Jahresrückblick
Viele gute Platten gab's auch dieses Jahr zu Hören. Ausnahmsweise habe ich einen Favoriten gefunden, den auch so einige andere Leute gut finden, etwa die vom deutschen Rolling Stone oder der eine oder andere meiner Freunde und Kollegen. Als ich mir Wilcos "Sky Blue Sky" vor wenigen Tagen noch mal angehört und auch die DVD noch mal angeschaut hatte brauchte ich auch nicht lange zögern: zwar mag ich eigentlich alle Platten, die ich auf diesen Seiten so vorstelle, aber die richtig guten Platten mache ich für mich an den richtig guten Liedern darauf fest. Um das deutlicher zu machen habe ich jeweils ein oder zwei Lieder erwähnt, die mir auf den jeweiligen CDs besonders gut gefallen haben - und da kommt eben so leicht nichts an "Impossible Germany" heran! Ganz klar mein Lied des Jahres.
Meine hohe Meinung über die neuen Alben von Laura Veirs und Kim Richey, erstes eine Überraschung, weil ich die Dame bisher nicht wahrgenommen hatte, zweites eine große Freude für mich nach langer (Zwangs)Pause der Lady, gründet sich auch darauf, dass es sich fast durchweg um tolle Songs in originellen Arrangements handelt.
Dann kommen einige alte Helden mit erstaunlich guten Alben, manche mit großem(?) Comeback (Hoelderlin, Crowded House), manche nach größerer Veröffentlichungspause (The Sea And Cake, Linda Thompson), manche, die zwar nie weg waren, aber schon länger nicht mehr so gut (Richard Thompson, Loudon Wainwright III) und manche, die ich nicht auf der Rechnung hatte (Robert Plant mit Alison Krauss, Stephen Duffy) und eine "Wiederentdeckung": Damon & Naomi. Der ehemalige Schlagzeuger und die ehemalige Bassistin von Galaxy 500 macht nun schon seit 15 Jahren auf eigene Rechnung Musik und werden dabei immer besser.
Insgesamt gibt es hier wenige der großen Erfolgsplatten aus anderen Jahreslisten zu finden. Warum ich Devendra Banhart zwar gut, aber eben nicht so toll finde wie der Musik Express, steht weiter unten. Erfreut bin ich auch über das "ordentliche" neue Album von Neil Young, auch wenn es letztendlich keines meiner Jahresfavoriten wurde (richtig vermutet: ich habe kein wirklich tolles Lied darauf gefunden!). Die neue Platte von Rufus Wainwright gefällt mir leider nicht so besonders (zu "operettenhaft"- so will ich es mal vorsichtig umschreiben), aber immerhin stammt eines der schönsten neuen Lieder von Linda Thompsons neuer CD aus seiner Feder. Hier wird auch mein Dilemma deutlich: ich werde wohl alt, mir gefällt der alten Sack Loudon Wainwright offensichtlich viel besser als seinen viel angesagterer Sprössling! Das gibt bei mir sicherlich ganz schlechte Haltungsnoten für "Coolness".
Mehr erwartet hatte ich von Lucinda Williams und
Hobotalk, sonst eigentlich immer Lieferanten
von Ohrwürmern höchster Qualität. Neben Hoelderlin
und Crowded House gab es noch mehr Comebacks,
die mich sehr gefreut haben, auch wenn es zum Teil niemand mitbekommen
hat: Duisburgs Flowerpornoes, Münsters
Green Apple Sea, die Deutschrocklegende
Kraan, die Blue Aeroplanes
("Bristols drittbeste Band" nach eigener Einschätzung)
mit ihrem Tributalbum über das Plattenlabel Harvest (tolle
Idee!), Nick Lowe, Levon Helm,
Kevin Ayers, Robert Wyatt,
sogar Man (allerdings mit schwachem Songmaterial,
aber ich kann den Burschen nicht böse sein).
(29.12.2007)
Das Album des Jahres
weitere
Highlights Jahres (die Top 10)
| #2: Laura Veirs: "Saltbreakers" (Nonesuch, April 2007) |
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| #3: Kim Richey: "Chinese Boxes" (Vanguard, Juli 2007) |
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| #4: Hoelderlin: "8" (EMI/Odeon, März 2007) |
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| #5: The Sea And Cake: "Everybody" (Thrill Jockey, Mai 2007) |
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| #6: Crowded House: "Time On Earth" (EMI/Parlophone, Juni 2007) |
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| #7: Linda Thompson: "Versatile Heart" (Rounder, August 2007) |
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| #8: Richard Thompson: "Sweet Warrior" (Proper, Juni 2007) |
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Die Platte gefällt mir immer besser! Vielleicht sogar was für
meine Top10 zum Jahresende?
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| #9: Damon & Naomi: "Within These Walls" (20.20.20 Records, Sept./Nov. 2007) |
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| #10: Loudon Wainwright III: "Strange Weirdos - Music From And Inspired By the Film Knocked Up" (Universal/Concord, August 2007) |
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auch gut ...
| Norah Jones: "Not Too Late" (EMI/Blue Note, Jan. 2007) |
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Aber zurück zur neuen Platte von Norah Jones, bei der sich zu den ersten beiden Alben musikalisch kaum was verändert hat, außer dass sie nun alle Lieder selber geschrieben hat oder als Autorin beteiligt war, was ihr gelegentlich als Schwachpunkt vorgeworfen wird: es würden "die großen Songs fehlen". Ich für meinen Teil kann das nicht bestätigen. Mir gefallen ihre neuen Lieder auf Anhieb, auch wenn da vielleicht auf dem ersten Blick kein "Hit" zu entdecken ist. Mich freut es, dass Norah sich da jetzt wesentlich mehr zugetraut hat als noch vor 3 Jahren bei "Feels Like Home", wo ja schließlich auch schon die Hälfte der Lieder ihren Namen in der Autorenliste hatten. Erwähnt werden sollte auch Lee Alexander, Bassist, Co-Autor und Freund der Lady, der dieses mal die Produktion ganz alleine gemeistert hat, da Arif Mardin, Produzentenlegende von Atlantic Records und verantwortlich für die ersten beiden Alben, ja im vergangenen Sommer verstorben war. PS: die leider 3 Oiro teurere Deluxe-Edition hat als Beigabe eine DVD
mit ein paar netten Videos. Die Lady gefällt mir nicht nur musikalisch
sehr ... |
| Oren Lavie: "The Opposite Side Of The Sea" (Tuition, Jan. 2007) |
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C.U. |
| "Endless Highway - The Music Of The Band" (429 Records, Jan. 2007) |
Wenn ich was in den Musikzeitschriften über Tribute-Sampler lese
habe ich oft das Gefühl, dass sich die Kritiker genervt fühlen
("schon wieder werden gute Lieder von irgendwelchen Möchtegernkünstlern
verhunzt..."). Sicherlich ist da manchmal was dran und die eine oder
andere Interpretation auch nervend - oder vielleicht auch nur überflüssig.
Aber ich für meinen Teil freue mich immer wieder, wenn ich Songs
von Künstlern, die ich sehr verehre, in neuen Versionen hören
kann: oft bringt mich das dann nach längerer Zeit mal wieder zu den
Originalen zurück. So habe ich "Black
Muddy River" von den Grateful
Dead für mich und Waiting For Louise eigentlich erst durch
die Coverversion von Norma Waterson
wieder entdeckt. Auf jeden Fall gibt es hier tolle Songs aus dem Repertoire von The Band, d.h. es sind zumeist Lieder von Robbie Robertson, gelegentlich zusammen mit seinen Kollegen geschrieben, aber auch zwei (bzw. drei) Nummern von Bob Dylan, die The Band aufgenommen wurden. Die zweite wichtige Zutat sind natürlich gute Interpreten, alle kompetent und mit dem Herzen dabei, auch wenn die großen Überraschungen ausbleiben. Allerdinx brauch ich auch nicht unbedingt eine Hipp-Hopp Version von "Up On Cripple Creek". Was ist besonders schön geworden? Zum Beispiel retten die Allman Brothers "The Night They Drove Old Dixie Down" aus den Klauen von Joan Baez (sorry, Joan!) und Juliane Werding. Auch hat es mich extrem gefreut, alle drei Roche-Schwestern mal wieder gemeinsam singen zu hören ("Arcadian Driftwood"). Gute Platte. (06.05.2007) |
| Rickie Lee Jones: "The Sermon On Exposition Boulevard" (New West, Feb. 2007) |
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Noch 'ne kleine, nette Anekdote: Ich hab am Samstag meine erste Rollertour
2007 gemacht, so wie es sich gehört mit Rheinfähre Orsoy,
und bin dann in Moers gelandet, mitten im Karnevalstrubel, und hab meinen
Freund Peter besucht, der mal in Wesel einen netten Plattenladen hatte
und jetzt sein Geld bei einem HiFi-Diskaunter in Moers verdient. Wir
haben uns nett unterhalten und ich rufe beim Stöbern durch die
CD-Regale kurz rüber, ob das neue Rickie Lee Jones-Album schon
da wäre, als mir gegenüberstehend ein Fremder freudestrahlend
die CD rüberreicht und sagt, dass er sie sich gestern gerade selber
gekauft hätte und total begeistert sei. Fand ich nett. Toller Service.
Ich sollte wohl öfter mal nach Moers fahren. |
| Dirk Darmstaedter: "Our Favorite City" (Tapete, März 2007) |
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PS: Es ist gerade mal April und es befinden sich bereits fünf Platten aus deutschen Landen auf dieser Seite der Neuigkeiten! |
| Flowerpornoes: "Wie Oft Musst Du Vor Die Wand Laufen Bis Der Himmel Sich Auftut?" (V2, März 2007) |
Elf Jahre nach der letzten Platte gibt es von Duisburgs bester Band endlich
wieder was zu hören. Das sind natürlich Tom Liwa mit
seinen Flowerpornoes und nicht Peter Bursch mit seiner Bröselmaschine.
