Ein Trend fällt mir auf: brasilianische Künstler, vor allem scheinbar
Sängerinnen, begreifen sich zunehmend als internationale Künstler,
die über den Tellerrand des Samba und Bossa Nova schauen, modernste
Sounds neben die akustischen Instrumente, die englische Sprache problemlos
neben die portugisische stellen. Zu Recht werden sie auch bei uns verstärkt
wahrgenommen. Aktuelle Alben gibt es von Bebel Gilberto,
Céu und Luciana Souza
zu bewundern. Auch das neue Album von Maria da Mata
ist gerade mal ein Jahr auf dem Markt.
(16.11.2009)
In letzter Zeit hat viel Brasilianisches den Weg in meine Plattensammlung
gefunden. Schon seit einiger Zeit höre ich ja bekanntlich sehr gerne
Bossa Nova und Artverwandtes aus den 50ern und 60ern (Tom
Jobim, Sergio Mendes), sowie Tropicalia
und MBP aus den Spät6oern und Früh70ern (Caetano
Veloso, Milton Nascimento, Gilberto Gil).
Vor kurzem bin ich gleich über drei fantastische junge Sängerinnen aus
Brasilien gestolpert (Cibelle, Céu
und Vanessa da Mata) und konnte außerdem feststellen, dass es
dort neben Os Mutantes mit Los
Hermanos noch eine weitere großartige Rockband gibt, die sich zu
entdecken lohnt. Zeit für Tipps mit Musik, die geographisch oder zumindest
von der Geisteshaltung her vom Zuckerhut und drum herum stammt!
(13.02.2009)
Frisch ausgepackt
| Os Mutantes: "Haih ... Or Amortecedor" (Anti, Nov. 2009) |
|
Von der 2006er Besetzung sind fast alle Musiker an Bord - es fehlen
lediglich der Keyboarder Arnaldo Baptista, Gründungsmitglied
und Bruder von Gitarrist Sergio Dias, sowie die Sängerin
Zelia Duncan, Nachfolgerin der ursprünglichern Sängerin
Rita Lee. Als neue Leadsängerin ist Bia Mendes dabei.
Die meisten Lieder hat Sergio Dias zusammen mit dem legendären
brasilianischen Singer/Songwriter Tom Zé geschrieben,
zwei Titel stammen von niemand geringerem als Jorge
Ben, dazu kommen mehrere Stücke von Vitor Trida, dem
Multiinstrumentalisten der Band (Gitarre, Keyboards, Flöte, Klarinette,
Geige und Cello!). Insgesamt ist das eine opulente, spannende und sehr
lebendige Platte von einer Band, der man es nicht anhören kann,
dass es sie (mit Unterbrechungen) nun schon ungefähr 40 Jahre gibt
- zumindest Sergio Dias und Trommler Dinho Leme sind schon so
lange dabei. Unbedingt selber anhören! |
| Luciana Souza: "Tide" (Verve, April 2009) |
Soundtechnisch,
qualitativ und stilistisch weicht das neue Album von Luciana Souza
nicht vom Vorgänger "The New Bossa Nova"
von 2007 ab. Allerdings verzichtet sie inzwischen weitestgehend auf Fremdmaterial
bekannter Autoren und hat die Songs fast alle mit Ehemann, Produzent und
Bassist Larry Klein geschrieben. Eine kleine, feine CD.(19.11.2009) |
| Bebel Gilberto: "All In One" (Verve, Sept. 2009) |
Irgendwie
kommt mir das Cover vom neuen Album der Tochter von Joao
Gilberto bekannt vor ... Genau, es erinnert irgendwie an "Beach
Samba" von Joaos Ex-Frau Astrud Gilberto. Keine
Ahnung, was ich davon halten soll.(19.11.2009) |
auch interessant ...
| Céu: "Vagarosa" (Six Degrees/Urban Jungle, Okt. 2009) |
Das zweite Album dieser fantastischen brasilianischen Sängerin knüpft
nahtlos an das titellose Debüt von 2006
an: mit Bossa-, Jazz und Rock-Gitarren, Computerklängen, alte Analog-Keyboards
(VIEL MELLOTRON!!!) und vor allem ihrem wunderbaren Gesang. Man kann das
übrigenz auch geniessen, wenn man kein Wort Portugiesisch versteht!
