Jahresrückblick
2009 war nicht nur der Ohrwurm-Faktor wichtig für meine
kleine Momentaufnahme der Lieblinxplatten: alleine 6 von 10 Künstlern
meiner Top 10 konnte ich sogar live erleben. Ein besonderes
Highlight war dabei natürlch der Auftritt von Loretta in
Stuttgart. Ich bin noch nie in meinem Leben für eine Band so weit
gefahren und habe noch nie nach einem konzert so gefroren! Aber toll
war's natürlich trotzdem.
Dass die "Popular Songs" von meinen
alten Helden Yo La Tengo aus Hoboken/New Jersey zu meiner Platte
des Jahres werden würde, das stand eigentlich schon seit der Veröffentlichung
im September fest. Auch der Auftritt im Düsseldorfer ZAKK
war grandios. Im ZAKK war ich übrigenz davor zum letzten Mal in
den 80ern, als wir mit den Rusty Nails dort gespielt haben, wenn
ich mich richtig erinnere.
Von den Liedern der jungen Sängerin Alela Diane bin ich
so begeistert, dass ich auf Anhieb sicher war, das Album "To
Be Still" würde ganz weit vorne landen. Vor wenigen Wochen
gab es dann noch mit "Alela &
Alina" sogar noch Nachschlag in Form einer 10"-EP,
was natürlich ganz nach meinem Geschmack ist.
2009 ist für mich also auch das Jahr der Wiederkehr des Vinyls,
vor allem in der Kombination mit dem Download der dazugehörigen
MP3s. Wer braucht dann noch CDs? Bei Yo La Tengo,
Fink, Arbouretum, den
Felice Brothers und Willard Grant
Conspiracy habe ich mich deshalb für diese unschlagbare Kombination
entschieden. Bei den LPs von Chris Cacavas, Gomez
und Lisa Germano war die CD sogar direkt mit
dabei. Die Alben von Loretta und Motorpsycho
erschienen sogar nur auf Vinyl, auch wenn es meine Lieblinx-Norweger
leider nicht unter die ersten 10 geschafft haben.
Mit Dear Reader ist erstmals eine Band aus
Südafrika dabei, die mich gleich bei zwei Konzerten verzaubern
konnte und deren Lieder genau diese Langzeitwirkung bei mir haben. Erst
seit wenigen Tagen höre ich das Solodebüt von David
Rawlings, dem Langzeitbegleiter von Gillian Welch, der mich
schon nach wenigen Hördurchläufen davon überzeugen konnte,
hier ein Meisterwerk abgeliefert zu haben. Robyn Hitchcock
ist eigentlich so gut wie immer, aber erreicht mich dieses mal besonders
gut. Die Folkrocker Espers werden immer besser
und mit K.C. McKanzie aus Berlin hat es neben Loretta
aus Stuttgart endlich mal wieder jemand aus Deutschen Landen auf meinen
Tisch geschafft. Tara Jane O'Neil schreibt vielleicht keine Ohrwürmer
im engeren Sinne, aber ich kann mich dem Charme ihres Albums "A
Ways Away" trotzdem nicht entziehen. Auch das Album von Tom
Freund habe ich vor allem wegen der feinen Lieder in mein Herz geschlossen.
Ein paar Alben, die von den einschlägigen Magazinen gefeiert werden,
mag ich ebenfalls sehr, auch wenn sie es nicht in meine erste Wahl geschafft
haben. Erwähnt werden sollen hier Wilco (#1
im Rolling Stone, #3 im Musik Express, #14 bei mir) ,
Grizzly Bear (#2 im ME, #12 im RS,
#18 bei mir), sowie Element Of Crime (#13 im ME,
#24 im RS) und Bill Callahan (#2 im RS,
#22 im ME). Aber das ist hier ja schliesslich nur meine eigene,
kleine, private Liste - und natürlich nur eine Momentaufnahme ohne
Siegel für die Ewigkeit. Im Übrigen finde ich das neue Album
von Son Volt mindestens genauso gut wie das von
Wilco. Aber diese Meinung scheint niemand mit mir
zu teilen.
Die Arctic Monkeys hatte ich bislang ignoriert. Zum neuen Album
"Humbug" gab es zwei 10"-Maxis ("Cry
Lightning" im August und "Cornerstone"
im November), von denen ich nicht die Finger lassen konnte und die mir
recht gut gefallen haben. Vielleicht höre ich mir ja auch noch
das ganze Album an. Verpasst habe ich bislang auch die neuen Werke von
Devendra Banhart, Sonic Youth, den Flaming Lips,
Mumford & Sons, Alberta Cross, Joe Henry und
Anthony. Aber was nicht ist kann ja noch werden ...
(27.12.2009)
Vinyl zusammen mit der CD verkaufen? Klingt natürlich vordergründig
erst einmal nach einer bescheuerten Strategie, ist aber ganz nach meinem
Geschmack: die große & schwere SCHALLPLATTE für die Augen,
den Tastsinn und das Hören zu besonderen Gelegenheiten. Die CD
für den Alltag: Musikhören im Auto, am Rechner oder bei der
Arbeit. Vielleicht hätte ich mir die neuen Alben von Gomez
und Chris Cacavas sonst auch gar nicht gekauft?
(15.11.2009)
Eine neue Rubrik muß her, denn ich kann Neil Youngs "Fork
On The Road" und das "Fuckbook"
der Condo Fucks nicht guten Gewissens unter "der
gute Rest" ablegen. Nennen wir es mal ganz salopp "Alte
Helden tun sich schwer ...".
(09.08.2009)
Kurz nach Jeff Tweedy (Wilco)
gibt es auch von seinem alten Uncle
Tupelo-Bandkollegen Jay Farrar ein neues Klassealbum mit
seiner Band Son Volt! Was will
man mehr?
(18.07.2009)
Frische & interessante Musik muss nicht immer brandneu sein, wie man
und frau bei den Wingdale Community
Singers und bei Mushroom mit Eddie
Gale hören kann!
(18.06.2009)
Immer wieder gibt es neue Stimmen zu entdecken: Tara
Jane O'Neil und Mirah bringen
eine überzeugende und eigenständige Note in die Abteilung Sängerinnen/Songschreiberinnen.
(05.06.2009)
Old Neil ist schon wieder mit einem
neuen Album am Start. Auch His Bobness
scharrt schon mit den Hufen ...
(03.04.2009)
Robyn Hitchcock, Neal
Casal, Vetiver und Tom
Freund: die neuen - oder fast neuen - Platten von 2009 dringen allmählich
auch zu mir durch. Außerdem gibt es da aus den letzten ein, zwei
Jahren mit Rodney Crowell, den
Two Gallants, Angus
& Julia Stone, Giant Sand
und Charlie Haden noch ein paar von
mir bislang übersehene Schätze zu entdecken ...
(05.03.2009)
Das erste Album "(P)2009" ist bei mir angekommen!
Van Morrison hat nach 40 Jahren sein Meisterwerk Astral
Weeks endlich auf die Bühne gebracht ...
(13.02.2009)
Das Album des Jahres
| #1: Yo La Tengo: "Popular Songs" (Matador, Sept. 2009) |
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Nach 14 Tagen gab es endlich eine Antwort auf meine leicht verzweifelte
Prostest-Email an die Leute bei Matador. Neuer Downloadcode,
neues Glück: dieses mal hat es endlich mit dem Saugen geklappt!
Jetzt lausche ich auch am PC dem wunderschönen "I'm On My
Way" mit allerbestem Fender-Princeton-Vibrato und butterweicher
Orgel. Hach - ist das schön. Und definitiv ein Kandidat für
mein Album des Jahres. Vielleicht brauchte es ja zur "Reinigung"
diese Condo Fucks-Platte, um anschliessend
wieder eine solche Kostbarkeit hervorzubringen? Der verdiente Sieger! Bei keiner anderen Platte auf dieser Seite kommen
für mich Songwriting und Songplaying dermassen perfekt zusammen.
Und das mit einem grandiosen, erhabenen Klang auf einem auch optisch
gelungenen Doppelalbum. Auch der Düsseldorfer Auftritt machte das
deutlich, wo fast das gesamte Album gespielt wurde. Nur gelegentlich
war es überhaupt notwendig, einen der alten Hits einzustreuen! |
weitere Highlights Jahres (die Top 10)
| #2: Loretta: "Grand Final" (Naïv, Sept. 2009) |
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Ich bin gerade zurück von meinem bislang aufwändigsten Konzertbesuch:
ich war mit meinem Freiburger Kumpel Wulf in Stuttgart bei der "CD-Präsentation"
von Loretta! Natürlich gab es auch dort keine CD-Version von "Grand
Final", aber ein wunderbares Konzert in einem kleinen, gemütlichen
Club vor vielleicht 100-200 Leuten. Ich kann nur sagen: WUNDERBAR! Aber
warum kann man diese Band nur in Stuttgart hören? Zwar wartet
die Welt wohl nicht auf Loretta, sollte aber unbedingt von ihr erfahren.
