Das
Album des Jahres
weitere Highlights ...
| Lou Reed: "New York" (Sire, Jan. 1989) |
Nach
einigen eher ruhigen Jahren ein grandioses Comeback! Zwar sind es wiedermal
die sehr guten Songs aus der Feder von Onkel Lou, die überzeugen,
trotzdem steht eher die Band mit ihren Sound im Mittelpunkt: 2 Gitarren
(Reed und Mike Rathke), ein Bass (Rob Wasserman am elektrischen
Kontrabass) und ein Schlagzeug (Fred Maher).
"YOU CAN'T BEAT 2 GUITARS, BASS, DRUM." heißt es
so schön in den Linernotes. Dazu kommen sporadische Gäste: Sänger
Dion und - ein wunderbare Sache -
die alte Velvet Underground-Trommlerin Moe Tucker! |
| The Triffids: "The Black Swan" (Island, Jan. 1989) |
Die
Triffids sind für mich - nach den Go-Betweens
- ganz klar meine liebste Band aus Australien. Entdeckt hatte ich sie
Anfang 1987 (zeitgleich mit den Go-Betweens!)
durch die bezaubernde, aber unterbewertete Scheunensession "In
The Pines" (1986) und das grandiose Majordebüt "Calenture"
(1987) . Als dann "The Black Swan" herauskam war ich zuerst
etwas enttäuscht, weil auf dem Album viel mit Drumcomputern gearbeitet
wird und sich beim ersten Hören kein Ohrwurm der Güte von "Raining
Pleasure", "Wide Open Road" oder "Bury Me Deep In
Love" finden lässt. Trotzdem ist das ein tolles Album mit tollen
Songs von David McComb, leider auch
das letzte Album der Band: der Schwanengesang sozusagen.
(02.12.2008)
|
| Lucinda Williams (Rough Trade, Jan. 1989) |
Das
erste beeindruckende Werk der Sängerin und Songschreiberin nach zwei
Folkbluesalben in den frühen 80ern. Man kann das vielleicht ganz
gut daran erkennen, welche Songs dieser Platte von anderen Künstlern
später gecovert wurden: natürlich "Passionate Kisses",
womit Mary-Chapin Carpenter die Country-Charts stürmte, aber
auch "Changed The Locks" (Silos), "Crescent City"
(Emmylou Harris), "Side
Of The Road" (The Schramms und auch Waiting For Louise!),
"Price To Pay" (Prairie Oyster aus Kanada) und "Something
About What Happens When We Talk" (Baby You Know aus Niederbayern). |
| Elvis Costello: "Spike" (Feb. 1989) |
Far
removed from Blood & Chocolate, Spike was released to rave reviews
and was Elvis' most successful album since Punch The Clock.
"It's just a bunch of songs, you can buy them if you want and it's up to people to sort out what they mean to them". (EC) |
| The Replacements: "Don't Tell A Soul" (Sire, Feb. 1989) |
|
Ich liebe diese Platte, auf der Paul Westerberg seine Songs in dieser wunderbaren Mischung aus Schönheit und Zerrissenheit singt ("They're Blind" ist einfach göttlich) und die Band (Chris Mars am Schlagzeug, Tommy Stinson am Bass und der neue Leadgitarrist Slim Dunlap) auch in diesen Liedern ihre Punkrockwurzeln nicht ganz vergisst. In einem anderen Universum wären die Replacements und Alex Chilton die größten - und nicht U2, R.E.M. oder Guns'n'Roses! Bei Letzteren verdient Tommy Stinson inzwischen sein Geld. Es sei ihm gegönnt. |
| Jerry Garcia Acoustic Band: "Almost Acoustic" (Grateful Dead Rec., März 1989) |
Bereits
im Herbst 1987 entstandener Konzertmitschnitt der akustischen Variante
von Garcias Hobbyband, zu der sein Kumpel aus alten Bluesgrasstagen Sandy
Rothman (dobro, mand), der Gitarrist David Nelson von den New
Riders Of The Purple Sage und Jerrys Stammbassist John Kahn
gehören. Unterstützt werden sie von Kenny Kosek an der
Geige und David Kemper an der Trommel. Geboten werden Folksongs
und Spirituals, aber auch eine Dead-Nummern ("Ripple"). Besonders
schön gelingt der alte Heuler "Swing Low, Sweet Chariot",
den ich nach meine erschütternden CVJM-Erfahrungen in der Jugend
eigentlich für unspielbar hielt. |
| Neville Brothers: "Yellow Moon" (A&M, März 1989) |
Live
war die Band um die 4 Brüder Art (Gesang&Orgel, Ex-Meters),
Aaron ("THE VOICE"), Cyril (Gesang&Perkussion)
und Charles (Saxofon) schon immer der Oberhammer - und endlich
haben sie es geschafft, diese Qualität auch im Studio umzusetzen.
