Das
Album des Jahres
weitere Highlights ...
| Doll By Doll: "Remember" (Warner/Automatic, Frühjahr 1979) |
|
|
| Elvis Costello "Armed Force" (Jan. 1979) |
"With
the foot flat down on the accelerator, and steering a course for world
stardom, Elvis & co. made their best selling album of the pre-Warner
Brothers era. The images of travel, drink & drugs were formulated
& shaped while on the road, during which time their musical diet consisted
of tapes by David Bowie (Low & Heroes),
Iggy Pop (Idiot & Lust For Life), Abba (Greatest Hits), The Rolling
Stones (Aftermath & Between
The Buttons) & The Byrds, plus some soul and C&W."
|
| The Roches (Warner, Jan. 1979) |
Ich liebe die Musik der Roche-Schwestern mit ihrem schaurig-schönen,
aber immer perfekten und deshalb einzigartigen Gesang! Dies ist das Debüt
der Schwestern als Trio, die sich in dem Song "We" selber vorstellen
und dort fragen: "Guess Which Two Of Us Made A Record?" (Maggie
und Terre im Jahr 1975). Als Produzent
ist erstaunlicherweise Robert Fripp dabei, der mit dem späteren
King Crimson-Bassisten Tony Levin auch die Begleitband bildet.
|
| Albert Lee: "Hiding" (A&M, Feb. 1979) |
Solodebüt
eines der besten Rock- und Countrygitarristen. Der Brite begann seine
Karriere bereits in den 60ern und hatte von 1968 -1972 mit Heads
Hands & Feet eine von der Kritik hoch gelobte Band, die zum falschen
Zeitpunkt am falschen Ort virtuosen Countryrock spielte und kaum Platten
verkaufte. Dann ging er nach Amerika und spielte als Nachfolger von James
Burton in Emmylou Harris' Hot Band.
Im Gegensatz zu späteren Soloproduktionen stehen hier allerdings
die Songs im Vordergrund, wenn Lee vielleicht auch als Sänger und
Songschreiber nicht genauso begabt ist wie als Gitarrist. Einzige Eigenkomposition
ist konsequenterweise ein Remake des HH&F-Klassikers "Country
Boy", eine unglaubliche Demonstration dessen, was man so im Countrybereich
auf der Telecaster zaubern kann. Dazu kommen zwei Lieder von Chas &
Dave (Chas Hodges war damals auch bei HH&F
dabei und hat mit seinbem Partner Dave Peacock ein in England erfolgreiches
Duo), drei Songs seines Hot Band-Kollegen Rodney Crowell (u.a.
der Klassiker "Ain't Livin' Long Like This" und der Country-Klassiker
"Are You Wasting My Time" der Louvin-Brüder. Nur die Dire
Straits-Nummer "Setting Me Up" musste vielleicht nicht sein.
Andererseits stand die Musik Mark Knopflers damals noch nicht für
Mainstream-Muzak. Produziert hat das ganze in Nashville der Emmylou Harris-Spezi
Brian Ahern, die komplette Hot Band ist dabei (Crowell, Hank
DeVito, Glen Hardin, John Ware, Emory Gordy,
Ricky Skaggs und sogar Emmylou Harris persönlich).
