Das
Album des Jahres
| Grateful Dead: "Blues For Allah" (Grateful Dead, Sept. 1975) |
Für
manche ist das die beste Dead-Platte. Zumindest die beste von den Studioplatten.
Nach dem finanziellen Fiasko mit ihrem P.A.-System, dem mittelmäßigen
Album "From The Mars Hotel"
und dem schwachen Filmsoundtrack "Steal Your Face" schafften
sie es zum ersten Mal, ihre jazzige/improvisierende Seite im Studio angemessen
zu präsentieren. Außerdem war der verloren Sohn Mickey
Hart endlich zurückgekehrt.Das ganze Album wurde übrigens von dem New Yorker Bassisten Joe Gallant mit seiner Big Band Illuminati gecovert! |
weitere
Highlights ...
| John Abercrombie: "Timeless" (ECM, Jan. 1975) |
Für
ECM-Verhältnisse eine relative rockige Produktion - und das, obwohl
der Gitarrist John Abercrombie hier nur von Jack
DeJohnette am Schlagzeug und Jan Hammer
an der Orgel begleitet wird. Letzterer leistet mit seinen Füssen
auf den Orgelpedalen als Bassersatz fantastische Schwerstarbeit. |
| Commander Cody & His Lost Planet Airmen (Warner, 1975) |
Commander Cody und seine Luftmänner waren ein wilder Haufen, der Rock'n'Roll,
Country, Western Swing etc. mit viel Humor zu einem erstklassigen Menü
zusammengekocht hat. Dieses titellose Album ist ihr erstes für
Warner - und hat doch wirklich ein tolles Cover, oder?
|
| Bob Dylan: "Blood On The Tracks" (Columbia, Jan. 1975) |
"BOTT" (wie der Dylanologe sagt) ist für viele Fans und
auch für mich eines der besten Alben des Meisters: wunderbare spartanische
Arrangements, oft nur mit Akustikgitarre (für den Spezialisten: His
Bobness hat auf dieser Platte das Open-Tuning für sich entdeckt:
ich sage nur DADGAD!), aber vor allem wunderbare, ellenlange Lieder, in
denen Dylan seine kaputte Liebesbeziehung aufarbeitet: "Tangled Up
In Blue", "Simple Twist Of Fate", "You're Gonna Make
Me Lonesome When You're Gone", "Shelter From The Storm"
und "Buckets Of Rain". |
| Richard & Linda Thompson: "Hokey Pokey" (Island, Feb. 1975) |
Die
zweite Platte als Duo schließt nahtlos an "I
Want To See The Bright Lights Tonight" vom Vorjahr an. |
| Peter Hammill: "Nadir's Big Chance" (Charisma, Feb. 1975) |
Eine
mehr als kuriose Platte. Peter Hammill war Sänger der zu diesem Zeitpunkt
gerade mal wieder aufgelösten Van Der Graaf Generator, einer
der kultigsten Band des so genannten "Progressive Rocks", wobei
deren Ex-Mitglieder Guy Evans (dr), Hugh Banton (org) und
Dave Jackson (sax) hier gleich die Begleitband stellen. Ausgerechnet
"Progrocker" Hammill macht also ein Konzeptalbum über sein
"Alter Ego", den "Punk" Nadir, wobei manche Stücke
wirklich nach Punkrock klingen, den es damals so eigentlich aber noch
gar nicht gab. War also Peter Hammill der Erfinder des Punkrocks? Ironischerweise war dann der Punkrock einer der Totengräber des Prog-Rocks und somit auch von Hammills Band: die von Ende 75 bis 78 wieder unter dem verkürzten Namen Van Der Graaf reformierte Band verschwand dabei wieder und nun endgültig in der Versenkung. |
| Jesse Colin Young: "Songbird" (Warner, Feb. 1975) |
Vielleicht etwas zu "nett" oder sogar zu "süßlich"
für den einen oder anderen, aber das hier ist Westcoast-Singer/Songwriter-Poprock
der Ersten Liga. In den frühen 70ern hatte der ehemalige Folksänger
(mit Debüt von 1964!)
und Sänger/Bassist der Youngbloods
so was wie einen Lauf: zwischen 1972 und 78 kam jedes Jahr ein gutes Album
heraus. Alle lohnenswert. Als Vergleich könnte man etwas überspitz
sagen: Van Morrison mit freundlicherem Gemüt und etwas mehr
Pop-Gefühl. Vielleicht komme ich auf diesen Vergleich auch nur, weil
die Begleitband der beiden Sänger teilweise das gleiche Personal hatten,
z.B. Bläser Jim Rothermel und Bassist David Hayes ?
Letzterer spielt allerdings erst ab dem nächstem Album auch bei Jesse
Colin Young. |
| Ace: "Time For Another" (Anchor, März 1975) |
Album
#2 von Paul Carrack und seinen Pubrockern
fehlte es leider an einem Hit wie "How Long" vom Debütalbum
"Five-A-Side" - deshalb hat
es kaum einer gehört, auch wenn es für meinen Geschmack genauso
gut ist wie der Vorgänger! |
| Justin Hayward & John Lodge: "Blue Jays" (Threshold, März 1975) |
Von
1967 bis 1972 haben die "Moody Blues Mark II" in der klassischen
Besetzung Justin Hayward, John Lodge, Mike Pinder,
Ray Thomas und Graeme Edge sieben gute bis sehr gute Alben
eingespielt. Zwar gab es davor (von mir hier frei nach Deep Purple als
"Mark I" bezeichnet) schon eine, man könnte sagen, "Beatband-Phase"
mit Denny Laine (später bei Paul McCartney & The Wings)
statt Hayward als Gitarristen und Clint Warwick statt John Lodge
am Bass, die aber mit den Moodies der Jahre 67 (ab dem "Klassikrock"-Album
"Days Of Future Passed" mit
dem Welthit "Nights In White Satin" über mein Lieblingsalbum
"To Our Children's Children's Children"
von 1969 bis zum Schwanengesang "Seventh
Sojourn" von 1972) nichts zu tun hat. Anfang 1973 war also die
Luft raus aus der Band und alle Beteiligten machten Soloalben. Flötist
Ray Thomas spielte zwei etwas kitschige, aber nicht schlechte Soloalben
mit der Unterstützung des Songschreibers Nicky James ein.