Dabei war die Hilfe von Produzent Daniel Lanois sicherlich wichtig.
Im Gegensatz zum schwachen Vorgängeralbum "Uptown" wurde
hier nicht einfach versucht, ein weiteres durchschnittliches Mainstreamalbum
aufzunehmen. |
| Peter Case: "The Man With The Blue Post Modern Fragmented Neo-Traditionalist Guitar" (Geffen, April 1989) |
|
|
| Lemonheads: "Lick" (Taang, April 1989) |
|
|
| Bonnie Raitt: "Nick Of Time" (Capitol, April 1989) |
Ein
schönes Comeback nach einer langen Durststrecke für eine der
besten Bottleneckgitarristinnen und dazu erstklassigen Sängerin.
Das Werk ist zwar sehr "mainstreamig" geworden, aber dank guter
Songs (z.B. ihr eigener "Nick Of Time" und John Hiatts "Thing
Called Love") und guter Band (Ex-Copperhead-Sänger Hutch
Hutchinson am Bass und Ex-Beach-Boy-zur-Holland-Phase
Ricky Fataar am Schlagzeug) trotzdem gelungen. Und zum ersten mal
wurde das auch vom Platten kaufenden Publikum erkannt! Warum auch nicht?
Die Folgealben waren dann allerdings ähnlich gestrickt, aber leider
nicht von gleicher Klasse. |
| Gavin Friday & The Man Seezer: "Each Man Kills The Things He Loves" (Island, Mai 1989) |
Ehemaliger irscher (Punk?)-Sänger macht auf Kunstgewerbe? Für
viele Fans seiner alten Band Virgin Prunes
war das sicherlich Verrat. Für alle anderen: eine gute Singer/Songwriter-Platte
in der Tom Waits-Tradition. Dafür sorgen Produzentenlegende Hal
Wilner und seine New-Yorker Musiker: die Gitarristen Bill Frisell
und Marc Ribot, Michael Blair am Schlagzeug und Fernando
Saunders am Bass. Als Chor hören wir Mark Volman und Howard
Kaylan, besser bekannt als Flo & Eddie, die ehemaligen
Sänger der Turtles und bei Zappa und T.Rex.
Am Piano sitzt "The Man Seezer", der sogar auf dem Plattencover
besonders gefeatured wird, mir aber ansonsten völlig unbekannt ist.
Gerüchteweise soll Gavin Friday das Album selber nicht (mehr) mögen.
