Jahresrückblick
Zwei Gründe sind ausschlaggebend dafür, dass Lucinda
Williams für mich - nicht zum ersten Mal! - Künstlerin des
Jahres ist. Zum einen das grandiose Konzert mit einer fantastischen
Lucinda und einer ebensolchen Band (Doug Pettibone, Taras Prodaniuk,
Jim Christie) im Paradiso/Amsterdam. Zum anderen natürlich die
Platte selber mit ihren beeindruckenden Songs.
Musikalischen in der gleichen Spielklasse waren noch einige andere Alben,
aber nur die Thorns hatten für mich noch
ähnlich gute Lieder, die mir dann auch nicht aus dem Kopf gegangen
sind. Aber eben nur "fast" so gut, deshalb "nur"
Platz 2 in meiner Jahresliste. Überraschend für mich, dass
mir das Comeback der Allman Brothers so gut
gefiel. Die Band mochte ich zwar schon immer, bin aber nie ein wirklicher
"Southern Rock"-Fan gewesen. Erwartet gut das zweite Album
der Go-Betweens nach der Wiedervereinigung von Robert
Forster und Grant McLennan. Und nicht zuletzt deshalb immer noch meine
Lieblingsband. Überraschend dagegen die Qualität des Comebacks
von Rickie Lee Jones: Songs, Stimme und Instrumentalarbeit
wieder so gut wie zu Beginn ihrer Karriere. Warren
Zevons Album finde ich nicht deswegen toll, weil es sein letztes
ist. Vielleicht ist es einfach nur so gut, weil er wusste, dass
es das letzte mal war?
Die ganze Liste, mit allen "Platzierungen" könnt Ihr über diesen Link hier erreichen:
Ansonsten möchte ich auf dieser Seite nur noch zwischen Inselplatten,
von denen ich zumindest glaube, dass sie es auch in einigen Jahren noch
sein werden, und dem guten Rest unterscheiden. Es
war auch nix dabei, das man im Nachhinein als Irrtum bezeichnen muss,
weil die anfängliche Begeisterung doch schnell verschwunden ist.
Vielleicht auch noch ein Hinweis auf Platten, mit denen ich mich nicht
anfreunden konnte: Neil Youngs "Greendale"
war die zu erwartende Enttäuschung. Die neuen CDs von Elvis
Costello, Travis und Radiohead
hab ich noch gar nicht gehört. Sind aber anscheinend wohl gut (sagen
zumindest Leser und Kritiker im Rolling Stone und im Musik Express).
Einen knappen Eindruck gewinnen, ohne das ich letztendlich begeistert
war, konnte ich von Starsailor (billig
gekauft, einmal gehört und dann irgendwie vergessen, obwohl nicht
wirklich schlecht), den White Stripes
(klingen interessant, aber ich kann die allgemeine Begeisterung nicht
nachvollziehen. Außerdem hat der ansonsten dämliche Noel Gallagher
ausnahmsweise mal mit einer Sache Recht: Leute, holt euch einen Bassisten!)
und den Kings Of Leon (OK, aber
...). Von Ryan Adams hätte
ich mir statt drei Platten zwischen
"na ja" ("Rock 'N Roll")
und "gut" ("Love Is Hell, Part 1")
eine "wirklich gute" gewünscht.
Aber Quantität ersetzt eben keine Qualität.
Ein später Nachtrag sind I Am Kloot aus Manchester, die ich erst im Sommer 2004 auf dem Halderner Openair kennen- und lieben gelernt habe. Wegen dem zugegebenermaßen blöden Bandnamen waren davor nicht bis zu mir durchgedrungen!
| #1: Lucinda Williams: "World Without Tears" (Lost Highway, April 2003) |
Eigentlich bin ich den mit hohen Ansprüchen gestarteten Leuten von
Lost Highway nach dem Abschuss von Kim Richey
im Januar 2003, deren letztes Album Rise
zumindest mein Album des Jahres 2002
wurde, ein wenig böse - aber dann wird hier ein neues Meisterwerk
von der derzeit wohl besten Songschreiberin der USA herausgebracht (und
auf die neue Jayhawks zusammen mit Ethan Johns warte ich schon ganz gespannt!).
Der Verdienst zu dieser Spitzenleistung gebührt aber natürlich
Frau Williams, ihrem Gesang und ihren Songs, unterstützt vom Produzenten
Mark Howard, der auch schon das neue
Vic Chesnutt-Album in seinem Wohnzimmerstudio
glänzend inszenierte. Alles scheint live mit 2 Gitarren (Miss W.
und Doug Pettibone, der auch schon
bei Vic Chesnutt zauberte), Bass und Schlagzeug (Taras
Prodaniuk und Jim Christie,
beide bisher u. a. bei Dwight Yoakam) eingespielt zu sein, gelegentliche
Overdubs (?) kommen von Mundharmonika (Doug? Luci?) und Keyboard (vom Drummer
eingespielt!).Der Tenor der ersten mir bekannten Kritiken lautet: (ganz) gut, da von Lucinda Williams keine schlechte Platte zu erwarten sind, aber eben nicht so toll, wie die letzen beiden Alben. Dazu kann ich nur sagen: Zustimmung bei "keine schlechte Platte zu erwarten", aber dieser Standard ist für mich so hoch, das die neue Platte nicht einfach nur gut, sondern für mich neben den Go-Betweens das bisherige Highlight des Jahres ist und sich sicherlich unter meinen Inselplatten für 2003 befinden wird. Alleine schon beim ersten Hören des Openers "Fruits Of My Labor" wird's mir richtig warm um's Herz, alle folgenden Nummern - teilweise recht rockig und einmal sogar krachig - halten dann locker mit. Schön finde ich auch, dass Lucinda ganz ohne Nashville-Zugeständnisse im Sound auskommt. (26.04.2003) |
weitere
Highlights (Top 10)
| #2: The Thorns (Columbia/Aware, Mai 2003) | |
Drei mehr oder weniger erfolgreiche Singer/Songwriter tun sich zu
einer Band zusammen. Da wir nicht mehr das Jahr 1969 haben nennen
sie sich auch nicht "Mullins, Sweet & Droge", sondern
kurz&knapp "The Thorns". Trotzdem hat das Ganze viel
mit dem Westcoast-Sound der späten 60er bis frühen 70er
zu tun, obwohl alles nicht zuletzt durch die Produktion von Brendan
O'Brien (Pearl Jam, Red Hot Chilly Peppers, etc) und die musikalische
Unterstützung von meinem Lieblinxtrommler Jim Keltner,
Steelgitarren-Hexer Greg Leisz und Roy Bittan von der
E-Street-Band am Piano doch in gewisser Weise "modern" (im
Sinne von Pop und professionell) und nicht "Lo-Fi" klingt.
Von den drei Herren hatte nur Shawn Mullins vor einigen Jahren
mal mit "Lullaby" einen "echten Hit", an den ich
mich aber nicht wirklich erinnern kann, ebenso wenig an sein damaliges
"Hitalbum". Etwas bekannter ist mir der in Seattle beheimatete
Pete Droge, der bei Rick Rubins American-Label 1996
sein Debütalbum herausbrachte (produziert von Brendan O'Brien),
danach aber wieder in der Versenkung verschwand. Eine schöne
Platte, bei der er aber für meinen Geschmack etwa zu deutlich
nach Tom Petty klang (na ja - der Mann kann ja nix für seine
Stimme!). Am meisten vertraut von den dreien bin ich mit Matthew
Sweet, der seit Mitte der 80er hochkarätige Alben herausbringt,
z.B. das wunderbare "Girlfriend"
von 1991 oder das von O'Brien produzierte "100% Fun" von
1995, die aber (natürlich!) kaum jemand gehört hat. Als
Autoren treten die drei weitestgehend gemeinsam auf, 1x Sweet alleine
(das schöne "Now I Know" mit den für ihn typischen
Brian-Wilson-Chören, 1x Droge und Mullins ohne Sweet ("No
Blue Sky" entstand vor Sweets Einstieg in die Band) und als einziges
Cover "Blue" vom Jayhawks-Album "Tomorrow
The Green Grass" von 1995).(19.07.2003) |
|
| #3: The Go-Betweens: "Bright Yellow Bright Orange" (Clearspot, Feb. 2003) | |
Robert Forster und Grant McLennan von den Go-Betweens gehören
zu meinen absoluten Helden. Soviel vorneweg, damit hier klar ist, dass
es hier nicht um eine irgendwie "objektive" CD-Besprechung geht.
Seit einigen Monaten wusste ich, das dass Reunion-Album "The
Friends Of Rachel Worth" keine einmalige Sache bleiben würde.
Seit Wochen wusste ich, dass die CD am heutigen Montag im Laden stehen
würde. Seit einigen Tagen kannte ich auch schon einzelne der neuen
Lieder von einem Livemitschnitt vom vergangenen Jahr aus Neuseeland. Ich
war voller Vorfreude und bin natürlich heute Vormittag an meinem
Urlaubstag (nein, ich habe nicht extra dafür frei genommen!) direkt
zu Peter gefahren (er betreibt meinen Lieblingsplattenladen "Elpi"
in Wesel) und kann nun das Album ENDLICH hören!!! Die Platte ist
wunderbar geworden (hatte ich auch nicht anders erwartet!!!), sie klingt
irgendwie altmodisch (besser gesagt: zeitlos) und ist konservativ im besten
Sinne: keine Digitalexperimente, kein Versuch, einen Hit zu produzieren,
genau 10 Lieder mit insgesamt knapp 40 Minuten Spielzeit (ich sollte mir
wohl unbedingt noch eine echte Vinyl-LP davon zulegen!) und auch endlich
wieder das doppelte "L" im Titel. GoBe-Fans wissen Bescheid.(03.02.2003) |
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| #4: The Allman Brothers Band: "Hittin' The Note" (Sanctuary/Peach, April 2003) | |
Also da war ja nun wirklich nicht mit zu rechnen: die alten Knaben sind
zurück und liefern ein erstklassiges Album ab! Konstanten seit dem
Beginn der Band in den späten 60ern: Sänger und Hammondmeister
Greg Allman und die beiden Trommler
Butch Trucks und Jaimoe.