In England haben Chas&Dave ihre beiden Songs selbst produziert und
eingespielt, unterstützt vom alten HH&F-Trommler
Pete Gavin. Eine schöne und unspektakuläre Platte ohne
Technikgefrickel. |
| Terry Reid: "Rogue Waves" (Capitol, Feb. 1979) |
Zwar steht diese Platte schon recht Lange in meinem Plattenregal,
aber ich weiß sie erst seit kurzem zu schätzen. Der Vorläufer
"Seed Of A Memory" von 1976
war wohl nicht zuletzt wegen Produzent Graham Nash zu einer typischen
Westcoast-Singer/Songwriter-Platte geworden, was vielen Leuten überhaupt
nicht, mir dagegen sehr gut gefiel, nachdem ich die Scheibe in einer Grabbelkiste
in den frühen 80ern gefunden hatte. In meiner damaligen Begeisterung
habe ich dann auch "Rogue Wave" in einem 2nd-Hand-Laden erstanden
und war durch die fetten und tief gestimmten Gitarren und die Phil-Spector
Songs ("Baby I Love You" in Slow Motion und Led Zeppelin-Sound
mit bis zum tiefen C herunter gestimmter E-Gitarre!) und das schrecklich-schöne
Cover doch etwas abgeschreckt. Wie fleißige Leser meiner Seiten ja wissen,
ist Terry Reids Meisterwerk "River"
im vergangenen Jahr ja wieder neu aufgelegt und von mir erneut erworben
worden und kürzlich habe ich mich auch noch mal an meine alten Vinylschätze
gemacht und mir aus "Seed Of A Memory"
und "Rogue Waves" eine CDR gebastelt. Meine Erkenntnisse dabei:
Beide Alben unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander, wie ich
dachte: auf "Rough Waves" gibt's zwar keine Pedal Steel, aber
doch auch schöne Akustikgitarren. Und diese für Terry Reid typischen
tief gestimmten Rhythmusgitarren sind auch schon auf "Seed..."
zu entdecken. Und beide Alben sind vor allem Dank Terrys Stimme auf ihre
Art toll. Überraschende Erkenntnis auch für mich, dass diese
extrem tiefen Heavy-Gitarren offensichtlich keine Erfindung dieser dämlich
Nu-Metalls mit ihren halbhohen Hosen und Baseball-Käppis sind!(05.03.2005) |
| Graham Parker & The Rumour: "Squeezing Out Spark" (Vertigo, März 1979) |
Dieses
vierte Studioalbum wird allgemein als sein bestes eingeschätzt -
meiner Meinung nach sind aber alle ziemlich gut, sodass es für mich
müßig ist, da noch Unterschiede zu machen. Sicherlich ist die
Produktion Dank Jack Nietzsche wunderbar - meine Lieblingssongs
sind aber auf den anderen drei Alben. |
| Rickie Lee Jones (Warner, April 1979) |
Das
beeindruckende Debüt der Sängerin, Songschreiberin, Pianistin
und gelegentlichen Gitarristin aus dem Umfeld von Tom Waits. Die
Meisten dürften vor allem den Song "Chuck E's In Love"
kennen. |
| Lowell George: "Thanks I'll Eat It There" (Warner, April 1979) |
Unterbewertetes
Debüt des ehemaligen Little Feat-Bandleaders. Unterbewertet
vielleicht deshalb, weil das Album sehr kurz ist (knapp 30 Minuten) und
neben einigen Coversongs (z.B. "What Do You Want The Girl To Do"
von Allen Toussaint, "I Can't Stand The Rain" von Ann
Peebles und "Easy Money" aus der Feder von Rickie Lee
Jones, ebenfalls zu finden auf deren fast zeitgleich erschienenem
Debütalbum) und einer Neuauflage des Featklassikers
"Two Trains" vomn "Dixie
Chicken"-Album) nur wenig neues Eigenmaterial des gerade als
Songschreiber so hoch verehrten Slidegitarristen bringt. Kurz nach Veröffentlichung
des Albums verstirb George mit Mitte 30 an Herzversagen: somit ist dieses
Debüt auch gleichzeitig das Vermächtnis eines der besten Rock-Songschreiber.
Außerdem stelle ich zumindest aus der Distanz der Jahre für mich
fest: eigentlich ein sehr schönes Album! |
| Ian Hunter: "You're Never Alone With A Schizophrenic" (Chrysalis, Mai 1979) |
Allein
schon wegen des Titels gehört das Album hier hin. Ian Hunter (Ex-Mott
The Hoople) mit seinem Kumpel Mick Ronson (Ex-David Bowie
Band) in Höchstform. Hat im Rockpalast damals kaum jemand verstanden. |
| Patti Smith Group: "Wave" (Arista, Mai 1979) |
Das
letzte einer grandiosen Reihe von Alben der Band aus den 70ern. Es enthält
zwei geniale eigene Songs ("Dancing Barefoot" und "Frederick"),
sowie eine tolle Coverversion: "So You Wanna Be A Rock'n'Roll Star"
von den Byrds. |
| Nick Lowe: "Labor Of Lust" (Radarscope, Juni 1979) |
Das
zweite Album des Ex-Brinsley Schwarz-Bassisten
war wiederum ein verkapptes Rockpile-Album
(Lowe mit Dave Edmunds, Billy Bremner und Terry Williams),
wieder mit klasse Songs, z.B. "Cruel To Be Kind" (von Nick Lowe
und dem alten Brinsley-Kollegen Ian Gomm) und "Switchboard
Susan" (von Mickey Jupp). |
| Emmylou Harris: "Blue Kentucky Girl" (Warner, Juni 1979) |
Emmylou
war damals ein Garant für hochklassige Alben. Auch dieses mal sorgte
dafür ihr Gesang, die tolle Begleitung durch die Hot Band (u. a.