(06.11.2009) |
| Milton Nascimento & Jobim Trio: "Novas Bossas" (EMI, Juni 2008) |
Ein weiteres Album, das den 50. Geburtstag von der Bossa Nova feiert:
wer kann das besser als Milton Nascimento, zusammen
mit dem Jobim Trio, das aus dem Sohn (Gitarrist Paulo
Jobim) und dem Enkelsohn (Pianist Daniel Jobim)
von Antonio Carlos Jobim, sowie Schlagzeuglegende
Paulo Braga besteht? Akustische Bossa Nova mit starken
Jazzakzenten auf allerhöchstem Niveau und mit dem allerbesten Songs.
Wenig überraschend stammen 8 von 14 Liedern vom Meister Antonio
Carlos Jobim, aber es sind eher unbekannte und unverbrauchte Sachen,
vielleicht mit der Ausnahme von "Chega De Sausade", dem ersten
Bossa-"Hit" von Joao Gilberto von 1958. Dazu
kommen weitere gute Lieder von Nascimento (u. a. vom legendären Album
"Clube Da Esquina" von 1972)
(04.11.2008)
|
| Vanessa da Mata: "Sim" (Megaphon, März 2008) |
Die
Sängerin Maria da Mata fiel mir zum ersten Mal auf der Bossa
Nova-Platte von Till Brönner
auf. Auf ihrem eigenen Album geht es aber wesentlich moderner zur Sache
- auch nicht schlecht!(06.11.2009) |
| Luciana Souza: "The New Bossa Nova" (Verve, Juli 2007) |
Die erste Anschaffung als Nachwirkung auf die neue Till Brönner-CD:
Luciana Souza ist Brasilianerin und legt hiermit ihr erstes englisch
gesungenes Album vor. Es ist auch kein reines Bossa-Nova-Album, sondern
liegt genauso wie "Rio" von Till
Brönner im Spannungsfeld von Jazz / Pop / Brasilien. Die Lieder
selber sind meist nicht ganz so bekannt, stammen aber fast alle von den
besten Songschreibern der "etwas gesetzteren Generation": Leonard
Cohen, Randy Newman, James Taylor (der
sogar bei seinem "Never Die Young" mitsingt), Brian Wilson
(das göttliche "God Only Knows" von Pet
Sounds!), Joni Mitchell, Steely Dan und Sting.
Nur eine Nummer von Elliot Smith passt da generationstechnisch
nicht so ganz hinein, fällt aber nicht unangenehm auf. Insgesamt
eine sehr schöne CD von einer großen Sängerin, die ich bis
vor kurzem noch gar nicht kannte!(03.10.2008) |
| Cibelle: "The Shine of Dried Electric Leaves" (Crammed Discs/Ziriguiboom, 2006) |
Endlich habe ich auch Cibelles zweites Album zu Hause. Es macht beim ersten
Hören einen ziemlich komplex Eindruck und ich werde wohl noch einen Moment
brauchen, um hier was Tiefschürfendes zu sagen. Ach ja - Devendra Banhart
ist tatsächlich dabei und singt zusammen mit Cibelle sehr schön "London,
London", einen Klassiker von Caetano Veloso.
(24.02.2009)
|
| Os Mutantes: "Mutantes Live: Barbican Theatre, London, 2006" (Luaka Bop, Juli 2007) |
Brasiliens beste Rockband kehrte nach über 30 Jahren auf die Bühne
zurück und spielte im Londoner Konzertsaal "Barbican Theatre"
ein grandioses Konzert, das hier auf CD und DVD vorliegt. Ich habe in
den letzten Jahren kaum eine Konzert-DVD gesehen, die mich ähnlich
begeistert hat. Übrigenz eine sehr günstige Zufallsentdeckung
aus der Grabbelkiste im 2nd-Hand-Shop. Da strahlt der Schatzsucher in
mir.(27.09.2008) |
| "Céu" (Six Degree/Urban Jungle, 2006) |
Diese junge Dame liefert uns eine wunderbare Mischung aus Samba, Reggae, Bossa
und Pop. Akustische Klänge vereint mit Computerbeats, dazu klasse Bläsersätze.
