Ich habe seit kurzem Zugriff auf "historisches Material"
aus dem ECM-Katalog, u.a. "Free At Last"
vom Mal Waldron Trio, der ersten ECM-Platte mit der Bestellnummer
"ECM 1001"! Das klingt alles noch nicht nach der ECM-Erfolgsformel
(wie ist die überhaupt? Vielleicht nur eine Soundfrage?), aber
ist höchstinteressant. Ausserdem war ich Pfingsten seit Ewigkeiten
zum ersten Mal wieder auf dem Moerser Jazz Festivel, war gut soweit,
aber ein kleines Highlight war dann doch der Kauf von Jack DeJohnettes
"Album Album" auf Vinyl im Klappcover
(kurioserweise selten bei ECM, wenn es sich nicht auch um ein Doppelalbum
handelt!).
(04.06.2010)
Sortiert ist die Liste natürlich nach Bestellnummern, wie jede Jazzliste,
die was auf sich hält. Das angegebene Datum bezieht sich - wenn bekannt
- auf die Aufnahme und nicht die Veröffentlichung.
(15.04.2009)
Das deutsche Jazzlabel ECM entstand in den frühen 70ern und ist in Hinblick auf
Klang und Coverästhetik durchaus mit Blue Note und
Impulse vergleichbar:
es gibt einen wieder erkennbaren grafischen Stil, vielleicht sogarso etwas
wie einen "ECM-Sound", wofür sicherlich Musiker wie
Jan Garbarek, Gary
Burton, Ralph Towner,
John Abercrombie, Keith Jarrett,
Egberto Gismonti, Pat
Metheny und viele andere stehen.
(08.02.2009)
| Mal Waldron Trio: "Free At Last" (ECM 1001, 24. Nov. 1969) |
Die
legendäre erste Veröffentlichung von ECM. Klavierlegende Mal
Waldron, den wir als Jazznovizen damals nur wegen seiner Mitarbeit
bei Embryo kannten, im Trio mit dem deutschen Bassisten Isla Eckinger
und dem mir unbekannten Trommler Clarence Becton. Die Musik? Keine
typische ECM-Musik (die gab es 1969 noch nicht!), kein Freejazz (wie vielleicht
der Titel assozieren könnte), sondern typische Waldron-Musik mit
dem kantigen Sound: keiner spielte die Akorde mit der linken Hand so wie
Mal Waldron. Ein ganz wunderbares Album, das ich spät, aber nicht
zu spät entdeckt habe!(04.06.2010) |
| Chick Corea: "Return To Forever" (ECM 1022, 03. Feb. 1972) |
Auf
dieser Platte brachte Corea die USA und Brasilien zusammen: sein eigenes
wunderbares Fender-Rhodes-Piano, Stanley Clark am Kontrabass und
Joe Farrell mit Flöte und Sopransaxofon, kombiniert mit Airto
Moreiras Schlagzeugspiel (normalerweise spielt er Perkussion) und
dem Gesang von Flora Purim. Die Songs (z. T. mit Texten von Neville
Potter) wurden Klassiker des Latin-Jazz: "Crystal Silence",
"La Fiesta", "What Game Shall We Play Today" und "Sometime
Ago". |
| Gary Burton & Chick Corea: "Crystal Silence" (ECM 1024, 06. Nov. 1972) |
Die Platte klingt genau so, wie sie heißt: wunderbare Piano-Vibraphon-Duette
von zwei Meistern. |
| Dave Holland Quartet: "Conference Of Birds" (ECM 1027, 30. Nov. 1972) |
Ein
frühes Hai-light der Labelgeschichte von ECM: der damals noch
relativ junge englische Bassist Dave Holland spielt erstmalig als
Bandleader zusammen mit drei Größen der amerikanischen improvisierten
Musik: an den Blasinstrumenten (diverse Saxphone, Querflöte, Klarinette,
wahrscheinlich auch Oboe) sind das Sam Rivers und Anthony Braxton
zu hören, an den Trommeln, Becken und dem Marimbaphon Barry Altschul.
Ich bin zwar kein echter Kenner der Szene, aber zumindest mir ist keine
Platte bekannt, auf der Anthony Braxton dermassen "schön"
(und deshalb auch zugänglich) klingt. Richtig gut ist die Platte
aber vor allem wegen Holland, seinem Bass und seinen Kompositionen.(18.10.2009)
|
| Jan Garbarek - Bobo Stenson Quartet: "Witchi-Tai-To" (ECM 1041, 28. Nov. 1973) |
Ende der 70er war ich in einer heftigen Jazzphase, in der ich mit meinen
Kumpels vor allem ECM-Platten gehört habe (und damals den
Punk verschlafen habe - aber das ist eine andere Geschichte). Jan Garbarek
und Bobo Stensons Platte mit dem Titelsong aus der Feder von Jim
Pepper und dem Revolutionslied "Hasta Siempre" ist mir aus
dieser Zeit besonders gut in Erinnerung. |
| Eberhard Weber: "The Colours Of Chloë" (ECM 1042, Dez. 1972) |
Das deutsche Erfolgsjazzlabel ECM ist kein Hort des deutschen Jazz, sondern
klar international orientiert. Heisst: (natürlich) USA, aber auch
Skandinavien. Einer der wenigen damaligen Produktionen unter Federführung
eines einheimischen Musikers war diese Platte des Bassisten Eberhard Weber.
Bereits bei seinem ECM-Debüt saß Langzeitpartner Rainer
Brüninghaus an den Keyboards (also nicht nur am akustischen Piano)
und Peter Giger hinter den Trommlen. "Colors Of Chloë"
ist sogar nach meinem Wissenstand eines der erfolgreichsten ECM-Alben
überhaupt (unter vielen erfolgreichen!) |
| John Abercrombie: "Timeless" (ECM 1047, 21. Juni 1974) |
Für
ECM-Verhältnisse eine relative rockige Produktion - und dass, obwohl
der Gitarrist John Abercrombie hier nur von Jack DeJohnette am
Schlagzeug und Jan Hammer an der Orgel begleitet wird. Letzterer
leistet mit seinen Füssen auf den Orgelpedalen als Bassistenersatz
fantastische Schwerstarbeit. |
| Paul Motian: "Tribute" (ECM 1048, Mai 1974) |
Das
Album des Schlagzeugers vom amerikanischen Keith Jarrett Quartet
hatte ich in den späten 70ern aus der Grabbelkiste vom Weseler Kaufhof
gezogen, zu einer Zeit, als "Jazz" im Allgemeinen und "ECM"
im Besonderen noch etwas Neues für mich waren. Neben den Platten
von Pat Metheny, Jan Garbarek,
Gary Burton und Ralph Towner
aus dieser Zeit war mir dieses Abum damals aber viel zu spröde, sodass
es schnell und kaum gehört im Plattenschrank verschwand. Jetzt habe
ich es nach langer Zeit mal wieder herausgekramt und finde es ganz vorzüglich.