Albert Lee, Rodney Crowell, James Burton, Glenn
D.Hardin und Ricky Skaggs) und das wunderbare Songmaterial,
u.a. "Hickory Wind" (Byrds-Klassiker von Gram Parsons), "Even
Cowgirls Get The Blues" (Rodney Crowell) und "Save The Last
Dance For Me" (Mort Shuman, Doc Pomus). |
| Ry Cooder: "Bop Till You Drop" (Warner, Aug. 1979) |
"Digitally
recorded in 1979, Bop Till You Drop was the first album made that way.
But that's not why it's here. No, Ry Cooder has simply been one of the
best guitar players and mood setters around for the last thirty years.
(Thirty years?!? Help!) Discarding flash for taste, that's his way. And
he's played with some of the finest: Rolling Stones, Cap't Beefheart,
Taj Mahal, to name but a few. Always giving them the diamonds in the dirt.
Bop Till You Drop is one of his finest solo moments. He's joined by, among
others, David Lindley (he will probably be featured here by himself one
day) and Jim Keltner (purveyor of the understated groove, thus the perfect
drummer in this setting). And - of course - Ry Cooder's taste is also
evident in the choice of material. From blues to gospel to pop to teenage
angst and back." |
| Van Morrison: "Into The Music" (Mercury, Aug. 1979) |
Nachdem
die beiden zuvor erschienenen Alben "A
Period Of Transision" (1977) und "Wavelength" (1978)
etwas untergingen, war er mit diesem Album wieder voll da. Mit David
Hayes (bg), Mark Jordan (keyb), Mark Isham (tp), Pee
Wee Ellis (sax), Peter van Hooke (dr), Herbie Armstrong
(g) und Katie Kissoon (voc) hatte er eine neue Band um sich versammelt,
die bei den Konzerten der nächsten Jahre noch glänzen würde.
Als Gäste sind u.a. Ry Cooder, Tablaspieler Zakir
Hussain (Shakti?) und der lang verschollene Robin Williamson
(Ex-Incredible String Band) dabei.
Von den Liedern seien vor allem "Bright Side Of The Road", "Full
Force Gale", "You Make Me Feel So Free" und die einzige
Coverversion "It's All In The Game" hervorgehoben. |
| XTC: "Drums And Wires" (Virgin, Aug. 1979) |
XTC
wurden anfangs als Punkrocker verkauft. Das lag vielleicht daran, dass
sie 1977/78 in der Londoner Szene erstmals in Erscheinung traten und auf
ihrem ersten Album ("White Music"?) durchaus die rohe Energie
einer Punkband zeigten. Mit den folgenden Alben wurde aber immer deutlicher,
dass die Band um den Sänger, Gitarristen & Songschreiber(90%)
Andy Partridge und den Sänger, Bassisten & Songschreiber(10%)
Colin Moulding eher ihre Vorbilder in den Beatles hatte. Auf diesem
Album findet man einen ihrer größten Hits "Making Plans
For Nigel", ausnahmsweise von Moulding komponiert. |
| Karla Bonoff: "Restless Nights" (Columbia, Sept. 1979) |
Mit
ihrem zweiten Album liefert uns die Songschreiberin und Sängerin
wieder entspannten Westcoast-Pop und wieder wird es nichts mit dem großen
Durchbruch. Immerhin kann sich Linda Ronstadt
hier wieder bedienen: sie wird einige Jahre später die beiden Titel
"Trouble Again" und "All My Life" auf ihrem Duettalbum
mit Aaron Neville covern. Produziert hat ihr Mitstreiter aus alten
Bryndle-Tagen und aktueller Linda Ronstadt-Begleiter Kenny Edwards.