Eigentlich gibt es keinen großen Unterschied zu den letzten Soloplatten,
denn die Rhythmusgruppe der Mailorder-CD als Tribut an Randy California
(die ich auch unbedingt noch mal vorstellen muss!), Peter Herrmann
am Bass und R.M.Leukel am Schlagzeug, ist auch hier auf den meisten
Songs mit dabei (die alte Band mit Schwester Birgit Q. an der Kirmesorgel
und Bassmann Markus Steinebach kam erst im Laufe der Aufnahmen
wieder zusammen). Aber irgendwie hat das Ganze eine ganz neue Dynamik,
die den Soloplatten fehlte!Etwas merkwürdig finde ich allerdinx, dass die Band ihr neue Platte beim englischen Label V2 von Richard Branson dem ehemaligen Macher von Virgin herausbringt. Wird da viel von der Band erwartet oder ist das nur ein Abschreibungsmodell? Weil es sich in jedem Fall um eine tolle Platte handelt soll uns Hörern das jetzt mal total egal sein ... (04.03.2007) |
| Green Apple Sea: "Forever Sounds Great" (Skycap, März 2007) |
Scharmant-dezenter Singer-Songwriter-Pop aus Münster. "Americana"
aus Westfalen? Klingt komisch, ist aber so.(06.05.2007) |
| James Harries: "Days Like These" (Dekkor, März 2007) |
Eine
Entdeckung von meinem Bandkollegen bei Songs
To The Siren, Mathias Schüller, der den waliser Sänger
mit tschechischem Wohnort am vergangenen Samstag in "seinem Club",
dem Weseler Jugendzentrum
Karo, zu Gast hatte. Nur mit Akustikgitarre (allerdinx mit vielen
Effektgeräten!), einer gigantischen Stimme und einer virtuosen tschechischen
(?) Rhythmusgruppe hat er dort einen Wahnsinnsgig abgeliefert, der den
Top-Act aus Holland, Ad Vanderveen, ein ganz klein wenig alt aussehen
ließ. Mathias findet, das James was von Jeff Buckley hat, einem
seiner erklärten Helden. Ich höre dagegen (bei aller Eigenständigkeit
des Mannes!) eher Tim Buckley raus. Womit wir uns ja dann ja doch
irgendwie einig sind.Ach ja - ausnahmsweise habe ich mal wieder auf einem Konzert die CD gekauft, die erst Ende März offiziell erscheinen wird. Sie hält die Versprechungen des Konzerts und bietet sogar noch mehr, weil dort alles etwas üppiger arrangiert ist, ohne überladen zu sein: Zentrum bleiben Stimme und die ausgezeichnet gespielte Akustikgitarre. Moderne und gleichzeitig zeitlose Singer-Songwriter-Musik "at it's best"! Ich bin mal gespannt, ob James Harries im Laufe des Jahres noch etwas bekannter wird. Das Zeug dazu hat er in jedem Fall. (09.03.2007) |
| Kraan: "Psychedelic Man" (EMI/Harvest, März 2007) |
Und
noch mal Deutschrock! Kraan waren in den 70ern genauso wie Hoelderlin
beim Stuttgarter Intercord-Label unter Vertrag und bringen jetzt
ebenfalls bei der alten Tante EMI, sogar bei deren reaktiviertem (?) Kultlabel
Harvest, eine neue Platte heraus, die ebenfalls nicht altbacken
daherkommt. Ich war zwar vor allem wegen dem virtuosen, aber manchmal
eben auch penetranten Bassspiel von Helmut Hattler nie ein echter
Kraan-Fan (mein einziges, damals in den 70ern gekauftes Album war
das "kommerzielle" Album "Let
It Out"), aber die neuen Sachen machen Spaß beim Hören.
Und sogar Herr Hattler spielt angenehm banddienlich.(01.04.2007) |
| Man: "Diamonds & Coal" (Point, März 2007) |
Alte
Helden - erster Teil: es war nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied
Deke Leonard und dem Rückzug vom
Micky Jones, letztem verbliebenen Musiker der ersten Besetzung
von 1968, nach schwerer Erkrankung, nicht zu erwarten, dass es noch mal
eine neue Man-Platte geben würde, aber Bassist Martin Ace,
mit Unterbrechungen immerhin seit 1970 dabei, hat in seinem Sohn Josh
Ace und Mickys Sohn George Jones kompetenten Ersatz an den
Gitarren gefunden. Es gibt jetzt also Man "in der zweiten Generation".
Das Ganze birgt natürlich gewisse Risiken, weil Deke und Micky nicht
wirklich zu ersetzen sind, aber die Youngsters halten sich eigentlich
ganz gut. Positiv ist also zu vermerken, dass es Man immer noch gibt und immer noch grandios rockt. Dazu kommt, dass die Platte (für Man-Verhältnisse) gut produziert ist. Die Schwachpunkte dürfen aber nicht verschwiegen werden: Gesanglich können der "bisheriger Gelegenheits- und jetzt Hauptsänger" Martin Ace und die beiden Junioren die Lücke von Deke und Mickey nicht füllen. Auch stellt sich beim ersten Hören der Eindruck ein, dass das neue Songmaterial nicht an die alten Klassiker vom Schlage "Bananas" und "C'mon" heranreicht. Aber vielleicht relativiert sich meine Einschätzung ja noch? Auf jeden Fall freue ich mich auf die kommende Deutschlandtournee. Mit Glück kann ich die Burschen dann im April in Nürnberg sehen. Und da gibt es dann garantiert "Bananas" und "C'mon" zu hören! (10.03.2007) |
| Graham Parker: "Don't Tell Columbus" (Bloodshot, März 2007) |
Schön, dass es so jemanden wie den Herrn Parker noch gibt! Ein alter
Sack, dessen erste Platten in den 70ern als Pubrock und sogar als Punkrock
angeboten wurden. Vielleicht erinnert sich ja noch der eine oder andere
von Euch an das tolle Debütalbum "Howlin'
Wind" oder seinen Rockpalastauftritt ca. 1980 mit seiner Band
"The Rumour" in der damals Brinsley Schwarz (auch so
eine kleine Pubrocklegende) und sogar Nicky Hopkins mitgewirkt
haben. "The Rumour" gibt es schon lange nicht mehr und Graham
Parker hat es inzwischen von England in die USA verschlagen, wo er sich
in seiner keinen Nische als knarziger Singer/Songwriter wohl ganz gut
eingerichtet hat. Auf jeden Fall bringt er regelmäßig gute
bis sehr gute Alben heraus - zwar nicht mehr bei einer großen Plattenfirma
(er war in den Spät70ern ein Hoffnungsträger von Polygram/Vertigo
neben - ähem- den Dire Straits!),
aber immerhin beim kultigen Americana-Independent Label Bloodshot
(Waco Brothers, Ryan Adams).
Sehr sympathisch finde ich es auch, daß er als ehemaliger "Schrammelgitarrist"
inzwischen bis auf Schlagzeug und Keyboards alle Instrumente sehr kompetent
selber spielt. Auch wenn da sicherlich der "enge finanzielle Rahmen"
einer Independent-Produktion eine nicht unwichtige Rolle bei dieser Entscheidung
gespielt hat. Außerdem ist Graham Parker einer der wenigen Menschen, der
Pilotenbrillen tragen kann und darf.(29.04.2007) |
| Sons Of Jim Wayne: "Leavingthecave" (Warehouse, März 2007) |
Vorzüglicher Low-Fi-Alternative-Country aus dem kleinen Städtchen
Waltrop bei Dortmund vom Duo Stefan Kullik und Bernd Uebelhöde
(Ex-Ferryboat Bill).(01.04.2007) |
| Lucinda Williams: "West" (Lost Highway, März 2007) |
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Wenn das Alles jetzt zu negativ klingt, so will ich doch betonen, dass
es ein schönes Album ist - aber Lucinda gehört für mich
eben zu den Allerbesten der Singer/Songwriter-Zunft und ich habe wohl
etwas mehr erwartet. Oder vielleicht etwas Überraschenderes. |
| Neil Young: "Live At Massey Hall 1971" (Reprise, März 2007) |
So
- jetzt habe ich lange genug gewartet, um mir eine Meinung zu bilden zum
"neuen" Neil Young-Album. In den Zeitschriften und BLOGs habe
ich oft was von einem "Meisterwerk" gelesen. Dabei ist es doch
"nur" ein - wenn auch sehr schöner - akustischer Soloauftritt
von einem meiner Helden aus seiner Frühzeit "zu Hause"
in Toronto, Kanada. Auf der Habenseite stehen für mich ganz klar der Klang der CD und die zumindest teilweise ungewohnte Setliste: so gibt es zum Beispiel einige Lieder vom erst im folgenden Jahr erscheinenden Album "Harvest" zu hören, die damals natürlich noch niemand kannte. Es gibt aber auch Nervendes: zum Beispiel der für meine Ohren etwas peinliche Applaus des Publikums in "Journey Through The Past" bei der Stelle "Now I'm Going Back To Canada...". Außerdem finde ich die Bildaufnahmen auf der Bonus-DVD wegen der miserablen Qualität eher "unansehnlich". Vielleicht bin auch nur in Anbetracht der aktuellen Veröffentlichungsflut von Neil Young (innerhalb von einem und einem halben Jahr sind erschienen: "Prairie Wind" (September 05), "Living With War" (Mai 06), "Live At Fillmore 1970" (11/06), "Living With War - In The Beginning" (12/06), die DVD "Heart Of Gold" (01/07) und jetzt diese Live-CD) auch nur übersättigt? Auf jeden Fall habe ich mir die Zweitauflage von "Living With War" ohne den Riesenchor nicht mehr gekauft, obwohl die Platte "noch besser als die erste Version" sein soll. Ich fühle mich da ein klein wenig verarscht. Na ja - "Live At Massey Hall" kann da ja nichts für. Wie auch immer. (13.05.2007) |
| "Keren Ann" (EMI/Blue Note, April/Juni 2007) |
Dies ist wohl schon das dritte Album der Dame, die aus Israel stammt,
in Paris aufgewachsen ist und inzwischen in New York lebt und arbeitet.