An den Gitarren natürlich nicht Duane
Allman (schon ca. 30 Jahre tot) und auch nicht Dickey
Betts, dem letztes Jahr gekündigt wurde, bzw. der ausgestiegen
ist (kommt wahrscheinlich drauf an, wen man da fragt), sondern Rückkehrer
Warren Haynes, der in den 90ern schon
mal dazugehörte, letztes Jahr bei Phil
Lesh & Friends zauberte und entscheidend zum guten Songmaterial
beiträgt und auch die Produktion übernommen hat, sowie der noch
ziemlich junge Neffe vom einen Trommler, Derek
Trucks. Nur der Bassist und der Perkussionspieler sind mir unbekannt.
Absolut überzeugend ist für mich der tolle Sound der Hammond
B3, das filigrane und trotzdem kraftvolle Zusammenspiel der beiden Gitarristen
und der dichte Rhythmusteppich (immerhin von 3 Mann geknüpft!), das
klingt alles überhaupt nicht nostalgisch, sondern einfach ZEITLOS.(02.05.2003) |
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| #5: I Am Kloot (Play It Again Sam/Echo, Sept. 2003) | |
Die Platte ist zwar schon etwas älter - ziemlich genau ein Jahr -
aber für mich dennoch recht neu, da ich die Band im August beim Halderner
Open Air zum ersten mal hörte. Zwar kannte ich sei vom Namen
her - aber der ist zugegebenermaßen nicht so besonders toll und machte
mich bisher nicht neugierig. Obwohl die Band dank sitzendem Bassisten
und leicht genervtem Sänger/Gitarristen beim Publikum im Unterschied
zu vielen anderen Acts in Haldern nur mittelprächtig ankam (vorsichtig
ausgedrückt), hatte sie es mir besonders angetan: zum einen der Überraschungseffekt,
zum anderen die tollen Songs im schlichten Gitarre/Bass/Drums-Arrangement
ganz ohne solistische Ausflüge - aber vor allem diese tolle Stimme
von John Bramwell! Jetzt habe ich
das zweite Album der Band endlich daheim und bin in meiner ersten Begeisterung
bestätigt. Nur rätsele ich weiterhin, an wen mich die Stimme
des Sängers erinnert. Mir fallen zwar John Lennon und Tim
Booth (James) ein, aber da war noch wer anderes...(19.09.2004) |
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| #6: Rickie Lee Jones: "The Evening Of My Best Day" (V2, Okt. 2003) | |
Diese CD wäre zwischen den anderen neuen Glanztaten meine alten
Helden fast untergegangen! Nach einigen wenigen Versuchen in den 90ern,
die nicht wirklich schlecht waren, die mich aber auch nicht direkt umgehauen
haben, kehrt sie hier zu alter Qualität zurück. Ricky Lee,
wir haben dich vermisst!(26.10.2003) |
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| #7: Gillian Welch: "Soul Journey" (Acony, Juni 2003) | |
Das vierte Album der Neo-Traditionalistin wurde, wie der Vorgänger
Time (The Revelator), von Partner
David Rawlings produziert und auf dem eigenen Acony Label veröffentlicht.
Bei den ersten beiden Album stand noch T-Bone Burnett hilfreich
zur Hand, aber man kann hier deutlich hören, dass Welch und Rawlings
dabei genug gelernt haben, um es jetzt selber hinzukriegen. Während
"Time..." noch völlig karg arrangiert war - 2 Stimmen,
2 Gitarren bzw. Banjo und sonst absolut nix- haben sich die beiden jetzt
eine halbe Band dazu geholt (Geige, Gitarre, Bass, Dobro). Beim letzten
Stück gibt es sogar eine E-GITARRE und bei einigen Stücken davor
sogar ein SCHLAGZEUG (so weit ich weiß ist das eine Premiere bei den beiden!),
das von einem der beiden Hauptprotagonisten selber gespielt wird - und
zwar im rudimentären Stil von Kenny Buttrey auf Neil Youngs Harvest-Album,
was bedeutet: BUMM-TSCHACK-BUMM-TSCHACK - also total simpel und total
effektiv. Außerdem ist das ja wohl ein supersüsses Cover!(05.07.2003) |
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| #8: Warren Zevon:"The Wind" (Artemis, Sept. 2003) | |
Vor ungefähr einem Jahr war in der Presse zu lesen, dass Warren
Zevon unheilbar an Krebs erkrankt ist und vor seinem Tod noch unbedingt
sein letztes Album fertig stellen wollte. Ich hatte Zevons "Karriere"
zwar immer verfolgt, aber in den letzten Jahren leider ein wenig die
Aufmerksamkeit für ihn verloren. In Verlauf des Jahres 2003 war
dann auch nichts zu hören (nicht dass Zevon bei uns je viel Presse
hatte!). Beim Tod von Johnny Cash
vergangenen Freitag (12.09) musste ich dann auch wieder an ihn denken.
Über die Internetsuche kam dann heraus: der Mann starb wenige Tage
vorher, am 07.09., kurz nach Veröffentlichung seines letzten Albums!
Darüber kam natürlich nichts in Funk und Fernsehen. Versteht
mich jetzt nicht falsch, Johnny Cash hat all diese Ehrbezeugungen verdient
(auch wenn sie ihn wahrscheinlich nicht wichtig wären!), aber solch
ein phantastischer Mann wie Zevon kriegt kaum die angemessene Würdigung
(auch ihm wird das wahrscheinlich selber ziemlich egal sein!).Zurück zum Album "The Wind", dass wirklich gut geworden ist. Neben 10 eigenen Songs, ganz "klassischer Zevon" wie ein Frühwerk (z.B. "Werwolves Of London") und meist mit seinem Langzeitpartner und Bassisten Jorge Calderon geschrieben (der auch mitproduzierte) bringt dann dieser alte Halunke ein eigentlich nichtmehrnachspielbares Stück, von dem er hier die meines Achtens ultimative Version bringt: Dylans "Knocking On Heaven's Door"! Gleichzeitig eine kraftvolle Meditation ("Open Up! Open Up!"), aber eben auch ein grosser Witz. Zevon, der alte Zyniker, bringt es tatsächlich fertig, sich über sein eigenes Sterben lustig zu machen! Wenn jetzt nochmal irgendeiner sich an dem Lied vergreifen sollte (z.B. Axl Rose oder Randy Crawford) müsste man ihn/sie eigetlich aus der Konzerthalle prügeln. Das ganze Album hat einen sehr rockigen, gleichzeitig völlig entspannten und reduzierten Sound. Zur Stammrhythmusgruppe (neben Jorge Calderon ist das natürlich the one and only Jim Keltner!) gesellen sich zahlreiche Freunde Zevons, die meist wesentlich prominenter sind als er und von denen keiner durch seinen Beitrag das Gesamtwerk verhunzt. Ganz im Gegenteil. Das Ganze scheint irgendwie ein großes Abschiednehmen gewesen zu sein, bei dem alle ihr Herzblut investierten! Hier jetzt mein kleines Namedropping. Oft der einzige Weg, Leute von einem Album zu überzeugen: Ry Cooder, Don Henley (der beim Opener "Dirty Life And Times" richtig schön trommelt!), Dwight Yoakam, Bill Bob Thornton, Bruce Springsteen (spielt ne klasse Gitarre!), John Waite (woher kenn ich den noch mal?), David Lindley, Timothy B. Schmitt (Poco, Eagles), Jackson Browne, T-Bone Burnett, James Raymond (David Crosby's Sohnemann), Tom Petty und sein Gitarrero Mike Campbell, Emmylou Harris und Joe Walsh. (18.09.2003) |
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| #9: Ryan Adams: "Love Is Hell Pt. 1" (Lost Highway, Nov. 2003) | |
Klär mich doch bitte mal jemand auf! Was ist der Unterschied zwischen
einer EP mit 8 "richtigen" Songs und 2 "Bonustracks"
und einem normalen Album? Vielleicht nur der Preis? Oder der Aufwand für
Marketing? Auf jeden Fall kostet "Love Is Hell Pt.1" weniger
als das "richtige" Album "Rock'n'Roll", zu dessen
Anschaffung ich mich noch nicht durchringen konnte. Am besten lass ich
das wohl auch erst mal. Schließlich hat mir Kollege Frankie von
den Craving Hands angeboten, mich mit Selbstgebranntem zu versorgen (bös,
bös, ...). Ansonsten: ein schönes, kleines Album. Vielleicht nicht so spannend wie "Gold" vor 2 Jahren. Oder zumindest nicht mehr so überraschend. Aber das war ja auch ein wirkliches Ausnahmewerk. Kurioserweise verschafft mir die einzige Coverversion ("Wonderwall" von Oasis) Klarheit bei einigen offenen Fragen:
Demnächst vielleicht doch noch was zu dem eigentlichen neuen Album.