Die Band Bryndle ist ein gut gehütetes Geheimnis der Westcoastszene:
es reichte damals zwar nicht zum eigenen Album, aber alle Mitglieder machten
danach als Solisten Karriere. Neben Karla und Kenny waren das noch Andrew
Gold und Wendy Waldman. |
| Ian Matthews: "Siamese Friends" (Rockburgh, Sept. 1979) |
Mit
dieser relativ rockigen/poppigen Produktion habe ich Ian Matthews damals
wieder für mich entdeckt. Zwar befinden sich unter den 10 Liedern
5 gute Eigenkompositionen, beeindruckend sind aber (wie immer) sein Talent
bei origineller Auswahl und geschmackssicherer Interpretation der Songs
anderer Autoren: diesmal sind das u. a. "Anna" von John Martyn,
"Home Somewhere" von Jules Shear, "Crying In The
Night" von Stevie Nicks (Fleetwood Mac) und "Baby's On
The Street" von Jona Lewie. |
| Marianne Faithful: "Broken English" (Island, Nov. 1979) |
Ein
überzeugendes Comeback nach jahrelangem Drogensumpf. Der Titeltrack
ist ein absoluter Killersong, ebenso zwei Coversongs: "Ballad Of
Lucy Jordan" von Shel Silverstein
(dieses Lied wollten Dr. Hook damals nicht haben! Pech gehabt!) und "Working
Class Hero" von John Lennon. |
| The Clash: "London Calling" (Columbia, Dez. 1979) |
|
|
| "No Nukes" (Elektra/Asylum, Dez. 1979) |
|
|
| Arthur Blythe: "Lennox Avenue Breakdown" (Columbia, 1979) |
Ein
Jazzklassiker - auch wenn er nicht aus den 50ern stammt. Arthur Blythe
ist definitiv einer der weltbesten Altsaxophonisten und sollte damals,
soweit ich weiß, von CBS zum Star aufgebaut werden. Es entstanden tolle
Platten wie diese, aber für den Mainstream war der Mann dann doch
wohl zu sperrig. Jahre später hat man sich dann bei der Firma auf
Wynton Marsalis konzentriert, was ja bekanntlich kommerziell mehr
Sinn gemacht hat.Zurück zu dieser tollen Platte, auf der für mich drei Solisten herausragen: neben Blythe sind das der Tubaspieler Bob Stewart, mit dem Blythe auch heutzutage noch spielt (z.B. vor wenigen Tagen in Dinslaken als Duo!) und der Gitarrist James 'Blood' Ulmer, der hier zeigt, dass er nicht nur Krach machen kann. Auch die Rhythmusgruppe ist vom Feinsten: Trommler Jack DeJohnette (zu ihm braucht man nichts weiter sagen), Bassist Cecil McBee (spielte u.a. auf den tollen Früh70er-Alben von Pharoah Sanders) und Perkussionist Guillermo Franco. (26.11.2005) |
| Lee Clayton: "Naked Child" (Capitol, 1979) |
Nach
Einschätzungen vieler Leute ist dies sein Meisterwerk. Der harte
Sound der E-Gitarren von Clayton und seinem Leadgitarristen Phil
Donnelly dominiert die Platte und hat wohl letztendlich dafür
gesorgt, dass das Album in Nashville keine Chance hatte. Dabei sind die
Songs genial, etwa "I Ride Alone", "Sexual Moon" oder
"A Little Cocaine". Naja: vielleicht waren ja auch die Texte
etwas zu heftig für die Nashville-Mafia. |
| Roger Chapman: "Live In Hamburg" (Arista/Acrobat, 1979) |
|
"The glossy sounds of Roger Chapman's solo debut (Chappo) are replaced here by renditions that crackle with energy. This album, originally an August 1979 radio broadcast, pairs a hard-hitting band with Chapman's gruff vocals, and it was demonstrative of Chapman's dedication to his R&B roots with covers of Willie Dixon, Chuck Berry and Little Richard. Thanks to this album's lineup of the Shortlist (Mel Collins, Tim Hinkley, Jerome Rimson), even the ballads rock." (Patrick Little) |
| Miles Davis: "Circle In The Round" (Columbia, 1979) |
Meine persönliche "Entdeckung" von Miles Davis
fällt leider in seine stumme Phase etwa ab 1974/75, die erst 1981 mit
"The Man With The Horn" endete. Columbia betrieb in dieser Zeit
"Restverwertung", wenn auch sehr geschmackvolle: etwa das '76er-Album
