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Michaels aktuelle Plattentipps

Drei Labels haben im Moment mit ihren geschmackvollen Produktionen meine besondere Aufmerksamkeit: da wäre erst einmal das neue Label Souterrain Transmissions aus Berlin, das mich auf drei mir bisher unbekannte amerikanische Künstler bzw. Bands brachte (Laura Gibson, Ramona Falls und Musée Méchanique), dazu Bella Union aus England, das Label der ehemaligen Cocteau Twins-Musiker Robin Guthrie und Simon Raymonde, das sich in Europa um Künstler wie Laura Veirs, Midlake, Fionn Regan und John Grant kümmert, sowie Constellation aus Montreal, Kanada: Heimat der wunderbaren Band Silver Mt. Zion und verwandter Künstler wie Vic Chesnutt und Sando Perri. Auch die Tindersticks sind - zumindest für Nordamerika - dort unter Vertrag.
(21.03.2010)

Wer hier ein paar aktuelle Tipps vermisst (z.B. Motorpsycho oder Laura Veirs, sollte mal auf der neuen Jahresseite 2010 nachschauen ...
(07.03.2010)

Der achte Januar ist fast immer ein guter Tag: früher, bei den "Rusty Nails Mark II", also von Mitte der 80er bis in die 90er, sagte ich gerne auf Konzerten: der Tag an dem die "drei berühmten B des Rock'n'Roll" Geburtstag haben: Klaus Baumgart, David Bowie und Elvis Bresley. Am Freitag, dem 08.01.2010 war morgens das neue Album von Laura Veirs in der Post und hat mich sofort verzückt. Und am Abend bin ich bei Klaus ...
P.S.: ich feiere übrigenz selber immer zusammmen mit Wolfgang Nideggen und Norah Jones ...
(08.01.2010)

Alles Gute aus 2009 findet Ihr jetzt auf der Seite für 2009, auch dann, wenn es noch ziemlich frisch ist, wie zum Beispiel The Swell Season, Norah Jones oder Os Mutantes, Brasiliens Beste. Ganz frisch in meinem CD-Player steckt auch das Album der Mutton Birds aus Neuseeland, obwohl es auch schon deutlich mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat.
(01.01.2010)


Hawkwind: "Blood Of The Earth" (Eastworld, Juni 2010)

mehr über "Blood%20Of%20The%20Earth" Hawkwind haben sich immer gerne selber zitiert, ohne dabei allzusehr peinlich zu sein: auf "Blood Of The Earth", dem ersten Album seit ca. 5 Jahren und dem gefühlten 76. Album insgesamt (wenn man halb-, viertel- und illegale Alben mal versucht, mitzurechnen) wird mit "You'd Better Believe It" sogar eine alte Nummer vom 1974er Album "Hall Of The Mountain Grill" recycled - nicht schlechter als vor 35 Jahren, aber auch nicht unbedingt besser. Auserdem wird auch beim Cover heftig zitiert: der Schriftzug und Grafik auf dem Segel des Bootes auf der Frontseite stammen genauso wie die silbrigen Statuen vom 1972er-Album "Doremi Fasol Latido", während das Raumschiff auf der Rückseite dem vom Album "Hall Of The Mountain Grill" ähnelt.

Einziges Urmitglied der Band ist natürlich der Gitarrist Dave Brock, dem aber Schlagzeuger Richard Chadwick immerhin schon ca. 20 Jahre zur Seite steht (mindestens seit dem 1990er Album "Space Bandits"). Keyboarder Tim Blake war immer mal wieder in der Band und wieder weg, während am Bass ein gewisser Mr. Dibs neu dabei ist. Seit längerem gibt es mit Niall Hone sogar einen zweiten Gitarrenspieler neben bzw. vor Captain Brock. Da Hawkwind in den letzten Jahren oft als Trio zu hören waren, bei dem gelegentliche Keyboardeinlagen von allen Beteiligten kamen und Captain Brock sich selber nur selten mit einem Gitarrensolo hervorgetan hatte, läßt sich also über den neuen Hawkwindsound sagen: im Prinzip so wie immer (das ist gut so!), aber mit etwas mehr Gitarre und ausgereiften Keyboardklängen (auch kein Nachteil!).

