Jahresrückblick
Meine Platte des Jahres stand eigentlich schon sehr früh fest: im Grunde war spätestens seit dem Konzert im Gloria zu Köln klar, dass mich Robert Forster auch außerhalb der Go-Betweens völlig überzeugt hat. Ebenfalls schön zu sehen, dass mir nach so vielen Jahren ein neues Album von Jackson Browne noch so gut gefallen kann.
Meine Überraschung des Jahres ist ganz klar die Band Ida aus New York um das Paar Daniel Littleton und Elizabeth Mitchell: wunderschöner Folkpop mit Ecken und Kanten vom Kaliber Damon & Naomi (eigentlich sogar noch besser!), von der es dieses Jahr ein tolles Album ("Lovers Prayers") und eine tolle EP ("My Fair, My Dark EP") zu entdecken gab. Wenn man denn - so wie ich - neugierig ist und auch ein wenig Glück bei der Suche hat.
Aimee Mann und Shelby Lynne sind inzwischen "alte" und immer gern gesehene Bekannte in meinem Jahresrückblick. Schön, wenn man sich auf frau verlassen kann! Okkervil River konnten mich mit "The Stand Ins", dem Nachschlag zum Album "The Stage Names" vom letzten Jahr, erstmalig überzeugen. Wenn ich die Band bereits früher richtig kennen gelernt hätte, sähe der Rückblick 2007 wahrscheinlich ein klein wenig anders aus. Dass die Fleet Foxes dabei sein würden war mir bereits klar, als ich das Album zum ersten Mal gehört habe. Allerdinx sah es für diesen Gesangsverein lange nach einem Platz auf dem Treppchen aus, aber letztendlich haben mich ein paar hier bereits erwähnte Alben dann noch mehr überzeugt. Die Bowerbirds, eigentlich ein Kauf aus Neugier ohne große Erwartungen wegen einer interessanten Plattenkritik und zwei Liedern auf Magazinbeilagen, hatte ich zuerst gar nicht auf der Rechnung, aber die CD wurde für mich bei jedem Hören besser. Von Niels Frevert, Ex-Sänger der Nationalgalerie, stammt leider die einzige deutsche Platte in der Liste. Die neue Kettcar-CD habe ich mir zwar angeschafft, aber sie hat mich letztendlich nicht genug begeistert. Auf die neue Tomte-CD hatte ich bislang überhaupt keine Lust: warum weiß auch nicht genau.
Da bleibt nur noch die völlig überraschende Platzierung #10 durch die Zusammenarbeit der oft geschmähten Ex-Chorsängerin der Grateful Dead, Donna Jean Godchaux, mit der Jamband The Zen Tricksters unter dem gemeinsamen Namen Donna Jean & The Tricksters: Grateful Dead-artige Improvisationen, beeindruckender Gesang von fünf bis sechs überzeugenden Stimmen und, vor allem, gute neue Songs - in dieser Kombination einfach überzeugend!
Ausnahmsweise gibt es unter meinen Lieblingen mal wieder welche, die auch anderen Leuten gefallen, so nachzulesen in der Jahresliste vom "Rolling Stone": auf Robert Forster (Platz #4 dort, Platz #1 bei mir), die Fleet Foxes (Platz #6 bzw. #7) und Jackson Browne (Platz #8 bzw. #2) konnten wir uns einigen. Weiterhin weiß ich auch die neuen Alben von Elvis Costello, den Felice Brothers, Randy Newman, Conor Oberst, den Deutschen Newcomer Konstantin Gropper alias Get Well Soon und Steely Dan-Bassist Walter Becker durchaus zu schätzen. Den Rolling-Stone-Sieger Portishead hatte ich mir erst einmal im Laden angehört und war damit nicht sonderlich warm geworden. Da sollte ich aber vielleicht doch noch mal rein hören. Auch das neue Album von Kathleen Edwards wird im Rolling Stone hoch geschätzt: ich hatte es mir zwar auch gekauft , aber - vielleicht zu schnell - wieder aus dem Fokus verloren. Das sollte doch noch mal nachgeholt werden. Lucinda Wiliams und John Hiatt sind für mich gr0ße Namen, von denen man (zu Recht!) viel erwarten kann, die mich mit ihren neuen Platten aber nicht wirklich vom Hocker gehauen haben.
Der "Musik Express" führt zwar die Fleet Foxes auf Platz #1, Get Well Soon auf #13, Cat Power auf #18 und Randy Newman auf #46, aber alle meine anderen Favoriten bleiben außen vor. Portishead auch hier auf Platz #2: sollte ich mir also wirklich noch mal anhören.
Also insgesamt mal wieder eine sehr US-Amerikanische Angelegenheit!
Darunter eine Deutsche und eine Australische Platte - und mal wieder
keine Englische. Trotz allem muss natürlich klar gesagt werden: das Ganze ist eine
Momentaufnahme. Morgen sehe ich das vielleicht schon wieder ganz anders!
(26.12.2008)
Das Album des Jahres
| #1: Robert Forster: "The Evangelist" (Tuition, April 2008) |
Ich hatte schon seit langem nicht mehr so viel Vorfreude auf eine Neuveröffentlichung
- und jetzt ist es endlich da: das neue Soloalbum von Robert Forster,
einem der beiden Sänger, Gitarristen und Songschreiber der Go-Betweens,
das nur entstehen konnte, weil es nach dem Tod von Roberts Partner Grant
McLennan vor zwei Jahren natürlich kein neues Bandalbum der Go-Betweens
geben konnte.Vielleicht ist "The Evangelist" sogar Roberts bestes Soloalbum bislang - weil keine Notwendigkeit bestand, sich vom Stil der Go-Betweens abgrenzen zu müssen bzw. zu wollen? Vielleicht ist es - nach dem ersten kurzen Höreindruck - aber nicht ganz so toll wie "Oceans Apart", das letzte Meisterwerk der Band, weil natürlich Grants Stimme und Gitarre dafür fehlen? Immerhin sind drei von zehn Liedern noch echte Forster/McLennan-Songs, denn sie basieren auf gemeinsamen Songideen für das bereits geplante nächste Go-Betweens-Album, das leider nicht mehr entstehen konnte. Außerdem sind Adele Pickvance und Glenn Thompson, die Rhythmusgruppe der letzten Go-Betweens-Besetzung, wieder dabei. Demnächst noch mehr zu den einzelnen Liedern. (11.04.2008) |
weitere Highlights Jahres (die Top 10)
| #2: Jackson Browne: "Time The Conqueror" (Inside Recordings, Sept. 2008) |
Dies ist für mich das beste Jackson Browne-Album seit langer Zeit - und auch das erste seit langer Zeit, das ich mir wieder direkt bei der
Neuerscheinung gekauft habe. Aber eigentlich gibt es gar nichts wirklich Neues zu berichten, denn die Band spielt seit den letzten drei
Browne-Studioalben,
also seit immerhin 15 Jahren, in nahezu unveränderter Besetzung ("The Naked Ride Home"
von 2002", "Looking East" von 1996 und "I'm Alive" von 1993). Auf jeden Fall ist es Jacksons bestes Album seit
"Hold Out" (1980), wenn auch nicht sein allerbestes:
da es hat natürlich keine Chance gegen
"Late For The Sky" und "Running On Empty" - aber
immerhin. Gibt es denn trotzdem etwas Neues zu berichten? Vielleicht der Verzicht auf allzu moderne Keyboardsound (danke dafür!) ? Oder vielleicht der Vollbart des Hauptdarstellers? Sieht ein bisschen aus wie bei Neubartträger Tom Petty und ist genauso ungewohnt wie bei Bob Weir, der inzwischen wie Jerry Garcia aussieht. (21.10.2008) Ich habe "Time The Conqueror" jetzt ein paar mal gehört - und bin schwer begeistert! Mit solch einem guten Album vom alten Meister hatte
ich nun doch nicht gerechnet! Der Grund sind, neben dem unwahrscheinlich gutem Klang der Band und der wunderbaren Stimmen von Jackson, seinen beiden
Chorsängerinnen (Chavonne Morris und Alethea Mills) und Keyboarder Jeff Young, vor allem die durchweg guten Songs!
Ach ja - der Bart ist längst wieder ab! |
| #3: Ida: "Lovers Prayers" (Polyvinyl, Jan. 2008) |
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(30.11.2008)
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| #4: Aimee Mann: "@#%&*! Smilers" (SuperEgo, Juni 2008) |
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Live in Köln wurde dieser Sound kürzlich beeindruckend präsentiert: überhaupt
keine E-Gitarre im Einsatz, aber gleich drei Keyboard-Arbeitsplätze: Jamie
Edwards an Wurlitzer-E-Piano, Moog-Synthesizer und einem Digitalpiano, Jeb Bruni
vor allem an der Hammondorgel (geil!) und Bassist Paul Bryan bei einigen Titel am
Moog-Bass und einem weiteren historischen Wurlitzer-Piano. |
| #5: Shelby Lynne: "Just A Little Lovin'" (Lost Highway, Jan. 2008) |
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| #6: Okkervil River: "The Stand Ins" (Jagjaguwar, Sept. 2008) |
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| #7: "Fleet Foxes" (Bella Union/Sub Pop, Juni 2008) |
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PS: noch ein kleiner Kauftipp: die Vinylausgabe beinhaltet auch die EP "Sun Giant" vom Mai und ermöglicht den kompletten MP3-Download beider Platten von der Sub Pop-Homepage, wie schon bei den Gutter Twins. Und schon wieder halte ich eine wunderschöne Schallplatte in Händen, kann das tolle Cover genießen und muss trotzdem nicht auf meine bequeme CD verzichten. Tolle Sache, so was! |
| #8: Bowerbirds: "Hymns For A Dark Horse" (Dead Oceans, Juli 2008) |
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| #9: Niels Frevert: "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" (Tapete, Febr. 2008) |
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Kleines Kuriosum am Rande: die ausgezeichneten Streicherarrangements
stammen von Werner Becker, in dem 70ern mal als Keyboarder bei
den Hamburger Soul-Rockern Randy Pie mäßig erfolgreich,
später aber unter seinem Pseudonym Anthony Ventura mal die
größte Konkurrenz von James Last! |
| #10: "Donna Jean & The Tricksters" (Heart Of Gold, Feb. 2008) |
Tief in meinem Herzen bin ich ein Deadhead, auch wenn ich diese Jamband-Fixierung
der "echten Fans" auf unendlich viele und unendlich lange Livemitschnitte
nicht teile: wann gab es zum letzten mal interessantes, neues Songmaterial
aus dem Deadumfeld? Bob Weirs Band Ratdog hat bisher ein
einziges Studioalbum produziert ("Evening
Moods" von 2000), von Phil Lesh & Friends gibt es
nur das schöne "There And
Back Again" von 2002. Und da kommt jetzt ausgerechnet Donna
Jean Godchaux, die ungeliebte Grateful-Dead-Chorsängerin der
Jahre 1972-78, daher, tut sich mit der Jamband (Grateful Dead-Coverband?)
The Zen Tricksters zusammen und bringt ein tolles Album voll guter
Lieder in bester Grateful-Dead-Tradition heraus! Im Unterschied zu Grateful Dead und deren Nachfolgern wird bei den Tricksters sehr großen Wert auf mehrstimmigen Gesang gelegt (z.B. "Shelter"). Außerdem dürfen fast alle Bandmitglieder auch mal als Solosänger ran (und machen das sehr gut!). Gitarrist Jeff Mattson ist das musikalische Zentrum der Band, der mit seinen gelegentlichen Soloausflügen noch am ehesten in Richtung "Jamband" geht. Manchmal klingt er sogar direkt nach Jerry Garcia (z.B. in "So Hard" und dem langen & besten Titel "Me & Kettle Joe"), ohne das ich versucht bin, laut "Plagiator!" zu rufen, denn er macht das wirklich sehr gut und offensichtlich mit viel Herzblut. Auch Keyboarder Mookie Siegel bringt ein paar Soli, die so ähnlich auch bei den Dead von Brent Mydland oder Keith Godchaux gekommen wären. Aber er war ja schließlich auch mal bei Kingfish, Ratdog und Phil Lesh & Friends dabei. Jetzt könnten die Herren Weir und Lesh doch auch mal aus dem Quark kommen ... (06.08.2008) |
Der gute Rest ...
| Cat Power: "Jukebox" (Matador, Jan. 2008) |
Bereits zum zweiten mal bringt die Sängerin Chan Marshall,
auch als Cat Power bekannt, eine CD mit Coverversionen heraus.
Nach der eher spröden "The Covers Record" aus dem Jahr
2000 hat sie dieses neue Album mit ihrer aktuellen, hochkarätig besetzten
Begleitband, u. a. mit Judah Bauer von der Jon Spencer Blues
Explosion und Jim White von den Dirty Three, aufgenommen.