Mir egal. |
| Pere Ubu: "Cloudland" (Fontana, Mai 1989) |
Dieses
ist sicherlich eines der kommerziellsten Album der Avantgardeband um den
Sänger David Thomas - und wird von den Hardcore-Fans auch
nicht wirklich geliebt. Es ist aber mein persönlicher Einstieg in
den Pere-Ubu-Kosmos und hat mit "Waiting For Mary" einen richtigen
Ohrwurm, der in einer besseren Welt ein Hit geworden wäre. |
| Maria McKee (Geffen, Juni 1989) |
Das
Solodebüt der ehemaligen Sängerin von Lone
Justice. Eine wunderbar altmodisch klingende Platte, die von der Orgel
ihres aus den Lone Justice-Tagen
übrig gebliebenen Mitspielers Bruce Brody getragen wird. Außerdem
lenkt das Coverfoto sicherlich eher davon ab, das Maria McKee eine großartige
Sängerin und Songschreiberin ist und keine dumpfe Singmaus. Neben
den erwähnten eigenen Klassesongs (z.B. "I've Forgotten What
It Was In You", "To Miss Someone", "Panic Beach"
oder "This Property Is Condemned") gibt es auch die überraschende
Coverversion der alten Richard &
Linda Thompson-Nummer "Has He Got A Friend For Me". Richard
Thompson ist auch mit einigen seiner genialen Gitarrensoli dabei,
Jim Keltner trommelt grandios und Mitchell Froom liefert
eine saubere Produktionsarbeit. |
| The New Christs: "Distemper" (Citadel, Juni 1989) |
Ein
australischen Quartett um den Sänger Rob Younger (Ex-Radio
Birdman) und den Gitarristen Charlie Owen. Harter Rock, aber trotzdem
(und Gott sei Dank) kein Punk oder Metall! Im Sound am ehesten noch mit
den Stooges oder den MC5 zu
vergleichen |
| del Amitri: "The Waking Hour" (A&M, Juli 1989) |
Das
zweite Album - nicht wie viele glauben, das erste (4 Jahre zuvor erschien
das Debütalbum) - und endlich
der große Durchbruch der schottischen Band um den Sänger, Bassisten
und Songschreiber Justin Currie und den Gitarristen Iain Harvey,
nicht zuletzt deshalb, weil es diesmal gleich 4 Singlehits gibt: natürlich
das bekannte "Nothing Ever Happens", aber auch "Kiss This
Thing Goodbye", "Stone Cold Sober" und "Move Away
Jimmy Blue". |
| Indigo Girls (Epic, Juli 1989) |
Klassedebüt
der beiden Sängerinnen und Songschreiberinnen Emily Saliers
und Amy Ray, produziert von Scott Litt, der schon für
R.E.M. die Alben "Document"
(1987) und "Green" (1988) betreut
hatte und auch seine berühmten Arbeitgeber komplett ins Studio einladen
konnte. Ebenfalls dabei die fast kompletten Hothouse
Flowers aus Irland und deren Landsmann Luka Bloom. Schöne
Platte. Mit "Closer To Fine" ist sogar direkt ein echer Hit
dabei. |
| Bob Mould: "Workbook" (Virgin, Juli 1989) |
Nach dem Punkrock von Hüsker Dü
hier das stärker akustisch orientierte Solodebüt. Mit Anton
Fier (dr) und Tony Maimone (bg) stand Mould eine virtuose Rhythmusgruppe
zur Verfügung, die aber Gott sei Dank nicht "muckermäßig"
klang. Das Glanzlicht des Albums ist allerdings das omnipräsente
Cello von Jane Scarpantoni. |
| Ferryboat Bill: "Luke The Drifter" (Big Store, Aug. 1989) |
Eine
deutsche Band aus dem Dortmunder Vorort Waltrop benennt sich nach einem
eher unbekannten Velvet Underground-Song und spielt eine wunderbare Gitarrenmusik,
die amerikanischer klingt als viele amerikanische Produktionen! Vielleicht
kann man im Westfälischen die großen Weiten der US of A besser nachempfinden
als anderswo? Ist ja auch völlig egal, denn wir haben hier eine Klasseband
(mit den singenden und Gitarre spielenden Brüdern Klaus und
Bernd Uebelhöde) und guten Songs. Die Platte war '89 sogar
in den Jahrescharts vom Musikexpress, trotzdem hat's nicht für die
große Karriere gereicht. Rockstars heißen eben nicht Uebelhöde und
kommen nicht aus Waltrop. |
| Bob Dylan: "Oh Mercy" (Columbia, Sept. 1989) |
Nach
langer Durststrecke ("Knocked Out Loaded" von 86 und "Down
In The Groove" von 88 waren schon ziemlich schlappe Angelegenheiten)
verhalf Daniel Lanois his Bobness endlich wieder zu einem Big Point!