Frühere Alben sollen in Französisch sein, aber auf diesem titellosen
Album wurde erstmals ausschließlich Englisch gesungen. Für ältere
Zeitgenossen: Es klingt stark nach Velvet
Underground. Etwas Jüngere unter uns fühlen sich vielleicht
ein wenig an die Band Mazzy Star erinnert,
die ja aber auch im Grunde nach VU klangen.
So etwas mag ich natürlich sehr!(30.09.2007) |
| Dinosaur Jr.: "Beyond" (Play It Again Sam, April 2007) |
Das kam für mich sehr überraschend, dieses neue Album einer
meiner allerliebsten "Krachbands"! Sogar in Urbesetzung mit
Trommler Murph, Bassist Lou Barlow und Bandchef J. Mascis.
Das klingt alles so frisch und unverändert, als wären seit "Freak
Scene" keine 20 Jahre in's Land gegangen.(13.05.2007) |
| Inger Marie Gundersen: "By Myself" (Stunt, April 2007) |
Eine
Zufallsentdeckung aus dem Radio, die ich fast wieder vergessen hatte!
Inger Marie Gundersen ist eine mir bislang unbekannt gebliebene Jazzsängerin
aus Dänemark - zumindest wurde die CD in Kopenhagen aufgenommen.
Neulich fiel mir das besagte Hörerlebnis wieder ein, aber ich konnte
mich nicht mehr an den Namen der Dame erinnern. Zum Glück kam ich
dann aber mit einigem Grübeln wieder auf das Lied, das gespielt wurde:
"I Don't Want To Talk About It", bekannt gemacht von Rolf
Stuttgart, aber geschrieben von Danny Whitten, zu finden auf
dem Debütalbum von Neil Youngs Begleitband "Crazy
Horse". Durch Googeln kam ich dann auch wieder auf den Namen
der Sängerin und entdeckte, dass sich auf der CD noch mehr tolle
Songs befinden, in ebenso schönen Jazzversionen: Lieder von James
Taylor, Billie Holliday, Hank Williams und Jaques
Brel, dazu sogar "A Taste Of Honey" (diese WDR2-Mittagsmagazin-Herb
Alpert-Nummer, die auch schon von Lizz Wright
veredelt wurde) und sogar "One" von U2.(01.12.2007) |
| Nils Koppruch: "Den Teufel Tun" (V2, April 2007 |
Und schon wieder ein Album aus deutschen Landen, das mir gefällt
- und sogar eins mit deutschen Texten! Nils Koppruch kannte man
bisher nur als Sänger und Songschreiber der offensichtlich dahingeschiedenen
Hamburger Band Fink, die ich eigentlich
immer sehr gemocht habe, auch wenn mir am Schluss ihre Mischung aus Country
und Rock mit moderner Elektronik nicht mehr so zugesagt hat. Von den Drumcomputer-Experimenten
und anderen Spielereien ist auf seinem ersten Soloalbum nichts übrig
geblieben, sodass man hier vielleicht von einem der besten Fink-Alben
sprechen kann.(20.04.2007) |
| Patti Smith: "Twelve" (Columbia, April 2007) |
Braucht
die Welt ein weiteres Album mit Coverversionen? Natürlich nicht.
Aber das ist für mich auch nicht die Frage, denn ich mag viele dieser
Hommagen doch sehr. Vor allem wenn sie von jemandem stammen, der als Songschreiber
selber zur ersten Garnitur gehört. So wie Patti Smith.Die Auswahl der Songschreiber auf "Twelve" ist zwar nicht überraschend (Beatles, Stones, Neil Young, Dylan, Doors), aber doch ganz offensichtlich mit Herzblut gemacht worden. Und besonders dann, wenn Patti Smith sich an einer so bekannten Vorlage wie "Gimme Shelter" oder "Smells Like Teen Spirit" versucht und dabei dann etwas ganz Eigenes schafft, wird deutlich, was für eine große Künstlerin diese Frau doch selber ist. (14.04.2007) |
| The Blue Aeroplanes: "Harvester" (EMI/Harvest, Mai 2007) |
|
Fazit: eine merkwürdige Platte. Eine tolle Platte. Und meine erste
Deep-Purple-Coverversion. Ein Coveralbum der besonderen Art! |
| Cowboy Junkies: "At The End Of Paths Taken" (Cooking Vinyl, Mai 2007) |
Kaum noch wahrgenommen von der breiten Öffentlichkeit bei uns bringt
diese kanadische Band regelmäßig gute Alben heraus. Vielleicht
nicht mehr ganz so spannend wie in den späten 80ern ("The
Trinity Session") und frühen 90ern "The
Caution Horses"), aber kann man einer Band vorwerfen, dass man
sich auf sie verlassen kann? |
| Great Lake Swimmers: "Ongiara" (Nettwerk, Mai 2007) |
Diese
kanadische Band um den Sänger & Songschreiber Tom Dekker
hatte ich ja bereits vor einigen Wochen mit ihrem neuen Album "Lost
Channels" an dieser Stelle präsentiert, nachdem ich sie
live im Duisburger Steinbruch erlebt hatte. Auch "Ongiara",
der Vorgänger von 2007, ist ganz grossartig und hat sogar ein noch
schöneres Cover. Und besser spät entdecken als gar nicht!(02.01.2010) |
| Hobotalk: "Homesick For Nowhere" (Glitterhouse, Mai 2007) |
|
Keine wesentlichen neuen Erkenntnisse beim dritten Hördurchgang!
Ein Lied fällt auf, "How It Is". Und weiterhin Verwirrung
ob der fünf instrumentalen Zwischenspiele. |
| Kings Of Leon: "Because Of The Times" (RCA, Mai 2007) |
Keine Ahnung eigentlich, warum mir diese Band aus Nashville/Tennessee
so gut gefällt, denn eigentlich machen sie nichts Besonderes - zumindest
nichts besonders Originelles. Aber irgendwie passt das halt alles toll
zusammen und ergibt eine feine Rockplatte. Leider scheint es dieses mal
kein 10-Inch-Doppelvinyl zugeben, sodass ich mir doch die CD kaufen musste!(06.05.2007) |
| Nick Lowe: "At My Age" (Proper, Mai 2007) |
Schön, mal wieder was von einem meiner Helden aus alten Pubrockzeiten
bei den Bands Brinsley Schwarz
und Rockpile zu hören. Beim
ersten Eindruck wirkt es zwar etwas schlapp, aber wir sind ja durch den
Titel der CD vorgewarnt und dürfen keinen 70er-Jahre-Rock erwarten.
Es klingt sogar eher nach den 40ern und 50ern (so weit ich das beurteilen
kann). Der Mann ist inzwischen in der Van Morrison-Liga angekommen
- eigentlich gefällt es mir sogar besser als das, was man zuletzt
von "Van The Man" zu hören
bekam!(23.06.2007) |
| Son Volt: "The Search" (Mai 2007) |
So langsam mache ich mir Gedanken, was denn mein Lieblinxalbum des Jahres
sein könnte. In der ganz engen Wahl befindet sich das neue Wilco-Album,
wobei ich ausnahmsweise mal auf der gleichen Wellenlänge wie der
deutsche Rolling Stone liege, während Devendra Banhart,
Sieger beim Musik Express, mich immer noch ein klein wenig ratlos
macht. Während ich also vor mich hin grüble fällt mir auf, daß ich die neue Platte von Son Volt, der Band von Jay Farrar, dem ehemaligen Bandkollegen von Jeff Tweedy in alten Uncle Tupelo-Tagen doch glatt vergessen habe! Schnell die CD rausgeholt und aufgelegt - eine wunderschöne CD, aber natürlich schwebt da immer der Vergleich mit seinem alten Partner drüber. Und gäbe es da wirklich ein Duell der beiden (was ich nicht hoffe!), so hat Farrar in der Disziplin "Wahrnehmung in der Öffentlichkeit" natürlich auf ganzer Linie verloren, während er in den Disziplinen "Gesangsdarbietung" und "Qualität Songwriting" für mich in Augenhöhe mit Tweedy arbeitet, als Sänger und Gitarrist vielleicht sogar noch etwas besser ist. Warum würde ich trotzdem wohl Wilco den Vorzug vor Son Volt geben? Wilco sind (inzwischen) zu einer ganz tollen BAND geworden, mit einer atemberaubenden Teamleistung, wenn man etwa an die Gitarrenarbeit von Nels Cline und das Schlagzeugspiel von Glenn Kotche denkt, während es sich bei Son Volt doch eher um einen tollen Singer/Songwriter mit guter Begleitband handelt. (24.12.2007) |
| "A Tribute To Joni Mitchell" (Nonesuch, Mai 2007) |
Und hier ein weiterer Tribute-Sampler! das besondere ist hier vielleicht
die ungewöhnlich hochkarätig besetzte Interpretenriege, durch
die der besondere Stellenwert von Joni Mitchell als Autorin bestens hervorgehoben
wird: Björk, Caetano Veloso, Prince, Elvis
Costello, Emmylou Harris und James Taylor wird man sicherlich
so schnell nicht wieder gemeinsam auf einem Tribute-Sampler finden. (06.05.2007) |
| Ryan Adams: "Easy Tiger" (Lost Highway, Juni 2007) |
Da geht es wohl nicht nur mir so: die wirre Veröffentlichungspolitik
vor einigen Jahren mit einem guten ("Cold
Roses") und zwei mittelmäßigen ("Jacksonville
City Nights" und "29")
Alben innerhalb von zwölf Monate anstatt einem Knaller vom Kaliber
"Heartbreaker" bzw.
