(mehr oder weniger) essentielle Wiederveröffentlichungen
... manchmal muss man sich mit MP3-Versionen von verschollenen Alben
zufrieden geben, von denen kaum noch eine Wiederveröffentlichung
zu erwarten ist. So wie bei der extrem obskuren Band Taggett
aus den Tiefen der 70er ...
(01.01.2010)
Inzwischen gibt es hier auch Vinyl-Reissues zu bewundern - die Langspielplatte
ist zurück! Robin Scotts
verschollenes Debütalbum galt es neulich als Schallplatte zu entdecken!
(18.08.2009)
Bei der skurrilen englischen Band Stackridge konnte ich gerade
ein paar Lücken im Plattenregal stopfen. Beim zweiten Album "Friendliness"
von 1972 und dem von Sir George Martin produzierten "The
Man With The Bowler Hat" von 1973 handelt es sich tatsächlich
um die besten Werke der Band, wie ich jetzt als langjähriger Besitzer
der Alben Nr. 1 und Nr.
4 feststellen muss.
(03.04.2009)
The Greatest Show On Earth - wahrlich
kein bescheidener Bandname, aber leider auch kein Garant für kommerziellen
Erfolg. Da man sich bei Harvest, der "progressiven"
Abteilung von EMI, damals wohl mehr von der Truppe versprochen
hatte, war bereits nach einem Jahr schon wieder Schluss mit lustig.
Was aber bleibt sind zwei schöne Alben.
(21.01.2009)
Nach längerer Zeit mal wieder eine neue Themenseite
mit Plattentipps. An dieser Stelle sollen lang vermisste Vinyl-Schätzchen,
die es ENDLICH auf CD geschafft haben, bzw. deren CD-Version auch schon
wieder vergriffen war, vorgestellt werden. Späschl Thänx to
Neil Young & Terry Reid!
(14.09.2003)
| "The Jayhawks" (Bunkhouse, 1986 * Lost Highway, Mai 2010) | |
Das lange verschollene Debütalbum einer der besten "Americana"-Bands
aus den 80ern. Bisher hielt auch ich das schon ziemlich rare "Blue
Earth" von 1989 vom Twin/Tone-Label für das Debüt,
aber jetzt gibt es dieses damals auf eine Kleinauflage beschränkte
Album vom letzten Jayhawks-Label Lost Highway erstmalig als
günstige CD, aber auch wieder als günstiges Vinyl. Ungewöhnlich
ist das, weil neues Vinyl heutzutage gerne mal 20 Oiros oder mehr
kostet.Die Musik? So wie man sich eine der besten Americana-Bands in ihrer Frühphase vielleicht vorstellt: stark an Gram Parsons , aber auch an Dylan zu Zeiten von "Highway 61 Revisted" orientiert ist vor allem Mark Olson als Sänger, aber auch Gary Louris bewegt sich als "twängender" Gitarrist in der Tradition seiner wohl anzunehmenden Vorbilder vom Kaliber Clarence White oder James Burton. Dazu die sehr präsente Pedalsteel vom Gastmusiker Cal Hand, die mir vielleicht etwas zu "konventionell" daherkommt. Das hat alles (natürlich) noch nicht die Klasse vom '92er Meisterwerk "Hollywood Town Hall", vor allem der Doppelgesang von Olson & Louris strahlt noch nicht so, aber es lohnt sich auf jeden Fall, auch in dieses Frühwerk reinzuhören. (05.07.2010) |
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| Sweet Smoke: "Just A Poke / Darkness To Light" (EMI/Harvest 1970/1973 * 2000) | |
Sweet Smoke waren 5 amerikanische Hippies, die in den frühen
70ern ganz in meiner Nähe in Emmerich (!) gelebt
haben und sogar beim legendären Harvest-Label von Mutter
EMI ein paar Platten herausgebracht haben. Das Debütalbum "Just
A Poke", aufgenommen im September 1970, durfte damals in
keinem guten Kifferhaushalt fehlen - und auch wir haben diese Platte
damals viel gehört. Zwei ganzseitige, lange Jams sind darauf
zu finden: Auf der A-Seite "Baby Night" mit Blockflöte
(was mir damals argumentativ immer gut geholfen hat, wenn man mich
fragte, warum ich in einer Rockband denn diess furchtbare Instrument
gespielt habe) und einem locker eingeflochtenen "Soft Parade"
von den Doors (ohne das in den Liner-Notes zu erwähnen!),
auf der B-Seite "Silly Sally" mit schönem Saxofon und
dem berühmten Ping-Pong-Phaser-Stereo-Schlagzeugsolo, das ich
zumindest immer besser fand als das Trommelsolo bei Iron Butterfly.Das zweite Album "Darkness To Light" vom Herbst 1972 war damals an mir vorbeigegangen und befindet sich zusätzlich auf der Wiederveröffentlichungs-CD, die sogar selber von EMI kommt. Normalerweise sind für so etwas ja Spezialistenlabels zuständig. "Darkness ..." ist stärker durchkomponiert, hat teilweise kürzere Stücke, klingt weniger nach Grateful Dead und mehr nach Folk und Indien - ist aber auch sehr schön. Die CD hab ich vor kurzem neu für weniger als 6 Euros erstanden. Ein unschlagbarer Preis!!! (23.05.2010) |
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| Help Yourself: "5" (1973 * Hux, März 2004) | |
Passt nicht ganz hierhin, diese CD, denn es ist keine Wiederveröffentlichung.
Im Sommer 1973 begannen die notorisch erfolglosen Helps mit den Aufnahmen
zu ihrem fünften Album (womit der Titel geklärt wäre!),
lösten sich aber noch vor der Fertigstellung auf, weshalb es
damals natürlich kein fünftes Album mehr gab. Sänger,
Keyboarder und Songschreiber Malcolm Morley und Bassist Ken
Whaley landeten danach bei Man
und/oder der Tyla Gang von
Sean Tyla, während Schlagzeuger Dave Charles zu
einem renomierten Studiomusiker, Tonmeister und Produzenten, u.a.
für Dave Edmunds, aufstieg. Nur von Leadgitarrist Richard
Treece war ausser Einsätzen auf ein paar Soloalben von Kumpel
Deke Leonard wenig zu hören,
welcher hier auch genau so wie Sean Tyla als Gast dabei ist.Das alles ist lange her und interessiert eigentlich kaum noch jemanden, aber irgendwelche Fans konnten die Beteiligten vor wenigen Jahren - und leider ohne den verhinderten Dave Charles - doch noch dazu überreden, diese Aufnahmen fertigzustellen: und mit drei "neuen" Liedern, aufgenommen im Winter 2002/2003, war das fünfte, verschollene Album der Band endlich fertig! Hat sich diese Aktion den jetzt auch gelohnt? Neue Freunde werden in den 00'er Jahren mit englischem Pubrock, der klingt, also käme aus San Francisco, wohl nicht zu finden sein. Für alte Fans der Band, zu denen ich mich "im weiteren Sinne" zählen möchte, kann man die Frage dagegen klar mit "ja" beantworten. Auch wenn nach einer solch langen Pause die Magie (und wohl auch Qualität) der ersten Alben wohl nicht mehr erreicht wird. Aber alles ist gut und unpeinlich (vielleicht bis auf den Gesangsversuch von Ken Whaley auf seiner eigenen Nummer "Alley Cat"). Das Cover stammt übrigenz noch von Mad(?)-Zeichner Rick Griffin, der auch für die Grateful Dead und Man arbeitete (z.B. die Cover von "Slow Motion" und "Aoxomoxoa") und war bereits damals vorgesehen. (16.05.2010) |
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| Keith Christmas: "Brighter Day " (Manticore, 1974 * Voiceprint, 2004) | |
Ein immer noch aktiver britischer Folkgitarrist, der in den 70ern einige
Alben herausbrachte, ohne je den großen Durchbruch zu schaffen.
Allerdinx auch ohne je in völlige Obskurität zu verschwinden,
etwa wie Toy Durant von Fuchsia oder
die Comus-Leute.Bei mir stand die Platte schon jahrelang als Schnäppchen aus der Grabbelkiste im Regal, ohne sie mir wirklich ernsthaft angehört hatte. Erst vor kurzem habe ich sie, Dank einer mir zugespielten "Sicherheitskopie" vom CD-Reissue - quasi "wiederentdeckt". Manticore war übrigens die eigene Plattenfirma von Emerson, Lake & Palmer. Sowas hatte damals alle großen Rockbands, die was auf sich hielten (z.B die Moody Blues mit Threshold oder auch die Grateful Dead und die Rolling Stones), nicht unbedingt immer aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vielleicht auch für das eigene Ego. Oder als "Sponsoring" für weniger bekannnte Kollegen: In diesem Sinne wurde "Brighter Day" auch von Greg Lake und dem King Crimson-Lyriker Pete Sinfield produziert, eingespielt mit einer illustren Kollegenschar (z.B. Mel Collins, Ian Wallace und Ian McDonald von King Crimson). Witzigerweise ist meine Vinylausgabe eine US-Pressung aus dem Motown-Vertrieb: Motown & britischer Folkrock - keine offensichtliche Kombination! (10.05.2010) |
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| "Fuchsia" (Pegasus, 1971* Night Wings, 2004) | |
Eine weitere obskure britische Folkrockband, die ich nach Comus
und Dando Shaft dank des Internets entdeckt
habe. Der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Tony Durant
bekam damals die Chance, seine eigene Musik zu veröffentlichen
und holte sich neben der obligatorischen Bass/Drums-Rhythmusgruppe
drei Mädels an Geige, Bratsche und Cello in die Band, für
die er als Autodidakt ungewöhnliche Arrangements schrieb. Da
keine Tournee zustande kam brach die Band trotz guter Plattenkritiken
schnell wieder auseinander und niemand hörte mehr etwas von "Fuchsia".
Das einzige Album blieb extrem rar und wurde - ebenfals Dank des Internets
- im Laufe der Jahre zu einem kleineren Legende. Tony Durant war inzwischen
schon lange nach Australien ausgewandert und von dem neuerlichen Interesse
völlig überrascht. (03.05.2010) |
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| "Dando Shaft" (1971 * BGO, 2002) | |
Das zweite Album dieser obskuren englischen Folkband, bei der der
Vergleich zu Pentangle aufgrund der ähnlichen Besetzung
- zwei singende Gitarristen, Sängerin, Kontrabassist, Perkussionspieler
(aber kein Schlagzeug), dazu ein singender Geiger - naheliegt. Nie
so bekannt geworden wie erstere, aber auch sehr schön musizierend.
Zusammen mit dem dritten Album "Lantaloon"
auf einer CD zu finden. Oder irgendwo im Internet.(29.04.2010) |
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| Dando Shaft: "Lantaloon" (RCA, 1972 * BGO, 2002) | |
Das dritte Album knüpft direkt am titellosen Vorgänger an.(29.04.2010) |
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| "Pamela Polland" (Columbia, 1972 * Sony, 2006) | |
Ein weiterer Geheimtipp: Pamela Polland hatte in den 60ern mal ein
Duo mit Ry Cooder, veröffentlichte ein paar Alben mit
der Band Gentle Soul, war bei Joe Cockers "Mad
Dog & The Englishmen"-Tour im Chor dabei und schrieb ein
paar Songs für Kollegen (u.a. für die Byrds und Linda
Ronstadt), bevor sie, gefördert von Clive Davis, bei
Columbia ihr Solodebüt veröffentlichen konnte. Mit dem für
Los Angeles so typischen Allstaraufgebot wurde eine vielversprechende
Singer/Songwriter-Folkrock-Platte aufgenommmen (dabei u.a. Nicky
Hopkins, die Burschen von Dr. Hook & The Medicine Show, Taj
Mahal und die Rowan-Brüder). Teilweise wurde aber auch von Norbert
Putnam in Nashville produziert. Anschliessend nahm sie noch mit
Gus Dudgeon, dem Erfolgsproduzent von Elton John und
dessen Band mit großem Budget ein Nachfolgealbum auf, das aber
nie veröffentlicht wurde, weil Clive Davis inzwischen
nicht mehr Präsident bei Columbia war und Pamela somit ohne ihren
wichtigsten Unterstützer dastand.Die Musik? Nicht unähnlich der Musik von Bonnie Raitt, Linda Ronstadt u.a. Ladies aus dieser Zeit. Sicherlich nicht unbedingt aus dieser Gruppe herausragend, aber doch sehr schön. Und frisch zu hören, weil weitestgehend unbekannt! (27.04.2010) |
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| "Kathy McCord" (CTI, 1970 * Vivid Sound, 1999 * Ace, April 2010) | |
Ein Geheimtipp: von Kathy McCord, der jüngeren Schwester des
Sängers und Schauspielers Billy Vera, gibt es nur dieses
eine Album, erschienen bei Smooth-Jazz Label CTI des Produzenten
Creed Taylor. In der Begleitband spielten Jazzmusiker (u.a. Flötist
Hubert Laws) und einige in Woodstock ansässige Rockmusiker
aus dem weiteren Umfeld von The Band (u.a. John Hall
und Wells Kelly von der Band Orleans, sowie Pianist
Paul Harris). Bläser- und Streicherarrangements stammen
(CTI-typisch) von Don Sebesky. Aufgenommen wurde von Rudy
van Gelder, somit ist das die einzige Nicht-Jazz-Platte dieses
legendären Tonmeisters, die ich kenne. Die alte Originalplatte soll sehr rar sein, weil damals offensichtlich niemand eine Folksängerin auf einem Jazzlabel hören wollte. In den 90ern gab's eine limitiere Japan-CD (von der auch meine "Sicherheitskopie" stammt!), vor kurzem wurde das Gesamtwerk der Dame unter dem Titel "New Jersey To Woodstock" in England bei Ace wiederveröffentlicht, bestehend aus diesem Album und weiteren unveröffentlichten Aufnahmen aus den 70ern auf einer zweiten CD. Interessant für Fans der frühen Joni Mitchell in ihren Folk-Anfängen und von Van Morrison aus der "Astral Weeks"-Phase. Man/frau sollte aber nicht zuviel erwarten, denn Kathy war damals gerade erst einmal 17 Jahre jung. Vergleiche mit anderen obskuren Singer/Songwriteren, von denen ich gelesen habe (Nick Drake, Vashti Bunyan) finde ich dagegen eher irreführend. Trotzalledem eine schöne Platte. (27.04.2010) |
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| The Rolf Kühn Group: "Total Space" (MPS, 1975 * Universal, Nov. 2009) | |
Eigentlich höre ich kaum Klarinettenmusik. Und eigentlich fällt
mir sozialisationsbedingt zu Rolf Kühn immer zuerst ein:
ein Filmmusik-Komponist und Orchesterleiter aus der Grauzone zwischen
Jazz und James Last. Und Ehemann der Schauspielerin
Judy Winter (oder war das Elke Pluhar?). Aber ich fand das Cover niedlich, auch wenn 1975 die Hippiezeit sicherlich lange schon vorbei war - und Rolf Kühn höchstwahrscheinlich selbst inmitten der Flower-Power-Zeit zu Ende der 60er wohl schon zu alt war für den ganzen "Hippiekram". Wer oder was auch immer jetzt dieses wunderschöne Cover zu verantworten hat (jawohl! Ich mag sowas!) soll hier nicht weiter interessieren, denn alleine die Besetzungsliste der Aufnahmen vom 29. Januar 1975 spricht für sich: Rolfs Bruder Joachim Kühn an den Tasten, Gerd Dudek (die unbekannte deutsche Saxofonlegende), Albert Mangelsdorff (der Meister an der Posaune), Philip Catherine (Gitarre) aus Belgien, Bo Stief (Bass) aus Schweden (?) und gleich zwei Drummer: der Schweizer Daniel Humair und der Däne Kasper Winding. Wunderbarer Funkjazzrock wird auf "Total Space" geboten. Nur die gelegentlich eingestreuten und höchstwahrscheinlich nachträglich eingespielten Blechbläsersätze sind überflüssig und wirken auf mich wie der Reflex eines "klassischen" Bigbandarrangeurs, der vielleicht doch nicht ganz auf die rockende Energie des kleinen Ensembles vertraut. Ansonsten: Klasse Platte. Und total billig in der Anschaffung (unter 10 EUR). (26.04.2010) |
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| Claire Hamill: "October" (Island, 1973 * Esoteric, 2008) | |
Bei den Aufnahmen zu ihrem zweiten und letzten Album für Island
war Claire Hamill gerade erst 18 geworden. Paul Samwell-Smith
(Ex-Yardbirds-Bassist und Cat Stevens-Erfolgsproduzent) sorgte für
einen Folksound, der etwas kompakter daherkommt als auf dem Debüt
"One House Left Standing"
von 1971. Nur der Bluesrocker "You Got Me Running" von Jimmy
Reed will für mich hier irgendwie nicht hineinpassen. Nach Ende
iher ersten Solo-Karriere, Ende der 70er, Anfang der 80er, soll sie
mal bei Wishbone Ash mitgewirkt haben. Danach wechselte sie
in New-Age-Fach.(22.04.2010) |
|
| Comus: "First Utterance" (Pye/Dawn, 1971 * DIW 2006) | |
Es wird Euch nicht wundern, dass ich auf diese Band über das
Cover aufmerksam geworden bin. Als ich dann auch noch erfuhr, dass
es sich nicht über dunkelsten Death-Metal, sondern obskuren britischen
Folkrock au den frühen 70ern handelt, habe ich auch ein Ohr riskiert.