Dafür sorgten u.a. Cyril Neville, Brian Stolz, Willie
Green und Tony Hall von den Neville Brothers, die ja auch gerade
erst mit dem Kanadier Lanois das superbe "Yellow
Moon" aufgenommen hatten. Das alles wäre aber nichts ohne
diese wunderbaren Lieder: "Man In A Long Black Coat", "Most
Of The Time" , "What Was It You Wanted?" u. a. |
| Rickie Lee Jones: "Flying Cowboys" (Geffen, Sept. 1989) |
Rickie Zusammenarbeit mit Walter Becker ist damals leider etwas
untergegangen. Nach Gaucho (von 1980)
nach meiner Kenntnis auch das einzige Lebenszeichen des Ex-Steely Dan
Gitarristen und Bassisten in den 80ern. |
| Michael Penn: "March" (RCA, Sept. 1989) |
Das
Debüt des älteren Bruders der Schauspieler Sean Penn und Christopher
Penn. Ein vorzügliches Singer/Songwriter-Album in der Spielklasse
von Matthew Sweet und seiner zukünftigen
Ehefrau Aimee Mann.(08.05.2009) |
| Chris Cacavas & Junkyard Love (Heyday, Okt. 1989) |
Solodebüt des Ex-Green On Red-Keyboarders,
allerdings vornehmlich als Sänger, Songschreiber und Gitarrist: alles
Talente, die er bei Green On Red kaum oder gar nicht nutzen konnte. Gleichzeitig
ist das Album mehr oder weniger der Start des San Francisco-Labels Heyday
von Pat Thomas, dem ehemaligen Absolute Grey-Drummer, der
uns danach auch noch mit Penelope
Houston, Sonya Hunter und anderen wunderbaren Platten beglückte.
Die Begleitband war eine kleine Supergruppe von Semi-Legenden: Drummer
Keith Mitchell spielte ebenfalls in einer frühen Green
On Red-Besetzung und danach mit David Roback bei Opal,
danach auch in deren Nachfolgeband Mazzy
Star. Bassist Mark Walton kam vom Dream Syndicate und
gründete später die Continental
Drifters. Leadgitarrist John Thoman spielte mit den Roback-Brüdern
bei Rain Parade und gründete
später mit Steve Roback die Band Viva Saturn. Gastauftritte
haben Bassist Tom Stevens von den Long
Ryders, Johnette Napolitano von Concrete
Blonde und Robert Lloyd (an Piano und Mandoline). Produziert
hat Steve Wynn, der ehemalige Sänger von Dream
Syndicate. Damit hätten wir einen groben Überblick mit allen
wichtigen Bands des "Paisley Undergrounds" getan, der damals
in den frühen 80ern mit seinem Byrds-, Stooges- oder Velvet Underground-
beeinflussten Gitarrenrock der einzige Lichtblick in einer dunklen Phase
der Rockmusik war. |
| The Grateful Dead: "Built To Last" (Arista, Okt. 1989) |
Das
letzte Studioalbum einer meiner allerliebsten Bands, nicht ganz so gelungen
wie "In The Dark", das
Comeback von 1987, bzw. eben nicht mehr so überraschend. |
| Grant Hart: "Intolerance" (SST, Nov. 1989) |
Nach
dem Trennungsfrust von Hüsker Dü spielte deren Drummer
Grant Hart sein Solodebüt ganz alleine ein, wobei das Schlagzeug
eher eine untergeordnete Rolle spielt und manchmal sogar stattdessen eine
Drum-Machine eingesetzt wird. Beeindruckend ist eine Orgel, die Hart im
Studio vorfand und dann bei fast allen Titeln einsetzte. Mit dem Undergroundhit
"2541", später von Robert Forster und sogar von
meinen Rusty Nails gecovert! |
| Mekons: "Rock 'N Roll" (Sin, Nov. 1989) |
Jetzt
hätte ich in dieser Liste doch fast eine meiner Lieblingsbands vergessen!