"Gold" hat dazu geführt,
dass ich mich nicht sonderlich auf das neue Album gefreut habe. Ich hab
es mir natürlich trotzdem gekauft, u. a. weil die bisherigen Kritiken
von einem Album sprechen, dass zwar nicht "richtig toll" sei,
aber eben das beste seit den beiden oben genannten Werken. Beim ersten
Hören hat es noch nicht Klick gemacht, aber das kann ja noch werden
...(01.07.2007) |
| "The Autumn Defense" (Broken Horse/Broadmoor, Juni 2007/2008) |
Bereits 2006 aufgenommen und 2007 beim familieneigenen Label Broadmoor
von Schwester Laurie Stirratt in den USA erschienen (siehe dazu
auch die beiden CDs von Blue Mountain!), wurde
das neue Werk der beiden Wilco-Musiker
John Stirratt und Pat Sansone jetzt auch in England veröffentlicht
und erreicht schließlich auch meine Aufmerksamkeit. Auch hier gilt wie
schon bei When Skipack Tripped: auf Grund
der Qualität des Vorgängers "Circles",
kann man sich das neueste Werk der Band ungehört anschaffen - und
wird nicht enttäuscht!!!(14.08.2008) |
| "COLLIE ///// electric" (Rent A Dog, Juni 2007) |
Das neue Album von Markus Maria Jansen aus Krefeld, früher
mal Sänger der wunderbaren M. Walking
On The Water, in den letzten Jahren unter dem schlichten Namen Jansen
mit deutschen Texten unterwegs, jetzt aber mal wieder in Englisch und
ganz puristisch rockend mit Gitarre, Bass und Schlagzeug und mit einem
ganz tollen Bandnamen. Das findet der eine oder andere wahrscheinlich
langweilig. Ist aber richtig gut.(24.12.2007) |
| Zwanie Jonson: "... It's Zwanietime" (Buback Tonträger/Hoobert, Juni 2007) |
Christoph Kähler, Schlagzeuger für Veranda
Music, Nils Koppruch und Wolf
Maahn, hat im letzten Jahr fast unbemerkt ein wunderschönes Soloalbum
herausgebracht, irgendwo zwischen Folk, Gitarrenpop und Barjazz angesiedelt.
Ich sag mal: Brian Wilson und die Beatles sind nicht weit
weg. Alles selber komponiert und ganz toll gesungen - und dazu auch noch
fast alles selber eingespielt, aber es hat gar nichts von dillethantischem
bis höchstens charmantem Homerecording, sondern klingt auch noch
richtig gut produziert. Singende & komponierende Trommler - das scheint ja ein neuer Trend zu sein (hallo Mathias!). (09.03.2008) |
| Glenn Mercer: "Wheels In Motion" (Pravda, Juni 2007) |
Solodebüt des ehemaligen Sängers der Feelies.
Die alte Magie ist (wieder?) da. Fast alle alten Bandkollegen mischen
mit, sogar der inzwischen zum Starschlagzeuger aufgestiegene Anton
Fier (Golden Palominos). Zeitloser,
hypnotischer Gitarrenschrammelrock. Mag ich immer noch sehr. (28.07.2007) |
| #13: Mark Olson: "The Salvation Blues" (Hacktone, Juni 2007) |
|
Die Platte nach der Trennung von Victoria Wiliams beinhaltet
(wie zu erwarten) viele Lieder über Trauer und Verlust, hat aber
auch ein paar durchaus positive Überraschungen dabei: es war beim
neuen Plattenlabel offenbar ein größerer Etat da, der einen Sound
fast wie auf den alten Jayhawks-Platten
ermöglicht hat. Dieser Eindruck entsteht nicht zuletzt auch deswegen,
weil die Gesangsharmonien von Gary Louris, seinem alten Partner
bei den Jayhawks stammen.
Viel Geld wurde auch in die Verpackung gesteckt: die CD kommt zumindest
in der Erstauflage wie ein Buch (im Schutzumschlag samt Klappentext)
daher. |
| Judee Sill: "Live In London - The BBC Recordings 1972-1973" (Water/Troubadour, Juni 2007) |
Erstmalig offiziell veröffentlicht sind hiermit die Aufnahmen, die
Judee Sill bei ihren London-Besuchen gemacht hat. Auch solo zur Gitarre
oder zum Klavier war die Frau beeindruckend.(28.07.2007) |
| Rufus Wainwright: "Release The Stars" (Geffen, Juni 2007) |
|
Ich bin immer noch nicht schlauer. Viel Operette, wenig Rock'n'Roll.
Immerhin kann man irgendwo die Gitarre von Richard
Thompson heraus hören ... |
| James Yorkston: "Roaring The Gospel" (Domino, Juni 2007) |
Eine nette Raritätensammlung des schottischen Sängers aus den
Jahren 2000 bis 2006, die mir fast entgangen wäre. Besonders interessant
ist für mich natürlich die bisher nur auf einer Single-B-Seite
erhältliche Coverversion von Tim Buckley's "Song To The
Siren", für die Yorkston mal bei einem Konzert in Spanien von
einem Fan gerügt wurde, wie er selber in den ausführlichen Linernotes
berichtet und dann ganz unschuldig entgegnet, dass er doch lediglich die
Aufnahme von This Mortal Coil kennen würde und gar
nicht wüsste, dass die Nummer von Tim Buckley sei.(23.06.2007) |
| Lonnie Jordan: "War Stories" (Concord/Fantasy, Juli 2007 * Jan. 2008) |
Von der Papierform her ist das eigentlich kein Gewinnerspiel: Lonnie
Jordan, vor langer Zeit mal Keyboarder der legendären Funkband
War, bringt nach ungefähr 20
Jahren Studioabstinenz ein Soloalbum heraus, auf dem er neben neuen eigenen
Songs und ein paar interessanten Neubearbeitungen alter Rocksongs ("Paint
It Black" von den Stones als Salsa, Mambo oder so was Ähnliches
und eine tolle Neuinterpretation von "Third Stone Frome The Sun"
von Jimi Hendrix) auch fünf Nummern seiner alten Kapelle War
neu eingespielt hat. Und dann nennt er das Ganze auch noch "War Stories",
damit auch JEDER weiß, was Sache ist. Das riecht vom Weiten also verdammt
und penetrant nach Wiederaufbereitung oder sogar Leichenfledderei! Das in den USA bereits im vergangenen Sommer veröffentlichte Album steht außerdem erst seit Anfang des Jahres als teurer Import bei uns in den Plattenläden. Ich hab's auch erst vor zwei Wochen zufällig dort entdeckt und - nachdem es mit einiger Verzögerung beim Namen Lonnie Jordan bei mir "KLICK" gemacht hat - es mir sofort angehört. Ich war total begeistert vom Sound: altmodisch in den 70ern verankert (nur analoges Zeug: Fender Rhodes, Mellotron, Mini Moog, etc.) und gleichzeitig mit einer absolut modernen, fetten Produktion. Der Preis von 18 Oiro 99 hat mich dann aber vom Kauf zunächst abgehalten. Zuhause stellte ich dann leider fest, dass die Platte über Webshops sogar noch teurer ist - wenn sie sie überhaupt angeboten wird. Deshalb steht jetzt also doch mit etwas Verzögerung ein Album für fast 19€ in meinem Plattenschrank - aber der Kauf hat sich absolut gelohnt: Funk & Latin-Rock at it's best - genauso wie schon bei War zu ihren besten Zeiten! (02.03.2008) |
| Os Mutantes: "Mutantes Live: Barbican Theatre, London, 2006" (Luaka Bop, Juli 2007) |
Brasiliens beste Rockband kehrte nach über 30 Jahren auf die Bühne
zurück und spielte im Londoner Konzertsaal "Barbican Theatre"
ein grandioses Konzert, das hier auf CD und DVD vorliegt. Ich habe in
den letzten Jahren kaum eine Konzert-DVD gesehen, die mich ähnlich
begeistert hat. Übrigenz eine sehr günstige Zufallsentdeckung
aus der Grabbelkiste im 2nd-Hand-Shop. Da strahlt der Schatzsucher in
mir.(27.09.2008) |
| Fionn Regan: "The End Of History" (Lost Highway, Juli 2007) |
Fionn Regan ist ein junger irischer Singer/Songwriter und Akustikgitarrist,
dessen wunderbares Debütalbum ich bei der Erstveröffentlichung im Sommer
2006 in England auf dem Bella Union Label genauso verpasst habe, wie die
Zweitveröffentlichung vom Sommer 2007 in den USA bei Lost Highway. Allerdinx
gibt es vom US-Label ein 10"-Vinyl-Doppelalbum, das ich kürzlich
im Kölner Normal-Plattenladen entdeckt habe. Der Sticker auf der Hülle
zitierte u. a. die Times ("this is similar
to Dylans early albums, but with the flow of a Nick Drake - a stunning
combination") und den NME ("Ireland's
answer to Bright Eyes"), was natürlich erst einmal ziemlich
marktschreierisch daherkommt. Da ich aber in guter Stimmung war, vor allem
weil ich beim Stöbern endlich Nick Drakes "Five
Leaves Left" als neuwertiges Vinyl zu einem erschwinglichen Preis
gefunden hatte, habe ich auch hier ohne langes Überlegen zugegriffen.
Der Kauf hat sich gelohnt! Ich höre zwar keinen Dylan heraus, vielleicht ein wenig Conor Oberst bei der Gesangsstimme. Dafür sind aber die Lieder durchweg gut, extrem sparsam instrumentiert, aber man vermisst nichts: es gibt kein Bedürfnis nach größeren Arrangements (so wie auch schon auf "Pink Moon" oder von mir aus auch beim frühen Dylan). Vor allem aber hat der Bursche (im Unterschied zu Dylan!) eine sehr gute und interessante Fingerstyle-Technik auf der Gitarre, die sich nicht vor der von Nick Drake zu verstecken braucht! Noch ein Tipp: guckt Euch das Video zum Opener "Be Good Or Be Gone" auf Youtube an! (21.11.2008)
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| Josh Rouse: "Country Mouse, City House" (Bedroom Classics, Juli 2007) |
Die
letzten CDs von Josh Rouse fand ich alle ziemlich gut, besonders "Nashville"
von 2005 und "1972" von
2003. Jetzt habe ich das neue Album schon zweimal durchgehört - alles
klingt genauso wunderbar wie bisher - aber irgendwas fehlt mir: leider
weiß ich nur nicht so genau, was das ist. Vielleicht der unnachahmliche
Rouse-Ohrwürmer, der einen sofort packt?Ich werde dem Album wohl noch öfter lauschen müssen ... (11.09.2007) |
| The Sheiling: "Life In A Box" (Umbrella Head, Juli 2007) |
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"Life In A Box" kann man hier bestellen: www.fourdogsmusic.co.uk |
| Luciana Souza: "The New Bossa Nova" (Verve, Juli 2007) |
Die erste Anschaffung als Nachwirkung auf die neue Till
Brönner-CD: Luciana Souza ist Brasilianerin und legt hiermit
ihr erstes englisch gesungenes Album vor. Es ist auch kein reines Bossa-Nova-Album,
sondern liegt genauso wie "Rio"
von Till Brönner im Spannungsfeld von Jazz / Pop / Brasilien.