Wen die Coverfratze an "In The Court Of The Crimson King" erinnert, der liegt gar nicht mal so falsch: die Band klingt wie eine Mischung aus King Crimson (die Flöte & die Geigen anstatt eines Mellotrons; die komplexen Lieder) und Pentangle (die Folkgitarren & der weibliche Gesang!) mit Roger Chapman als Sänger und dem Bongospieler von T. Rex statt eines Schlagzeugers. Klingt komisch? Ja, aber es funktioniert! Das Werk hätte ich wegen des Klappcovers natürlich gerne auf Vinyl, es soll aber eine unbezahlbare Rarität sein. (08.04.2010) |
|
| Ellis: "Riding On The Crest Of A Slump"/"Why Not" (Epic, 1972/1973 * Acadia, 2006) | |
...
und noch eine obskure englische 70er Rockband, die ich dem Namen nach
noch von der sogenannten "Inner Sleeve" einer anderen Epic
oder Columbia-LP aus der Zeit kenne, aber bislang nie gehört
habe. Jetzt bin ich durch Zufall an die CD-Wiederveröffentlichung
der beiden einsamen Alben dieser Band geraten und weiss jetzt auch
so einiges mehr: Mit dabei waren Sänger und Namensgeber Steve
Ellis (Ex- Love Affair: "Everlasting Love..."),
Pianist Zoot Money (der hat damals fast überall mitgemischt)
und mit Andy Gee (Andreas Gröber) einen Gitarristen aus
deutschen Landen. Produziert hatte das erste Album Who-Sänger
Roger Daltrey, von dem ich gar nicht wusste, dass er so was
kann, während beim zweiten Bluesspezialist Mike Vernon
die Oberaufsicht hatte. Beide Alben haben ein schönes Countryrock-Feeling,
natürlich inspiriert von The
Band, was man so in dieser Zeit ähnlich bei vielen britischen
Bands, z.B. auch bei Bronco und
Heads Hands & Feet, hören
konnte, aber auch sehr starke Blues- und sogar leichte "Prog"-Einflüsse.
Aber das wollten damals wohl zu wenige Leute hören.(06.04.2010) |
|
| Bonnie Dobson: "Bonnie Dobson" (RCA, 1969 * Rev-Ola, 2006) | |
Bonnie Dobson ist eine kanadische Folksängerin, die in den frühen
60ern eine kleinere Karriere starten konnte. In Erinnerung ist sie
aber wohl nur geblieben, weil sie 1961 einen der wichtigsten Protestsongs
schrieb: "Morning Dew". RCA versuchte Ende der 60er erfolglos
mit ihr eine neue Karriere zu starten, möglicherweise weil das
Lied damals durch mehrere Coverversionen bekannt wurde ( u.a. von
Fred Neil, Tim Rose, den
Grateful Dead und Jeff Beck),
aber ihre eigene Version reichte leider nicht an die amtliche Version
von Tim Rose heran, der zu unrecht behauptete Co-Autor der
Nummer zu sein.(04.04.2010) |
|
| Mike Heron: "Smiling Men With Bad Reputations" (Elektra, 1971 * Fledg'ling, 2007) | |
Die eine Hälfte der Incredible String
Band beim Solodebüt, begleitet von einer illustren Schar
aus dem Kollegenkreis: Fairport
Convention, The Who (noch
mit Keith Moon!), Steve Winwood, John
Cale und Elton John. In Szene gesetzt von niemand geringerem
als Joe Boyd! Fast schon mehr Rock als Folk.(28.01.2010) |
|
| The Rascals: "Peaceful World" (Columbia, 1971 * BGO, 2008) | |
Beim vorletzten Album, ihrem ersten bei Columbia nach vielen
Jahren bei Atlantic, bestand die Band nur noch aus Sänger/Organist
Felix Cavaliere und Drummer Dino Danelli. Unterstützt
wurden sie von einer großen Schar von Jazzern und anderen Studiomusikern:
u.a. den Bassisten Ron Carter, Jerry Jemmott und Chuck
Rainey (so wie die Doors hatten
die Rascals nie einen festen Bassisten in den eigenen Reihen!),
dem Gitarristen/Bassisten Buzz Feiten, dem Congaspieler Ralph
MacDonald, den Sängerinnen Ann Sutton und Molly
Holt und den Bläsern Hubert Laws (Flöte), Pepper
Adams (Baritonsax) und Joe Farrell (Sax & Flöte).
Sogar Alice Coltrane ist einmal an
ihrer Harfe zu hören. So entstand ein Doppelalbum, randvoll mit
toller Musik zwischen Rock, Soul und Jazz, für die aber das Stammpublikum
der Band wohl noch nicht bereit war: Entsprechend floppte das Album
bei der zahlenden Kundschaft. Da hatte Columbia sicherlich andere
Pläne, als sie die Jungs damals eingekauft hatten.Gelungen sind sowohl die kurzen Songs, aber am beeindruckendsten sind die langen, ausufernden Improvisation, etwa im fast 22minütigen Titelsong: nach kurzem Thema darf sich Joe Farrell an der Flöte mehrere Minuten ausdehnen, gefolgt von Felix Cavaliere am E-Piano mit schönem Wah-Wah-Effekt. Dann folgt Buzz Feiten mit seiner Gitarre. Laut Beipackzettel hat er bei der Nummer auch den Bass gespielt, obwohl das alles ziemlich "live" klingt! Dann darf Farrell noch mal mit dem Sopransaxofon ran und Molly Holt (mit sehr schönem freien Jazzgesang über den beiden Worten des Songtitels!) und Feiten stossen dazu. Der legendäre Ralph McDonald legt los mit einer afrikanischen Trommel und am Ende übernimmt nochmal Cavaliere mit der Orgel die Führung. Ziemlich klasse das Ganze! Wild und gleichzeitig elegant und relaxt! (10.01.2010) |
|
| "Taggett" (United Artists, 1974) | |
|
In den 70ern gab's im Übrigen noch kein Photoshop odr Ähnliches.
Stattdessen wurden gerne Schwarzweiss-Fotos in Fleiß- und
Kreativarbeit handkoloriert, so wie anscheinend auch hier geschehen.
An so was kann ich mich noch gut erinnern. Fand ich eigentlich immer
ganz schön. |
|
| Roy Ayers Ubiquity: "He's Coming" (Polydor, 1972 * Universal/Verve, 2009) | |
Das
zweite Album des Vibraphonspielers beim neuen Label Polydor
(vorher war er bei Atlantic). Kurios ist dabei, dass er mit
seinem in Funkkreisen sicherlich eher ungewöhnlichen Instrument
zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten Vertreter dieses Musikstils
wurde, angeblich auch zu einem der meistgesamplten Künstler im
Acid-Jazz-Bereich.(23.11.2009) |
|
| "The Beau Brummels" (Warner, 1975 * Taxim, 1996) | |
San Franciscos erste ernsthafte Rockband, noch vor Jefferson Airplane,
den Grateful Dead und anderen, mit ihrem Reunionalbum nach
immerhin fast 10 Jahren Pause, wollte mitten in den 70ern kaum jemand
hören, ist aber voll mit schönem Westcoast-Folkrock!(25.08.2009) |
|
| Robin Scott: "Woman From The Warm Grass" (Head, 1969 * Sunbeam, 2001/2006) | |
Den Mann kannte ich bisher überhaupt nicht: Der britische Singer/Songwriter
Robin Scott wurde auf sein Debüt von dem mir grob bekannten Sandy
Roberton (später Manager von Iain Matthews und Labelchef
bei Rockburgh) produziert und bei einigen elektrischen Stücken
sogar von der fast kompletten Band Mighty Baby
und Gordon Huntley von Matthews'
Southern Comfort an der Pedal Steel begleitet. Zusammen mit dem
schönen Cover machte mich das neugierig und ich habe mir sogar
die - zugegebenermaßen günstige -180g-Vinylausgabe gekauft:Zu hören gibt es typischen britisch/amerikanischen Folkrock aus der damaligen Zeit, der durchaus angenehm rüberkommt. Beim Googeln bin ich dann noch auf ein echtes Kuriosum gestoßen: in den späten 70ern hatte Robin Scott unter seinem neuen kryptischen Künstlernamen "M" sogar einen Welthit, den wohl jeder kennt: "Pop Music" (You know: "Everybody's talkin' 'bout - Pop Music ..."). Die Stimme habe ich aber nicht wiedererkannt. (18.08.2009) |
|
| Bert Jansch: "L.A. Turnaround" (Charisma, Sept. 1974 * Virgin, 2009) | |
Ein wunderbares Bert Jansch-Album, das ich bisher überhaupt nicht
kannte! Produziert von Ex-Monkee Michael
Nesmith und veredelt von seinem Pedalsteelspieler Red Rhodes.(17.07.2009) |
|
| Larry Young: "Lawrence Of Newark" (Perception, 1973 * Castle/Sequel, 2001) | |
Larry Young war einer der besten Orgelspieler des Jazz. Nachzuhören
auf diesem eher unbekannten Album aus den 70ern, das unter der Mitwirkung
des Gitarristen James 'Blood" Ulmer entstand. Bekannt
wurde er neben seinem Blue Note-Meisterwerk "Unity"
besonders durch die Mitwirkung in der ersten Besetzung von Tony
Wiliams Lifetime, sowie auf dem Album "Love Devotion Surrender"
von Carlos Santana und John McLaughlin.(27.06.2009) |
|
| Eddie Gale: "Eddie Gale's Ghetto Music" (Blue Note, 1968 * Water, 2004) | |
Auf das Debütalbum des mir bislang völlig unbekannten Eddie Gale
(spielte bei Cecil Taylor und im Sun Ra Arkestra) bin
ich zufällig im Internet gestoßen, wo eine Zusammenarbeit des Trompeters
mit der Instrumentalband Mushroom aus
San Francisco, geleitet von Trommler Pat Thomas, erwähnt wurde.
Dort gab es auch einen Hinweis auf dieses seltene Kultalbum, das eine
Besonderheit im Blue Note-Katalog darstellen soll. Kürzlich bekam
ich eine Kopie des CD-Reissues auf Water-Records, betreut von,
oh Zufall, Pat Thomas.Die Besetzung besteht aus zwei Bläsern (Eddie und Saxofonist Russell Lyle), dazu zwei Bässe, zwei Schlagzeuger und ein 11köpfiger Gospelchor. Die erste Nummer "The Rain" beginnt - verwirrend auf einem Blue Note-Album - mit einer einzelnen sanften Stimme und Folkgitarre von Eddies Schwester Joann Gale im Stile von Pentangle oder besser gesagt: Joan Baez, bevor zur zweiten Strophe Band und Chor dazukommen und die Nummer doch noch zu einer ekstatischen Jazzimprovisation wird. Ein wirklich tolles Album! Und wirklich was besonderes im Blue Note-Katalog! (28.05.2009) |
|
| Stackridge: "Friendliness" (MCA, 1972 * Edsel, 1996) | |
Ausgereifter als das Debütalbum
von 1971 und poppiger als das vierte Album "Extravanaganza"
von 1974. Ganz klar der kaum wahrgenommene Höhepunkt dieser einzigartigen
englischen Band. Ähnliches machten fast 20 Jahre später die High
Llamas mit (etwas) mehr Erfolg.(03.04.2009) |
|
| Stackridge: "The Man With The Bowler Hat" (MCA, 1973 * Edsel, 1996) | |
Hier war der Beatles-Produzent George Martin dabei. Auch ein
tolles Album, aber nicht unbedingt besser als "Friendliness".