Der Drummer gründete mit Adrian Gurvitz die Graeme Edge
Band, im Prinzip war das die Baker-Gurvitz Army ohne Ginger
Baker, deren zwei angeblich hardrockige Alben mir aber nicht bekannt
sind. Keyboarder Mike Pinder emigrierte in die USA und spielte
dort sein Album "The Promise"
ein, bei dem Jazz- und Latinelemente integriert wurden und er das berühmte
Mellotron für die Akustikgitarre in die Ecke stellte und das mir
damals (deswegen?) überhaupt nicht gefiel, aber jetzt - aus der Distanz
heraus betrachtet - sogar die gelungenste Emanzipation vom Sound der Moodies
darstellt. Den besten Moodies-Ersatz lieferte im Jahre 1975 aber natürlich
dieses Duo-Projekt "Blue Jays", das nicht nur im Coverdesign
(Gemälde von Phil Travers, der auch die meisten Moody-Blues-Cover
gestaltete) voll auf der Linie der berühmten 7 Alben liegt. Wenn man jetzt bedenkt, dass die 78er-Reunion der Band in Original-Mark II-Besetzung schwach war (sehr originell "Octave" genannt; ich hatte es mir natürlich noch gekauft, obwohl die Moody-Phase bei mir eigentlich schon irgendwie "durch" war) und zahlreiche noch schwächere Alben ohne Pinder in den 80ern (die habe ich mir teilweise noch angehört im Plattenladen und dann stehen gelassen) und 90ern (die habe ich dann ganz ignoriert), so kann man "Blue Jays" gerechterweise als das letzte gute Moody-Blues-Album bezeichnen. Und vergesst diese blöde Single "Blue Guitar", die damals viel im Radio lief. Die ist, Gott sei dank, nicht drauf auf der Platte. (06.03.2004) |
| Tangerine Dream: "Rubycon" (Virgin, März 1975) |
Aus der Grabbelkiste!(10.10.2009) |
| Kevin Coyne: "Matching Head And Feet" (Virgin, April 1975) |
Damals
war Virgin noch ein echtes "Independent"-Label und hatte mit
Mike Oldfield plötzlich sehr viel Geld verdient. Damit konnten
dann auch eine Zeitlang Außenseiter wie Kevin Coyne unterstützt
werden, bevor Richard Branson seinen Laden zu einem ganz normalen Major
machte. Auf "Matching..." befindet sich Coyne meiner Meinung
nach auf seinem künstlerischen Höhepunkt, was natürlich
vor allem an seinem Gesang und seinen Songs (z.B. "Saviour",
"Sunday Morning Sunrise", "Turpentine" und "Tulip"),
aber auch an der famosen Begleitband liegt, in der damals der Blueser
Gordon Smith und Andy
Summers Gitarre spielten. Letzterer erlangte ja bekanntlich später
mit Police Weltrum. |
| Emmylou Harris: "Pieces Of The Sky" (Reprise, April 1975) |
Nach
Gram Parsons Tod (1973) übernahm Emmylou dessen Begleitband und formte
daraus die "Hot Band", sicherlich eines der besten Countryrock-Ensembles
(u. a. m. Ron Tutt (dr), James Burton (g), Glen D. Hardin
(p) und Herb Pedersen). Später gehörten auch Rodney Crowell,
Ricky Skaggs und Albert Lee dazu. Dies ist quasi ihr Debüt, obwohl
es von 1969, also vor ihrer Zeit mit Gram
Parsons, schon ein folkorientiertes, aus heutiger Sicht untypisches
erstes Album gibt. Die Songauswahl ist exquisit: "Too far Gone"
(Billy Sherrill), "For No One" (Beatles), "Queen Of The
Siver Dollar" (Shel Silverstein/Dr.Hook), "If I Could Only Win
Your Love" (Louvin Brothers), "Bottle Let Me Down" (Merle
Haggard), "Coat Of Many Colors" (Dolly Parton) und ihres eigenes
Lied "From Boulder To Birmingham". |
| The Neutrons: "Tales From The Blue Cocoon" (United Artists, April 1975) |
Das
zweite Album einer der vielen vergessenen Bands aus den 70ern. Gitarrist
Will Youatt und Keyboarder Phil Ryan waren vorher - wie
scheinbar zu dieser Zeit fast jeder langhaarige Musiker in Wales - für
kurze Zeit bei den legendären Man. Dass gerade deren wunderbare
Alben "Be Good To Yourself, At
Least Once A Day" von 1972 und "Back
Into The Future" von 1973 unter starkem Einfluss dieser beiden
Musiker entstanden, ist auch den beiden Alben der Neutrons anzuhören
- Wenn man sie denn hört, da kaum jemand die Platten damals gekauft
hat! Was eben fast nur beinharte Man-Fans wie ich getan haben. Was natürlich
sehr schade ist. Album #2 hat auf jeden Fall ein schönes Cover! |
| Steely Dan: "Katy Lied" (ABC, April 1975) |
Für
viele Kritiker nicht unbedingt erste Wahl, aber die Platte, mit der ich
die Band damals für mich entdeckt habe. Vor alle "Black Friday"
mit der tollen Gitarrenarbeit von Rick Derringer und "Doctor
Wu" mit dem Saxofonsolo von Jazzlegende Phil Woods hatten
es mir angetan. |
| Hawkwind: "Warrior On The Edge Of Time" (United Artists, Mai 1975) |
Vielleicht
ist das nicht das ultimative Hawkwind-Album, aber zumindest doch ein sehr
schönes. Ich war damals beinharter Fan der Band und habe mir dieses
Album natürlich sofort, als es herauskam, gekauft. Es hat ein wunderbar
bescheuertes Fantasycover, der bekannte Science Fiction-Autor Michael
Moorcock ist als "Sänger" auf 2 Titeln dabei, Simon
House zaubert auf der Geige, vor allem aber fette Sounds auf dem Mellotron.
Gitarrist und neben Saxofonist Nik Turner einziges verbliebenes
Gründungsmitglied Dave Brock hält alles zusammen. Bassist
Lemmy war zum letzten mal dabei: er wurde während der darauf
folgenden Tournee wegen Drogenbesitz (und das bei Hawkwind!) aus der Band
gekickt: er gründete daraufhin seine eigene Band Motörhead,
die er nach seinem letzten Song für Hawkwind benannte (die Single-B-Seite
zu "Kings Of Speed", aber leider nicht auf dem Album). Tja -
manchmal haben schlechte Dinge, wie eine Kündigung, auch ihre guten
Seiten! |
| Hoelderlin (Intercord/Spiegelei, Mai 1975) |
Da ist nicht besonders viel "Deutschrock" von damals bei mir
hängen geblieben. Neben Guru Guru gehören Hoelderlin
aus Wuppertal mit ihrem unaufdringlichen "Folk-Prog-Rock" dazu. |
| James Taylor: "Gorilla" (Warner, Mai 1975) |
Das
beste einer langen Reihe von Taylor-Alben aus den Mittsiebzigern. U. a.
mit "Mexico", überzeugend ist aber auch das Motown-Cover
"How Sweet It Is", das auch den Weg in Taylors live-Repertoire
fand. |
| Neil Young: "Tonight's The Night" (Reprise, Juni 1975) |
Eines
der schwerverdaulichen Young-Alben aus den Mitsiebzigern. Bereits im Jahr
1973 mit Crazy Horse aufgenommen und erst zwei Jahre später
veröffentlicht. Seine Begleitband bestand damals aus Ralph Molina
(dr), Billy Talbot (bg), Ben Keith und Nils Lofgren.