Bob Marleys "Concrete Jungle" wird überzeugend gecovert.(13.02.2009) |
| Los Hermanos: "Quatro" (Sony, Juli 2005) |
"Los Hermanos", spanisch für "Die Brüder", ist eine echte GitarrenROCKband.
In ihrer Heimat Brasilien sind sie eine große Nummer, während sie bei
uns völlig unbekannt sind. Entdeckt habe ich sie kürzlich, weil einer
der beiden Sänger/Gitarristen, Rodrigo Amarante, zusammen mit
Fabrizio Moretti von den Strokes
gerade unter dem Namen Little Joy
eine hübsche kleine Folkplatte herausgebracht hat. (13.02.2009) |
| "Soul Of Brazil" (EMI, Juni 2004) |
|
|
| "Cibelle" (Crammed Discs/Ziriguiboom, 2003) |
Diese reizende und überaus talentierte junge Dame aus Sao Paulo/Brasilien habe
ich gerade erst bei YouTube entdeckt. Irgendwo zwischen Bossa Nova, Jazz
und Dancefloor. Selten habe ich eine moderne Produktion mit Computerbeats
und Soundeffekten gehört, die mir dermaßen gut gefällt. Woran das wohl liegt?Es gibt inzwischen auch ein neues Album, das sie in ihrer neuen Wahlheimat London aufgenommen hat, auf dem angeblich Devandra Banhart, meine Lieblinxziege, mit meckert. Das werde ich mir sicherlich demnächst auch anhören ... (12.01.2009)
|
| Bebel Gilberto: "Tanto Tempo" (Crammed Discs/Ziriguiboom, 2000) |
Mit "Tanto Tempo" hat die Tochter von Joao
Gilberto (aber nicht aus dessen Ehe mit Astrud
Gilberto) vor wenigen Jahren einen Klassiker geschaffen, der mit seiner
Zusammenführung von "Klassischem" Bossa Nova und zeitgenössischer
Elektronik sicherlich ein Vorbild für andere Künstlerinnen wie Cibelle
und Céu war.
(09.04.2009)
|
| Quarteto Jobim - Morelenbaum (EmArcy, Juni 1999) |
Eine
wunderbare neue Bossa Nova-Produktion aus Brasilien mit Songmaterial,
das weitestgehend vom großen Meister Antonio Carlos Jobim geschrieben
und von seinem Sohn Paulo (Gesang/Gitarre) und seinem Enkel Daniel
(Piano) und dem Ehepaar Paula (Gesang) und Jaques Morelenbaum
(Cello) mit der Rhythmusgruppe Marcelo Costa (Schlagzeug) und Zeca
Assumpcao (Kontrabass) umgesetzt wurde. |
| Caetano Veloso: "Livro" (Mercury, 1997) |
|
| Antonio Varlos Jobim: "Passarim" (Verve, 1987) |
Ein
schönes Spätwerk des Meisters.
|
| Egberto Gismonti: "Sol Do Meio Dia" (ECM, 1978) |
Eine
weitere feine ECM-Platte. Damals konnte man, einmal auf den Geschmack
gekommen, fast blind alles von dem Label kaufen (habe ich natürlich
nicht). Gismonti ist ein brasilianischer Gitarrist und Pianist, der auf
eigentümliche Weise Jazz, Klassik und die Musik seiner Heimat (Bossa
Nova, Indio-Musik) miteinander verbindet. Begleitet wird er - wie (fast)
immer - vom Perkussionisten Nana Vasconcelos,
gelegentlich unterstützt von den üblichen ECM-Verdächtigen
Ralph Towner, Collin Walcott und Jan Garbarek. |
| Hermeto Pascoal: "Slaves Mass" (Warner, 1977) |
Hermeto spielt so ziemlich alle Instrumente mit Tasten (hier: Klavier,
Fender Rhodes, Hammond B-3, Hohner D6 und Melodica) oder Saiten
(hier: 6 und 12saitige Akustikgitarre) bzw. solche zum Hineinblasen (hier:
Querflöte, Sopransaxofon, Blockflöte und natürlich die Melodica) und singt.