Paul Motian und sein Kollege Charlie Haden legen kongeniale
Rhythmen vor, die mir leider wenig bekannten Gitarristen Sam Brown
und Paul Metzke spielen darüber sehr interessante Sachen,
ab und zu ist auch das Altsaxofon von Carlos Ward dabei. Mal wieder
genau die für mich richtige Mischung aus freiem und eher konventionellem
Jazz.(11.06.2010) |
| Jan Garbarek/Keith Jarrett: "Belonging" (ECM 1050, 25. April 1974) |
Eine
der ersten ECM-Jazzplatten, die ich Mitte der 70er gehört habe und
immer noch einer meiner Favoriten aus dieser Zeit. Der amerikanische Wunderpianist
Keith Jarrett nahm zusammen mit dem norwegischen Saxofonisten Jan
Garbarek und dessen skandinavischer Rhythmusgruppe (Palle Danielsson
am Bass und Jon Christensen am Schlagzeug) einige seiner besten
Stücke auf. Gefällt mir besser als sein viel berühmteres
Solo-Live-Doppelalbum "The Köln Konzert"! |
| Ralph Towner & Gary Burton: "Matchbook" (ECM 1056, Juli 1974) |
Wunderschöne
Gitarren-Vibraphon-Duette. Die Lieder stammen fast alle aus der Feder
von Meistergitarrist Towner, dazu mit "Brotherhood" sogar ein
seltenes eigenes Lied von Gary Burton und der Mingus-Klassiker "Goodbye
Pork Pie Hat". Bei drei der Towner-Kompositionen handelt es sich
sogar um Oregon- oder Winter Consort-Klassiker: "Icarus"
findet man auch auf dem gleichnamigen Album vom Paul
Winter Consort, "Song For A Friend" und "Aurora"
kennt man von Oregons Meisterwerk "Distant
Hills". "Drifting Petals" gibt es dann wenige Monate
später in einer weiteren Version auf Towners Album "Solstice".
Ich finde es immer wieder spannend, solche Lieder in unterschiedlichen
Varianten zu hören.(09.02.2010) |
| Ralph Towner: "Solstice" (ECM 1060, Dez. 1974) |
Meine erste selbst gekaufte ECM-Platte. Wunderbarer kammermusikalischer
Jazz(?) des Gitarristen/Pianisten von Oregon,
zusammen mit dem deutschen Bassisten Eberhard Weber
und den Norwegern Jan Garbarek und Jon
Christensen an Saxofon bzw. Schlagzeug. |
| John Abercrombie/Dave Holland/Jack DeJohnette: "Gateway" (ECM 1061, März 1975) |
Ein Highlight aus meiner spät70er-ECM-Phase. Für ECM-Verhältnisse
recht "fetzig". Das heißt natürlich nicht, es wäre
Freejazz oder Jazzrock oder dieser oft furchtbare "Fusionsound".
Einfach nur ein gutes Gitarren-Trio. Interessanterweise stammen die Kompositionen
fast vollständig von der Rhythmusgruppe Holland/DeJohnette,
die beide zuvor bei Miles Davis gespielt hatten, obwohl Gitarrist
John Abercrombie ja eigentlich der "Chef" hier ist. Zumindest
wird die Platte im Laden meist unter "A" einsortiert. Miles
Davis und Jimi Hendrix hätten ihre Freude daran gehabt. Ja gut -
Miles weilte 1975 noch unter uns und hatte vielleicht sogar wirklich seine
Freude daran. Ich meine das ja auch nur in einem übertragenem Sinne.
Klangtechnisch oder so. |
| Collin Walcott: "Cloud Dance" (ECM 1062, März 1975) |
Collin
Walcott war (er ist leider vor einigen Jahren in der DDR mit dem Auto
tödlich verunglückt!) und ist für mich auch heute noch
der einzige europäische bzw. US-amerikanische Musiker, der sich ernsthaft,
erfolgreich und hauptsächlich mit den indischen Instrumenten Sitar
und Tabla auseinandergesetzt hat. Zuerst Ende der 60er in der Band "Winter
Consort" vom Sopransaxofonisten Paul Winter aktiv und
danach und bis zu seinem Tode (welches Jahr weiß ich leider gerade nicht)
mit Ralph Towner, Glen Moore und Paul
McCandless als Oregon erfolgreich,
veröffentlichte er auf dem deutschen Jazz-Kultlabel ECM mehrere
Projektalben, z.B. unter dem Namen Codona
mit Don Cherry und Nana Vasconcelos, aber auch sehr schöne
Soloalben. Auf "Cloud Dance" hatte er eine wunderbare Band um
sich geschart: Gitarrist John Abercrombie, Bassist
Dave Holland und Trommler Jack
DeJohnette, die ja mehr oder weniger zeitgleich ohne ihn auch noch
das Album "Gateway" aufgenommen haben. |
| Enrico Rava: "The Pilgrim And The Stars" (ECM 1063, Juni 1975) |
Dies ist das ECM-Debüt des bekanntesten italienischen Jazztrompeters,
das man zur Zeit innerhalb der "Touchstone"-Serie günstig erstehen
kann. Im Prinzip ist das zwar eine typische ECM-Platte mit den üblichen
Verdächtigen - hier sind das neben Rava der Gitarrist John
Abercrombie und die skandinavische Rhythmusgruppe Palle Danielsson
(bass) und Jon Christensen (drums), die sonst meist bei Jan
Garbarek zu hören sind - aber es "rockt" doch teilweise
ganz schön. Oder klingt manchmal wie eine Blue
Note-Hard-Bop-Platte aus den 60ern. Auch das Cover ist nicht im typischen,
abstrakten ECM-Stil: ich lese gerade im Booklet, das es auch nicht von
der sonst bei ECM häufig eingesetzten Barbara Wojirsch stammt,
sondern von dem mir unbekannten Guiseppe Pino. "The Pilgrim...