Die Mekons fingen 1976 als Punks an und sind immer noch dabei, ohne sich
zu verbiegen. |
| Warren Zevon: "Transverse City" (Virgin, Nov. 1989) |
Zwar
ein furchtbares Cover - aber wie immer eine gute musikalische Leistung
des bösen Manns aus L.A. Obwohl Mr. Zevon es sicherlich lieber hätte,
dass ich von den klasse Songs berichten würde, kann ich mich mal
wieder nicht zurückhalten und muss hier mein Namedropping loswerden.
Alleine die folgende Liste der beteiligten Gastgitarristen müsste
aber alle, die einigermaßen einen Sinn haben für Rockgitarre, überzeugen:
Neil Young, Jerry Garcia (Grateful Dead), David Gilmour
(Pink Floyd), Jorma Kaukonen (Jefferson Airplane, Hot Tuna), Waddy
Wachtel (Jackson Browne, James Taylor, etc.) und Mike Campbell
(Tom Petty). Dazu kommen noch ein paar hochkarätige Jazzer: Chick
Corea (p), John Patitucci (db) und Mark Isham (tp). |
| Eric Andersen: "Ghosts Upon The Road" (Virgin/Gold Castle, 1989) |
Schönes
Comebackalbum nach langen Jahren. Musikalisch und auch optisch hat sich
der Mann gut gehalten. Diese Platte wollte aber in den späten 80ern
kaum jemand hören. Der Mann war eben nicht mehr so hip wie in den
60ern. Mir gefällt's natürlich trotzdem (?) |
| A. R. Kane: "i" (Rough Trade, 1989) |
Wer
die Platte kennt wird sich vielleicht wundern, dass ich das mag, denn
irgendwie ist es ja wohl so was wie "Dance Floor" oder auch
"Trip Hop". Oder auch nicht. Also eher nicht meine Baustelle.
Auf jeden Fall kommt dieser Musik zum großen teil aus dem Computer, obwohl
scheinbar auch "richtige" Gitarren und sogar Streicher dabei
sind. Aber es klingt gut und die beiden Mitglieder dieses Duos schreiben
auf jeden Fall richtig gute Songs. Wenige Jahre später hatten Bands
wie Massive Attack oder Portishead mit ähnlicher Musik
mehr Erfolg... |
| Tim Buktu: "Livin' Like A Donkey Shot" (Rough Trade/HeartBeat, 1989) |
Ich
kann mich leider nicht mehr so genau erinnern, wo und warum ich mir diese
Platte vor 20 Jahren gekauft habe - wahrscheinlich auf oder nach einem
Auftritt des Sängers und Multiinstrumentalisten aus Wuppertal mit
dem leicht bescheuerten Künstlernamen. Laut Wikipedia
heisst er mit bürgerlichem Namen Andreas Matthias Johannes
Kinzel geb. Müller-Eckhard, was es ihm sicherlich auch nicht
leichter gemacht hat in seinem Leben, und betreibt auch heute noch ein
Tonstudio in Wuppertal. Bloß Tonträger unter eigenem Namen
hat es anschliessend wohl keine weiteren gegeben. In jungen Jahren soll
er auch in der Band von Ivan Rebroff gespielt haben. Das Outfit
auf dem Cover könnte noch aus diesen Tagen stammen, zumindest ohne
die Zahnbürsten und Knochen in der Halskette. Auf jeden Fall ist