Einziger auffallender Unterschied: es sind neben den Stammkräften
Mutter Slater (Flöte) und Mike Evans (Geige) viele
zusätzliche Bläser und Streicher mit dabei. Ich schätze mal, das die
Plattenfirma ein wenig mehr als zuvor investiert hat...(03.04.2009) |
|
| "Willis Alan Ramsey" (Shelter, 1972 * Koch, 1999) | |
Dies ist - so weit ich weiß - das einzige Album dieses texanischen
Songschreibers, damals auf dem Shelter-Label von Leon Russell
erschienen. Einige der Songs wurden später in den Versionen anderer
Künstler bekannt: "Satin Sheets" haben u. a. Waylon Jennings
und Shawn Colvin aufgenommen, die "Ballad Of Spider John"
gibt es auch in Versionen von Jimmy Buffett und Sam Bush.
"Goodbye Old Missoula" fand den Weg auf ein Album von Jimmy
Dale Gilmore. America
nahmen auf ihrem dritten Album "Hat Trick" den Titel "Muskrat
Candlelight" auf. Außerdem hat er einige Lieder mit Lyle Lovett
geschrieben. Ein ganz ausgezeichnetes Album ging da bislang spurlos
an mir vorbei - ausgezeichnet nicht nur in Hinblick auf die Leider!
Aufgefallen ist mir vor allem, dass hier mit Carl Radle/Jim
Keltner, Tim Drummond/Kenny Buttrey und Lee Sklar/Russ
Kunkel gleich drei der damals angesagtesten Bass/Schlagzeug-Studio-Duos
auf diesem Album zu hören sind. Definitiv ein Markenzeichen für höchste
Qualität.(23.02.2009) |
|
| The Greatest Show On Earth: "Horizons" (EMI/Harvest, März 1970 * Repertoire, 1994) | |
Das Debütalbum einer der ersten britischen Rockbands mit Bläsersatz.
Leider war die Band nicht so erfolgreich wie die amerikanischen Vorbilder,
aber es entstand eine gute & interessante Rockmusik. Vielleicht
war ja auch der Bandname etwas zu großspurig, bzw. niemand verstand
den Humor der Band? Mit dabei waren u. a. die Brüder Norman
und Garth Watt-Roy, die später noch in vielen anderen Bands
auftauchten, u. a. bei Glencoe und den Blockheads von
Ian Dury, sowie Dick Hanson, der später einer
der angesagtesten britischen Trompeter in Studios und auf Bühnen wurde.
(21.01.2009)
|
|
| The Greatest Show On Earth: "The Going's Easy" (EMI/Harvest, Okt. 1970 * Repertoire 1994) | |
Auch das zweite Album der Band floppte. Kurios zu hören und etwas
aus dem Rahmen fallend dabei das Lied "Magic Woman Touch",
das von den Hollies im folgenden Jahr aufgenommen und zu einem
kleineren Hit gemacht wurde. Sänger Colin Horton-Jennings steuert
zum Hollies-Album "Romany"
dann noch weitere Lieder bei.
(21.01.2009)
|
|
| Otis Rush: "Right Place, Wrong Time" (Bullfrog 1976 * Hightone 198?) | |
Gelegentlich kommt mir auch mal eine Bluesplatte zwischen die Finger.
Vom leider oft übersehenen Bluesgitarristen Otis Rush kannte ich neben
seinen bekannten Songs "Homework" und "All Your Lovin'"
eigentlich nur das 69er-Atlantic-Album "Mourning In The Morning"
(eine Nick Gravenites/Mike Bloomfield-Produktion, die ich unbedingt
mal wieder auflegen sollte!). Für den Kauf des bereits 1971 für Capitol
aufgenommenen, aber erst fünf Jahre später auf einem Kleinlabel veröffentlichten
Albums "Right Place, Wrong Time" sprachen dann mehrere Gründe:
zuerst natürlich die lobende Erwähnung im Glitterhaus-Katalog,
sonst würde ich das Album ja schließlich immer noch nicht kennen,
dann das coole Coverfoto mit der supercoolen Frisur, schließlich ein
paar Hintergrundinformationen (produziert von Nick Gravenites
im legendären Wally Heider-Studio in San Francisco mit der ganzen
SF-Posse, u. a. auch Jerry-Garcia-Kumpel John Kahn am Bass),
vor allem aber die ausgezeichnete Version vom damals noch recht neuen
Tony Joe White-Klassiker "A Rainy Night In Georgia".
(11.01.2009)
|
|
| Bridget St. John: "Thank You For ..." (Dandelion, Juni 1972 * Cherry Red, 2005) | |
Auch das dritte Album der britischen Sängerin, gleichzeitig das letzte
auf dem anschließend eingestellten Dandelion-Label von John Peel,
habe ich mir inzwischen besorgt. Dieses mal ohne Orchester, aber mit
gelegentlichen Beiträgen der besten britischen Folkrockmusikanten
(Dave Mattacks von Fairport
Convention, Andy Roberts von Plainsong,
Gordon Huntley von Matthews
Southern Comfort, Ian Whiteman von Mighty
Baby, etc.), weshalb der Klang insgesamt ein klein wenig "rockiger"
daher kommt. Im Mittelpunkt aber nach wie vor Bridget mit ihrer Stimme
und Gitarre. Die Cherry Red CD wurde ergänzt um einen Liveauftritt
aus Montreux vom 28.04.72.
(19.12.2008)
|
|
| Bridget St. John: "Songs For The Gentle Man" (Dandelion, April 1971 * Cherry Red, 2005) | |
Das zweite Album der britischen Folk-Singer-Songwriterin, ehedem auf
John Peels Dandelion-Label, wurde von Multiinstrumentalist
Ron Geesin produziert, den ansonsten vielleicht der eine oder
andere vom Pink Floyd-Album "Atom
Heart Mother" kennt. Stellt Euch vor, Nico
(deren Musik ich sehr schätze!) könnte richtig singen, dazu Bridgets
Akustikgitarre in der Art von Nick Drake , nicht ganz so virtuos,
aber genauso wunderschön von klassischen Instrumenten umspielt wie
auf "Five Leaves Left"!
(02.12.2008)
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| Walter Wegmüller/Die Kosmischen Kuriere: "Tarot" (Ohr, Okt. 1973 * Spalax, 1994) | |
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Die Wirkung der anscheinend ernsthaft gemeinten - und mich eher irritierenden - Texte wird durch den Vortrag von Wegmüller mit seiner nicht zu überhörender Schwyzerdütsch-Einfärbung - und einmal von Jerry Berkers mit holländischem Akzent - doch angenehm gemildert. Kosmische Weisheiten klingen mit Schweizer Akzent für meine Ohren eben nicht mehr wirklich pathetisch. Eher lustig. Außerdem haben damals ja auch englische Bands wie Hawkwind ähnliches in der Verbindung von Kosmos, Poesie und Rock'n'roll gemacht. Mich würde eigentlich nur noch interessieren, was die teilweise doch eher bodenständigen Musiker ("bodenständig" für Hippieverhältnisse - zumindest würde ich die Wallensteine so einschätzen!) wohl selber von dem von Herrn Kaiser verpassten Bandnamen "Kosmische Kuriere" gehalten haben. Mehr oder weniger Zeitgleich entstanden im Studio vom legendären Dieter Dierks im Kölner Vorort Stommeln auch die von mir sehr geschätzten Alben "Mother Universe" von Wallenstein, "Unterwegs" von Jerry Berkers und "Bauer Plath" von Witthüser & Westrupp! Das Original auf Doppelvinyl aus den 70ern, mit echten Tarotkarten,
soll heutzutage angeblich unbezahlbar sein. Die Doppel-CD vom französischen
(!) Label Spalax (ohne Karten) ist aber über das Internet immer
noch zu bekommen. Aufgeschlossenen Geistern mit Sinn für das
Kuriose, aber auch mit Sinn für musikalischer Substanz, kann
ich diese CD nur wärmstens empfehlen! |
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| Dennis Wilson: "Pacific Ocean Blue" (Epic/Caribou, Sept. 1977 * Sony/Legacy, Juni 2008) | |
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| Lava: "Tears Are Goin' Home" (Brain, 1973 * Repertoire, 1996) | |
Diese Platte habe ich seit ÜBER DREISSIG JAHREN nicht mehr gehört
- und trotzdem konnte ich mich an vieles (nicht alles) noch gut erinnern:
sehr abwechslungsreicher, untypischer Krautrock, irgendwo zwischen
Hawkwind (der Titelsong), Singer/Songwriter-Folkrock
("Holy Fool"), Sing-a-long-Folklore ("Would Be Better
You Run") und monotoner Velvet-Underground-Trance (das
instrumentale, 10minütige "Piece Of Peace"). Nie wirklich
virtuos gespielt, aber immer mit tollen Songideen und originellen
Arrangements, sowie einer künstlerischen Lässigkeit, also
eben ganz anders als Eloy, Jane und Konsorten. Jedes
der 7 Lieder klingt anders und trotzdem passt alles zusammen! Die Band stammte aus Berlin und war ein loser Verbund von Künstlern aus anderen Bereichen (vor allem wohl Schauspieler, wie z.B Sänger/Gitarrist Stefan Ostertag, oder Werbetexter, wie Multiinstrumentalist Jürgen Knaack), die sich zu diesem anscheinend lockeren Bandgefüge zusammentaten, sich aber danach, als sich ein kommerzieller Erfolg nicht einstellte (da hätte man ja live auftreten oder sogar touren müssen!), als feste (?) Band wieder auflösten und ihren Hauptbeschäftigungen widmeten. (15.07.2008) |
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| "Gila" (BASF, August 1971 * Second Battle, 1992) | |
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Einzige Schwäche des Albums ist der - zum Glück- nur untergeordnete Gesangs- bzw. Sprechanteil. Da wäre zum Beispiel bei der Nummer "Aggression" (die Lieder haben alle so blöde Titel), wo am Ende mit leicht schwäbischem Akzent die Textzeile "Unnachgiebiges aggressiv Bekämpfen ist Kampf gegen sich selbst" immer wiederholt wird. Oder die eher deutsche Aussprache des Wortes "Isolation" beim ansonsten englischen Text von "Kommunikation". Das ist zwar eigentlich völlig unwichtig, nervt aber schon ein wenig. Oder ist zumindest (unfreiwillig?) komisch. Witzig ist vielleicht auch noch die Plattenfirma: damals hatte
sich der Chemiegigant aus Mannheim/Ludwigshafen tatsächlich
als Plattenfirma versucht. Vielleicht weil man dachte, wenn man
schon Vinyl herstellt, dann könnte man auch das produzieren,
was dort hineingepresst wird ... |
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| Gila: "Bury My Heart At Wounded Knee" (Warner, Juli 1973 * Garden Of Delights, 2000) | |
Ganz anders klang die Band dann zwei Jahre später: Conny Veit
war ohne seine alten Mitmusiker aus beruflichen Gründen nach
München gezogen und war inzwischen Mitglied vom Studioprojekt
Popol Vuh von Florian Fricke. Zusammen mit Fricke, Popol Vuh-Trommler
Daniel Fiechelscher und seiner singenden Freundin Sabine Merbach
nahm er für die große Plattenfirma Warner dieses Album unter
dem alten Bandnamen auf. Statt langer, rockiger Instrumentalpassagen
gab es hier kurze, teilweise folkige Songs, bei denen der Gesang und
die Texte über die nordamerikanischen Indianer und ihre Vertreibung
durch die Weißen im Mittelpunkt standen. (13.07.2008) |
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| Brainstorm: "Second Smile" (Intercord/Spiegelei, Jan. 1974 * Garden Of Delights, 2000) | |
WARNUNG!