Als Gäste sind die Gitarristen Teenie Hodges (aus Memphis,
Al Green-Begleiter) und Matt Sweeney, sowie Keyboard-Legende
Spooner Oldham, von dem auch der hier gecoverte Janis
Joplin-Klassiker "A Woman Left Lonely" stammt, zu hören.(19.01.2008) |
| Get Well Soon: "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon" (City Slang, Jan. 2008) |
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Es fallen mir noch ein paar weitere Namen ein. Manche sind cool und
trendy: z.B. Neil Hannon von Dream Dingenskirchen, aber
da kenne ich mich zu wenig aus, ich habe Mr. Hannon mit seiner Band
auch nur einmal in Haldern live gesehen und besitze keine CDs
von ihm. Vor allem aber denke ich - und da geht bei mir die Sonne auf
- an das deutsche Duo The Perc Meets The
Hidden Gentleman, wegen der tiefer gelegten Gesanxstimme und dem
instrumentalen Eklektizismus (oder wie schreibt man das?). Aufgefallen
sind mir noch einige merkwürdige Songtitel, z.B. "I
sold my hands for food so please feed me" oder "If
this hat is missing I have gone hunting", die aber zum Glück
nichts (oder kaum etwas?) mit dem Inhalt zu tun haben. Und ein paar
passend schräge Banjotöne. |
| American Music Club: "The Golden Age" (Cooking Vinyl, Feb. 2008) |
Mark Eitzel und sein kongenialer Partner an der Gitarre mit dem schönen
Namen Vudi überraschen mit einer neuen CD und einer neuen
Rhythmusgruppe. Ansonsten bleibt alles (Gott sei Dank!) beim Alten: intelligenter
Singer/Songwriter-Pop auf höchstem Niveau. Mag ich sehr.(03.02.2008) |
| Dead Meadow: "Old Growth" (Matador, Feb. 2008) |
Eine Zufallsentdeckung. Neulich fiel mir im Plattenladen dieses Vinyldoppelalbum
mit dem schönen Cover auf, das ich zuerst für eine Platte der Band
Dead Moon gehalten habe und das mit dem Gratisdownload über die Webseite
der Plattenfirma Werbung machte, was ich zu meinem Entzücken in letzter
Zeit öfter beobachtet habe. Da ich die Band "Dead Meadow"
aber überhaupt nicht kannte, habe ich erst einmal vom Kauf Abstand genommen.
Später erinnerte ich mich dann wieder an die Platte und habe mich im Internet
ein wenig über die Band schlau gemacht. Da stand was von einer Ähnlichkeit
zu Black Sabbath und Doom-Metal (wobei ich nicht so genau
weiß, was "Doom" denn nun ist). Also eigentlich nicht meine
Baustelle. Dann habe ich mir trotzdem ein paar Klangbeispiele angehört
- und es hat mir gefallen! Es handelt sich auch nicht um diese unangenehme
Musik, die sich "Heavy Metal" oder "Hardrock" nennt,
sondern um etwas, das man vor einigen Jahren noch Indie-Rock genannt hätte.
Nicht mehr nicht weniger. Aber am besten gefällt es mir, beim Hören der
MP3s das schwer Doppelalbum (2 x 180g Vinyl!) in Händen zu halten. Eine
körperliche Erfahrung, die kein CD-Cover bieten kann!
(16.11.2008)
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| Guru Guru: "Psy" (Trance Music, Feb. 2008) |
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Zum Schluss noch ein bisschen was für die Abteilung Namedropping:
Guru Guru live und auf CD wie immer mit Mani Neumeier, der Ende
des Jahres 68 wird, und dem man das unverschämterweise überhaupt
nicht ansieht. Der Rest der Band zeichnet sich durch eine für Guru
Guru ungewöhnlich große Konstanz aus: alle sind jetzt
schon mehrere Jahre am Stück wieder dabei und gehörten auch
in der Vergangenheit schon mal zur Familie: Gitarrist/Saxofonist Roland
Schaeffer (dessen alte Band Brainstorm
ich gerade für mich entdecke - mehr dazu später & an anderer
Stelle), Gitarrist Hans Reffert und Bassist Peter Kühmstedt. |
| Jim Lauderdale & The Dream Players: "Honey Songs" (Yep Roc, Feb. 2008) |
Ich
kenne kaum einen Singer/Songwriter, der es - zumindest in der Quantität
- mit Jim Lauderdale aufnehmen kann. Jedes Jahr bringt er mindestens
eine Platte im Bluegrass- , Country- oder Honky Tonk-Stil heraus. Und
darunter nicht eine wirklich schwache, auch wenn ich mir nicht jede davon
anschaffe (etwa 10/12 stehen trotzdem schon in meinem Plattenregal!).
Und immer randvoll mit eigenen guten Liedern. Dieses mal habe ich wieder
zugeschlagen, denn bei den Dream Players handelt es sich niemand
geringeren als James Burton (Leadgitarrist
für Ricky Nelson, beide Elvisse, Gram
Parsons und in Emmylou's Hot Band),
Al Perkins (Steelgitarrengott bei Stephen Stills & Manassas,
Emmylou's Nash Ramblers und vielen
anderen Bands), Garry Tallent (von Bruce Springsteens E-Street
Band), Glen D. Hardin (Pianist für Elvis P., Gram
Parsons und Emmylou), Ron Tutt
(Drummer für Elvis P., Emmylou
und die Jerry Garcia Band) sowie
- als einzigen mir Unbekannten - den Akustikgitarristen Steve Sheehan.(21.03.2008) |
| Gary Louris: "Vagabonds" (Rykodiscs, Feb. 2008) |
Solodebüt des ehemaligen Chefs der Jayhawks
(Chef zumindest seit Marl Olson nicht
mehr dabei war) mit ganz vorzüglicher Countryrock, produziert von
Chris Robinson, dem Sänger der Black Crowes. Für
den Mann vom Glitterhaus liegt "Vagabonds" in der Spielklasse
von "White Light" von
Gene Clark und "GP" von
Gram Parsons - das sind zwei beachtliche Hausnummern, weshalb ich
mich da erst einmal zurückhalte und abwarte, ob es das Album zumindest
in meine Top 10 für 2008 schafft. Warten wir mal ab. Vorstellen kann
ich mir das auf jeden Fall, schon alleine wegen der tollen Pedal Steel
von Josh Grange.(16.03.2008) |
| Tift Merritt: "Another Country" (Concord/Fantasy, Feb. 2008) |
Keine "andere Countrymusik" gibt es hierzu hören, sondern
Tift war für eine längere Zeit nach Frankreich weg. Um den Kopf
klar zu kriegen (u. a. wurde sie von ihrem Label Lost Highway vor
die Tür gesetzt - da war doch schon mal was ähnliches mit Kim
Richey!) und um neue Songs zu schreiben. Einen neuen Plattenvertrag
gab's auch (beim wiederbelebten Fantasy-Label vom Concord, welches witzigerweise
genauso wie Lost Highway zu Universal gehört!). Eine sehr schöne,
unspektakuläre Platte.(10.08.2008) |
| Allison Moorer: "Mockingbird" (New Line, Feb. 2008) |
Fast zeitgleich mit der großen Schwester Shelby
Lynne bringt auch Allison Moorer eine Platte mit Coverversionen und
einem eigenen Titel raus. Während Shelby Lynne
sich dem Repertoire von Dusty Springfield
auf eine sehr lässig-jazzige und gleichzeitig elegante Art und Weise
genähert hat, wählte Allison das Thema "SongschreiberINNEN".
Mit dabei Lieder u.a. von Nina Simone, Ma Rainey, Patti
Smith, Kate McGarrigle, Julie
Miller, Gillian Welch und
- Shelby Lynne! Das Ganze irgendwo zwischen Rock und Country angesiedelt,
was heißt: der großartige Buddy Miller hat das Album (wie immer
in seinem Wohnzimmerstudio) vorzüglich produziert.(16.03.2008) |
| Lizz Wright: "The Orchard" (Verve Forecast, Feb. 2008) |
Das dritte Album einer wunderbaren Sängerin. Der Vergleich mit Cassandra
Wilson ist wohl unvermeidlich ("schwarze" Jazz-Sängerin
macht "weißen" Singer-Songwriter Folkpop ...), soll uns aber
eigentlich nur sagen, dass beide Ladies in der gleichen Liga spielen und
beide tolle Musik herausbringen. Im Gegensatz zu "Thunderbird",
dem letzten Album von Cassandra,
auf dem mir die elektronischen Elemente leider überhaupt nicht zusagten,
gibt es hier bei Lizz nur akustischen bis analog-elektrischen Wohlklang,
der anscheinend auch gar nicht mehr als Jazz verkauft werden soll:
"File under: Pop" ist da ganz klein
auf der Rückseite des Covers zu lesen. Auffällig ist auch der
hohe Anteil an guten Eigenkompositionen, die vielleicht nicht an so manchen,
bislang von ihr gecoverten Klassiker heranreichen und möglicherweise
auch ähnliche Kritiken wie zuletzt bei Norah
Jones hervorrufen könnten (von wegen schwaches eigenes Material)
- aber ich mag das doch sehr. Und ein paar geschmackvolle und eigenwillige
Coverversion sind ja schließlich doch dabei: "Thank You" vom
zweiten Led Zeppelin-Album, "I Idolize You" von Ike
& Tina Turner, "Strange" von Patsy Cline und
auf der "Limited Edition"-CD noch das wunderbare "It Makes
No Difference" von The Band. Lohnt die Anschaffung dieser
etwas teureren "Deluxe"-Ausgabe, die außerdem auch noch ein
schönes Video mit dabei hat. So was kann man ja bei MTV leider nicht
mehr sehen. Ach ja - Joey Burns und John Convertino von
Calexico sind mit dabei - nur auf den ersten Blick eine ungewöhnliche
Kooperation.(10.02.2008) |
| Veranda Music: "Secret Scenes" (Strange Ways, Feb. 2008) |
Von der Hamburger Band hatte ich ja bereits vor einigen Jahren ihre bislang
letzte CD "Look Of Joy"
hier vorgestellt, auf der es ja "nur" Coverversionen mehr oder
weniger obskuren Vorlagen (von Cat Stevens und Dire Straits
über Caetano Veloso bis hin zu Robert Wyatt) zu hören
gab. Nach sechs Jahren kommt jetzt das Folgealbum ausschließlich mit Eigenkompositionen,
an dem die Band um Sänger/Texter Nicolai von Schweder-Schreiner
(was für ein Name!) in den vergangenen drei Jahren gearbeitet hat.
Vermutlich hat das nicht aus künstlerischen Gründen so lange
gedauert, sondern weil die Beteiligten nicht mehr Zeit für das Bandprojekt
erübrigen konnten: der Sänger arbeitet als Übersetzer,
Bassist Lars Precht war sogar nicht bei allen Titeln im Studio
mit dabei, weil er in den vergangenen Jahren auch bei Blumfeld
gespielt hat. Der alte Trommler/Multiinstrumentalist Christoph Kähler
ist inzwischen ganz ausgestiegen, arbeitet u. a. als Schlagzeuger für
Nils Koppruch und Wolf Maahn
(!) und hat eine Solokarriere unter dem Pseudonym Zwanie
Jonson gestartet. Zwanie ist aber auf einzelnen Titeln noch
als Gastmusiker dabei, bzw. er war vielleicht zum Aufnahmezeitpunkt, der
ja bis zum August 2005 zurückreicht, noch in der Band. Wie auch immer.
Die Debüt-CD von Zwanie Jonson habe ich mir
auch schon angehört und sofort geordert. Da bin ich schon mal sehr
gespannt. Der Sound der Band ("Gitarrenpop" im weitesten Sinne) ist eigentlich genau mein Ding, allerdings haben mich beim ersten Hören der eine oder andere englische Text (z.B. "Swimmingpool") doch etwas gestört. Das hat hier vielleicht nicht die Klasse der deutschen Texte von Niels Frevert, Nils Koppruch, Sven Regener und Jochen Diestelmeyer oder die der englischen von Dirk Darmstädter - aber da muss ich wahrscheinlich nur mal aufmerksamer zuhören! (02.03.2008) |
| "The Felice Brothers" (Loose Music, März 2008) |
Aktuelle Lieblinge von allen Leuten, die "Americana" lieben,
sind diese vier jungen Burschen, die anscheinend in der Nähe
von Levon Helm wohnen und auch
ein wenig so klingen wie The Band
(oder wie Ronnie Lane's Slim Chance?).