Die Lieder selber sind meist nicht ganz so bekannt, stammen aber fast
alle von den besten Songschreibern der "etwas gesetzteren Generation":
Leonard Cohen, Randy Newman,
James Taylor (der sogar bei seinem "Never Die Young"
mitsingt), Brian Wilson (das göttliche "God Only Knows"
von Pet Sounds!), Joni Mitchell,
Steely Dan und Sting. Nur eine Nummer von Elliot Smith
passt da generationstechnisch nicht so ganz hinein, fällt aber nicht
unangenehm auf. Insgesamt eine sehr schöne CD von einer großen Sängerin,
die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte!(03.10.2008) |
| Richard & Linda Thompson: "In Concert, 1975" (Island, Juli 2007) |
Familie
Thompson und kein Ende! Nach den tollen neuen Soloalben von Richard
und Linda gibt es jetzt nach über 30 Jahren
endlich die damals geplante, aber nie durchgeführte Veröffentlichung
eines Livealbums der beiden. Zwar gab's drei der Lieder schon mal auf
der Richard Thompson-Compilation "(guitar, vocal)" von 1976,
aber jetzt endlich das komplette (?) Konzert vom November 1975 zu hören
ist doch eine feine Sache. Die Thompsons sind in gesanglicher und instrumentaler
Höchstform (O.K. Linda singt nur ...), genauso wie die wunderbare
Rhythmusgruppe, bestehend aus Dave Mattacks und Dave Pegg
von Fairport Convention und dem
virtuosen Akkordeonspieler John Kirkpatrick.Ach ja - in wenigen Tagen kommt auch das dritte Soloalbum von Sohn Teddy heraus - und auch Tochter Kamila steht angeblich kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums. (11.09.2007) |
| Kelly Willis: "Translated From Love" (Rykodisc, Juli 2007) |
Am selben Tag wie Kim Richey meldet sich auch eine
weitere, von mir sehr verehrte Sängerin zurück. Auch sie hat
fünf Jahre verstreichen lassen seit ihrem letzten Album "Easy",
was aber, soweit ich es weiß, mit einer Babypause zu tun hat. Wenn dann
so etwas schönes entsteht spielt das auch überhaupt keine Rolle.
Vorzüglich produziert wurde das Album von Chuck Prophet (Ex
Green On Red) (28.07.2007) |
| Vic Chesnutt: "North Star Deserter" (Constellation, Aug. 2007) |
Dem Mann vom Glitterhaus ging's nicht anders als mir: Vic Chesnutt
ist schon irgendwie gut, aber auch nicht soooo gut, wie manche Leute
behaupten. Bis man bei "North Star Deserter" dann doch begristert
ist und nur noch staunen kann, denn auch ein exzellenter Versschmied
braucht für ein richtig tolles Album eben eine richtig tolle
Band. Die Kombination von Chesnutt und dem wunderbaren Silver
Mt. Zion Memorial Orchestra aus Montreal ist anscheinend genau
die richtige!(10.04.2010) |
| Mekons: "Natural" (Quarterstick, Aug. 2007) |
Seit
ungefähr 30 Jahre existierte diese aus Leeds stammende Band. Was
mal als politischer Punkrock begann hat sich zu zeitlosem, politischem
"Rock i.w.S." entwickelt, nicht mehr wirklich Punk (man wird
ja älter, zynischer und weiser), auf keinen Fall Mainstream, irgendwie
schon so was wie "Alternative" oder sogar "Americana",
nie gleich klingend auf zwei Alben, manchmal nervend, aber auf jeden Fall
immer spannend. Beim neuen Album, dessen Erscheinen mich völlig überrascht
hatte, klingt alles wieder etwas akustischer und zugänglicher als
bei den vergangenen Platten, was meinen momentanen Hörgewohnheiten
entgegenkommt und manchem Hardcorefan der Band vielleicht den Spruch "Ausverkauf"
oder "seicht" entlockt. Mir ist das völlig egal. Welche
andere Band ist schon ähnlich lange im Geschäft kann von sich
behaupten, auch immer noch so spannende Musik zu machen und so eigenständig
zu sein?(07.09.2007) |
| David Murray Black Saint Quartet feat. Cassandra Wilson: "Sacred Ground" (Justin Time, Aug. 2007) |
Seit längerem mal wieder eine aktuelle Jazzplatte auf dieser Seite.
David Murray, einer der weltbesten Tenorsaxofonisten, legt hier eine fast
klassische (im Coltran'schen Sinne) Quartettplatte hin, bei der zwei Titel
durch den Gesang von Cassandra Wilson veredelt werden. Zeitlos,
kraftvoll, inspiriert, modern. Und das alles gleichzeitig. Vielleicht
sollte ich auch noch einmal an seine tolle CD "Dark
Star" erinnern, auf der er mit großem Bläserensemble
Grateful-Dead-Stücke zum Besten gibt?(30.09.2007) |
| Okkervil River: "The Stage Names" (Jagjaguwar, Aug. 2007) |
Zwar letztes Jahr schon gehört und als gut befunden, aber erst jetzt wieder
entdeckt, als der Nachfolger "The
Stand Ins" erschienen ist.(19.10.2008) |
| Kevin Ayers: "The Unfairground" (Tuition, Sept. 2007) |
Bei Althippie Kevin Ayers musste ich nicht lange überlegen, ob ich
das neue Album mag: heute Mittag von einer bezaubernden Briefträgerin
überreicht wusste ich schon nach wenigen Takten der Musik, dass das
was für mich ist!Wie ich lesen konnte, liegt das letzte Album bereits 15 Jahre zurück - ich kann mich sogar noch ganz grob dran erinnern, wie ich es mir damals gekauft habe, auch wenn ich mich nicht wirklich erinnern kann, ob ich "Still Life With Guitars" damals gut fand. Auf jeden Fall habe ich das Album scheinbar vergessen, denn in meinen Highlights von 1992 ist es bislang nicht zu finden. (11.09.2007) |
| Devendra Banhart: "Smokey Rolls Down Thunder Canyon" (XL Recordings, Sept. 2007) |
|
Bestes Album des Jahres nach Meinung des Musik Express... Da habe ich
mir die CD doch noch mal angehört, ob ich da was überhört
habe - und ich mag es immer noch. Die musikalische Vielfalt ohne musikalische
Beliebigkeit ist schon sehr beeindruckend. Von den Liedern gefällt
mir besonders gut die lange Jam "Seahorse", das aber mit den
historischen Vorbildern von den Allman Brothers oder den Grateful Dead
(natürlich) nicht mithalten kann. Am schönsten sind daneben
die folkigen Songs wie "Seaside" mit seinen schönen Streichern
- wenn da nicht zu oft dieser jodelartige ("jodelartig", weil
es kein wirkliches Jodeln ist!) Gesang kommen würde. Den mag ich
einfach nicht. |
| Gravenhurst: "The Western Lands" (Warp, Sept. 2007) |
Portishead, My
Bloody Valentine und Fairport Convention
in einem Topf zusammengerührt? Das ist ziemlich reißerisch, aber
sicherlich etwas zu einfach formuliert. Auf jeden Fall hat Sänger,
Songschreiber und Gitarrist Nick Talbot aus Bristol zusammen mit
Drummer Dave Collingwood ein tolles Album hinbekommen, das mir
bei der Veröffentlichung im vergangenen Herbst leider entgangen ist.
Als es jetzt, bereits wenige Monate später, im "Nice Price-Segment"
aufgetaucht ist, habe ich endlich zugegriffen. Schönes, altmodisches
Cover. Schöne, zeitlose Musik.(11.05.2008) |
| Joe Henry: "Civilians" (Anti, Sept. 2007) |
Eine
kuriose Geschichte, wie ich auf dieses Album gestoßen bin, bzw. gestoßen
wurde: eigentlich mag ich den amerikanischen Singer, Songwriter und Produzenten
(u. a. für Solomon Burke, Aimee
Mann, Elvis Costello & Allen
Toussaint) Joe Henry sehr, doch war mir sein letztes, angebliches
Meisterwerk, "Tiny Voices" etwas zu sperrig, weshalb ich dieses
mal eigentlich gar nicht zugreifen wollte. Dann erschien im Sommer 2007
Loudon Wainwrights neues Album "Strange Weirdos
- Music From And Inspired By the Film Knocked Up", bei dem Joe
Henry als Co-Autor und Co-Produzent mitwirkte. Das gemeinsam geschriebene
Lied "You
Can't FailMe Now" war mir dabei schon positiv aufgefallen. Vor
einigen Wochen hat mir mein Freund Frank dann eine gebrannte CD des englischen
Songschreibers Darren Hayman (Ex-Hefner, falls die jemand
kennt) geschenkt, die mir auch sofort gut gefiel. Dann kam aber plötzlich
jenes Lied "You Can't Fail Me Now": ich war etwas verwundert
über diese Coverversion. Meine sofortige Internetrecherche ergab
dann, dass es sich nicht um Darren Hayman, sondern um Joe Henry selber
handelte, der die Nummer kurz nach Loudon Wainwright
ebenfalls aufgenommen hatte. Jetzt gefiel mir das Lied sogar so gut, dass
ich es selbst gesungen und gespielt habe - und bald wird es auch auf der
neuen W4L-CD zu hören sein! Wie die Joe Henry-Aufnahme auf
die Darren Hayman-CD geraten ist konnte bislang aber nicht geklärt
werden.(09.06.2008) |
| Let's Go Sailing: "The Chaos In Order" (Yardley Pop, Sept. 2007) |
Immer
öfter "verbergen" sich hinter Namen wie diesem hier keine "echten"
Bands im "klassischen Sinne", sondern es handelt sich um Projekte
von Singer/Songwritern mit einem mehr oder weniger "bandähnlichem"
Umfeld. "Bonnie 'Prince' Willy" = Will Oldham,
Giant Sand = Howe Gelb,
Vetiver = Andy Cabic, etc.
