Es hat garnicht lange gedauert, bis mit Laura Veirs "July
Flame" das erste '10er Alben eintrudelte, auch wenn es sich
dabei im klanglichen Sinne eher um eine Sommerplatte handelt.
(12.01.2010)
Die ersten Alben von 2010 lassen natürlich noch auf sich warten. Bereits
für den Januar angekündigt sind unter anderem neue Alben von
Laura Veirs, den Tindersticks,
Motorpsycho und Konstantin Gropper,
AKA Get Well Soon, auf die ich mich schon freue.
Ansonsten immer mal wieder nachschauen unter "FRISCH
AUSGEPACKT" oder in der "GRABBELKISTE".
Vielleicht mag ja auch noch der eine oder andere im Jahresrückblick
2009 herumstöbern?
(01.01.2010)
die Besten
| Musée Mécanique: "Hold This Ghost" (Souterrain Transmissions, Jan. 2010/2008) |
Die Entdeckungsreise nach Portland geht auch mit dieser Veröffentlichung
aus dem Hause Souterrain Transmissions weiter. Vergleiche in der
Presse bemühen gerne den Einsatz der vielen mehr oder weniger exotischen
oder "historischen" Instrumente- von der singenden Säge
bis zum Uraltanalogsynthie. Aber eigentlich handelt es sich bei Musée
Mécanique doch auch nur um zwei singende und songschreibende
Burschen mit ihren Gitarren, deren Musik für meinen Geschmack gut
zu Leuten wie J. Tillman und William
Fitzsimmons passt, auch wenn Micah Rabwin und Sean Ogilvie
ihr musikalisches Grundgerüst aus Gesang und Gitarren lieber mit
mechanischen und nicht mit digitalen Zutaten vom Laptop anreichern. Beide
begleiten übrigenz nebenher sowohl live als auch im Studio des Öfteren
Labelkollegin Laura Gibson. Alleine
dafür muss man sie mögen. Natürlich ist gibt's auch bei dieser fünften LP des Labels die MP3s gratis dabei. Vielleicht ist es auch erst die dritte Veröffentlichung, denn sie trägt zwar die Nummer SOU005LP, mir sind aber nur die beiden anderen Alben von Laura Gibson (SOU001LP) und Ramona Falls (SOU002LP) bekannt. Es heisst also: weiter aufmerksam sein. (12.02.2010) |
| Laura Veirs: "July Flame" (Bella Union, Jan. 2010) |
|
"July Flame" lauft bei mir rauf und runter.
Mein erstes Album des neuen Jahres ist direkt der erste Kandidat für
das beste Album des Jahres! Letzte Woche war ich mit einer guten Freundin in Köln beim Auftritt
von Laura Veirs mit ihrer neuen Band "The Hall Of Flames",
in der die beiden Songwriter ud Multiinstrumentalisten Eric Anderson
(eigenes Projekt: "Caltaldo") und Nelson Kempf
(Chef der Band "The Old Believers") und die Geigerin
Alex Guy mitwirken. Zuerst gab es wenig überzeugende Solospots
von Kempf und Anderson, aber dann kam Laura auf die Bühne
- und alles wurde gut! Das Mädel ist übrigenz hochschwanger
und lieferte einen wunderbaren Auftritt ab. Aber Schwangerschaft ist
ja auch keine Krankheit. Ich weiss nur nicht, ob ich, wenn ich Tucker
Martine wäre, meine Frau bzw. Freundin alleine auf Europatournee
lassen würde. Aber das geht mich ja nichts an. Ausserdem macht
Laura Veirs den Eindruck, als wenn sie selbst genau weiss, was sie tut:
Sie hatte ihre Band schon ziemlich gut im Griff. Besonders gut gefielen
mir der Titelsong "July Flame" (jetzt weiss ich endlich, wie sie ihren
charakteristischen Sound auf der E-Gitarre hinbekommt!) und der überraschende
Coversong: "Never Going Back" von Fleetwood Mac (vom
Album "Rumours", kennt
jeder) |