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| #3: Alela Diane: "To Be Still" (Fargo, Febr. 2009) |
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| #4: Dear Reader: "Replace Why With Funny" (City Slang, Febr. 2009) |
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Haldern-Pop 2009 war mal wieder sehr schön, auch wenn ich
dieses mal für mich nichts wirklich Neues entdecken konnte, was
hauptsächlich daran liegt, dass ich mir wegen der zwei parallel
bespielten Bühnen (der grossen Hauptbühne und der kleinen
im Spiegelzelt) eben nicht alles anschauen konnte. Am besten gefielen
mir am frühen Samstag Nachmittag Dear Reader, was aber nach
dem schönen Konzert in Köln vom Frühjahr vor knapp 50
Zuschauern nicht überraschend war. |
| #5: Dave Rawlings Machine: "A Friend Of A Friend" (Acony, Nov. 2009) |
"A Friend Of A Friend" ist so sehr eine Platte von David
Rawlings UND von Gillian Welch, wie jede bisherige Veröffentlichung
der beiden unter dem alleinigen Namen von Gillian. Und da alle
Fans - wie auch ich - jetzt schon über sechs Jahre auf ein neues
Album warten ("Soul Journey"
ist immerhin von 2003!) ist das eine gute Nachricht. Wobei natürlich
Kollaborationen der beiden, wie etwa beim Album "Spooked"
von Robyn Hitchcock, ein wenig getröstet haben.Was ist anders? Natürlich die Tatsache, dass David Rawlings hier kompositorisch und stimmlich stärker im Mittelpunkt steht. Da aber beide meist ZUSAMMEN singen ("harmonieren" im wahresten Sinne des Wortes!) und das in der Vergangenheit auch immer schon getan haben, ist das eigentlich kein so besonders großer Unterschied. Ausserdem haben die beiden fünf der neun Lieder zusammen geschrieben - auch nicht wirklich anders, als in den vergangenen Jahren. Zwei der Lieder entstanden in Zusammenarbeit mit anderen Musikern und sind als solche von diesen bereits bekannt: so findet man zum Beispiel "To Be Young (Is To Be Sad, Is To Be High)" auf "Heartbreaker", dem Solodebüt von Ryan Adams. "I Hear Them All" hat er zusammen mit Ketch Secor, dem Geiger der Old Crow Medicine Show geschrieben, deren erste beiden Alben von ihm produziert wurden und die hier auch bei mehreren Liedern als Begleitcombo dabei sind. Als "neu" könnte man höchstens den Einsatz einer String-Section auf zwei Liedern bezeichnen (besonders toll auf dem grandiosen letzten, an Dylans Großtaten erinnernden Lied "Bells Of Harlem"). Gitarristisch hält sich der durchaus virtuose Rawlings überraschenderweise stärker zurück als früher. Nur der 10minütig Doppel-Coversong ("Method Acting" von Conor Oberst geht fliessend über in "Cortez The Killer" von Neil Young) erinnert in dieser Hinsicht stärker an alte Epen wie etwa das über 14minütige "I Dream A Highway" vom Album "Time (A Revelator)". (26.12.2009) |
| #6: Robyn Hitchcock & The Venus 3: "Goodnight Oslo" (Proper, Febr. 2009) |
Robyn Hitchcock war in den späten 70ern Sänger der Soft
Boys. Kult, aber ohne kommerziellen Erfolg. Seit den 80ern bringt
er immer wieder spannende Soloalben heraus, zuletzt hatte ich beim akustischen
"Spooked" zugegriffen,
das er mit Gillian Welch und
David Rawlings eingespielt hatte. Auch hinter
den Venus 3 stecken hochkarätige Begleiter: Peter Buck von
R.E.M. und dessen Kumpels Scott McCaughey (bg) und Bill
Rieflin (dr) aus der R.E.M.-Touring-Band. Alle drei sind auch unter
dem Namen The Minus 5 aktiv, dann aber mit
McCaughey als Frontmann. Insgesamt wieder ein deutlich rockigeres
Album und bei jedem Hören besser werdend ... (03.03.2009) |
| #7: Espers: "III" (Drag City, Okt. 2009) |
Eigentlich ist das schon das vierte Album dieser Folkrockband aus Philadelphia,
denn auch "Weed Tree", die EP mit Coverversionen von 2005, war
immerhin gute 40 Minuten lang. Wie auch immer. Zwar habe ich auch in die
ersten drei Alben hineingehört - und sie haben mir auch gefallen
- aber von "III" bin ich erstmals restlos überzeugt. Vielleicht,
weil die Band, die sich stark auf den britischen Folkrock der 70er bezieht
und ihn NICHT imitiert, auf Bands wie die Trees, Fairport
Convention und Pentangle bezieht,
ihren Stil jetzt perfektioniert hat? Auf jeden Fall wirkt die Musik inzwischen
noch weiter ausgereift. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass Bassist,
Gitarrist und Produzent Greg Weeks inzwischen viel herumgekommen
ist (er hat u.a. Marissa Nadler produziert
und auch mit Will Oldham, a.k.a. Bonnie
'Prince' Billy, zusammengearbeitet), und mit Otto Hauser ein
ausgezeichneter Trommler dazugekommen ist, der ja auch bei Vetiver,
Bert Jansch, Alela
Diane, Gary Louris, Devendra
Banhart und vielen anderen für das rhythmische Fundament sorgt.
Vor allem aber finde ich Meg Baird als Sängerin überzeugend.
Vielleicht nicht "die neue Sandy Denny", aber sicherlich nahe
dran. Ohne zu imitieren. Wie gesagt.(09.11.2009) |
| #8: K.C. McKanzie: "Dryland" (T3, Okt. 2009) |
K.C. McKanzie ist eine junge Sängerin aus Berlin mit ausgezeichneter
Stimme und vorzüglichen Liedern, die mit "Dryland" bereits
ihr viertes Album im Duo mit dem Kontrabassisten Budi präsentiert.
Kürzlich konnte ich sie live im Weseler Karo erleben und war begeistert.
Die Dame und ihr Begleiter erinnerten mich in Stil und musikalischer Qualität
sogar an Gillian Welch und Dave
Rawlings. Zwar kenne ich momentan nur dieses eine, neue Album - aber
das hat es in sich. Es kommt genauso spartanisch daher wie das meiste
was auch das Duo Welch/Rawlings produziert und man kann nur sagen: jeder
Ton ist richtig, keiner ist zuviel. Jetzt bleibt noch abzuwarten, wie
die Langzeitwirkung der Lieder ist. Der das Album eröffnende Titelsong
lassen hier Gutes erhoffen. Worüber ich lange gerätselt hatte ist, ob die junge Dame nun Deutsche mit britischem Künstlernamen ist oder eine in Deutschland tief verwurzelte Amerikanerin oder beides oder nichts davon. Verwirrend, aber eigentlich völlig unwichtig. (26.12.2009) |
| #9: Tara Jane O'Neil: "A Ways Away" (K Records, Mai 2009) |
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| #10: Tom Freund: "Collapsible Plans" (CRS/Surf Road, Sept. 2008/Jan. 2009) |
Auf Tom Freund wurde ich zum ersten Mal bei einem Auftritt der
Setters Anfang '94 in Essen (oder
Bochum?) aufmerksam. Dort hatte er den verhinderten Alejandro
Escovedo vertreten und zusammen mit Walter Salas-Humara und
Michael Hall einen tollen Auftritt hingelegt. In den kommenden
Jahren konnte man ihn dann auch gelegentlich auf den Tonträgern anderer
Künstler hören (u. a. als Bassisten bei Walter Salas-Humara/The
Silos, aber auch bei Graham
Parker). Gelegentlich gab es dann auch ein paar wenig beachtete
Soloalben, auf denen sich der Multiinstrumentalist (hauptsächlich
Standbass, aber auch Gitarre und Keyboards) als guter Sänger und
ausgezeichneter Songschreiber präsentierte (z.B. "Copper Moon" von
2005). Im vergangenen Herbst erschien in den USA - und vor kurzem auch
beim holländischen Continental Record Service - das neue Album,
produziert und musikalisch veredelt von niemand geringerem als Ben
Harper, mit dem er bereits 1992 ein gemeinsames Album veröffentlicht
hatte. Auf "Collapsible Plans" gibt es sieben neue Lieder (besonders
toll ist der Titelsong!), zwei Neuaufnahmen von Liedern, die bereits auf
"Copper Moon" waren und mit "Can't Cry Hard Enough" (kennt man eventuell
von den Williams Brothers oder Victoria Williams) auch eine schöne
Coverversion. Als Gast auf zwei Liedern ist übrigenz
Jackson Browne als Pianist zu hören.
Insgesamt ein gelungenes Album, vor allem wegen der guten Lieder. Es kam
leider ein bisschen zu spät für die Jahresliste 2008 - aber weil es ja
bei uns in Europa auch erst seit Januar 2009 auf dem Markt ist, vielleicht
sogar was für die Liste 2009?(23.02.2009) |
| Ollabelle: "Before This Time" (CRS/Me & My Records, 2008/Jan. 2009) |
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| Neal Casal: "Roots & Wings" (Fargo, Jan. 2009) |
Seit der Coverversionen-LP "Return
in Kind" von 2004 mein erstes Album des aktuellen Leadgitarristen
der Cardinals (Begleitband von
Ryan Adams), das ich mir angeschafft habe. Da sich meine Ryan-Begeisterung
deutlich beruhigt hat, liegt das wohl nicht an seinem aktuellen Hauptjob.