p.p.Hinter "Let's Go Sailing" steckt Shana Levy, eine talentierte und ganz aparte junge Dame, die hier u. a. mit der Unterstützung von Cellistin Tanya Haden (aus dem Charlie-Haden-Clan) einen netten Folkpop zaubert. "Nett" im ursprünglichen Wortsinn, also nicht abwertend gemeint. Entdeckt habe ich die CD beim Internetsurfen. Startpunkt war natürlich der Haden-Clan. Das erste Lied, "Sideways", ist übrigenz ein ganz vorzüglicher Ohrwurm und hat es wohl genauso wie manches Lied von Ingrid Michaelson in irgendeine Fernsehserie geschafft, deren Namen ich mir aber nicht merken konnte (und wollte). Das bezahlt die Miete sicherlich besser als CD-Verkäufe. (15.03.2009) |
| Menomena: "Friend And Foe" (Ciy Slang/Barsuk, Sept. 2007) |
|
Das 1993er-Meisterwerk "Cure
For Pain" von Morphine hatte ich bislang leider nur
auf einer alten C90-Kassette, doch endlich kann ich es auch auf CD geniessen! |
| Ingrid Michaelson: "Girls And Boys" (Cabin 24, Sept. 2007) |
Das ist vielleicht nicht besonders cool, diese über ein Jahr alte CD gerade
jetzt hier vorzustellen, wo sie auch bei uns offiziell veröffentlicht
worden ist. Außerdem habe ich noch nie im Leben diese Arztserie im Fernsehen
geguckt, wo mehrere Lieder aus dem Album präsentiert worden sind. Aufgefallen ist mir die hübsche Dame mit der Brille und dem schönen Namen in einem Video von William Fitzsimmons auf Youtube, wo sie mit gesungen hat. Anschließend sah ich mir auch ein paar ihrer eigenen Videos an - und war ziemlich angetan! Vor allem natürlich von ihrer Persönlichkeit und ihrer Musik. Ehrlich. Charmanter Folkpop mit Hirn. Anscheinend mal wieder einer der seltenen Überschneidungen von meinem Geschmack mit dem Mainstream! (20.12.2008) |
| Sandro Perri: "Tiny Mirrors" (Constellation, Sept. 2007) |
Über Sandro Perri habe ich zum ersten Mal im Beipackzettel
einer meiner frisch angeschafften Constellation-Platten gelesen
(es war das Album "North Star Deserter"
von Vic Chesnutt zusammen mit dem Silver Mt.
Zion Memorial Orchestra). "Tiny Mirrors" ist das Solodebüt
des Sängers, Songwriters und Gitarristen aus Toronto, zu dessen
Einflüssen obskure Zunftkollegen aus den 6oern, wie Tim Buckley
und Tim Hardin, gezählt werden. Der einzige Coversong
ist "Everybody's Talking" und stammt natürlich aus
der Feder von Fred Neil. Gesanglich soll sich Perri angeblich
an den Skip James-Aufnahmen bei Vanguard orientieren,
aber das kann ich leider nicht aus eigener Hörerfahrung beurteilen.
Mich erinnern Stimme und auch die fragilen Arrangements der Lieder
eher an Will Oldham, auch bekannt als Bonnie
"Prince" Billy. Bei den Stichworten Constellation
und Tim Buckley habe ich natürlich nicht lange
mit der Anschaffung der Platte (jawohl: als 180g schweres Vinyl! Und
mit Kupfer-Siebdruck- Cover!) gezögert und wurde nicht enttäuscht:
vielleicht ist "Tiny Mirrors" ja kein Meisterwerk, aber
auf jeden Fall auf hohem Constellation-Niveau. Und das soll
ja schon mal was heißen.(19.04.2010) |
| Angus & Julia Stone: "A Book Like This" (Capitol, Sept. 2007) |
Die australischen Geschwister Stone sind mit ihrem charmantem Folkrock
leider bislang gänzlich an mir vorbeigegangen. Die Musik ist genauso,
wie das schöne Cover erwarten lässt. Eine Entdeckung aus dem aktuellen
RoadTracks-Magazin
#27.(05.03.2009) |
| Teddy Thompson: "Upfront & Down Low" (Universal/Verve Forecast, Sept. 2007) |
Familie
Thompson und immer noch kein Ende! Bei seinem dritten Album setzt
sich der Filius von Richard und Linda
zwischen alle Stühle: 11 Coverversionen von alten Countrysongs, die
bei uns bestimmt kaum jemand kennt (auch ich nicht) und nur ein eigenes
Lied (da sich aber nahtlos einfügt!) - und das alles nicht im aktuellen
Nashville-Popsound, sondern eher wie in den späten 60ern und frühen
70ern, eingespielt mit seiner New-York-Clique, die auch auf den Alben
von Rufus und Martha Wainwright zu hören ist. Außerdem
hat er interessante Gesangspartner dabei: Iris
DeMent (wann macht Iris mal wieder eine Platte?), Tift
Merritt und Jenni Muldaur (Wann macht Jenni mal wieder eine
Platte?). Dazu tolle Streicherarrangements von Robert Kirby (ja,
genau der von ersten beiden Nick-Drake-LP's!),
die auch überhaupt nichts mit Nashville zu tun haben. Meine Befürchtung
ist jetzt, dass er damit sowohl New-York-, also auch Nashville-Fans vergraulen
wird (zu sehr Country! zu wenig County!), aber wisst Ihr was? Das ist
mir XXXXX-egal, denn das ist eine tolle Platte!(16.09.2007) |
| "Two Gallants" (Saddle Creek, Sept. 2007) |
Sicherlich nicht mehr so ganz "frisch" ist dieses Album des
Gitarre/Schlagzeug-Duo aus San Francisco. Diese Minimalbesetzung hat mich
bislang auch davon abgehalten, mir diese Musik genauer anzuhören. Nicht
dass ich der Meinung bin, eine Gitarrenband muss einen Bassisten haben,
aber dieser Minimalsound hat mich auch schon abgehalten, mich mit Bands
wie den White Stripes oder der Jon Spencer Blues Explosion
ernsthaft zu beschäftigen, bei aller Qualität, die diese Bands sicherlich
haben. Die Two Gallants habe ich mir deshalb trotzdem angehört, weil zwei
der Lieder des Album gratis beim Download von MP3s zu einer Vinyl-LP mit
dabei waren, deren Name mir gerade nicht einfällt. Jetzt habe ich mir
die restlichen Lieder besorgt und mir gefällt dieser rumpelige, aber wunderschöne
Folkrock ganz ausgezeichnet. Was vor allem am ausgezeichneten Songwriting
liegt. Außerdem gibt es gelegentlich das eine oder andere zusätzliche
Instrument zu hören: vor allem Mundharmonika und Streicher. Nur eben kein
Bass, was in solchen Konstellationen offenbar ein Tabu zu sein scheint.
Vielleicht würden dann noch mehr wie ich Leute fragen: "Warum holt
Ihr Euch denn keinen festen Bassisten dazu?". Das klingt jetzt aber
alles viel zu negativ: selten fehlt der Bass wirklich, weil der Trommler
auch selten wirklich losrockt. Aber vielleicht ein schöner Kontrabass
wie von Danny Thompson bei Pentangle, John Martyn oder Nick Drake
wäre schon schön.(17.02.2009) |
| Beachfield: "Brighton Bothways" (Tuition, Okt. 2007) |
Ein und ein halbes Jahr nach dem Tod von Grant McLennan und somit
dem Ende der Go-Betweens gibt es ein kleines freudiges Ereignis
in Form des ersten Soloalbums von Glenn Thompson, dem letzten Schlagzeuger
meiner Lieblinxband. Schon auf "Worlds
Apart" konnte man erahnen, dass der Mann mehr als Trommeln kann,
denn bereits dort sorgte er im Studio für die eine oder andere Gitarren-
und Keyboardeinlage. Auch live wusste er als Chorsänger zu gefallen.
Dass er als Songschreiber und Leadsänger bei den Go-Betweens
keinen Platz hatte war klar, aber er holt es jetzt nach: und gar nicht
mal so schlecht! Eine angenehme Gitarrenpop-Platte ohne virtuoses Gefrickel
(Glenn spielt alle Gitarren und Keyboards absolut songdienlich selber).