Das Titelstück thematisiert den Tod von Bruce Berry (Roadie
der Band) und Danny Whitten (Gitarrist von Crazy Horse). |
| Caravan: "Cunning Stunts" (Decca/Deram, Juli 1975) |
Caravan
sind neben Soft Machine wohl die bekanntesten Vertreter der sog.
Canterbury-Szene, die sich mehr durch personelle als durch musikalische
Gemeinsamkeiten auszeichnete. "Cunning Stunts" gehört für
die Hardcore-Fans allerdinx schon zum "kommerziellen Ausverkauf"
der Band - mir gefällt's aber trotzdem. |
| Guy Clark: "Old No. 1" (RCA, Juli 1975) |
|
"A classic record, featuring the deftly-sculpted, imagistic story-song, "Texas, 1947," wherein Clark tells the story of the first time a young boy in the South saw a modern, streamlined passenger train barreling down the tracks, past his little hick hometown. It's an impressive piece, with all the literary oomph of the best short stories -- all the more so for its simplicity and lack of flash. This same compact, concise style comes through on his other early masterpieces, "Desperadoes Waiting On A Train," and "Let Him Roll," a pair of shamelessly sentimental tunes paying tribute to tobacco-spittin' old-timers everywhere, and the fab drifter ballad, "LA Freeway," (which was also covered by Jerry Jeff Walker." With a debut album like this, no wonder folks had Clark pegged as a songwriting genius so early on." |
| Bob Dylan & The Band: "Basement Tapes" (Columbia, Juli 1975) |
1967
lebte und jammte Bob Dylan in Woodstock mit den Musikern, die später
als "The Band" auch ein klein wenig berühmt wurden. Nach zahlreichen Bootlegs dieser Sessions entschloss man sich nun zu einer offiziellen
Veröffentlichung. |
| Fairport Convention: "Rising For The Moon" (Island, Juli 1975) |
Als
Sandy Denny Ende 1974 mitten in einer Australientournee zur Band
zurückkehrte, spielten dort doch tatsächlich immer noch dieselben
Musiker wie bei den beiden letzten Album von 1973 ("Rosie"
und "Nine"): die drei Daves (Swarbrick, Mattacks
und Pegg), sowie die Gitarristen Trevor Lucas (Sandies Ehemann)
und Jerry Donahue, eine für die Band doch recht ungewöhnliche
Situation. Island finanzierte sogar mit Glyn Johns ein absolutes
Produzentenass. Aber auch dieses mal wurde es kein kommerzieller Erfolg.
Mitten in den Aufnahmen überlies Dave Mattacks den Platz am
Schlagzeug dem Amerikaner Bruce Rowland (Ex-Grease
Band). Nach der Platte verließen Denny, Lucas und Donahue die Band und die
zwei übrig gebliebenen Daves versuchten mit Trommler Bruce das Schiff am
Schwimmen zu halten. "Gottle O'Gear" (1976) wurde mit vielen
Gastmusikern eingespielt und ist ziemlich misslungen. 1977 kehrte dann sogar
Gründungsmitglied Simon Nicol für zwei Studio- und ein Livealbum
zurück. 1979, mitten in stürmischen Punk/New Wave-Zeiten, war dann aber
ganz Schluss. Allerdings starteten Dave Pegg, Simon Nicol und der zurückkehrte
Dave Mattacks in den 80ern einen erfolgreichen Neuanfang, der bis in unsere Zeit
anhält. Nach langen Jahren ist Mattacks inzwischen wieder weg (lebt jetzt in
den USA und trommelt für Mary Chapin Carpenter und andere) und durch den
alten Bekannten Gerry Conway (Ex-Fotheringay)
ersetzt worden.Zurück aber zu "Rising For The Moon": ein wunderschönes Album, mit wunderbaren Songs von Lucas, Swarbrick und vor allem Sandy Denny. Neben dem noch am US-Westcoast orientierten Debüt von 1968 vielleicht das am wenigsten "folkige" Album der Band. Meiner Meinung nach sogar ihre letzte Grosstat vor Sandy's tragischen Unfalltod 1978. |
| Gryphon: "Raindance" (Transatlantic, Juli 1975) |
Diese Platte hatte ich damals von ein paar Kumpels zum Geburtstag bekommen.