Auf jeden Fall ein schönes Album, fast schon folkloristisch (der Mann
kann aber auch richtig rocken!). Den Kauf habe ich nicht bereut. Gefällt
mir sogar besser als das, was sein Chef gerade frisch draußen hat.(23.02.2009) |
| John Frusciante: "The Empyrean" (Feb. 2009) |
Die Red Hot Chili Peppers sind eher nicht meine Baustelle
- und tauchten auf diesen Seiten bislang auch nicht auf. Das heißt nicht,
dass das eine schlechte Band ist - nur haben sie mich bisher einfach nicht
interessiert. Außerdem kann man ihre Musik ja auch im Radio und auf MTV
genug hören, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Aufgefallen
war mir beim Radiohören und beim Lesen in den einschlägigen Magazinen
aber schon, dass Frusciante einen tollen Gitarrensound hat, den er auf
zahlreichen eher experimentellen Soloalben auch schon vertieft hat, aber
ich mache normalerweise einen großen Bogen um Soloalben von technisch
virtuosen Rockgitarristen, weil mich deren Technikdemonstrationen nicht
sonderlich interessieren. Kürzlich las ich dann jedoch, dass er auf seinem
neuen Soloalbum Tim Buckleys "Song To The Siren" aufgenommen
hat. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe mir "The
Empyreum" besorgt. Jetzt höre ich das Album, finde es überraschenderweise
sehr schön, unkommerziell (gut!), aber nicht unhörbar (auch gut!), und
mag auch seine Version von "Song To The Siren": schön gesungen,
sparsam arrangiert ohne irgendwelche technischen Gimmicks und sogar ganz
ohne Gitarre! (24.02.2009) |
| Laura Gibson: "Beasts Of Seasons" (Souterrain Transmissions/Hush, Feb. 2009) |
|
Hilfe ich werde alt! Beim Stöbern im Internet zum Thema Laura
Gibson (u. a. natürlich bei Youtube) stelle ich gerade fest,
dass ich sie bereits am 22.09.09 im Duisburger Steinbruch im
Vorprogramm von Alela Diane gesehen hatte! Keine
Ahnung, wie ich das vergessen konnte! |
| Van Morrison: "Astral Weeks Live At The Hollywood Bowl" (EMI/Listen To The Lion, Feb. 2009) |
Van Morrison ist natürlich einer meiner absoluten Favoriten - und ich
habe auch großen Respekt vor seinem immensen "Alterswerk". Eine
Aussage, die ich ansonsten höchstens noch für seine "Altersgenossen"
Neil Young und Bob Dylan treffen würde. Allerdinx hatte
ich schon seit einiger Zeit nicht mehr das Bedürfnis, ein neues Album
direkt bei der Erscheinung und ungehört zu kaufen (das gilt so seit einigen
Jahren auch für Bob und inzwischen auch für Neil!), aber bei der Live-Uraufführung
vom Meisterwerk "Astral Weeks"
war das natürlich anders. Was soll ich jetzt sagen? Phantastischer Sound
(wie immer live bei Van The Man!), phantastische Songs (neben den 8 Liedern
des Originals noch die dazu passenden Songs "Listen To The Lion",
eines meiner Lieblinxlieder Vans vom Album "Saint
Dominic's Preview " und "Common One", letzteres ein
Ausschnitt aus der Suite "Summertime In England" vom Album "Common
One"), perfekte Band (u. a. mit dem Jazzgitarristen Jay Berliner,
der schon vor 40 Jahren das Original mit eingespielt hat!) und auf dem
Cover ein lachender Herr Morrison!(13.02.2009) |
| Marissa Nadler: "Little Hells" (Kemado, Feb. 2009) |
Dies
ist bereits das vierte Album der Folksängerin aus Neuengland, aber mir
ist die junge Dame leider erst vor wenigen Monaten in einem
Zeitschriftenartikel aufgefallen. Gute Songs, ziemlich gutes
Gitarrenspiel (die John Fahey -Vergleich finde ich allerdings gewagt!),
schöne & spärliche Arrangements, manchmal für meinen Geschmack
vielleicht ein wenig zu viel Hall auf der Musik - der wird eigentlich
nicht unbedingt gebraucht, aber - so wie ich gelesen habe - gehört
dieser Sound zu ihrem Markenzeichen. Wenn Dave Scherr seine Hawaiigitarre auspackt
klingt es ein wenig nach Mazzy Star -
kein Vergleich, der einem peinlich sein muss. Ob das jetzt zu einem meiner Platten des Jahres werden kann hängt davon ab, wie sich die Sache mit den "Ohrwürmern" entwickelt - beim ersten Hören fiel noch kein einzelnes Lied besonders auf - und ob ich mich an den offensiven Einsatz der Hallgeräte gewöhnen kann. (06.05.2009) |
| Tom Rush: "What I Know" (Appleseed, Febr. 2009) |
Tom Rush ist einer der ersten Folksänger, der in den 60ern bekannt geworden
ist. Dabei zeichnete er sich weniger als Songschreiber (seine einzige,
mir bekannte Eigenkomposition ist "No Regrets", ein Hit für
die Righteous Brothers), sondern vor allem als Interpret von Fremdmaterial
aus. So war er zum Beispiel einer der ersten, der die Songs von Joni
Mitchell und Jackson Browne gesungen hat. Oft sogar bevor diese
ihre eigenen Versionen veröffentlichen konnten. Obwohl der Mann live eigentlich
immer dabei geblieben ist, handelt es sich bei "What I Know"
um sein erstes Studioalbum seit "Ladies
Love Outlaws" von 1974. Es klingt aber so, als wären seitdem
keine 35 Jahre vergangen - was in diesem Fall mal ein Kompliment sein
soll!(01.04.2009) |
| Vetiver: "Tight Knit" (Sub Pop, Feb. 2009) |
Nach dem gelungenen Album "Things
Of The Past" vom vergangenen Jahr mit Coverversionen mehr
oder weniger obskurer Songs aus den 70ern, das mir besser gefiel als
das doch recht spröde Debütalbum von 2004, war es natürlich spannend,
das neue Album zu hören: Andy Cabic bleibt mit seiner Band
beim folkigen Sound der 70er, bringt uns jetzt aber schöne eigene
Lieder. Und ist beim Kultlabel Sub Pop gelandet.Im Zusammenhang mit Vetiver fällt meist auch der Name des "Freakfolk"-Masterminds Devendra Banhart: auch den höre ich inzwischen ganz gerne, obwohl mich seine Art zu Singen manchmal immer noch nervt. Andy Cabic verbindet jetzt diesen herb-schönen, exzentrischen Musikansatz vom "Freakfolk" mit einer etwas "normaleren", handwerklich gradlinigeren Herangehensweise und einem Gesangsstil, der mir deutlich mehr zusagt. Ich bin halt doch kein Hardcore-Hippie. (03.03.2009) |
| The Whitest Boy Alive: "Rules" (Groove Attack/Bubbles, Feb. 2009) |
Zufällig vor ein paar Tagen im Plattenladen gehört: schön schläfriger Gesang,
elegante E-Gitarren, aber vor allem ein beeindruckendes Fender Rhodes und alte,
analoge Synthesizer. Da mir der Name der Band völlig unbekannt war habe ich
nachgeforscht: das Quartett stammt aus Berlin und dies ist bereits das zweite
Album. Der Sänger/Gitarrist Erlend Oye ist Norweger und eine Hälfte
des Duos Kings Of Convenience. Seine mir unbekannten (deutschen?) Begleiter
stammen angeblich aus der Dancefloorszene.(13.03.2009) |
| Bonnie 'Prince' Billy: "Beware" (Domino/Drag City, März 2009) |
Will Oldham ist in letzter Zeit ziemlich fleißig gewesen: jedes Jahr
erscheint mindestens ein neues Album. "Beware" ist dabei für Oldham'sche
Verhältnisse recht opulent ausgefallen: Countryrock der Besseren Art.
Kein Low-Fi. Obwohl das natürlich immer noch ziemlich skurril
rüberkommt.(01.04.2009) |
| Bill Callahan: "Sometimes I Wish We Were An Eagle" (Drag City, März 2009) |
Das zweite Album von Bill Callahan, das nicht mehr unter dem Bandpseudonym
"Smog" bzw. "(Smog)" erscheint. Vor
etwa zwei Jahren gab es mit "Woke On A Whaleheart" zum ersten
Mal ein sehr gutes, ausnahmsweise nicht selbst produziertes Album, das
ich bislang noch gar nicht genug gewürdigt habe. Jetzt hat er wieder selber
die Fäden in den Händen gehalten, ist aber beim "großen Sound"
des Vorgängers geblieben.Was soll man Nicht-Smog-Fans erzählen, um ihnen die Musik von Bill Callahan näher zu bringen? Vielleicht die unverwechselbare Stimme erwähnen, die in ihrer Baritonlage entfernt an Kevin Ayers erinnert? Oder dass der ehemalige "Heilige des Homerecordings" inzwischen opulente Arrangements bevorzugt? Oder dass er der Ex von Joana Newsom ist? (25.05.2009) |
| Gomez: "A New Tide" (ATO, März 2009) |
Diese britische Band, die schon immer sehr amerikanisch klang, hat es
bereits vor einigen Jahren in die USA verschlagen und wurde dort, so weit
ich weiß, von der Jamband-Szene adoptiert. Scheint ihnen gut bekommen
zu sein. Nicht spektakulär, das Ganze, aber sehr schön gemacht
und auch ohne diese typisch britische Hektik in der Popmusik, die jede
Woche (so oft erscheinen dort viele Musikmagazine!) eine neue Sau durch
das "Britpop-Dorf" jagt. Im Frühjahr hatte ich vor der Anschaffung noch zurückgeschreckt. Zwar hatte ich igendwo gelesen, dass die LP mit CD zu haben ist, aber das liess sich über das Internet leider nicht klären. Jetzt stand die Platte bei Rock-Store in Essen-Steele im Regal und ich bin schließlich doch noch auf den "Verkaufstrick" hereingefallen. Und weil die Musik sehr schön ist habe ich es auch nicht bereut. (18.11.2009) |
| Buddy & Julie Miller: "Written In Chalk" (New West, März 2009) |
Buddy
Miller wird von mir als Produzent, Gitarrist und Sänger (wohl in dieser
Reihenfolge) hochgeschätzt. Trotzdem hat mich sein letztes, vor nun immerhin
schon wieder fast 5 Jahren erschienene Album "Universal
United House Of Prayer" leider wenig beeindruckt - auch wenn
der Glitterhaus-Mensch es für ein Meisterwerk hielt. Von seiner Frau Julie
war sogar noch länger nichts mehr zu hören. Eine echte gleichberechtigte
Zusammenarbeit gab es auch erst einmal.
Ich muss jetzt allerdinx gestehen, dass ich mir "Written In Chalk"
als reines Buddy-Album wahrscheinlich gar nicht mehr angehört hätte. Da
es jetzt aber endlich wieder mal eine Duoplatte wurde war ich viel neugieriger
- und tatsächlich stimmt hier wieder alles: So ziemlich das beste
von beiden mit den entscheidenden Zutaten in der richtigen Dosierung:
Produktion und Gitarre von Buddy, Gesang von beiden (mit Schwerpunkt bei
Buddy), Songs von beiden (hauptsächlich aber von Julie). Letzteres scheint
sogar die wichtigste Zutat zu sein!(18.03.2009) |
| Mirah: "(A)Spera" (K Records, März 2009) |
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| Madeleine Peyroux: "Bare Bones" (Rounder, März 2009) |
Das neue Album dieser starken Sängerin aus dem Grenzbereich Jazz
- Singer/Songwriter-Musik steht tatsächlich schon länger bei
mir herum - und wurde irgendwie nach dem ersten Hören wieder vergessen!
Völlig zu unrecht, wie ich zugeben muss!Was hat sich seit dem letzen Album "Half The Perfect World" von 2006 geändert? Musikalisch und produktionstechnisch wenig: wie damals hat der Produzent Larry Klein, Ex-Gatte von Joni Mitchell, aktueller Gatte von Luciana Souza, inzwischen neben Craig Street (Cassandra Wilson, Holly Cole, Norah Jones, Lizz Wright u.v.a.) der Spezialist für Künstlerinnen im o.g. Grenzgebiet (seine Liste umfasst neben den Ex-aktuellen und Gattinnen auch noch Tracy Chapman, Melody Gardot und Holly Cole) eine kleine & feine Band versammelt (u.a. Larry Goldings an der Orgel und Dean Parks an der Gitarre). Inzwischen stammen aber alle Lieder von Madeleine Peyroux, meist zusammen mit kompetenten und geschmacksicheren Kollegen geschrieben: natürlich vor allem Larry Klein, aber auch Walter Becker (Steely Dan), Julian Coryell und Joe Henry. Schade wäre das für mich als Fan von guter Coverversionen, auch nur, wenn diese neuen Lieder nicht gut wären. Das sind sie aber selbstverständlich. (31.10.2009) |
| Arbouretum: "Song Of The Pearl" (Thrill Jockey, April 2009) |
Eine mir bislang unbekannte Rockband aus den USA mit ihrem zweiten oder
dritten Album, erschienen beim exquisiten Label Thrill Jockey aus
Chicago (Thalia Zedek, The
Sea And Cake, Tortoise, etc.)
als CD, aber auch als limitiertes Vinyl inklusive MP3-Download erhältlich.
