Es ist jetzt vielleicht nicht besonders cool zuzugeben, aber die Schwarz/Orange-Farbgebung, besonders hervorstechend beim LP- und CD-Rücken, machen die Impulsplatten zu einem echten Hingucker im Plattenregal. Wenn man dann, so wie ich, z.B. VIELE Coltrane- und Pharoah Sanders-CDs sein Eigen nennt, und ganz spießig nach Alphabet sortiert hat, kann man diese im Regal sogar leicht finden - und es sieht auch gut aus!
(08.02.2009)
| Ray Charles: "Genius + Soul = Jazz" (AS-3, 26. und 27. Dez. 1960) |
Der
einzige mir bekannte Fall, bei dem man eine Schallplatte über eine mathematische
Formel erklären - und dann auch benennen - kann. Eine wenig bekannte Tatsache
ist, dass Ray Charles einer der ersten Künstler auf dem damals neuen Label
war. ABC als Impulse-Eigentümer hatte ihn zuvor von Atlantic abgeworben
und ließ ihn hier an der Orgel mit einer Bigband im Rücken jazzen, später
auch sehr erfolgreich Countrysongs aufnehmen ("Modern Sounds In Country
And Western Music"). Letzteres natürlich nicht beim Impulse-Label. |
| Gil Evans: "Out Of The Cool" (AS-4, 18. Nov. bis 15. Dez. 1960) |
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| John Coltrane: "Africa/Brass" (AS-6, 23. Mai 1961) |
Neben
"A Love Supreme" von 1965 ist das
hier mein klarer Coltrane-Favorit. Zum Kernquartett (McCoy
Tyner am Piano, Elvin Jones am Schlagzeug und Reggie Workman
am Bass) kam ein hochkarätiger Bläsersatz, aus dem ich nur ein
paar etwas bekanntere Namen nennen möchte: Freddie
Hubbard und Booker Little (Trompeten), Eric Dolphy (Altsaxofon
und Bassklarinette) und Julian Priester (Posaune). |
| John Coltrane: "Coltrane" (AS-21, 11. April bis 29. Juni 1962) |
Aufnahmen
vom "klassischen" Coltrane Quartett mit Elvin Jones,
McCoy Tyner und Jimmy Garrison vom
April und Juni 1962 - wie immer von allerhöchster Güte. Zur
Zeit gibt es das komplette (?) Impulse-Programm sehr günstig bei
Zweitausendeins - da habe ich natürlich zugeschlagen und ein paar
von meinen Lücken gestopft.(02.07.2007) |
| Roy Haynes Quartet: "Out Of The Afternoon" (AS-23, 23. Mai 1962) |
Was
machen diese Jazzer im Wald? Eine schöne Impulse CD mit einem aus
der Reihe fallenden Cover des Schlagzeugers Roy Haynes, zusammen
mit dem Pianisten Tommy Flanagan, "Saxofonist i.w.S"
Rhasaan Roland Kirk und Bassist Henry Grimes.(18.11.2009) |
| John Coltrane Quartet: "Ballads" (AS-32, 13. Nov. 1962) |
Der
Titel des Albums sagt es klar und deutlich: Balladen. Auch wenn damals
John Coltrane schon als einer der Großen galt, so war er doch eher
für laute Töne bekannt, wenn auch (noch) nicht für Free-Jazz.