| Motorpsycho: "Heavy Metal Fruit" (Stickman, Jan. 2010) |
Beängstigend: auch das zweite Album des Jahres 2010, das den Weg
zu mir findet, ist ein Kandidat für das Album des Jahres! Motorpsycho
gehören schon seit vielen Jahren zu meinen Favoriten - und besonders
dann, wenn sie dem HEAVY-Aspekt ihres Wesens nicht gänzlich nachgeben
und gleichzeitig ihre FOLK- und PSYCHEDELIC-Seite nicht vergessen. Deshalb
ist schon beim ersten Hören des neuen Albums, gerade mal ein halbes
Jahr nach der VINYL-ONLY-Veröffentlichung "Child
Of The Future", klar, dass das neue Werk sogar in der an Highlights
nicht gerade armen Veröffentlichungsliste der Band etwas ganz Besonderes
darstellt. Ich bin erschlagen von der Heftigkeit und gleichzeitig begeistert & berührt von den filigranen Dazumischungen! So braucht der Opener "Starhammer" fast drei Minuten bis zum ersten lauten Ton und bricht nach fast 13 Minuten ohne Ausblenden oder gespieltem Schluss einfach ab. So etwas würde kein "normaler" Rock-Produzent durchgehen lassen. Und unter vier Minuten bleibt nur die wunderschöne Pianoballade "Close Your Eyes". Danach wird es wieder wilder: "W.B.A.T." ist je nach Blickwinkel oder gerade laufender Passage eine entspanntere Variante von John McLaughlins Mahavishnu Orchestra, eine rockigere Version von Robert Fripps King Crimson, eine intelligentere Version von Black Sabbath oder sogar Beatles durch den Gitarrenbooster gejagt. Und am Ende gibt's dann noch bei "Gullible's Travails" 20 Minuten Ohrenkino vom Feinsten. WAHNSINN! Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann vielleicht über den (scheinbar) plumpen Titel der CD oder das Cover in seiner Photoshop-Ästhetik - eben Motorpsycho-Humor. Oder hab ich's nicht richtig verstanden? (17.01.2010) |
| Tindersticks: "Falling Down A Mountain" (4AD, Jan. 2010) |
Stuart Staples mit seiner wunderbaren Band Tindersticks
jetzt auf dem 4AD-Label - das macht natürlich Sinn! Was soll
man zu dieser Band noch viel sagen, die seit den früher 90ern ein
paar grosse Alben (vor allem die titellosen ersten beiden von 1993
bzw. 1995) und viele mittelprächtige
gemacht, auch wenn ich als Hörer nicht immer am Ball war? "Falling
Down The Mountain" hat mich nun neben den - wie immer - guten Kritiken
aus folgenden Gründen zum zeitnahen Erwerb bewogen: die göttliche
Mary Margaret O'Hara hat beim
witzigen (!) "Peanuts" einen ihren leider äußerst
seltenen Gesangsaufritte im Duett mit Staples. Zum Kauf der CD hätte
das zwar alleine schon gereicht, aber als ich mir sicher war, dass bei
der Vinylausgabe ein Downloadgutschein dabeisein würde, war die Sache
natürlich geritzt!Ist das Album jetzt so gut wie die grandiosen ersten beiden? Ich habe keine Ahnung nach dem ersten Hören - auf jeden ist es noch besser als das schon ziemlich gute Comebackalbum "The Hungry Saw" von 2008! Ach ja - der irische Singer/Songwriter David Kitt gehört jetzt als Gitarrist und zweite Gesangstimme fest zur Band. (28.02.2010) |
| Christian Scott: "Yesterday You Said Tomorrow" (Universal/Concord, Feb. 2010) |
Am vergangenen Dienstag kam ein Anruf von meinem Freund
Frank: er habe zwei Freikarten für ein Jazzkonzert am kommenden Abend
in Kempen mit dem amerikanischen Jazztrompeter Christian Scott.