Ein ziemlich dickes Kompliment, aber ich denke, daß das kein
Hype ist, sondern tatsächlich die Qualität dieser Band widerspiegelt.(11.05.2008) |
| The Gutter Twins: "Saturnalia" (Sub Pop, März 2008) |
Kann man im Jahr 2008 noch ROCKMUSIK machen und trotzdem cool sein? Vielleicht,
wenn man Mark Lanegan oder Greg
Dulli heiß und früher mal bei den Screaming
Trees bzw. den Afghan Whigs
gesungen hat? Zwölf Tolle Songs, zwei gut zueinander passende Stimmen
und ein Klang irgendwo zwischen Marks Solowerk der letzten Jahre und dem
von Greg Dulli bei seinem Bands Afghan
Whigs und Twilight Singers. Gesanglich glänzt vor allem
Mark Lanegan, der ja kein Instrument
spielt (was er auch nicht nötig hat!), während Greg Dulli
auch als Multiinstrumentalist großes leistet.Hier noch eine kleine Anekdote: ich hatte "Saturnalia" bei meinem Lieblinxonlineversand aus dem Weserbergland bestellt und dabei aus Versehen das Doppelvinyl und nicht die CD geordert. Als ich mein Paket jetzt aufmachte und das wirklich wunderschöne LP-Cover in Händen hielt, hatte ich mich zwar sehr gefreut, aber doch auch ein klein wenig geärgert, weil ich nun wohl den Plattenspieler wieder anschmeißen müsste. Doch beim Aufklappen kommt mir da plötzlich ein kleines Zettelchen entgegen, auf dem eine Codenummer steht, mit der man sich das komplette Album ohne Zusatzkosten als MP3 bei Sub Pop herunterladen könnte! Klasse Idee! Sofort natürlich gesaugt und gehört. Da kann mir die CD gestolen bleiben. Und gäb's sowas öfter würde ich wohl kaum noch CDs kaufen. (16.03.2008) |
| Van Morrison: "Keep It Simple" (Polydor/Exile, März 2008) |
Van Morrison, endlich mal wieder mit einem richtig guten Album!
Auf jeden Fall sein bestes Album im neuen Jahrtausend. Zuvor gab es mehrere
überflüssige Kompilationen, die ein Fan wie ich mit breitem
Bestand an Platten von "Van The Man" im Regal natürlich
nicht braucht, ein ordentliches "Country-Album" mit scheußlichem
Cover ("Pay The Devil" von
2006) und "Magic Time" (von 2005), das ich mir gar nicht mehr
ernsthaft angehört, geschweige denn gekauft habe. Eigentlich wollte
ich auch "Keep It Simple" ignorieren, aber mir gefiel zur Abwechselung
mal wieder das Cover (es erinnert an das Meisterwerk "Into
The Music" von 1979) und auch die Musik wieder besser: zwar nichts
Besonderes, eben purer Van Morrison, aber mit gutem Sound (so wie
immer!), guten Musikern (u. a. m. Mick Green und John Platania
an den Gitarren und John Allair an der Hammondorgel) und - vor
allem - guten Songs (besonders schön ist der letzte Titel "Behind
The Ritual": nur Van Morrison kann völlig unpeinlich
"Bla Bla Bla" singen!). Mehr braucht es eben nicht.(11.05.2008) |
| Motorpsycho: "Little Lucid Moments" (Stickman, März 2008) |
Es ist schon beeindruckend, mit welcher Qualität und Konstanz Norwegens
beste Band (jawohl!) ein tolles Album nach dem anderen heraushaut! Wer
Motorpsycho kennt, dem erzähle ich da nichts Neues. Für
Neulinge: die Burschen aus dem kalten Norden haben zwischen Bluegrass,
Heavy-Metal und Jazzrock alles drauf, machen aber wohl am liebsten psychedelischen
Hardrock, der zwar tief in den 70ern verwurzelt ist, aber überhaupt
nicht nostalgisch daherkommt. Hier nur noch ein paar kleine Infos: die Band hat mit Kenneth Kapstad endlich wieder einen festen Schlagzeuger, der einfach der Wahnsinn ist (auch wenn Bassist Bent Saether und Gitarrist HM Ryan auf dem letzten Duo-Album "Black Hole, Black Canvas" in dieser Zusatzrolle als Trommler auch keinen schlechten Job gemacht haben!). Außerdem enthält das neue Werk bei etwa 60 Minuten Laufzeit nur ganze 4 Lieder. Weitere mathematische Schlussfolgerungen daraus überlasse ich Euch. (27.04.2008) |
| Kathryn Williams & Neill MacColl: "Two" (Caw, März 2008) |
Das hier ist so was wie das Traumduo des britischen Folks: Kathryn
Williams, eine der besten zeitgenössischen englischen Songschreiberinnen
und Folksängerinnen, zusammen mit dem Gitarristen Neill MacColl
aus dem berühmten Musikerclan (Vater Ewan MacColl komponierte
u.a. "Dirty Old Town" , Mutter ist Peggy
Seeger war ebenfalls eine bekannte Folksängerin, Halbschwester
Kirsty MacColl sang u. a. mit den Pogues ). Gespielt werden
fast ausschließlich von den beiden zusammen geschriebene neue Lieder,
dazwischen als einziger Fremdtitel "Innocent When You Dream"
von Tom Waits. Wunderschön und
verschroben das Ganze.(11.05.2008) |
| James: "Hey Ma" (Universal/Decca, April 2008) |
Nach wie vor meine liebste Band aus Manchester (OK - neben I
Am Kloot!), die man auch durchaus in die "Stadionrock"-Ecke
stellen kann und darf. Von kaum jemandem wahrgenommen, hatte sich die
Band vor ein paar Jahren aufgelöst und kam vor einiger Zeit wieder zusammen,
sogar in der meiner Meinung nach besten Besetzung aus den frühen 90ern,
dokumentiert etwa auf dem Album "Seven"
von 1992: noch mit Trompeter Andy Diagram und Gitarrist und (Fast-)Gründungsmitglied
Larry Gott, der die Band nach den Zusammenarbeiten mit Brian Eno
("Laid" von 1993 und "Wah Wah" von 1994) verlassen
hatte. Entscheidend für die hohe Qualität des Albums sind meines Erachtens
zwei Dinge: zum Einen ist das komponierende Kerntrio, Sänger Simon
Booth, Gitarrist Larry Gott und Bassist Jim Glennie,
wieder zusammen. Zum Anderen gab es wohl nur eigenen künstlerischen, aber
keinen kommerziellen Druck von Außen: die Band war ohne Plattenvertrag
und brauchte erst die Produktion nach Fertigstellung abliefern. Interessanterweise
wieder/immer noch beim Majorlabel Universal.(26.12.2008) |
| Kettcar: "Sylt" (Grand Hotel Van Cleef, April 2008) |
Marcus
Wiebusch und Reimer Bustorff von der Hamburger Band Kettcar
betreiben mit Tomte-Sänger Thees
Uhlmann das ausgezeichnete Plattenlabel Grand Hotel Van Cleef
und beide Bands machen - zumindest für meine an deutschsprachigem
Rock ungeübten Ohren - auch eine ähnliche Musik: gute oder zumindest
unpeinliche deutsche Texte, dazu Rockmusik mit Punkrock-Sozialisation
und Stadionrock-Kompatibilität (ach jeh - ich werde wohl noch zum
Phrasen dreschenden Rockjournalisten!). Solche Musik sollte mir eigentlich
nicht gefallen. Tut sie aber dann irgendwie doch.Einziger Kritikpunkt: auf der zusätzlichen DVD der erstaunlich günstigen "Limited-Edition" (für 13 Oiro 99 in Köln bei der Mutter aller Saturne erstanden) gibt es einen witzigen Film von Bassist Reimer Bustorff über die Russlandtournee der Band vom vergangenen September mit trockenem Hamburger Humor (der unterhalb des Weißwurstäquators wahrscheinlich nicht als solcher erkannt wird!), bei dem aber leider zwischendurch kleine Computerspielchen eingeschoben wurden (Puzzle, Autorennen, Billard, etc), die man schaffen muss, um sich das nächste Filmkapitel angucken zu können. Ich hasse Computerspiele - und muss jetzt diese blöden Spielchen spielen, um weitergucken zu können. So was blödes aber auch! Trotz alledem eine schöne Musik-CD. (27.04.2008) |
| "Gisbert zu Knyphausen" (Omaha, April 2008) |
Zwar hatte ich einzelne Lieder vom Debüt des Sängers & Songschreibers
schon im Sommer gehört, aber ich bin erst jetzt verspätet zum ganzen Album
gekommen. Schöne Songs in Deutsch, eher traditionell arrangiert und instrumentiert
zwischen "alter" Liedermacherstimmung und "jüngerem"
Rock in der Art von Tomte oder Kettcar.(01.01.2009) |
| Rye: "My Reality" (Girafe, April 2008) |
|
Nach ihrem Solodebüt "Songbook" erscheint "My Reality"
jetzt auf dem extra für sie neue eingerichteten Label Girafe.
Einfache Melodien und eindringliche Botschaften im Neo-Folk-Gewand schaffen
perfekte Popsongs: vielschichtig, filigran und intensiv. |
| Tindersticks: "The Hungry Heart" (Beggars Banquet, April 2008) |
Gilt so etwas schon als Comeback? Wenn ich nicht irgendein neues Album
der Band verschlafen habe, dann sind fünf Jahre vergangen seit
der letzten Veröffentlichung. Es gab zwar ein paar Soloprojekte
von Sänger Stuart Staples, aber die waren mir - wie ich
leider zugeben muss - ein wenig zu sperrig für's Zuhören.
Aber jetzt hat Mr. Staples die alte Mannschaft wieder zusammengeholt
(zumindest sind von der letzten Besetzung Keyboarder David Boulter
und Gitarrist Neil Fraser mit dabei) - und die alte Magie ist
sofort wieder da. Das war aber eigentlich auch nicht anders zu erwarten,
denn auf die "künstlerische Kraft" dieser Band ist absoluter
Verlass. Ein wirklich schlechtes Album scheint da kaum möglich
...(12.05.2008) Allerdings gibt es auch eine Merkwürdigkeit, die nicht unerwähnt
bleiben kann: bei "Mother Dear" spielt der Gitarrist ein dermaßen
schräges Solo, sowohl rhythmisch, harmonisch, als auch stilistisch
gesehen, dass man das nicht mehr mit "künstlerischem Ausdruck"
begründen kann. Es klingt, als hätte Neil Fraser da
ohne Zusammenhang zum Rest vor sich hin musiziert. Unabsichtlicher Fehler
oder absichtlicher Witz? Keine Ahnung. Auf jeden Fall unangenehm für
den Zuhörer. |
| Thalia Zedek Band: "Liars And Prayers" (Thrill Jockey, April 2008) |
Thalia Zedek war in den 80ern Sängerin und Gitarristin der
obskuren New Yorker Krachrocker Live Skull und in den 90ern zusammen
mit Chris Brokaw in der halbwegs
bekannten Band Come. Seit einigen Jahren
ist sie mit ihrer eigenen Band unterwegs, mit der sie einen eigenständigen
Rockstil pflegt, deren Markenzeichen ihre "dreckige" Stimme,
die ich mit keiner anderen Sängerin vergleichen kann, ihre heftig
gespielte Rhythmusgitarre und die Bratsche und Trompete von Multi-Instrumentalist
David Michael Curry sind.In der Glitterhouse-Ankündigung war zu lesen, dass zum Vinyl das komplette Album als MP3-Download ohne weitere Kosten angeboten wird, sodass ich mir hier, wie auch schon bei den Gutter Twins, statt der CD die LP gegönnt habe. Ich kann mich da nur wiederholen: eine klasse Idee! (11.05.2008) |
| Elvis Costello & The Imposters: "Momofuku" (Lost Highway, April/Mai 2008) |
Völlig überraschend kommt da ein neues Album von einem der besten
englischen Songschreiber, rockig und druckvoll wie schon lange nicht mehr!