Allerdinx finde ich nicht, dass er wie Grant McLennan singt, wie
in einer Rezension behauptet wird. Oder gar die Go-Betweens ersetzten
könne. Oder wollte.(31.12.2007) |
Zum 20jährigen Jubiläum ihres Meisterwerk "The
Trinity Session" kehrte die Band zurück in die "Church
Of Holy Trinity" in Toronto, mit dabei als Gäste Ryan Adams,
Natalie Merchant und Vic Chesnutt. Es wird aber nicht einfach
"nachgespielt", sondern in teilweise völlig neuen Version
die alte Platte gewürdigt, etwa wenn Natalie Merchant am Klavier
"To Love Is To Bury" singt, nur von der Geige von "Langzeitgastmusiker"
Jeff Bird begleitet. (18.11.2007) |
| Stephen Duffy & The Lilac Time: "Runout Groove" (Ministry Of Sound, Okt. 2007) |
In
den frühen 80ern soll er Sänger und Bassist von Duran Duran
gewesen sein, dann gab's von den späten 80ern bis in die 90er hinein
die Band The Lilac Time, (wahrscheinlich) benannt nach einer Textzeile
aus Nick Drake's "River Man",
von der ich sogar 2-3 CDs mein Eigen nenne, aber deren Karriere (?) ich
nicht weiter verfolgt habe. Duffy hat sogar mal zusammen mit dem Klassikgeiger
Nigel Kennedy (das ist der mit der Punkerfrisur, der auch gerne
Jimi Hendrix spielt!) eine CD aufgenommen. In den letzten Jahren
hat er sein Geld als Songschreiber und Gitarrist bei Robbie Williams
verdient und ist jetzt als Solist wieder zu seinen Folkrock-Wurzeln zurück
gekehrt. Zwar wurde das Album im Rolling Stone bestenfalls "wohlwollend"
bewertet, aber der Hinweis auf die Mitwirkung des legendären britischen
Kontrabassisten Danny Thompson (Pentangle,
Richard Thompson, John
Martyn, Nick Drake, und, und,
und, ...) hat mich schließlich doch dazu überredet, mir mal wieder
was von dem Mann zuzulegen - und ich bin nicht enttäuscht: Eine schöne,
irgendwie altmodische, bzw. zeitlose Platte! Und gleich dreimal konnte
ich hier den Namen von Nick Drake
droppen!(30.11.2007) |
| Levon Helm: "Dirt Farmer" (Vanguard, Okt. 2007) |
Wunderbar! Nach über 20 Jahren ein neues Album des ehemaligen Sängers
und Schlagzeuger von "The Band",
eingespielt mit Tochter Amy Helm und Dylan-Sidekick und Saitenvirtuose
Larry Campbell. Meist (uralte?) Folk- und Bluessongs, dazu passendes
neues Material, u. a. von Steve Earle, Buddy & Julie Miller
und Paul Kennerley. Als Songschreiber tat sich Levon Helm
zwar schon bei seiner alten Band nicht besonders hervor (dafür war
damals fast ausschließlich Gitarrist Robbie Robertson zuständig),
aber hier wird doch ganz deutlich, dass Levons Art zu singen und zu trommeln
von zentraler Bedeutung für die Magie von "Music
From Big Pink" waren. Eine wunderbare, altmodische und zeitlose
Angelegenheit!(18.11.2007) |
| Sharon Jones & The Dap-Kings: "100 Days, 100 Nights" (Daptone, Okt. 2007) |
Sharon und ihre Junx spielen Soul. Diese Musik ist gleichzeitig sehr
altmodisch und sehr modern. Sagen wir also besser: zeitlos & gut.
Und überhaupt nicht "retro". Entdeckt
habe ich Sängerin und Band ganz altmodisch im Plattenladen, wo
"1oo Days" sofort neugierig gemacht hat. Allerdings habe
ich erst zuhause weiter geforscht und mir die Scheibe dann ganz schnöde
über das Internet geordert.(01.06.2010) |
| "Parsons & Thibaud" (Blue Rose, Okt. 2007) |
Joseph
Parsons und Todd Thibaud sind seit einiger Zeit als Solisten
beim süddeutschen Blue Rose-Label und haben auch schon bei
Hardpan miteinander musiziert (u. a. wunderbar im Weseler JZ
Karo!) und nahmen - wohl um eine gemeinsame Tournee rechtfertigen
zu können - in nur 3 Tagen 10 Songs auf - einige neue, einige alte.
Gesang, Akustikgitarre, Mundharmonika und eine dezente Rhythmusgruppe-
eine durchweg relaxte und angenehme Sache. Leider habe ich den Auftritt
in Wesel verpasst, weil ich mich von unserer W4L-Probe nicht loszueisen
konnte (und wollte), aber es soll nach Aussage von Mathias, Bandkollege
bei Songs-To-The-Siren und natürlich
Chef vom JZ Karo,
toll gewesen sein, was diese CD dann auch bestätigt.(24.12.2007) |
| Robert Plant & Alison Krauss: "Raising Sand" (Decca/Rounder, Okt. 2007) |
|
|
| Sir Vincent Lone: "When The Bridegroom Comes" (Cooking Vinyl, Okt. 2007) |
Sir Vincent Lone ist natürlich das Alter Ego von Jackie
Leven, ehemaliger Sänger der wunderbaren und unterbewerteten
Doll By Doll, dessen Energie offensichtlich
für mehr als eine Künstlerkarriere reicht. Vor Jahres gab's
schon mal eine Veröffentlichung in der Mailorder-Only Reihe Return
To Sender vom Bonner Normal-Label, an die ich mich aber nur
noch düster erinnere. Auch dieses mal wird er von dem Folk-Multiinstrumentalisten
Michael Cosgrave und dem Elektronik-Tüftler David Wrench
unterstützt. Folk & Drumcomputer - klingt für mich erst
mal nicht nach einer guten Kombination (deswegen gefiel mir wohl auch
das erste Album nicht so besonders, aber das muss ich wohl noch mal nachprüfen!),
aber hier funktioniert es. Kaufanreiz war eine Coverversion von Judee
Sill, natürlich der Titelsong. Dann gibt es noch eine weitere
Coverversion eines traurig Gescheiterten, der nicht mehr unter den Lebenden
weilt: "Blues Run The Game" von Jackson
C. Frank, sowie eine Hommage an den ebenfalls unterbewerteten und
bereits verstorbenen Kevin Coyne und an den lebendigen Johnny
Dowd. Allerdinx auch ein mir unbekannter Titel von Donovan
und ein paar schöne eigene Folksongs. Schöne Platte.(19.01.2007) |
| Neil Young: "Chrome Dreams II" (Reprise, Okt. 2007) |
Was soll man dazu sagen? Ein völlig überraschend erschienenes
neues (?) Album unseres Helden, dazu noch ein ziemlich gutes. Wie gut
ich es finde, kann ich noch nicht sagen, aber auf jeden Fall ist es besser
als "Living With War"
vom letzten Jahr, das mir zu einseitig rockend war, und um Klassen besser
als das öde "Greendale" und "Are You Passionate".
Bis auf das ÜBER ACHTZEHNMINÜTIGE und gar nicht so schreckliche
"Ordinary People" mit seinen vielen Bläsern (denen von
"This Note's For You" von
1988!), sehr viel Text und sehr, sehr vielen Gitarrensoli,
scheint es sich um neue Aufnahmen und nicht das nicht offiziell veröffentlichte
Album "Chrome Dreams" aus den 70ern zu handeln, eingespielt
mit einer gemischten Stammbesetzung, die aus den sonst bei Neil Young
immer schön getrennten Teams für "Rock" und "Country"
rekrutiert wurde: Ben Keith (hauptsächlich Steelgitarrist
aus der "Harvest"-Mannschaft,
aber auch Saxofonist in der "This
Note's For You"-Truppe), Rick Rosas (Bassist auf "Freedom"
und "Prairie Wind")
und Ralph Molina (Trommler von Crazy
Horse). Insofern klingt diese Platte auch wesentlich abwechslungsreicher
als die meisten seiner anderen neueren Werke. Es klingt eben manchmal
nach Crazy Horse und manchmal nach "Harvest".
So weit ich mich erinnern kann gab es zum letzten mal einen dermaßen
breit gefächerten Ansatz bei Neil Young auf dem Album "Freedom".
Vielleicht liegt das ja am Einfluss von Co-Produzent Niko Bolas,
der auch schon bei "Freedom"
(allerdings auch beim weniger abwechslungsreichen "Living
With War"!) dabei war? Oder hat Neil ihn engagiert, um wieder
genau so zu klingen? Wie auch immer. Eine schöne Platte, auf der (fast) nichts nervt. Eigentlich nur das schreckliche Billig-Keyboard auf "Ordinary People". Noch ein Indiz dafür, dass diese Aufnahme aus den 80ern stammt. (26.10.2007) |
| Robert Wyatt: "Comicopera" (Domino, Okt. 2007) |
Da hat Domino wohl einen Teil der Franz-Ferdinand-Kohle aber für
etwas wirklich schönes ausgegeben! Das beste Wyatt-Album seit langem.
Nicht ganz so sperrig wie sonst (natürlich immer noch zu sperrig
für normaler Zuhörer)), schön gesungen und mit wunderbaren
Instrumentalbeiträgen seiner Freunde Eno, Phil Manzanera,
Paul Weller und David Sinclair (von Caravan),
um mal nur ein paar der etwas bekannteren Namen zu nennen. Außerdem hat
Ex-Schlagzeuger Robert Wyatt seine Liebe zur Trompete entdeckt, der er
ein paar sehr schöne Töne entlockt.(26.10.2007) |
| And Also The Trees: "(Listen For) The Rag And Bone Man" (Nov. 2007) |
|
Was soll ich zu AATT noch viel sagen? Eigentlich die einzige
Band, die man ganz entfernt mit der Gruftie-Szene in Verbindung bringen
kann (bzw. konnte, weil sie man im Vorprogramm von The Cure gespielt
haben) und die ich trotzdem interessant finde. Seit Ende der 70er spielen
die Brüder Simon Huw Jones und Justin Jones schon
ihre Musik und immer kann man sie sofort wieder erkennen. Inzwischen
klingt es auch etwas ruhiger (man wird eben älter ...) und der
neue Bassist Ian Jenkins spielt sogar viel Kontrabass, was der
Musik sehr gut bekommt. |
| Bonnie "Prince" Billy: "Ask Forgiveness EP" (Domino, Nov. 2007) |
Auch Independent-Waldschrat Will Oldham war wieder fleißig und
hat mit Musikern von den Espers schnell mal eine sehr schöne
EP mit 7 Coverversionen und einem eigenen Lied aufgenommen. Um die Sache
schön "kryptisch" zu halten wird von den Liedern nur der
Autor und nicht der Titel genannt: ein nettes kleines Ratespiel! Mit dabei
als Vorlagen eine wie immer sehr schrullige Mischung: Mickey
Newbury, Björk, Glenn Danzig, Phil Ochs,
Merle Haggard/Mekons, Frank
Sinatra und R. Kelly.(13.01.2008) |
| Chris Eckman, Hugo Race, Chris Brokaw: "Dirtmusic" (Glitterhouse, Nov. 2007) |
Seit längeren habe ich mir mal wieder eine Neuveröffentlichung
aus dem Glitterhaus zugelegt, aber mit Chris Eckman von den Walkabouts,
dem Australier Hugo Race (Nick
& The Bad Seeds, The Wreckery) und Chris Brokaw (Come,
Saint Vitus) haben sich drei ausgezeichnete Sänger, Gitarristen und
Songschreiber für dieser "Allstar-Projekt" zusammengefunden
und liefern eine spannende und gleichzeitig entspannte Gitarrenmusik.