Dies ist wohl sein erstes Album in den USA und im weiteren Sinne kann
man das auch als Jazz bezeichnen. Produziert von seinen Landsleuten Flora
Purim und Airto Moreira, seinem alten Partner aus dem legendären
Quarteto Novo, der hier auch zusammen mit
Ron Carter die ausgezeichnete Rhythmusgruppe bildet.(14.02.2009) |
| Flora Purim: "Open Your Eyes, You Can Fly" (Milestone, 1976) |
Eigentlich
kein lupenreines Brasilien-Album, dn es wurde in den USA mit vielen amerikanischen
Spitzenmusikern aufgenommen, aber selten habe Flora, Airto
und Hermeto so
toll zusammen in einer Band gehört! Und dann gibt es auch noch ein
Gastspiel von Egberto Gismonti.Als ich das Album letzte Woche als sehr gut erhaltene Originalpressung im tollen Klappcover beim Normal-Räumungsverkauf in den Händen hielt war ich noch überzeugt, dass ich das Album als CD oder Kassettenkopie bereits zu Hause hätte und habe wegen des guten Preises trotzdem zugegriffen. Zu hause stellte ich fest, das ich das Album verwechselt hatte und kann nun doch ein mir unbekanntes Werk völlig neu geniessen. Die brasilianische Sängerin hat sich auf diesem Album mit einer absoluten Spitzenband umgeben: Gatte Airto Moreira, Landsmann Roberto Silva und "Ndugu" Chancler an Schlagzeug und Perkussion, Hermeto Pascoal an Flöte und Piano, George Duke an den Keyboards, Gitarrist David Amaro und Bassist Alphonso Johnson. Ausserdem ist bei einigen Titeln auch noch Ron Carter dabei. Diese Musik vereint das beste aus Brasilien und den USA, immer mit guten Lieder aus der Feder von Purim und Pascoal, aber auch dreimal von Chic Corea, auf dessen Album Return To Forever Purim und Moreira ja auch schon auf der Originalversion von "Sometime Ago" zu hören sind. (28.02.2010) |
| Jorge Ben: "África Brasil" (Philips, 1976) |
Das
ist eines der besten Funkalben aus den 70ern, das ich kenne. Schöne
Rhythmusgitarre in der Art, wie sie auch auf Tim Buckleys "Greetings
From L.A." zu hören sind. Bestes Lied: "Taj Mahal" - vielleicht, weil
esdas einzige ist, das ich irgendwoher schon kannte.(05.03.2009) |
| Elis Regina & Antonio Carlos Jobim: "Elis & Tom" (Philips, 1974) |
Brasiliens
bester Songschreiber und beste Sängerin zusammen auf einem
Album. Gigantisch.(14.02.2009) |
| Edu Lobo: "Edu Lobo (Missa Breve)" (1973) |
Ein
weiteres, ausgezeichnetes Album eines der besten brasilianischen
Songschreiber!(24.02.2009) |
| Antonio Carlos Jobim: "Jobim" (Verve, 1973) |
|
|
| Sergio Mendes & Brasil 66: "Foursider" (A&M, 1972) |
Klassiker
aus der Hochphase der Popmusik! Foursider ist ein Greatest-Hits-Doppelalbum
mit Aufnahmen aus den späten 60ern, das heute noch eindrucksvoll
demonstriert, wie zeitlos diese Mischung aus Bossa Nova, Quasi-Jazz und
Easy Listening-Pop ist, mit welcher der brasilianische Pianist Sergio
Mendes damals weltweit Erfolg hatte. Dieses Konzept erlaubte ihm,
Pop-Originale von Joni Mitchell ("Chelsea
Morning"), den Beatles ("A
Little Help From My Friends", "Fool On The Hill" und "Norwegian
Wood"), Burt Bacharach ("Look
Of Love"), Buffalo Springfield
("For What It's Worth"), Otis Redding
("The Dock Of The Bay") und J.J. Cale
("After Midnight") ohne Brüche neben brasilianisches Material
von Jorge Ben ("Mas Que Nada"), Joao Gilberto und
Tom
Jobim ("Samba De Uma Nota So", "Vou Te Contar")
zu stellen. |
| Milton Nascimento & Lo Borges: "Clube Da Esquina" (EMI, 1972) |
|
|
| Sergio Mendes & Brasil 66: "Stillness" (A&M, 1971) |
Das letzte Album der "Brasil '66"-Truppe ist mir inzwischen das liebste der
Band - vielleicht, weil es so klingt, als hätte Mendes nicht mehr
versucht, Hits zu produzieren, sondern einfach nur gute Musik zu machen?