Mehr zu den Hintergründen könnt Ihr im Info-Fensterchen nachlesen.(02.06.2008) |
| Bonnie "Prince" Billy: "Lie Down In The Light" (Domino/Drag City, Mai 2008) |
Es kommen bereits die ersten Beschwerden, dass Will Oldham zu viele
Platten veröffentlicht. Solange aber die Qualität stimmt, so
wie hier, habe ich nichts dagegen. Nachdem er vor zwei Jahren für
"The Letting Go" bei Produzent
Valgeir Sigurdsson auf Island war, nahm er die neue CD wieder mit
Mark Nevers, dem Lambchop-Stammproduzenten, in Nashville
auf.(06.07.2008) |
| Bobby Charles: "Homemade Songs" (Rice'n'Gravy, Mai 2008) |
Bobby
Charles ist der Autor von "See You Later Alligator" (dessen
Tantiemen sicherlich für die eigene Rente wichtig sind), "The
Jealous Kind" (gecovert u. a. von Joe Cocker, Rita Coolidge,
Frankie Miller und Johnny Adams) und einiger anderer Lieder
im Spannungsfeld von Rock'n'Roll, Soul und Blues. Alle paar Jahre macht
er sich dann die Mühe, selber ein Album zu veröffentlichen,
bei dem die prominenten Kollegen gerne aushelfen (hier u. a. Sonny
Landreth, Dr. John, Spooner Oldham und Ben Keith)
.(21.09.2008) |
| Fleet Foxes: "Sun Giant EP" (Sub Pop, Mai 2008) |
Den Vorläufer zum Debütalbum gibt
es "gratis" zur Vinylausgabe des Albums! Nur das ebenfalls schöne
Cover muss man sich dann denken.(06.09.2008) |
| Al Green: "Lay It Down" (Blue Note, Mai 2008) |
Blöde Brille, tolle Musik! Al Green hat sich dieses mal nicht von
seiner alten Memphis-Gäng um Wilie Mitchell begleiten lassen, sondern
von einer Studioband um den Schlagzeuger und Produzenten ?uestlove,
der wohl von der berühmten (?) Hipp-Hopp(?)-Band The Roots
kommt. Man verzeihe mir meine Ignoranz und die vielen Fragezeichen, aber
ich kenne mich in jener Branche leider nicht aus. Die einzige Platte in
meinem Plattenschrank, auf der dieser ausgezeichnete Musiker zu hören
ist, ist "The Soul Sessions" von
Joss Stone, deren Retro-Soul nicht sehr weit weg ist von Al Green.
Und auch auf "Lay It Down" klingt Al Green so wie immer. Was
natürlich eine gute Sache ist.(25.06.2008) |
| John Hiatt: "Same Old Man" (Blue Rose/New West, Mai 2008) |
Wie immer in den letzten Jahren (eigentlich müsste man sogar von
Jahrzehnten sprechen!) liefert uns Mr. Hiatt eine gelungene Platte voller
eigener guter Songs. Dieses mal wieder etwas weniger üppig im eigenen
Heimstudio produziert, mit einer interessanten kleinen Band: am Schlagzeug
- und am wenigsten überraschend - Ken Blevins aus alten Zeiten
mit den Goners ("Slow
Turning" von 1988 und "Beneath
This Gruff Exterior" von 2003) und Gitarrist Luther Dickinson
von den Northern Missippi Allstars (oder so ähnlich), der
schon auf dem Album "Master Of Desaster"
von 2005 zu hören war und mit dessen Vater Jim Dickinson John
Hiatt ja schon zu gemeinsamen Zeiten bei Ry Cooder zusammengearbeitet
hatte. Am Bass dagegen ein Mann, den man in diesem (traditionellen) Zusammenhang
wohl eher nicht erwartet hätte: Ex-Zappa-Begleiter Patrick O'Hearn,
der sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich als Komponist, Multi-Instrumentalist
und Produzent von Newage-Musik betätigt hatte.(07.06.2008) |
| Missouri: "Coming Down The Hill With A Picturesque View" (Micropal, Mai 2008) |
Eine Band aus Nürnberg, die mir dort aber während meiner arbeitsbedingten
zahlreichen Aufenthalte bisher leider nicht begegnet ist. Ich kannte sie
aber schon von ihrer Koproduktion "By
The Time We Get To Phoenix", zusammen mit der Münsteraner
Band Green Apple Sea auf dem
(inzwischen eingeschlafenen?) Mailorder-Only-Label Return
To Sender von 2002. Dies hier dürfte ihr ungefähr fünftes
Album sein. Aus dem bisher Bass- und Schlagzeuglosen Quartett wurde durch
Hinzufügung eben jener Elemente (Bassist Andreas Voß
kam von den aufgelösten Fink, einer
der beiden Trommler/Perkussionisten war mal in den 80ern bei Throw
That Beat In The Garbage Can - auch aus Nürnberg! Wer kennt die
noch?) ein Septett. Die Musik liegt irgendwo zwischen Country, Disco und
Krautrock, aber alles sehr amerikanisch verankert. Nach wie vor werden
viel analoges Keyboardgedöns und Gitarrensounds aus den 7oern eingesetzt,
jetzt eben statt einer Rhythmusmaschine mit richtigen Trommlern eingespielt.
Keine Technikdemonstration von virtuosen Musikern, aber auch kein Amatör-Gefrickel:
alles extrem lässig gemacht. Schöne Platte.(07.06.2008) |
| The Submarines: "Honeysuckle Weeks" (Nettwerk, Mai 2008) |
|
Ich stelle beim Hören gerade fest, dass eine instrumentale Version
von "You Me And The Bourgeoise" von diesem Album die
aktuelle Musik aus der IPod-Fernsehwerbung ist. Irgendwie genauso merkwürdig
wie bei "Pink Moon"
und Volkswagen, aber es stört mich auch hier nicht wirklich. Es könnte
sehr viel schlimmer kommen. Zum Beispiel mit der Musik von Michael
Wendler oder den Amigos ... |
| Vetiver: "Things Of The Past" (Fat Cat, Mai 2008) |
|
Hier die Links zu einigen der hier zu Recht gefeierten und meist
leider viel zu unbekannten Vorlagen, die auch bei mir im Plattenregal
stehen, meistens sogar auf Vinyl:
Schön zu sehen, dass es noch mehr Leute gibt, die gleichzeitig Hawkwind,
Garland Jeffreys und Bobby
Charles gut finden. Weiterhin gibt es noch mir bislang unbekannte
Lieder von Michael Hurley und Norman Greenbaum, dazu noch
Lieder von Leuten, von denen ich bisher noch nie gehört hatte.
(06.07.2008) |
| Martha Wainwright: "I Know You're Married But I've Got Feelings Too" (V2/Drowned In Sound, Mai 2008) |
Die jüngste aus dem Wainwright/McGarrigle-Clan hat ihr zweites Album
draußen, wenn man die Debüt-EP "Bloody
Mother Fucking Asshole" nicht mitzählt - und wieder gefällt
es mir ausgezeichnet! Sogar besser als das, was ihr Bruder Rufus
macht, und zwar weil die musikalische Umsetzung etwas "normaler"
- sprich "rockiger" - daher kommt, was für meine Ohren
eben besser passt. "Normal" heisst aber natürlich nicht
"kommerziell", denn gerade gesanglich und textlich traut sich
Martha da so einiges, was dem "normalen Hörer" genauso
irritieren dürfte, wie das was ihr Bruder bislang herausgebracht
hat. Von den eigenen Liedern kann ich noch keines besonders hervorheben, beim ersten Hören fällt natürlich die einzige Coverversion auf: "See Emily Play" von Syd Barrett, eine der frühen Pink Floyd-Singles, die sie in einer schlichten und (zum Glück) nicht extravaganten Version zusammen mit Mutter Kate McGarrigle, Tante Anna McGarrigle, Kusine Lily Lanken und Ehemann Brad Albetta bringt. Ach ja - Papa Loudon der Dritte ist wieder nur als Zielscheibe in den Texten präsent. Hausmusik in der Familie kann doch schön sein! Ein paar musikalische Gäste seien noch erwähnt, vielleicht verführt Euch das Namedropping ja zum Kauf der CD: Pete Townsend von The Who und Donald Fagen von Steely Dan, die man beide sonst eher selten auf den Platten anderer Leute findet, sowie Garth Hudson von The Band. (02.06.2008) |
| Paul Weller: "22 Dreams" (Island, Mai 2008) |
Herr Weller wurde unlängst 50 und gönnt sich dieses mal ein
Doppelalbum (auf Vinyl) bzw. eine randvolle CD mit 21 Liedern. Sehr interessant
und abwechselungsreich: offensichtlich gab es dieses mal kein (einengendes)
stilistisches Konzept. Trotzdem wirkt das Album sehr homogen - nur eben
mit ein paar experimentellen Sachen, die sonst wohl außen vor geblieben
wären. Eben wie bei einem richtigen Doppelalbum in der guten alten
Zeit.Ich empfehle dieses mal übrigenz zur Anschaffung die etwas teurere Deluxe-Version in Buchform mit einer zusätzlichen CD mit weiteren Demoversionen der Songs, die nur eine kleinen Nachteil hat: sie passt nicht in's CD-Regal. Aber wenn es sonst nix zu meckern gibt ... (07.06.2008) |
| Willard Grant Conspiracy: "Pilgrim Road" (Glitterhouse, Mai 2008) |
Willard Grant Conspiracy sind keine "Band" im engeren Sinne,
sondern das Vehikel des Sängers und Songschreibers Robert Fisher,
der live und im Studio auf einen großen Freundeskreis zurückgreifen
kann, der ihm bei der Umsetzung seiner musikalischen Ideen hilft. Dieses
mal kommt dabei dem schottischen Multiinstrumentalisten Malcolm Lindsay
eine besondere Rolle zu, der zusammen mit Fisher die Songs geschrieben,
aufgenommen und produziert hat, außerdem für viele (die meisten?)
Keyboard- und Gitarrenbeiträge zuständig ist. Unter den zahlreichen
beteiligten Musikern sind als halbwegs bekannt Chris Eckman (Walkabouts,
Dirtmusic, Chris & Carla)
und Jackie Leven (Doll By Doll,
Sir Vincent Lone) erwähnenswert.Das Ergebnis ist kaum noch als Rockmusik zu bezeichnen: Bläser, Streicher und Chor geben der Sache eine orchestrale Note, ohne aber ein einziges mal zu stören. Immer alles sehr ruhig gehalten und schön songdienlich. Es klingt auf jeden Fall wunderschön, nur weiß ich noch nicht, ob ich es für ein "Meisterwerk" halten soll (wie viele es bereits jetzt schon tun), denn von den einzelnen Lieder bleibt zunächst doch keins im Ohr hängen (wie bei einem echten Ohrwurm). Bei "Regard The End" von 2003 war Fisher da meiner Meinung nach ja schon näher dran. Beim rockigeren "Let It Roll" von 2006 haben die Lieder bei mir dann langfristig aber doch nicht diese Wirkung erzielt. Warten wir da also noch mal ein wenig ab ... (07.06.2008) |
| Gene Clark: "Silverado '75" (Collector's Choice, Juni 2008) |
Das Plattenlabel Collector's Choice leistet tolle Arbeit bei der
Wiederveröffentlichung alter Schätze auf CD, von denen ich auf
der Seite "Lost & Found"
ja schon so einige vorgestellt habe. "Silverado '75" ist zwar
auch ein alter Schatz, aber keine Wiederveröffentlichung im engeren
Sinne, sondern ein Radiomitschnitt eines Konzertes vom 19.02.1975 aus
Denver, Colorado, der hiermit zum ersten mal auf Tonträger erscheint
und deshalb von mir korrekterweise unter den Neuveröffentlichungen
aufgeführt wird. Die CD ist ein Muss für Gene Clark-Fans: (relativ) guter Sound (Radiokonzert!), gute Songauswahl aus allen Schaffensperioden (von den Byrds bis zum Meisterwerk "No Other") und eine auf Studioalben nicht dokumentierte Band mit Roger White (Gitarre) und Duke Bardwell (Bass), genannt die "Silverados". (21.06.2008) |
| Emmylou Harris: "All I Intended To Be" (Nonesuch, Juni 2008) |
Auf ihrem neuen Album macht Emmylou eine stilistische Kehrtwende, weg
vom Daniel Lanois-Sound, zurück zu ihren Country-Anfängen:
Produzent ist konsequenterweise Brian Ahern, der auch schon ihre
Alben von 1975 bis 1983 (von den genialen frühen Alben "Pieces
In The Sky", "Elite Hotel"
und "Luxury Liner" bis zum
schwächeren "White Shoes") betreut hat. Einziger Unterschied
zu ihren Anfangstagen: sie setzt nicht (nur) auf Fremdmaterial, sondern
hat auch, wie in den letzten Jahren, eigene Lieder dabei, etwa im Verhältnis