das eine gute Geschichte.Die Musik? Witziger Rock mit witziger Gesangsstimme und guten Songs, irgendwo zwischen Alternative Rock (so hiess das damals), Folk und Blues, alles handgespielt von Andreas Kinzel bis auf gelegentliche Hilfe von Kollegen und einem Kinderchor. Sowas könnte heutzutage wahrscheinlich wieder als Freakfolk verkauft werden (OK: vielleicht nicht gut verkauft, aber auf jeden Fall angeboten und/oder einsortiert als solcher. Eine schöne Platte, die bis auf vereinzelte Klangeffekte überhaupt nicht nach den bösen 80ern klingt! Ausserdem selten und bisher anscheinend nicht auf CD erschienen. (21.04.2010) |
| Daniel Lanois: "Acadie" (Warner/Opal, 1989) |
|
|
| Live Skull: "Positraction" (What Goes On, 1989) |
Ein
krachige Gitarrenband aus New York, die gerne mit Sonic
Youth verglichen wurde, mit ihrem letzten Album. Die ist gleichzeitig
die erste CD, auf deren Cover ich den Namen der Sängerin und Gitarristin
Thalia Zedek aus Boston lesen konnte, die anschließend mit Chris
Brokaw in ihrer Heimatstadt die erfolgreichere Band Come
gründete und später mit der Thalia Zedek
Band einen gewissen Kultstaus erlangte. Aus dieser "historischen"
Perspektive betrachtet klingt "Positraction" auch gar nicht
so sehr nach Sonic Youth, sondern
eben nach Thalia Zedek.(07.06.2009) |
| Neil Young: "Eldorado" (Reprise, 1989) |
"Eldorado"
war als allein in Japan und Australien veröffentlichte EP nur das
Vorspiel zum grandiosen Comeback "Freedom",
das Mr. Young nach den müden und verwirrenden Veröffentlichungen
in den 80ern zurück an die Spitze brachte. |
| << 1988 | Oben | 1990 >> |
| Erstellt: 19.09.2002 | Letzte Aktualisierung: 25.06.2010 19:52 | 12056 Besucher seit dem 01.12.2002 |
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Das grandiose "Comeback", das Mr. Young nach
den müden und verwirrenden Veröffentlichungen in den 80ern zurück
an die Spitze brachte: "Keep On Rocking in A Free World"!
Nach
einigen eher ruhigen Jahren ein grandioses Comeback! Zwar sind es wiedermal
die sehr guten Songs aus der Feder von Onkel Lou, die überzeugen,
trotzdem steht eher die Band mit ihren Sound im Mittelpunkt: 2 Gitarren
(Reed und Mike Rathke), ein Bass (Rob Wasserman am elektrischen
Kontrabass) und ein Schlagzeug (Fred Maher).
Die
Triffids sind für mich - nach den
Das
erste beeindruckende Werk der Sängerin und Songschreiberin nach zwei
Folkbluesalben in den frühen 80ern. Man kann das vielleicht ganz
gut daran erkennen, welche Songs dieser Platte von anderen Künstlern
später gecovert wurden: natürlich "Passionate Kisses",
womit Mary-Chapin Carpenter die Country-Charts stürmte, aber
auch "Changed The Locks" (Silos), "Crescent City"
(Emmylou Harris), "

Bereits
im Herbst 1987 entstandener Konzertmitschnitt der akustischen Variante
von Garcias Hobbyband, zu der sein Kumpel aus alten Bluesgrasstagen Sandy
Rothman (dobro, mand), der Gitarrist David Nelson von den
Live
war die Band um die 4 Brüder Art (Gesang&Orgel, Ex-Meters),
Aaron ("THE VOICE"), Cyril (Gesang&Perkussion)
und Charles (Saxofon) schon immer der Oberhammer - und endlich
haben sie es geschafft, diese Qualität auch im Studio umzusetzen.