" gefällt mir trotzdem (oder deshalb?) sehr gut.(28.02.2009) |
| Keith Jarrett: "The Köln Konzert" (ECM 1065, 25.01.1975) |
Wenn
es so etwas wie ein "Jazz-Hitalbum" gibt, das ist es das hier:
Keith Jarrett solo, live in Köln, herausgekommen auf einem Doppelalbum,
auf dem aber nur drei Seiten bespielt sind. Dieser Platte konnte man sich
damals kaum entziehen - OK, natürlich nur in gewissen "intellektuellen
Kreisen". In der Dorfdisco wurde man damit natürlich nichr "belästigt". |
| Eberhard Weber: "Yellow Fields" (ECM 1066, Sept. 1975) |
Ich
habe den Bassisten Eberhard Weber eigentlich immer gerne gehört,
vornehmlich auf den Alben anderen Kollegen beim Hauslabel ECM,
z.B. auf "Watercolors" von
Pat Metheny, "Passengers"
von Gary Burton oder "Solstice"
von Ralph Towner. "Yellow Fields" ist sein zweites ECM-Album,
drei Jahre nach dem überraschend erfolgreichen "Colours
Of Chloë". Da es zur Zeit ziemlich viele ECM-Titel für
kleines Geld gibt, fiel mir auch diese CD in die Hand, an die ich mich
von früher eigentlich nicht erinnern konnte. Mit dabei Rainer
Brüninghaus an den Tasten (viel Rhodes-Piano!), dem leider dieses
Jahr verstorbenen Charlie Mariano, sowie dem wunderbaren Jon
Christensen aus Norwegen am Schlagzeug. Ohne besonders große
Erwartungen, außer an die immer hohe musikalische Qualitäten
dessen was diese Leite immer abliefern, habe ich zugegriffen - und bin
extrem positiv überrascht: das Album ist nicht nur GUT, sondern SEHR
GUT! Vor allem kenne ich es anscheinend doch von früher, denn mir
kamen alle vier Lieder ziemlich bekannt vor. Irgend einer meiner Kollegen
muss die Platte also früher schon gehabt haben ...(23.11.2009) |
| Kenny Wheeler: "Gnu High" (ECM 1069, Juni 1975) |
Das erste Album des Kanadiers für das ECM-Label, Wheeler nur am
Flügelhorn und im Quartett mit den allerbesten Kollegen: Dave
Holland am Bass, Jack DeJohnette am
Schlagzeug und Keith Jarrett am Piano. Letzterer
liefert hier als ungewöhnlich zurückhaltender Begleiter eine seiner aus
meiner Sicht allerbesten Leistungen überhaupt ab. Perfekte ECM-Musik.(09.04.2009) |
| Gary Burton Quintet: "Dreams So Real" (ECM 1072, Dez. 1975) |
Mit Neuzugang Pat Metheny, der hier zusammen
mit seinem ehemaligen Gitarrenlehrer Mick Goodrick
einen wunderbaren Gitarrenklangteppich webt, wurde aus dem Quartett ein
Quintett. Alle Kompositionen stammen von Carla Bley. |
| Pat Metheny: "Bright Size Life" (ECM 1073, Dez. 1975) |
Das Solodebüt des damals noch sehr jungen Gitarristen, im Trio mit
Billy Hart am Schlagzeug und Jaco Pastorius am Bass eingespielt.
|
| John Abercrombie & Ralph Towner: "Sargasso Sea" (ECM 1080, Mai 1976) |
Eine
meiner ersten ECM-Platten, damals direkt bei Neuerscheinung erstanden.
Ich kann mich sogar erinnern, dass wir mit mehreren Leuten in der Wuppertal
waren, um diese beiden Gitarristen live zu erleben.(09.02.2010) |
| Gary Burton Quartet & Eberhard Weber: "Passengers" (ECM 1092, Nov. 1976) |
Zu
Burtons Band gehörten damals der Bassgitarrist Steve Swallow,
der noch sehr junge Pat Metheny an der Gitarre
und Dan Gottlieb an den Trommeln. Unterstützt wurden sie vom
deutschen Bassisten Eberhard Weber. Die doppelte
Besetzung der Bassposition gibt diesem Album einen interessanten Klang. |
| Collin Walcott: "Grazing Dreams" (ECM 1096, Feb. 1977) |
Auch
das zweite Soloalbum des Table- und Sitarspielers von Oregon
gehört zu den Highlights im ECM-Katalog. Aleine schon das Lesen der
Besetzungsliste macht neugierig: Gitarrist John Abercrombie
war schon beim Vorgänger "Cloud Dance"
dabei. Mit Trompeter und Flötist Don Cherry gründete
er wenig später das Trio Codona. Bassist Palle
Danielsson überzeugt bereits auf vielen ECM-Alben (vor allem
die von mir sehr geschätzen "Belonging"
und "Witchi-Tai-To"!). Nur den
brasilianischen Schlagzeuger Dom Um Romao konnte man in diesem
"Dunstkreis" bislang seltener beobachten.Immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich Collin Walcott mit seinen indischen Instrumenten Weltmusik-Klischees vermeidet und richtig guten Jazz entstehen lässt. (22.06.2010) |
| Pat Metheny: "Watercolours" (ECM 1097, Feb. 1977) |
Ab dem zweiten Album hatte Pat Metheny seine Band zusammen: Keyboarder
Lyle Mays und Trommler Dan Gottlieb sind auch auf dem Nachfolger
"Pat Metheny Group" von 1978 zu hören. Nur
der Bass ist hier noch "kommissarisch" in den Händen von
Eberhard Weber. |
| Kenny Wheeler: "Deer Wan" (ECM 1107, Juli 1977) |
Eine der ersten ECM-Platten, die ich damals, kurz vor dem Abitur, bei
einem Schulkollegen gehört habe: Eine wunderbare akustische Jazzproduktion
des kanadischen Flügelhornspielers, begleitet von den Gitarristen
John Abercrombie und Ralph Towner,
dem Bassisten Dave Holland, dem Schlagzeuger
Jack DeJohnette und dem Saxofonisten
Jan Garbarek. |
| Pat Metheny Group (ECM 1114, 1978) |
Für mich ist das die Sommermusik schlechthin: Nach zwei Soloalben
hatte Metheny mit Pianist Lyle Mays, Bassist Mark Egan und