50 zu 50.Jetzt kommen wir zu den wichtigen Fragen: ist das ein gutes Album? Auf jeden Fall. Vor allem nach der Zusammenarbeit mit Mark Knopfler ("All That Roadrunning") von 2006, die eher nicht nach meinem Geschmack war (natürlich deshalb nicht, weil ich Herrn Knopfler langweilig finde!). Hat es die Klasse der großen Alben aus den 70ern? Es klingt auf jeden Fall genau so gut. Bei den Songs, vor allem bei den gewählten Coverversionen, weiß ich es noch nicht. Da wird man noch abwarten müssen. Ist es eventuell ein musikalischer Rückschritt gegenüber ihren von Daniel Lanois oder Malcolm Burn produzierten "moderneren" bzw. "weniger Mainstream-orientierten" Alben der letzten 10/12 Jahre (ab "Wrecking Ball" von 1995)? Vielleicht ist "Rückschritt" ja etwas zu hart formuliert. Es ist auf jeden Fall eine Kehrtwende. Da ich aber Emmylou in beiden Varianten mag, werde ich das für mich (wie immer) an den Songs und deren Qualität festmachen. Das heisst nach erstem, oberflächlichem Hören: die Qualität der letzten Jahre wurde gehalten. Eine Emmylou mit eigenen und fremden Liedern ist für meinen Geschmack sogar einer Emmylou nur mit eigenen Liedern vorzuziehen. Die extrem hohe Qualität der Früh70er-Alben scheint nicht ganz erreicht zu werden. Aber eigentlich kann man das so früh noch nicht beurteilen. Was bleibt noch zu sagen? Ein wunderschönes Pappklappcover (oder Klapppappcover?), bei dem der Wunsch aufkommt, ein richtiges 12-Zoll-Vinylalbum in Händen zu halten. Außerdem kann ich auf das Namedropping der beteiligten Musikanten natürlich nicht verzichten. Viele alte Freunde aus den 70ern und einige wenige aus den letzten Jahren sind dabei: Bill Payne (Little Feat), Buddy Miller, Glen D. Hardin, Emory Gordy, Greg Leisz, das Duo Mary Ann Kennedy & Pam Rose, Dolly Parton, Vince Gill, Kate & Anna McGarrigle, Mike Auldridge und John Starling. (21.06.2008) |
| I Am Kloot: "Play Moolah Rouge" (Play It Again Sam/Skinny Dog, Juni 2008) |
Neues Werk einer meiner liebsten englischen Bands, die etwas außerhalb
der breiten Masse ganz unspektakulär operiert. Zum Kerntrio um Sänger/Gitarrist/Songschreiber
John Bramwell, Trommler Andy Hargreaves und Bassist Peter
Jobson kamen die mir bisher unbekannten Brüder Colin und
Norman McLeod an Keyboards bzw. Pedal Steel, um im Studio Moolah
Rouge zehn neue Lieder live einzuspielen. Durch die beiden Gastmusiker
klingt es alles ein wenig voller als auf den bisherigen Alben, aber grundsätzlich
ist die Band dem alten Konzept treu geblieben: erstklassige Songs, musikalisch
in sparsame (folk)rockige Arrangements gepackt, die aber vom Gestus her
dem Punkrock näher stehen als dem Mainstream-Rock.Die limitierte (?) Erstauflage hat eine tolle "Making-Of"- DVD dabei. Lohnt sich sehr! (09.07.2008) |
| Milton Nascimento & Jobim Trio: "Novas Bossas" (EMI, Juni 2008) |
Ein weiteres Album, das den 50. Geburtstag von der Bossa Nova feiert:
wer kann das besser als Milton Nascimento,
zusammen mit dem Jobim Trio, das aus dem Sohn (Gitarrist
Paulo Jobim) und dem Enkelsohn (Pianist Daniel
Jobim) von Antonio Carlos Jobim,
sowie Schlagzeuglegende Paulo Braga besteht? Akustische
Bossa Nova mit starken Jazzakzenten auf allerhöchstem Niveau und
mit dem allerbesten Songs. Wenig überraschend stammen 8 von 14 Liedern
vom Meister Antonio Carlos Jobim, aber
es sind eher unbekannte und unverbrauchte Sachen, vielleicht mit der Ausnahme
von "Chega De Sausade", dem ersten Bossa-"Hit" von
Joao Gilberto von 1958. Dazu kommen weitere gute Lieder
von Nascimento (u. a. vom legendären Album "Clube
Da Esquina" von 1972)
(04.11.2008)
|
| Stereolab: "Chemical Chords" (4AD, Juni 2008) |
Mitte der 90er, zu Zeiten von "Mars
Audiac Quintet" (1994) und "Emperor
Tomato Ketchup" (1996) habe ich diese britisch/französische
Band mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Gitarrenpop, Krautrock, Space
und Bossa Nova sehr intensiv gehört, verlor sie aber im neuen Jahrtausend
aus den Augen (eigentlich natürlich: aus den Ohren). Wiederentdeckt
habe ich sie dann über das gute alte Vinyl: so stiess ich vor einiger
Zeit auf das vorletzte, als Zehn-Zoll-Doppelalbum erschienene Werk "Fab
Four Suture" von 2006 und vor wenigen Tagen beim Garageland-Räumungsverkauf
auf das letzte Album "Chemical Chords", das mit seinen knapp
48 Minuten zwar auch auf zwei 10-Zoll-Platten gepasst hätte, aber
hier auf zwei normalgroßen Schallplatten daherkommt. Eigentlich
klingen Stereolab so wie immer - wer sie mag, so wie ich, wird auch dieses
Album gut finden.Wo ich gerade beim Thema bin, habe ich mal kurz im Internet nachgeschaut, was die Band denn gerade so treibt und musste dort leider erfahren, dass sie mehr oder weniger aufgelöst ist, denn es existieren zur Zeit keine Pläne, neues Material zu schreiben und aufzunehmen. Schade eigentlich, aber immerhin hat die Truppe um den ehemaligen McCarthy-Gitarristen Tim Gane und die bezaubernde französische Sängerin Laetita Sadier fast 20 Jahre durchgehalten, ohne echten kommerziellen Erfolg und ohne dabei wirklich etwas schlechtes herauszubringen. Eine reife Leistung in der heutigen Zeit. (11.03.2010) |
| Teddy Thompson: "A Peace Of What You Need" (Verve Forecast, Juni 2008) |
Letztes Jahr gab es ein vorzügliches, aber von der breiten Masse
ignoriertes Album mit gecoverten Countrysongs. Jetzt macht der Sohn von
Richard & Linda Thompson wieder Popmusik. Alles selber geschrieben.
Mama Linda macht einmal Handclaps. Papa Richard spielt ein schräges
Gitarrensolo. Die kleine Schwester Kamilla singt im Chor (wo bleibt
eigentlich deren Debütalbum?). Auch gibt es wieder als Running Gag
am Ende ein verstecktes Everly-Brothers-Cover (dieses mal "The Price
Of Love"). Das erste Lied, "The Things I Do", erinnert
mich merkwürdigerweise an irgendwas von Wolf Maahn, das ich
sehr mag, wovon mir aber gerade nicht der Titel einfällt.Insgesamt (wie immer) ein sehr gelungenes Album. Und wird wohl wieder kein Hit. (10.08.2008) |
| Walter Becker: "Circus Money" (Sonic 360/5 Over 12, Juli 2008) |
Das zweite Soloalbum des Steely Dan-Bassisten
und -Gitarristen mit ganz viel Reggae-Grooves. Klingt wie "Babylon
Sisters" vom Gaucho-Album, nur
eben ohne den Gesang von Donald Fagen, den hier natürlich
Walter Becker selber übernommen hat, was zwar nicht seine
Stärke ist, aber trotzdem (?) ganz toll klingt. Gefällt mir
fast besser als "Morph The Cat",
das Soloalbum von Donald Fagen von 2006 - aber was soll man hier vergleichen
und bewerten, wenn man doch beide Alben gut finden kann und es nie zuviel
Steely Dan-Musik geben kann?(06.09.2008) |
| Blue Mountain: "Omnibus" (Blue Rose/Broadmoor, Juli 2008) |
Eine Band-Reunion der besseren Art war die vom Gitarren-Trio Blue Mountain
aus Mississippi mit dem Sänger/Gitarristen Cary Hudson, seiner
Ex-Gattin Laurie Stirratt am Bass (übrigenz die Zwillingsschwester
vom Wilco-Bassisten John Stirratt!)
und Schlagzeuger Frank Coutch. Auf "Omnibus" werden alte
Songs der Band neu interpretiert, die damals in den 90ern beim Roadrunner-Label
veröffentlicht wurden und für deren Neuauflage auf dem eigenen
Label Broadmoor die rechtliche Grundlage fehlt. (10.08.2008) |
| Steve Cropper & Felix Cavaliere: "Nudge It Up A Notch" (Concord/Stax, Juli 2008) |
|
Hier noch ein paar Anmerkungen nach dem zweiten Hördurchgang:
Croppers Gitarre und Cavalieres Gesang und Orgelspiel sind klasse -
über jede Kritik erhaben. Was aber etwas nervt sind die banalen
Texte ("You have done me wrong and left me alone, but I still
live you" - so was in der Art) und der gelegentliche Einsatz
von "modernen" Keyboards, die nach den schrecklichen 80ern
klingen. |
| "Conor Oberst" (Wichita Recordings, Juli 2008) |
Warum Conor Oberst dieses mal unter seinem eigenen Namen und nicht
unter dem "Bandpseudonym" Bright Eyes veröffentlicht
entzieht sich mir. Stilistisch kann ich keine großen Unterschiede zu den
ausgezeichneten Alben "LIFTED
or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground" und
"I'm Wide Awake, It's Morning"
erkennen. Womit es sich hier für mich natürlich auch um ein ausgezeichnetes
Album handelt. Allerdings ist das kein ebenso besonderes Ereignis mehr
wie noch vor einigen Jahren. Aber was soll's ...(21.10.2008)
|
| When Skipjack Tripped: "Headphone Home" (Micropal, Juli 2008) |
Kurz nach der Entdeckung der Band mit dem Vorgängeralbum "Is
This World Still Mine?", habe ich auch das neue Album ungehört
gekauft. Etwas rockiger als der Vorgänger, aber auch sehr schön.Eingespielt dieses mal übrigenz mit einer noch größeren Riege Nürnberger Rockstars (wenn es denn sowas gibt): Alexander Sticht (Ex-Trommler von Throw That Beat In The Garbage Can, jetzt bei Missouri und solo unter dem Namen Sticht unterwegs), Lotsi Kerner (Ex-Keyboarderin von Throw That Beat..., singt mit und hat das schöne Cover gestaltet), Hubertus Mohr (Aufnahmetechnik) und Marcus Köhler (Gesang) waren in den 90ern mal bei den wunderbaren B'shops, die ich unbedingt mal wieder auflegen muss!), dazu - wie schon beim letzten Mal - Frank Mollena (Gitarre) von den Labelkollegen Missouri. (14.08.2008) |
| A Weather: "Cove" (Team Love, Aug. 2008) |
Diese Band habe ich vor kurzem beim Stöbern im Internet gefunden,
und zwar auf der Webseite vom Label Team Love, bei dem ja auch
kürzlich die neue CD der Felice Brothers
herauskam. Dort gibt es viele kostenloses MP3s der Labelkünstler,
unter anderem eben auch von A Weather. Ein paar Videos auf YouTube
machten dann neugierig: folkiger Indierock mit viel Platz und wunderbarem
Doppelgesang von Pianist/Gitarrist/Songschreiber Aaron Gerber und
Schlagzeugerin Sarah Winchester. Schöne Songs, die mir das
Warten auf das nächste Ida-Album
erleichtern! Der Vergleich soll natürlich ein Lob der allerersten
Güte sein.(19.07.2009) |
| Blue Mountain: "Midnight In Mississippi" (Blue Rose/Broadmoor, Aug. 2008) |
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| Ida: "My Fair, My Dark EP" (Polyvinyl, Aug. 2008) |
Der Nachschlag zur wunderbaren CD "Lovers Prayers"
vom Januar. Gleich drei tolle Coverversionen ("Road To Ruin"
von John & Beverly Martin, "The
Pain Of Loving You" von Dolly Parton und "The Time Has
Come" von der legendären englischen Folksängerin Anne
Briggs), aber der Höhepunkt ist für mich die Liveversion des eigenen
Titels "Late Blues", der vom älteren Ida-Album "Heart
Like A River" stammt.
(30.11.2008)
|
| Randy Newman: "Harps And Angels" (Nonesuch, Aug. 2008) |
Im August hatte ich mir die CD schon mal im Laden angehört und war
trotz aller Lobhymnen nicht wirklich begeistert, weshalb es auch nicht
eingepackt wurde. Kürzlich habe ich "Harps And Angels"
aber bereits im 2nd-Hand-Laden gefunden und dann doch noch aus alter Verbundenheit
gekauft. Jetzt geht es mir so ähnlich wie mit dem neuen Werk von
Emmylou: eigentlich ist es ganz gut gelungen, die
überall zu lesenden positiven Kritiken sind für mich auch durchaus
nachvollziehbar, aber es will sich keine echte eigene Begeisterung einstellen.