"Waterbabies" mit Aufnahmen
von 1967 bis '68 oder dieses starke Doppelalbum, das die Zeit von 1955
(mit John Coltrane) bis 1970 abdeckt. Bemerkenswert sind vor allem
das 26minütige Titelstück von 1967, bei dem das klassische Miles Davis-Quintett
der 60er (Herbie Hancock, Wayne Shorter, Ron Carter
& Tony Williams) um den Gitarristen Joe Beck erweitert
zu hören ist, sowie die ungewöhnliche, 18minütige Version des David
Crosby-Songs "Guinnevere" aus der Entstehungszeit von "Bitches
Brew". Das Album gilt zwar nicht unbedingt als Klassiker, aber
ist dennoch eines meiner liebsten von Miles!(19.05.2009) |
| Doll By Doll: "Gypsy Blood" (WEA/Automatic, 1979) |
Aus der Gitarrenband von Jahresanfang (Debütalbum "Remember")
ist inzwischen eine Popband geworden, ohne dabei Kraft einzubüßen,
denn die Songs sind noch viel besser als beim ersten Versuch. Gelegentlich
kommen jetzt sogar Gastmusiker an Geige und Pedalsteel zum Zuge. Zwei
Lieder auf Seite A ("Strip Show" und "The Human Face")
könnten diese Platte zu meiner Lieblinxplatte des Jahres machen,
wenn nicht auf der B-Seite ein paar bescheuerte Effekte auf die Gesangsstimme
von Jackie Leven gelegt worden wären, die diese überhaupt
nicht nötig hätte. In diesen Momenten klingt's so furchtbar
wie bei Neil Youngs "Hawks
& Doves" (wenn Ihr wisst, was ich meine!), aber der Rest
der Platte ist grandios. Für mich unerklärlich, warum die Platte
kein Meilenstein der Rockgeschichte wurde. Ich schätze mal: "Right
Band, Wrong Time"!!!(25.04.2006) |
| Mick Goodrick: "In Pas(s)ing" (ECM, 1979) |
Ein eher unbekanntes, aber sehr schönes Album aus dem Hause ECM.
Mick Goodrick war zuvor Gitarrist im Gary Burton Quintett und wurde
wohl in diesem Zusammenhang "genötigt", auch mal selber
in die "erste Reihe" zu wechseln. Ansonsten ist er wohl eher
als Gitarrenlehrer bekannt: einer seiner prominentesten Schüler war
Pat Metheny, mit dem er für
einige Zeit sogar zusammen bei Burton spielte (z.B. auf "Dream So
Real" von 1976) und der ihn dort dann ablöste ("Passengers"
von 1977).Auf "In Pas(s)ing", einer seiner wenigen Arbeiten unter eigenem Namen, wird er unterstützt von zwei begnadeten Rhythmikern, die auf vielen ECM-Produktion dieser Zeit zu hören waren: Trommler Jack DeJohnette und Bassist Eddie Gomez. Seltener im ECM-Umfeld zu finden ist dagegen der Brite John Surman an Sopran- und Baritonsaxofon, sowie der Bassklarinette. Fünf lange und luftige Goodrick- oder Bandkompositionen sind zu hören: Kein Freejazz, kein Mainstream-Jazz, auch kein Jazzrock, sondern einfach nur herrliche Musik. (18.07.2006) |
| Guru Guru Sunband: "Hey Du" (Brain, 1979) |
|
Das ist vielleicht nicht die beste Guru Guru-Platte, aber ICH LIEBE
DIESE SCHEIBE. Denn sie hat Humor. Und gute Musik. Das Beste aber sind Mani Neumeiers Dada-Texte, die ich auch heute noch sinn(?)gemäß ohne nachzuschlagen (wo auch?) zitieren kann: "Hühner fahr'n Mercedes auf dem Pfarrer seine Stirn" Oder noch besser: "Verflixt, es ist doch wie verhext, PS.: Der Namenszusatz "Sun Band" wurde bei der nächsten Guru-Platte übrigenz wieder gestrichen. War auch ziemlich blöd. Und irgendwie nicht so richtig lustig. |
| Mangelsdorff/Dauner/Gomez/Jones: "A Jazz Tune I Hope" (MPS, 1979) |
Ein
Gigantentreffen: die deutschen Spitzenjazzer Albert Mangelsdorff (Posaune)
und Wolfgang Dauner (Piano) zusammen mit der amerikanischen Rhythmusgruppe
Eddie Gomez (Kontrabass) und Elvin Jones (Schlagzeug). Die
Platte hält musikalisch alles, was die Namen der Beteiligten versprechen! |
| Danny O'Keefe: "Global Blues" (Warner, 1979) |
|
Kurz, nachdem ich meine alte Vinylausgabe digitalisiert habe ist endlich
das CD-Reissue da!