Man könnte aufgrund des Covers oder der häufig eingesetzten 12saitigen
Akustikgitarre (von Oscar Castro Neves?) sogar von Folkrock sprechen.
Dafür spricht auch die Liedauswahl, z.B. "For What It's Worth" von
Buffalo Springfield oder "Chelsea
Morning" von Joni Mitchell. Im
nächsten Jahr gab es dann die Band "Brasil '77", die aber bei weitem
nicht mehr so erfolgreich war, die ich mir aber leider auch noch nicht
anhören konnte. Das könnte aber glatt mein nächstes brasilianischen
"Forschungsprojekt" sein!(12.04.2009) |
| Os Mutantes: "Jardim Eletrico" (Polydor, 1971) |
Das vierte Album in vier Jahren der besten brasilianischen Rockband. Die
Band wird immer besser und immer verrückter. Besonders schön finde ich
am Schluss die Neuaufnahme von Caetano Velosos "Baby",
das sie schon mal mit Gal Costa auf dem Album "Tropicália - Ou Panis Et Circensis"
eingespielt hatten, dieses mal von Rita Lee auf English gesungen.(15.04.2009) |
| Edu Lobo: "Cantiga De Longe" (Elenco, 1969) |
Ein
weiterer ausgezeichneter Sänger/Gitarrist und Autor aus der Generation
nach Jobim. Ich kenne noch nicht viele Alben von
ihm, aber dieses gefällt mir in seiner sparsamen, jazzigen Art besonders
gut. Mit Hermeto Pascoal und Airto Moreira. Da kann
eigentlich auch nichts schief gehen!(14.02.2009) |
| Milton Nascimento: "Courage" (A&M/CTi, 1969) |
Zum ersten Mal nimmt der brasilianische Sänger und Gitarrist in den
USA bei einem Jazzlabel auf. An den Tasteninstrumenten findet man die
prominentesten Begleiter: Herbie Hancock, sehr "banddienlich"
spielend, am Piano und Eumir Deodato an der Orgel. Gewöhnungsbedürftig
für viele sind sicherlich die für eine Creed Taylor-Produktion
typischen Streicher, aber wenn man davon mal absieht oder sich sogar dran
gewöhnt hat, ist das eine ganz vorzügliche Platte, die dem Brasilien-Unkundigen
den ersten Schritt in eine neue musikalische Welt ermöglicht.(26.03.2006) |
| "Caetano Veloso" (Philipps, 1969) |
Bereits
das zweite titellose Album und bisher das einzige, was ich gehört
habe. Tolle Musik, zwischen Bossa-Lässigkeit und verrückten
Hippie-Experimenten. Da kann ich im Moment gar nicht genug von
bekommen!(14.02.2009) |
| "Os Mutantes" (Polydor, 1968) |
Lost And Found!(12.06.2004) |
| "Tropicália - Ou Panis Et Circensis" (Phillips, 1968) |
Die Album gilt als der Beginn des brasilianischen Musikstils "Tropicalia",
der brasilianische (Bossa Nova, Samba) und anglo-amerikanische
Popmusik zusammenbrachte. Alles war erlaubt. Entsprechend bunt diese
Mischung, angerührt von Caetano Veloso, Gilberto Gil,
Gal Costa, Os Mutantes und anderen.(04.02.2009) |
| Antonio Carlos Jobim: "Wave" (A&M/CTI, Okt. 1967) |
Der
Bossa Nova-Boom in den USA und anderen Gegenden außerhalb Brasiliens
war eigentlich schon vorbei (z.B. "Getz/Gilberto"
von 1963 mit dem "Girl From Ipanema"), aber gelegentlich wurden
noch solche Klassealben wie dieses vom Komponisten der meisten Bossa-Klassiker
veröffentlicht. Den Titelsong "Vou Te Contar" (portugiesisch
für "Wave") sollte eigentlich jeder kennen, der sich ein
bisschen mit Jazz bzw. "Easy Listening" beschäftigt hat.