Natürlich habe ich mir die Schallplatte nicht alleine deshalb schon gekauft,
aber zumindest im Internet die klanglichen Kostproben angehört, u. a.
die - auf den ersten Blick - ungewöhnliche Dylan-Coverversion "Tomorrow
Is A Long Time". Eingespielt fast ganz puristisch mit zwei Gitarren,
Bass und Schlagzeug - eine unschlagbare Kombination. Die Gitarren erinnern
mich vom Sound ein wenig an Dead Meadow,
deren letztes Album ich mir ja auch als Vinyl mit MP3 angeschafft habe
- noch eine unschlagbare Kombination!(23.04.2009) Die Platte wächst! Der zweite Titel
"Another Hiding Place" hat vom Schlagzeug her was von Neil Young aus der
"Harvest"-Phase während die Gitarren eher
was von Crazy Horse haben. Im dritten Titel
"Down By The Fall Line" kommt zuerst eine Stimmung wie bei Fairport Convention
zu Zeiten von "A Sailor's Life" auf,
bevor es plötzlich zu etwas in der Art vom "Dark
Star" der Grateful Dead wird. |
| Bob Dylan: "Together Through Life" (Columbia, April 2009) |
|
Nach längerer Zeit hab ich die CD mal wieder eingelegt ("aufgelegt"
könnte man ja nur sagen, wenn es denn eine echte Schallplatte wäre!):
ein "ganz ordentliches" Album, von hoher Qualität für
solch einen "alten Sack" wie Herrn Zimmermanm- aber irgendwie
ist es mir als Höhrer insgesamt doch etwas zu "altbacken":
zu viel Blues und Texmex und zu wenig interessante Produktionsdetails.
Nur "I Feel A Change Coming On" ragt da ein wenig heraus.
Aber trotzdem ist es um Klassen besser als "Fork
On The Road" von Mr. Young. |
| The Felice Brothers: "Yonder Is The Clock" (Team Love, April 2009) |
Das zweite Album der drei Felice-Brüder und ihrer zwei Kumpels gibt's
auf Doppelvinyl inklusive MP3-Download-Gutschein. Da konnte ich natürlich
nicht widerstehen. Zeitlos & gut wie das Debütalbum vom letzten Jahr.(27.06.2009) |
| Melody Gardot: "My One And Only Thrill" (Verve, April 2009) |
Diese CD wird sicherlich manch einem zu kitschig sein - aber ich mag diese
Art von "Jazz", den Sängerinnen wie Norah
Jones, Diane Krall, Madeleine Peyroux
und eben auch Melody Gardot präsentieren, eigentlich ganz gerne.
Auch wenn die Musik "voller Geigen" ist, vielleicht sogar zu
voll. Aber Melody Gardot schreibt darüber hinaus auch noch (fast) alle
Songs selber (es gibt eine Coverversion des eigentlich tot gespielten
Klassikers "Somewhere Over The Rainbow", die ich zumindest interessant
finde), die durchweg so klingen, als wären sie uralt. Und auch das soll
keine Kritik sein. Die meisten Berichte über Melody Gardot beschäftigen
sich mit ihrem schweren Unfall, der letztendlich ihre professionelle Kariere
gestartet hat. Allerdings finde ich, dass das nichts mit der wunderschönen
Musik zu tun hat. Wen das trotzdem interessiert, der soll selber mal selber
googeln. Ansonsten: Wunderbar produziert von Larry Klein.(26.04.2009) |
| Great Lake Swimmers: "Lost Channels" (Nettwerk, April 2009) |
Diese kanadische Folkrockband um den Sänger, Gitarristen und Songschreiber
Tom Dekker habe ich vergangenen Mittwoch live im Duisburger Steinbruch
gesehen - und bin sehr angetan! Begleitet von Kontrabass, Schlagwerk und
zwei Musikern, wechselnd an Banjo, E-Gitarre, Mandoline, Dobro und Lapsteel,
wurde eine wunderbare Musik kreiert. Nach dem Konzert habe ich mir sogar
die Vinylausgabe mit wunderschönem Klappcover gegönnt und bin
auch nach dem Hören zu Hause immer noch begeistert. Warum hatte ich
aber von dieser Band mit immerhin schon vier Alben bisher noch nichts
mitbekommen? Egal. Wird nachgeholt.(28.11.2009) |
| The Soundtrack Of Our Lives: "Communion" (Haldern Pop, April 2009) |
|
"Fly" fängt - durchaus erwartbar - zart und folkloristisch
an, entwickelt sich dann aber zum heftigen Rocker. Für Puristen
ist das sicherlich respektlos, zeigt aber nicht zuletzt, das Nick
Drake vor allem eines war: ein großartiger Songschreiber! |
| Luciana Souza: "Tide" (Verve, April 2009) |
Brasil!(19.11.2009) |
| #15: Fink: "Sort Of Revolution" (Ninjatunes, Mai 2009) |
Fink ist das Pseudonym des Briten Fin Greenall, der hier
sein drittes Album vorlegt, das angeblich zwischen Nick Drake und
Tim Hardin anzusiedeln sei. Während er vorher hauptsächlich am
Computer musiziert haben soll, ist jetzt die Akustikgitarre sein Hauptinstrument.
Von seinen alten Platten kenne ich zwar keine - und leider kann ich hier
auch weder Nick noch Tim heraushören - aber es ist bereits nach dem ersten
Hören klar, dass das ein tolles Album ist! Ach ja: zum Vinyl gibt's den
MP3-Download ohne Zusatzkosten. Lohnt sich!(27.06.2009) |
| Grizzly Bear: "Veckatimest" (Warp, Mai 2009) |
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| And Also The Trees: "When The Rains Come" (And Also The Trees, Juni 2009) |
Spötter würden sagen: "Greatest Hits Unplugged". Aber
die seit 30 (!) Jahren unter diesem merkwürdigen Bandnamen zusammenspielenden
Brüder Simon Huw Jones (Gesang) und Justin Jones (Gitarre)
hatten ja nie einen "Hit" und standen auch im Indie-Bereich
immer im Abseits, auch wenn sie dank der Unterstützung vom damaligen
Cure-Drummer und Keyboarder Lol Tolhurst mal in deren Dunstkreis
etwas Aufmerksamkeit abbekamen. Ich muß sogar zugeben, dass ich
die Band erst über diese Cure-Connection kennengelernt habe. Außerdem
stehen die akustischen Arrangements (fast nur Akustikgitarre und Kontrabass,
kein Schlagzeug, gelegentlich mit Akkordeon, Melodika oder Dulcimer ergänzt)
den alten Liedern ausgezeichnet.(18.07.2009) |
| The Bats: "The Guilty Office" (yesboyicecream, Dez. 2008/Juni 2009) |
Überlebende des kleinen Neuseeland-Hypes um die Bands des Flying
Nun-Labels aus den 80ern. Zufällig wiederentdeckt und rein aus
nostalgischen Gründen gekauft, aber nicht enttäuscht. Robert
Scott singt - wie immer - leicht nöhlig, aber macht das trotzdem
sehr schön. Die Gitarren von Scott und Kaye Woodward schrammeln
vor sich hin, als wäre seit damals nix passiert - und es ist gut
so.(18.07.2009) |
| Levon Helm: "Electric Dirt" (Vanguard, Juni 2009) |
Levon hat nach überwundener Krebserkrankung wohl einen Lauf, wie
man so schön sagt: bereits das zweite Klassealbum innerhalb von zwei
Jahren. Mit den "üblichen Verdächtigen" aus dem Umfeld
seines Studios in Woodstock: Tochter Amy Helm und Bassist Byron
Isaacs von Ollabelle, Gitarrist
und Produzent Larry Campbell, u.a.Eine Stärke von Levon war schon zu Zeiten von The Band, wie er sich das Liedmaterial anderer Leute zu eigen gemacht hat. Hier seien als Autoren nur Muddy Waters ("Stuff You Gotta Watch" und "Can't Lose What You Never Had" gehen über langweiliges Bluesgeshuffle weit hinaus!), Randy Newman (das mir unbekannte "Kingfish"), Happy Traum (dessen "Happy Bird" ist ein Höhepunkt der CD!) und - für mich völlig überraschend, da ich die CD geordert habe ohne vorher zu lesen, was man da bekommen wird - Garcia/Hunter (das schöne "Tennesse Jed") erwähnt. (18.07.2009) |
| The Low Anthem: "Oh My God, Charlie Darwin" (Bella Union, 2008/Juni 2009) |
So wie ich es verstanden habe erschien das Album bereits 2008 in den USA
bei einem Minilabel, wurde aber jetzt beim Warner-Sublabel Nonesuch
für die USA und bei Bella Union für Europa "wiederveröffentlicht",
angeblich auch remastert. Die Musik kann man positiv als "zeitlos" und negativ als "altmodisch" bezeichnen. Ähnlichkeiten zu den Bowerbirds, den Felice Brothers und den Fleet Foxes sind nicht von der Hand zu weisen, aber es ist doch eine sehr eigenständige Musik, Folkrock bzw. "Americana", wie das heutzutage heisst, wobei Sänger und Gitarrist Ben Knox Miller die beiden Multiinstrumentalisten Jocie Adams und Jeffrey Prystowsky zur Seite stehen. Sehr empfehlenswert. (06.09.2009) |
| New Riders Of The Purple Sage: "Where I Come From" (Woodstock, Juni 2009) |
Bereits seit etwa vier oder fünf Jahren gibt es einer der besten
Hippie-Countryrockbands ja nun schon wieder. "Where I Come From"
ist ein neues Studiowerk - das erste seit den 80ern - und es lingt zwar
wenig überraschend, ist aber trotzdem sehr schön geworden! Gründungsmitglied
David Nelson (Gitarre/Gesang) und Buddy Cage, der etwa 1970
Jerry Garcia als hauptamtlichen Pedal Steeler bei den Riders abgelöst
hat, haben neue Musiker um sich geschart und sogar durch den Grateful
Dead-Texter Robert Hunter Hilfe beim Songwriting bekommen. Seit vielen Jahren ist David Nelson ja bereits in der Jamband-Szene aktiv und hilft dabei mit seiner eigenen David Nelson Band und den wiederauferstandenen New Riders eine Lücke zu schließen, die von den Grateful Dead nach deren Ende hinterlassen wurde. Und im Gegensaz zu den live ebenfalls aktiven Phil Lesh, Bob Weir und Mickey Hart gibt es hier auch mal etwas für solche Deadheads wie mich, die ab und zu gerne mal neue Songs aus der Feder von Robert Hunter hören wollen ... (12.09.2009) |
| Wilco: "Wilco (The Album)" (Nonesuch, Juni 2009) |
|
Tja - das neue Son Volt-Album ist da und ich
muss mich korrigieren: Jay Farrar und Jeff Tweedy sind beide,
jeder für sich mit der eigenen Band und auf die eigene Art, besser
als es Uncle Tupelo je waren! |
| Bowerbirds: "Upper Air" (Dead Oceans, Juli 2009) |
Bei den Laubenvögeln baut das unscheinbare Männchen im Gras
einen schicken Unterstand, um das Herz seiner Vogeldame zu erobern. Je
schöner die Laube, desto williger die Vogeldame. Was soll uns das
jetzt über das zweite Album der Band sagen? Ich habe keine Ahnung.