KRAUTROCK! Brainstorm stammten aus Baden-Baden und hatten es zu Lebzeiten
(also etwa bis 1975) auf zwei Alben beim inzwischen ebenfalls verblichenen
Stuttgarter Mini-Majorlabel Intercord gebracht. Die Musik ist
sehr freakig, aber jazziger als bei vielen deutschen Kollegen aus
jener Zeit und erinnert ein wenig an den Sound verschiedener englischer
Bands der sog. "Canterbury-Szene", ohne diese aber einfach
zu kopieren: mir fallen Soft Machine, aber auch Caravan
ein.Aufmerksam geworden bin ich auf die Band durch ihren ehemaligen Gitarristen/Saxofonisten Roland Schaeffer, der seit Mitte der 70er (mit Unterbrechungen) seine musikalische Heimat bei Guru Guru gefunden hat, und der mit einem Stapel dieser CDs nach dem Guru-Gig in der Bochumer Zeche neben mir stand, wo ich mich aber (noch) nicht zu einem Kauf durchringen konnte. Das habe ich jetzt dank Internethörproben nachgeholt und bin ganz überrascht, wie gut mir das gefällt! (27.06.2008) PS: Garden Of Delight ist übrigenz das Krautrocklabel mit dem gewissen "unfreiwilligen" Humor, der mir auch schon im Booklet der Xhol Caravan-CD aufgefallen war. |
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| Mellow Candle: "Swaddling Songs" (Decca/Deram, April 1972 * Cherry Red/Esoteric, März 2008) | |
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| Shel Silverstein: "Freakin' At The Freakers Ball" (Columbia, 1973 * Collector's Choice, 1999) | |
Der Mann war (1999 verstorben!) ein echtes Phänomen, weil er
in den unterschiedlichsten künstlerischen Bereichen erfolgreich
war: als Jazzmusiker (erstes Album von 1959, so weit ich weiß), als
Folksänger, als Cartoonist (im Playboy!), als Kinderbuchautor
und Illustrator. Am erfolgreichsten war er nach meiner Einschätzung
als Songschreiber für andere Künstler: so stammen von ihm
unter anderem der Johnny Cash-Hit "A Boy Named Sue",
der Marianne Faithful-Hit "The
Ballad Of Lucy Jordan" und fast alle Lieder der ersten drei/vier
Alben von Dr. Hook & The Medicine
Show (z.B. die Hits "Sylvia's Mother" und "On The
Cover Of The Rolling Stone"). Deren Charterfolg muss wohl Columbia
dazu veranlasst haben, ihn selber mal wieder im Studio hinter das
Gesangsmikrophon zu lassen, was er sehr charmant und verrückt,
aber wohl nicht besonders virtuos, macht. Somit gehört wohl Singen
nicht zu seinen drei größten Talenten. Bei der Studioparty war die komplette Dr. Hook-Truppe mit dabei, unter den (natürlich) durchweg selbst komponierten Songs kennt man zumindest den Titelsong, der im Jahr zuvor auch schon auf dem Album "Sloppy Seconds" von Dr. Hook zu hören war. (16.05.2008) |
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| Gypsy: "Brenda & The Rattlesnake" (United Artists, Feb. 1973 * SPM 1994) | |
Das mit der
Wiederveröffentlichung auf CD ist zwar nicht gelogen, aber ich
habe mir doch tatsächlich letzte Woche für 15€ die
alte Langspielplatte von 1973 angeschafft. Diese englische Band (aus
Leicester) war mir bislang völlig unbekannt, aber ein paar Details
vom Klappentext haben mich neugierig gemacht: einen der drei (!) Gitarristen
- Ray Martinez - kannte ich namentlich von Produktionen aus
dem berühmten Waliser Monmouth-Studio, in dem auch Man
oft aufgenommen haben: von Barry Meltons Solodebüt "The
Fish" und "Doing A
Moonlight" von Alkatraz, bei denen Ex-Man
Will Youatt mitmischte. Alle drei Alben damals übrigenz
beim leider dahingeschiedenen Label United Artists erschienen,
deren britische Abteilung damals auch Man,
Brinsley Schwarz, Hawkwind
und Dr. Feelgood im Sortiment hatten.
Eine Mischung ganz nach meinem Geschmack!Und was gibt's nun also bei Gypsy zu hören? Natürlich Westcoast- bzw. San-Francisco-infizierten britischen Gitarrenrock, wie er auch von meinen alten Helden Man stammen könnte, ohne diese jedoch zu kopieren. Eine schöne Entdeckung! (12.04.2008) |
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| Al Wilson: "Searching For The Dolphins" (Soul City, 1969 * Ace 2008) | |
Ein relativ
unbekannter Soulsänger mit seinem Debütalbum, auf das ich
über die Coverversion von Fred
Neils "The Dolphins" aufmerksam geworden bin. Eine wirklich
schöne Entdeckung!(31.03.2008) |
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| Judy Henske & Jerry Yester: "Farewell Aldebaran" (Straight, 1969 * Radioactive, 2008) | |
Eine ziemlich merkwürdige "Folkplatte" von Jerry
Yester, ehemals Produzent von Tim
Buckley, auf Frank Zappas Label Straight, zusammen mit
seiner Frau Judy Henske. Kann man mit nichts wirklich vergleichen
und muss man öfter hören, um sie genießen zu können.
Aber dann ...(15.03.2008) |
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| Dion: "Dion" (Laurie, 1968 * Ace, 2007) | |
Der ehemalige
Teenagerstar Dion DiMucci mit seinem ersten "ernsthaften"
Album. Neben ein paar eigenen Songs fallen vor allem die geschmackvoll
ausgewählten und interessant interpretierten Fremdtitel von den
allergrößten Songpoeten auf: Cohen ("Sisters
Of Mercy"), Dylan ("Tomorrow Is A Long Time"),
zweimal Fred Neil (natürlich "Dolphins" und
"Everybody's Talkin'", wegen denen ich mir die CD letztendlich
gekauft habe!) und Joni Mitchell ("Both Sides Now").
Dazu Motown (Stevie Wonders "Loving You Is Sweeter Than
Ever") und Blues ("Sonny Boy" von Lightning Hopkins).
Am überraschendsten aber ist die orchestrale, nur am Text wieder
erkennbare Version von "Purple Haze", die sogar Jimi
Hendrix selber gemocht haben soll. Erinnert ein bisschen an die
Geigen und Flöten bei Nick Drake.Eine schöne Platte für Leute, die gute Songs und gute Interpretationen zu schätzen wissen und keine Abneigung gegen Geigen haben! (08.03.2008) |
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| Joy Of Cooking (Capitol, 1971 * Evangeline/Acadia, Juli 2003) | |
Die Band aus Berkeley/Kalifornien spielte eigentlich ganz typischen
Westcoast-Singer/Songwriter-Countryrock, war aber insofern etwas Besonderes
als sie von zwei Frauen geführt wurde: Sängerin/Gitarristin
Terry Garthwaite und Pianistin/Songschreiberin Toni Brown.
Dazu kamen in "begleitender Funktion" drei Herren an Bass,
Schlagzeug und Congas. 1971/72 erschienen kurz hintereinander drei
Alben, die zwar relativ erfolglos blieben, aber aus heutiger Sicht
doch zeitlos klingen und zwischen Cheryl Crow und Norah
Jones locker ihren Platz finden würden. Die musikalischen
Highlights sind für mich der Gesang von Terry und das
Pianospiel von Toni, aber auch die Congas von Ron Wilson,
die im Mix gut zur Geltung kommen, ohne dass es sich wie ein Santana-Abklatsch
anhört.(Wieder)Entdeckt habe ich die Truppe kürzlich mit den CD-Wiederveröffentlichungen im Glitterhaus-Katalog und spontan alle drei bestellt. Den Namen der Band kenne ich im Übrigen schon seit Mitte der 70er, denn eines der Alben stand damals in der Plattensammlung der großen Schwester von meinem Freund Frank und irgendwie habe ich das im Gedächtnis behalten, ohne mich wirklich an die Musik erinnern zu können. Auch fällt mir nicht mehr ein, welches der drei Alben das damals war. Deshalb hier jetzt zunächst einmal das titellose Debütalbum. Aber eigentlich sind alle drei sehr gut. Eine schöne Sache, wenn ich aus meiner musikalischen Lieblinxepoche (Spät60er bis Früh70er) immer noch den einen oder anderen Schatz entdecken kann! (10.02.2007) |
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| Albert Mangelsdorff Quintett: "Folk Mond & Flower Dream" (L+R, 1968 * Tropical Sept. 2007) | |
Die damals sicherlich beste deutsche Jazzcombo mit einer besonders
schönen Platte. Nicht mehr purer Hard Bop, aber auch noch kein
Freejazz. Jahrelang war dieses Album quasi verschollen, da es im Zuge
der Umstellung auf CD in den späten 80ern wohl übersehen
worden ist. Die Platte entstand zwar im Spätsommer '67, hat aber
eigentlich nichts mit damaliger "Hippiemusik" zu tun, auch
wenn natürlich der Titel wohl dem damaligen Zeitgeist entsprungen
ist. Neben dem Bandleader Albert Mangelsdorff, einem der weltbesten
Jazzposaunisten, sind an den Saxofonen Heinz Sauer und Günter
Kronberg zu hören, dazu die vorzügliche Rhythmusgruppe
mit Günter Lenz am Bass und Ralf Hübner am
Schlagzeug.(04.10.2007) |
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| "Andy Roberts And The Great Stampede" (Elektra, 1973 * Fled'gling, Juni 2007) | |
Dies soll das letzte Soloalbum vom ehemaligen Plainsong-Gitarristen
sein, ein kommerzieller Flop, der dazu führte, dass er sich anschließend
ganz auf (regelmäßig bezahlte) Auftragsmusik für Film
und Theater konzentrierte. Im toll aufgemachten Begleitheft schreibt
er, wie begeistert er sich damals in die Arbeit gestürzt und
auch eigenes Geld in Werbung investiert hatte, aber sein Plattenlabel
Elektra (frisch aufgekauft von Asylum und unter der Fuchtel von Warner/Kinney)
sich kaum dafür interessiert und nur magere 1500 Exemplare gepresst
hatte: Vinyl war im Zuge der Ölkrise knapp geworden und musste
angeblich für das Weihnachtsgeschäft mit Beatles-Platten
gespart werden ... ... also bekam damals kaum jemand diese Platte zu hören, obwohl sie eigentlich doch eine richtig schöne Platte geworden war. Relativ rockend für Roberts'sche Verhältnisse, der hier fast ausschließlich E-Gitarre spielt, aber doch mit country- und folklastigen Anteilen, vor allem wegen der tollen Begleitmusiker: B.J. Cole an Pedal Steel und Dobro, sowie dem jungen Geiger Mick Kaminski, der Jahre später beim grausligen Electric Light Orchestra landen sollte. An den Tasten der beeindruckende Zoot Money und mit Gerry Conway und Pat Donaldson eines der besten britischen Rhythmusgespanne im Boot. (07.09.2007) |
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| Anne Briggs: "The Time Has Come" (Columbia, 1971 * Sony BMG/Legacy, August 2007) | |
Neulich habe ich beim Blättern durch das englische UNCUT-Magazin
die Anzeige für dieses Album gesehen und war sofort von dem Hippiemädchen
auf dem Cover mit der lässig geschulterten Bouzouki fasziniert.
Nicht lange gefackelt und CD bestellt.Bei der mir bislang völlig unbekannten Anne Briggs handelt es sich um eine obskure englische Folksängerin, die auf diesem Album zur Gitarren-, Dulcimer oder Bouzoukibegleitung eigene Songs singt. Eher Folklore als typische Singer/Songwriter-Musik, also nicht so unbedingt mein Ding, aber die Frau hat eine tolle Stimme und erzeugt eine wunderbare geheimnisvolle Stimmung mit ihrer Musik. Ich kann diese "Entdeckung" nur wärmstens weiterempfehlen und Euch auch auffordern, selber mehr über die Lady zu nachlesen ... (29.08.2007) |
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| David Blue: "Comin' Back For More" (Asylum, 1975 * Wounded Bird, April 2007) | |
Eines meiner Lieblingsalben von David Blue, das ich bislang nur als
Kassettenkopie hatte. Für mich unerklärlich ist, dass es
als eines seiner schwächeren gilt. Ich finde es dagegen immer
noch richtig gut, wie ich heute beim ersten Hören nach langer
Zeit wieder feststellen konnte. Teilweise sehr fetzig (z.B. im Titelsong),
teilweise sogar funky (ähnlich wie Tim Buckley in seiner
Spätphase), aber auch mit schönen Akustik-Songs (z.B. "Save
Some For Me"). Einmal gibt's sogar Bob Dylan an der Mundharmonika
bei einem seiner raren Gastspiele zu hören.(12.08.2007) |
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| Pavlov's Dog: "Pampered Menial" (ABC, 1975 * Rockville, 2007) | |
Am
letzten Sonntag war ich seit langer Zeit mal wieder auf einem Konzert
in der Zeche Bochum, denn dort waren Pavlov's Dog zu Gast,
die Band an der sich in meiner Jugend aufgrund der sehr hohen Stimme
des Sängers David Surkamp (ich meine SEHR hoch!) die Geister
geschieden haben. Ich habe die Band aber immer gerne gehört,
u. a. weil die Band immer tolle Songs hatte. Entdeckt hatte ich den
Konzerthinweis beim Stöbern durch die Musikzeitschriften in der
Buchhandlung am Frankfurter Bahnhof. Mir fiel das Heft Eclipsed
auf, die was über Pavlog's Dog, Frumpy und die
Beach Boys brachten, ansonsten aber eher für den unsäglichen
Progrock zuständig sind, der mich ansonsten nicht sonderlich
interessiert. Da aber für die Zugfahrt dringend Lesestoff benötigt
wurde und nichts anderes zu finden war, habe ich zugeschlagen. Der
recht kurze Artikel samt Interview über die "Progrockband
Pavlov's Dog" hatte aber einen Hinweis auf anstehende Europakonzerte
- und da war als einziger NRW-Gig tatsächlich die Bochumer Zeche
dabei!Am nächsten Tag dann schnell eine Karte organisiert und hingefahren. Zu meiner Freude war das Konzert gut besucht und entpuppte sich als eines der besten, das ich in letzter Zeit gesehen habe. Zweimal hatte ich sogar Tränen in den Augen vor echter Ergriffenheit: beim allerersten Gesangston von David Surkamp (der es auch in den hohen Tonlagen immer noch voll drauf hat!), und dann bei meinem Lieblingslied "Standing Here With You" vom zweiten Album "At The Sound Of The Bell" von 1976. Gekauft habe ich mir dann nach dem Konzert das wiederveröffentlichte Debütalbum "Pampered Menial" von 1975, das ich bislang nur als Kassettenkopie hatte. Außer David Surkamp war beim Konzert von der alten Truppe auch noch Trommler Mike Safron dabei. Selten habe ich einen Trommler gesehen, der visuell so beeindruckend gespielt hat. Der Mann spielt ganz locker in der Liga von John Bonham, Keith Moon und dem "Tier" aus der Muppets-Show! Und nach dem Konzert hat die Band fleißig alles unterschrieben, was man ihr vorgelegt hat: und so bin auch ich zu meinem wertvollen Exemplar mit den Autogrammen von David Surkamp und Mike Safron gekommen. (28.07.2007) |
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| Warren Zevon: "The Envoy" (Elektra/Asylum, Juni 1982 * Rhino, Mai 2007) | |
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| Jim Ford: "The Sounds Of Our Time" (1969-72 * Bear Family, 2007) | |
Das einzige Album von Jim Ford hieß "Harlan County", erschien
1969 und verschwand schnell wieder in der Versenkung. Bisher kannte
ich Jim Ford nur als Autor von "Juju Man", das ich über
die englischen Pubrocker Nick Lowe (damals noch bei der Band
Brinsley Schwarz, und Dave Edmunds kennen gelernt hatte und
dann oft in den 80ern mit den Rusty Nails
gespielt hatte. Leider ist das Lied nicht auf der CD, aber ansonsten
alles, was Jim Ford je veröffentlicht hat. Außer "Harlan
County" nur noch ein paar Singles, bevor er dann in der Versenkung
verschwand.Die Sounds von Jim Ford kann man genauso wie die seiner bekannteren Kollegen aus dem Süden der USA als "Country-Soul" oder einfach nur Rock'n'roll bezeichnen. Ich denke da an z.B. Tony Joe White, Delaney & Bonnie. (18.05.2007) |
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| Golden Earring: "Seven Tears" (Polydor 1971 * Red Bullet, 2001) | |
1972
bekam ich meinen ersten Kassettenrekorder. In Mono und von Nordmende.