Oder dann erst, wenn der 2.Teil von "Love Is Hell" im Dezember
herauskommt. Schau'n wir mal. |
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| #10: Josh Rouse: "1972" (Rykodisc, Sept. 2003) | |
Das Cover und erst recht der Titel des vierten Albums des Singer/Songwriters
geben klar die Marschroute vor: RETRO! Die ganze Platte klingt nach den
tiefsten und analogen 70ern: mit Hilfe zahlreicher Gitarren, Wurlitzer-Piano,
Hammond, Bass zwischen Folk und Funk, Schlagwerk zwischen perkussiv verspielt
über 4-to-the-floor bis Rumba und Disco, jeder Menge Streichern,
Bläsern und loungigen Querflöten (nicht wie bei Waldschrat Ian
Anderson, sondern wie bei meinem Namensvetter Herbie). Da aber
das Songmaterial durchgängig gut und eigenständig ist, trotz
der vielen feinen Zitate, klingt das Ganze dann eben nicht wie eine billige
Kopie.1972 ist für mich bisher eines der ergiebigsten Jahre der Popmusik, was viel zu wenig gewürdigt wird. Letztens las ich das auch nochmal in einem Artikel, in dem, soweit ich mich erinnern kann, auf solche Meisterwerke wie "Harvest" von Neil Young, "Pink Moon" von Nick Drake, das Debüt von Roxy Music, "...Ziggy Stardust" von David Bowie und "Transformer" von Lou Reed hingewiesen wird. Josh Rouse's neues Album klingt direkt nach keinem dieser Alben, aber: es befindet sich in guter Gesellschaft! Auch in meinen Plattentipps wird das deutlich: das Jahr 1972 hat nach 1970 und 1969 die meisten Zugriffe (nachzulesen in der Online-Statistik)! Leider habe ich das Jahr 1972 damals altersbedingt noch weitestgehend verpasst, da ich meinen ersten Plattenspieler erst im nächsten Jahr bekommen habe. Aber ich war immer noch näher dran als Josh Rouse, Geburtsjahr 1972! (21.09.2003) |
| Bonnie 'Prince' Billy: "Master And Everyone" (Domino, Jan. 2003) |
Die Platte lag schon ein paar Tage bei mir herum, bis ich endlich in der
passenden (ruhigen) Stimmung war, um sie zu hören. Für viele
ist Will Oldham, der seine Platten unter wechselnden Pseudonymen
(Palace Brothers, Palace Music, etc.) veröffentlicht, ja nur ein
Spinner, der vielleicht interessante Songs schreibt und auch sonst ganz
geheimnisvoll tut, aber eigentlich weder singen noch Gitarre spielen kann.
Inzwischen ist er aber durch seinen Gastauftritt bei Johnny Cashs
"Solitary Man" geadelt und
singt auf seinem neuesten Werk auch für normale Hörgewohnheiten
ganz passabel. Mir hat sein "Gesang" ja schon immer gefallen
und er ist durch das "Besserwerden" sogar künstlerisch
gereift. Viele seiner Lo-Fi-Kollegen versagen ja, sobald man sie in eine
professionelle Umgebung steckt und sie nicht mehr auf dem "Homerecording"-Charme
bauen können.(03.03.2003) |
| Ed Harcourt: "From Every Sphere" (EMI/Heavenly, Feb. 2003) |
Komisch! Nach dem wunderbaren Debüt "Here
Be Monsters" von 2001, das erst viel später meine Aufmerksamkeit
bekam, entging mir doch auch der Nachfolger, der diesmal zeitgleich in
Deutschland herauskam. Haldern ist schon wieder lange vorbei, doch ich
lausche dem Mann und seiner fantastischen Band auch weiter mit Begeisterung.
Was auch sehr schön ist: beide Platten sind mit einer richtigen Band
ohne viele Gaststars eingespielt, die auch in Haldern komplett auf der
Bühne stand: Gitarrist Leo Abrahams, Bassist Arnulf Lindner
(aus Österreich!), Trommler Nick Yeatman und Trompeter Hadrian
Garrard.(13.09.2003) |
| The Ben Taylor Band: "Famous Among The Barns" (Iris 2002/Feb. 2003) |
Das Debüt des Sprösslings von James Taylor und Carly
Simon kam zwar als Eigenproduktion schon Ende 2002 raus, wurde
aber wohl erst dieses Jahr von einer Plattenfirma veröffentlicht
worden. Aufmerksam geworden bin ich auf Ben Taylor durch Frank
Ipach von den Craving Hands, der mir eine "Sicherheitskopie"
seiner Promo-CD zur Verfügung stellte und mich letzte Woche zum
Konzert der Band in's Kölner "Underground" mitgeschleppte.
Vor ca. 25 Zuschauern, mindestens die Hälfte davon auf der Gästeliste
(wie auch Frankie - nur ich leider nicht!), sahen wir ein Klassekonzert.
Ben Taylor sieht aus wie sein Vater (natürlich in jünger!),
singt wie sein Vater und macht eine ähnliche Musik - und das
ganze ist trotzdem (?) in keinster Weise peinlich, sondern sogar richtig
gut, denn die Songs des Juniors sind gut und die Band spielt gut -
und es gibt eben viel schlechtere Vorbilder als James und Carly. Jetzt
auf der Platte kommt de Musik etwas geschliffener rüber als live,
aber auch da passt alles. Tolle Platte.
Hier geht's zu Frankies Konzertbericht
für das Home-Of-Rock. Schließlich musste er sich seine
Freikarte und seine Muster-CD ja irgendwie verdienen! |
| Richard Thompson: "The Old Kit Bag" (Cooking Vinyl, Feb. 2003) |
Ebenfalls heute erschien auch das neue Album eines meiner anderen Helden
(insgesamt eine schöne Parallele - da fehlte heute nur ein neues
Neil Young Album, möglichst besser als "Are
You Passionate?", denn Jerry Garcia ist ja leider schon tot).
Der Engländer Thompson lebt schon lange im sonnigen Kalifornien und
macht doch die britischste Rockmusik, die man sich vorstellen kann. Vor
einiger Zeit flog er auch bei seiner Major-Company Capitol Records raus
(wollten die mit ihm "Hits" produzieren?) und hat jetzt nach
4 Jahren ein sehr abgespecktes Album herausgebracht, auf dem er nur von
Kontrabassist und Langzeitpartner Danny Thompson und dem mir unbekannten
Trommler Michael Jerome begleitet wird. Gelegentlich kommt Judith
Owen mit ihrer zweiten Gesangsstimme dazu. Ohne den (jetzt wohl zu
teuren) Produzenten Mitchell Froom, der aber meiner Meinung nach
nicht die Capitol-Alben der Vergangenheit ruiniert hat, wie ich jetzt
in manchen CD-Kritiken lese, stattdessen mit dem Produzenten John Chelew,
dem wir "Bring The Family"
von John Hiatt und das 1996er-Album
von Norma Waterson (an dem die beiden Thompsons schon beteiligt
waren) zu verdanken haben, legt Richard Thompson hier ein klasse Album
vor, mit allem was ihn für mich so wichtig macht: vorzügliche
Songs, musikalisch und textlich auf höchstem Niveau, inspirierter
Gesang und dann eben dieses grandiose Spiel auf der Gitarre. Er ist einer
der wenigen Stilisten an der Gitarre, den ich glaube, immer heraushören
zu können (zumindest beim Solospiel auf der Stratocaster). Außerdem:
wer außer Thompson ist gleichzeitig als Sänger, Songschreiber und
Gitarrist dermaßen gut? Auch nicht Neil Young (der vielleicht die etwas
besseren Songs hat, sicherlich nicht Bob Dylan und Van Morrison wegen
deren limitierten Gitarrenkünsten. Es fallen mir höchstens der
Kanadier Bruce Cockburn und Nashville-Mann Vince Gill ein,
wobei mich Gills Lieder nicht so beeindrucken und Cockburn zwar gut ist,
aber mir nicht so nahe geht wie Thompson.(03.02.2003) |
| The Dead: "The Warfield Theatre, Valentines Day 14.02.2003" |
Premiere! Zum ersten mal möchte ich hier eine Art Bootleg-CD vorstellen,
obwohl es das nicht ganz trifft, denn diese 3CD-Veröffentlichung
kann sich jedermann/frau samt Coverdesign von der Homepage
der Grateful Dead herunterladen. Am Tag der Verliebten gab es ein
Konzert im "Wohnzimmer" der Dead, dem Warfield Theater von San
Francisco mit Dead-Texter Robert Hunter im Vorprogramm und dann als Topact
die "neue" Band der 4 überlebenden Grateful Dead Musiker
Bob Weir, Phil Lesh, Mickey Hart und Bill Kreutzmann.