Es fällt wahrscheinlich sowieso in die Abteilung "Unnützes
Wissen".Vor ziemlich genau einem Jahr begeisterte mich das Debütalbum "A Dark Horse", das ich über Gratistracks sowohl auf der Rolling-Stone- als auch der Musik Express-CD kennen gelernt hatte. Sänger, Gitarrist und (alleiniger?) Songschreiber Phil Moore wird auch jetzt wieder von Beth Tacular (Akkordeon) und Mark Paulson (Geige & Piano) begleitet. Markzeichen wahr bislang die prominent eingesetzte Basspauke, die abwechselnd von Beth und Mark bedient wurde. Auf "Upper Air" wurde der Einsatz dieses "monströsen" Instruments aber wieder zurückgefahren - wahrscheinlich, damit das nicht zu einem bloßen Gimmick verkommt. Trumpfkarte waren im letzten Jahr aber vor allem die tollen Songs mit Ohrwurm-Charakter, sodass ich jetzt erstmal abwarten muß, wie die Langzeitwirkung der neuen Lieder ist. Aber ich bin da eigentlich ganz zuversichtlich. (08.08.2009) |
| Portugal. The Man: "The Satanic Satanist" (Defiance, Juli 2009) |
Diese Band mit dem merkwürdigen Namen (unbedingt mit dem Punkt nach
"Portugal"!) stammt aus Alaska und hat mit "The Satanic
Satanist" (merkwürdiger Titel ...) schon mindestens das dritte
Album draussen, aber erst jetzt bin ich selber drauf aufmerksam geworden.
Der Anlass, neben den guten Kritiken (wenn ich mir jede Platte mit guter
Kritik kaufen würde ...), war, dass ich das Album im Laden als Vinylausgabe
mit Gratis-CD und tollem Klappcover stehen sah. Allerdings viel zu teuer
(über 20 Oiro!). Nach längerem Überlegen habe ich mir inzwischen
doch die Platte bestellt, allerdings kam sie ohne CD, die es leider nur
bei den ersten 1000 Exemplaren dazu gab. Die Platte macht optisch enorm
was her (bitte mit der Maus über das Cover rutschen!) und enthält
ziemlich gute "Rockmusik". Wie soll ich es sonst bezeichnen?
Das ist weder "Metal", Punk noch "Americana". Der
Gesang klingt mit gelegentlichem Falsett etwas ungewöhnlich, sodass
manche Kritiker von Soul, Disco oder sogar Curtis
Mayfield schreiben. Mir fällt als Vergleich eher Greg Dulli
und seine alte Band Afghan Whigs
ein, der auch diese ungewöhnliche bzw. seltene (warum eigentlich?)
Mischung aus Rock und Soul gebracht hat.(08.11.2009) |
| Son Volt: "American Central Dust" (Rounder, Juli 2009) |
|
Noch ein paar Worte zu "American Central Dust": es hat einen
warmen und altmodischen Analogsound, der scheinbar ganz ohne Overdubs
auskommt. Die Gitarren klingen klasse (Chris Masterson an der
elektrischen, Farrar an der akustischen), aber Highlight ist die Pedalsteel
von Mark Spencer, die oft eine zentrale Rolle im Arrangement
hat. Und natürlich der einzigartige Gesang von Farrar in seiner
bittersüßen Traurigkeit. Mag ich sehr sowas. |
| Matthew Sweet & Susanna Hoffs: "Under The Covers - Vol. 2" (Shout Factory, Juli 2009) |
Wie am Titel unschwer zu erkennen ist, ist nach "Vol.
1" von 2006 dies die zweite Folge vom Coverprojekt von Matthew
Sweet und Bangles-Sängerin
Susanna Hoffs. Hier wird aber nicht obskur "interpretiert"
und gegen den Strich gebürstet (was ich sehr mag, z.B. bei der anderen
Susanna!), sondern mit Herzblut bekanntes
und unbekanntes Material aus der eigenen Jugend "nachgespielt".
Die Freude der Beteiligten ist unüberhörbar, sodass es auch
für mich ein ganz wunderbares Album geworden ist, das einem Lust
macht, die Originale mal wieder herauszukramen, u.a. "Sugar Magnolia"
von den Grateful Dead, "Second
Hand News" von Fleetwood Mac,
David Bowies "All The Young Dudes" (im Original von Mott
The Hoople), "You're So Vain" von Carly Simon, das
ungewöhnlich gut gelungene "I've Seen All Good People ..."
von Yes, "Willin'" von
Little Feat und "Beware Of Darkness" von George
Harrison und sogar zwei Lieder von Todd Rundgren (von dessen
leider von mir noch nicht gehörten 72er-Meisterwerk "Something/Anything").
Zwar spielt Matthew Sweet wie gewohnt fast alle Instrumente selber
(bis auf das Schlagzeug von Ric Menck und die "schwierigen"
Gitarrenparts von Greg Leisz), aber bei drei Titeln sind an der
Gitarre sogar Autoren (Lindsey Buckingham spielt bei seinen "Second
Hand News") oder Musiker der Originale (Steve Howe spielte
beim Yes-Klassiker) bzw. deren Nachfahren (Dhani Harrison) zu hören.(30.08.2009) |
| 7 Worlds Collide: "The Sun Came Out" (Sony, Aug. 2009) |
Dann ist das hier eure Platte! Weihnachten und Silvester 2008/09 hat Neil Finn zum zweiten
mal nach 2001 seine musikalischen
Freunde in's sommerliche Neuseeland (Südhalbkugel!) eingeladen.
Diese drei Wochen waren so produktiv, dass es sogar eine Doppel-CD wurde.
Wie beim letzten Mal waren Phil Selway und Ed O'Brien
von Radiohead, Johnny Marr,
Lisa Germano, Sebastian Steinberg
und Tim Finn dabei. Neue Gäste
waren 2 Drittel von Wilco (nur Nels
Cline und Mikael Jorgensen blieben zuhause), KT Tunstall
aus Schottland und Bic Runga aus Neuseeland. Ausserdem waren
die ganzen Familen dabei, teilweise auch musikalisch: Neils Frau Sharon,
die Söhne Liam und Elroy, aber auch die Söhne von Jeff
Tweedy und Johnny Marr. Eine Neuentdeckung ist für mich
Don McGlashan: ehemaliger klassischer Orchestermusiker (Euphonium
und Schlagwerk), Punkrockschlagzeuger in den 80ern, außerdem Sänger/Songschreiber
der Gitarren-Pop-Band The Mutton Birds
in den 90ern, von denen ich mir schnellstens was besorgen muß
... |
| Tim Buckley: "Live At The Folklore Center, NYC - March 6, 1967" (Tompkins Square, Aug. 2009) |
Bereits vor einigen Wochen angekündigt ist das "neue" Album
von Tim Buckley endlich bei mir eingetroffen! Live und solo in
einem New Yorker Buchladen (?) vor etwa 35 Zuschauern sang Tim Buckley
kurz vor Beginn der Aufnahmen zum zweiten Album "Happy
Sad" Lieder vom titellosen Debütalbum
und vom kommenden Album. Dazu "Dolphins" von seinem Idol Fred
Neil, "Troubadour", das man erstmals auf dem 1990 erschienenen
Livealbum "Dream Letter- Live
in London 1968" hören konnte und sechs bislang unveröffentliche
Songs. Diese sind zwar nicht wirklich "essentiell" (sonst wären
sie wohl auf "Happy Sad"
oder einem späteren Album gelandet!), aber doch sehr interessant
zu hören. Weil auch der Klang der Aufnahme erstaunlich gut ist und
es bislang kein Sololivealbum gab ist das hier eine schöne Angelegenheit!