Weil ich von dem Mann aber bisher noch nie etwas gehört hatte und
ausserdem eigentlich keine Lust, nachts bei Eisesglätte mit meinem
Wagen durch den linken Niederrhein zu heizen, wollte ich eigentlich schon
absagen, aber Frank kann mitunter sehr überzeugend sein. Also waren wir beide am Mittwoch Richtung Kempen unterwegs (ein nettes Städtchen, soweit man das im Dunkeln beurteilen kann!), um dort im Jugendzentrum "Campus" einem grandiosen Auftritt beizuwohnen: gestern noch in Paris und morgen in Berlin legte das Christian Scott Quintet bei uns am beschaulichen Niederrhein einen Zwischenstopp ein und spielte ein dermassen gutes Konzert, dass ich mir am Donnerstag sofort das neue Album bestellen musste, das mir dann auch bereits am Samstag morgen von meinem wie immer gut gelaunten Briefträger überreicht wurde. Beim Konzert hatte Mr. Scott noch schmunzelnd damit kokettiert, dass die BBC sein neues Album zu einem der besten Jazzalben der letzten 50 Jahre erklärt hätte, was natürlich totaler Humbug ist, aber beim Hören beschleicht mich jetzt sogar der Gedanke, dass die BBC vielleicht sogar recht haben könnte. Um Euch noch neugieriger zu machen hier ein kurzes Zitat vom Künstler aus den Liner-Notes: "YYST was designed in subject matter and sound to have the brevity and the character of the recordings of the '60s (the John Coltrane Quartet, Miles Davis 2nd quintet, Bob Dylan, Hendrix, Mingus, etc.), a period when music was in direct relationship to society in view and application.". Wenn ich jetzt das Namedropping noch um Radiohead ergänze ("Eraser", die einzige Fremdkomposition, stammt von Thom Yorke) , dann haben wir (fast) alle Hinweise zum Verständnis dieser Musik zusammen. Erwähnt werden muss ausserdem noch die tolle Band von Platte und Konzert (Pianist Milton Fletcher, Bassist Kris Funn, Gitarrist Matt Stevens und Wahnsinnstrommler Jamire Williams), sowie der legendäre, inzwischen 85 Jahre alte Tonmeister Rudy van Gelder, von dem dieses Album aufgenommen wurde. Schön, dass dieser Mann noch unter uns weilt! Doch genug mit den vielen Querverweisen. Jetzt gilt für alle: selber hören! Wie ernst es Christian Scott mit seiner Verehrung von Bob Dylan ist, kann man übrigenz in dem kleinen Werbefilm erfahren, der auf den Webseiten der einschlägigen Internet-CD-Händler zu sehen ist. (22.02.2010) |
| Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra: "Kollaps Tradixionales" (Constellation, Feb. 2010) |
|
Die Band war auch an dem gelungenen Comeback-Album "Hot
Wax" von Grant Hart bei der schönen Ballade "Barbara"
beteiligt. Weiterhin haben sie auch den im vergangenen Dezember leider
verstorbenen Vic Chesnutt auf zwei seiner letzten Alben begleitet,
die ich aber noch nicht hören konnte. "At The Cut" von Vic Chesnutt ist gerade
mit der Post gekommen ... und noch besser als erhofft! |
| Ougenweide: "Herzsprung" (bureau b./Große Freiheit, April 2010) |
Das Comeback dieser Hamburger Folkband mit Hang zum Mittelalter hatte
ich definitiv nicht auf dem Radar. Wegen des schönen Covers hatte
ich aber online mal akustisch reingeschnuppert und war angenehm überrascht.
Auch davon überrascht, dass schon nach wenigen Ougenblicken klar
war, dass ich mir das Album bestellen würde. Gerade kam es mit der Post bei mir an. Nach dem ersten Hören bin ich sogar richtig begeistert: vielleicht ist "Herzsprung" sogar das beste Album der Band überhaupt. Vielleicht auch was für meine Liste der Besten des Jahres! Zur Musik will ich später mal mehr erzählen. Hier nur ein paar kurze Infos: von der alten Bestzung sind Sänger Olaf Casalich und die Wulff-Brüder dabei. Die weibliche Gesangstimme hat die mir bislang unbekannte Sabine Maria Reiss übernommen. Produziert und aufgenommen haben die bereits erwähnten Stefan Wulff und Frank Wulff in der Zeit von 2000 bis 2009. Multiinstrumentalist Stefan Wulff ist auch der (heimliche) Held dier Platte, denn seine Liste an kompetent eingesetzten Saiten-, Blas-, Tasten- und wasweissich-Instrumenten ist schier endlos. Leider ist er im März nach kurzer und heftiger Krankheit verstorben, hat also die Veröffentlichung seines Meisterwerks (das darf man wohl sagen) nicht mehr erleben können. (20.05.2010) |
der gute Rest ...