Sie zeigt die Band in der Übergangsphase von ihrem Barock-Folk hin
zum "Prog-Rock": Richard Harvey, der Blockflötenweltmeister,
konzentriert sich auf die Keyboards, Graeme Taylor setzt verstärkt
auf E- statt A-Gitarre, mit Malcolm Bennett gibt es auch einen
neuen festen Bassisten, David Oberlè spielt statt einzelner
Trommeln richtig Schlagzeug und singt: und zwar das wunderschöne
"Mother Nature's Son" von den Beatles. Nur Brian Gulland,
der wilde Mann am Fagott, bleibt seinem Ursprungsinstrument treu. Beeindruckt
hat mich damals das fast 20minütige Instrumentalstück mit deutschem
Titel: "Ein Kleines Heldenleben". |
| Kursaal Flyers: "Chocs Away!" (Polydor/UK, Juli 1975) |
Die Kursaal Flyers waren eine ziemlich schräge Truppe in der damals aufkeimenden
Pubrockszene. Im Gegensatz zu ihren Kumpels von Dr. Feelgood
orientierten sie sich aber stärker an der Countrymusik. Der Sänger
Paul Shuttleworth war ein Crooner der alten Schule, mit Vic Collins
hatten sie einen hauptamtlichen Pedalsteelgitarristen, der Bassist Ritchie Bull
griff gerne mal zum Banjo und die meisten Songs wurden ungewöhnlicherweise vom
Schlagzeuger Will Birch zusammen mit dem Leadgitarristen Graeme Douglas
geschrieben. |
| "Guru Guru Mani und seine Freunde" (Atlantic, Aug. 1975) |
Ende
1974 stand Guru Gurus Trommler Mani Neumeier nach dem Ausstieg
von Gitarrist Conny Veit und Bassist Hans Hartmann alleine
da. Auf Anraten seiner Freunde von Kraan machte er
sich an sein erstes Soloalbum, bei dem er von Musikern von Kraan
(Bassist Hellmut Hattler, Trommler Jan Fride und Gitarrist
Peter Wolbrandt), Karthago (Keyboarder Ingo Bischof
und Perkussionist Tommy Goldschmidt) und Harmonia
(Dieter Möbius und Achim Roedelius) unterstütz
wurde. Dazu kamen Jazzsaxofonist Gerd Dudek und Bluespianist Champion
Jack Dupree. Mit Jogi Karpenkiel und Sepp Jandrisits
waren auch zwei Musiker der nächsten Guru Guru Besetzung ("Tango
Fango" von 1976) dabei, wobei für mich unklar ist, ob es
zum Aufnahmezeitpunkt, April 1975, eine aktive Guru Guru-Besetzung gab
oder nicht. Aber im Grunde ist das bei dem tollen Ergebnis egal, denn
die Sessions müssen wohl allen beteiligten Musiker riesigen Spaß
gemacht haben.(16.07.2008) |
| Harmonia: "Deluxe" (Brain, Aug. 1975) |
Lost
And Found!(05.12.2004) |
| Man: "Maximum Darkness" (United Artists, Sept. 1975) |
|
"Ich hörte glaube ich im Radio, daß diese englische Formation in der Stadt war und mit mir spielen wollte. Also besorgte ich mir die Adresse ihres Übungsraums und ging dorthin. Ich klopfte an und es machte mir jemand auf, der mich fragte was ich wollte. Ich sagte: Ich bin John Cipollina, soviel ich weiß wollt ihr mit mir spielen. Der Typ (es war Deke Leonard) sagte, nein, du bist nicht John Cipollina, der sieht ganz anders aus. Das ging eine Zeitlang so hin und her bis mir die Geduld riß und ich ihm meinen Führerschein zeigte und sagte: Da steht ja wohl mein Name, oder? Selbst dann war er noch nicht überzeugt und meinte: Spiel doch mal mit uns, wir werden ja hören, ob du wirklich Cipollina bist. Danach waren sie dann endlich überzeugt und boten mir an, zusammen mit ihnen im Winterland aufzutreten." Bei diesem Konzert bekam Cipollina dann Respekt vor seinen neuen Kollegen,
denn obwohl so ziemlich alles schief ging, was nur schief gehen konnte
(Verstärker fielen aus, Saiten rissen und, und, und ...) "zog
Man das Konzert durch, als ob nichts geschehen wäre." Im Anschluss
daran tourte Cipollina mit dem Quartett durch England und wurde auf
dieser LP verewigt, die auf ausgezeichnete Weise die Songs von Man mit
dem unvergleichlichen Gitarrenspiel von Cipollina vereinigt. |
| Clive John: "You Always Know Where You Stand With A Buzzard" (United Artists, Sept. 1975) |
Lost
And Found!(01.03.2003) |
| Pink Floyd: "Wish You Were Here" (EMI/Harvest, Sept. 1975) |
Kürzlich aus völlig unerfindlichen Gründen für mich wieder entdeckt:
Pink Floyd in den frühen bis mittleren 70ern. Vor allem mein Lieblinxalbum
"Wish You Were Here", das erste, das ich mir damals neu angeschafft
hatte, dann vielleicht etwas überraschend "Relics", die Resteverwertung
von 1971 mit den frühen Singles von Syd Barrett, aber eben auch der Megaseller
"Dark Side Of The Moon".(05.01.2009) |
| Linda Ronstadt: "Prisoner In Disguise" (Elektra/Asylum, Sept. 1975) |
Alleine
schon wegen der exquisiten Liedauswahl ist das eine wichtige Platte: Neil
Youngs "Love Is A Rose" (vom Meister selber nur als Outtake
später auf "Decade"
veröffentlicht), James Taylors "Hey Mister, That's Me
Up On The Jukebox", Little Feats "Roll Um Easy"
(mit Lowell George an der Slidegitarre und insgesamt rockiger als
das Feat-Original von "Dixie Chicken"),
Smokey Robinsons "Tracks Of My Tears", und mit "Heat
Wave" ein zweiter Motown-Klassiker, Jimmy Cliffs "Many
Rivers To Cross", Dolly Partons
"I Will Always Love You", dazu zwei neue Lieder des damals noch
recht unbekannten John David Souther
und Anne McGarrigle. Gesangliche Unterstützung
kommt neben u. a. von Emmylou Harris und Maria
Muldaur, in der instrumentalen Begleitung will ich nur den omnipräsenten
Andrew Gold, David Lindley an der Geige und James Taylor
an der Akustikgitarre hervorheben. Eine perfekte "Westcoast-Pop-Platte",
produziert von Peter Asher. |
| Kraan: "Let It Out" (Intercord, Okt. 1975) |
Zwar
kein Klassiker der Band, aber das einzige Album, dass ich mir damals
direkt angeschafft hatte. Angeblich schon zu poppig - aber ich mag's nach wie vor. Nach meinem
Wissensstand auch das letzte Album mit Saxofonspieler Johannes "Alto"
Pappert und gleichzeitig das erste mit Keyboarder Ingo Bischof
(Ex-Karthago). Also quasi ein Album des Übergangs.Kleine Anekdote gefällig? Beim damaligen Konzert in der Dinslakener Stadthalle gab's als "Vorprogramm" eine dämliche Modenschau, die Helmut Hattler dazu veranlasste, das Publikum anschließend mit "Hallo Jeanslaken" zu begrüßen. Das soll er kürzlich im Jägerhof beim Konzert mit eigener Kapelle dann auch wieder gebracht haben, wie es in der Zeitung stand. Ich war dieses mal leider nicht dabei. (Dez. 2006) |