Drummer Danny Gottlieb endlich eine feste Truppe zusammen. Im Frühjahr
1978 kam ich auch in den Genuss, sie im Foyer des städtischen Museums
Münster vor vielleicht 100 Leuten live zu sehen: das war wirklich
ein Erlebnis! Die Musik der Band wurde in den Jahren danach immer perfekter und auch bombastischer, was nicht grundsätzlich schlimm ist, aber leider nicht mehr meinen Geschmack traf. Es gibt die PMG im Übrigen immer noch (und immer noch mit Lyle Mays!), aber ich habe aufgehört, mich dafür zu interessieren. Wenn ich heute Pat Metheny höre, dann eher die puren Jazzproduktionen, die er ab und zu macht, etwa "80/81" oder "Rejoicing", aber eben nicht die neuen "PMG"-Scheiben. Da wird mir zu viel gesungen und es klingtzu sehr nach Kitsch und "World Music". |
| Keith Jarrett: "My Song" (ECM 1115, Nov. 1977) |
Gleiche
Besetzung wie "Belonging" und eigentlich
genauso schön - aber irgendwie bislang von mir übersehen!(Sept 2009) |
| Egberto Gismonti: "Sol Do Meio Dia" (ECM 1116, Nov. 1977) |
Eine
weitere feine ECM-Platte. Damals konnte man, einmal auf den Geschmack
gekommen, fast blind alles von dem Label kaufen (habe ich natürlich
nicht getan). Gismonti ist ein brasilianischer Gitarrist und Pianist,
der auf eigentümliche Weise Jazz, Klassik und die Musik seiner Heimat
(Bossa Nova, Indio-Musik) miteinander verbindet. Begleitet wird er dabei
- wie (fast) immer - vom Perkussionisten Nana Vasconcelos, gelegentlich
unterstützt von den üblichen ECM-Verdächtigen Ralph
Towner, Collin Walcott und Jan
Garbarek. |
| Ralph Towner: "Batik" (ECM 1121, 1978) |
Ausgezeichnete Trioplatte des von der Gruppe Oregon
bekannten Gitarristen und Pianisten. Seine Partner sind hier der Bassist
Eddie Gomez und der Schlagzeuger Jack
DeJohnette. Besonders gelungen finde ich das erste Stück "Waterwheel",
das Towner fast zeitgleich auch mit seiner Stammband herausbrachte (1978
auf dem Studioalbum "Out Of The Woods" und 1979 auf dem Livealbum
"In Performance"). |
| Terje Rypdal / Miroslav Vitous / Jack DeJohnette (ECM 1125, Juni 1978) |
Dieses
titellose Album ist erst im Rahmen der billigen Touchstone-Serie (40 klassische
ECM-Alben für jeweils weniger als 10 Oiro im Pappcover) unter meinen Radar
gekommen. Ein selbst für ECM-Verhältnisse fantastischer Sound, in dem
alle drei Protagonisten etwas abrufen, da nach meiner bescheidenen Meinung
zu ihren jeweiligen Bestleistungen gehört. Beindruckend ist u. a., wie
DeJohnette in dieser ziemlich "unrhythmischen"
Musik dermaßen toll Schlagzeug spielen kann. Der wahre Meister der Becken!(15.04.2009) |
| Pat Metheny: "New Chautauqua" (ECM 1131, Aug. 1978) |
Pat
Metheny solo, bzw. besser gesagt: im Mehrspurverfahren an diversen Gitarren
und am Bass zu hören. Das ist sicherlich nicht die typische ECM-Herangehensweise,
wo man immer glaubt, den Raum wahrnehmen zu können, in dem live aufgenommen
wurde. Trotzdem ist das eine schöne Platte mit wunderschönen Melodien.
Folk-Jazz? |
| Collin Walcott/Don Cherry/Nana Vasconcelos: "Codona" (ECM 1132, Sept. 1978) |
Ein
interessante Kombination von Musikern fand sich zu diesem Projekt zusammen:
Collin Walcott, Tabla- und Sitarspieler von
Oregon, Trompeter Don Cherry
(hat schon mit allen Jazzgrößen von John Coltrane bis Ornette
Coleman gespielt) und der brasilianische Perkussionist Nana Vasconcelos
(Langzeitpartner von Egberto Gismonti) |
| John Abercrombie Quartet: "Arcade" (ECM 1133, Dez. 1978) |
Ein
eher unbekanntes Album des ameikanischen Gitarristen, auf dem er recht
konvemtionell von einem Klaviertrio, bestehend aus Richie Beirach,
dem tschechischen Bassisten George Mraz und dem Schlagzeuger Peter
Donald begleitet wird. Diese LP steht schon seit der Neuerscheinung
Mitte 1979 in meinem Plattenschrank, blieb aber für mich lange blass
gegenüber solchen Meisterwerken wie "Timeless" und "Gateway",
dabei ist da eigentlich ein richtig gutes Album, fast schon von Pat-Methenischer
Leichtigkeit. Dazu gehören natürlich auch gute Melodien
mit hohem Ohrwurmfaktor, die ich teilweise noch mitsinen kann, obwohl
ich die Platte vor dem heutigen Tag locker 10 - 15 Jahre nicht mehr aufgelegt
hatte!(13.06.2010) |
| Tom van der Geld: "Path" (ECM 1134, Feb. 1979) |
Der
amerikanische Vibraphonist nahm in den 70ern ein paar schöne, wenn
auch unspektakuläre Alben für ECM auf, hier zum Beispiel im
akustischen Trio mit seinen Landsleuten Bill Connors an der Gitarre
und Holzbläser Roger Jannotta. Auch eines der Alben, das damals
in meiner allgemeinen ECM-Begeisterung und Dank des damals für ECM-Verhältnisse
günstigen Preises von unter 10 Mark den Weg in meine Plattensammlung
fand. Die Anschaffng hat allemal gelohnt. Damals hielt ich den Mann für
einen Holländer, inzwischen ist er hauptsächlich als Professor
an der Musikhochschule Mannheim aktiv. (14.06.2010) |
| Mick Goodrick: "In Pas(s)ing" (ECM 1139, Nov. 1978) |
Ein eher unbekanntes, aber sehr schönes Album aus dem Hause ECM.