| "Dan Berglund's Tonbruket" (Act, Jan. 2010) |
Der schwedische Bassist Dan Berglund spielte bisher im Esbjörn
Svensson Trio, einem der weltbesten Jazz-Piano-Trios der letzten Jahre,
obwohl "E.S.T.", wie die Truppe auch kurz & knapp
genannt wurde, eigentlich nie pur Jazz, sondern immer auch ein wenig "Rock"
und alles mögliche andere war. Nach dem Unfalltod des Pianisten Esbjörn
Svensson und somit dem zwangsläufigen Ende des Trios vor wenigen
Jahren präsentiert Berglund hier seine neues Quartett, das noch weniger
"pur Jazz" ist als die alte Band. Bei den ersten Tönen
des Gitarristen Johan Lindström auf seiner Lapsteel bei der
Eröffnungsnummer "Sister Sad" fühlt man sich eher
an die Eröfnungssequenz von Pink Floyds "Wish
You Were Here" erinnert: auch David Gilmour setzte gerne
dieses sonst eher im Country angesiedelte Instrument ein. Zwar versuchen
die Musiker von Tonbruket gar nicht erst, die musikalische Lücke
von E.S.T. zu schließen (höchstens die "kommerzielle
Lücke", denn auch Tonbruket veröffentlicht beim deutschen
Jazzlabel Act!), aber ein besonderes Augenmerk liegt sicherlich
auf dem Mann, der hier auf dem Klavierhocker in ziemlich großen
Fußstapfen sitzt: es handelt sich um den offensichtlich sehr gut
beschäftigten Martin Hederos, der ja schließlich auch
die Tasten bei den Rockern von The Soundtrack
Of Our Lives bedient und unter dem Namen Hederos & Hellberg
ein gefragtes Klavier/Gesangs-Duo hat bzw. hatte. Ist das hier jetzt also "Jazz"? Oder "Rock"? Kein Ahnung - aber auf jeden Fall gute Musik- und auf gar keinen Fall das, was man im Allgemeinen als "Jazzrock" bezeichnet oder als "Progrock"!"Und das ist gut so!", wie unser Wowi aus Bärlin so schön sagt. (07.02.2010) |
| Get Well Soon: "Vexations" (City Slang, Jan. 2010) |
|
Am Samstag war die Band in Haldern zu Gast. Und weil auch Musée
Méchanique dort eigentlich spielen sollten bin ich natürlich
hingefahren. Aber leider bin ich auch nach dem guten Auftritt der Band
immer noch nicht viel schlauer, ob ich die Platte jetzt gut finde ohne
nicht. Eigentlich stimmen alle Zutaten, aber irgend etwas fehlt ...
vermutlich sind es doch die ein wenig zu melancholischen Lieder mit
den ein wenig zu traurigen Melodien, die mir nicht wirklich gefallen,
aber man kann es auch ganz schlicht so sagen: zu viel Klassik, zu wenig
Rock'n'Roll - aber das trifft es auch irgendwie nicht ganz. |
| Johnny Cash: "American VI: Ain't No Grave" (American, Feb. 2010) |
Posthum
veröffentlichten Alben haftet oft ein fader Beigeschmack an:
von der zarten Frage "Hätte der Künstler zu Lebzeiten
die Veröffentlichung dieser Musik gewollt?" bis hin
zu Sprüchen wie "Resteverwertung" oder
gar "Leichenfledderei". Auf die sechste Folge
von Johnny Cashs American Recordings trifft das aber
definitiv nicht zu. Es wäre sogar sehr schade, wenn uns Rick
Rubin diese definitiv allerletzten (?) Aufnahmen eines der wichtigsten
Sängers des letzten Jahrhunderts weiter vorenthalten hätte.
Unpeinlich. Ergreifend. Wunderschön. Selbst das abschliessende
"Oloha Ohe" kann nicht wirklich schocken.(01.04.2010) |
| Midlake: "The Courage Of Others" (Bella Union, Feb. 2010) |
|
Ich habe "The Trials Of Van Occupanther"
von 2006 wie versprochen noch einmal herausgekramt und kann jetzt alle
beruhigen: ebenfalls ein tolles Album! |
| Allison Moorer: "Crows" (Rykodiscs, Feb. 2010) |
Auch Shelby Lynne's kleine Schwester
ist inzwischen eine der ganzen großen in der Singer/Songwriter-Zunft.