Trotz aller Kritik ist das kein schlechtes Album, denn welche Band kann schon von sich sagen, nach 40 Jahren im Geschäft immer noch kreativ zu sein? Ist das Album so gut wie die Klassiker? Sicherlich nicht - aber das war eigentlich auch nicht zu erwarten. Ist es das beste Album seit xxx Jahren? Kann ich nicht beurteilen, weil ich mich im Spätwerk der Band nicht so gut auskenne wie im Frühwerk - aber eigentlich ist mir das auch ziemlich egal.
(25.07.2010)

Fit & Limo: "Astralis" (September Gurls, Juni 2007)
mehr über "Terra%20Incognita" Und nochmal meine Lieblinxfranken. Diese Aufnahmen aus der Zeit von April 2005 bis März 2006 sind wohl die letzte gemeinsame Arbeit des Duos nach immerhin 25 gemeinsamen Jahren (erste Kassettenveröffentlichungen gehen bis in die frühen 80er zurück!). Diesesmal wieder ohne Gäste und gut wie immer.
(13.07.2010)
Andromeda Mega Express Orchestra: "Take Off!" (Alien Transitor, Mai 2009)
Das 2oköpfiges Orchester aus Berlin, das erstmalig 2007 durch seine Zusammenarbeit mit der Band The Notwist auf sich aufmerksam machte, spielt auf der Debüt-LP (mit Riesenposter!) eine Musik, die weder Klassik, Jazz, Rock noch Filmusik ist - oder vielleicht all das gleichzeitig.
Verantwortlich dafür als Komponist , Arrangeur und Holzbläser (Tenorsax, normale und Bassklarinette) ist der noch recht junge (25?) Daniel Glatzel.
(13.07.2010)
GuruManiAx: "Psy Valley Hill" (bureau b., Juni 2010)

mehr über "Psy%20Valley%20Hill" Die Wiedegeburt des klassischen Guru Guru Sounds der frühen 70er (vom 1970er-Debüt "UFO", meinem Favoriten "Hinten" von 1971 oder vom wunderbaren "Känguru" von 1972) haben wir diesem Projekt der beiden Ur-Gurus MANI Neumeier und AX Genrich zu verdanken. Bassist Uli Trepte hatte die Band vor dem titellosen 4. Album verlassen, Gitarrist Ax Genrich war zum letzten mal bei Nachfolger "Don´t Call Us We Call You" dabei. Schlagzeuger Mani Neumeier hält die Band bis zum heutigen Tag zusammen, aber der klassische Sound der Band war doch sehr stark von Genrichs Gitarre bestimmt. Dieser jammt zwar noch gelegentlich mit seinem alten Kollegen Neumeier, aber der Tod von Uli Trepte vor einigen Jahren muss die beiden doch wohl davon überzeugt haben, es noch einmal ernsthaft miteinander zu versuchen. Am Bass werden sie von dem mir bislang unbekannten Belgier (!) Guy Segers unterstützt. Und schön ist es, wenn das dann zu solch einem gelungenen Resultat führt, statt einfach nur nostalgisch zu sein!
(12.07.2010)

Vielleicht doch noch eine klitzekleine kritische Bemerkung: Während die Musik von GuruManiAx auf höchstem Niveau ist, fallen künstlerische Qualität der Covergestaltung zusammen mit dem Titel der CD deutlich ab. Was bedeutet "Psy Valley Hill" - ausser dass einer der instrumentalen Songs bereits so heisst? Fängt sich hier eine neue Tradition an: "geniale Musiker schlampen bei der optischen und textlichen Präsentation ihrer Werke". Schliesslich heisst das letzte Guru Guru-Album von 2008 ja auch schon "Psy" und hat ebenfalls kein besonders schönes Cover. Da lobe ich mir doch im Moment die Arbeiten von Stefan Lienemann und seinen zahlreichen Projekten (Shiny Gnomes, Fit & Limo, Temple Of L.I.B., St. Stephen) oder alle Veröffentlichungen vom kanadischen Constellation, wo Verpackung und Inhalt auf allerhöchstem Niveau sind.
(15.07.2010)