Einzige Coverversion: "Morning Dew" von Bonnie Dobson, ein wunderbares Lied, an das sich schon viele gute Leute gewagt haben (Fred Neil, Tim Rose, Grateful Dead, Robert Plant, Einstürzende Neubauten u.v.a.). Übrigenz wird auch auf dem Cover dieser CD mal wieder behauptet, dass das Lied von Tim Rose zusammen mit Bonnie Dobson geschrieben worden sei, was nach meinem Kenntnisstand aber nicht stimmt. (13.01.2008) |
| Steve Evans Quartet: "2 Sets" (ESC, Nov. 2007) |
Ein junger (?) Jazzsänger aus Chicago, der aussieht, als würde
er eher bei Pearl Jam oder Devendra
Banhart mitmischen und ein wenig wie Chet Baker mit vollerer
Stimme oder vielleicht sogar ein ganz klein wenig wie Tim
Buckley (oder doch eher Jeff?) klingt, spielt mit argentinischem Pianisten
und japanischem Trommler im Sommer 2006 live im Studio nachträglich
die zwei Sets eines Konzertes von 2005 ein, weil er dort von klingelnden
Handys und zu lauten Gästen gestört wurde. Gleich drei Lieder
von Nick Drake (natürlich
ist der River Man
dabei!), drei Lieder von Tom Waits
und zwei Lieder, die zuvor bereits Jeff
Buckley gecovert wurden ("The Way Young Lovers Do" von Van
Morrison und "Corpus Christi" von Benjamin Britten).
Das Ganze vor kurzem bei einer kleinen (?) Frankfurter Plattenfirma erschienen.
Neugierig geworden?(23.01.2008) |
| Paul Handyside: "Future's Dream" (Malady Music, Nov. 2007) |
Beim Namen "Kitchenware" , dem Label, dem wir u. a. Prefab
Sprout zu verdanken haben, fielen mir auch deren alte Labelkollegen
Hurrah! wieder ein. Beim Googeln kam
dann zu Tage, daß deren ehemaliger Sänger und Gitarrist Paul
Handyside immer noch aktiv ist, wenn auch nicht mehr unter den Fittichen
von Kitchenware. Sein Solodebüt "Future's Dream"
war dann auch tasächlich bei JPC für einen moderaten
Preis bestellbar, sodaß ich natürlich in alter Verbundenheit
zugreifen musste. Es handelt sich um eine schöne & schlichte Singer/Songwriterplatte, auf der sich Paul Handyside vor allem als Sänger und Pianist profiliert, unterstützt von Rob Tickell an Bass und Weissenborn-Hawaiigitarre, mit dem er schon in den letzten Jahren in der mir bislang gänzlich unbekannten Band Bronze gespielt hat, und der auch mitproduziert und aufgenommen hat. Am Schlagzeug saß sogar ein anderer Ex-Kollege: David Porthouse, der alte Bassist (!) von Hurrah!. Und irgendwie klingt es auch ein kleines bisschen wie bei Hurrah! - nur alles eben ein bisschen erwachsener und bescheidener, was ja überhaupt kein Nachteil. Schöne Platte. (24.09.2009) |
| Bruce Robison: "It Came From San Antonio EP" (Premium, Nov. 2007) |
|
Ach ja - wer ihn nicht kennt: er ist mit der göttlichen Kelly
Willis verheiratet und der Schwager von einer der Dixie Chicks-Mädels.
Außerdem verdient er sein Geld als Songschreiber für viele Nashville-Stars.
Da kann man bei der eigenen CD ruhig etwas "unkommerzieller"
sein. Danke, lieber Alan Jackson. |
| Mushroom with Eddie Gale: "Joint Happening" (Hyena, 2007) |
Von Mushroom aus San Francisco steht ja schon längere Zeit die
Mailorder-CD "Oh, But They're Weird &
They're Wonderful" aus der Return To Sender-Reihe bei
mir im Plattenregal. Zusammen mit dem legendären Trompeter
Eddie Gale (hört Euch sein Blue Note Debüt "Ghetto
Music" von 1968 an!), hat die Band diese ziemlich eigenartige
Platte eingespielt: das klingt alles gleichzeitig nach Krautrock, King
Crimson und "Bitches Brew".
Schlagzeuger und Bandleader (?) Pat Thomas ist zwar kein zweiter
Jaki Liebezeit, aber das hier ist trotzdem eine tolle Platte,
voll mit 70 Minuten improvisierter freigeistiger Instrumentalmusik. |
| Peter Rowan & Tony Rice: "Quartet" (Rounder, 2007) |
Zwei ältere Herren, Helden des Bluegrass und anderer artverwandter akustischer
Musik, bilden hier zusammen mit zwei charmanten und deutlich jüngeren
Damen ein ganz vorzügliches Quartett: zwei Gitarren, Bass und Mandoline,
kristallklar aufgenommen, keine Tricks. What You See Is What You
Get! Im Programm vor allem Rowan-Klassiker ("Dust Bowl Children",
"Walls Of Time" und "Midnite Moonlight") und ein paar
Traditionals ("Cold Rain And Snow" und "Shady Grove"),
die man selten so intensiv präsentiert bekommt. Dazu ein schönes Townes
van Zandt-Cover ("To Live Is To Fly" vom Klassiker "High,
Low And In Between") und ganz überraschend eine Nummer von Patti
Smith ("Trespasses" vom Album 2004er-Album "Trampin'").
Bei der Veröffentlichung vor ca. einem Jahr noch an mir spurlos vorbeigegangen,
habe ich jetzt mal zugegriffen und bin begeistert! Das ging mir schon
vor ein paar Jahren so, als "You
Were There For Me", die erste Platte unter dem Projektnamen "Peter
Rowan and Tony Rice", heraus kam.(27.12.2008) |
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| Erstellt: 25.07.2007 | Letzte Aktualisierung: 29.06.2010 13:46 | 4000 Besucher seit dem 25.07.2007 |
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Eine
Entdeckung von meinem Bandkollegen bei
Und
noch mal Deutschrock! Kraan waren in den 70ern genauso wie
Alte
Helden - erster Teil: es war nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied
So
- jetzt habe ich lange genug gewartet, um mir eine Meinung zu bilden zum
"neuen" Neil Young-Album. In den Zeitschriften und BLOGs habe
ich oft was von einem "Meisterwerk" gelesen. Dabei ist es doch
"nur" ein - wenn auch sehr schöner - akustischer Soloauftritt
von einem meiner Helden aus seiner Frühzeit "zu Hause"
in Toronto, Kanada.
Eine
Zufallsentdeckung aus dem Radio, die ich fast wieder vergessen hatte!
Inger Marie Gundersen ist eine mir bislang unbekannt gebliebene Jazzsängerin
aus Dänemark - zumindest wurde die CD in Kopenhagen aufgenommen.
Neulich fiel mir das besagte Hörerlebnis wieder ein, aber ich konnte
mich nicht mehr an den Namen der Dame erinnern. Zum Glück kam ich
dann aber mit einigem Grübeln wieder auf das Lied, das gespielt wurde:
"I Don't Want To Talk About It", bekannt gemacht von Rolf
Stuttgart, aber geschrieben von Danny Whitten, zu finden auf
dem Debütalbum von Neil Youngs Begleitband "
Braucht
die Welt ein weiteres Album mit Coverversionen? Natürlich nicht.
Aber das ist für mich auch nicht die Frage, denn ich mag viele dieser
Hommagen doch sehr. Vor allem wenn sie von jemandem stammen, der als Songschreiber
selber zur ersten Garnitur gehört. So wie Patti Smith.
Diese
kanadische Band um den Sänger & Songschreiber Tom Dekker
hatte ich ja bereits vor einigen Wochen mit ihrem neuen Album "
Die
letzten CDs von Josh Rouse fand ich alle ziemlich gut, besonders "
Die erste Anschaffung als Nachwirkung auf die neue
Familie
Thompson und kein Ende! Nach den tollen neuen Soloalben von
Seit
ungefähr 30 Jahre existierte diese aus Leeds stammende Band. Was
mal als politischer Punkrock begann hat sich zu zeitlosem, politischem
"Rock i.w.S." entwickelt, nicht mehr wirklich Punk (man wird
ja älter, zynischer und weiser), auf keinen Fall Mainstream, irgendwie
schon so was wie "Alternative" oder sogar "Americana",
nie gleich klingend auf zwei Alben, manchmal nervend, aber auf jeden Fall
immer spannend. Beim neuen Album, dessen Erscheinen mich völlig überrascht
hatte, klingt alles wieder etwas akustischer und zugänglicher als
bei den vergangenen Platten, was meinen momentanen Hörgewohnheiten
entgegenkommt und manchem Hardcorefan der Band vielleicht den Spruch "Ausverkauf"
oder "seicht" entlockt. Mir ist das völlig egal. Welche
andere Band ist schon ähnlich lange im Geschäft kann von sich
behaupten, auch immer noch so spannende Musik zu machen und so eigenständig
zu sein?
Eine
kuriose Geschichte, wie ich auf dieses Album gestoßen bin, bzw. gestoßen
wurde: eigentlich mag ich den amerikanischen Singer, Songwriter und Produzenten
(u. a. für
Immer
öfter "verbergen" sich hinter Namen wie diesem hier keine "echten"
Bands im "klassischen Sinne", sondern es handelt sich um Projekte
von Singer/Songwritern mit einem mehr oder weniger "bandähnlichem"
Umfeld. "Bonnie 'Prince' Willy" = Will Oldham,
Familie
Thompson und immer noch kein Ende! Bei seinem dritten Album setzt
sich der Filius von
In
den frühen 80ern soll er Sänger und Bassist von Duran Duran
gewesen sein, dann gab's von den späten 80ern bis in die 90er hinein
die Band The Lilac Time, (wahrscheinlich) benannt nach einer Textzeile
aus
Joseph
Parsons und Todd Thibaud sind seit einiger Zeit als Solisten
beim süddeutschen Blue Rose-Label und haben auch schon bei
Hardpan miteinander musiziert (u. a. wunderbar im Weseler