Ohne Kreutzmann spielte man schon seit 1999 gelegentlich unter dem Namen
The Other Ones, benannt nach dem Dead-Konzertklassiker-mit-Überlänge
#2 (#1 ist natürlich "Dark Star"!) "That's It For
The Other One", wieder zusammen. Als Kreutzmann dazukam (es gab meines
Wissens einige Gigs im letzten Jahr) war die Resonanz so überwältigend,
dass man sich zu einer Art Neuanfang entschloss. Da aber Jerry Garcia
noch immer tot ist, war klar, dass der alte Bandname tabu war - "The
Dead" waren geboren. Als Dank an die Fans gibt es nun das komplette
Konzert auf 3 CDs zum legalen Download. An den Keyboards sind Jeff
Chimenti von Bob Weir's Band Ratdog
und Rob Barraco von Phil Lesh
& Friends dabei. Den härtesten Job hat wohl Leadgitarrist
Jimmy Herring, der sich schon durch sein Mitwirken bei der Edel-Grateful-Dead-Coverband
Jazz Is Dead und ebenfalls
bei Phil Lesh & Friends für
diesen Job empfohlen hatte. Saiten-Unterstützung kommt bei einigen
Titeln von Gitarrist Warren Haynes (Allman
Brothers, Gov't Mule, Phil
Lesh & Friends) und Geiger Michael Kang (von den neuen
Jamrock-Stars String Cheese Incident), gesanglich helfen Joan
Osborne (remember "What If God Is One Of US"?) und Ersatz-Van
Halen-Sänger Sammy Hagar. Die Dame ist auch auf der kommenden
Tour als festes Bandmitglied dabei (sie macht das scheinbar besser als
damals Donna Godchaux, denn sie darf auch mal solistisch ran, etwa
bei "Casey Jones" oder Otis Reddings "Too Hard To handle",
das damals Pigpen so göttlich vorgetragen hatte - oder die
Herren sind inzwischen emanzipierter!). Alles klingt ganz wunderbar, auch
wenn manche Miesepeter meckern werden, weil Herring und Haynes eben nicht
Jerry ersetzen können - aber was soll's: die Vibes stimmen und beide
Gitarristen sind absolute Granaten. Haynes kommt außerdem z.B. bei "Sugaree"
als Sänger gut rüber. Nur "Rocker" Sammy Hagar will
mir nicht so recht schmecken - vielleicht wegen meiner Einschätzung
von Mainstreamhardrock im Allgemeinen und Van Halen im Besonderen - wahrscheinlich
aber eher, weil er "Loose Lucy" singt, eines der wenigen Dead-Stücke,
das ich nicht so besonders mag. Die 4 alten Deadhasen sind gut wie immer,
vor allem natürlich Bassist Phil Lesh, das Herz der Band, aber auch
die beiden Drummer Hart und Kreutzmann . Und Bob Weir singt klasse (wie
immer in den letzten Jahren, als er neben Jerry als 2. Frontmann reifen
konnte) und wird m.E. als Rhythmusgitarrist in seiner Bedeutung total
unterschätzt.(21.06.2003) |
| Janet Bean: "Dragging Wonder Lake" (Thrill Jockey, März 2003) |
"Indie- und Roots-Fans mit wenigstens einem offenen
Ohr werden Janet Bean als Schlagwerkerin bei Eleventh Dream Day und
als eine Hälfte von Freakwater kennen. Schließlich verewigt
sich die in Kentucky aufgewachsene Musikern seit fast 20 Jahren auf
diversen Tonträgern. Das mit dem Singer/Songwriter-Sound "zirka 1972" hat Hand
und Fuß: auch beide Coverversionen sind aus diesem Jahr. Das ganze
Werk ist etwas sperrig, aber schon beim ersten Hören sehr spannend.
Auch die Instrumentierung liegt ganz auf meiner Welle. Außerdem hat
es die Lady nicht nötig, sich auf dem Cover optisch auszubreiten
(sie könnte! Habe ich in "11th Dream Day" und "Freakwater"-Konzerten
schon feststellen können!), sondern hat da ein wunderschönes
Gemälde platziert. |
| The Be Good Tanyas: "Chinatown" (Nettwerk, März 2003) |
Das zweite wunderbare Werk dieses schrägen Damentrios aus Kanada. Mit
einer tollen Version des Townes Van Zandt-Klassikers "Waiting Around
To Die" und erneut einer Version eines eigentlich unspielbaren Lieds:
"House Of The Rising Sun", geschunden von so ziemlich allen
Beat- und Rockbands aus meiner Generation in ihren Frühphasen. Auf
ihrem ersten Album "Blue Horse"
kriegten sie ja schon bei "Oh Susannah" ("I come from Alabama
with the banjo on my knee...") elegant die Kurve... (16.04.2002) |
| The Electric Family: "Ice Cream Phoenix" (Hypertension, März 2003) |
Tom Redeckers Duo mit dem Berliner Emilio Winschetti "The
Perc Meets The Hidden Gentleman" fand ich immer klasse. Diese Musik
wurde von Tom Redecker nach der Trennung auf einem Soloalbum und dem inzwischen
dritten Album seiner "Band" (besser: Session-Zirkustruppe) fortgeführt.
Während mir dabei bisher immer der Antagonismus zwischen Tom und
Emilo fehlte (Tom ist mit seiner tiefen Stimme gesanglich doch etwas limitiert)
und alles auf Platte doch zu sehr nach unverbindlicher Session klang,
ist die Sache jetzt endlich wieder so "rund" wie damals zusamen
mit Emilio. Also kann ich auch die "Elektrische Familie" jetzt
bedenkenlos weiterempfehlen! Zur Familie gehören u.a.: The Voodoo (perc) von Philip Boas altem Club, Hagen Liebig (war kurz mal bei den Ärzten), Volker Kahrs (Grobschnitt-Keyboarder), Dieter Serfas (Amon Düül II) und sogar Ulla Meinecke! Die meisten Songs sind zwar von Tom Redecker, es gibt aber auch zwei interessante Coverversionen: "Careful With The Eugene", das Pink Floyd-Ein-Akkord-Stück-Mit Dem-Schrei (kommt klasse!), und "Dancin' Lady" eine Crazy Horse-Nummer ohne Neil Young, von deren unbekannten 78er-Album "Crazy Moon" (eine nicht so nahe liegende Wahl - wäre ich nie drauf gekommen!) (17.05.2003) |
| Dar Williams: "The Beauty Of The Rain" (Razor & Tie, März 2003) |
Dar Williams ist eine Sängerin und Songschreiberin, die mir bisher
nicht aufgefallen war. Entdeckt habe ich sie "über drei Ecken":
Zuerst fiel mir die wunderschöne Version von "Whispering Pines"
auf dem neuen Tribute-Sampler "Endless
Highway - The Music Of The Band", gesungen von Jakob Dylan
und Lizz Wright, auf. Dann bin ich auf
der Suche nach Text und Akkorden dazu auf der Webseite von Dar Williams
gelandet und habe dort ein bisschen gestöbert. Neugierig hat mich
dann die sehr hochkarätige Besetzung der Platte gemacht. Zu hören
sind u.a. Banjogott Bela Fleck, Jazzorgler Jon Medeski,
Harmonika-Ass John Popper (Blues Traveller), Bluesgrass-Queen Alison
Krauss und gleich zwei von den Hooters: Eric Bazillian und
Rob Hyman. Der Kauf der CD war also Pflicht - und hat sich absolut
gelohnt!(17.06.2007) |
| Vic Chesnutt: "Silver Lake" (Blue Rose/New West, Apr. 2003) |
Finde
ich richtig gut, dass mal jemand den Mut gefunden hat, den alten
Gitarrenschrammler mit guten Musikern aufzunehmen, denn weder ist der
Mann ein wirklich guter Sänger, noch spielt er selber virtuos Gitarre
(was bei ihm rein körperlich nicht geht!). Und bisher waren alle
seine Platten immer irgendwie "schrammelig" (und haben mir trotzdem
gefallen!). Jetzt gibt's auf jeden Fall keinen Ausverkauf, sondern ein
angemessenes Umfeld für einen großen Songschreiber, dank solch ausgezeichneter
Musiker wie Doug Pettibone, Don Heffington und Darryl
Johnson. |
| Willard Grant Conspiracy: "Regard The End" (Glitterhouse, Mai 2003) |
ab
in die Grabbelkiste! |
| Richmond Fontaine: "Post To Wire" (El Cortez, März 2003) |
Ein Zufallsentdeckung! Im Urlaub hatte ich mir aus Mangel an Alternativen
das englische "Q"-Magazin gekauft und fand auf der beiliegenden
CD diese amerikanische Band in bester "No Depression"-Tradition
à la Jayhawks, Uncle Tupelo oder Whiskeytown.
Soweit ich weiß, ist dies hier schon das sechste (!) Album der Band um
den Singer/Songwriter Willy Vlautin, die sich sogar einen hauptamtlichen
Pedalsteeler leistet, ohne zu sehr nach Nashville zu klingen und zumindest
in den USA schon im letzten Jahr erschienen. Gerüchteweise soll die
Band mit "Post To Wire" jetzt groß rauskommen. Schau'n wir mal.
Schöne Scheibe.(02.07.2004) |
| Sons Of Jim Wayne: "Sweet Madonna" (NTT, März 2003) |
Ein
Duo aus dem nordöstlichen Ruhrgebiet mit Musik irgendwo zwischen
Bluegrass und Indie-Rock mit Homerecording-Charme. Stefan Kulik
spielte vorher im Jim Wayne Swingtett, das ich aber leider nie
selber gehört habe. Sein Kollege ist dagegen ein alter Bekannter
für mich: Bernd Uebelhöde spielte vor 10 Jahren bei den
grandiosen Ferryboat Bill. |
| The Jayhawks: "Rainy Day Music" (Lost Highway/American, April 2003) |
Ich war bei Ankündigung des Albums sehr überrascht und als
ich dann erfuhr, dass das "Nachwuchs"-Produzentengenie und
Multiinstrumentalisten Ethan Johns an den Reglern saß, auch
voller Vorfreude. Die ersten Töne sind dann wirklich göttlich
und alles ist auch wieder eine Spur sparsamer als beim letzten Mal
- eben etwas weniger "Pop". Außerdem schafft es Drummer
Tim O'Reagen allmählich ein wenig in die Rolle des ausgestiegenen
und oft vermissten Sängers/Songschreibers Marl Olson zu schlüpfen,
indem er auch zwei eigene Songs beisteuert und zusammen mit dem verbliebenen
Gitarristen Gary Louris den zweistimmigen Leadgesang, früher
mal Trademark der Band, teilweise wieder aufleben lässt. Einziges
Makel der Platte: die Spannung und Qualität der ersten 4/5 Songs
wird bis zum Ende nicht ganz durchgehalten, sodass die Platte wahrscheinlich
nicht mein Album des Jahres werden kann - die Konkurrenz (z.B. Luci
und die Go-Be's!) ist jetzt schon groß, aber: schau'n wir mal!(17.05.2003) |
| Daniel Lanois: "Shine" (Epitaph, April 2003) |
Das Album hatte ich im April doch glatt übersehen und es mir kürzlich
als "Nice price"-CD gekauft. Das ist zwar schön für
mich, aber doch traurig mit anzusehen, wie schnell manche Platten heutzutage
in die Resteverwertung gehen! Nach fast 10 Jahren endlich ein neues Album
des Mannes, der ansonsten seine Zeit damit verbringt, die Arbeiten anderer
Leute (immerhin Dylan, U2, Peter Gabriel, Emmylou, u.a.) zu veredeln.