Blitzen Trapper: "Destroyer Of The Void" (Sub Pop, Juni 2010)
mehr über "Destroyer" Auch das neue Werk von Blitzen Trapper kommt in der unschlagbaren Kombination Doppel-Vinyl mit MP3s. Der erste Höreindruck ist ziemlich vielversprechend! Später mehr dazu.
(09.07.2010)
Crowded House: "Intriguer" (Universal, Juni 2010)
Crowded House gehören zu den wenigen "Altstars", deren neue Alben ich mir auch im Hier & Jetzt noch ungehört kaufen würde - und es auch diesesmal wieder getan habe. Wie immer wurde ich nicht enttäuscht.
Der erste Höreindruck: eine gute, altmodisch analoge Produktion mit einem perfekten Klang, der mir sofort gefällt. "Hits" sind nicht sofort zu erkennen, aber ich bin sicher, dass das Alben bei jedem Hördurchgang "wachsen" wird. Deshalb später vielleicht mehr ...
(05.07.2010)
Blitzen Trapper: "Furr" (Sub Pop, Sept. 2008)
mehr über "Furr" Die Band aus Portland, Oregon, ist eine Zufallsentdeckung von der Webseite der Daytrotter-Sessions. Gerade erscheint auch ein neues Album, das auch bereits bestellt ist und hier bald vorgestellt wird. Weil es aber "Furr" schliesslich als LP mit Download-Gutschein für MP3s gibt, war es klar, an welcher Stelle mein Einstieg in den "Blitzen Trapper-Kosmos" erfolgen würde.
Erster Höreindruck: die Band spielt sehr kompetent, was nicht immer so selbstverständlich ist in der Singer/Songwriter-Szene des US-amerikanischen Nordwestens, aber andererseits für mich auch in der Regel nebensächlich ist. Blitzen Trapper können ROCKEN und sensiblen Freak-Folk gleichermaßen gut rüberbringen. Von zentraler Bedeutung sind für mich die ausgezeichneten Lieder des Sängers Eric Earley, unter denen besonders die folkige Mörderballade "Black Killer River" herausragt, aber auch der Rest ist vielversprechend.
(05.07.2010)
"The Jayhawks" (Bunkhouse, 1986 * Lost Highway, Mai 2010)
mehr über "The%20Jayhawks" Lost & Found!
(04.07.2010)
Teenage Fanclub: "Shadows" (PeMa, Juni 2010)
mehr über "Shadows" Diese schottische Gitarrenband gibt es schon über 20 Jahre - eine gefühlte Ewigkeit. Mit "Bandwagoneque" von 1992 standen sie zu Grungezeiten mal vor dem großen Durchbruch, der aber nie erfolgte. Nach Zeiten bei großen Plattenfirmen (Geffen in den USA und Sony in Europa) kochen sie inzwischen auf eigenem Minilabel ihr eigenes Süppchen. Meine letzte Anschaffung war "Songs From Northern Britain" von 1997, danach hatte ich die Band aus den Augen verloren.
Warum ich mir jetzt das neue Album gekauft habe, das weiss ich auch nicht so genau: ich hielt im Laden die Platte in der Hand und konnte sie noch nicht mal anhören, weil die CD-Version gerade nicht vorrätig war und Platten nicht angespielt werden. Und obwohl das Cover nicht besonders schön ist hatte ich trotzdem ein gutes Gefühl und habe die Vinylausgabe schliesslich ungehört gekauft. Gerade lief die Platte zu Hause bei mir und ich bin mit meiner spontanen Entscheidung sehr zufrieden!
(27.06.2010)
Tift Merritt: "See You On The Moon" (Universal/Fantasy, Mai 2010)
mehr über "See%20You%20On%20The%20Moon" Schon seit einigen Jahren bringt Tift Merritt mehr oder weniger regelmäßig gute Alben heraus. Das Debüt "Bramble Rose" von 2002 fand ich besonders schön, danach hatte ich sie ein wenig aus den Augen verloren. Jetzt haben mich zwei Dinge zurückgebracht: zum einen das schlichte und doch so wunderschöne Cover. Zum anderen der Name des Produzenten, Tucker Martine, der auf diesen Seiten für seine Arbeiten mit Laura Veirs, Laura Gibson, Tara Jane O´Neil, Ramona Falls und Musée Méchanique ja schon mehrfach gewürdigt wurde. Aus der - nicht unbedingt offensichtlichen - Kombination der Talente von Tucker und Tift entstand vielleicht das beste Album von Tift Merritt. Auf jeden Fall das beste seit dem Debüt "Bramble Rose".
(27.06.2010)
Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band: "13 Blues For Thirteen Moons" (Constellation, März 2008)
mehr über "13%20Blues%20For%20Thirteen%20Moons" Meine nächste - die bereits fünfte - Erwerbung von dieser fantastischen Band ist ein Doppelalbum mit nur 4 jeweils viertelstündigen Liedern, die für mich schon nach dem ersten Höreindruck zum Besten der Band gehören. Natürlich habe ich mir die Vinylversion zugelegt, aber ein kleiner Witz kommt auf diesem Medium leider nicht richtig zum Tragen: die vier Titel haben die Nummern 13 bis 16 und werden auf der CD von zwölf ultrakurzen Geräuschtracks eingeleitet, die auf der Vinylversion zu fehlen scheinen.
Der Bandname deutet wohl wieder kryptisch auf Besetzung hin: 2x Gitarre, Bass, Schlagzeug, 2x Violine und Cello. Der grosse Chor von "This Is Our Punkrock ..." blieb zu Hause, und bereits beim Nachfolger "Kollaps Tradixionales" schrumpft das Septett durch Abgang von Cello und zweiter Gitarre sogar wieder zum Quintett, weshalb dann wohl auch das "Tra-La-La Band" aus dem Namen verschwinden wird. Warum hier allerdings der Artikel "The" durch die alterenglische Form "Thee" ersetzt wurde erschließt sich mir nicht, was aber nicht weiter wichtig ist. Solch kleine Geheimnisse sollen ruhig bleiben und machen diese Band nochinteressanter.
(27.06.2010)
Great Lake Swimmers: ""The Legion Sessions" (Nettwerk, April 2010)
mehr über "The%20Legion%20Sessions" Sinn & Zweck dieses Albums sind mir zwar nicht so ganz klar, denn in knapp über 30 Minuten wurden für diese äußerst günstigen EP 9 Lieder vom letztjährigen Album "Lost Channels" live und akustisch im Studio neu eingespielt. "Unplugged" kann man aber nicht sagen, denn der Stecker war bei dieser kanadischen Band um den Singer/Songwriter Tom Dekker ja nie wirklich eingestöpselt. Wegen des kleinen Preises (unter 7 Oiros!) soll das jetzt auch mal nicht weiter hinterfragt werden. Vielleicht gibt es ja ein Video von der Session? Die auf dem Cover zu erkennende Location macht da irgendwie neugierig.
(27.06.2010)
Susan Cowsill: "Lighthouse" (Blue Rose, April 2010)