Das liegt wahrscheinlich an mir. Warten wir's also noch ein wenig ab,
bis bei mir der Groschen gelandet ist ...(03.10.2008) |
| Matthew Sweet: "Sunshine Lies" (Shout Factory, Aug. 2008) |
Multiinstrumentalist
Matthew Sweet (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards) hat zusammen mit
Langzeitpartner Ric Menck (Schlagzeug) und gelegentlicher Hilfe
an der Sologitarre (Richard Lloyd von Television,
Ivan Julian und Greg Leisz) und bei weiblichem Chorgesang
(u. a. Susanna Hoffs von den Bangles),
mit der er vor ein paar Jahren auch ein Duett-Cover-Album aufgenommen
hat) nach fast 10 Jahren mal wieder ein Soloalbum hingelegt...Und mal wieder eine schöne Variante für Vinylfreaks, die auf digitale Bequemlichkeit nicht verzichten wollen: dem 18-Titel-Vinyl-Doppelalbum liegt eine CD bei, der aus Platzgründen nur die 4 Lieder der vierten LP-Seite fehlen ... (21.10.2008)
|
| Loudon Wainwright III: "Recovery" (Yep Roc, Aug. 2008) |
Dies ist bereits die zweite Zusammenarbeit von LW3 und Joe Henry.
Der Produzent Joe Henry, selber ein ausgezeichneter Songschreiber,
konnte Wainwright bereits während der Zusammenarbeit zum
"Knocked Up"-Soundtrack davon überzeugen, dass man
die alten LW3-Klassiker aus den Früh70ern, damals meist nur spärlich
mit Gesang und Gitarre instrumentiert, erneut mit einer Band aufnehmen
sollte. Jetzt liegt das - wenig überraschend - ausgezeichnete Ergebnis
vor.(21.09.2008) |
| Brian Wilson: "That Lucky Old Sun" (Capitol, Aug. 2008) |
Für mich völlig überraschend dieses neue Album des ehemaligen
Vordenkers der Beach Boys. Alleine wegen des Klangs der Stimmen
und der Instrumente ein Hochgenuss. Dazu kommen durchgängig gute
neue Lieder von Brian (betextet von Bandkeyboarder Scott Bennett
bzw. Van Dyke Parks) - wodurch wie hier einen weiteren Kandidaten
für mein Album des Jahres haben!(21.09.2008) |
| Matt Bauer: "The Island Moved in the Storm" (La Société Expéditionnaire, Sept. 2008/April 2009) |
Auf diesen, mir bislang völlig unbekannten Songschreibers und sein ausgezeichnetes
Album bin ich, wie schon so oft, über das Studium von Linernotes gestoßen.
In diesem Fall waren es die vom neuen Album von Alela
Diane, auf dem Matt Bauer mit seinem Banjo dabei ist. Ob man diese Musik jetzt "Folk" nennen soll sei mal dahingestellt: es sind eigene, zeitlose Lieder von Matt Bauer bis auf ein "Traditional". Es sind meist akustische Instrumente bis auf ein wenig E-Gitarre, E-Bass und E-Piano und es wird fast ganz auf Schlagzeug verzichtet. Im Mittelpunkt stehen der Gesang von Matt Bauer und seinen zahlreichen Helfern (u. a. Alela Diane) und sein Banjospiel, wobei gerade dieses Instrument besonders gut klingt (eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, wie mancher Banjohasser sagen würde!). (14.05.2009) |
| Till Brönner: "Rio" (Verve, Sept. 2008) |
Deutschlands bekanntester (und bester?) Jazztrompeter, einer der erfolgreichsten
Jazzproduzenten (Larry Klein), die besten brasilianischen Songs
(von Antonio Carlos Jobim und anderen), die besten Studiocracks
von Rio De Janeiro und dazu ein paar angesagte- oder zumindest kultige
- Gastsänger/innen (Annie Lennox, Aimee Mann,
Milton Nascimento, Sergio Mendes, etc) : das war sicherlich
nicht ganz billig, aber es konnte so natürlich im Grunde auch nichts schief
gehen. Das neueste Album von Till Brönner sieht optisch perfekt und edel aus, es klingt perfekt und edel und ist (trotzdem?) ganz wunderbar geraten. Vor allem kann ich diese Lieder von Tom Jobim immer wieder hören und habe auch noch ein paar wunderbare Sänger und Sängerinnen entdecken können, von denen ich mir schleunigst ihre neuesten Werke besorgen muss, vor allem von Luciana Souza, Melody Gardot, Maria da Mata und Kurt Elling. Einziger Schwachpunkt ist aus meiner sehr subjektiven Sicht leider der Einstieg direkt in die erste Nummer durch Annie Lennox, die mit Stimme hier überhaupt nicht hinpasst, während die ebenfalls branchenfremde Aimee Mann ganz toll rüberkommt. (03.10.2008) |
| Rodney Crowell: "Sex & Gasoline" (Yep Roc, Sept. 2008) |
Auch dieses Album ist in der Flut der Veröffentlichungen im letzten Jahr
zunächst an mir vorbeigerauscht. Jetzt habe ich es doch noch nachgeholt,
da rein zuhören. Produziert von Joe Henry - alleine das ist ja
inzwischen schon ein amtliches Qualitätssiegel. Ist es das beste Album
von Rodney Crowell überhaupt? Da müsste ich mir die ebenfalls gelungenen
Alben "The Houston Kid"
von 2001 und "Fate's Right Hand"
von 2003 erst einmal wieder anhören.(05.03.2009) |
| William Fitzsimmons: "The Sparrow And The Crow" (Sept. 2008) |
Das ist natürlich schon ein wenig verwirrend: Gerade erst ist bei Haldern
Pop "Goodnight" als neue CD erschienen,
stammt aber als zweites Album eigentlich schon von 2006. Seit Ende September
2008 ist aber bereits dieses dritte Album über die Webseite erhältlich.
Na ja - was soll's? Alle drei Alben sind gut!
(17.01.2009)
|
| Fotheringay: "2" (Fledg'ling, Sept. 2008) |
Völlig überraschend für mich haben Gitarrenlegende Jerry Donahue,
Trommler Gerry Conway und Bassist Pat Donaldson das vor
38 Jahren begonnene zweite Album ihrer fantastischen, aberleider völlig
unterbewerteten alten Band um das singende und Song schreibende - und
leider schon lange nicht mehr unter uns weilende - Paar Sandy Denny
und Trevor Lucas vollendet! Wunderschöner Folkrock aus einer anderen
Welt und Zeit - aber Dank moderner Studiotechnik auch mit einem wunderbaren
Klang!!!(12.10.2008)
|
| Giant Sand: "proVISIONS" (Yep Roc, Sept. 2008) |
Seit langem mal wieder ein Howe Gelb-Album, das mir zusagt. Das
heißt: mit der richtigen Mischung aus Verschrobenem und Eingängigem, Konzentration
und Spontanität - also besser gesagt: gutem Songwriting. Allerdinx
fasert es am Ende des Albums doch wieder ein wenig aus (die vorletzte
Nummer "World's End State Park [Wordless]" finde ich etwas anstrengend),
aber man muss sich das Album ja auch nicht bis zum Schluss durchhören.
Obwohl man dann das schöne "Well Enough Alone" ganz am Schluss
verpasst.(05.03.2009) |
| Charlie Haden Family & Friends: "Rambling Boy" (Decca, Sept. 2008) |
Der
legendäre Jazzbassist Charlie Haden erinnert mit diesem Album an
ganz alte Zeiten, als er als kleiner Bub mit seiner Familie in einer Radioshow
im Stil der Carter Family auftrat. Musikalisch ist das hier auch
eher Country, Folk und Bluegrass als Jazz. Eine wunderschöne Platte -
auch wenn sie den Hardcore-Jazzfans vielleicht nicht gefallen wird. Mit
dabei aus der Familie sind seine Frau Ruth Cameron, sein Sohn Josh
Haden (hatte mal die tolle Band Spain)
und die Drillingstöchter Rachel, Tanya und Petra.
Aus der Jazzfraktion Charlies häufiger Partner Pat Metheny, die
Bluegrass- und Countrycracks Vince Gill, Sam Bush,
Stuart Duncan, Bryan Sutton und Ricky Skaggs. Carter-Family
Background hat Johnnys Tochter Rosanne Cash, dazu die "Rockstars"
Elvis Costello (der sich offenbar in jedem Kontext zu hause fühlt)
und Bruce Hornsby (immerhin ein ausgezeichneter Jazzpianist!).
Und wie passt hier der Schauspieler Jack Black ("School Of
Rock") rein? Der singt zwar auch in so einem komischen Duo (Tenacious
Irgendwas ...), ist aber wohl eher deshalb qualifiziert, weil er durch
Tanya zum Schwiegersohn von Charlie und Ruth wurde ...(08.03.2009) |
| Lampchop: "OH (Ohio)" (City Slang, Sept. 2008) |
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| James Yorkston: "When The Haar Rolls In" (Domino, Sept. 2008) |
Und schon wieder ein ausgezeichnetes Album des schottischen Sängers
und Songschreibers, das sich beim ersten Hören zwar noch nicht vollständig
erschließt, aber schon eine gewisse Größe ahnen lässt.
Deshalb demnächst mehr dazu.(03.10.2008) |
| Ryan Adams & The Cardinals: "Cardinology" (Lost Highway, Okt. 2008) |
Eigentlich wollte ich mir das neue Werk gar nicht besorgen, denn die letzten
Alben meines alten Helden waren doch, höflich ausgedrückt, eher etwas
langweilig geraten. Aber ich konnte durch eine clevere Vermarktungsstrategie
gelockt werden: weißes Vinyl, Gutschein für den MP3-Gratis-Download und
eine 7"-Single mit zwei Liedern, die nicht auf der CD sind: das ganze
für den Aufpreis von einem Oiro gegenüber der CD. Ihr seht - da konnte
ich nicht widerstehen. Außerdem ist "Cardinology" gar nicht
mal so schlecht, auch wenn es zwischendurch mal heftig nach U2
klingt. Kein Scheiß!
(02.12.2008)
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| Drumbo: "City Of Refuge" (Proper, Okt. 2008) |
John French war mal vor vielen, vielen Jahren der geniale Trommler
bei Captain Beefheart & His Magic Band.
Von seinem Chef bekam er damals, wie alle seine Bandkollegen, einen merkwürdigen
Künstlernamen verpasst und hieß hinfort nur noch "Drumbo". Kürzlich
taten sich einige Ex-Mitglieder der Magic Band zusammen, um die
alte Musik wieder zu spielen. Dabei übernahm John French den Job
des Sängers und Mundharmonikaspielers. Offensichtlich muss das soviel
Spaß gemacht haben, dass er ein ganzen Album mit neuer komponierter Musik
im klassischen Beefheartstil aufgenommen hat. Mit dabei die alten Weggefährten
Mark Boston (Künstlername: "Rockette Morton"), Bill
Harkleroad "(Künstlername: "Zoot Horn Rollo"), Greg
Davidson (Künstlername: "Ella Guru") und J.T. Thomas
(kein Künstlername - der arme Kerl!). John French glänzt dabei an Schlagzeug,
Mundharmonika, Saxofon und Gesangsmikrophon, wobei sowohl Stil der Musik,
also auch Klang der Instrumente und der Gesangsstimme gespenstisch nah
am Original sind. Bei der Musik ist das kein Wunder, da es sich ja schließlich
um die "echte Magic Band" handelt und der Captain damals ja
nicht ohne Hilfe seiner Mitarbeiter diese wunderliche Musik geschaffen
hatte. Bei Stimme und Kompositionen kann das auch nur diejenigen überraschen,
die Frenchs Musizieren bei der obskuren Allstarband "French,
Frith, Kaiser, Thompson" nicht kennen. Schon dort gab es ein
paar von ihm komponierte und gesungene Songs, die diese Richtung schon
angedeutet hatten. Einziger echter Schwachpunkt von "City Of Refuge" ist für mich das hässliche Cover. Weiterhin kann ich die Musik vom Captain und seiner Band nach wie vor nicht zu jeder Gelegenheit hören, auch wenn ich sie sehr liebe! Schon etwas anstrengend, das Ganze! (30.11.2008)
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| Suki Ewers: "Kind Of Hazy" (Mind Expansion, Okt. 2008) |
Ich
weiß schon gar nicht mehr, wie ich auf diese CD gekommen bin, denn es
hat fast 3 Monate gedauert, bis sie endlich bei mir im Briefkasten war.