Beim ersten Hören sind vielleicht die zuckersüßen Geigen von
Arrangeur Claus Ogermann (ein Deutscher
in den USA) für die Ohren von Rock/Pop-Hörern -vorsichtig ausgedrückt-
gewöhnungsbedürftig, waren aber damals für viele "leichte"
Jazz-Produktionen, gerade auch auf dem Label CTI des sehr dominanten Produzenten
Creed Taylor, sehr typisch. Und kriegen
die tollen Songs von Tom Jobim natürlich nicht kaputt. Außerdem
spielen solche Topjazzleute in der Band wie Ron
Carter am Kontrabass oder Dom Um Romao
am Schlagzeug, die eigentlich über jeder Kritik erhaben sind. |
| Frank Albert Sinatra & Antonio Carlos Jobim (Reprise, 1967) |
Meine erste Sinatra-Platte - und sehr wahrscheinlich nicht meine
letzte! Die Stimme von Frankieboy und die Songs von Jobim (der auch
ein bisschen singt) - zusammen unschlagbar. |
| "Quarteto Novo" (EMI/Odeon, 1967) |
Dieses Album, das einzige der Band, kann man als eines der wichtigsten brasilianischen Jazzalben bezeichnen - auch wenn es nicht purer Jazz ist, sondern eine damals völlig neue oder zumindest eigenständige Mischung aus typischen brasilianischer Musik (Bossa Nova, Samba, etc.) und nordamerikanischem Jazz. Zwei der beteiligten Musiker erlangten danach Weltruhm: zu Perkussionist Airto Moreira muss man nicht mehr viel sagen. Multinstrumentalist
Hermeto Pascoal begeistert hier "nur" auf der Querflöte und mit gelegentlichem Pianospiel. Dazu kommen die beiden Gitarristen Theo de Barros (auch am Kontrabass) und Heraldo do Monte, über die ich aber weiter nichts weiß.
(04.11.2008) |
| Sergio Mendes & Brasil 66: "Equinox" (A&M, 1967 * Verve, 2002) |
|
|
| Astrud Gilberto: "Beach Samba" (Verve, 1967) |
Das
"Girl From Ipanema" darf hier natürlich nicht fehlen. Kann sein,
dass das nicht ihr bestes Album ist, aber ich hab es und ich mag es sehr.
Total kitschig, aber wunderbar. Mit dabei eine leicht abgefahrene Version
von Tim Hardins "Misty Roses". |
| Wanda de Sah: "Softly!" (Capitol, Aug. 1965) |
Ich gebe zu, dass mich die Optik und nicht die Musik auf die brasilianische Sängerin
Wanda de Sah (später nannte sie sich nur noch
Wanda Sá), aufmerksam gemacht hat. Aber letztendlich ist es doch dieser wunderbare Bossa Nova-Klang , der mich überzeugt hat.