mehr über "Lighthouse" Das zweite Soloalbum von Susan Cowsill, die in den 6oern als kleines Mädchen mit der Mama und den Brüdern bei den Cowsills sang, so etwas wie die "Partridge Family in echt". Das war aber vor meiner Zeit und auch nicht nach meinem Geschmack. Kennengelernt hatte ich sie bei den leider aufgelösten und fast vergessenen Continental Drifters, bei denen sie zusammen mit Bangle Vikki Petersen - inzwischen ihre Schwägerin, weil mit einem der Brüder verheiratet - und Ex-dB Peter Holsapple spielte, der damals ihr Freund (Ehemann?) war. Inzwischen ist sie mit Russ Broussard, dem letzten Trommler der Continental Drifters verheiratet und knüpft mit ihm auf "Lighthouse" nahtlos an die alte Band an.

Schluß mit diesem Gesellschaftstratsch und zurück zur Musik, die sicherlich nicht sonderlich innovativ oder spektakulär ist, aber doch eine gelungene Version von etwas ist, das man vor wenigen Jahren noch ungestraft "Americana" nennen durfte. "Lighthouse" kann man weitestgehend als Bandalbum bezeichnen, denn auf den meisten Titeln sind die gleichen, mir zwar unbekannten Musiker zu hören, die höchstwahrscheinlich zur Liveband gehören. Einen Gastauftritt hat Jackson Browne als Duettpartner, bei einem Lied sind drei Cowsill-Brüder und Schwägerin Vikki im Chor zu hören. Einen weiteren schönen Nebeneffekt hat das Album auch noch: ich hatte die wunderbaren Continental Drifters fast vergessen und muss da unbedingt mal wieder in die alten Platten reinhören!
(27.06.2010)