Da es die Marke wohl nicht mehr gibt, ist das wohl auch keine Schleichwerbung.
Am Anfang habe ich mit dem Mikrofon vom Fernsehlautsprecher aufgenommen.
Später dann auch entdeckt, dass man das Maschinchen auch mit
dem Radio verkabeln kann. Gelegentlich hat mir der Papa dann auch
eine bespielte Stereokassette spendiert. Die kosteten damals schlappe
23 DM. Das mit dem Stereoklang war natürlich sinnlos (s. o.),
aber ich hab mich trotzdem sehr gefreut. Die Auswahl war zwar nicht
groß bei "Radio Neu" in Friedrichsfeld (gibt's natürlich
auch nicht mehr) oder bei Hertie in Dinslaken (das heißt jetzt wieder
so!). Soweit ich mich richtig erinnern kann hatte ich mir damals gekauft oder geschenkt bekommen: "Acceleration" von Middle Of The Road (da ist tatsächlich mit "Medicine Woman" ein gutes Lied drauf!), "Distant Light" von den Hollies, "Machine Head" von Deep Purple, "Golden Era Of Pop Music" von den Tremeloes und vielleicht noch die eine oder andere, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Aber eben auch "Seven Tears" von der holländischen Band Golden Erring, von denen ich bei Ilja Richter den Hit "Buddy Joe" gehört hatte. Ich hab mich zwar geärgert, dass das Lied nicht auf der Kassette mit dabei war, aber die MC dann doch viel gehört. Eine große Auswahl hatte ich ja nicht. Kürzlich war ich wieder mal im Zweitausendeinsladen in Nürnberg (ich bin oft aus Jobgründen in der Stadt und kann da sonst auch nicht viel anderes unternehmen) und habe dort einen ganzen Stapel Golden Earring-CDs für kleines Geld stehen sehen. Dann hat mich der Teufel geritten und ich habe mir das Album noch mal gekauft und am nächsten Tag auf der Rückfahrt im Zug auf meinem Läpptopp gehört und - Ihr werdet jetzt nicht wirklich überrascht sein - konnte nach schlappen 35 Jahren noch alle Lieder mitsingen! Natürlich nur gedanklich, denn ich wollte meine Mitreisenden nicht erschrecken! (März 2007) |
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| Hoelderlin: "Clowns & Clouds" (Intercord/Spiegelei 1976 * EMI/Odeon Feb. 2007) | |
Krautrock is back! Völlig "out of the blue" (zumindest
für mich!) gibt es den kompletten Backkatalog einer der besten
Deutschrockbands der 70er endlich auf CD. Das titellose
zweite Album von 1975 der Wuppertaler Band besitze ich schon seit
damals und es wurde auch schon an anderer Stelle angemessen gewürdigt.
Dies ist der Nachfolger von 1976, nach Expertenmeinung das beste Album
der Band. Auf jeden Fall ist es spieltechnisch noch auf einem noch
höheren Level als der Vorgänger. Komplexere Keyboards von
Jochen Grumkow, virtuose Bassläufe von Neuzugang Hans
Bäär und vertrackte Rhythmen von Trommler Michael
Bruchmann, aber leider weniger Platz für die Gitarre von
Christian Grumkow, der auch zum letzten Mal als Musiker dabei
war. Heimlicher Star neben Bratschenspieler Christoph Noppeneney,
der sich vor allem als Sänger profiliert, ist für mich der
Gastmusiker Büdi Siebert mit Saxofon- und vor allem Querflötenspiel,
das locker in der Liga von Mel Collins auf King Crimsons
"In The Wake Of Poseidon"
liegt.(Februar 2007) |
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| Karen Dalton: "In My Own Time" (Paramount/Just Sunshine 1971 * Light In The Attic, Okt. 2006) | |
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Zum Abschluss noch ein paar "Inhaltsangaben", die neugierig
machen sollen: aufgenommen wurde in den Bearsville-Studios
zu Woodstock mit vielen der dort damals ansässigen Musikern,
die durchweg für Qualität bürgen: Bassist (und hier
auch Produzent) Harvey Brooks, die Gitarristen Amos Garrett
und John Hall, die Pianisten Richard Bell und John
Simon, beide mit Bezug zu "The
Band" (von der zwar keiner mitspielt, aber immerhin wird
Richard Manuels "In A Station" in einer sehr schönen
Version gebracht!), Neil Youngs Steeler Ben Keith und noch
ein paar andere, die man ansonsten auch auf Platten von Janis
Joplin und Bonnie Raitt
aus dieser Zeit hören kann. |
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| Mighty Baby (Head, Okt. 1969 * Ace/Big Beat, 1994/2006) | |
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| Millie Jackson: "Caught Up" (Polydor/Spring, 1974 * Ace/Southbound, Mai 2006) | |
"the only concept album one can dance and
drink to" meint der Schreiberling von All
Music Guide und hat wahrscheinlich recht: denn "Konzeptalbum"
und "Spaß" passen nicht unbedingt zusammen. Aber das durchgehende
Thema der Platte ist eben die Dreiecksbeziehung aus der Sicht der
"anderen Frau". Und Millie Jackson ist eine der begnadetsten
Soulsängerinnen aus den 70ern, die nach vorausgehenden Charterfolgen
auf diesem Album wohl endlich "künstlerische Kontrolle"
hatte. Also ungefähr so wie bei Marvin Gaye und "What's
Goin' On", wenige Jahre zuvor. Übrigenz kannte ich Millie Jackson bislang überhaupt nicht und hatte mir die Platte nach einer überschwänglichen Erwähnung in einer Musikzeitschrift eigentlich nur angeschafft, weil auch die tolle Arbeit der Begleitband hervorgehoben wird: es handelt es sich um niemand anderen als die Muscle Shoals Rhythm Section, bei deren Namen das Herz des Kenners höher schlägt und die hier auch wirklich klasse aufspielen: Barry Beckett (keyboards), Jimmy Johnson und Pete Carr an der Gitarren, David Hood am Bass und Roger Hawkins am Schlagzeug. (15.10.2006) |
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| Hi-Fi: "Complete Works" (1982/83 * Blue Rose, Aug. 2006) | |
Wegen
der Farbwahl des Grafikers ist das ja fast schon wieder ein Fall für
die Seite "Ugly Cover"! Anfang
der 80er, in einem völlig unpassenden Moment, glaubten Ex-Fairport
Convention-und Ex-Plainsong-Sänger
Iain Matthews und David Surkamp, Ex-Sänger der
"Prog-Rocker" Pavlov's Dog,
schnellen Gitarrenpop spielen zu müssen. Ich fand's damals toll,
aber die geniale Live-EP "Demonstration
Records" und das leider nicht ganz so geniale Studioalbum
"Mood For Mallards" wollte damals (außer mir?) scheinbar
kaum jemand hören. Folkrockfans von Iain und Progrockfans von
David schrieen wahrscheinlich gemeinsam in ungewöhnlicher Allianz,
aber natürlich aus unterschiedlichen Perspektiven, ganz laut
"VERRAT!!!". Nach fast 25 Jahren gibt es jetzt beim süddeutschen Blue-Rose-Label, der aktuellen musikalischen Heimat von Iain Matthews, diese Doppel-CD, die angeblich wirklich ALLES dieser verunglückten Band enthält. Für mich neu waren dabei die Bonus-DVD mit Bildaufnahmen von der Entstehung tollen Live-EP, sowie eine etwas bizarre Weihnachtssingle, die genauso schrecklich klingt, wie man sich so was vorstellt. Wir hören neben der Eigenkomposition "It's Almost Christmas" noch das altbekannte "Winter Wonderland" im Stil der Shadows (oder eher der Spotnicks): anscheinend ironiefrei vorgetragen und deshalb besonders gruselig ... (31.08.2006) |
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| Emitt Rhodes (ABC/Dunhill, 1970 * One Way, 1993) | |
Ich
kenne nicht viele gute Singer/Songwriter oder Bands, die man stilistisch
und von der musikalischen Qualität her in einem Atemzug mit den
Beatles nennen darf. Neben den Finn Brüdern von Crowded
House aus etwas aktuellerer Zeit fällt mir da aus den 60ern/7oern
neben Alex Chiltons Big Star
eigentlich nur der ehemalige Sänger der Merry-Go-Round
ein, der dieses "Solo-Debüt" im wahrsten Sinne des
Wortes auf die Beine gestellt hat: für Songwriting, Gesang, alle
Instrumente und Produktion war er ganz alleine verantwortlich. Trotzdem
klingt es nicht nach billigem Homerecording. Entdeckt habe ich den Mann (mal wieder) über das Lesen von Kleingedrucktem auf Plattencovern, denn er ist der Autor von "Time Will Show The Wiser", das Fairport Convention auf ihrem Debütalbum aufgenommen haben! Im März hatte ich dann die CD bei Amazon entdeckt und sofort bestellt. Nach 4 Monaten teilte man mir jedoch mit, dass man die CD doch nicht besorgen könnte (sie steht übrigenz immer noch im Online-Katalog!). Aber zum Glück hat mir jetzt kürzlich ein Freund mit einer digitalen Sicherheitskopie ausgeholfen! (07.08.2006) |
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| Dumptruck: "For The Country" (Big Time, Juli 1987 * Rykodisc 2003) | |
Gute Gitarrenmusik aus den 80ern. Ich hatte damals mal im Radio was
von den Jungs aufgenommen und irgendwie den Namen im Hinterkopf behalten
und jetzt nach langen Jahren entdeckt, dass das eine richtig gute
Band war!(Juli 2006) |
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| Nicolette Larson: "Live At The Roxy" (Warner, März 1979 * Rhino Handmade, Mai 2006) | |
Die CD war mit 21 Oiro zwar ein bisschen teuer, aber ich habe den
Kauf nicht bereut. Nicolette Larson, ehemalige Backgroundsängerin
für Neil Young und Commander
Cody, durfte in einem der bekanntesten Clubs von L.A. mit einer
handverlesenen Allstarband (u. a. Bill Payne und Paul Barrere
von Little Feat und Albert
Lee) die ausgezeichneten Lieder ihres Debütalbums
präsentieren. Wunderbar das Ganze!(13.07.2006) |
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| Bobby Bland: "Dreamer" (ABC/Dunhill, 1974 * BGO, 2002) | |
Der Mann gilt schon seit den 5oern als einer der besten Bluessänger.
Ich habe ihn erst kürzlich für mich entdeckt, als ich im
Internet über die Nummer "I Wouldn't Treat A Dog" gegoogelt
habe, die ich bislang nur in der Coverversion der Nighthawks
kannte und bin dabei eben auf diese Platte gestoßen. Mit "Ain't
No Love In The Heart Of The City" gibt's sogar noch eine zweite
bekannte Nummer, die viele sicherlich von irgendwelchen Blues-Brothers-Imitatoren
von irgendwelchen Stadtfesten kennen. Die Band bringt diesen schönen Mitt70er-Sound, der noch ohne Digitalequipment auskam, allerdings setzt Keyboarder Michael Omartian schon einen monophonen ARP-Synthesizer ein, der aber nicht weiter stört. Die Gitarrenfraktion ist exquisit besetzt (Larry Carlton, Dean Parks und Ben Benay), ebenso die Rhythmusgruppe (Wilton Felder von den Crusaders am Bass und Ed Greene am Schlagzeug) (24.05.2006) |
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| Danny O'Keefe: "American Roulette" (Warner, 1977 * Wounded Bird, April 2006) | |
Wie
lange habe ich auf diese CD gewartet! Eine meiner größten Wühltischentdeckungen,
irgendwann in den frühen 80ern für 5 DM erstanden, hatte
ich mir inzwischen von meiner betagten schwarzen Scheibe eine CDR
gemacht, auch wenn es manchmal schon arg geknistert hat. Ich will
auch keine langen Worte verlieren, sondern nur auf
meine alte Lobpreisung verweisen!(Mai 2006) |
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| Danny O'Keefe: "Global Blues" (Warner, 1979 * Wounded Bird, April 2006) | |
Global
Blues war Danny O'Keefe letzte Platte bei einer großen Plattenfirma
und seine letzte überhaupt für einige Jahre. Auch hier hab
ich zugeschlagen, um die Musik ohne das Knistern der alten Platte
genießen zu können. Schräger und nicht ganz so gut wie "American
Roulette" - aber immer noch gut genug! (Mai 2006) |
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| Jimmy Webb: "El Mirage" (Atlantic, 1977 * Collector's Choice, 2006) | |
Ein echtes "Dream-Team" war hier zu Gange: Jimmy Webb,
einer der wichtigsten und erfolgreichsten Songschreiber der späten
60er (z.B. "Galveston", "Wichita Lineman", "MacArthur
Park" und "Up, Up And Away") und Sir George Martin,
der ehemalige Beatles-Produzent. Leider hat es dann auch dieses mal
wieder nicht geklappt, Jimmy Webb auch als Sänger der eigenen
Songs erfolgreich zu etablieren. Dabei ist das ein wirklich gelungenes,
wie soll ich's jetzt sagen - "Adult-Pop-Album", aber so
was wollte im Jahr 1977 offensichtlich kaum jemand hören. Was machte eine Platte für mich zu einer guten Platte? Es liegt nicht unwesentlich an gutem Songmaterial. Bis auf einen schwachen Fremdtitel von seinem Gitarristen Fred Tackett (was hat Webb wohl dazu bewogen, jenes "Dance To The Radio" aufzunehmen?) gibt es nur gute eigene Lieder, darunter sogar drei herausragende, die vielleicht der eine oder andere von Euch kennt: zum einen eine Neuauflage von "P.F. Sloan", dann "Highwayman", nach dem sich Johnny Cash, Merl Haggard, Willie Nelson und Kris Kristofferson in ihrem Allstar-Projekt benannt haben und das sie auch zu Hitehren brachten, vor allem aber die von vielen Künstlern aus dem Rock, Pop und Jazzbereich gecoverte "The Moon Is A Harsh Mistress" (u. a. Charlie Haden, Linda Ronstadt, Judy Collins, Joe Cocker und Aj Webber) (25.03.2006) |
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| Judee Sill: "Heart Food" (Asylum, 1973 * Water, Sept. 2005) | |
Auch das zweite Album ist voll brillanter Musik. Eine Schande, dass
sie damals kaum jemand gehört hat!!! Für mich ist Judee
Sill ganz klar die Entdeckung des Jahres, auch wenn sie schon
lange nicht mehr unter uns weilt ...(23.02.2006) |
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| Judee Sill (Asylum, 1971 * Water, Sept. 2005) | |
Noch schöner als ich erhofft habe ist dieses Album, auf das ich
schon einige Wochen gewartet habe! Ich will hier gar nicht viele Worte
verlieren: starke Lieder, großartige Orchesterarrangements und eine
wunderbare Gesangsstimme. Und "Jesus Was A Crossmaker" ist
zur Zeit mein absolutes Lieblingslied! An dieser Stelle vielleicht
nur eine kleine und verwegene Hypothese: aufgrund des sehr kleinen,
aber feinen Gesamtwerks von Judee Sill, das zu Lebzeiten der Künstlerin
so gut wie keine Beachtung fand, und der tragischen Lebens- und leider
auch Todesumstände möchte ich sie in meiner momentanen Begeisterung
und Rührung auf eine Ebene mit Nick
Drake stellen! Leider hatte David Geffen von Asylum damals nicht soviel Vertrauen in die Künstlerin, wie Chris Blackwell von Island in Nick Drake, dessen ebenfalls überschaubares Gesamtwerk auch nach seinem Tode eigentlich immer erhältlich waren: Nach dieser ersten Veröffentlichung auf dem damals neu gegründeten Asylum-Label, durfte sie nur noch den künstlerisch genauso brillanten und kommerziell genauso erfolglosen Nachfolger "Heart Food" einspielen und wurde anschließend von der Plattenfirma fallen gelassen. (23.02.2006) |
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| Judee Sill: "Dreams Come True" (Water, April 2005) | |
Vor ewigen Zeiten hatte ich mir mal aus der Grabbelkiste eine Single
von den Hollies gekauft: "Jesus Was A Crossmaker".
