preis im 2nd-hand-Laden und stelle fest, dass ich das Exemplar Nummer 106 von 400 gepressten einer limitierten und ansonsten vergriffenen Vinylauflage ergattert habe. Viel wichtiger ist aber, dass es sich um wunderschöne Musik handelt. (07.06.2010) |
| John Grant: "Queen Of Denmark" (Bella Union, April 2010) |
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Das Studio 672 ist eigentlich ein kleiner Keller unter dem
Kölner Stadtgarten, der mich entfernt an den Messdiener-Partykeller
unter der St. Elizabeth-Kirche in Friedrichsfeld erinnert, in dem
ich in 1976 mit Pakgao Rog meinen ersten öffentlichen
Auftritt ausserhalb unserer Schule hatte. Um 20:30, zum offiziellen
Beginn, saß ich dort mit etwa 5 bis 8 Leuten, währen
oben im Stadgarten der Bär steppte beim WM-Spiel der Brasilianer
gegen die Aliens aus Nordkorea. Es war das Schlimmste zu befürchten
für das Konzert, aber nach der Vorruppe, ein deutsches Duo,
dessen Namen ich nicht kenne, da die beiden zwar schön spielten,
aber sich nicht vorgestellt haben, waren zum Beginn der Auftritts
von John Grant um 21:30 doch noch ca. 50 bis 80 Leute da, wofür
sich John in perfektem Deutsch bedankte, das er vor 15 Jahren als
Student in unserem ziemlich schönen Land gelernt hatte. Das
Konzert? Toll! Es kam deutlich heraus, das das neue Album voller
Hits steckt und schleunigst auf meinen Merkzettel für das Album
des Jahres gehört. Ausserdem hat sich bestätigt, dass
er einer der aktuell besten Gesangstimmen in der Sparte "Alternative-Singer-Songwriter"
hat bzw. ist. |



