Fit & Limo: "Terra Incognita " (September Gurls, Nov. 2004)
mehr über "Terra%20Incognita" Bereits mein drittes Vinyl der beiden innerhalb weniger Wochen. Auf "Terry Incognita" werden Mrs. Fit und Limo erstmals von Gästen untersützt. Bernd Witthüser von den legendären "Freakfolk-Veteranen" Witthüser & Westrupp singt nochmals sein eigentlich wunderschönes Lied "Lasst Uns Auf Die Reise Gehn" und bildet dabei den einzigen Schwachpunkt des Albums. Mein Kumpel Wulf aus dem Schwarzwald hatte wohl recht, als er sich vor einiger Zeit über meine neue Begeisterung für die alten Platten von Witthüser & Westrupp wunderte, weil er Bernd Witthüser vor einiger Zeit bei einem ziemlich schwachen Auftritt beim Herzberg-Festival gesehen hatte. Meine eigene YouTube-Recherche hat das jetzt bestätigt: der Typ macht einen leicht durchgeknallten Eindruck, was mich aber überhaupt nicht stört: besser sowas, als jetzt Chef bei der GEMA zu sein, wie der alte Embryo-Bassist Jörg Evers. Was mir aber überhaupt nicht gefällt ist, dass er weder stimmlich noch gitarrentechnisch auch nur ansatzweise an die alten Zeiten anknüpft. Um hier noch weiter abzuschweifen: der perfekte Althippie in heutiger Zeit stellt wohl Evers alter Bandkumpel Christian Burchardt dar: immer noch der Hippie im Herzen und im Outfit, aber musikalisch absolut im Hier & Jetzt.
Egal. Zurück zur Platte, denn die weiteren Gäste sind musikalisch viel interessanter und mir bislang völlig unbekannt: das amerikanische Duo Black Forest / Black Sea, bestehend aus Cellistin Miriam Goldberg und Gitarrist Jeffrey Alexander, deren eigene Musik mich neugierig gemacht hat, der Banjospieler Timothy Renner, der unter zahlreichen Projektnamen eine obskure Platte nach der anderen herausbringt, sowie Steffi und Peter Wolf, die ich nicht kenne. Vielleicht sind das ja Nachbarn der Lienemanns aus Altdorf in Franken.
Musikalisch bleibt sich das Duo Fit & Limo treu, hat aber wohl ein paar weitere Instrumente erworben, denn es werden intensiv eine Harfe, alte Synthesizer, ein Mellotron und sogar ein Chamberlin, der US-Amerikanische Vorläufer des englischen Mellotrons, eingesetzt.
(24.06.2010)
St. Stephen: "Behold" (Micropal, April 2009)
mehr über "Behold" Auch hinter St. Stephen steckt Stefan Lienemann, den vielleicht nicht die ganze Welt, aber Freunde psychedelischer Rock- und Folkmusik unter seinem "Künstlernamen" Limo als Sänger der Shiny Gnomes oder im Duo mit seine Frau als Fit & Limo kennen. Das Projekt "St. Stephen" liegt irgendwie dazwischen: mit einer richtigen Band um den Nürnberger Kollegen Zattl von When Skipjack Tripped im Studio, sodass Limo sich selber auf "nur" 9 verschiedene selbstgespielte Instrumente beschränkt und einem deutlich akustischeren Gesamtklang als bei den Shiny Gnomes, aber insgesamt doch mehr "Rock" als bei Fit & Limo und Temple Of L.I.B.. Zwei Lieder mit Carter Cain von Missouri an der Pedal Steel klingen sogar fast so sonnig wie Countryrock von der amerikanischen Westküste. Nach dem ersten Höreindruck ist "Behold" das Eingängigste, was ich seit der Hochphase der Shiny Gnomes von ihm gehört habe. Ich schreibe bewußt "eingängig" und nicht "kommerziell", denn das ist alles wunderschön und wird sicherlich trotzalledem kein Verkaufsschlager, was ich (und vermutlich Limo selber) auch gar nicht will. Oder zumindest nicht anstrebt.
(20.06.2010)
Temple Of L.I.B.: "My Name Is Magic" (September Gurls, April 2010)
mehr über "My%20Name%20Is%20Magic" Manchmal hat das Entdecken einer einzelnen Platte bei mir einen großen Einfluss auf den weiteren musikalischen "Entdecker"-Weg. Das war zum Beispiel so, als ich 1973 Hawkwind über das famose Livealbum "Space Ritual" kennenlernte oder ich damals von meinen Kumpels "To Our Children's Children's Children" (Moody Blues) zum Geburtstag bekam. So geschah es auch Anfang diesen Jahres, als ich mich für Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra zu interessieren begann, eigentlich ja nur weil deren Album "Kollaps Tradixionales" als 10"-Zoll-Doppelvinyl mit Bonus-CD herauskam. Auch die Anschaffung der LP "The Serpent Unrolled" des fränkischen Folkduos Fit & Limo gehört in diese Kategorie, obwohl ich Limo ja schon lange als Sänger und Gitarrist der Shiny Gnomes kannte.