Dabei war die Hilfe von Produzent Daniel Lanois sicherlich wichtig.
Im Gegensatz zum schwachen Vorgängeralbum "Uptown" wurde
hier nicht einfach versucht, ein weiteres durchschnittliches Mainstreamalbum
aufzunehmen.
Bereits
das 2. Soloalbum des Ex-Plimsouls-Sängers mit einem genialen Titel,
aber meine erste Begegnung mit dem Mann. Tolle Songs und interessante
musikalische Gäste, z.B. Ry Cooder, David Lindley,
Jim Keltner, sowie Leuten von Los Lobos und Tom Petty's
Heartbreakers, machen diese Platte zu einem Highlight in seiner
"Karriere". Anspieltipps:"Travelin' Light," "Two
Angels," und "Put Down the Gun".

Ein
schönes Comeback nach einer langen Durststrecke für eine der
besten Bottleneckgitarristinnen und dazu erstklassigen Sängerin.
Das Werk ist zwar sehr "mainstreamig" geworden, aber dank guter
Songs (z.B. ihr eigener "Nick Of Time" und John Hiatts "Thing
Called Love") und guter Band (Ex-Copperhead-Sänger Hutch
Hutchinson am Bass und Ex-Beach-Boy-zur-
Dieses
ist sicherlich eines der kommerziellsten Album der Avantgardeband um den
Sänger David Thomas - und wird von den Hardcore-Fans auch
nicht wirklich geliebt. Es ist aber mein persönlicher Einstieg in
den Pere-Ubu-Kosmos und hat mit "Waiting For Mary" einen richtigen
Ohrwurm, der in einer besseren Welt ein Hit geworden wäre.
Das
Solodebüt der ehemaligen Sängerin von
Ein
australischen Quartett um den Sänger Rob Younger (Ex-Radio
Birdman) und den Gitarristen Charlie Owen. Harter Rock, aber trotzdem
(und Gott sei Dank) kein Punk oder Metall! Im Sound am ehesten noch mit
den Stooges oder den
Das
zweite Album - nicht wie viele glauben, das erste (4 Jahre zuvor erschien
das
Klassedebüt
der beiden Sängerinnen und Songschreiberinnen Emily Saliers
und Amy Ray, produziert von Scott Litt, der schon für
R.E.M. die Alben "
Eine
deutsche Band aus dem Dortmunder Vorort Waltrop benennt sich nach einem
eher unbekannten Velvet Underground-Song und spielt eine wunderbare Gitarrenmusik,
die amerikanischer klingt als viele amerikanische Produktionen! Vielleicht
kann man im Westfälischen die großen Weiten der US of A besser nachempfinden
als anderswo? Ist ja auch völlig egal, denn wir haben hier eine Klasseband
(mit den singenden und Gitarre spielenden Brüdern Klaus und
Bernd Uebelhöde) und guten Songs. Die Platte war '89 sogar
in den Jahrescharts vom Musikexpress, trotzdem hat's nicht für die
große Karriere gereicht. Rockstars heißen eben nicht Uebelhöde und
kommen nicht aus Waltrop.
Nach
langer Durststrecke ("Knocked Out Loaded" von 86 und "Down
In The Groove" von 88 waren schon ziemlich schlappe Angelegenheiten)
verhalf Daniel Lanois his Bobness endlich wieder zu einem Big Point!