Mick Goodrick war zuvor Gitarrist im Gary Burton Quintet
und wurde wohl in diesem Zusammenhang "genötigt", auch
mal selber in die "erste Reihe" zu wechseln. Ansonsten ist er
eher als Gitarrenlehrer bekannt: einer seiner prominentesten Schüler
war Pat Metheny, mit dem er für einige
Zeit sogar zusammen bei Burton spielte (z.B. auf "Dreams
So Real" von 1976) und der ihn dort dann ablöste (auf "Passengers"
von 1977).Auf "In Pas(s)ing", einer seiner wenigen Arbeiten unter eigenem Namen, wird er unterstützt von zwei begnadeten Rhythmikern, die auf vielen ECM-Produktion dieser Zeit zu hören waren: Trommler Jack DeJohnette und Bassist Eddie Gomez. Seltener im ECM-Umfeld zu finden ist dagegen der Brite John Surman an Sopran- und Baritonsaxofon, sowie der Bassklarinette. Fünf lange und luftige Goodrick- oder Bandkompositionen sind zu hören: Kein Freejazz, kein Mainstream-Jazz, auch kein Jazzrock, sondern einfach nur herrliche Musik. (18.07.2006) |
| Double Image: "Dawn" (ECM 1146, Okt. 1978) |
Ungewöhnlich
an diesem Quartett war die Besetzung mit zwei Vibraphon- bzw. Marimbaphonspielern,
dazu Bass und Schlagwerk. David Friedman und Dave Samuels
gehörten damals in der zweiten Reihe (also nach Gary
Burton!) zu den bekanntesten Vertretern ihres Instruments. David Friedmann
war übrigenz in jungen Jahren einer der wichtigsten Begleitmusiker
von Tim Buckley (zu hören auf den Meisterwerken "Happy
Sad" von 1969, "Blue
Afternoon" von 1970 und besonders auf dem genialen posthumen
Livealbum "Dream Letter")
, auch wenn ich das damals noch nicht wusste. Inzwischen ist er - so weit
ich weiß - Jazzprofessor irgendwo in Deutschland und unterschlägt
den Buckley-Abschnitt seiner Karriere in der Biographie auf seiner Webseite.
Tim Buckley - zu trivial für "richtige Jazzer"???(14.06.2010) |
| Jack DeJohnette: "Special Edition" (ECM 1152, März 1979) |
Dies
ist eine für ECM-Verhältnisse relativ "fetzige" Platte.
Zusammen mit dem Bassisten Peter Warren, den beiden Spitzensaxofonisten
Arthur Blythe (alt) und David
Murray (tenor) lieferte Schlagzeuger (und Pianist!) DeJohnette eine
Hommage an die Saxofonisten Eric Dolphy
und John Coltrane. |
| Pat Metheny: "80/81" (ECM 1180/81, 29. Mai 1980) |
Ein
wunderbares Jazz-Doppelalbum (!) des ehemaligen Gitarrenwunderkinds, zusammen
mit den Jazzlegenden Charlie Haden (Bass), Jack
DeJohnette (drums) und den Saxofonisten Dewey Redman und Michael
Brecker. Gefällt mir sehr viel besser als Methenys Aufnahmen
mit der Pat Metheny Group aus dieser Zeit. |
| Charlie Haden, Jan Garbarek & Egberto Gismonti: "Magico" (ECM 1151, Juni 1979) |
|
Wie auch immer: Ein gelungenes Gipfeltreffen von drei Spitzenkönnern im typischen ECM-Sound. Gute Zutaten liefern eben ein gutes Gericht... |
| "Gallery" (ECM 1206, Mai 1981) |
Diese
anscheinend immer noch nicht als CD vorliegende Platte habe ich kürzlich
in einem dieser Internetforen entdeckt, in denen Fans vergessene Musikschätze
wieder zugänglich machen. Bei "Gallery" handelt es sich
um eine offensichtlich nur kurze Zeit existierende Band - bzw. besser
gesagt: ein Projekt - von mehr oder weniger bekannten Musikern aus dem
ECM-Umfeld: Holzbläser Paul McCandless kennt man natürlich
von der Band Oregon, Vibraphonist Dave Samuels und Trommler Michael
DiPasqua waren zuvor in der Band Double Image,
Cellist David Darling gehört nach meinem Wissensstand auch
in das weitere Oregon-Umfeld, spielte
u.a. beim Paul Winter Consort mit
allen anderen Oregon-Musikern, kurioserweise
dort ohne Paul McCandless und hat auch selber bei ECM veröffentlicht.
Nur Bassist Ratso Harris ist mit unbekannt. Wie klingt das Ganze?
Genau so, wie es die Zutaten erwarten lassen. Eigentlich sogar noch besser,
denn sonst würde ich diese Platte hier ja nichtextra erwähnen!(20.06.2010) |
| Jack DeJohnette's Special Edition: "Album Album" (ECM 1280, Juni 1984) |
Aus
der Platte "Special Edition" von
1979 entstand die Band Special Edition, wobei ich im Moment nicht weiß,
die wievielte Veröffentlichung das von dieser Truppe ist. Von der
alten Besetzung ist noch David Murray
(Tenorsax) dabei, während am Bass Rufus Reid und am Alt- und
Sopransaxofon John Purcell zu hören sind. Darüberhinaus
macht Tuba- und Baritonsaxofon-Legende Howard Johnson aus dem Quartett
ein Quintett. Neben vier neuen DeJohnette-Songs gibt es diesesmal eine
Hommage an Thelonius Monk ("Monk's Mood" kommt im feinen
Bläserarrangement von Howard Johnson sogar fast ohne den Chef aus!)
und eine Neuauflage von "Zoot Suite" dem Highlight von "Special
Edition". Einmal spielt DeJohnette im Overdub-Verfahren sehr
schön Klavier, ein anderes mal "Keyboard".