(30.08.2009) |
| Motorpsycho: "Child Of The Future" (Stickman, Aug. 2009) |
Das neueste Werk von Norwegens bester Band aller Zeiten (oh Ja!) wurde
zum größten Teil bei Steve Albini in Chicago aufgenommen
und stellt eine wunderbare Hommage an die LANGSPIELPLATTE dar: exklusiv
auf weißem Vinyl, ganz ohne CD-Version erschienen bringt es exakt
40 Minuten allerbesten Motorpsycho-Stoff. Natürlich mit ausgestochenem Löchern im Cover für das rote und das grüne Auge und mit einem großen, völlig sinnfreien POSTER als Beilage! Eine tolle SCHALLPLATTE! (26.08.2009) |
| Ramona Falls: "Intuit" (Souterrain Transmissions/Barsuk, Aug. 2009) |
|
Brent Knopf musiziert hier hier zusammen mit einem recht großen
Freundeskreis, zu dem auch Cherilyn MacNeil und die Geigerin
Larah Eksteen von den weiter oben bereits erwähnten Dear
Reader gehören. Die meisten Namen der Beteiligten sagen mir
zwar nichts, lediglich die ebenfalls in Portland beheimateten Mirah
und Janet Weiss, eher bekannt als Schlagzeugerin von Sleater-Kinney
und vom 2000er-Comeback-Album "The
Friends Of Rachel Worth" der Go-Betweens , das damals
- Überraschung! - in Portland/Oregon aufgenommen wurde, sind mir
ein Begriff. Was mir jetzt bei "Intuit" aber am besten gefällt
ist, dass Brent Knopf es geschafft hat, wunderschöne Songs
zu schreiben und unter den unterschiedlichsten Bedingungen mit den verschiedensten
Leuten aufzunehmen und dabei trotzdem eine einheitliche Grundstimmung
zu erzeugen, sodass hier ein Album "wie aus einem Guss" entstanden
ist! |
| Chris Cacavas: "Love's Been Discontinued" (Blue Rose, Sept. 2oo9) |
Chris Cacavas hat es bereits vor vielen Jahren nach Deutschland verschlagen
(er ist, so weit ich weiss, in Süddeutschland verheiratet, ähnlich
wie Robert Forster, den es zu Beginn
der 90er nach Regensburg verschlagen hatte), aber die Veröffentlichungen
wurden in letzter Zeit doch etwas spärlicher. So stammt der von mir
völlig übersehende Vorgänger "Self Taut" immerhin
von 2004 und meine letzte eigene Anschaffung von 2002: das Album "Kneel"
aus der Return To Sender-Reihe. Damals haben wir
mit der Band Roots Of Blues
& Classiscal Cello sogar das Vorprogramm im JZ-Karo gespielt.
Eine sehr schöne, wenn auch nicht "spektakuläre" Platte. Besonders schön: zur Vinylausgabe gab's die CD ohne Aufpreis dabei. (18.11.2009) |
| Vic Chesnutt: "At The Cut" (Constellation, Sept. 2009) |
|
Weil mir schon "At The Cut" so gut gefallen hat konnte ich
mit "North Star Deserter"
nicht länger warten ... |
| Element Of Crime: "Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie" (Universal/Vertigo, Sept. 2009) |
Hier muss man nicht viel sagen: Element Of Crime sind in Punkto Rockmusik
mit deutschen Texten eine Klasse für sich!(03.10.2009) |
| Lisa Germano: "Magic Neighbor" (Young God, Sept. 2009) |
Seit den 90ern kam die amerikanerikanische Multiinstrumentalistin Lisa
Germano immer mal wieder in meinen Aufmerksamkeitsbereich: sei es
als Studio- und Livegeigerin für so unterschiedliche Künstler
wie John Mellencamp (u. a. auf dem wunderbaren Album "Human
Wheels" von 1993), Giant Sand, Iggy Pop und Neil
Finn (z.B. beim Konzertmitschnitt "7
Worlds Collide") oder mit ihren düster- sphärischen
Soloalben für das "düster-sphärische" 4AD-Label.Mit ihrem neuesten Soloalbum, das anscheinend nach einer größeren Pause entstand, ist sie beim exklusiven Label Young God von Michael Gira, dem Chef der Kultband The Swans (die ich mir auch mal wieder anhören müßte!) gelandet. Begleitet wird sie durchgängig vom Bassisten Sebastian Steinberg von der Band Soul Coughing (oder so ähnlich), mit dem sie schon bei "7 Worlds Collide" zusammen spielte. Außerdem muß irgendwo noch die Pedalsteel vom rastlosen Greg Leisz zu hören sein. Ansonsten ist die Künstlerin für alles andere selber zuständig: Gesang, (natürlich) die Geige, aber auch Gitarre, Keyboards und Perkussion, sowie das eine oder andere Instrument, das ich beim ersten Hören nicht identifizieren konnte. Die Musik ist- wenig überraschend und passend zum Cover - sehr spröde und von einer fast traurigen Grundstimmung. Vielleicht nichts für Depressive, aber ich mag sowas ja bekanntlich. Ach ja - ich hab mir das Vinyl gekauft: statt eines Downloadgutscheins gab es für den geringen Aufpreis von etwa einem Euro das komplette Album als CD dabei! Das hat doch was! (27.09.2009) |
| Bebel Gilberto: "All In One" (Verve, Sept. 2009) |
Brasil!(19.11.2009) |
| Manassas: "Pieces" (Rhino/Eyewall, Sept. 2009) |
Ich bin zwar kein so großer Stephen Stills-Fan wie ich Neil-Young-Fan
bin, aber von allen seinen Soloalben und Projekten war mir eigentlich
das Manassas-Doppelalbum von 1972
immer am liebsten. Auf "Pieces" findet man nun Übriggebliebenes
der damaligen Sessions, dem man manchmal zwar anmerkt, daß es sich
um Demos, Skizzen, und Jamsessions, aber keine ausgereiften Songs handelt,
aber es passt trotzdem alles gut zusammen und macht einen schönen
Gesamteindruck - genauso wie das schöne Coverfoto aus dem Studio
in Florida, wo alle sieben Musiker (fast) gleichberechtigt im Kreise sitzend
musizieren, mit Herrn Stills als "Teamchef" - und Geldgeber,
wie man dem informativen Begleitheft entnehmen kann. (15.10.2009) |
| Jeb Loy Nichols: "Strange Faith And Practice" (Impossible Ark, Sept. 2009) |
Auf seinem neuen Album läuft der schon lange in Wales beheimatete
ehemalige Sänger der Fellow Travellers
zu Höchstform auf: die Verbindung von Singer/Songwriter-Musik mit
Jazzarrangements und Streichern gab es in ähnlicher Weise auch schon
bei Van Morrison auf "Astral
Weeks". Irgendwie sieht Jeb Loy auf dem Cover auch aus wie der
junge Van - oder nicht? (06.11.2009) |
| Prefab Sprout: "Let's Change The World With Music" (Kitchenware, Sept. 2009) |
Erst einmal ganz ohne Bewertung, denn ein "neues" Album von
Paddy McAloon, auch wenn es sich nur um kürzlich von ihm überarbeitete
Demos von 1992/93 handelt, ist für mich wie ein Wunder bzw. Weihnachten
und Geburtstag zusammen. Nur soviel nach dem ersten Hören: es sind
typische, grandiose Prefab Sprout-Songs, wobei es mich überraschenderweise
überhaupt nicht stört, daß bis auf den Gesang (und die
Mundharmonika?) anscheinend alles aus dem Computer stammt (Demos eben!).
Es ist auch schön zu wissen, dass es Paddy McAloon gesundheitlich wieder besser geht, nachdem er die Wiederveröffentlichung vom Meisterwerk "Steve McQueen" vor etwa 2 Jahren ja auch schon durch neu eingespielte Akustikversionen der alten Lieder ergänzt hatte. Vielleicht darf man sich sogar Hoffnung machen, daß es auch nochmal etwas Neues von einem der - aus meiner Sicht - besten britischen Songschreiber geben wird ... (13.09.2009) |
| Hope Sandoval & The Warm Inventions: "Through The Devil Softly" (Nettwerk, Sept. 2009) |
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| J. Tillman: "Year Of The Kingdom" (Western Vinyl, Sept. 2009) |
Jay Tillman aus New York ist eigentlich Schlagzeuger von Beruf,
aber gleichzeitig auch einer der vielen zauselbärtigen Singer/Songwriter,
denen die Zusammenführung von Akustikgitarre, Banjo und Computerloops
wie selbstverständlich von der Hand geht. Laptop und Nick
Drake sind eben kein Wiederspruch. Sechs CDs soll es von dem Mann
schon geben, aber erst kürzlich bin ich über ihn gestolpert,
wahrscheinlich irgendwo im Internetz, und erfahre jetzt sogar, dass er
seit kurzem auch bei den Fleet Foxes
hinter dem Schlagzeug sitzt - und natürlich auch zu derem gesanglichen
Wohlklang beiträgt.(17.01.2010) |
| Willard Grant Conspiracy: "Paper Covers Stone" (Glitterhouse, Sept. 2009) |
Im März ging Robert Fisher mit ein paar Freunden (u.a. Steve
Wynn) und ein paar seiner Kumpels aus dem erweiterten Band-Umfeld
(Multiinstrumentalist David Michael Curry, Gitarrist Sean O'Brien
und Trompeter Dennis Cronin) in's Studio, um alte Songs in abgespeckter
Form aufzunehmen. Vielleicht keine besonders originelle, aber doch eine
sehr schöne Idee. Erhältlich übrigenz als schweres Vinyl-Doppelalbum
(also insgesamt 360g!) inklusive einer Bonus-CD und dem kompletten Album
als Gratisdownload. Da habe ich natürlich sofort zugeschlagen! (06.09.2009) |
| "Ciao My Shining Star - The Songs Of Mark Mulcahy" (Mezzotint, Sept. 2009) |
Mark Mulcahy war in den 80ern Sänger der Band Miracle
Legion, die aber - vor allem aus kommerzieller Sicht - leider nur
eine Fußnote in der Rockgeschichte blieb. Zwar habe ich mehrere
Alben der Band im Plattenregal- das meiste sogar noch auf Vinyl - aber
auch ich hatte sie spätestens seit den frühen 90ern und ihrem
erfolglosen Majorlabel-Experiment "Drenched" aus den Augen verloren.
Daß die Band aber gerade unter Musikerkollegen einen hohen Stellenwert
hatte - und immer noch hat - sieht man an diesem Tribute-Sampler, der
Geld für den als "Rockstar" wohl nicht wohlhabend gewordenen
Mulcahy und seine Familie sammeln soll: trauriger Anlass ist der Tod seiner
Ehefrau und Partnerin beim eigenen Label Mezzotint Melissa Rich,
die auch auf dem Cover zu sehen ist. Mit dabei sind u. a. Michael Stipe von R.E.M. (mit denen Miracle Legion in den 80ern durchaus auf Augenhöhe "konkuriert" haben bzw. negativer formuliert: denen sie nachgeeifert haben sollen), Thom Yorke von Radiohead (man könnte glatt behaupten, daß Mulcahy ein gesangliches Vorbild für Yorke war!), Dinosaur Jr., Frank Black von den Pixies, Vic Chesnutt, Ben Kweller, Josh Rouse, Juliana Hatfield, Sean Watkins (Nickel Creek), The Autumn Defense und Mercury Rev. Quasi ein schönes "Greatest Hits-Album" von Miracle Legion und Mulcahy als Solokünstler, was mich sicherlich wieder dazu bringen wird, mal die ganzen alten Alben hervorzukramen! (16.10.2009) |
| "Crayon Angel - A Tribute To The Music Of Judee Sill" (American Dust, Sept. 2009) |
Tribute-Alben sind anscheinend nicht jedermanns Sache. Und sicherlich
kann man auch hier einwenden, dass nicht jede der Interpretationen als
gelungen zu bezeichnen ist. Aber Tatsache bleibt doch, dass es sich hier
um ein schönes Album mit erstklassigen Liedern in durchweg hörbaren
Versionen handelt. Ausserdem: wann kann man schon mal eine neue
CD geniessen, die was mit Judee Sill zu tun hat? Immerhin gab es
nur zwei Originalalben zu Lebzeiten der Künstlerin ("Judee
Sill" von 1971 und "Heart
Food" von 1973) und nur wenige posthume Veröffentlichungen
(z.B. "Dreams Come True"
in 2005 und die BBC-Aufnahmen in 2007).