Auf jeden Fall macht er hier deutlich, dass er auch einer der besten Interpreten
von Balladen war. Ich wage zu behaupten, dass das Album sogar für
Nicht-Jazz-Fans hörbar ist. Aufgenommen im November 1962 vom klassischen
Coltrane-Quartett mit McCoy Tyner, Elvin
Jones und Jimmy Garrison. |
| Charles Mingus: "The Black Saint And The Sinner Lady" (AS-35, 20. Januar 1963) |
Ich bin war kein wirklicher Mingus-Kenner oder gar Jazz-Spezialist, doch
man kommt nicht daran vorbei festzustellen, dass Mingus einer der wichtigsten
Bassisten und Komponisten des Jazz ist. Bekanntester Mitspieler aus Sicht
eines "Jazz-Außenseiters": Charlie Mariano, den es Ende
der 60er nach Europa zog, wo er z.B. mit der deutschen Gruppe Embryo
und dem United Jazz & Rock Ensemble zusammenarbeitete. |
| John Coltrane: "Impressions" (AS-42, 3. Nov. 1961 - 29 April 1963) |
Vier
Lieder aus drei verschiedenen Aufnahmesessions, die auch noch mehr als
ein Jahr auseinander liegen; Live- und Studioaufnahmen; Unterschiedliche
Besetzungen: trotzdem eine reguläre Veröffentlichung von John Coltrane
zu Lebzeiten - und auch ein sehr gutes Album. Vor allem wegen "India"
mit Coltrane am Sopransaxofon (nach meiner Meinung sein zweiter gr0ßer
Auftritt an dem Instrument nach "My Favorite Things"!) und Eric
Dolphy an der Bassklarinette. Außerdem neben McCoy Tyners "Live
At Newport"-Album, das einzige Impulse -Album, das ich auf Vinyl
besitze, wenn auch nur als billige italienische Pressung - aber immerhin
schon seit den späten 70ern in meinem Plattenregal!(08.03.2009) |
| McCoy Tyner: "Live At Newport" (AS-48, 05. Juli 1963) |
Tyners erstes Livealbum für Impulse entstand ungeprobt mit Musikern, mit
denen er vorher nie (Altsaxofonist Charlie Mariano, Trompeter Clark
Terry und Bassist Bob Cranshaw) oder selten (Trommler Mickey
Roker) zusammengearbeitet hatte, beim berühmten Newport Jazz Festival.
Außerdem das einzige historische Impulse-Vinyl, mit dem bei Freunden des
Schwarzen Afghanen sehr beliebten Klappcover, das ich besitze!(08.03.2009) |
| Johnny Hartman: "I Just Dropped By To Say Hello" (AS-57, 09./17. Okt. 1963) |
Einer der wenigen Sänger auf dem Impulse-Label mit einem wunderbaren
Balladen-Album. Es gibt sogar vom März des gleichen Jahres noch eine
Duett-Platte mit John Coltrane, die ich aber nur in Auszügen
von einem Sampler kenne. Begleitet wird Hartman von den Brüdern Hank
Jones und Elvin Jones an Piano bzw. Schlagzeug. Dazu kommen
der Bassist Milt Hinton und bei einigen Titel Tenorsaxofonist Illinois
Jacquet und die legendären Gitarristen Kenny Burrell und
Jim Hall. Wunderbar schöne Musik.(31.01.2010) |
| John Coltrane Quartet: "Crescent" (AS-66, 03. Juni 1964) |
Im Sommer '64 hatte Coltrane mit McCoy Tyner,
Jimmy Garrison und Elvin Jones endlich "klassischen"
Quartett zusammen, mit dem er dann am 09.12.64 das legendäre Album
"A Love Supreme" aufnehmen würde.
Erstmalig gab es auch nur Eigenkompositionen zu hören. Aus der Distanz
heraus betrachtet hat "Crescent" wohl nicht den gleichen historischen
Stellenwert, ist aber auf jeden Fall ein tolles, von vielen Leuten wohl
erst noch zu entdeckendes Album! |
| John Coltrane: "A Love Supreme" (AS-77, 09. Dez. 1964) |
|
|
| John Coltrane: "The John Coltrane Quartet Plays" (AS-85, 17. Mai 1965) |
Das Album nach "Love Supreme" ist
vielleicht nicht so "erhaben" wie sein Vorgänger, hat nur
einen "banalen" Titel ("Das John Coltrane Quartett spielt
...) und fängt dabei sogar mit dem berühmten Lied aus dem Disney-Film
"Mary Poppins" an, aber es ist natürlich ebenfalls eine
gelungene Präsentation des Meisters und seiner drei Mitstreiter,
die im freien Titel "Nature Boy" schon ahnen lässt, wohin
sich die Musik von Coltrane innerhalb weniger Monate entwickeln wird. |
| Archie Shepp: "Fire Music" (AS-86, 28. März 1965) |
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| Yusef Lateef: "Psychicemotus" (AS-92, 21.-22. Juli 1965) |
|
| John Coltrane: "Meditations" (AS-9110, 23. Nov. 1965) |
|
| The Rolf & Joachim Kuhn Quartet: "Impressions Of New York" (AS-9158, 27. Juli 1967) |
Rolf und Joachim Kuhn sind nach meinem Wissensstand die einzigen
Jazzer aus unserem Lande mit einem eigenen Album auf dem Coltrane-Label.