| New Riders Of The Purple Sage: "Oh, What A Mighty Time" (Columbia, Okt. 1975) |
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| Bruce Springsteen: "Born to Run" (Columbia, Okt. 1975) |
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| Starry Eyed & Laughing: "Thought Talk" (Columbia, Okt. 1975) |
Die Gruppe hatte sich nach einer Textzeile aus Dylan's "Chimes Of
Freedom" benannt und spielte einen stark an den Byrds angelehnten
Sound. Nach ihrem unbetitelten und erfolglosen Debüt
von 1974 erschien noch dieses zweite Album. Beide Alben sind nach
meinem Kenntnisstand nie auf CD wieder veröffentlicht worden. Entdeckt
hatte ich die Band in einer Musikladen-Sendung (Vorläufer des Rockpalasts)
und beide Alben in den Jahren danach aus Grabbelkisten von 2nd-Hand-Plattenläden
gezogen. |
| John Cale: "Helen Of Troy" (Island, Nov. 1975) |
Die 70er waren eine andere Zeit: Brian Eno und Phil Collins
zusammen im Studio, ohne dass einem das komisch vorkam. Ansonsten: Ex-Velvet
John Cale wie immer auf höchstem kompositorischem Niveau und mit
einem für seine Verhältnisse relativ "normalem" Ergebnis. |
| Little Feat: "The Last Record Album" (Warner, Nov. 1975) |
Für
Hardcore-Fans das letzte gute Album, weil danach statt Lowell
George zunehmend der Keyboarder Bill Payne die Führung
übernimmt und angeblich fiesen "Jazzrock" macht! Was bleibt,
sind auf jeden Fall gute Songs, z.B. "Long Distance Love" (Lowell
George) und "All That You Dream" (Bill Payne/Paul Barrere). |
| Richard & Linda Thompson: "Pour Down Like Silver" (Island, Nov. 1975) |
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| Neil Young & Crazy Horse: "Zuma" (Reprise, Nov. 1975) |
Mit
diesem Album fanden Hardcore-Fans und "normales Publikum" allmählich
wieder zusammen. Die meisten Songs entstanden mit den reformierten Crazy
Horse (Billy Talbot, Ralph Molina und Frank Sampedro,
der den verstorbenen Danny Whitten ersetzte), u. a. "Don't Cry No
Tears", "Danger Bird", "Barstool Blues" und das
genial-simple "Cortez The Killer". Für ein Lied ("Through
My Sails") gab es sogar eine kleine Reunion mit den alten Kumpels
Crosby, Stills und Nash, woraus sich eine Tournee,
aber leider kein neues Album ergab. |
| Patti Smith: "Horses" (Arista, Dez. 1975) |
Bereits die ersten Worte auf dieser Platte machen alles klar: "Jesus
died for somebody's sins, but not mine". Von John
Cale produziert gibt es hier allerfeinsten Garagenrock, aber: ist
das schon Punk? Mit einer tollen Coverversion von Van Morrisons "Gloria".
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| Emmylou Harris: "Elite Hotel" (Reprise, Dez. 1975) |
Innerhalb
kürzester Zeit bringt Emmylou zusammen mit ihrer Hot Band die zweite
Sammlung vorzüglicher Songs heraus: mit "Ooh Las Vegas",
"Sin City" und "Wheels" sind gleich drei Songs ihres
ehemaligen Gesangspartners Gram Parsons dabei. Dazu kommen Titel
von den Beatles ("Here, There And Everywhere"), Don
Gibson ("Sweet Dreams"), Hank Williams ("Jambalaya")
und Rodney Crowell ("Till I Gain Control Again"). |
| Tom Waits: "Nighthawks At The Diner" (Elektra/Asylum, Dez. 1975) |
Live
im Studio vor eingeladener Gästeschar und mit einer hochkarätig
besetzten Jazzband (Pete Christlieb am Sax, Jim Hughart
am Bass, Billy Goodwin am Schlagzeug und Mike Melvoin am
Piano) entstand dieses Album, mein Einstieg in den Wait'schen Kosmos.
Von vielen Kritikern wurde die Platte damals vor allem aufgrund des Entstehungszusammenhangs
abgelehnt, was ich nicht nachvollziehen kann. Vielleicht wäre das
Konzept 15-20 Jahre später bei "MTV Unplugged" oder bei
"VH1-Storytellers" besser aufgehoben gewesen? |
| John Abercrombie/Dave Holland/Jack DeJohnette: "Gateway" (ECM, 1975) |
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| Amazing Rhythm Aces: "Stacked Deck" (ABC, 1975) |
Das
Debüt der Südstaatenband um den Sänger und Songschreiber
Russell Smith, den Pianisten und späteren Nanci Griffith-Begleiter
James Hooker und den Gitarristen, Toningenieur und Produzenten
Barry Burton. Sie brachten auf unverwechselbare Art und Weise Country
aus Nashville und Rock/Soul aus Memphis bzw. Muscle Shoals zusammen. Man
nannte sie auch die "Steely Dan des Südens"
(na ja: wie wär's mit "Lynyrd Skynyrd mit Hirn"?).
Von den Songs ist "Third Rate Romance" am bekanntesten (wurde
in den 80ern ein Hit für Rosanne Cash). Aufgenommen wurde
übrigens im berühmten Sun-Studio von Sam Phillips
in Memphis! |
| David Blue: "Comin' Back For More" (Asylum, 1975) |
Lost And Found!(12.08.2007) |
| Keith & Donna Godchaux: "Keith & Donna" (Round, 1975) |
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"A nice solo effort by two of the Dead's members. Supported by a cast of many wonderful musicians this duo brings something special to the music. The cover of "River Deep, Mountain High" is slow, soulful and has that Phil Spector feel. And the cover photo is a hoot as well." (TralFaz-Arcives) |
| The Grease Band: "Amazing Grease" (Good Ear, 1975) |
Die
Grease Band - leider nur eine Fußnote in der Rockgeschichte. Gegründet
wurde die Band als Begleittruppe für Joe Cocker. In Woodstock
waren sie dabei - und von Henry McCullough (g)
und Alan Spenner (bg) stammt auch live der Kastratenchor bei "With
A Little Help From My Friends". Im Sommer 1970 waren die beiden mit
ihrem Drummer Bruce Rowland dann plötzlich arbeitslos (Cocker
zog mit Leon Russell als "Mad Dog & The Englishmen"
durch die amerikanischen Hallen und Stadien), wollen aber zusammen weiterarbeiten.
Zuerst bei den Aufnahmen zu "Jesus Christ Superstar", dann (aus
ihrer Sicht unbefriedigend) bei Spooky Tooth auf deren (aus meiner
Sicht tollen) Album "The Last Puff".
Schließlich konnten sie zusammen mit dem neuen Gitarristen Neil
Hubbard unter dem alten Namen 1971 das Album "The Grease Band"
bei Harvest herausbringen, das leider nur von der Kritik, aber eben nicht
vom breiten Publikum beachtet wurde. 1972 war dann wieder alles vorbei.
1975 erschien dann noch dieses Nachfolgealbum, von dem ich gar nicht weiss,
ob es sich um Outtakes von 1971 oder ein echtes Reunion von 1975 handelt.