|
| Synthesis: "Sentiments" (Ra, 1979) |
1979
war ich gerade in einer schwergewichtigen Jazzphase, in der ich im Radio
(oder bei Freunden?) auch auf Arthur Blythe, den neuen Stern am
Altsaxofonhimmel, aufmerksam wurde. Im Sommer '79 oder '80 haben wir dann
mit einem ganzen Trupp von Freunden beim Jazzfestival in der Balver Höhler
im Sauerland gecampt, wo es natürlich auch ein paar auf Jazz spezialisierte
Plattenhändler gab. Dortfand ich aber nur diese bereits 1976 aufgenommene
LP "Sentiments" der Band Synthesis, bei der jener Arthur
Blythe Mitglied war. Zu hause war ich dann etwas enttäuscht,
denn diese Musik an der Grenze von Hardbop, Weltmusik und Freejazz war
weit vom ECM-Sound entfernt, an den ich mich bereits
"gewöhnt" hatte, sodaß diese Platte damals von mir
kaum gehört wurde - unter anderem auch, weil ich inzwischen das beim
Major CBS erschienene und wesentlich zugänglichere Soloalbum
"Lenox Avenue Breakdown" aufgetrieben
hatte. Jahre später hörte ich mir die Platte nochmals an, weil
der andere beteiligte Saxophonist, David Murray, inzwischen Dank
seiner Grateful Dead-Hommage unter
meiner "Radar" gekommen war. Kürzlich habe ich das Album
doch noch mal herausgekramt und sogar festgestellt, dass ich inzwischen
sogar den beteiligten Trompeters Olu Dara von mehreren Cassandra
Wilson-Alben kenne. Außerdem kann ich mit der Musik von Synthesis
inzwischen deutlich mehr anfangen ...(11.10.2009) |
| Terje Rypdal / Miroslav Vitous / Jack DeJohnette (ECM 1125, Juni 1978) |
Dieses
titellose Album ist erst im Rahmen der billigen Touchstone-Serie (40 klassische
ECM-Alben für jeweils weniger als 10 Oiro im Pappcover) unter meinen Radar
gekommen. Ein selbst für ECM-Verhältnisse fantastischer Sound, in dem
alle drei Protagonisten etwas abrufen, da nach meiner bescheidenen Meinung
zu ihren jeweiligen Bestleistungen gehört. Beidruckend ist u. a., wie
DeJohnette in einer ziemlich
"unrhythmischen" Musik dermaßen toll Schlagzeug spielen kann.