Für dieses Album ist sie wieder zurückgekehrt aus New York nach
Nashville und hat sich statt von ihrem Ehemann Steve Earle wieder
von ihrem alten Weggefährten und Trommler R.S. Field produzieren
lassen, der diesen Job bereits auf dem 2004er-Alben "The
Duel" und der Konzert-DVD "Show"
gut machte.Der Mann vom Glitterhaus hält "Crows" sogar für "das bessere Shelby-Album", aber so weit möchte ich mich nicht aus dem Fenster hängen. Das ist aber auch egal, denn beide Ladies spielen in der ersten Liga und Vergleiche sind deshalb überflüssig und unnötig. (26.02.2010) |
| Joanna Newsom: "Have One On Me" (Drag City, Feb. 2010) |
|
3 x 6 Lieder, 3 x 40 Minuten Musik: die müssen erst einmal verdaut werden. (11.03.2010) So - die über 120 Minuten Harfenmusik sind durchgehört. Aber
was soll ich jetzt sagen? Ein Meisterwerk? Keine Ahnung. Eher nicht.
Vor allem nicht nur deshalb meisterlich, weil es ein Drillingsalbum
ist. Man sollte mit diesem Etikett auch etwas sparsamer umgehen. Ein
bisschen zu lang geraten? ja, natürlich! Hätte frau etwas
weglassen können oder dürfen? Auf keinen Fall! Ein zwar schwer
verdaulicher, aber dennoch leckerer Brocken (eigentlich ja drei Brocken!),
von dem man und frau als Hörer noch lange etwas hat! Als Dreifach-Studioalbum fällt mir übrigenz noch "Sandinista"
von The Clash ein, das mir aber im Moment noch zu viel des Guten
ist. Auf jeden Fall weiß ich inzwischen deren Doppelalbum "London
Calling" zu schätzen. |
| Kathryn Williams: "The Quickening" (One Little Indian/Caw, Feb. 2010) |
Eine
neue Platte der englischen Folksängerin - immer gerne gehört.
"The Quickening" wurde im letzten Jahr in wenigen Tagen
live im Studio von einer vorzüglichen Band eingespielt: wieder
mit Neill MacColl, ihrem Duettpartner vom Album "Two",
aber auch mit dem mir bislang unbekannten Studiogitarristen Leo
Abrahams und dem vorzüglichen Vibraphonspieler Anthony
Kerr (die Atmosphäre ist also ein klein wenig wie bei Tim
Buckley!). Produziert von Kate St. John, einer der bekanntesten
Oboenspielerinnen Englands, die aber auch schon mal bei Van
Morrison zum Saxofon greift und hier für Klavier und Akkordeon
zuständig ist.Trotz des "Live-charakters" scheint das hier Kathryns bisher aufwändigste Produktion zu sein (ich kenne leider nicht aller ihre Platten!), was dem intimen Charakter ihrer Musik aber überhaupt nicht schadet. Vor allem der Gesang bezaubert wie immer. (07.05.2010) |
| Jack Gilbert: "Till We Have Faces" (Churchhill, März 2010) |
|
"Ciao Michael, Ich habe mich natürlich sehr gefreut, denn ich bekomme selten
solche Geschenke, aber wie der Mensch so ist: sofort kommen die
dämlichsten Hintergedanken: was will der von mir? Niemand ist
einfach nur selbstlos nett! Macht Jack hier schnöde Promotionarbeit?