Von Fit & Limo bin ich Dank des Internets schnell auf St. Stephen gekommen, Limos Projekt vom vergangenen Jahr.
Wie es der Zufall (?) so will, hat er gerade ein neues Werk unter dem Pseudonym "Temple Of L.I.B." (was auch immer das heißen mag!) veröffentlich, das nicht nur wieder beim Nürnberger Psychedelic-Label September Gurls herauskam, sondern musikalisch stark an die Fit & Limo-Alben erinnert: Hippiefolk mit viel A- und ein wenig E-Gitarre, Bongos, Sitar, etc. - nur eben ohne Mrs Fit.
(20.06.2010)
Fit & Limo: "As Above So Below" (September Gurls, Jan. 2001)
mehr über "As%20Above%20So%20Below" "As Above So Below" scheint im Unterschied zum Album "The Serpent Unrolled" von 1998 weder limitiert noch vergriffen zu sein. In meiner aktuellen Begeisterung für das fränkische "Freak-Folk"-Duo habe ich dann vor ein paar Tagen aber auch bei diesem zweiten "Fund" zugegriffen: auch dieses Album ist klasse, vieleicht sogar noch besser! Außerdem hat es ein wunderschönes Klappcover, für das man jede schnöde CD entsorgen würde.
(19.06.2010)
Nada Surf: "If I Had A Hi-Fi" (Mardev, Mai 2010)
mehr über "If%20I%20Had%20A%20Hi-Fi" NadaSurf ist ein Gitarrentrio aus New York, da man irgendwo zwischen Indie-Rock und Pop einordnen kann, wenn man denn so möchte. Kennengelernt hatte ich die Band vor einigen Jahren beim Halderner Open Air und ein paar Jahre später auch das schöne Album "Let´s Go" in der Grabbelkiste gefunden. Danach habe ich sie aber wieder aus den Augen & Ohren verloren, bis ich jetzt trotz mittelmäßiger Kritiken in einer Musikzeitschrift über "If I had A Hi-F-" gestolpert bin, ein Album nur mit Coversongs. Da ich das letztjährige Coveralbum der Lemonheads aber eher langweilig fand wollte ich eigentlich schon weiterblättern, wenn mich da nicht zwei Lieder doch noch zum Kauf überredet hätten: "Love Goes On" stammt vom 1988er Album "16 Lovers Lane" der Go-Betweens, die zu meinen allergrößten Lieblingen gehören und (noch) viel zu selten durch eine Coverversion gewürdigt werden. Dazu "Question" vom 1970er-Album "A Question Of Balance" der Moody Blues, die sicherlich als Band aus heutiger Sicht nicht besonders cool rüberkommen, damals aber zu meinen absoluten Favoriten gehörten. Ausserdem ist "Question" ein wirklich tolles Lied, das von Nada Surf keineswegs verhunzt wird, wie der Kritiker von motor.de behauptet. Auch die Lieder von Bands oder Künstlern, die mich gar nicht oder wenig interessieren sind gut (z.B. Depeche Mode und Kate Bush), dazu kommen ein paar Vorlagen, von denen ich noch nie was gehört hatte. Insgesamt ein schönes, wenn auch eher unbedeutendes Album, das aber auch überhaupt nicht so tut, als wäre es etwas anderes. Musik von Fans für Fans, was ja auch das Motto bei Waiting For Louise war und bei Songs To The Siren immer noch ist.
(10.06.2010)
Fit & Limo: "The Serpent Unrolled" (September Gurls, Sept. 1998)
mehr über "The%20Serpent%20Unrolled" Fit & Limo sind (waren?) ein Duo aus Nürnberg, die schon "Freakfolk" gemacht hat, als es so etwas noch gar nicht gab - auf jeden Fall hieß es in den 90ern (noch) nicht so. Aber eigentlich gibt es so was schon viel länger: denkt doch mal an die wunderbare Incredible Sring Band aus den späten 60ern, von denen die beiden ja schon vier Lieder auf der 7"-EP "This Moment" gecovert haben. Oder an unser heimisches Duo Witthüser & Westrupp aus den 70ern.
Limo kennt vielleicht noch der eine oder andere von Euch noch als Sänger und Gitarristen der Shiny Gnomes, Mrs. Fit ist seine Partnerin im Leben und bei der Musik. Neben Songs von Limo, gelegentlich mit Texten seiner Frau, gibt es auch zwei äußerst geschmackvolle Coverversionen zu hören: einmal "Dark Star" von den Grateful Dead, dargeboten mit Sitar, Bongos und Blockflöte, sowie "Images Of April", komponiert von Tom Rapp und im Original zu finden auf dem legendären Album "Balaklava" seiner Band Pears Before Swine.
Ich fand die LP vor wenigen Tagen für einen erschwinglichen Preis im 2nd-hand-Laden und stelle fest, dass ich das Exemplar Nummer 106 von 400 gepressten einer limitierten und ansonsten vergriffenen Vinylauflage ergattert habe. Viel wichtiger ist aber, dass es sich um wunderschöne Musik handelt.
(07.06.2010)
John Grant: "Queen Of Denmark" (Bella Union, April 2010)