Fast wundert es mich, warum es so lange gedauert hat, bis ein solches
Prokjekt endlich umgesetzt wurde. Alle guten Lieder sind dabei (natürlich "Jesus Was A Crossmaker" oder z.B. der Titelsong), aber es gibt auch zwei erst kürzlich entdeckte und bisher unbekannte Lieder, die Judee Sill offensichtlich nie selber aufgenommen, aber in Noten festgehalten hatte. Die Riege der beteiligten Musiker ist durchaus passend: Ron Sexsmith, Bill Callahan (A.K.A. Smog), Beth Orton und Owen Pallett (A.K.A. Final Fantasy) sind ein klein wenig bekannter. Vielleicht sollte ich auch noch Nicolai Dunger, Marissa Nadler, Daniel Rossen von der wunderbaren Band Grizzly Bear und Meg Baird, Sängerin der Espers, erwähnen. Wenn ich jetzt noch einmal darauf hinweise, dass die Platten zwar gut ist, auch wenn keine der Versionen an das Original heranreicht (soweit es eine Originalversion gibt!), dann muss ich wohl auch anprangern, dass viel zu wenig Leute die Originale von Judee Sill kennen! (12.02.2010) |
| "Among The Oak & Ash" (Verve Forecast, Okt. 2009) |
Kaum einer meiner Freunde traut sich mir zum Geburztag eine Platte
oder CD zu schenken - ich habe keine Ahnung warum. Dabei höre
ich doch gerne und viel Musik. W4L-Trommler Locke war aber kürzlich mal wieder so mutig und hat mir dieses Debüt des New York/Nashville-Duos Josh Joplin und Garrison Starr überreicht. Fast hätte ich mir die CD sogar schon im vergangenen Herbst gekauft, denn sie hatte bereits meine Aufmerksamkeit gefunden, aber irgendwas hielt mich damals von der Anschaffung ab. Allerdinx kann ich jetzt beim intensiven Hören keinen Grund für die Zurückweisung finden, denn es handelt sich um ein ziemlich gutes Debütalbum, bei dem die beiden gesanglich ganz ausgezeichnet harmonieren (fast so schön wie Gram & Emmylou) und mehr oder weniger bekannte Folkssongs (z.B. kannte ich "Shady Grove" und Peggy-O" schon von Jerry Garcia bzw. den Dead) einer gelungenen Runderneuerung unterzogen haben. Am Ende gibts als Bonustrack ("Bonus" gegenüber was eigentlich?) noch eine Version vom Klassiker "Bigmouth Strikes Again" von den Smiths. Die kamen zwar aus Manchester und nicht aus den Appalachen, aber es passt trotzdem wunderbar hier hin. (11.04.2010) |
| Céu: "Vagarosa" (Six Degrees/Urban Jungle, Okt. 2009) |
Brasil!(06.11.2009) |
| Grant Hart: "Hot Wax" (MVD Audio, Okt. 2009) |
Wie schön! Neulich hatte ich noch darüber nachgedacht, was wohl
aus dem ehemaliger Sänger, Trommler und Songschreiber von Hüsker
Dü geworden ist und deshalb in die alten Soloalben (vor allem
das fantastische "Intolerance")
und Bandalben mit Nova Mob reingehört - und jetzt erscheint
10 nach nach dem letzten musikalischen Lebenszeichen (das eher schwache
Album "Good News For Modern Man") mit "Hot Wax" doch
tatsächlich eine neue CD, voll mit guten Songs. Grant Hart
singt, trommelt, spielt seine schöne, wenn auch vielleicht nicht
virtuose Gitarre und seine schon auf "Intolerance"
zu hörende Orgel und lässt sich durch verschiedene Bassisten,
Bläser und Streicher unterstützen. Beteiligt sind außerdem
mehrere Musiker vom kanadischen Avantgardeband-Komplex God Speed You
Black Emperor / The Silver Mt. Zion Memorial
Orchestra.(06.11.2009) |
| Michael Hurley/Ida: "Ida Con Snock" (Gnomonsong, Okt. 2009) |
Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass meine neue Lieblinxband Ida
anscheinend gerade eine kleine Verschnaufspause eingelegt hat, als da
plötzlich dieses Album auf der Bildfläche erscheint: Ida
als Begleitband (besser: als Partner) für den schrulligen Folksänger
Michael Hurley. Die Aufnahmen stammen von Juli 2005 bis November
2007. In dieser Zeit war Hurley auch an den Aufnahmen der letzten
beiden Veröffentlichungen von Ida beteiligt ("Lovers
Prayers" und "My Fair,
My Dark EP"). Da hat man anscheinend viel und voller Freude miteinander
musiziert und gleich das Material für mehrere Alben zusammen.Noch mehr Namedropping gefällig? Das Aufnahmesstudio in Woodstock gehört Levon Helm, die Plattenfirma, soweit ich weiss, Devendra Banhart und Andy Cabic (Vetiver). (18.11.2009) |
| LAKE: "Let's Build A Roof" (K Records, Okt. 2009) |
Das ist hier natürlich nicht die Hamburger Rockband aus den 70ern,
sondern eine noch recht frische Truppe aus Portland/Oregon im amerikanischen
Nordwesten, aus dem zur Zeit massenhaft gute Musik in die Welt drängt
(Decemberists, Tara Jane O'Neil, Mirah,
Laura Gibson, Laura
Veirs, Ramona Falls, Portugal.
The Man, etc). Entdeckt habe ich die Band über zwei sehr schöne
Daytrotter-Sessions,
eine davon wurde sogar erst vor wenigen Tagen, am 2. Januar 2010, in's
Netz gestellt. Man kann sich das gratis herunterladen! Absolut empfehlenswert!Auf das aktuelle Album "Let's Build a Roof" bin ich dann über zwei weitere Hinweise aufmerksam geworden: zum einen wurde es beim legendären "K"-Label (natürlich auch aus dem amerikanischen Nordwesten!) veröffentlicht, zum anderen wurde es vom Multiinstrumentalisten Karl Blau produziert, der mir schon auf mehreren Alben von Laura Veirs aufgefallen war. Ausserdem sind alle sechs Musiker der Band selber Multiinstrumentalisten: im Prinzip spielt (fast) jeder von ihnen Gitarre, Bass, Keyboards, Schlagzeug und Perkussion. Für Leadgesang und Songwriting sind dagegen zumeist nur (das Pärchen?) Eli Moore und Ashley Eriksson zuständig. Trotzdem entsteht dabei kein virtuoses (oder dilletantisches) Gefrickel, was mich beides ziemlich nerven würde, sondern eine schöne, spannende und intelligente Rockmusik, irgendwo zwischen Krautrock, Beach Boys (ca. "Holland") und Indie-Rock. Mit vielen wunderbaren Einlagen am Wurlitzer Piano und anderen eher "historischen" analogen Tasteninstrumenten der 70er, wie etwa dem ELKA Rhapsody, einem italienischen (!) Gerät, mit dem man diese schwurbeligen Streichersounds hinbekommt. Und hier noch der Hinweis für alle Hobbyverschwörungstheoretiker da draußen: "ELKA" ist zwar kein Palindrom von "LAKE", aber fast! (27.01.2010) |
| The Swell Season: "Strictly Joy" (Anti, Okt. 2009) |
Freitag letzter Woche habe ich für wenig Geldund ohne große
Erwartungen den irischen Spielfilm "Once" von 2007 gekauft,
in dem der irische Liedermacher Glen Hansard und die tschechische
Pianistin Marketa Irglova die Hauptrollen spielen und auch für
den Soundtrack gesorgt haben. Der Film handelt - Überraschung! -
von einem irischen Straßensänger, der sich mit einer tschechischen
Pianistin, die sich in Dublin als Blumenverkäuferin durchschlägt,
zusammentut und eine Band für Demoaufnahmen seiner Songs gründet
und eine zarte Romanze beginnt. Ich war so beindruckt von diesem Film
und seiner Atmosphäre, dass ich mir sofort dieses Album besorgt habe:
die beiden haben für den Titelsong aus dem Filminzwischen einen Oscar
bekommen, sind zu einer echten Band und zu einem Paar im wirklichen Leben
geworden. Ihr neuestes Werk erscheint als lohnenswerte Luxusausgabe zum
Preis einer einzigen Vollpreis-CD und enthält eine DVD von einem
Aufritt in einem wunderschönen Konzertsaal in Milwaukee und dazu
das komplette Konzert als CD. Mit allen Hits aus dem Film. Beim Oscar-Song
"Falling Slowly" ist ein niedlicher Schülerchor dabei,
gemeinsam verhunzen sie ausserdem noch auf sehr sympathische Art und Weise
"Gigantic" von Pixies.
Wunderbar. Ach ja - Glen und Marketa sollen angeblich kein Paar mehr sein,
was ich aber anhand des gemeinsamen Zaubers auf der Bühne kaum glauben
kann.(26.12.2009) |
| Emily Jane White: "Victorian American" (Talitres, Okt. 2009) |
Brauchen wir noch mehr von diesen singenden Songschreiberinnen? Auf jeden
Fall, wenn sie gut sind! Leider hatte ich "Victorian American"
im vergangenen Herbst noch in der Masse der Neuerscheinungen übersehen.