Wenn ich jetzt daran erinnere, dass die Aufnahmen von 1984 stammen, dann
könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen, ob ich das mag oder ob's mir
dabei eher graust. Insgesamt trotz alledem eine schöne Platte, vielleicht
nicht mehr so speziell wie die erste "Special
Edition", ausserdem mit einem für ECM-Verhältnisse
nicht wirlich gelungenem Frontcover. Wahrscheinlich hätte Barbara
Wojirsch diesen Overall, den Jack trägt und der überhaupt
nicht zur Garderobe seiner Frau (?) und Töchter (?) passt, aus heutiger
Sicht ein schmerzhaftes Echo aus den 80ern, nicht durchgehen lassen, wenn
sie für das Design verantwortlich gewesen wäre. Andererseits
ist es nett, mal die Familie von Jack kennenzulernen.(04.06.2010) |
| Marc Johnson: "Bass Desires" (ECM 1299, Mai 1985) |
Nach
langer Zeit mal wieder eine Jazzplatte von ECM, die es in meine Liste
schafft. Vielleicht liegt's an der klassischen "Rockbesetzung"
mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug? Auf jeden Fall schreibt Johnson
wunderbare Musik und liefert zusammen mit dem Weather Report-Drummer Peter
Erskine eine großartige Grundlage, auf der sich die beiden Gitarrenmeister
Bill Frisell und John Scofield ausbreiten können. |
| John Abercrombie/Dave Holland/Jack DeJohnette: "Gateway: Homecoming" (ECM 1562, Dez. 1994) |
Vor ziemlich genau 25 Jahren nahmen diese drei Ausnahmemusiker bereits
ein Album namens "Gateway" auf - für
mich nach wie vor eine der besten ECM-Platten aller Zeiten. Eigentlich
war das nicht zu toppen, auch wenn alle drei Musiker seitdem reihenweise
ausgezeichnete Alben veröffentlicht haben und auch immer wieder -
zumindest zu zweit - zusammengearbeitet haben. Deshalb ging dieses Album
wohl auch bei der Erstveröffentlichung spurlos an mir vorbei - vielleicht
auch, weil mich ECM-Neuerscheinungen in den 90ern grundsätzlich wenig
interessiert haben. Seit einiger Zeit hat aber auch das ECM-Label (notwendigerweise?) das Niedrigpreissegment des immer weiter schrumpfenden Tonträgermarktes für sich entdeckt, weshalb man jetzt z.B. dieses Album für weniger als 10 Oiro erstehen kann. Beim Hören stelle ich jetzt fest, dass es sich um ein wirklich gutes Album handelt! Hätte ich mir damals die Mühe gemacht zuzuhören, dann wäre mir das wohl 1995 schon aufgefallen. Ach ja: was etwas diffus bleibt für mich, ob es sich hierbei nun um das Album "Homecoming" des Band Gateway oder das Album "Gateway Homecoming" der drei beteiligten Musiker handelt. Aber das ist natürlich ein rein akademisches Problem und völlig nebensächlich: ich denke mal, es wird in meinem Plattenregal seinen Platz unter "A" wie "Abercrombie" finden, damit es nicht ganz einsam und alleine unter "G" zwischen Melody Gardot und Marvin Gaye herumstehen muß. Obwohl : ich würde mich in der Nachbarschaft díeser beiden Künstler sicherlich sehr wohl fühlen! (07.11.2009) |
| Charles Lloyd: "Voice In The Night" (ECM 1674, Mai 1998) |
|
|
| Robin Williamson: "The Seed At Zero" (ECM 1732, März 2000) |
Entwarnung!
Dieses Album ist zwar auf dem "Esotherik-Jazz-Label" ECM
erschienen, aber unser lange verschollener alter Held und Hälfte
des ebenfalls lang vergangenen Kultduos The
Incredible String Band singt hier - vielleicht nicht mehr ganz so
vital wie vor 30 Jahren, aber immer noch sehr spannend - Texte von großen
Dichtern, wie z.B. Dylan Thomas, hat er dafür vertont und
trägt sie allein von seiner Gitarre begleitet vor. Ebenfalls außergewöhnlich,
daß nicht von ECM-Mastermind Manfred Eicher selber, dem Vater
des ECM-Sounds, sondern vom Engländer Steve Lake (natürlich
nicht Greg Lake, wie ich in einer Kritik lesen mußte!) produziert
wurde. Ein wunderschönes Album, das völlig "out of the blue" zu uns kam! Dank dafür an die Herren Eicher und Lake. Und das mir hier keiner was von seinem "Fast-Namensvetter" Robbie quatscht! |
| Miroslav Vitous: "Universal Syncopations" (ECM 1863, März 2003) |
Kürzlich erst als Sonderangebot erstanden, auch wenn ich mir die
CD eigentlich beim Erscheinen vor sechs Jahren schon kaufen wollte, aber
es dann doch wieder vergessen hatte!Der tschechische Bassist Miroslav Vitous, in den frühen 70ern mit Joe Zawinul und Wayne Shorter Gründer von Weather Report, schafft es - wohl als einer von sehr wenigen Musikern - solche musikalischen Schwergewichte wie Jan Garbarek, Chick Corea, John McLaughlin und Jack DeJohnette zu einer augezeichneten, "Fast-Schon-Mainstream"-Jazzproduktion zu versammeln, bei der keiner der Beteiligten durch solistische Ergüsse nervt: keine esoterischen Klanglandschaften von Garbarek, keine Klavierakrobatik oder Jazzfussion von Corea, keine Hochgeschwindigkeitsversuche von McLaughlin. Eigentlich müssen sich nur die beiden Herren der Rhythmusgruppe nicht zurückhalten. ECM-Musik hat für mich in diesem Jahrtausend nicht annähernd mehr den Stellenwert wie vor ca. 30 Jahren - aber die "Universal Syncopations" gefallen mir doch ganz ausgezeichnet! (08.10.2009) |
| Ralph Towner & Paolo Fresu: "Chiaroscuro" (ECM 2085, Okt. 2008) |
Ab und zu entdecke ich noch mal eine neue ECM-Platte bzw. sie wird
mir wärmstens empfohlen, wie in diesem Fall. Zu Ralph Towner
muss ich eigentlich nicht viel sagen: seit den 70ern viele (meistens)
tolle Platten mit seiner Band Oregon,
dazu viele (meistens) gute Soloalben bei ECM, oft im Duett mit
anderen Künstlern (ich denke da gerne zurück an Alben mit
John Abercrombie, Gary Peacock oder
Gary Burton). Hier ist sein kongenialer Partner
der sardische Trompeter Paolo Fresu, der mir bisher leider unbekannt
war. Zu hören ist dabei typische kammermusikalische ECM-Musik - und
das ist durchaus positiv gemeint! Schön ist auch, dass Towner inzwischen
auf den Einsatz seines Synthesisers verzichtet, der mir den Genuss mancher
Oregon und Soloalben verleidet hat. Schön wäre dagegen
vielleicht eine Klaviernummer gewesen: etwas, was er nämlich auch
ganz ausgezeichnet kann. Das höre ich auch viel lieber als zum Beispiel
Keith Jarrett, wenn der sein Sopransaxofon auspackt. Andererseits
möchte ich natürlich nicht auf Towner an der Gitarre verzichten.