mehr über "Queen%20Of%20Denmark" Das Solodebüt des Ex-Sängers der verblichenen Czars, veröffentlich bei Bella Union, einem meinem momentanen Lieblinxlabel, aufgenommen mit den famosen Midlake als Begleitband. Was will man da mehr? Vielleicht: hin zum Konzert nach Köln?
(31.05.2010)

Das Studio 672 ist eigentlich ein kleiner Keller unter dem Kölner Stadtgarten, der mich entfernt an den Messdiener-Partykeller unter der St. Elizabeth-Kirche in Friedrichsfeld erinnert, in dem ich in 1976 mit Pakgao Rog meinen ersten öffentlichen Auftritt ausserhalb unserer Schule hatte. Um 20:30, zum offiziellen Beginn, saß ich dort mit etwa 5 bis 8 Leuten, währen oben im Stadgarten der Bär steppte beim WM-Spiel der Brasilianer gegen die Aliens aus Nordkorea. Es war das Schlimmste zu befürchten für das Konzert, aber nach der Vorruppe, ein deutsches Duo, dessen Namen ich nicht kenne, da die beiden zwar schön spielten, aber sich nicht vorgestellt haben, waren zum Beginn der Auftritts von John Grant um 21:30 doch noch ca. 50 bis 80 Leute da, wofür sich John in perfektem Deutsch bedankte, das er vor 15 Jahren als Student in unserem ziemlich schönen Land gelernt hatte. Das Konzert? Toll! Es kam deutlich heraus, das das neue Album voller Hits steckt und schleunigst auf meinen Merkzettel für das Album des Jahres gehört. Ausserdem hat sich bestätigt, dass er einer der aktuell besten Gesangstimmen in der Sparte "Alternative-Singer-Songwriter" hat bzw. ist.
(16.06.2010)

  • Konzerthighlight: Köln, Studio 672, 15.06.2010