Die fand ich damals sehr schön, aber es war leider kein Hit:
vielleicht weil damals der Schwede Mikael Rikfors als Ersatz
für Alan Clark gesungen hat, was wohl ungefähr so
"richtig" war, wie heutzutage Paul Rodgers als Sänger
bei Queen. Aber ich schweife ab. Das Lied begegnete mir dann vor ca.
10 Jahren wieder auf dem Album "Mutineer"
von Warren Zevon. Hier registrierte ich auch zum ersten Mal
den Namen Judee Sill, aber er war immer noch etwas Unbekanntes
für mich. Durch Zufall stieß ich jetzt im Internet auf diese
Veröffentlichung vom famosen Water-Label von Pat Thomas
aus San Francisco, das uns schon einige Schätze wiedergebracht
hat. Alleine auf dieser Seite habe ich ja bereits Alben von L.A.
Getaway, Barbara Keith und Terry
Reid vorgestellt. Bei "Dreams Come True" handelt es sich um ihr geplantes, aber nie zu Lebzeiten veröffentlichtes, drittes Album mit wunderschönem Singer/Songwriter-WestCoast-Sound. Joni Mitchell, Carole King und Laura Nyro sind nicht weit weg, werden aber nicht imitiert. Abgemischt wurden die Originalbänder von Jim O'Rourke (Gastr Del Sol, Sonic Youth, Wilco- Kollaborateur). Im Booklet lässt sich das schwierige Leben der Sängerin nachvollziehen, die Ende der 70er den Rock'n'Roll-Drogentod gestorben ist. Es gibt auch einen raren Filmmitschnitt von grausamster Bild- und Tonqualität, der Judee bei einem Konzert auf einer Gartenparty(?) zeigt, und mich in zutiefst sentimental-traurig-schöne Nick Drake-Tim Buckley-Stimmung versetzt hat. Auf jeden Fall bin ich schon ganz neugierig auf ihre beiden zu Lebzeiten erschienenen Alben, die damals kein Schwein gekauft hat. Schau'n wir mal, wo und wann ich die auftreiben kann! (10.01.2006) |
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| Tom McFarland: "Travelin' With The Blues" (Arhoolie, Mai 1978 * Juni 2005) | |
Vorgestern
haben Locke, Christian Kohl
und ich, der Kern der Rusty
Nails Blues Band 1982-1985, unsere erste "Tom McFarland-Blues-Session"
gespielt, mit dem wagen Ziel, die Lieder dieses "unbekannten
Meisterwerks" irgendwann mal auf die Bühne zu bringen. Und
gestern war auch endlich die lang erwartete CD-Wiederveröffentlichung
in meiner Post! Zufall?(29.12.2005) |
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| Vashti Bunyan: "Just Another Diamond Day" (Philips, 1970 * DiCristina, 2000) | |
Ein SEHR SPÄTE Entdeckung! Nach 35 Jahren erschien vor
kurzem das zweite Album dieser britischen Folksängerin! Jetzt
habe ich mir aus Neugier auch das bereits vor 5 Jahren wiederveröffentlichte
und damals spurlos an mir vorbei gegangene Debüt zugelegt und
bin sehr zufrieden, wenn auch nicht mehr überrascht, denn Vashti
singt immer noch mit ihrer Engelsstimme, der man diese extrem lange
Pause nicht anmerkt. Ein hübsche, kleine Folkplatte ist das -
wenn auch wohl nicht eines der besten britischen Alben aller Zeiten,
wie irgendein Magazin letztens behauptet hat. Joe Boyd hatte
damals produziert und von seinen anderen Projekten 4 Leute mitgebracht:
Robert Kirby, der auch bei Nick
Drake diesen Gänsehaut-Streicher arrangiert hat und als einziger
alter Weggenosse auch im Jahr 2005 wieder dabei war, Dave Swarbrick
und Simon Nicol von Fairport
Convention, sowie Robin Wiliamson von der Incredible
String Band.(24.12.2006) |
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| The La's (Go! Disks, Okt. 1990 * 2001) | |
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| The Move: "Message From The Country" (EMI/Harvest, Okt. 1971 * 2005) | |
Pure
Nostalgie hat mich hier geritten - und dabei ist eine Perle an's Tageslicht
gekommen, die ich mir sonst vielleicht nicht angehört hätte:
bei "Message From The Country" handelt es sich natürlich
nicht um Countrymusik, sondern das (vorsichtig ausgedrückt) "experimentelle"
letzte Album der Band um den Multiinstrumentalisten Roy Wood,
Trommler Bev Bevan und Jeff Lynne (ja, genau der!),
das zeitgleich zum Debüt des Electric Light Orchestras
herauskam. Als Bonustracks sind u. a. die beiden Lieder einer Single
drauf, die ich damals besass: Woods wunderbares "Chinatown"
und als B-Seite Lynnes "Down On The Bay" mit dem mutierten
Chuck-Berryy-Riff, auf dem Status Quo ihre gesamte Karriere aufgebaut
haben. Nach 30 Jahren höre ich die Lieder zum ersten mal wieder
und bekomme dabei ganz wohlige Gefühle. Und keine weiteren Kommentare
zum E.L.O.!!!(19.11.2005) |
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| The Marshall Tucker Band: "Stompin' Room Only" (1977 * Shout Factory, 2003) | |
"Southern Rock at it's best!" Wenn man mal von den Allman
Brothers absieht, ist Southern Rock eigentlich nicht so ganz meine
Baustelle. Lynyrd Skynyrd oder gar Molly Hatchet haben
mich nie wirklich interessiert. Die Marshall Tucker Band macht
da insofern eine Ausnahme, als ich mir in jungen Jahren ihr Debütalbum
mal gekauft hatte. Das Album stand allerdinx lange vergessen im Regal,
bis die Wiederveröffentlichungswelle vor ein paar Jahren es wieder
in mein Bewusstsein gerufen hatte. Vor allem die Songs "Can't
You See" und "Ramblin'" mag ich nach wie vor sehr.
Beide befinden sich neben vielen anderen Hits der Band auch auf diesem
Livealbum, das von 1974-76 aufgenommen wurde und eigentlich auch damals
schon erscheinen sollte. Den Country-Hit "This Ol' Cowboy"
kannte ich sogar und wusste bisher nicht, dass er von der Band stammt.
Das einzige bereits veröffentlichte Lied ist der B.B.King Klassiker
"The Thrill Is Gone", den ich bereits seit damals auf einer
Mixkassette habe und der, so weit ich mich da richtig erinnere, von
einer der so genannten "Voluntary.Jam"-LPs der Charlie
Daniels Band stammt. Diese Version ist absolut toll, u. a. hört
man 4 E-Gitarristen: neben Toy Caldwell und George McCorkle
von der MTB sind das natürlich jener Charlie Daniels und
Dickie Betts von den Allman Brothers. Ansonsten kann ich den
fantastischen Sound der Aufnahmen hervorheben: normalerweise ist mir
das gar nicht so wichtig, aber hier erhöht es doch enorm den
Hörgenuss!(05.11.2005) |
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| Kate Wolf: "Close To You" (Kaleidoscope, 1981 * Rhino, ????) | |
Ein Sängerin und Songschreiberin aus dem ländlichen Kalifornien,
die das Pech hatte, in keine der drei Kategorien Folk, Country und
Singer/Songwriter so richtig reinzupassen, um dann dort auch richtig
erfolgreich zu sein. Als sie in den späten 70ern (also zu Beginn
des Punkrocks!) ihre Plattenkarriere startete, war sie auch bereits
über 30. Und 1986, lange vor der Unplugged-Welle und Singer/Songwriter-
Renaissance, ist sie leider verstorben. Auch ich kannte sie bislang nur dem Namen nach, weil Nanci Griffith auf ihrer Singer/Songwriter Hommage "Other Voices, Other Rooms" den Titel "Across The Great Divide" aufgenommen hat, der sich auch hier wieder findet. Produziert hatte das Album damals übrigenz Bill Griffin, Mandolinenspieler der wunderbaren Cache Valley Drifters. Unter den Begleitern sind noch weitere Namen zu finden, die alle für akustische Musik der Spitzenklasse bürgen: Gitarrist Tony Rice, Bassist Bill Amatneek, Geiger Darol Anger (die auch alle im David Grisman Quintet spielten) und Mundharmonika-Hexer Norton Buffalo (Commander Cody & His Lost Planet Airmen und Steve Miller Band) (30.07.2005) |
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| Stoneground: "Stoneground" (Warner, 1971 * Collector's Choice, 2003) | |
Debütalbum der 10köpfigen Band aus San Francisco, auf die
ich bei meinem Googeln über die Beau Brummels gestoßen
bin, denn Hauptsongschreiber und einer von 7 (!) Sängern bzw.
Sängerinnen war Sal Valentino, ehemals bei jenen Beau
Brummels. Sicherlich verdient die Band nur eine Fußnote in der
Rockgeschichte, aber die Musik ist doch sehr schön. Wie soll
ich's nennen? Vielleicht Gospel-Rock?.Ein Extralob noch mal an das Reissue-Label Collector's Choice, von denen ich mir in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe schöner Wiederveröffentlichungen angeschafft habe: David Ackles, The Association, die Beau Brummels und Danny O'Keefe. (30.07.2005) |
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| Bill Fay: "Time Of The Last Persecution" (Deram/ Nova, 1971 * Ecclectic, Juni 2005) | |
Eine wirklich schöne Platte, die gar nicht so schräg ist,
wie das Coverfoto vielleicht den Eindruck erwecken könnte! Beim
zweiten Album sind keine Orchesterarrangements im Mittelpunkt, sondern
das improvisierte Ensemblespiel mit englischen Jazzcracks wie Gitarrist
Ray Russell (Rockworkshop)(30.07.2005) |
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| Bill Fay: "Bill Fay" ( Deram/Nova, 1970 * Ecclectic, Juni 2005) | |
Auch so was gibt's: ein Frühsiebziger Singer/Songwriter aus England,
von dem ich bislang noch nie was gehört habe! Die Vergleiche
mit Nick Drake, Bob Dylan
und Ray Davies sind sicherlich lobend (und verkaufsfördernd?)
gemeint, aber eigentlich eher verwirrend, den Mr. Fay ist Pianist
wie Elton John, Randy Newman und David
Ackles und kein Gitarrenspieler wie die anderen drei Herren. OK,
der Vergleich mit der Eule Elton wäre auch verwirrend (aber gar
nicht so falsch, bezogen auf Eltons Frühwerk!). Und David Ackles
kennt ja sowieso keiner und hätte deshalb kaum den gewünschten
verkaufsfördernden Effekt!Ach ja - die Orchesterarrangements von Michael Gibbs sind toll und haben eine gewisse Ähnlichkeit mit denen von Robert Kirby auf den ersten beiden Nick Drake-Platten. Ich kann mich aber nicht der Einschätzung vom Glitterhaus anschließen, dass diese Arrangements nur "irgendwie funktionieren" und mit Robert Kirby ein "Meisterwerk" hätte entstehen können: Kirby war damals ein Neuling wie Drake und Bill Fay, während "ein gewisser Michael Gibbs" schon damals ein respektierter Komponist und Arrangeur im Jazzbereich war. (30.07.2005) |
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| Clive John: "You Always Know To Stand With A Buzzard" (United Artists, Sept. 1975 * Eclectic, 2004) | |
...
und mal wieder ein völlig obskures Album! Clive John war
als Keyboarder Gründungsmitglied von Man,
meinen Lieblingen aus Wales und maßgeblich für deren Hinwendung
vom 60er-Jahre-Pop der Vorläuferband The Bystanders zum
typischen Man-Sound verantwortlich. Dabei stand er immer etwas im
Schatten der beiden singenden Gitarristen Micky Jones und Deke
Leonard. 1971 war er schließlich nicht mehr dabei und ist deshalb
auch nicht auf dem legendären Album "Live At Padget Rooms,
Penarth" zu hören. Als Mitte 1972 Deke Leonard die Band
verließ kehrte er noch mal für ein Album als Gitarrist zurück:
das legendäre Album mit der Landkarte "Be
Good To Yourself, At Least Once A Day". Dann wurde es ruhig
um ihn, bis ihn Andrew Lauder vom Man-Label United Artists
im Jahr 1975 zu diesem und einzigen Soloalbum überreden konnte.