Dafür sorgten u.a. Cyril Neville, Brian Stolz, Willie
Green und Tony Hall von den Neville Brothers, die ja auch gerade
erst mit dem Kanadier Lanois das superbe "
Das
Debüt des älteren Bruders der Schauspieler Sean Penn und Christopher
Penn. Ein vorzügliches Singer/Songwriter-Album in der Spielklasse
von
Das
letzte Studioalbum einer meiner allerliebsten Bands, nicht ganz so gelungen
wie "
Nach
dem Trennungsfrust von Hüsker Dü spielte deren Drummer
Grant Hart sein Solodebüt ganz alleine ein, wobei das Schlagzeug
eher eine untergeordnete Rolle spielt und manchmal sogar stattdessen eine
Drum-Machine eingesetzt wird. Beeindruckend ist eine Orgel, die Hart im
Studio vorfand und dann bei fast allen Titeln einsetzte. Mit dem Undergroundhit
"2541", später von Robert Forster und sogar von
meinen Rusty Nails gecovert!
Jetzt
hätte ich in dieser Liste doch fast eine meiner Lieblingsbands vergessen!
Die Mekons fingen 1976 als Punks an und sind immer noch dabei, ohne sich
zu verbiegen.
Zwar
ein furchtbares Cover - aber wie immer eine gute musikalische Leistung
des bösen Manns aus L.A. Obwohl Mr. Zevon es sicherlich lieber hätte,
dass ich von den klasse Songs berichten würde, kann ich mich mal
wieder nicht zurückhalten und muss hier mein Namedropping loswerden.
Alleine die folgende Liste der beteiligten Gastgitarristen müsste
aber alle, die einigermaßen einen Sinn haben für Rockgitarre, überzeugen:
Neil Young, Jerry Garcia (Grateful Dead), David Gilmour
(Pink Floyd), Jorma Kaukonen (Jefferson Airplane, Hot Tuna), Waddy
Wachtel (Jackson Browne, James Taylor, etc.) und Mike Campbell
(Tom Petty). Dazu kommen noch ein paar hochkarätige Jazzer: Chick
Corea (p), John Patitucci (db) und Mark Isham (tp).
Schönes
Comebackalbum nach langen Jahren. Musikalisch und auch optisch hat sich
der Mann gut gehalten. Diese Platte wollte aber in den späten 80ern
kaum jemand hören. Der Mann war eben nicht mehr so hip wie in den
60ern. Mir gefällt's natürlich trotzdem (?)
Wer
die Platte kennt wird sich vielleicht wundern, dass ich das mag, denn
irgendwie ist es ja wohl so was wie "Dance Floor" oder auch
"Trip Hop". Oder auch nicht. Also eher nicht meine Baustelle.
Auf jeden Fall kommt dieser Musik zum großen teil aus dem Computer, obwohl
scheinbar auch "richtige" Gitarren und sogar Streicher dabei
sind. Aber es klingt gut und die beiden Mitglieder dieses Duos schreiben
auf jeden Fall richtig gute Songs. Wenige Jahre später hatten Bands
wie Massive Attack oder Portishead mit ähnlicher Musik
mehr Erfolg...
Ich
kann mich leider nicht mehr so genau erinnern, wo und warum ich mir diese
Platte vor 20 Jahren gekauft habe - wahrscheinlich auf oder nach einem
Auftritt des Sängers und Multiinstrumentalisten aus Wuppertal mit
dem leicht bescheuerten Künstlernamen. Laut Wikipedia
heisst er mit bürgerlichem Namen Andreas Matthias Johannes
Kinzel geb. Müller-Eckhard, was es ihm sicherlich auch nicht
leichter gemacht hat in seinem Leben, und betreibt auch heute noch ein
Tonstudio in Wuppertal. Bloß Tonträger unter eigenem Namen
hat es anschliessend wohl keine weiteren gegeben. In jungen Jahren soll
er auch in der Band von Ivan Rebroff gespielt haben. Das Outfit
auf dem Cover könnte noch aus diesen Tagen stammen, zumindest ohne
die Zahnbürsten und Knochen in der Halskette. Auf jeden Fall ist
das eine gute Geschichte.
Ein
krachige Gitarrenband aus New York, die gerne mit
"Eldorado"
war als allein in Japan und Australien veröffentlichte EP nur das
Vorspiel zum grandiosen Comeback "