Oder Jarrett am Klavier.(09.02.2010) |
Die
legendäre erste Veröffentlichung von ECM. Klavierlegende Mal
Waldron, den wir als Jazznovizen damals nur wegen seiner Mitarbeit
bei Embryo kannten, im Trio mit dem deutschen Bassisten Isla Eckinger
und dem mir unbekannten Trommler Clarence Becton. Die Musik? Keine
typische ECM-Musik (die gab es 1969 noch nicht!), kein Freejazz (wie vielleicht
der Titel assozieren könnte), sondern typische Waldron-Musik mit
dem kantigen Sound: keiner spielte die Akorde mit der linken Hand so wie
Mal Waldron. Ein ganz wunderbares Album, das ich spät, aber nicht
zu spät entdeckt habe!
Auf
dieser Platte brachte Corea die USA und Brasilien zusammen: sein eigenes
wunderbares Fender-Rhodes-Piano, Stanley Clark am Kontrabass und
Joe Farrell mit Flöte und Sopransaxofon, kombiniert mit Airto
Moreiras Schlagzeugspiel (normalerweise spielt er Perkussion) und
dem Gesang von Flora Purim. Die Songs (z. T. mit Texten von Neville
Potter) wurden Klassiker des Latin-Jazz: "Crystal Silence",
"La Fiesta", "What Game Shall We Play Today" und "Sometime
Ago".

Ein
frühes Hai-light der Labelgeschichte von ECM: der damals noch
relativ junge englische Bassist Dave Holland spielt erstmalig als
Bandleader zusammen mit drei Größen der amerikanischen improvisierten
Musik: an den Blasinstrumenten (diverse Saxphone, Querflöte, Klarinette,
wahrscheinlich auch Oboe) sind das Sam Rivers und Anthony Braxton
zu hören, an den Trommeln, Becken und dem Marimbaphon Barry Altschul.
Ich bin zwar kein echter Kenner der Szene, aber zumindest mir ist keine
Platte bekannt, auf der Anthony Braxton dermassen "schön"
(und deshalb auch zugänglich) klingt. Richtig gut ist die Platte
aber vor allem wegen Holland, seinem Bass und seinen Kompositionen.
Ende der 70er war ich in einer heftigen Jazzphase, in der ich mit meinen
Kumpels vor allem ECM-Platten gehört habe (und damals den
Punk verschlafen habe - aber das ist eine andere Geschichte). Jan Garbarek
und Bobo Stensons Platte mit dem Titelsong aus der Feder von Jim
Pepper und dem Revolutionslied "Hasta Siempre" ist mir aus
dieser Zeit besonders gut in Erinnerung.
Für
ECM-Verhältnisse eine relative rockige Produktion - und dass, obwohl
der Gitarrist John Abercrombie hier nur von Jack DeJohnette am
Schlagzeug und Jan Hammer an der Orgel begleitet wird. Letzterer
leistet mit seinen Füssen auf den Orgelpedalen als Bassistenersatz
fantastische Schwerstarbeit.
Das
Album des Schlagzeugers vom amerikanischen Keith Jarrett Quartet
hatte ich in den späten 70ern aus der Grabbelkiste vom Weseler Kaufhof
gezogen, zu einer Zeit, als "Jazz" im Allgemeinen und "ECM"
im Besonderen noch etwas Neues für mich waren. Neben den Platten
von
Eine
der ersten ECM-Jazzplatten, die ich Mitte der 70er gehört habe und
immer noch einer meiner Favoriten aus dieser Zeit. Der amerikanische Wunderpianist
Keith Jarrett nahm zusammen mit dem norwegischen Saxofonisten Jan
Garbarek und dessen skandinavischer Rhythmusgruppe (Palle Danielsson
am Bass und Jon Christensen am Schlagzeug) einige seiner besten
Stücke auf. Gefällt mir besser als sein viel berühmteres
Solo-Live-Doppelalbum "
Wunderschöne
Gitarren-Vibraphon-Duette. Die Lieder stammen fast alle aus der Feder
von Meistergitarrist Towner, dazu mit "Brotherhood" sogar ein
seltenes eigenes Lied von Gary Burton und der Mingus-Klassiker "Goodbye
Pork Pie Hat". Bei drei der Towner-Kompositionen handelt es sich
sogar um Oregon- oder Winter Consort-Klassiker: "Icarus"
findet man auch auf dem gleichnamigen Album vom
Collin
Walcott war (er ist leider vor einigen Jahren in der DDR mit dem Auto
tödlich verunglückt!) und ist für mich auch heute noch
der einzige europäische bzw. US-amerikanische Musiker, der sich ernsthaft,
erfolgreich und hauptsächlich mit den indischen Instrumenten Sitar
und Tabla auseinandergesetzt hat. Zuerst Ende der 60er in der Band "
Wenn
es so etwas wie ein "Jazz-Hitalbum" gibt, das ist es das hier:
Keith Jarrett solo, live in Köln, herausgekommen auf einem Doppelalbum,
auf dem aber nur drei Seiten bespielt sind. Dieser Platte konnte man sich
damals kaum entziehen - OK, natürlich nur in gewissen "intellektuellen
Kreisen". In der Dorfdisco wurde man damit natürlich nichr "belästigt".