Beide Alben gibt's als Re-Release auf CD als Doppelpack. Von beiden Alben
gefällt mir dieses besser, vielleicht wegen der Songs (u.a. eine
geniale Coverversion von Bob Dylans im Original eher blasser Nummer "New
Morning"!), vielleicht auch nur, weil ich das Album als rare französische
Vinylpressung mal in den frühen 80ern in Dinslaken bei "Schallplatten
Ludwig" erstanden habe - also eher eine nostalgische Geschichte?
Was auch immer - beide Greaseband-Alben bieten funkigen, lockerleichten
Bluesrock ohne Gebolze mit starker Gitarren(team)arbeit von McCullough
und Hubbard. |
| Chico Hamilton: "Peregrinations" (BN LA 520, 10. Juli 1975) |
Mein erstes Blue Note Album vom ehemaligen Trommler des berühmten
Gerry Mulligan/Chet Baker Quartetts . Mehr über das Blue
Note-Label gibt's hier.(01.09.2009) |
| Henry McCulloch: "Mind Your Own Business" (Dark Horse, 1975) |
Der
irische Gitarrist ist ein Mann der zweiten Reihe, der aber auch gelegentlich
(kaum verkäufliche?) Soloalben einspielt. Zu seinen bisherigen Arbeitgebern
gehören Spooky Tooth (als Ersatzmann auf deren Klassiker "The
Last Puff"), Joe Cocker (in Woodstock in dessen Grease
Band, die sich danach erfolglos selbständig gemacht hatte), Paul
McCartney & The Wings und Frankie Miller. Das Label Dark
Horse gehört im Übrigen George Harrison. Was wird geboten? Ähnlich wie schon bei der Grease Band entspannter, amerikanisch angehauchter Rock. Mit dabei seine alten Grease Band-Kollegen (Alan Spenner, Neil Hubbard und Bruce Rowland) und bei einem Lied sogar sein aktueller Arbeitgeber Frankie Miller als Gastsänger. Eine schöne, unspektakuläre (das meine ich positiv!) Platte. |
| Kate & Anna McGarrigle (Warner, 1975) |
|
|
| Barry Melton: "The Fish" (United Artists, 1975) |
Eigentlich
bin ich nie ein besonderer Fan von Country Joe & The Fish gewesen,
jener über ihren Woodstock-Auftritt weltberühmten Band, die
Folksänger Joe McDonald und Gitarrist Barry Melton
Mitte der 60er Jahre in San Francisco gegründet hatten. Dies ist
sein zweites Soloalbum, heutzutage sehr rar und nach meinem Wissensstand
immer noch ohne CD-Veröffentlichung. Aufgefallen ist mir die Scheibe
damals wegen des Aufnahmeortes (das legendäre Rockfield-Studio
in Wales, in dem auch die besten Platten von Man
entstanden) und wegen der Mitspieler und Co-Autoren einiger Songs: an
Schlagzeug, Mischpult und als Co-Produzent fungiert Dave
Charles (Ex-Help Yourself,
später bei Dave Edmunds), am Bass Ken
Whaley (Ex-Help Yourself,
Ex-Man, später bei der (Sean)
Tyla Gang), an den Keyboards Tommy
Eyre und Ray Martinez (Gypsy, Showaddywaddy) als zweiter Gitarrist.
Songs entstanden z. T. zusammen mit Grateful
Dead-Trommler Mickey Hart und Peter Monk (hat
später zusammen mit Phil Lesh das Lied "Passenger"
für Grateful Deads Terrapin Station
geschrieben). Wie klingt das Ganze? Packt alle genannten Einflüsse
(außer vielleicht Showaddywaddy!) zusammen, rührt alles gut
durch, gewöhnt Euch an die Stimme (bei Country Joe & The Fish
hatte er ja nicht gesungen). Insgesamt eine schöne Westcoastplatte
"made in Wales".Seit den 80ern arbeitet Melton als Jurist und musiziert nur noch nebenher, z.B. mit seiner S.F.-Altherrenband "The Dinosaurs" (u.a.m. Merl Saunders, Quicksilvers John Cippolina und Dead-Texter Robert Hunter und Pete Albin von Big Brother & The Holding Company) und fiel dabei etwas unangenehm auf, als er Ende der 80er J Mascis dazu zwang, dessen Band in "Dinosaur Jr." umzubenennen. Tja - wenn man schon mal selber Rechtsverdreher ist ... |
| Charlie Musselwhite: "Goin' Back Down South" (Arhoolie, 1975) |
Phantastische
'74er-Session von einem der Meister der Bluesharp, zusammen mit dem Pianisten
Lafayette Leake. Außerdem sind zwei tolle ältere Aufnahmen
von 1971 mit der Charles Ford Band
dabei, die es aus mir unerklärlichen Gründen damals nicht auf
das Album "Takin' My Time"
geschafft haben: da wäre zum einen "Crazy For My Baby"
von Willie Dixon. Ich fand diese Aufnahme damals so toll, dass wir die
Nummer mit den Rusty Nails
auch auf unsere erste EP "Breaking
Up Somebody's Home" genommen haben. Zum anderen gibt es mit "Blue
Stu" ein Instrumentalstück, auf dem sich der angehende Gitarrengott
Robben Ford sehr kompetent am Altsaxofon versucht.(11.04.2006) |
| New Grass Revival: "Fly Through The Country" (Flying Fish, 1975) |
Auf
ihrem 2. Album konnte man das erste NGR-Lineup hören, das in den
kommenden Jahren wegweisend für die Zusammenführung von Bluegrass
mit Stilmitteln der Rockmusik sein wird: Sam Bush an Mandoline
und Geige, Curtis Burch an Gitarre und Dobro, Courtney Johnson
am Banjo und Neuzugang John Cowan (Bass). |
| Willie Nelson: "Red Headed Stranger" (Columbia, 1975) |
Willies
Debüt bei CBS gilt für viele als sein bestes Album. Es enthält
auf jeden Fall mit "Blue Eyes Crying In The Rain" einen seiner
größten Hits und mit "Time Of The Preacher" einen
seiner besten Songs. Von ihm selber in Texas produziert und mit seiner
Liveband eingespielt, was damals absolut unüblich war. Mit dieser
Band spielt er auch jetzt nach über 25 Jahren immer noch zusammen:
der geniale Mickey Raphael an der Mundharmonika, seine Schwester
Bobbie Nelson am Piano, die Brüder Paul English und
Billy English an den Schlaginstrumenten, Bee Spears am Bass