Der wahre Meister der Becken!(15.04.2009) |
| Collin Walcott/Don Cherry/Nana Vasconcelos: "Codona" (ECM, 1979) |
Ein
interessante Kombination von Musikern fand sich zu diesem Projekt zusammen:
Collin Walcott, Tabla- und Sitarspieler von Oregon,
Trompeter Don Cherry (hat schon mit allen Jazzgrößen von John
Coltrane bis Ornette Coleman gespielt) und der brasilianische Perkussionist
Nana Vasconcelos (Langzeitpartner von Egberto Gismonti) |
| << 1978 | Oben | 1980 >> |
| Erstellt: | Letzte Aktualisierung: 12.10.2009 20:20 | 17832 Besucher seit dem 01.12.2002 |
| Homepage im neuen Fenster | We´re Waiting For Louise! | © Webmaster: |
Ein
Meisterwerk! Young und seine Band Crazy Horse spielen kraftvoll
und absolut auf dem Punkt, die Songs sind beeindruckend: Opener "My
My Hey Hey" und am Ende das Gegenstück "Hey Hey My My".
Dazwischen solch Klassesongs wie "Pocahontas", "Thrasher"
und "Powderfinger".


Solodebüt
eines der besten Rock- und Countrygitarristen. Der Brite begann seine
Karriere bereits in den 60ern und hatte von 1968 -1972 mit 
Dieses
vierte Studioalbum wird allgemein als sein bestes eingeschätzt -
meiner Meinung nach sind aber alle ziemlich gut, sodass es für mich
müßig ist, da noch Unterschiede zu machen. Sicherlich ist die
Produktion Dank Jack Nietzsche wunderbar - meine Lieblingssongs
sind aber auf den anderen drei Alben.
Das
beeindruckende Debüt der Sängerin, Songschreiberin, Pianistin
und gelegentlichen Gitarristin aus dem Umfeld von Tom Waits. Die
Meisten dürften vor allem den Song "Chuck E's In Love"
kennen.
Unterbewertetes
Debüt des ehemaligen Little Feat-Bandleaders. Unterbewertet
vielleicht deshalb, weil das Album sehr kurz ist (knapp 30 Minuten) und
neben einigen Coversongs (z.B. "What Do You Want The Girl To Do"
von Allen Toussaint, "I Can't Stand The Rain" von Ann
Peebles und "Easy Money" aus der Feder von Rickie Lee
Jones, ebenfalls zu finden auf deren fast zeitgleich erschienenem
Allein
schon wegen des Titels gehört das Album hier hin. Ian Hunter (Ex-Mott
The Hoople) mit seinem Kumpel Mick Ronson (Ex-David Bowie
Band) in Höchstform. Hat im Rockpalast damals kaum jemand verstanden.
Das
letzte einer grandiosen Reihe von Alben der Band aus den 70ern. Es enthält
zwei geniale eigene Songs ("Dancing Barefoot" und "Frederick"),
sowie eine tolle Coverversion: "So You Wanna Be A Rock'n'Roll Star"
von den Byrds.
Das
zweite Album des Ex-
Emmylou
war damals ein Garant für hochklassige Alben. Auch dieses mal sorgte
dafür ihr Gesang, die tolle Begleitung durch die Hot Band (u. a.
Albert Lee, Rodney Crowell, James Burton, Glenn
D.Hardin und Ricky Skaggs) und das wunderbare Songmaterial,
u.a. "Hickory Wind" (Byrds-Klassiker von Gram Parsons), "Even
Cowgirls Get The Blues" (Rodney Crowell) und "Save The Last
Dance For Me" (Mort Shuman, Doc Pomus).
Nachdem
die beiden zuvor erschienenen Alben "
XTC
wurden anfangs als Punkrocker verkauft. Das lag vielleicht daran, dass
sie 1977/78 in der Londoner Szene erstmals in Erscheinung traten und auf
ihrem ersten Album ("White Music"?) durchaus die rohe Energie
einer Punkband zeigten. Mit den folgenden Alben wurde aber immer deutlicher,
dass die Band um den Sänger, Gitarristen & Songschreiber(90%)
Andy Partridge und den Sänger, Bassisten & Songschreiber(10%)
Colin Moulding eher ihre Vorbilder in den Beatles hatte. Auf diesem
Album findet man einen ihrer größten Hits "Making Plans
For Nigel", ausnahmsweise von Moulding komponiert.