|
| Bonnie 'Prince' Billy & The Cairo Gang: "The Wonder Show Of The World" (Domino/Drag City, März 2010) |
Will Oldham ist unglaublich produktiv. Jedes Jahr erscheinen
mehrere Alben - eigentlich zu viele für mich, sodass ich inzwischen
den Überblick verloren habe. Bei der "Wonder Show"
habe ich mich aber wieder mal zur Anschaffung entschlossen und bin
jetzt sehr angetan von der Musik. Hier stimmt alles: gute Songs (mit
Texten von Will Oldham und Musik anscheinend komponiert von
seinem Begleiter Emmett Kelly), gute instrumentale Umsetzung
(schlichte Arrangements mit viel A- und ein wenig E-Gitarre von
Kelly, dazu Bass und Perkussion von Azita Youssefi), stark
verbesserter Gesang (Oldham singt um Klassen besser als noch zu Zeiten
der Palace Brothers, obwohl ich
auch das damals durchaus gemocht habe). Die LP hat zwar keinen MP3-Coupon,
kommt mit einer 7"-Single daher: auch eine schöne Überraschung!(11.04.2010) |
| Graham Parker: "Imaginary Television" (Bloodshot, März 2010) |
Alte
Männer in Höchstform, die einen Scheiß auf das aktuelle
Poptreiben geben. Mag ich sehr, so was. Ok - das Cover ist vielleicht
ein Kandidat für meine Galerie der Scheußlichkeiten ("Ugly
Cover"), aber die Musik ist - eigentlich wie immer in den
letzten Jahren bei Mr. Parker - richtig gut. Abgehangen, unspektakulär,
aber eben auch sehr gut. Demnächst vielleicht noch ein paar tiefere
Eindrücke vom Album.(04.05.2010) |
| Tunng: "... And Then We Saw Land" (Full Time Hobby, März 2010) |
|
Mir ist gerade aufgefallen, dass mir die Band doch schon einmal
untergekommen ist: und zwar auf dem wunderbaren Tributalbum "Dream
Brothers: The Songs Of Tim + Jeff Buckley", erschienen
2005 ebenfalls bei Full Time Hobby. Ich hatte auch irgendwie
so eine Ahnung, dass ich sowohl von Band als auch von Label schon
mal gehört hatte. Nebenbei bemerkt: ein toller Name für
ein Indielabel! |
| Dirtmusic: "BKO" (Glitterhouse, April 2010) |
Chris
Eckman (Walkabouts, Chris
& Carla), Hugo Race (The Wreckery, Nick
Cave) und Chris Brokaw (Come,
Saint Vitus) waren im Januar des letzten Jahres zusammen mit der Turareg-Band
Tamikrest im Studio in Bamako/Mali. Das Ergebnis gibt es jetzt
als Vinyl-Doppelalbum mit CD und DVD. Da kann man ruhig mal ein paar
Oiro mehr ausgeben - und wird natürlich nicht enttäuscht!(07.05.2010) |
| Sharon Jones & The Dap-Kings: "I Learned The Hard Way" (Daptone, April 2010) |
Sharon und ihre Junx spielen Soul. Diese Musik ist gleichzeitig sehr
altmodisch und sehr modern. Sagen wir also besser: zeitlos & gut.
Und überhaupt nicht "retro".Wichtig für den Vinylfreund: die Schallplatte ist nicht teurer als die CD (ansonsten ist das inzwischen ja schon der Standard!) und kommt sogar mit MP3-Download-Gutschein daher. Yeah! (15.04.2010) |
| Shelby Lynne: "Tears, Lies, And Alibis" (Everso, April 2010) |
|
Eine Erkenntnis ist deutlich: "Tears, Lies, And Alibis"
ist keine Autofahrmusik. Aber zu hause in Ruhe gehört wirkt
das Album jetzt schon deutlich besser. Zwar konnte ich immer noch
keinen wirklichen Ohrwurm unter den Liedern entdecken, aber die
Ratlosigkeit hat sich mehr oder weniger in Wohlklang aufgelöst.
Also schau'n wir mal: vielleicht ist es ja auch so ein "Spätentwickler"? |
Alte Helden tun sich schwer ...
| Paul Weller: "Wake Up The Nation" (Island, April 2010) |
|
Vielleicht bin ich etwas ungrecht gegenüber Paul Weller und seinem
neuem Album, aber ich bekomme da nach wie vor keinen Zugang zu seinem
Weckruf an die Nation. Also war die Alternative: weglassen oder einsortieren
in der Abteilung Enttäuschungen! |
| << 2009 | Oben | |
| Erstellt: 01.01.2010 | Letzte Aktualisierung: 17.07.2010 09:03 | 626 Besucher seit dem 01.01.2010 |
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