Ich
habe den Bassisten Eberhard Weber eigentlich immer gerne gehört,
vornehmlich auf den Alben anderen Kollegen beim Hauslabel ECM,
z.B. auf "
Eine
meiner ersten ECM-Platten, damals direkt bei Neuerscheinung erstanden.
Ich kann mich sogar erinnern, dass wir mit mehreren Leuten in der Wuppertal
waren, um diese beiden Gitarristen live zu erleben.
Zu
Burtons Band gehörten damals der Bassgitarrist Steve Swallow,
der noch sehr junge
Auch
das zweite Soloalbum des Table- und Sitarspielers von
Gleiche
Besetzung wie "
Eine
weitere feine ECM-Platte. Damals konnte man, einmal auf den Geschmack
gekommen, fast blind alles von dem Label kaufen (habe ich natürlich
nicht getan). Gismonti ist ein brasilianischer Gitarrist und Pianist,
der auf eigentümliche Weise Jazz, Klassik und die Musik seiner Heimat
(Bossa Nova, Indio-Musik) miteinander verbindet. Begleitet wird er dabei
- wie (fast) immer - vom Perkussionisten Nana Vasconcelos, gelegentlich
unterstützt von den üblichen ECM-Verdächtigen
Dieses
titellose Album ist erst im Rahmen der billigen Touchstone-Serie (40 klassische
ECM-Alben für jeweils weniger als 10 Oiro im Pappcover) unter meinen Radar
gekommen. Ein selbst für ECM-Verhältnisse fantastischer Sound, in dem
alle drei Protagonisten etwas abrufen, da nach meiner bescheidenen Meinung
zu ihren jeweiligen Bestleistungen gehört. Beindruckend ist u. a., wie
Pat
Metheny solo, bzw. besser gesagt: im Mehrspurverfahren an diversen Gitarren
und am Bass zu hören. Das ist sicherlich nicht die typische ECM-Herangehensweise,
wo man immer glaubt, den Raum wahrnehmen zu können, in dem live aufgenommen
wurde. Trotzdem ist das eine schöne Platte mit wunderschönen Melodien.
Folk-Jazz?
Ein
interessante Kombination von Musikern fand sich zu diesem Projekt zusammen:
Ein
eher unbekanntes Album des ameikanischen Gitarristen, auf dem er recht
konvemtionell von einem Klaviertrio, bestehend aus Richie Beirach,
dem tschechischen Bassisten George Mraz und dem Schlagzeuger Peter
Donald begleitet wird. Diese LP steht schon seit der Neuerscheinung
Mitte 1979 in meinem Plattenschrank, blieb aber für mich lange blass
gegenüber solchen Meisterwerken wie "Timeless" und "Gateway",
dabei ist da eigentlich ein richtig gutes Album, fast schon von Pat-Methenischer
Leichtigkeit. Dazu gehören natürlich auch gute Melodien
mit hohem Ohrwurmfaktor, die ich teilweise noch mitsinen kann, obwohl
ich die Platte vor dem heutigen Tag locker 10 - 15 Jahre nicht mehr aufgelegt
hatte!
Der
amerikanische Vibraphonist nahm in den 70ern ein paar schöne, wenn
auch unspektakuläre Alben für ECM auf, hier zum Beispiel im
akustischen Trio mit seinen Landsleuten Bill Connors an der Gitarre
und Holzbläser Roger Jannotta. Auch eines der Alben, das damals
in meiner allgemeinen ECM-Begeisterung und Dank des damals für ECM-Verhältnisse
günstigen Preises von unter 10 Mark den Weg in meine Plattensammlung
fand. Die Anschaffng hat allemal gelohnt. Damals hielt ich den Mann für
einen Holländer, inzwischen ist er hauptsächlich als Professor
an der Musikhochschule Mannheim aktiv.
Ungewöhnlich
an diesem Quartett war die Besetzung mit zwei Vibraphon- bzw. Marimbaphonspielern,
dazu Bass und Schlagwerk. David Friedman und Dave Samuels
gehörten damals in der zweiten Reihe (also nach
Dies
ist eine für ECM-Verhältnisse relativ "fetzige" Platte.
Zusammen mit dem Bassisten Peter Warren, den beiden Spitzensaxofonisten
Ein
wunderbares Jazz-Doppelalbum (!) des ehemaligen Gitarrenwunderkinds, zusammen
mit den Jazzlegenden Charlie Haden (Bass), 
Diese
anscheinend immer noch nicht als CD vorliegende Platte habe ich kürzlich
in einem dieser Internetforen entdeckt, in denen Fans vergessene Musikschätze
wieder zugänglich machen. Bei "Gallery" handelt es sich
um eine offensichtlich nur kurze Zeit existierende Band - bzw. besser
gesagt: ein Projekt - von mehr oder weniger bekannten Musikern aus dem
ECM-Umfeld: Holzbläser Paul McCandless kennt man natürlich
von der Band Oregon, Vibraphonist Dave Samuels und Trommler Michael
DiPasqua waren zuvor in der Band
Aus
der Platte "
Nach
langer Zeit mal wieder eine Jazzplatte von ECM, die es in meine Liste
schafft. Vielleicht liegt's an der klassischen "Rockbesetzung"
mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug? Auf jeden Fall schreibt Johnson
wunderbare Musik und liefert zusammen mit dem Weather Report-Drummer Peter
Erskine eine großartige Grundlage, auf der sich die beiden Gitarrenmeister
Bill Frisell und John Scofield ausbreiten können.
Entwarnung!
Dieses Album ist zwar auf dem "Esotherik-Jazz-Label" ECM
erschienen, aber unser lange verschollener alter Held und Hälfte
des ebenfalls lang vergangenen Kultduos