Aber egal! Suki Ewers ist eine Musikerin aus LA, die hier ihr Debütalbum
vorlegt, allerdings ist sie schon seit den 80ern dabei als Keyboarderin
bei Dave Robacks Bands Opal
und Mazzy Star. Allen Leuten, die diese
beiden Bands vermissen oder auch das Album von Hope
Sandoval mögen, sei diese CD an's Herz gelegt. Nicht ganz so versponnen,
aber genauso schön.(15.03.2009) |
| Liam Finn: "I'll Be Lightning" (Haldern Pop/Liberation, Aug. 2007/Okt. 2008) |
Die Konzerte von Liam zusammen mit seiner Freundin sind der reinste Wahnsinn,
wie ich auf neulich auf YouTube erfahren habe: zuerst wird
mit der Gitarre ein Riff gespielt und mit einem Sampler aufgenommen, teilweise
mehrere Schichen übereinander gelegt. Dann springt er an das Schlagzeug
(so weit ich weiß, eigentlich sein Hauptinstrument!) und prügelt dazu
die wildesten Rhythmen. Absolut sehenswert!Die CD ist eine ganz andere Baustelle: gesangs- und gitarrenlastiger Singer/Songwriter-Folk-Pop, bei dem das Schlagzeug eine relativ untergeordnete Rolle spielt, mit gelegentlichen modern-elektronischen oder brachial-rockigen Einlagen. Liams familiärer Hintergrund kann und muss auch nicht verdrängt werden. Natürlich gehört er als Sohn von Neil zum Neuseeländischen Musikclan der Finns, der mit Onkel Tim Finn (und dann auch Papa Neil Finn) mit der Band Split Enz begann und seinen bisherigen Höhepunkt in Crowded House (vor allem die Band von Papa Neil, gelegentlich aber auch mit Onkel Tim und sogar Liam als Tourgitarrist, wie zuletzt 2007!) fand. Zwar hat Liam Finn auf seinem Solodebüt fast alles selber gemacht (Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Tasten), aber es gab familiäre Unterstützung: Papa Neil Finn ist einmal am Bass dabei, Matt Eccles, Trommler seiner alten Band Betchadupa, hilft auch gelegentlich aus. In Australien/Neuseeland (bei Liberation) und in den USA (bei YepRoc) erschien das Album bereits im vergangenen Jahr. Jetzt gibt es es auch bei uns: und zwar beim kleinen, aber feinen Label vom Haldern-Pop-Festival, das uns vor kurzem auch schon das 2006er-Werk von William Fitzsimmons näher gebracht hat. Wenn "alte" Sachen so hübsch und zeitlos sind wie bei diesen beiden CDs, dann habe ich natürlich nichts gegen das Auftragen alter (günstiger?) Klamotten. (26.12.2008) |
| LAKE: "Oh, The Places We'll Go" (K Records, Okt. 2008) |
Vor einigen Monaten hatte ich diese Band aus Portland/Oregon zufällig
entdeckt und mir das nach wie vor aktuelle & wunderbare Album"
Let's Built A Roof" zugelegt.
Jetzt war es an der Zeit, hier weiter zu forschen: das Vorgängeralbum"Oh,
he Places We'll Go" ist genauso gut und ich muss dem dort bereits
gGesagten auch nicht mehr viel hinzufügen. Außer vielleicht,
dass mir gerade beim Hören spontan als Referenz die britischen
Stereolab einfallen sind. Zwar
klingen LAKE nicht wie Stereolab,
aber es gibt einige Gemeinsamkeiten: die Art des Gesangs (wenn bei
LAKE Ashley Eriksson hinter dem Mikrophon ist), die Verwendung
"historischer" Keybords und Rhythmusmaschinen aus der Zeit
vor Bits und Bytes, die perfekte Mischung aus Genialität, Understatement
und (scheinbarem) Dilentantismus. Popmusik für eine bessere Welt.(10.05.2010) |
| The Sea And Cake: "Car Album" (Thrill Jockey, Okt. 2008) |
... und schon wieder ein ausgezeichnetes Album dieser Band aus Chicago.
Eigentlich sollte man meinen, dass mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug
alles gesagt ist, was man sagen kann, aber diese vier Herren überzeugen
mich immer wieder auf''s Neue vom Gegenteil!
(02.11.2008)
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| Lucinda Williams: "Little Honey" (Lost Highway, Okt. 2008) |
Eigentlich wollte ich mir das neue Werk von Mrs. Williams gar nicht anhören,
geschweige denn kaufen, weil ich ihr letztes Album "West"
von 2007 ziemlich langweilig und den Kölner Rockpalastauftritt vom
letzten Jahr ziemlich öde fand. Aber die guten Kritiken zum neuen
Album haben mich schwach gemacht und ich habe - zugegebenermaßen
mit Vorbehalten - doch wieder zugegriffen. Jetzt lief die CD zwei, drei
mal und ich bin unentschieden, ob ich sie mag. Das einzige, was ich weiß,
ist, dass es mir besser gefällt als "West".
Aber ob das reicht? Mehr dazu vielleicht demnächst.
(02.11.2008)
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| Marianne Faithful: "Eay Come Easy Go" (Naïve, Nov. 2008) |
Ein gutes Album mit Ansage! Bei den richtigen Zutaten - Produzent
Hal Willner betreute schon ihr Meisterwerk "Strange
Weather" von 1987, die Rhythmusgruppe ist mit den Gitarristen
Marc Ribot und Barry Reynolds, Bassist Greg Cohen
(Tom Waits etc.) und Schlagzeuger Jim White (u. a. bei den Dirty
Three und Nick Caves Bad Seeds) perfekt besetzt, die
Gastsänger/innen (Antony ohne seine Johnsons, Keith Richards
ohne Mick, Nick Cave, Rufus Wainwright, Teddy
Thompson, Chan Marshall AKA Cat
Power, Sean Lennon, Jarvis Cocker (Pulp) sowie Kate
& Anna McGarrigle) sind durchweg passend - da kann eigentlich
nichts schief gehen. Vor allem, wenn die Songs von solcher Güte sind:
zwar alles Fremdmaterial, aber doch immer gut ausgewählt. Teilweise alte
bis uralte Vorlagen (Dolly Parton,
Randy Newman, Merle
Haggard, Duke Ellington, Smokey Robinson, Brian Eno,
Judee Sill, Jackson
C. Frank etc.), aber teilweise doch recht neu und überraschend (u.
a. von Neko Case, The Espers, The Decemberists, Morrissey
und dem Black Rebel Motorcycle Club). Alles sehr spannend arrangiert
und immer wunderbar gespielt und gesungen.
Die CD gibt es als Standardausgabe mit 10 Titeln und als Luxus-Ausgabe
(18 Titel auf 2 CDs und eine "Making Of"-DVD). Weil es "The
Phoenix" von der göttlichen Judee Sill nur auf der edleren
Ausgabe zu hören gibt, dürfte klar sein, welche Version ich mir anschaffen
musste ... |
| William Fitzsimmons: "Goodnight" (Haldern Pop, 2006/Nov. 2008) |
Gestern gab's im katholischen Jugendheim von Rees-Haldern einen beeindruckenden
Auftritt des amerikanischen Singer/Songwriters William Fitzsimmons.
Während er live von einem zweiten Gitarristen unterstützt wurde, gibt
es auf der Platte neben seinen eigenen Overdubs an Klavier, Banjo und
Computer (ein paar rhythmische Frickeleien, die aber nicht stören, sondern
sogar gut passen!) den einen oder anderen Gastmusiker mit Blasinstrumenten
(Flöte, Trompete, Klarinette, etc) zu hören. Insgesamt gefällt mir diese
Musik sehr gut, Nick Drake, Elliott Smith und Iron &
Wine sind nicht fern, aber es handelt sich nach meiner Meinung nicht
um den aktuell besten Singer/Songwriter aus den USA (da würde er von sich
auch sicherlich gar nicht behaupten!). Merkwürdig finde ich aber, dass
vom Label des Haldern-Festivals gerade jetzt dieses Album von 2006 veröffentlicht
wird, während doch gerade in den USA bereits ein neues Album mit dem Titel
"The Sparrow And The Crow" erschienen
ist.
(30.11.2008)
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| Get Well Soon: "Songs Against The Glaciation" (City Slang, Nov. 2008) |
Das
ist natürlich nicht das neue Album von Konstantin Gropper,
sondern "nur" eine 30minütige EP von 2008, die damals spurlos
an mir vorbeigegangen ist. Wieso ich da jetzt drauf gekommen bin? Als
ich in das neue Album "Vexations"
im Netz reinhören wollte, da fiel mir der Hinweis auf die Vinylausgabe
dieser EP auf, die zu einem recht günstigen Kurs (unter 10€)
angeboten wird - und von der es anscheinend gar keine separate CD-Veröffentlichung
gibt. Im Rahmen meiner neuen "Vinylverbundenheit" habe ich deshalb
die Bestellung von "Vaxations" als CD erst einmal zurückgestellt
und mir diese "Lieder gegen die Vereisung" besorgt. Zu meiner großen Freude kam die Platte heute sogar mit Downloadgutschein für MP3s: mein Mut wurde belohnt! Der Webseite von Cityslang ist sogar zu entnehmen, dass zahlreiche weitere Vinylveröffentlichungendes Labels mit diesem schönen Bonus ausgestattet sind: so auch das neue Werk "Vexations", das ich jetzt natürlich auch als Vinyl geordert habe - genauso wie das neue Album der Stallgefährten von Port O'Brien aus Alaska, die mich live beim Haldern Open Air im vergangenen Jahr zwar nicht wirklich überzeugen konnten, aber zumindest auf Platte eine interessante Musik machen. Schön, schön ... (27.01.2010) |
| Headless Heroes: "The Silence Of Love" (Fargo, Nov. 2008) |
Ein Cover-CD ganz nach meinem Geschmack - und in bester Tradition von
Ivo Watt-Russells Projekt This Mortal
Coil und David Robacks Projekt Rainy
Day. Initiatoren sind hier die Produzenten Hugo Nicholson und
Eddie Bezalel, die mir bisher völlig unbekannt waren. Sängerin
aller Liedern ist die wunderbare Alela Diane, die
ich ja erst vor wenigen Tagen für mich entdeckt habe (daher natürlich
auch der Hinweis auf diese CD). Die Songauswahl ist sehr exquisit: Lieder
von Daniel Johnston, Juicy Lucy (britischer Bluesrock aus
den frühen 70ern, eine ungewöhnliche, aber doch passende Wahl!), Vashti
Bunyan (obskure Folksängerin), The
Jesus & Mary Chain, I Am Kloot,
Jackson C. Frank (obskurer
Folksänger, dessen "Blues Run The Game" der einzige mir geläufige
Titel hier ist!), Linda Perhacs (noch eine obskure Folksängerin),
Nick Cave, The Gentle Soul (obskures Folkduo mit Pamela
Polland), Robert Ansom (von dem ich noch nie was gehört habe
und über den sich auch nichts "ergoogeln" ließ!)(26.04.2009) |
| "Little Joy" (Rough Trade, Nov. 2008) |
Hinter "Little Joy" verbergen sich drei mehr oder wenige bekannte
Musiker, die abseits ihrer Hauptbands ein kleines, richtig feines Album
produziert haben: Rodrigo Amarante ist Sänger und Gitarrist der
brasilianischen Rockband Los Hermanos,
mit der ich mich demnächst noch einmal näher befassen möchte. Fabrizio
Moretti trommelt eigentlich bei den Strokes,
spielt hier aber hauptsächlich Gitarre. Dazu kommt eine Sängerin mit charmantem
Namen: Binki Shapiro. Unterstützung gab es von zahlreichen Gästen,
vor allem aus dem sog. "Freak-Folk"-Umfeld: Devendra
Banhart, dessen Produzent Noah Georgeson, Adam Green und
eine ganze Reihe von Namen, die mir nichts sagen, aber auch einem alten
Bandkumpel (Nick Valensi von den Strokes).
(17.01.2009)
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| Iain Matthews & Sheering Quartet: "Joy Mining" (Matrix, Nov. 2008) |
Endlich
wieder ein richtig schönes Album von Iain Matthews! "Joy Mining"
kann man durchaus als ein "Jazz-Album" bezeichnen: Zusammen
mit dem holländischen Jazzquartett um den Pianisten Egbert Derix
entstanden 12 neue Songs, zu denen Matthews die Texte und Derix die Musik
beigesteuert hat. Nach den missglückten Drumcomputerklängen von Matthews
letztem Soloalbum "Zumbachs Coat" ist das sehr angenehm zu hören.
Leider scheint das Album bisher aber keinen Vertrieb gefunden zu haben:
man kann es nur bei den Auftritten des Künstlers erwerben (zum Beispiel
vergangenen Dienstag im Duisburger Steinbruch). Bei Blue Rose,
wo Matthews in den letzten Jahren veröffentlicht hat, scheint man keinen
Jazz zu mögen ...