Dies ist ihr US-Solodebüt, nachdem sie bereits auf "Brasil
'65" vom Sergio Mendes Trio mitgewirkt hatte, meist in englisch gesungen. Fünf Lieder vom Meister
Jobim.(04.12.2008) |
| The Sergio Mendes Trio feat. Wanda de Sah: "Brasil '65" (Capitol, Mai 1965) |
Dieses
Album stellt quasi den (noch nicht ganz so erfolgreichen Prototypen für
Sergion Mendes & Brasil '66 dar. Mit dabei neben seinen beiden
Begleitern aus dem Jazztrio (Bassist Sebastiano Neto und
Schlagzeuger Chico Batera) sind die Sängerin Wanda de Sah,
die Gitarristin Rosinha de Valencia und der amerikanische
Saxofonist und Flötist Bud Shank. |
| Stan Getz/Joao Gilberto: "Getz/Gilberto" (Verve, Okt. 1963) |
Diese
Platte war ein echtes Ereignis: zum ersten mal kam es vor einer breiten
Öffentlichkeit zur Verbindung von Jazz und Bossa Nova. Der US-amerikanische
Saxofonist Stan Getz und der brasilianische
Sänger und Gitarrist Joao Gilberto
schufen eine wunderbare Kombination dieser beiden Welten. Unverzichtbar
dabei der brasilianische Komponist und Pianist Antonio
Carlos Jobim, dessen Lieder den Bärenanteil des Albums ausmachen:
"Girl From Ipanema", "Corcovado", "Desafinado"
und weitere. "Ipanema" wurde sogar zum Welthit und präsentiert
als Besonderheit Joao Gilbertos Ehefrau Astrud
Gilberto, damals eigentlich keine professionelle Sängerin,
die nur gebeten wurde, Jobims portugiesische Texte als Demo in englisch
zu singen, da ihr Mann die englische Sprache nicht beherrschte. Das Ergebnis
war so überzeugend, dass ihr Gesang für "Ipanema"
und ein anderes Lied in der Endversion belassen wurden. Leider hat man
für die gekürzte Singleversion sogar Joao´s portugiesisch
gesungene Strophen herausgeschnitten, wodurch "Ipanema" alleine
zu Astruds Hit wurde! |
| Vinicius de Moraes & Odette Lara:"Vinicius & Odette Lara" (Elenco, 1963) |
Ein Meisterwerk des Bossa Nova. Das Songschreiberteam Vinicius de Moraes und
Baden Powell liefert hier bei ihrer ersten Zusammenarbeit solche
Klassiker wie "Berimbau" und "Deixa".(13.01.2009) |
| Luiz Bonfa: "Plays And Sings Bossa Nova" (Verve, 1963) |
Vielleicht
nicht so bekannt wie Antonio Carlos Jobim ist Luiz Bonfa aber trotzdem
einer der wichtigsten Vertreter dieser damals absolut trendmäßigen
Musik aus Brasilien. Sowohl als Sänger, aber vor allem als Gitarrist,
glänzt er hier. Am bekanntesten sind wohl seine Kompositionen für
den Spielfilm "Black Orpheus" von 1959: den "Samba De Orfeu"
(hier leider nicht vertreten) kennt garantiert jeder von Euch! |

Soundtechnisch,
qualitativ und stilistisch weicht das neue Album von Luciana Souza
nicht vom Vorgänger "
Irgendwie
kommt mir das Cover vom neuen Album der Tochter von
Die
Sängerin Maria da Mata fiel mir zum ersten Mal auf der Bossa
Nova-Platte von
Die erste Anschaffung als Nachwirkung auf die neue
Eine
wunderbare neue Bossa Nova-Produktion aus Brasilien mit Songmaterial,
das weitestgehend vom großen Meister Antonio Carlos Jobim geschrieben
und von seinem Sohn Paulo (Gesang/Gitarre) und seinem Enkel Daniel
(Piano) und dem Ehepaar Paula (Gesang) und Jaques Morelenbaum
(Cello) mit der Rhythmusgruppe Marcelo Costa (Schlagzeug) und Zeca
Assumpcao (Kontrabass) umgesetzt wurde.
Ein
schönes Spätwerk des Meisters.
Eine
weitere feine ECM-Platte. Damals konnte man, einmal auf den Geschmack
gekommen, fast blind alles von dem Label kaufen (habe ich natürlich
nicht). Gismonti ist ein brasilianischer Gitarrist und Pianist, der auf
eigentümliche Weise Jazz, Klassik und die Musik seiner Heimat (Bossa
Nova, Indio-Musik) miteinander verbindet. Begleitet wird er - wie (fast)
immer - vom Perkussionisten Nana Vasconcelos,
gelegentlich unterstützt von den üblichen ECM-Verdächtigen
Ralph Towner, Collin Walcott und Jan Garbarek.
Hermeto spielt so ziemlich alle Instrumente mit Tasten (hier: Klavier,
Fender Rhodes, Hammond B-3, Hohner D6 und Melodica) oder Saiten
(hier: 6 und 12saitige Akustikgitarre) bzw. solche zum Hineinblasen (hier:
Querflöte, Sopransaxofon, Blockflöte und natürlich die Melodica) und singt.