Dafür darf dann auch mal das "Ü" dran glauben. Das
war sicherlich eine große Ehre für die Brüder an Klarinette
und Piano, die hier vom italienischen Schlagzeger Aldo Romano und
dem langjährigen Coltrane Bassisten Jimmy Garrison begleitet
werden. "Impresions Of New York" ist eine 33minütige Suite
von Rolf Kühn, inspiriert vom wenige tage zuvor (17.07.) verstorbenen
John Coltrane.(31.01.2010) |
| Pharoah Sanders: "Karma" (AS-9181, 19. Feb. 1969) |
|
|
| Charlie Haden: "Liberation Music Orchestra" (AS-9183, 29. April 1969) |
Unter der Führung des Bassisten ist hier eine der besten und am prominentesten
besetzten Bigbands des zeitgenössischen Jazz versammelt, um "Revolutionslieder"
zu spielen, u. a. sind dabei die Pianistin und Komponistin Carla Bley,
die Trompeter Don Cherry und Michael Mantler, Schlagzeuger
Paul Motian, die Saxofonisten Dewey Redman und Gato Barbieri,
sowie Gitarrist Sam Brown. |
| Pharoah Sanders: "Jewels Of Thought" (AS-9190, Okt. 1969) |
Gleich vier Alben nahm der "Ziehsohn" von John Coltrane 1969
auf und brachte in dem Jahr auch schon drei davon heraus. "Karma"
stammte vom 14. und 19. Februar und der Nachfolger (?) "Jewels Of
Thought" wurde am 20. Oktober aufgenommen. Wieder gibt es lange exstatische
Nummern und wieder sind interessante Coverversionen zu erwähnen:
Eugene Chadbourne zersägt mit seinen Freunden von Camper
Van Beethoven die "Gottespreisung" "Hum-Allah ..." |
| Alice Coltrane: "Ptah, The El Daould" (AS-9196, 26. Jan. 1970) |
Ich würde nie soweit gehen, Alice Coltrane bösartig als die
Yoko Ono (oder Courtney Love?) des Jazz zu
bezeichnen: zum einen mag ich Yoko und es wäre somit von meiner Seite
aus auch keine Beleidigung (OK: beim Courtney-Vergleich wäre es eine!).
Zum anderen machte sie tolle Musik auch in der Zeit nach dem Tode ihres
Mannes John. Zugegebenermaßen hatte mich damals, in den frühen
70ern, ihre Zusammenarbeit mit Carlos Santana überfordert.
Aber das war meiner musikalischen Unreife geschuldet und ist inzwischen
korriert (siehe meine Anmerkungen zu "Illuminations"
von 1974!)."Ptah ..." gab es jetzt für einen kleinen Preis zu entdecken. Natürlich nicht bei Kik oder Plus, sondern bei Zweitausendeins, meinem Haus- und Hoflieferanten für alten, guten und billigen Jazz. Auf den vier langen Liedern des Albums spielt Alice 3x Piano und 1x ihre Harfe (!), begleitet von Ron Carter am Bass und Ben Riley am Schlagzeug. Dazu kommen die beiden Tenorsaxophonisten Pharoah Sanders (mit dem sie schon bei John Coltrane gespielt hat) und Joe Henderson, der hier im Impulse-Kontext zum ersten Mal auftaucht. Die Platte entwickelt sich schon beim zweiten Hören zu meinem bisherigen Alice Coltrane Favoriten: eine wunderbare Mischung aus Traditon & Moderne, souveräne Spieltechnik von Meistern, Emotion pur, auch ohne wirkliche Free-Jazz-Passagen. (16.05.2010) |
| Pharoah Sanders: "Thembi" (AS-9206, 02. Jan. 1971) |
Zwischen
1968 und 1971 hat der Saxofonist eine große Zahl guter Platten beim feinen
Impulse-Label veröffentlicht, auf dem auch schon das Spätwerk
von Coltrane herauskam. Was ist dieses mal anders als etwa bei "Karma"
oder "Jewels Of Thought"? Leon Thomas
jodelt nicht mehr, Lonnie Liston Smith setzt sogar einmal ein Rhodes-E-Piano
ein (steh ich SEHR drauf!). Insgesamt kürzere Lieder mit einer größeren
stilistischen Breite. Nach wie vor eine tolle Musik! |
| Alice Coltrane: "Universal Consciousness" (AS-9210, 19. Juni 1971) |
|
| Archie Shepp: "Kwanza" (AS-9262, 1968/69, 1974) |
Fünf Aufnahmen aus vier verschiedenen Sessions von September 1968
bis August 1969, die so gut sind, dass ich mich frage, warum es bis 1974
zur Veröffentlichung gebraucht hat. Trotz unterschiedlicher Besetzungen
und insgesamt etwa 25 beteiligter Musiker wirkt das alles wie aus einem
Guss. Mit dabei u.a.: Leon Thomas (der Jodler von Pharoah
Sanders und Santana), Trompeter
Woody Shaw, Posaunist und Komponist Grachan
Mocur III, Andy Bey, Pianist Cedar
Walton und die Trommler Bernard Purdie und Joe Chambers.(31.01.2010) |
| Keith Jarrett: "Shades" (AS-9332, Juni 1975) |
Ein
drittes Impulse!-Vinyl, das bereits seit meinen "Jugendtagen"
in meinem Plattenregal steht - und das ich irgendwie vergessen hatte.