und Jody Payne an der Gitarre. |
| Old And In The Way (Round, 1975) |
|
|
| Pavlov's Dog: "Pampered Menial" (ABC, 1975 * Rockville, 2007) |
|
|
| John Prine: "Common Sense" (Atlantic, 1975) |
Ich
finde dieses Prine-Album ziemlich klasse und befinde mich ausnahmsweise
mal nicht auf der Kritikerlinie, denn "Common Sense" gilt unter
"Fachleuten" allgemein als schwächer im Vergleich zu den
drei Vorgängern, besonders dem Debüt
von 1971. Na gut - es befindet sich kein "Angel From Montgomery"
darauf, aber immerhin "Come Back To Us Barbara Lewis Hare Krishna
Beauregard", ein tolles Duett mit Bonnie Raitt, das genauso
gut ist, wie es der Titel verspricht, und kein einziger Ausfall. Ich denke,
viele stört der Sound der Platte: kein Folk mehr, sondern funkiger
Rock, aufgenommen mit Steve Cropper in Memphis. Muss ich noch erwähnen,
dass dies die erste (und einzige?) Scheibe von Prine ist, die je die Top100
erreicht hat? |
| Maggie & Terre Roche: "Seductive Reasoning" (Columbia, 1975) |
|
"Guess which two of us made a record, Zumindest die erste Frage wird hiermit beantwortet. Produziert übrigenz von Paul Simon. Hat aber nix genützt. |
| Ralph Towner: "Solstice" (ECM, 1975) |
Meine erste selbst gekaufte ECM-Platte. Wunderbarer kammermusikalischer
Jazz(?) des Gitarristen/Pianisten von Oregon,
zusammen mit dem deutschen Bassisten Eberhard Weber und den Norwegern
Jan Garbarek und Jon
Christensen an Saxofon bzw. Schlagzeug. |
| McCoy Tyner: "Atlantis" (Fantasy/Milestone, 1975) |
... und noch ein starkes Livedoppelalbum des begnadeten Pianisten, vom
gleichen Kaliber wie "Enlightenment"
von 1973, diesmal an 2 Tagen August/September 1974 im "Keystone Korner"
von San Francisco mitgeschnitten, wo auch Jerry Garcia und Merl
Saunders ihr Livealbum
für Fantasy aufgenommen haben. Am Saxofon immer noch das Talent Azar
Lawrence, der danach aber unverständlicherweise nicht selber
zu einem Star wurde. |
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| Erstellt: | Letzte Aktualisierung: 26.05.2010 22:56 | 21050 Besucher seit dem 01.12.2002 |
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Für
manche ist das die beste Dead-Platte. Zumindest die beste von den Studioplatten.
Nach dem finanziellen Fiasko mit ihrem P.A.-System, dem mittelmäßigen
Album "
Für
ECM-Verhältnisse eine relative rockige Produktion - und das, obwohl
der Gitarrist John Abercrombie hier nur von Jack
DeJohnette am Schlagzeug und Jan Hammer
an der Orgel begleitet wird. Letzterer leistet mit seinen Füssen
auf den Orgelpedalen als Bassersatz fantastische Schwerstarbeit.

Die
zweite Platte als Duo schließt nahtlos an "
Eine
mehr als kuriose Platte. Peter Hammill war Sänger der zu diesem Zeitpunkt
gerade mal wieder aufgelösten Van Der Graaf Generator, einer
der kultigsten Band des so genannten "Progressive Rocks", wobei
deren Ex-Mitglieder Guy Evans (dr), Hugh Banton (org) und
Dave Jackson (sax) hier gleich die Begleitband stellen. Ausgerechnet
"Progrocker" Hammill macht also ein Konzeptalbum über sein
"Alter Ego", den "Punk" Nadir, wobei manche Stücke
wirklich nach Punkrock klingen, den es damals so eigentlich aber noch
gar nicht gab. War also Peter Hammill der Erfinder des Punkrocks?
Album
#2 von
Von
1967 bis 1972 haben die "Moody Blues Mark II" in der klassischen
Besetzung Justin Hayward, John Lodge, Mike Pinder,
Ray Thomas und Graeme Edge sieben gute bis sehr gute Alben
eingespielt. Zwar gab es davor (von mir hier frei nach Deep Purple als
"Mark I" bezeichnet) schon eine, man könnte sagen, "Beatband-Phase"
mit Denny Laine (später bei Paul McCartney & The Wings)
statt Hayward als Gitarristen und Clint Warwick statt John Lodge
am Bass, die aber mit den Moodies der Jahre 67 (ab dem "Klassikrock"-Album
"
Damals
war Virgin noch ein echtes "Independent"-Label und hatte mit
Mike Oldfield plötzlich sehr viel Geld verdient. Damit konnten
dann auch eine Zeitlang Außenseiter wie Kevin Coyne unterstützt
werden, bevor Richard Branson seinen Laden zu einem ganz normalen Major
machte. Auf "Matching..." befindet sich Coyne meiner Meinung
nach auf seinem künstlerischen Höhepunkt, was natürlich
vor allem an seinem Gesang und seinen Songs (z.B. "Saviour",
"Sunday Morning Sunrise", "Turpentine" und "Tulip"),
aber auch an der famosen Begleitband liegt, in der damals der Blueser
Nach
Gram Parsons Tod (1973) übernahm Emmylou dessen Begleitband und formte
daraus die "Hot Band", sicherlich eines der besten Countryrock-Ensembles
(u. a. m. Ron Tutt (dr), James Burton (g), Glen D. Hardin
(p) und Herb Pedersen). Später gehörten auch Rodney Crowell,
Ricky Skaggs und Albert Lee dazu. Dies ist quasi ihr Debüt, obwohl
es von 1969, also vor ihrer Zeit mit
Das
zweite Album einer der vielen vergessenen Bands aus den 70ern. Gitarrist
Will Youatt und Keyboarder Phil Ryan waren vorher - wie
scheinbar zu dieser Zeit fast jeder langhaarige Musiker in Wales - für
kurze Zeit bei den legendären Man. Dass gerade deren wunderbare
Alben "
Für
viele Kritiker nicht unbedingt erste Wahl, aber die Platte, mit der ich
die Band damals für mich entdeckt habe. Vor alle "Black Friday"
mit der tollen Gitarrenarbeit von Rick Derringer und "Doctor
Wu" mit dem Saxofonsolo von Jazzlegende Phil Woods hatten
es mir angetan.