Unterstützt von Martin Ace am Bass (damals auch ein Ex-Man)
und Dave Charles am Schlagzeug (Ex-Help
Yourself und Dave Edmunds in spé) macht er mit seinem
Gitarre- und Keyboardspiel hier sehr deutlich, dass dieser typische
"Man-Sound" eben nicht alleine auf dem Mist von Jones/Leonard
gewachsen ist!(01.03.2003) |
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| Starry Eyed And Laughing: "That Was Now And This Is Then" (CBS, 1974/75 * Aurora, 2003) | |
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Bestellen über: "Starry Eyed And Laughing" (1974) |
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| Fotheringay (Island, Juli 1970 * Fledg'ling, Dez. 2004) | |
Eigentlich ist diese Platte nicht "Lost", da ich die Vinylausgabe
ja schon seit ca. 30 Jahren im Plattenschrank habe. Weil es aber ganz
frisch ein CD-Reissue gibt (so weit ich weiß, das zweite nach einer
seltenen Hannibal-Version zu Ende der 80er, die ich damals in einem
Plattenladen fand, mir aber nicht gekauft habe), nun ENDLICH eine
Neuauflage bei einem kleinen (neuen?) Label. Etwas unverständlich
ist mir dabei, wieso dieses Album in der Island-Wiederveröffentlichungsreihe
der letzten zwei, drei Jahre, der fast alle Fairport-Convention-
sowie Richard & Linda Thompson-Platten angehörten,
dieses MEISTERWERK ausgespart wurde!In den letzten Jahren habe ich diese Platte wieder intensiv in mein Herz geschlossen, so dass ich den damaligen CD-Nichtkauf inzwischen bereut habe und schon innerlich zu einer CD-Kopie meiner alten Platte entschlossen war (ich höre nun mal die meiste Musik am Rechner oder im Auto: und dort fehlt mir jeweils leider ein Plattenspieler!) - aber nun ist sie ENDLICH da - und ich schmelze wieder dahin. Definitiv das beste Sandy Denny Album! Und Jerry Donahue hat nie wieder so genial Gitarre gespielt! (vergesst das Hellecasters-Gegniedel!) Als Bonus gibt es 4 Liveaufnahmen aus Rotterdam, die aber schon von der Hannibal-CD-Box von Sandy Denny bekannt sind. (04.02.2005) |
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| Harmonia: "Deluxe" (Brain, Aug. 1975 * Universal, April 2004) | |
Die
Musik von Krautrockbands wie Neu,
Ash Ra Tempel, Tangerine
Dream, Cluster, La Düsseldorf und Kraftwerk
ging damals weitestgehend an mir vorbei, was vielleicht am fehlenden
Gesang, dem Übergewicht von Keyboards gegenüber Gitarren
und der rhythmischen Monotonie der Musik lag - und immer noch liegt.
Allerdings habe ich mich an das Reissue von "Deluxe" jetzt
doch mal herangewagt: Harmonia ist eine Zusammenarbeit von
Michael Rother (Kraftwerk, Neu) und den Clustermusikern
Achim Roedelius und Dieter Moebius, die alle drei hauptsächlich
an ihren Tastaturen herumfrickeln. Michael Rother setzt aber
auch die Gitarre ein, Herr Moebius ein "Nagoja-Harfe". Bei
den meisten Liedern ist die selbst konstruierte Rhythmusmaschine angenehmerweise
durch Mani Neumeier, meinen Lieblingstrommler aus deutschen
Landen von den legendären Guru
Guru ersetzt worden. Und was kommt nun dabei heraus? Ich tu mich immer noch ein wenig schwer mit dieser Musik, die so scheinbar gar nichts mit ROCK'N'ROLL zu tun hat - aber irgendwie hat das Ganze nach mehrmaligem Hören dann doch seinen Charme. Und ist z.B. beim Autofahren sehr angenehm einsetzbar. Trotzdem werde ich auch weiterhin auf Kraftwerks "Autobahn" verzichten! (05.12.2004) |
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| Sandy Shaw: "Reviewing The Situation" (Pye, Dez. 1969 * EMI, Okt. 2004 | |
Natürlich kennt jeder ihren Hit "Puppet On The String".
Aber diese Platte ist ganz anders: erstmals selbst als Produzentin
mit der eigenen Tourband eingespielt (am Schlagzeug: Ian Wallace,
später bei King Crimson
und David Lindley!) ist es ihr
großer kommerzieller Flop: es gibt keine netten Schlager, sondern
-teilweise recht bizarre- Coverversionen aus den Bereichen Rock&Pop.
Bekannt sind vielleicht "Love Me Do" von den Beatles,
Dylans "Lay Lady Lay"
und "Walking The Dog" von Rufus Thomas, die
total funky und sehr frisch daherkommen. Dann gibt's was von Dr.
John ("Mama Roux"), eine abgedrehte Version vom damals
ganz frischen Stones-Klassiker "Sympathy For The Devil"
und, wie es heißt, mit "Your Time Is Gonna Come" die erste
offizielle Coverversion eines Led Zeppelin-Songs! Klasse Platte!(27.11.2004) |
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| Shirley Collins & The Albion Country Band: "No Roses" (Pegasus, 1971 * Sanctuary, Okt. 2004) | |
Ein Folkrock-Klassiker, den auch ich in der Wiederveröffentlichung
jetzt erstmals höre: Shirley Collins war damals eine der bekanntesten
englischen traditionellen Sängerinnen, die sich wegen dieser
Zusammenführung von Folk und Rock durchaus Sorgen um das "Wohlwollen"
ihres Stammpublikums machen musste. Ihr musikalischer (und frisch
angetrauter Ehe-) Partner war der Bassist Ashley Hutchings,
der bereits im Vorfeld bei der Gründung von Fairport
Convention und Steeleye Span einen wichtigen Beitrag
zur "Folkrockfusion" leistete. Der Zusatz "Albion Country
Band" suggeriert, dass es sich um eine feste Band handelt. Man
muss aber eher davon sprechen, dass Hutchings mit dieser Produktion
den Startpunkt zu seiner "Albion (Country) Band" legte,
einem Ensemble, bei dem in den vergangenen 30 Jahren sicherlich neben
ihm so ziemlich jeder englische Folk(rock)musiker auf der Bühne
oder im Studio dabei war. Auch auf "No Roses" ist die Liste
der Beteiligten schon sehr lang. Hier seien aber nur einige der mir
als Fairport-Fan, aber Nichts-desto-trotz-Folkrock-Outsider geläufigeren
Namen: Richard Thompson, Simon Nicol und Dave Mattacks
(damals aktuelle oder ehem. Fairport-Musiker), Ian Whitman
und Roger Powell von Mighty Baby,
Shirleys Schwester Dolly Collins, und viele andere. Übrigenz
(fast) die gleiche Truppe wie auf "The
North Star Grassman & The Ravens", dem fast zeitgleich
aufgenommenen Solodebüt der Ex-Fairport-Sängerin Sandy
Denny.(08.11.2004) |
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| Rhinoceros (Elektra, 1968 * Collector's Choice, 2002) | |
Eine späte Entdeckung! 1967 wurden die Mitglieder der Gruppe
vom damals aufstrebenden Label Elektra regelrecht für
eine neue "Supergroup" gecastet. Das Label lud dazu ein
paar viel versprechende, aber arbeits- bzw. bandlose Musiker nach
L.A. ein, stellte daraus diese 7köpfige Truppe unter Federführung
des Produzenten Paul A. Rothchild (Doors, etc.) zusammen, ließ
sie proben und komponieren und als Band zusammenwachsen. Obwohl es
sich also um eine Retortenband handelt, entstand dabei aber doch eine
ganz vorzügliche Platte! Ein erster Übungslauf der Beteiligten
als Begleitmusiker war das Debüt des Sängers und Pianisten
David Ackles, auf dem ich die
Gitarrentöne von Danny Weis (Ex-Iron Butterfly, allerdings
"prä-In-a-gadda-da-vida") und Doug Hastings,
die fantastische Orgel von Michael Fonfara und das irrsinnige
Bassspiel von Jerry Penrod zum ersten mal hörte. Bei einer
Besprechung dieses Albums fiel dann auch der Name Rhinoceros und nach
einigen Mühen halte ich diese CD endlich in Händen: kraftvoller
und intelligenter, aber nie übertrieben virtuos gespielt Bluesrock
mit zwei(!) sehr guten Sängern (John Finlay und Alan
Garber), dem nach den Ackles-Sessions dazu gestoßenen Drummer
Bill Mundi (Zappa, Tim Buckley, John Martyn, etc.) und natürlich
den bereits erwähnten Musikern. Der Klang ist auf dem damaligen
hohen Elektralevel und alles scheint live und ohne die damals neue
und sehr populäre Overdub-Technik eingespielt zu sein. Insgesamt
sehr empfehlenswert! Und außerdem mit einem wunderschönen Cover,
dass man doch gerne in LP-Grösse hätte! (22.10.2002) |
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| Alexander Spence: "Oar" (Columbia, 1969 * Sundazed, 1999) | |
Vor dieser Platte kann ich nur alle Leute warnen, die nur nette kleine
Popmusik hören wollen: Alexander "Skip" Spence,
ehemaliger Trommler von Jefferson
Airplane und ehemaliger Sänger und Gitarrist von Moby
Grape, war frisch aus der Psychiatrie in New York entlassen (er
hatte in einer Amok-Aktion seine Bandkollegen mit der Axt bedroht),
setzte sich aufs Motorrad und fuhr nach Nashville (wo er vorher noch
nie war), um dort in wenigen Tagen ganz alleine im damals ganz neuem
Mehrspurverfahren mit Gitarre, bass und Schlagzeug seine in der Psychiatrie
geschrieben Lieder aufzunehmen und eine der am schlechtesten verkauften
Platten in der Geschichte von Columbia-records zu produzieren. Für
viele war das Dillethantisches Gedaddel, für andere ein Meisterwerk.
Ich bin jetzt neugierig geworden und habe bei der CD-Neuauflage zugegriffen.
Was kann man jetzt sagen? Wahrscheinlich haben beide Gruppen recht.
Auf jeden Fall ein ungewöhnliches, einmaliges Album! Erinnert
von der Stimmung her ein wenig an die 74er-Aufnahmen von Nick Drake.
Definitiv schräg.(05.10.2004) Seit kurzem habe ich auch "More Oar- The Tribute To The Skip Spence Album". Ebenfalls schön schräg, von Fans wie Robert Plant und Tom Waits aber doch etwas "professioneller" umgesetzt als von Spence selbst, was manchen Liedern gar nicht mal so schlecht bekommt! |
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| Booker T. & Priscilla (A&M, Juli 1971 * Universal, 2003) | |
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Letztes Verkaufsargument: es handelt sich um ein Doppelalbum von
fast 80 Minuten, wiederveröffentlicht auf einer einzigen, recht
preisgünstigen CD! |
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| "Soul Of Brazil" (EMI, Juni 2004) | |
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| Lindisfarne: "Nicely Out Of Tune" (Virgin, 2004 * Charisma, Nov. 1970) | |
Das Debüt der englischen "Pub-Folk-Rocker ist eines der
seltenen Alben, auf dem ALLE Lieder gut sind. Die Reissue-CD läuft
gerade in meinem Player und ich kann noch fast jedes Lied aus der
Erinnerung mitsingen! "Lady Elanor" ist eine wunderschöne
Ballade, der "Winter Song" ebenso. "Turn A Deaf Ear",
eines der wenigen Lieder, das nicht von Sänger Alan
Hull, sondern vom Kumpel Rab Noakes
stammt, ist ein absoluter Ohrwurm, ebenso der Fetenknaller "We
Can Swing Together". Und bei "Clear White Light" brauchen
sie sich gesanglich nicht hinter den Beach Boys zu verstecken. Erwähnenswert
aus der Besetzung ist noch Harpspieler Ray
Jackson, der ja, wie vielleicht der eine oder andere von euch
weiß, auch für die Mandolinentöne auf Rod
Stewarts "Maggie May" verantwortlich ist!(08.09.2004) |
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| David Bromberg: "Wanted Dead Or Alive" (Columbia, 1974 * Juni 2004) | |
Eine Zufallsentdeckung! Der Name "Bromberg" ist mir schon
länger geläufig, ich habe sogar schon mal einen Sampler
und ein Livealbum aus dem Wühltisch gezogen. Selten habe ich
einen Musiker gehört, der es schafft, solch gegensätzliche
Stile so souverän zu verbinden: nennen wir das ganze mal "Rock'n'Roll
goes Bluegrass goes Dixieland", was sich am Instrumentarium deutlich
machen lässt: natürlich die üblichen des Rocks (Gitarre,
Bass, Schlagzeug), aber eben auch in wichtiger Funktion und nicht
nur als Farbtupfer: Trompete, Klarinette, Saxophon, Geige, Mandoline
und Banjo. Diese Verquickung wird besonders deutlich bei Bromberg
selber, der meisterhaft Gitarre und Geige spielt, aber auch bei Andy
Statman, der gleichzeitig einer der besten Mandolinenspieler
der USA und ein begnadeter Saxophonist ist. Das Liedmaterial bilden
Eigenkompositionen von Bromberg (1x mit George
Harrison, ohne das ich das jetzt musikhistorisch einordnen
kann!), vielleicht nicht mit der besten Gesangsstimme, aber sehr humorvoll
vorgetragen, und viel alter Blues.Vielleicht interessiert es ja auch noch den einen oder anderen, dass Jerry Garcia, Phil Lesh, Bill Kreutzmann und Keith Godchaux von den Grateful Dead bei immerhin vier Liedern als Backingband dabei sind? Die Platte gibt's außerdem gerade günstig bei Glitterhouse. (07.07.2004) |
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| Jerry Garcia Band: "Cats Under The Stars" (Arista, April 1978 * Rhino, Juni 2004) | |
Ich habe vor kurzem den teuersten CD-Kauf meines Lebens gemacht, nämlich
die 6-CD-Box "All Good Things - Jerry Garcia Studio Session"
mit allen 5 Solowerken (ohne die zahlreichen Livealben), alle mit
zahlreichen Bonustracks und sogar einer 6. CD mit noch viel mehr.