Zwar fand ich das Debüt "Dark Undercoat" von 2008 schon
recht ordentlich, aber es hatte sich dann doch nicht wirklich bei mir
festgesetzt, weshalb die Aufmerksamkeit für "Victorian American"
erst einmal auch nicht besonders groß war und ich sogar ihren, wie
ich leider hinterher erfahren musste, tollen Auftritauch dieses gute Album,
wenn man mich nicht drauf aufmerksam gemacht hätte ...Zur Musik? Die Stimme von Emily Jane White wird immer gerne mit der von Chan Marshall (alias Cat Power) und Suzanne Vega verglichen. Den Cat Power-Vergleich kann ich nachvollziehen, obwohl Emily Jane White im "technischen Sinne" nach meiner Meinung sogar noch besser singt und auch andere Musik macht. Suzanne Vega höre ich dagegen nicht heraus. Die ausgezeichnete Aufnahmen mit viel Atmosphäre stammen vom mir bisher nicht bekannten Wainwright Hewlett und erinnern mich in ihrem Ansatz und ihrer Qualität an die von mir zur Zeit sehr geschätzten Produktionen von Tucker Martine (Laura Veirs, Laura Gibson), ohne diesen jedoch zu kopieren. (10.02.2010) |
| Norah Jones: "The Fall" (Blue Note, Nov. 2009) |
Tja - fast ist das ein Fall für meine Seite mit
hässlichen Plattenhüllen - aber eben nur fast. Bei der sicherlich
erfolgreichsten Blue-Note-Künstlerin aller Zeiten hat sich viel getan:
die alte Band um Bassist, Co-Autor und eben auch Ex-Freund Lee Alexander
ist nicht mehr dabei. Es gibt einen "modernen" Produzenten (Jaquire
King: hat Alben von Tom Waits, den Kings Of Leon und
anderen dirigiert) und insgesamt einen rockigeren Sound. Kurz gesagt:
Norah Jones hat die E-Gitarre entdeckt - und spielt sie sogar selber bei
einigen der Lieder. Ausserdem gibt es keine Coversongs (außer auf
der Bonus-Live-CD der Edelausgabe).Wenn man jetzt mit Vorurteilen schnell bei der Hand ist könnte man rhetorisch fragen: "Muss ich mir das antun?". Ich bin deshalb auch nicht direkt am Veröffentlichungstag in den Plattenladen gestürmt, sondern habe die Edelausgabe bereits vor wenigen Tagen eher zufällig im Secondhand-Laden gefunden (wie kommt sowas nur so schnell dort hin?). Beim ersten Hören hat auch gar nichts bei mir KLICK gemacht und ich wollte die CDs schon wegpacken. Aber beim zweiten oder dritten Hören stellt sich dann aber doch die alte Magie ein. Und ein bisschen fühlt man sich wie ein Voyeur, wenn Norah Jones in des Texten ihren ganzen Beziehnungsmüll der letzten Jahre verarbeitet. Zwar wird nicht wirklich böse geätzt, aber Lee Alexander wird das höchstwahrscheinlich anders sehen ... (05.12.2009) |
| Rickie Lee Jones: "Balm In Gilead" (Concord/Fantasy, Nov. 2009) |
Irgendwie habe ich das Album im letzten Herbst übersehen!!! Fast
wäre mir da eines der besten Alben von Rickie Lee Jones entgangen,
was schade wäre und ausserdem etwas heißen will! Mit Gastauftritten
von Ben Harper, Vic Chesnutt und Victoria
Williams - das hat Mrs. Jones als Werbeargumente zwar nicht nötig,
zeigt aber vielleicht, wohin ihre Reise zur Zeit geht ...(16.05.2010) |
| Ralph Towner & Paolo Fresu: "Chiaroscuro" (ECM, Nov. 2009) |
Ab und zu entdecke ich noch mal eine neue ECM-Platte
bzw. sie wird mir wärmstens empfohlen, so wie in diesem Fall. Zu
Ralph Towner muss ich eigentlich nicht viel sagen: seit den 70ern
viele (meistens) tolle Platten mit seiner Band Oregon,
viele (meistens) gute Soloalben bei ECM, oft im
Duett mit anderen Künstlern (ich denke da gerne zurück an Alben
mit John Abercrombie, Gary Peacock
oder Gary Burton). Hier ist sein kongenialer
Partner der sardische Trompeter Paolo Fresu, der mir bisher leider
unbekannt war. Zu hören ist dabei typische kammermusikalische ECM-Musik
- und das ist durchaus positiv gemeint! Schön ist auch, dass Towner
inzwischen auf den Einsatz seines Synthesisers verzichtet, der mir den
Genuss mancher Oregon- und Soloalben verleidet hat. Schön
wäre dagegen vielleicht eine Klaviernummer gewesen: etwas, was er
nämlich auch ganz ausgezeichnet kann. Das höre ich auch viel
lieber als zum Beispiel Keith Jarrett, wenn der sein Sopransaxofon
auspackt. Andererseits möchte ich natürlich nicht auf Towner
an der Gitarre verzichten. Oder von mir aus auch auf Jarrett am Klavier.(09.02.2010) |
| Robyn Hitchcock: "I Often Dream Of Trains In New York" (Yep Roc, Dez. 2009) |
Vor ungefähr 25 Jahren nahm Robyn Hitchcock nach seiner Zeit
bei den Soft Boys und vor seiner
mittelprächtigen Solokarriere mit seinen Egyptians
das spartanische Soloalbum "I
Often Dream Of Trains" auf, das er am 22.11.2008 mit der Unterstützung
von Multiinstrumentalist Terry Edwards (an Piano, Trompete, Saxofon
und Gitarre; auch regelmäßig bei den Tindersticks
zu hören) und Gitarrist Tim Keegan annähernd vollständig
in einem New Yorker Theater auf die Bühne brachte. Enthalten ist
neben der CD auch eine DVD, wobei vor allem letztere ein besonderer Genuss
ist, weil die Ansagen zwischen den Liedern fast noch besser sind als die
Lieder selber.(26.02.2010) |
schade drum: Alte Helden tun sich schwer ...
| Condo Fucks: "Fuckbook" (Matador, März 2009) |
Diese Platte ist ein großer Witz - oder vielleicht besser gesagt: ein großer Spaß.
Yo La Tengo haben nach "Fakebook"
von 1990 ihr zweites Album mit Coversongs eingespielt. Während
"Fakebook" eher die ruhige Seite der Band
präsentierte geht es dieses mal unter dem Pseudonym Condo Fucks härter zur Sache.
Angeblich produziert von Robert "Mutt" Lange, einem der teuersten (und
besten?) Produzenten (Graham Parker, Def Leppard, AC/DC,
Shania Twain), und abgemischt vom Meisteringenieur Bob Clearmountain (Bryan Adams,
The Church, Pretenders, INXS, Bowie, Springsteen) ...(26.04.2009) Gekauft habe ich mir die Platte aus drei guten Gründen:
Zu hause kam der große Schreck: Statt MP3s bekommt man beim Download nur ein Mp4-Filmchen und einen Entschuldigungsbrief, dass es wegen der Fremdautoren der Lieder leider keine MP3s gibt. Also habe ich doch meinen Plattenspieler, frisch zurück aus der Reparatur, angeschmissen und lausche der Platte, die zwar wirklich von den drei Yo La Tengos stammt, aber als Livemitschnitt dermaßen beschissen klingt, dass sich ein eigenes Nachdigitalisieren kaum lohnt. Und sicherlich haben Robert "Mutt" Lange und Bob Clearmountain diesen Sound nicht zu verantworten. Fazit: Wirklich ein Witz das Ganze. Aber ich kann nicht so
richtig mitlachen. "Condo Fuck" ist sicherlich ein gutes Punkrock-Livealbum
- soweit ich so etwas beurteilen kann - aber leider kein gutes Yo La Tengo-Album.
Wer es dennoch unbedingt braucht kauft sicher besser die etwas günstigere CD ... |
| Man: "Kingdom Of Noise" (Point, Apr. 2009) |
So - jetzt ist genug gemeckert! Ich werde meiner alten Liebe demnächst
natürlich noch mal eine Chance geben. Außerdem findet mancher
Kritiker das Album ja ganz ordentlich! |
| Neil Young: "Fork In The Road" (Reprise, April 2009) |
Der erste Höreindruck von "Fork In The Road" ist leider nicht
wirklich überzeugend: zu wenige Songs, die einen sofort anspringen, zuviel
Bratgitarre. An den von Neil Young in den letzten Jahren gepflegten
verzerrten Gitarrensound kann ich mich anscheinend nicht so recht gewöhnen,
obwohl ich doch eigentlich eine gute, fetzige Rockgitarre sehr zu schätzen
weiß. Aber wenigstens ist kein Trompeter dabei, so wie noch auf
"Living With War".Was ich aber sehr wohl mag, sind Neils schräge Videoideen. Der Videoclip, der schon seit Wochen auf der Homepage läuft, ist "großes Autorenkino" (oder "großes Damentennis"?). Ich sage nur: jedem seinen Apple. Und lasst Euch Euren Fernseher nicht klauen. Zurück zum Album. Auch dem Mann aus dem Glitterhaus ist es irgendwie zu "schlunzig" geraten. Dass ich so was mal sagen muss: ein bisschen mehr Mühe und Politur bei Produktion und Arrangements - und wir hätten hier höchstwahrscheinlich ein tolles Neil Young-Album. Vielleicht habe ich aber auch nur schlechte Laune heute. Oder was Schlechtes gegessen. Da muss ich wohl noch mal ran. Hoffentlich habe ich jetzt nicht wieder irgend einen Hardcorefan beleidigt. Gerade läuft das vorletzte Lied: "Light A Candle", eine schöne Akustikballade ganz ohne B***gitarre - und ich bin sofort wieder ein wenig versöhnt. Doch prompt folgt ganz am Ende der sehr "fetzige" Titelsong: Klingt ein wenig wie "This Note's For You", aber ohne die Bläser und ganz ohne Melodie in den Strophen ... (03.04.2009) In alter Verbundenheit mache ich einen weiteren Hörversuch - tja, was
soll ich sagen? Eigentlich ist "Fork ..." nicht wirklich schlecht,
trotzdem stellt sich bei mir immer noch keine Begeisterung ein. Hab ich
zu hohe Ansprüche an meinen alten Helden? Hohe - ja! Zu
hohe - ich denke, nicht. Immerhin kann ich sagen, dass mir eine
schlechte (oder mittelmäßige?) Neil Young-Platte eben nicht gleichgültig
ist. Aber trotzdem berührt mich diese Musik nicht. Manchmal nervt sie
sogar. |
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| Erstellt: 15.02.2009 | Letzte Aktualisierung: 15.07.2010 09:47 | 2331 Besucher seit dem 15.02.2009 |
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