Anlass soll seine "Wiederentdeckung" der Pedalsteel sein, die
hier dann auch sehr ausführlich zum Zuge kommt (und harte U2-Fans
vielleicht abschreckt?). Erschienen auf dem Epitaph-Label von Brett Gurwitz
(Bad Religion), das sich in den letzten Jahren auch um Tom Waits,
Merle Haggard und Solomon Burke gekümmert hat. Ein
feine Familie.(28.12.2003) |
| Old And In The Gray (Acoustic Discs, April 2003) |
Ein scheinbar schon im vergangenen Jahr erschienene bzw eingespielte Neuauflage
der legendären, aber kurzlebigen Hippie-Bluegrasstruppe Old
And In The Way. Okay, sie sind "alt und grau", Jerry
Garcia und John Kahn schon
lange tot. Trotzdem schaffen es die alten Haudegen Peter
Rowan (Gitarre; spielte in jungen Jahren bei Bill Monroe &
seinen Bluegrass Boys, später bei Earth
Opera, Seatrain und mit seinen Brüdern als The Rowans), David
Grisman (Mandoline; Earth Opera,
etc.) und Vassar Clements (Geige)
locker, den alten Geist von vor 30 Jahren wieder aufleben zu lassen! Old And In The Way wurden immer im festen Zusammenhang mit der Grateful Dead Scene betrachtet und schlugen eine wichtige Brücke zwischen Rock Musik und Bluegrass. Viele Hippies haben so diese Musik zum ersten Mal wahrgenommen (auch ich habe zum ersten Mal bluegrassartige Töne über das genrebildende David Grisman Quintet gehört. Für "Old And In The Gray" haben sich die Drei die noch relativ unbekannte junge Bassistin Bryn Bright (spielt sonst mit Peter Rowan zusammen) und den Sänger und Banjospieler Herb Pedersen (Emmylou Harris Hot Band, Linda Ronstadt, Desert Rose Band, etc.) als Garcia-Ersatz geholt! Alle Songs wurden garantiert live-im-Studio eingespielt, darunter mit 'Rainmaker' und 'Meadow Green' zwei Rowan-Originale. Der Rest ist wie damals eine bunte Mischung aus Stanley Brothers, Louvin Brothers, Carter Family, Bill Monroe, John Hartford, Townes Van Zandt ('Pancho & Lefty') und sogar Rolling Stones ('Honky Tonk Women'). (03.05.2003) |
| Yo La Tengo: "Summer Sun" (Matador, April 2003) |
Welche Bands aus den 80ern sind immer noch dabei und machen immer
noch fantastische Platten, werden sogar besser, je älter sie
werden? Da fällt mir außer Yo La Tengo aus Hoboken/New Jersey
eigentlich keine andere ein! OK, hätten meine allergrößten
Helden aus dieser Zeit nicht in den 90ern eine "Kunstpause"
eingelegt, müsste ich hier natürlich die Go-Betweens
anführen. Es bleibt also das Trio um das Ehepaar Ira Kaplan
(Gesang & Gitarre) und Georgia Hubley (Gesang & Schlagzeug),
seit nun mehr 10 Jahren schon mit James McNew am Bass. Alle drei bedienen auch live und im Studio die Keyboards, was hier vor allem eine uralte Schweineorgel ist. Bei einem Konzert in Duisburg vor ca. 2/3 Jahren war das sehr schön anzusehen und zu hören.: Ira geht mit Klebeband bewaffnet (jeder richtige Musiker hat immer Gaffa-Tape dabei!) zur alterschwachen Orgel und drückt nacheinander die für die nächste Viertelstunde benötigten Töne und klebt sie mit dem Gaffa fest. Dann zurück zur Gitarre und weiter gesungen. Zwischendurch werden dann mal einzelne Töne von einem der drei herausgenommen oder hinzugefügt: absolut genial, besser als jede Kapelle mit computergesteuerten Einspielungen! Das neue Album ist eine schwer melodische Pop Platte, ausgerichtet an den wohlklingenden Vorbildern der 60s, produziert von Roger Moutenot. Die Bläsersätze mit viel Querflöte, was ich sonst eigentlich nicht so sehr mag, lagen dabei in den Händen und Instrumenten von Roy Campbell jr. (Pyramid Trio), Daniel Carter (Test, Other Dimensions In Music) und Sabir Mateen (Test) und kommen ganz besonders gut im vorletzten Lied, dem über 10minütigen "Let's Be Still". In vergangenen Jahren waren Yo La Tengo auch immer gut für eine geniale Coverversion (mit "Fakebook" gab's sogar mal ein ganzes Album voll davon!). Diesmal ist es zum Abschluss der CD "Take Care" von Alex Chilton, zu finden auf dem dritten Big Star-Album "Sister Lovers" (Geheimtipp!), hier herzergreifend gesungen von Georgia und veredelt vom Lambchop-Musiker Paul Niehaus mi seiner Pedal Steel. (18.04.2003) |
| Rosanne Cash: "Rules Of Travel" (Capitol, Mai 2003) |
7 Jahre nach dem "10 Songs
Demo" endlich ein neues Klassealbum von Johnny's ältester(?)
Tochter. Singer-Songwriter-Country-Rock, geadelt durch die Mitwirkung
von John Leventhal (Ehegatte, Co-Autor, Produzent, Toningenieur,
Multi-Instrumentalist). Dazwischen lagen Kinderkriegen (die Platte
ist ihrem Sohn Jake gewidmet) und Krankheiten (sie hatte für
längere Zeit ihre Stimme verloren)(31.08.2003) |
| John Hiatt & The Goners: "Beneath This Gruff Exterior" (Sanctuary, Mai 2003) |
Auf Mister Hiatt ist wie immer Verlass! Alle 1-2 Jahre haut er eine
gute, manchmal sogar sehr gute Scheibe raus - und diesmal ist sie
sehr gut! Insgesamt sind das seit seinem Debüt von 1974 schon
über 20 an der Zahl. Zusammen mit seiner alten Kapelle, den Goners
(Slidegitarrengott Sonny Landreth und die tolle Rhythmusgruppe
Ken Blevins und Dave Ranson) wird dieses mal sogar auf's
heftigste gerockt. Die Zusammenarbeit muss wohl so gut gewesen sein,
dass die Jungs auch erstmals in bester "Elvis Costello &
The Attractions"-Manier mit auf den Titel durften. Was mir noch
auffällt, ist ein kleiner Trend unter meinen aktuellen Lieblingsplatten:
2 Gitarren, Bass & Drums - und sonst nix, wie auch schon beim
neuen Meisterwerk von Lucinda Williams vom
letzten Monat. Einziger Gastauftritt kommt von Saxofonlegende Bobby
Keys (Rolling Stones, etc.). 12 mehr oder weniger neue Klassesongs
werden geboten, nur die letzte Nummer "The Most Unoriginal Sin"
gab's vor ca. 10 Jahren schon mal in einer Version von Willie Nelson
auf dessen Comeback-Album "Heartland". Einzige Schwachstelle
vielleicht der etwas merkwürdige Titel: ohne Nachzuschlagen sagt's
mir gar nichts und klingt nur etwas bescheuert.(05.06.2003) |
| Stacey Earle & Mark Stuart: "Never Gonna Let You Go" (Gearle, Juni 2003) |
Neben Buddy & Julie Miller
und Gillian Welch & David Rawlings
gibt's jetzt in Nashville eine weitere musikalische und Lebenspartnerschaft
im Singer/Songwriter-Genre: Steve Earles kleine Schwester Stacey
Earle und Mark Stuart. Die Stücke sind durchweg gelungen,
wobei mich der Opener "Me And The Man In The Moon" an irgendwas
von Guy Clark erinnert, das ich aber gerade nicht auf den Punkt
bringen kann. Ist ja auch keine schlechte Referenz! Der Sound wird
getragen von den Akustikgitarren der beiden, ihrem Doppelgesang, dem
Kontrabass von Byron House und dem Besenschlagzeug von Craig
Wright. Dazu gibt es gelegentlich Mandoline und Akkordeon vom
Produzenten Michael Webb und sogar E-Gitarre von Mark Stuart.
Fast also so, wie Waiting For Louise auch klingen (sollen).
Sehr schön finde ich auch, das es auf einer 2. CD die Rohversionen
der Lieder gibt, "just gutar & voice"!(07.09.2003) Bei der Gelegenheit möchte ich hier mal kurz meine Lieblingsduos (zumindest Duos im musikalischen Sinne!) aus dem Bereich Singer/Songwriter/Country/Folk/Rock aufführen. Neben den drei oben genannten Pärchen sind das: |
| Steely Dan: "Everything Must Go" (Reprise, Juni 2003) |
Ein Muss für mich. Walter Becker und Donald Fagan, diese beiden mürrischen,
inzwischen älteren Herren, die "Walldorf und Stadler" des
Rock'n'Roll, können überhaupt keine schlechten Platten machen.