Mitte der 70er gehörte Impulse! zu ABC und die Zeit der schönen
Klappcover war leider vorbei. Damals war Keith Jarrett irrsinnig produktiv, brachte für Impulse! und für ECM gleichzeitig zahlreiche Alben heraus. Bei "Shades" wurde das "klassische" Jarrett-Quartett (Dewey Redman - Saxofon, Charlie Haden - Bass und Paul Motian - Schlagzeug) durch den südamerikanischen Perkussionisten Guilherme Franco zum Quintett. (25.09.2009) |
Der
einzige mir bekannte Fall, bei dem man eine Schallplatte über eine mathematische
Formel erklären - und dann auch benennen - kann. Eine wenig bekannte Tatsache
ist, dass Ray Charles einer der ersten Künstler auf dem damals neuen Label
war. ABC als Impulse-Eigentümer hatte ihn zuvor von Atlantic abgeworben
und ließ ihn hier an der Orgel mit einer Bigband im Rücken jazzen, später
auch sehr erfolgreich Countrysongs aufnehmen ("Modern Sounds In Country
And Western Music"). Letzteres natürlich nicht beim Impulse-Label.
Neben
"
Aufnahmen
vom "klassischen" Coltrane Quartett mit Elvin Jones,
Was
machen diese Jazzer im Wald? Eine schöne Impulse CD mit einem aus
der Reihe fallenden Cover des Schlagzeugers Roy Haynes, zusammen
mit dem Pianisten Tommy Flanagan, "Saxofonist i.w.S"
Rhasaan Roland Kirk und Bassist Henry Grimes.
Der
Titel des Albums sagt es klar und deutlich: Balladen. Auch wenn damals
John Coltrane schon als einer der Großen galt, so war er doch eher
für laute Töne bekannt, wenn auch (noch) nicht für Free-Jazz.
Auf jeden Fall macht er hier deutlich, dass er auch einer der besten Interpreten
von Balladen war. Ich wage zu behaupten, dass das Album sogar für
Nicht-Jazz-Fans hörbar ist. Aufgenommen im November 1962 vom klassischen
Coltrane-Quartett mit

Vier
Lieder aus drei verschiedenen Aufnahmesessions, die auch noch mehr als
ein Jahr auseinander liegen; Live- und Studioaufnahmen; Unterschiedliche
Besetzungen: trotzdem eine reguläre Veröffentlichung von John Coltrane
zu Lebzeiten - und auch ein sehr gutes Album. Vor allem wegen "India"
mit Coltrane am Sopransaxofon (nach meiner Meinung sein zweiter gr0ßer
Auftritt an dem Instrument nach "My Favorite Things"!) und Eric
Dolphy an der Bassklarinette. Außerdem neben McCoy Tyners "

Zwischen
1968 und 1971 hat der Saxofonist eine große Zahl guter Platten beim feinen
Impulse-Label veröffentlicht, auf dem auch schon das Spätwerk
von Coltrane herauskam. Was ist dieses mal anders als etwa bei "
Ein
drittes Impulse!-Vinyl, das bereits seit meinen "Jugendtagen"
in meinem Plattenregal steht - und das ich irgendwie vergessen hatte.
Mitte der 70er gehörte Impulse! zu ABC und die Zeit der schönen
Klappcover war leider vorbei.