Dies ist wohl sein erstes Album in den USA und im weiteren Sinne kann
man das auch als Jazz bezeichnen. Produziert von seinen Landsleuten
Eigentlich
kein lupenreines Brasilien-Album, dn es wurde in den USA mit vielen amerikanischen
Spitzenmusikern aufgenommen, aber selten habe Flora, Airto
und
Das
ist eines der besten Funkalben aus den 70ern, das ich kenne. Schöne
Rhythmusgitarre in der Art, wie sie auch auf Tim Buckleys "Greetings
From L.A." zu hören sind. Bestes Lied: "Taj Mahal" - vielleicht, weil
esdas einzige ist, das ich irgendwoher schon kannte.
Brasiliens
bester Songschreiber und beste Sängerin zusammen auf einem
Album. Gigantisch.
Ein
weiteres, ausgezeichnetes Album eines der besten brasilianischen
Songschreiber!
Warnung:
die Platte ist mit einem Orchester aufgenommen! Sehr viele Geigen. Also
nix für harte Rock'n'Roller. Eher für Freunde schöner
Melodien. Und die gibt's bei Tom Jobim, einem der besten Songschreiber
populärer Musik den es je gab (no kidding!), natürlich
én masse!
Klassiker
aus der Hochphase der Popmusik! Foursider ist ein Greatest-Hits-Doppelalbum
mit Aufnahmen aus den späten 60ern, das heute noch eindrucksvoll
demonstriert, wie zeitlos diese Mischung aus Bossa Nova, Quasi-Jazz und
Easy Listening-Pop ist, mit welcher der brasilianische Pianist Sergio
Mendes damals weltweit Erfolg hatte. Dieses Konzept erlaubte ihm,
Pop-Originale von Joni Mitchell ("Chelsea
Morning"), den Beatles ("A
Little Help From My Friends", "Fool On The Hill" und "Norwegian
Wood"), Burt Bacharach ("Look
Of Love"), Buffalo Springfield
("For What It's Worth"), Otis Redding
("The Dock Of The Bay") und J.J. Cale
("After Midnight") ohne Brüche neben brasilianisches Material
von Jorge Ben ("Mas Que Nada"), Joao Gilberto und
Tom
Jobim ("Samba De Uma Nota So", "Vou Te Contar")
zu stellen.
Ein
weiterer ausgezeichneter Sänger/Gitarrist und Autor aus der Generation
nach
Bereits
das zweite titellose Album und bisher das einzige, was ich gehört
habe. Tolle Musik, zwischen Bossa-Lässigkeit und verrückten
Hippie-Experimenten. Da kann ich im Moment gar nicht genug von
bekommen!
Der
Bossa Nova-Boom in den USA und anderen Gegenden außerhalb Brasiliens
war eigentlich schon vorbei (z.B. "
Das
"Girl From Ipanema" darf hier natürlich nicht fehlen. Kann sein,
dass das nicht ihr bestes Album ist, aber ich hab es und ich mag es sehr.
Total kitschig, aber wunderbar. Mit dabei eine leicht abgefahrene Version
von Tim Hardins "Misty Roses".
Dieses
Album stellt quasi den (noch nicht ganz so erfolgreichen Prototypen für
Sergion Mendes & Brasil '66 dar. Mit dabei neben seinen beiden
Begleitern aus dem Jazztrio (Bassist Sebastiano Neto und
Schlagzeuger Chico Batera) sind die Sängerin
Diese
Platte war ein echtes Ereignis: zum ersten mal kam es vor einer breiten
Öffentlichkeit zur Verbindung von Jazz und Bossa Nova. Der US-amerikanische
Saxofonist Stan Getz und der brasilianische
Sänger und Gitarrist Joao Gilberto
schufen eine wunderbare Kombination dieser beiden Welten. Unverzichtbar
dabei der brasilianische Komponist und Pianist
Vielleicht
nicht so bekannt wie Antonio Carlos Jobim ist Luiz Bonfa aber trotzdem
einer der wichtigsten Vertreter dieser damals absolut trendmäßigen
Musik aus Brasilien. Sowohl als Sänger, aber vor allem als Gitarrist,
glänzt er hier. Am bekanntesten sind wohl seine Kompositionen für
den Spielfilm "Black Orpheus" von 1959: den "Samba De Orfeu"
(hier leider nicht vertreten) kennt garantiert jeder von Euch!