Ich sitze und lausche ergeben, jeder alte Dan-Fan wird's genauso tun.
Ob ein paar neue dazukommen werden? Ist mir ziemlich egal. Und den beiden
wohl auch.(21.06.2003) |
| Tindersticks: "Waiting For The Moon" (Beggars Banquet, Juni 2003) |
Für mich sich sind Tindersticks eine der wenigen aktuellen (?) Bands,
bei denen ich mir bei jeder Neuerscheinung sicher bin, dass es mir gefallen
wird und trotzdem (?) immer spannend bleibt. Beim letzten Album "Can
Our Love" von 2001 war ich sogar extrem begeistert, denn mir
hat dieser "Soul Sound" besonders gut gefallen. Und auch jetzt
sind die ersten Töne, die zu hören bekomme wieder wunderschön.
In der Eröffnungsnummer "Until The Morning Comes" klingts
melancholisch, fast wie bei Leonard Cohen, danach wird's dann etwas heftiger
(irgendwie Tim Buckley-mäßig). Und der vierte Titel erinnert
tatsächlich an Velvet Underground, meine alten Helden. Keine schlechten
Koordinaten für musikalische Grosstaten.(14.06.2003) |
| Love: "The Forever Changes Concert" (Snapper, Juli 2003) |
Brian Wilson hat es mit "Pet
Sounds" in beeindruckender Weise vorgemacht und Arthur Lee
holt es mit "Forever Changes"
nach: ein grandioses Alben der Rockgeschichte komplett aufführen.
Bei dem "Beach Boy" Brian Wilson funktionierte das Ganze nicht
zuletzt wegen der jungen und enthusiastischen Begleitband, den "Wondermints"
so gut, die vorher eigentlich eher so was wie eine Beach Boys-Revival
Band waren, zumindest stark davon inspiriert. Arthur hatte die L.A.-Band
"Baby Lemonade" dabei, die sich ganz natürlich im
Stil der späten 60er bewegt. So wurden die Jungs von Lee kurzerhand
zu den neuen "Love" erklärt. Eigentlich arbeitet man ja
schon seit Mitte der 90er zusammen, aber Lee war noch bis Jahresbeginn
2003(?) im Gefängnis (wofür eigentlich? Drogen?) und stieg mehr
oder weniger direkt vom Knast in den Flieger nach England um, wo Love
schon immer die meisten Fans hatten, auch in schwierigen Zeiten (das gilt
übrigenz auch für die Beach Boys!). Höhepunkt der Tournee
war dann der Auftritt in der Royal Albert Hall am 15. Januar 2003,
der für diese Doppel-CD und eine DVD mitgeschnitten wurde. Das Ergebnis klingt einfach wunderbar: die 5köpfige Band, verstärkt um 8 Streicher und 3 Bläser aus Schweden (!), spielt da komplette Album - nein, nicht "nach", sondern zelebriert es! (05.09.2003) |
| Eugene Kelly: "Older Faster" (Geographic, Aug. 2003) |
"Offensichtliches Solodebüt des ex-Vaselines, die höchstens noch entfernt als C-86-Band und von den Nirvana-Covern (allein 3 bei MTV Unplugged) bekannt sein dürften. 4 Songs und 15 Minuten countryesker Wohlklang, entfernt an Neil Young während "Comes A Time" erinnernd, aber dann auch wieder recht britisch im Ansatz. Harmonika, sanfte Akustikgitarre und eine unaufgeregt agierende Bands rühren hier vier Sunshine-Tracks zusammen, von denen ich dachte, so was würde heute nicht mehr gemacht." (Glitterhouse) Auch ich kannte den Mann bisher nicht. Aufmerksam geworden bin ich
dann schließlich durch eine Besprechung der Platte in der "Westzeit"
(ihr wisst schon, dieses Ungetüm von Musikzeitschrift, das kostenlos
in Szenekneipen ausliegt), die ich nach langer Zeit mal wieder auf dem
Halderner Open Air gelesen habe. |
| Kings Of Leon: "Youth And Young Manhood" (RCA, Aug. 2003) |
Es hat ein bisschen gedauert, bis der Groschen bei mir fiel: Kollege Frankie
von den Craving Hands hatte mir eine "digitale Sicherheitskopie"
der Platte zur Verfügung gestellt, aber ich blieb beim Hören
ziemlich unbeeindruckt. Hatte vielleicht was mit dem "Hype"
um die Junx zu tun. Neulich habe ich dann im Plattenladen die Vinylausgabe
in der Hand: eine Doppel-10-Inch! - und ich
habe als alter Querkopf sofort zugeschlagen. Zu hause habe ich dann aber
doch nicht den Plattenspieler angeschmissen, sondern noch mal die Sicherheitskopie
in's PC-Laufwerk geschoben, während ich die schöne Platte in
Händen hielt. Schließlich hat es dann doch noch "Klick"
gemacht: schöne Rockmusik, altmodisch und trotzdem jung & frisch.
Und beim Blättern im Booklet stelle ich fest, dass den Junx bei einigen
Liedern ein gewisser "Angelo" geholfen hat. Das interessiert
jetzt wahrscheinlich kein Schwein, aber der Mann ist einer der angesagtesten
Nashville-Country-Songschreiber und mir schon gelegentlich bei Kim
Richey (Co-Autor von "I'm Alright", das zu den von Waiting
For Louise gecoverten "10 Songs"
gehört!) und anderen aufgefallen. Und somit in "Alternativ"-Kreisen
sicherlich als völlig "uncool" einzuschätzen. Ich
glaube, ich schweife etwas ab. Gute Platte. Wie gesagt.(irgendwann in 2004) |
| Allison Moorer: "Show" (Universal-South, Aug. 2003) |
Ein starkes Teil von Shelby Lynne's kleiner Schwester!
Am 4. Januar diesen Jahres spielte sie mit ihrer starken Band in einem
kleinen Club in Nashville und ließ das Ganze in Bild und Ton festhalten.
Als limitierte Auflage gibt's den Auftritt jetzt als Audio-CD und Video-DVD
im Doppelpack. Besonders beeindruckend sind dabei die Gesangskünste
von Mrs. Moorer, bei drei Lieder sogar zusammen mit ihrer ebenso bezaubernden
Schwester! Auch der Gastauftritt von Kid Rock ist weit weniger
bizarr oder rüpelhaft als man meinen sollte. (14.11.2003) |
| Rodney Crowell: "Fate's Right Hand" (Epic/DMZ, Sept. 2003) |
Das neue Werk des ehemaligen Emmylou Harris-Begleiters (z.B. auf
"Luxury Liner") und Johnny
Cash-Schwiegersohns habe ich zwar schon seit einigen Wochen hier liegen,
aber es ist wohl irgendwie verschütt gegangen. Nach den starken frühen
Soloalben, die ich Dank meiner Hartnäckigkeit bei der Durchforstung
von Grabbelkisten schon seit längerem, also sogar schon vor meiner
"Country-Phase", mein eigen nenne (z.B. das geniale Debüt
"Ain't Living Long Like This"
von 1978), der Zusammenarbeit mit Ex-Gattin Rosanne Cash in den
80ern, den kommerziell erfolgreichen eigenen Nashville-Alben in den 90ern
(wo ich ihn aus den Augen verloren habe) und dem autobiographischen Comeback-Album
"The Houston Kid" beim
Bluegrass-Kultlabel Sugar Hill vom vergangenen Jahr ist er mit
seinem neuen Werk wieder ganz der Alte. Sogar wieder bei einem Major,
aber dieses mal wohl ohne Hitsingles. Die braucht der Mann aber auch sicherlich
nicht mehr.(21.12.2003) |
| Emmylou Harris: "Stumble Into Grace" (Nonesuch, Sept. 2003) |
Wenn ich eine Lieblingssängerin nennen müsste (muss ich natürlich
nicht!) so bräuchte ich nicht lange nachdenken: natürlich die
göttliche Emmylou! Am 27.10. werde ich sie in der Düsseldorfer
Tonhalle ENDLICH live erleben. Warum hat das nur so lange gedauert? Nach
Van Morrison eine weitere "alte Heldin" von mir, die mit einem
neuen Werk total überzeugt. Darf man bei Damen eigentlich das Alter
in's Spiel bringen? Nur soviel sei gesagt: Mrs. Harris veröffentlicht
immerhin seit 1969, als ich selber noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum
meine Runden drehte, eigene Platten!(26.10.2003) |
| Shelby Lynne: "Identity Crisis" (Capitol, Sept. 2003) |
Nach der kleinen Schwester Allison Moorer
nun die große! Der Vorgänger "Love, Shelby" ging
irgendwie an mir vorbei. Den hab ich mir inzwischen zwar für schlappe
2,45€ von irgendeiner Resterampe besorgt, er hat aber ein blödes
Cover und ist, wie auch der Glitterhäusler richtig anmerkt, etwa
zu mainstreamig geraten (Produzent Glen Ballard war auch für
die Hits von Alanis Morissette zuständig!). Klasse war dagegen
der Vor-Vorgänger "I Am Shelby
Lynne" (Produzent: Sheryl Crow-
und Kim Richey-Spezi Bill Bottrill).
Jetzt hat sie selber produziert und auch noch alle Gitarrenparts höchstpersönlich
eingespielt. Das ist vielleicht nicht ganz so virtuos, als wenn sie dafür
irgendwelche Studiocracks herangeholt hätte, aber immer absolut passend.