Mit
ihrem zweiten Album liefert uns die Songschreiberin und Sängerin
wieder entspannten Westcoast-Pop und wieder wird es nichts mit dem großen
Durchbruch. Immerhin kann sich
Mit
dieser relativ rockigen/poppigen Produktion habe ich Ian Matthews damals
wieder für mich entdeckt. Zwar befinden sich unter den 10 Liedern
5 gute Eigenkompositionen, beeindruckend sind aber (wie immer) sein Talent
bei origineller Auswahl und geschmackssicherer Interpretation der Songs
anderer Autoren: diesmal sind das u. a. "Anna" von John Martyn,
"Home Somewhere" von Jules Shear, "Crying In The
Night" von Stevie Nicks (Fleetwood Mac) und "Baby's On
The Street" von Jona Lewie.
Ein
überzeugendes Comeback nach jahrelangem Drogensumpf. Der Titeltrack
ist ein absoluter Killersong, ebenso zwei Coversongs: "Ballad Of
Lucy Jordan" von 
Mag
sein, dass dieser Konzertfilm nicht die Wichtigkeit von "Woodstock"
hat - für mich ist das aber eines der besseren Triple-Livealben
mit durchweg soliden bis guten Auftritten von vielen Künstlern.
Außerdem war es uns allen damals wichtig, unsere Anti-AKW-Position deutlich
zu machen.
Ein
Jazzklassiker - auch wenn er nicht aus den 50ern stammt. Arthur Blythe
ist definitiv einer der weltbesten Altsaxophonisten und sollte damals,
soweit ich weiß, von CBS zum Star aufgebaut werden. Es entstanden tolle
Platten wie diese, aber für den Mainstream war der Mann dann doch
wohl zu sperrig. Jahre später hat man sich dann bei der Firma auf
Wynton Marsalis konzentriert, was ja bekanntlich kommerziell mehr
Sinn gemacht hat.
Nach
Einschätzungen vieler Leute ist dies sein Meisterwerk. Der harte
Sound der E-Gitarren von Clayton und seinem Leadgitarristen
Dieses
Livealbum war damals für mich ein absoluter Knaller. Songs wie
"Who Pulled The Night Down", Mickey Jupp's "Shortlist"
oder das Stones-Cover "Let's Spend The Night Together" bersten
geradezu vor Spielfreude. Meines Erachtens hat Chappo im Studio nie
diese Intensität erreichen können.
Warnung: der folgende Artikel enthält eine hohe Dosis Name Dropping,
vor dessen Verzehr in dieser Zusammensetzung gewarnt werden muss!
Ein
Gigantentreffen: die deutschen Spitzenjazzer Albert Mangelsdorff (Posaune)
und Wolfgang Dauner (Piano) zusammen mit der amerikanischen Rhythmusgruppe
Eddie Gomez (Kontrabass) und Elvin Jones (Schlagzeug). Die
Platte hält musikalisch alles, was die Namen der Beteiligten versprechen!
1979
war ich gerade in einer schwergewichtigen Jazzphase, in der ich im Radio
(oder bei Freunden?) auch auf Arthur Blythe, den neuen Stern am
Altsaxofonhimmel, aufmerksam wurde. Im Sommer '79 oder '80 haben wir dann
mit einem ganzen Trupp von Freunden beim Jazzfestival in der Balver Höhler
im Sauerland gecampt, wo es natürlich auch ein paar auf Jazz spezialisierte
Plattenhändler gab. Dortfand ich aber nur diese bereits 1976 aufgenommene
LP "Sentiments" der Band Synthesis, bei der jener Arthur
Blythe Mitglied war. Zu hause war ich dann etwas enttäuscht,
denn diese Musik an der Grenze von Hardbop, Weltmusik und Freejazz war
weit vom
Dieses
titellose Album ist erst im Rahmen der billigen Touchstone-Serie (40 klassische
ECM-Alben für jeweils weniger als 10 Oiro im Pappcover) unter meinen Radar
gekommen. Ein selbst für ECM-Verhältnisse fantastischer Sound, in dem
alle drei Protagonisten etwas abrufen, da nach meiner bescheidenen Meinung
zu ihren jeweiligen Bestleistungen gehört. Beidruckend ist u. a., wie
Ein
interessante Kombination von Musikern fand sich zu diesem Projekt zusammen:
Collin Walcott, Tabla- und Sitarspieler von