(25.01.2009)
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| Danny O'Keefe: "In Time" (Bicameral, Nov. 2008) |
Schon lange hat dieser legendäre, fast vergessene amerikanische Singer/Songwriter
(sein einziger Hit "Goodtime Charly Got The Blues" wurde u.
a. von Elvis Presley aufgenommen, "The Road" von Jackson
Browne auf "Running On Empty")
schon nichts mehr von sich hören lassen, bzw. es kam hier bei mir nichts
an: zuletzt hatte ich mir "Runnin'
From The Devil" aus dem Jahr 1999 gekauft. Von der darauf folgende
Zusammenarbeit mit Keyboarder Bill Braun von 2003, "Don't
Ask", hatte ich nach ein paar Hörproben die Finger gelassen. "In Time" wurde von 2005 bis 2007(?) in Nashville aufgenommen und ist weitest gehend akustisch gehalten. Kontrabassist Victor Krauss, Mandolinen-Könner Marty Stuart (beim ersten Lied "The First Time", dem frühen Höhepunkt der CD) und Joel Tepp (mit seiner jazzig-virtuosen Mundharmonika bei "Last Call", dem zweiten Höhepunkt) setzen schöne Akzente und lassen Erinnerungen an alte Glanztaten aus den 70ern ("American Roulette" von 1977 und "Global Blues" von 1979) aufkommen. Leider gibt es mehr als einmal den unpassenden Einsatz moderner Keyboards mit furchtbaren Sounds, die eher auf eine CD von Chris DeBurgh gehören, und die leider den ansonsten guten Gesamteindruck schmälern. Am schlimmsten auf der letzten, nur von Keyboard begleiteten Nummer "A Bedtime Story", besser wirkt die Musik, wenn O'Keefes eigene Akustikgitarre im musikalischen Zentrum steht und die Keyboards nur zur durchaus sinnvollen klanglichen Ergänzung eingesetzt werden, z. B. bei "Back In Time" und "Sleep"). Fazit: gute Songs , wieder zum größten Teil in Zusammenarbeit mit guten Co-Autoren (Fred Koller, Tim O'Brien, Michael McDonald, Beth Nielsen Chapman u. a.), aber teilweise eine billige, schlechte Umsetzung. Ich würde Danny O'Keefe gerne mal zusammen mit einem richtig guten Produzenten vom Kaliber Joe Henry, T-Bone Burnett oder Rick Rubin hören. (26.12.2008) |
| Mark Olson & Gary Louris: "Ready For The Flood" (Blue Rose/New West, Nov. 2008) |
Das "Dream-Team" des zweistimmigen Gesangs im alternativen Countryrock
der 90er ist wieder zusammen! Gary Louris und Mark Olson
hatten als The Jayhawks mit "Hollywood
Town Hall" (von 1992) ein grandioses Werk geschaffen und waren
nach "Tomorrow The Green Grass"
(von 1995; immer noch gut, aber kommerziell nicht sehr erfolgreich) getrennter
Wege gegangen. Olson als Folkie zusammen mit seiner Frau Victoria Williams,
Louris zunächst weiterhin als alleiniger Chef der Jayhawks und
dieses Jahr mit "Vagabonds"
endlich auch als Solist."Ready For The Flood" jetzt aber als Wiederauferstehung der Jayhawks zu feiern wäre ungerecht gegenüber diesem feinen, kleinen Folkalbum, das ich alleine schon wegen des Doppelgesangs der beiden genießen kann. Völlig egal, ob das jetzt so gut ist wie "Hollywood Town Hall" oder nicht. Produziert hat übrigenz, wie schon bei "Vagabonds", der Black Crows-Sänger Chris Robinson. Gute Arbeit. (30.11.2008)
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| J.D. Souther: "If The World Was You" (Slow Curve, Nov. 2008) |
Mit John David Souther kommt da nach ca. 20 Jahren jemand aus der
Deckung, den wohl kaum noch einer auf der Rechnung hatte. In den 70ern
war er als Songschreiber vor allem für die Eagles (z.B. als Co-Autor
von "New Kid In Town") und Linda Ronstadt (gleich drei
Songs auf dem Hitalbum "Don't Cry Now" von 1973) erfolgreich,
während seine eigenen Soloalben unbemerkt blieben. Damals spielte er den
typischen Westcoast- Singer/Songwriter-Folkrock, gelegentlich mit kurzen
Ausflügen in den Jazzbereich, wie z. B. auf dem von mir hochgeschätzten
Album "Black Rose" von
1976. "If The World Was You" wurde live im Studio mit einer Spitzenband eingespielt und vertieft den Jazzaspekt. Hervorheben möchte ich stellvertretend den Saxofonisten Jeff Coffin (sonst bei Bela Fleck & The Flecktones) und den Schlagzeuger Jim White von der australischen Band The Dirty Three, der in seinem Spiel gleichermaßen Jazz, Trash und Rock'n'Roll kompetent herüberbringen kann und auch auf weiteren Platten ausdrucksstarker Sängerinnen im Jahre 2008 zu hören ist: Cat Powers "Jukebox" und Marianne Faithfuls "Easy Come Easy Go"! Ach ja - Bela Fleck ist bei einer Nummer mit seinem jazzigen Banjo dabei. (13.03.2009) |
| Greg Weeks: "The Hive" (Wichita, Nov. 2008) |
Ein neues Soloalbum des Gitarristen und Hauptsongschreibers der Espers.
Ganz schön schwurbelig und keineswegs eingängig - aber trotzdem schön
zu hören.
(17.01.2009)
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| Cat Power: "Dark End Of The Street" (Matador, Dez. 2008) |
Ein Nachschlag zum Fest! Im Januar hatte uns Chan Marshall bereits
mit der Doppel-CD "Jukebox" voll
wunderbarer Coversongs erfreut. Jetzt gibt es als 10"-Doppel-Vinyl
sechs weitere Lieder aus der gleichen Aufnahmesession, neben dem recht
bekannten und oft gecoverten Titelsong auch eine recht merkwürdige Version
des CCR-Klassikers "Fortunate Son" sowie eine nicht besonders
"werktreue" Version des Sandy Denny-Songs "Who Knows
Where The Time Goes". Neben dem hübschen Doppelalbum gibt es nur
noch den Digital-Download, aber keine CD. Eine ziemlich exzentrische,
aber nicht unsympathische Veröffentlichungspolitik!(20.12.2008) |
| Susanna: "Flower Of Evil" (Rune Grammofon, Dez. 2008) |
Susanna Karolina Wallumrod brachte Ende letzten Jahres bereits
die zweite CD mit Coverversionen heraus, dieses mal ohne ihren Partner
Morten Qvenid von Susanna & The Magical Orchestra. Das
"Strickmuster" ist aber das gleiche wie beim Album "Melody
Mountain" von 2006: die Lieder werden aus ihrem ursprünglichen
Kontext genommen, zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Dann kann man
Thin Lizzy, ABBA, Black Sabbath , Prince und
andere als zarte Balladen geniessen. Über die Neuauflage von Roy
Harpers "Forever" habe ich mich besonders gefreut, Phil
Lynotts "Jailbreak" und "Changes" von Ozzy & Co.
finde ich witzig. Nur ABBA muß irgendwie nicht sein. Aber
da steh ich mit meiner Haltung (ABBA waren damals scheiße und sind
das immer noch) scheinbar alleine da.(30.08.2009) |
| Sticht: "Small City Lights" (Micropal, 2008) |
Alex Sticht trommelte in den 80ern bei den legendären
Throw That Beat In The Garbage Can und in den letzten Jahren
bei Missouri. Sein Debüt
als Sänger, Gitarrist und Songschreiber ist zwar nicht spektakulär,
aber doch schön anzuhören. (20.06.2010) |
| << 2007 | Oben | 2009 >> |
| Erstellt: 03.01.2008 | Letzte Aktualisierung: 15.07.2010 22:05 | 3207 Besucher seit dem 03.01.2008 |
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Marcus
Wiebusch und Reimer Bustorff von der Hamburger Band Kettcar
betreiben mit
Die
Berliner Sängerin Rye präsentiert zusammen mit ihrem Gitarristen
und Co-Autor Lothar Müller Songs, die den Hörer unmittelbar
berühren. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme dringt Rye ins Ohr
wie die Stimme einer besten Freundin - und schaffen so ein Gefühl
von großem Verständnis und Geborgenheit. Nicht unwichtig
sind dabei die Beiträge von Herrn Müller: besonders sein Dobrospiel
gefällt mir ganz ausgezeichnet. Außerdem kommen die beiden weitestgehend
ohne Gastmusiker aus, ohne das etwas fehlt oder es langweilig wird.
Bobby
Charles ist der Autor von "See You Later Alligator" (dessen
Tantiemen sicherlich für die eigene Rente wichtig sind), "The
Jealous Kind" (gecovert u. a. von Joe Cocker, Rita Coolidge,
Frankie Miller und Johnny Adams) und einiger anderer Lieder
im Spannungsfeld von Rock'n'Roll, Soul und Blues. Alle paar Jahre macht
er sich dann die Mühe, selber ein Album zu veröffentlichen,
bei dem die prominenten Kollegen gerne aushelfen (hier u. a. Sonny
Landreth, Dr. John, Spooner Oldham und Ben Keith)
.
Letztes Jahr gab es ein vorzügliches, aber von der breiten Masse
ignoriertes Album mit gecoverten Countrysongs. Jetzt macht der Sohn von
Richard & Linda Thompson wieder Popmusik. Alles selber geschrieben.
Mama Linda macht einmal Handclaps. Papa Richard spielt ein schräges
Gitarrensolo. Die kleine Schwester Kamilla singt im Chor (wo bleibt
eigentlich deren Debütalbum?). Auch gibt es wieder als Running Gag
am Ende ein verstecktes Everly-Brothers-Cover (dieses mal "The Price
Of Love"). Das erste Lied, "The Things I Do", erinnert
mich merkwürdigerweise an irgendwas von Wolf Maahn, das ich
sehr mag, wovon mir aber gerade nicht der Titel einfällt.
Eine
schöne Zusammenarbeit des legendären Gitarristen von Booker
T. & The MG's (und natürlich auch von den Blues Brothers!)
mit dem ehemaligen Sänger und Keyboarder der Rascals (Hits
u.a.: "Groovin'" und "Good Lovin'") auf dem wiederbelebten
Stax-Label. Altmodische Musik zwischen Rock und Soul. Mag ich
sehr.
Multiinstrumentalist
Matthew Sweet (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards) hat zusammen mit
Langzeitpartner Ric Menck (Schlagzeug) und gelegentlicher Hilfe
an der Sologitarre (Richard Lloyd von
Das ist natürlich schon ein wenig verwirrend: Gerade erst ist bei Haldern
Pop "
Der
legendäre Jazzbassist Charlie Haden erinnert mit diesem Album an
ganz alte Zeiten, als er als kleiner Bub mit seiner Familie in einer Radioshow
im Stil der Carter Family auftrat. Musikalisch ist das hier auch
eher Country, Folk und Bluegrass als Jazz. Eine wunderschöne Platte -
auch wenn sie den Hardcore-Jazzfans vielleicht nicht gefallen wird. Mit
dabei aus der Familie sind seine Frau Ruth Cameron, sein Sohn Josh
Haden (hatte mal die tolle Band
Ich
weiß schon gar nicht mehr, wie ich auf diese CD gekommen bin, denn es
hat fast 3 Monate gedauert, bis sie endlich bei mir im Briefkasten war.
Aber egal! Suki Ewers ist eine Musikerin aus LA, die hier ihr Debütalbum
vorlegt, allerdings ist sie schon seit den 80ern dabei als Keyboarderin
bei Dave Robacks Bands
Das
ist natürlich nicht das neue Album von Konstantin Gropper,
sondern "nur" eine 30minütige EP von 2008, die damals spurlos
an mir vorbeigegangen ist. Wieso ich da jetzt drauf gekommen bin? Als
ich in das neue Album "
Ein Cover-CD ganz nach meinem Geschmack - und in bester Tradition von
Ivo Watt-Russells Projekt
Endlich
wieder ein richtig schönes Album von Iain Matthews! "Joy Mining"
kann man durchaus als ein "Jazz-Album" bezeichnen: Zusammen
mit dem holländischen Jazzquartett um den Pianisten Egbert Derix
entstanden 12 neue Songs, zu denen Matthews die Texte und Derix die Musik
beigesteuert hat. Nach den missglückten Drumcomputerklängen von Matthews
letztem Soloalbum "Zumbachs Coat" ist das sehr angenehm zu hören.
Leider scheint das Album bisher aber keinen Vertrieb gefunden zu haben:
man kann es nur bei den Auftritten des Künstlers erwerben (zum Beispiel
vergangenen Dienstag im Duisburger Steinbruch). Bei Blue Rose,
wo Matthews in den letzten Jahren veröffentlicht hat, scheint man keinen
Jazz zu mögen ...
Schon lange hat dieser legendäre, fast vergessene amerikanische Singer/Songwriter
(sein einziger Hit "Goodtime Charly Got The Blues" wurde u.
a. von Elvis Presley aufgenommen, "The Road" von Jackson
Browne auf "
Susanna Karolina Wallumrod brachte Ende letzten Jahres bereits
die zweite CD mit Coverversionen heraus, dieses mal ohne ihren Partner
Morten Qvenid von Susanna & The Magical Orchestra. Das
"Strickmuster" ist aber das gleiche wie beim Album "