Nicht nur geschmackvolle Akustikgitarren (z.B. bei "I Don't Think
So"), sondern sogar richtige Brettgitarren ("Gotta Be Better").
Das Ganze gefällt mir sogar besser als der vergleichbare Versuch
von Maria McKee, die mich zu Beginn diesen Jahres mit einem eher
spröden Comback - ebenfalls mit komplett selbst eingespielten Gitarrenparts
- eher irritiert hat. Irritiert vor allem wegen der für meinen Geschmack
schwächeren Songs. Muss ich mir aber wohl noch mal anhören.
Shelby, Rickie Lee, Emmylou,
Rosanne, Gillian und Lucinda:
Wie schon im letzten Jahr zeichnet es sich ab, dass im Rennen um meine
Lieblinxplatten des Jahres auch 2003 ein paar starke Ladies dabei sein
werden! |
| Mojave 3: "Spoon And Rafter" (4AD, Sept. 2003) |
Lange nichts mehr von dem englischen 4AD-Label gehört! Das hat sicherlich
was damit zu tun, dass die Platten des Labels früher mal von Rough
Trade vertrieben wurden, die ja bekanntlich Pleite gegangen bzw. von einer
großen Plattenfirma aufgekauft worden sind. Mojave 3 kommen nicht aus
der amerikanischen Wüste, sondern aus Cornwall/England. Sänger,
Drummer und Bassistin waren früher mal bei den mir nur namentlich
bekannten Britpoppern(?) Slowdive. Hier gibt es jetzt aber statt
fettem E-Gitarren-Sound viel Akustikgitarre, Country-Instrumente (Banjo,
Pedalsteel), akustische Tasteninstrumente (Klavier, Melodika), aber auch
schöne Analogkeyboards (Hammondorgel, Moog-Synthesizer), was inzwischen
ja auch schon was sehr Altmodisches an sich hat.Manchmal wird die Band als "Countryband" bezeichnet, wohl wegen der verwendeten Instrumente. Das ist natürlich Blödsinn. Am ehesten kommen noch Vergleiche mit Tim Buckley, Nick Drake und aus "etwas jüngerer Zeit" vielleicht den Cowboy Junkies, Mazzy Star oder Galaxy 500 hin. Auf jeden Fall ist das keine "Alt-Country", wie man heutzutage sagt, sondern einfach wunderschöne, meist ruhige Singer/Songwriter-Musik mit gewissen Abgründen hinter der schönen (Cover-)Oberfläche. Und beim 4AD-Label durchaus passend aufgehoben. (08.02.2004) |
| The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band With Choir: "'This Is Our Punk-Rock,'Thee Rusted Satellites Gather + Sing" (Constellation, Sept. 2003) |
Meine neue Lieblinxband mit dem ewigen Witz des variierenden Bandnamens.
Bei diesem Album ist er, genauso wie der Titel, besonders lang geraten
und vor allem wörtlich zu nehmen: das Doppelalbum enthält
gerade mal vier Lieder, bei denen die Band auf dem ersten und dem
letzten von einem großen Chor unterstützt wird. Außerdem
hat das hier weder etwas mit Klassik (ein Chor und gleich vier Streicher
in der Besetzung; 2x Geige, Cello und Kontrabass!) noch mit Punkrock
zu tun. Wie immer bei dieser Band: eine einzigartige und spannende
Musik.(19.04.2010) |
| The Autumn Defense: "Circles" (Cooking Vinyl, Okt. 2003) |
zwar "nur" ein Wilco-Nebenprojekt
- aber was für eins! Bassist John Stirratt erschafft zusammen
mit dem Gitarristen/Keyboarder Pat Sansone eine Art von entspanntem
Folkrock, der sicherlich nicht unabsichtlich an die drei großen
B's (Byrds, Beatles & Beach Boys) und den ganzen
Westcoast-Folkrock á la Eagles, CSN&Y und Jackson
Browne erinnert. Gute Songs, tolle Harmoniegesänge, perfekte
Arrangements und Vorbilder nur vom Feinsten. Ach ja - auch Pat Sansone
verdient inzwischen ebenfalls sein Geld bei Wilco.(12.05.2008) |
| Joe Camilleri: "Bakelite Radio Volume II" (Head, Okt. 2003) |
Die Zufalls-(wieder-)entdeckung eines alten Helden! Auch wenn sein Name
nur als einer von fünfen vorne auf dem Cover steht, muss man wohl
von einem Soloalbum sprechen, obwohl der Mann bisher immer in einem Bandgefüge
auftrat - wenn auch immer dominierend. Das war schon in den 70ern bei
Jo Jo Zep & The Falcons und in
den 80ern/90ern bei den Black Sorrows
so. Was wir geboten? entspannter "Blues i.w.S.". Eigenes, aber
auch schöne Cover, die die Richtung deutlich machen: Howlin' Wolf,
Reverend Gary Davis, Ray Charles, Tampa Red, John
Mayall, Hank Williams, Blind Willie McTell und J.J.
Cale.(01.07.2004) |
| Gabriel Gordon: "Gypsy Living" (Trocadaro, Okt. 2003) |
Noch ein Nachtrag von 2003 - was daran liegt, dass ich erst beim Liveauftritt
des Gitarristen von Natalie Merchant auf sein viertes (?) Soloalbum aufmerksam
geworden bin. Klasse Songs, klasse Sounds mit viel 70er-jahre-Feeling.
Natürlich mit viel Gitarre, aber auch Hammond-B3, Wurlitzer, Mellotron,
Hohner-D6 und Moog: schöne Keyboardsounds aus der Zeit vor den digitalen
Grausamkeiten der 80er.
PS: das Konzert im Weseler Karo am 12.Februar war meiner Meinung
nach viel besser als Kollege Ipach in seiner Kritik im Home Of Rock
schreibt. Trotzdem danke für den Tipp! |
| Van Morrison: "What's Wrong With This Picture" (Blue Note, Okt. 2003) |
Mit seinem tatsächlich 32. Soloalbum ist Van
The Man nun bei Blue Note gelandet. Aber hierbei handelt es sich nicht
um ein straightes Jazz-Album, sondern um die Verdichtung seiner mannigfaltigen
Einflüsse und um diesen unnachahmlichen Flow seiner Kompositionen,
der sich auf What´s Wrong With This Picture gut geerdet
zeigt. Mit einer brillianten Version von Saint James Infirmary,
aber leider auch sattsam bekannten Songmustern (jeder weiß wie der
Song Somerset klingt). Sicher ist das hier aller Ehren wert,
einige werden hier ein großes Alterwerk hören und
ich will hier auch nichts Schlechtes über meinen alten Helden sagen
Also lasse ich es und suche mal nach Tupelo Honey. (Glitterhouse)
Das mag ja stimmen, lieber Glitterhäusler. Und sicherlich ist
das Album nicht auf die Ebene von Tupelo
Honey zu heben. Aber im Gegensatz zu einem anderen meiner alten
Helden, Mr. Neil Young, liefert uns Mr. Morrison auch im fortgeschrittenen
Alter noch höchste Qualität ab. Außerdem muss ich sagen:
das neue Album von VAN THE MAN ist wie schon allen anderen Alben zuvor,
Balsam für Ohren & Seele! |
| Movietone: "The Sand And The Stars" (Domino, Okt. 2003) |
Diese Band aus Bristol/England war mir bislang völlig unbekannt.
Der Stil der Band wird manchmal als "Psych Folk" bezeichnet.