"Cats Under The Stars" war die Nummer 4 und stand (natürlich)
als Vinyl schon lange im Plattenschrank, wenn auch ewig nicht mehr
gehört. Während die ersten drei Alben ("Garcia"
von 1972, "Garcia" von
1974 - Ihr merkt: Jerry kümmerte sich wenig um Marketing und
Plattentitel -, sowie "Reflections"
von 1976) bereits 1989 von Line-Records auf CD wiederveröffentlicht
wurden und auch viel von mir gehört wurden blieben die beiden
Arista-Alben (1982 kam noch das schwächere "Run For The
Roses" raus) aber irgendwie aus meinem Gedächtnis verschwunden.
Jetzt läuft also seit langer Zeit mal wieder "Cats Under
The Stars", während ich im Begleitbuch schmökere, und
muss feststellen: es ist tatsächlich das beste JGB-Album: alles
klasse neue eigene Lieder (von Garcia, Bassist John Kahn und
Sängerin Donna Godchaux), die Band spielt ausgezeichnet
(Donna hat wirklich schöne Gesangsauftritte, Ex-Elvis-Drummer
Ron Tutt ist in Höchstform). Das Ganze hat eine eigentümlich
mystische Stimmung (kann ich nicht besser beschreiben), ganz anders
als bei den Dead, mit denen er fast Zeitgleich das Album "Shakedown
Street" herausbrachte.(04.07.2004) |
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| "Os Mutantes" (Polydor, 1968 * 2002) | |
Acid Rock aus Brasilien? Als ich diese Platte vor einigen Monaten
in einer Alltime-Bestenliste (bei Rate
Your Music) entdeckte, wurde ich neugierig. Bei Amazon fand ich
dann tatsächlich die CD im Angebot und es hat jetzt so ungefähr
2-3 Monate gedauert, bis die Platte doch tatsächlich bei mir
ankam. Und zwar als echte brasilianische CD mit einem Textheft in
portugiesisch, sodass ich mich auch nicht weiter schlau machen kann,
außer dass das Trio neben eigenem Material auch Songs von Jorge
Ben, Caetano Veloso und Gilberto Gil spielt - also
allererste brasilianische Adressen. Die Musik? Völlig irre und
doch absolut in das Jahr 1968 passend."Os Mutantes" heißt natürlich "Die Mutanten": deshalb im Plattenschrank unter "M" einsortieren. Oder stehen bei Euch die Beatles etwa unter "T" ? (12.06.2004) |
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| L. A. Getaway (Elektra, 1971 * Water, 2004) | |
Erwähnte
ich schon, dass es mit Water ein wunderbares neues Reissue-label
zu entdecken gilt, bei denen man sich auch ruhig an Platten heranwagen
kann, die man eigentlich bislang nicht kannte? So geschehen bei dem
Trio Joel Scott Hill (Gitarre), Chris Ethridge (Bass,
Ex-Flying Burrito-Brother)
und Johnny Barbata (Schlagzeug), wobei nicht ganz klar ist,
ob es sich nun um die Band "L.A. Getaway" oder ein Soloalbum
von Hill namens "L.A. Getaway" oder ein Studioprojekt handelt.
Im tollen Beiheft kann man nachlesen, dass dieser Sachverhalt in der
Band selber wohl nicht klar war und das Ganze vom Produzenten Paul
A. Rothchild wohl nur zusammengehalten werden konnte, weil man
damals beim Plattenlabel Elektra ein bisschen Geld für die Studiosessions
locker gemacht hatte. Als die Platte dann fertig war ging man aber
nicht als Band auf Tournee, sondern jeder heuerte für sich irgendwo
als Tour- oder Studiomusiker an: so ist Barbata ist u. a. auf Four
Way Street von CSN&Y zu hören, Etheridge mal hier
und da. Hauptprotagonist Joel Scott Hill, den viele für eine
der besten weißen Rock- und Soulstimmen der damaligen Zeit halten,
geht als Ersatz für Al Wilson auf Canned Heat Tournee
und spielt einige Jahre später auch mal als Gram-Parsons-Ersatz-Ersatz-Ersatz
bei den Burritos! Ergebnis: die Platte war ein kompletter Rohrkrepierer
und taucht in kaum einem Rocklexikon auf. dabei handelt es sich um
erstklassigen Bluesrock! |
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| Barbara Keith (Reprise, 1972 * Water, März 2004) | |
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| Lou Reed, John Cale & Nico: "Le Bataclan `72" (Alchemy, Dez. 2003) | |
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| Fairport Convention (Polydor, Juni 1968 * März 2003) | |
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Da hat der Glitterhäusler recht: auch mir ging es nicht anders.
Zwar besitze ich schon einige Jahre ein Vinyl-Reissue von 1973 mit
anderem Cover, das ich aber schon ewig nicht mehr aufgelegt habe.
Vergangenen Sommer hatte ich dann auch schon mal Fairports Debüt
über's Internet zu ordern versucht, Firma Glitterhouse ließ
mich aber im Stich. Danach hatte ich's wieder vergessen und jetzt
das Teil im neuen, ansonsten nicht besonders gut sortierten neuen
Weseler CD-Supermarkt entdeckt und endlich eingepackt. Die Musik
ist für die Fairport-Folk-Puristen wirklich etwas ungewohnt
und klingt extrem amerikanisch (wie gesagt: Dylan, Mitchell, Cohen,
Buckley,...). Wer weiß, was aus der Band geworden wäre, wenn
Judy Dyble nicht ausgestiegen und Sandy Denny ihren
Platz eingenommen hätte? Eher Englands Jefferson Airplane
als die Pioniere des Folkrocks? Judy's einziges andere, mir bekannte
musikalische Lebenszeichen ist übrigenz die Demoversion von
"I
Talk To The Wind", zu finden auf dem King Crimson-Sampler
"A Young Man's Guide To King Crimson" und für W4L
eher eine Inspiration, als die (natürliche fantastische, aber
nicht nachspielbare) Version auf "In
The Court Of The Crimson King". Zwar spielen W4L weiterhin nichts von Tim, aber es gibt jetzt eine
eigene, neue Band dafür: das Tim
Buckley-Projekt, zusammen mit meinem alten Freunden Frank
Preuß und Mathias Schüller! |
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| Chris Smither: "Honeysuckle Dog" (1973 * Okra-Tone, März 2004) | |
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Fazit: ein amtliches Album. Aber wieso musste so etwas 3 Jahrzehnte
in den Kellern einer Plattenfirma vergraben sein? |
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| Embryo: "Steig Aus" (Brain, 1973 * März 2004) | |
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"Christian Burchards Embryo ist bis heute unverwüstlich, zur wahren Hip(py)ness gehörte in den Siebzigern ein Embryo-Album. Hier gingen Krautrock und Weltmusik eine ganz frühe Verbindung ein. Teils entfesselte Jazzrock-Trips und rhythmische Parforce-Ritte. " (Glitterhouse) |
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| Sergio Mendes & Brasil 66: "Equinox" (A&M, 1967 * Verve, 2002) | |
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| Jackson C. Frank: "Blues Run The Game" (Columbia, 1965 * Sanctuary, 2003) | |
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Jacksons trauriges Leben kann man im Booklet ausführlich studieren, wobei einem die Tränen kommen (ernst gemeint!): in früher Jugend wäre er im Schulhaus fast verbrannt, mit bleibenden körperlichen und mentalen Schäden. Dann eine wilde Jugend mit teuren Autos, die er sich vom Schmerzensgeld aus dem Unfall kaufen konnte. Das Geld verprasste er mit seinen Homebuddies, zu denen u. a. Eric Anderson und der spätere Steppenwolf-Gründer John Kay gehörten. Dann als Folksänger 1965 in London jedermanns Held, auch der von Paul Simon, Al Stewart, Tom Paxton, Bert Jansch und anderen, mit einem - wie schon gesagt - monumentalen Song und einem wunderschönen Album. Dann die Rückkehr nach Amerika und gescheiterte Comebackversuche in 1969 und Mitte der 70er, immer unterbrochen von langen Krankheitsphasen mit Psychiatrieaufenthalten. Er verlor sogar als unschuldig Beteiligter ein Auge in einer Schiesserei (seine letzten Fotos sind erschütternd anzusehen!) und besaß schließlich noch nicht einmal mehr eine eigene Gitarre. Die letzten Aufnahmen von 1994 waren nicht mehr als Therapie für einen gebrochenen Mann. Was bleibt? Eine tragische Geschichte, aber auch ein wunderschönes
Lied für die Ewigkeit. |
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| Marshall Tucker Band (Capricorn, 1973 * Columbia, Nov. 2003) | |
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"Im Gegensatz zu den Allmans und Skynyrd war ihr Sound leichter, ohne leichtgewichtig zu sein. Vielleicht lag es an der Flöte " (Glitterhouse) |
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| Neil Young: "Hawks & Doves" (Reprise, 1980 * Aug. 2003) | |
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| Alvin Lee & Mylon LeFevre: "On The Road To Freedom" (Chrysalis, 1973 * Repertoire, März 2003) | |
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"On The Road To Freedom" hat Alvin Lee zusammen mit dem
amerikanischen Gospel-Sänger Mylon LeFevre aufgenommen. Nachdem
Alvin Lees Band Ten Years After größere Abnutzungserscheinungen
zeigte, galt es neue Wege zu beschreiten. Behilflich waren dabei
unter anderem Steve Winwood,
Rebob und Jim
Capaldi von Traffic,
Ian Wallace und Boz
Burrell von King Crimson,
Andy Stein und Bobby
Black von Commander Cody
& His Lost Planet Airmen, Tim
Hínkley, Mike Patto,
Ron Wood und Mick
Fleetwood. Besonders hervorzuheben ist die George Harrison-Komposition
"So Sad (No Love Of His Own)", bei der ein gewisser Hari
Georgeson den Bass und die Slide-Gitarre spielt. |
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| Motorpsycho: "The Tussler - Original Motion Picture Soundtrack" (Stickman, 1994 * Juni 2003) | |
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| Terry Reid: "River" (Atlantic, März 1973 * Water, März 2003) | |
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Auch nach den englischen Blättern Mojo (Tim Buckley-Vergleiche)
und Uncut ein Meisterwerk. Auch wenn der Glitterhousemensch
das "nicht wirklich verstanden" hat. Trotzdem danke für's
Importieren. "its pleasures are so quiet and unassuming that
they only reveal their true power through extended listening
(Uncut) |
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| Neil Young: "American Stars 'N Bars" (Reprise, 1977 * Aug. 2003) | |
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Das neue Werk "Greendale" habe ich inzwischen bekommen.
Und mein mulmiges Gefühl hat sich leider bewahrheitet. Ich
hatte die CD bisher einmal im Player und fand sie so furchtbar,
dass ich noch nicht wieder reinhören konnte. Deshalb gibt's
da vorerst keine Besprechung. Vielleicht wage ich mich heute im
Laufe des Tage noch mal ran an das "Werk"... Ich habe "Greendale" jetzt endlich weggepackt und muss
leider sagen: das wird nichts mit uns beiden! Einfach nur langweilig
das Ganze. Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass andere "Altersgenossen"
wie Van Morrison und kaum Jüngere wie Emmylou Harris und Rickie
Lee Jones dieser Tage zwar nichts Innovatives, aber immerhin Zeitloses
in Vollendung vorlegen muss man einfach enttäuscht sein. Zumindest
ist die Bonus-Live-Solo-Akustik-DVD ganz O.K.! |
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| Neil Young: "On The Beach" (Reprise, 1974 * Aug. 2003) | |
Das ist natürlich nicht das neue Neil Young-Album, sondern eines
von den 6 "Lost Albums", von denen 4 am heutigen Tag ENDLICH
das Licht der Welt erblicken. Des weiteren sind das "American
Star'n'Bars" von 1977, die Krachplatte "Reactor"
von 1981 und das etwas unscheinbare "Hawks & Doves"
von 1980, aber nur "On The
Beach" ist davon essentiell und gehört in jeden Haushalt.
OK - "Stars'n'Bars" habe ich mir auch direkt besorgt (hatte
ich bisher nicht), aber bei den anderen beiden Alben belasse ich es
bei meinen alten Vinyls. Fehlen jetzt nur noch "Times
Fades Away" (fast so wichtig wie "On The Beach")
und der obskure Soundtrack "Journey Through The Past" (den
man aber wirklich nicht haben muss). Das neue 2003er-Werk habe ich
mir übrigenz noch nicht gekauft (ist aber bestellt). Nach dem
schwächeren Album "Are You Passionate?" vom letzten
Jahr habe ich ein etwas mulmiges Vorgefühl, wie 's wohl klingen
wird - aber warten wir mal ab...(10.08.2003) |










































































































Erwähnte
ich schon, dass es mit Water ein wunderbares neues Reissue-label
zu entdecken gilt, bei denen man sich auch ruhig an Platten heranwagen
kann, die man eigentlich bislang nicht kannte? So geschehen bei dem
Trio Joel Scott Hill (Gitarre), Chris Ethridge (Bass,
Ex-