Klingt bescheuert - aber mir fällt auch nichts anderes ein. Vielleicht
"Ambient Folk Jazz"? Oder einfach Filmmusik (ohne Film)? Manchmal
kommen einem Erinnerungen an so schräges Zeug wie Soft Machine
(ohne deren instrumentale Kraftmeierei) oder eben Robert Wyatt,
ihren alter Trommler und Querdenker. Vielleicht auch an den Labelkollegen
Will Oldham AKA "Palace Music", bevor er als Bonnie
Prince Billy "normalere" Musik spielte. Auf jeden Fall macht
die Band um die Sängerin Kate Wright deutlich, dass man Banjo,
Klarinette und elektronische (?) Sounds mischen kann, ohne das es wie
ein Gag wirkt. Aufgenommen wurde die CD u.a. am Strand, unterhalb der
Klippen, inklusive Meeresrauschen. Meine Oma würde vielleicht sagen:
ja was so Künstler sind...(09.04.2004) |
| Toni Price: "Born To Be Blue" (Antone's, Okt. 2003) |
Diese Lady aus Austin/Texas ist eine späte Entdeckung von mir, auf
die mich Kollege Ipach von den Craving Hands gestoßen hat. Hat diese
angenehme Mischung aus Country und (Swing-)Jazz mit viel Singer/Songwriter-Atmosphäre,
die man/frau wohl nur in Texas findet, wohin Mrs. Price vor einigen Jahren
aus Nashville gezogen ist. Heimlicher Star der Platte ist der Gitarrist
James Burton, früher bei Ricky Nelson, Elvis Presley und Emmylou
Harris. Klasse Mann!(14.03.2004) |
| "The Resentments" (Freedom, Okt. 2003) |
Die Platte ist noch so frisch, dass es aus dem Internet nur dieses Bild
mit mieser Auflösung zu saugen gab - und mein eigener Scanner ist
im Moment leider kaputt. Wahrscheinlich kennt auch kaum einer die Truppe aus Texas, die als mehr oder weniger feste Band seit ca. 5 Jahren einmal wöchentlich in einem Club in Austin aufspielt und dort auch ein Livealbum mitgeschnitten hat, das ich aber (noch) nicht kenne. Gestern war die Burschen schließlich im Weseler Karo zu Gast und haben dort ein fantastisches Konzert abgeliefert. Von rechts nach links saßen dort auf der Bühne Stephen Bruton (Gitarre, Mandoline, Sidekick u. a. bei Kris Kristofferson und Bonnie Raitt), Jud Newcomb (Gitarre), Bruce Hughes (Bass) und Jon Dee Graham (Lapsteel, Gitarre, Ex-True Believers, Sidekick u.a. bei Green On Red und Calvin Russell), die immer genau reihherum abwechselnd ein Lied gesungen haben. Dahinter machte der neue Drummer John Chipman einen ausgezeichneten Job (sein Vorgänger "Mambo" John Treanor spielt leider nur noch in der "Angel Band"). War schon der Auftritt sehr beeindruckend (gleichzeitig sehr lässig und trotzdem absolut auf den Punkt gespielt), ist jetzt auch die Studiopremiere gelungen: "Americana" mit viel "Roots", Blues & Rock und nicht ganz soviel Country. Neben wunderbaren eigene Songs von allen vier Sängern (beeindruckend sowohl live als auch auf Platte: "People Ask Me" von Bruce Hughes - der Mann war für mich mit Stimme und Bass der Gewinner des Abends - wenn es denn einen einzelnen Gewinner gab) sind auch geschmackvolle Coverversionen zu hören, z. B. "Thirteen" (Alex Chilton/Chris Bell) vom ersten Big Star-Album, "You Don't Know My Mind" von Leadbelly und "Annie" von Ronnie Lane (geschrieben mit Eric Clapton und von Lanes unterbewertetem Duoalbum "Rough Mix" mit Pete Townsend). Im Konzert waren drei weitere Coverversionen die Highlights: "River Of Love" (eine eher unbekannte Nummer von Michael Hall, einem weiteren Kollegen der Band aus Austin), Chuck Berry's "Bye Bye Johnny" (eine echte Überraschung: wer so eine olle Kamelle in neuem Glanze erstrahlen lässt, hat unseren Respekt verdient!) und Warren Zevons "Werewolves Of London" (als fröhliche Hommage an den gerade verstorbenen Kollegen schon eher nahe liegend!) (03.10.2003) |
| Ryan Adams: "Rock N Roll" (Lost Highway, Nov. 2003) |
Nicht so schlimm, wie zu befürchten war. Aber auf keinen Fall so
gut wie "Gold" oder auch nur
eine der "Love Is Hell"-EP's.(14.12.2003) |
| And Also The Trees: "Further From The Truth" (EfA, Nov. 2003) |
Völlig "out of the blue" kommt dieses Album der obskuren
"80er/New Wave"-Band über mich, denn eigentlich hatte ich
mich seit langen Jahren nicht mehr mit ihnen beschäftigt! Unlängst
ging ich in der CD-Abteilung eines grossen und nervigen Elektrodiscounters
ganz unbedarft meinem Lieblinxhobby "Plattenwühlen" nach,
als mich dieses immerhin schon im vergangenen Jahr erschienene und damals
von mir überhaupt nicht wahrgenommene Album dazu aufforderte, es zu
den bereitstehenden CD-Playern zum Probehören zu tragen. Keine Ahnung
eigentlich, warum. Beim Hören war ich dann so fasziniert, dass ich
es sofort kaufen musste. Zuhause konnte ich es dann aber nur noch 1x kurz
hören, da ich am nächsten Tag in den Urlaub nach Formentera
zum Bluesgitarrespielen durchgestartet bin (that's another story...).
Frisch zurückgekehrt nach 14 Tagen finde ich zwischen den ungefähr 400 Spammails auf meinem PC eine von jemanden, der meinen Plattentipp zur frühen AATT-Komplation "Et Aussi Les Arbres" gelesen hatte und mir "Further From The Truth" wärmstens an's Herz legte. Ich hab die Scheibe natürlich sofort wieder in das DVD-Laufwerk meines Rechners geschoben (momentan mein beliebtester Ort, um Musik zu hören!) und muss sagen: Gute Scheibe! Guter Kauf! Gelungenes Comeback! Aber wahrscheinlich waren sie garnicht weg. (13.06.2004) |
| Dirk Darmstaedter & Bernd Begemann: "This Road Doesn't Lead To My House Anymore" (Tapete, Nov. 2003) |
Da
haben sich zwei ganz ausgezeichnete deutsche Singer/Songwriter zusammengetan,
um ihren (amerikanischen) Helden aus den 70ern die Ehre zu erweisen: bei
Dirk Darmstaedter, dem ehemaligen Sänger der Jeremy
Days ist das nicht so sehr überraschend, während Bernd
Begemann sich doch bislang eher mit deutschen Texten hervorgetan hatte.
Auf jeden Fall wird hier standesgemäß englisch gesungen, sowohl
in den wenigen Covers (z.B. "I Got A Name", zwar nicht komponiert,
aber zum Hit gemacht von Jim Croce und das in meinem Alter wahrscheinlich
jeder aus dem Radio kennt, auch wenn er den Titel nicht weiß!),
als auch in den eigenen Liedern der beiden. Dazu gibt's exquisite Dobroarbeit
von Folke Jensen, der unter dem Namen Ledernacken in den
80ern ein paar ganz furchtbare Technoplatten (oder wie man das damals
genannt hatte) gemacht hatte, der aber wohl auch auf Countrymusik steht.
|
| Al Green: "I Can't Stop" (Blue Note, Nov. 2003) |
Völlig überraschend nach so vielen Jahren ein Album des besten
Soulsängers überhaupt (natürlich neben Otis Redding). Als
wäre seit "Let's Stay Together" keine 30 Jahre vergangen.
Wenn es zeitlos gute Popmusik gibt: dann so was! Und der Glitterhäusler
soll sich die Platte einfach noch mal anhören.(11.12.2003) |
| The High Llamas: "Beet, Maize & Corn" (Tricatel/Duophonic, Nov. 2003) |
Sean O'Hagan, ehemaliger Gitarrist von Microdisney,
die ja wahrscheinlich heutzutage niemand mehr kennt (einige der wenigen
Glanzlichter der 80er neben den Go-Betweens) spielt mit seiner Band inzwischen
in einer eigenen Liga. Eine der wenigen Referenzmöglichkeiten ist
natürlich Brian Wilson, obwohl Sean O'Hagan dieser Vergleich
inzwischen wohl nerven wird. Aber ich denke, es gibt Schlimmeres, als
mit dem Kopf der Beach Boys in einen Topf gesteckt zu werden. Als aktueller
Bezug fällt mir nur Stereolab
ein, bei denen O'Hagan gelegentlich mitwirkt und deren inzwischen leider
verstorbene Gitarristin und Co-Sängerin Mary Hansen bei den
Aufnahmen in 2002 dabei war. Allerdings denke ich nicht, dass O'Hagan
es beabsichtigt hat, "wie Stereolab sein zu wollen",
wie ich in einer Kritik lesen musste. Das hat er überhaupt nicht
nötig. Besser gesagt: beide Bands stammen aus dem gleichen Biotop,
befruchten sich gegenseitig und klingen in gewisser Weise ähnlich!(07.12.2003) |
| Lyle Lovett: "My Baby Don't Tolerate" (Curb, Nov. 2003) |
In den USA ist das Album wohl schon seit Ende letzten Jahres draussen,
bei uns habe ich es aber erst vor wenigen Tage im Laden entdecken können!
Nach über 6 Jahren Pause, zumindest was neues eigenes Material betrifft,
knüpft Lovett mit der nahezu unveränderten alten "Allstar"-Mannschaft
(Bassist Viktor Krauss, Trommler Russ Kunkel, Pianist Matt
Rollings, Gitarrist Dean Parks, Mandolinenhexer Sam Bush,
Steeler Paul Franklin und Geiger Stuart Duncan) nahtlos
an alte Glanztaten an. Manche finden sowas vielleicht langweilig, weil
vordergründig keine Weiterentwicklung zu erkennen ist, aber wie und
warum soll man einen dermaßen perfekt ausgereiften Sound und solch hochkätiges
Songmaterial auch noch verbessern?(28.02.2004) |
| "Cibelle" (Crammed Discs/Ziriguiboom, 2003) |
Brazil!
(12.01.2009)
|
| Nanang Tatang: "Muki" (Tiger Style, 2003) |
Um Ida, einer der wunderbarsten Bands auf diesem Planeten,
ist es momentan ein wenig ruhig, weshalb ich meiner Ida-Sucht anderweitig
nachgehen muss. Geeignet sind da besonders Nebenprojekte der beiden
Ida-Hauptakteure Dan Littleton und Liz Mitchell. Nanang
Tatang ist im Prinzip Ida-Pur, ohne weitere Musiker, so wie
zu Beginn der Band in den frühen 90ern ("Tales
Of Brave Ida"), aber mit programmierten Rhythmen. Kein Techno
kommt dabei heraus, sondern typische Littleton/Mitchell-Musik: also
sehr ruhig, verschroben und geheimnisvoll. Also Ida-Musik.
Die Aufnahmen entstanden im Zeitraum von 2000 bis 2003, also zwischen den Ida Alben "The Braille Night" von 2000 und "Heart Like A River" von 2005. Ich denke, ich muss mir keine Sorgen machen über die musikalische Zukunft der beiden. (04.05.2010) |
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| Erstellt: 07.12.2003 | Letzte Aktualisierung: 12.07.2010 22:22 | 10772 Besucher seit dem 07.12.2003 |
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