Vielleicht
ist das nicht das ultimative Hawkwind-Album, aber zumindest doch ein sehr
schönes. Ich war damals beinharter Fan der Band und habe mir dieses
Album natürlich sofort, als es herauskam, gekauft. Es hat ein wunderbar
bescheuertes Fantasycover, der bekannte Science Fiction-Autor Michael
Moorcock ist als "Sänger" auf 2 Titeln dabei, Simon
House zaubert auf der Geige, vor allem aber fette Sounds auf dem Mellotron.
Gitarrist und neben Saxofonist Nik Turner einziges verbliebenes
Gründungsmitglied Dave Brock hält alles zusammen. Bassist
Lemmy war zum letzten mal dabei: er wurde während der darauf
folgenden Tournee wegen Drogenbesitz (und das bei Hawkwind!) aus der Band
gekickt: er gründete daraufhin seine eigene Band Motörhead,
die er nach seinem letzten Song für Hawkwind benannte (die Single-B-Seite
zu "Kings Of Speed", aber leider nicht auf dem Album). Tja -
manchmal haben schlechte Dinge, wie eine Kündigung, auch ihre guten
Seiten!
Das
beste einer langen Reihe von Taylor-Alben aus den Mittsiebzigern. U. a.
mit "Mexico", überzeugend ist aber auch das Motown-Cover
"How Sweet It Is", das auch den Weg in Taylors live-Repertoire
fand.
Eines
der schwerverdaulichen Young-Alben aus den Mitsiebzigern. Bereits im Jahr
1973 mit Crazy Horse aufgenommen und erst zwei Jahre später
veröffentlicht. Seine Begleitband bestand damals aus Ralph Molina
(dr), Billy Talbot (bg), Ben Keith und Nils Lofgren.
Das Titelstück thematisiert den Tod von Bruce Berry (Roadie
der Band) und Danny Whitten (Gitarrist von Crazy Horse).
Caravan
sind neben Soft Machine wohl die bekanntesten Vertreter der sog.
Canterbury-Szene, die sich mehr durch personelle als durch musikalische
Gemeinsamkeiten auszeichnete. "Cunning Stunts" gehört für
die Hardcore-Fans allerdinx schon zum "kommerziellen Ausverkauf"
der Band - mir gefällt's aber trotzdem.
Guy
Clark ist einer von zahlreichen genialen texanischen Singer/Songwritern,
der hier mit seinem Debüt Maßstäbe setzte. U. a. m.: "She
Ain't Goin' Nowhere", "L.A. Freeway", "Desperados
Waiting For The Train" und "A Nickel For The Fiddler".
Eine kleine Fußnote: meines Erachtens taucht hier zum ersten mal der
damals noch recht junge
1967
lebte und jammte Bob Dylan in Woodstock mit den Musikern, die später
als "The Band" auch ein klein wenig berühmt wurden. Nach zahlreichen Bootlegs dieser Sessions entschloss man sich nun zu einer offiziellen
Veröffentlichung.
Als
Sandy Denny Ende 1974 mitten in einer Australientournee zur Band
zurückkehrte, spielten dort doch tatsächlich immer noch dieselben
Musiker wie bei den beiden letzten Album von 1973 ("
Ende
1974 stand Guru Gurus Trommler Mani Neumeier nach dem Ausstieg
von Gitarrist Conny Veit und Bassist Hans Hartmann alleine
da. Auf Anraten seiner Freunde von 
Man
gelten für viele als die "walisischen Grateful Dead" bzw.
"britischen Allman Brothers", was angeblich nicht nur an der Musik,
sondern auch an der gemeinsamen Vorliebe für bewusstseinserweiternde
Mittelchen liegt. Auf diesem Livealbum spielten sie dann mit einem ihrer
Helden, dem ehemaligen Quicksilver-Gitarristen John Cipollina. Wie
Cipollina mit Man zusammenkam, soll er selbst erzählen:
Alleine
schon wegen der exquisiten Liedauswahl ist das eine wichtige Platte: Neil
Youngs "Love Is A Rose" (vom Meister selber nur als Outtake
später auf "
Zwar
kein Klassiker der Band, aber das einzige Album, dass ich mir damals
direkt angeschafft hatte. Angeblich schon zu poppig - aber ich mag's nach wie vor. Nach meinem
Wissensstand auch das letzte Album mit Saxofonspieler Johannes "Alto"
Pappert und gleichzeitig das erste mit Keyboarder Ingo Bischof
(Ex-Karthago). Also quasi ein Album des Übergangs.
Für
Hardcore-Fans das letzte gute Album, weil danach statt Lowell
George zunehmend der Keyboarder Bill Payne die Führung
übernimmt und angeblich fiesen "Jazzrock" macht! Was bleibt,
sind auf jeden Fall gute Songs, z.B. "Long Distance Love" (Lowell
George) und "All That You Dream" (Bill Payne/Paul Barrere).
Mit
diesem Album fanden Hardcore-Fans und "normales Publikum" allmählich
wieder zusammen. Die meisten Songs entstanden mit den reformierten Crazy
Horse (Billy Talbot, Ralph Molina und Frank Sampedro,
der den verstorbenen Danny Whitten ersetzte), u. a. "Don't Cry No
Tears", "Danger Bird", "Barstool Blues" und das
genial-simple "Cortez The Killer". Für ein Lied ("Through
My Sails") gab es sogar eine kleine Reunion mit den alten Kumpels
Crosby, Stills und Nash, woraus sich eine Tournee,
aber leider kein neues Album ergab.
Innerhalb
kürzester Zeit bringt Emmylou zusammen mit ihrer Hot Band die zweite
Sammlung vorzüglicher Songs heraus: mit "Ooh Las Vegas",
"Sin City" und "Wheels" sind gleich drei Songs ihres
ehemaligen Gesangspartners Gram Parsons dabei. Dazu kommen Titel
von den Beatles ("Here, There And Everywhere"), Don
Gibson ("Sweet Dreams"), Hank Williams ("Jambalaya")
und Rodney Crowell ("Till I Gain Control Again").
Live
im Studio vor eingeladener Gästeschar und mit einer hochkarätig
besetzten Jazzband (Pete Christlieb am Sax, Jim Hughart
am Bass, Billy Goodwin am Schlagzeug und Mike Melvoin am
Piano) entstand dieses Album, mein Einstieg in den Wait'schen Kosmos.
Von vielen Kritikern wurde die Platte damals vor allem aufgrund des Entstehungszusammenhangs
abgelehnt, was ich nicht nachvollziehen kann. Vielleicht wäre das
Konzept 15-20 Jahre später bei "MTV Unplugged" oder bei
"VH1-Storytellers" besser aufgehoben gewesen?
Das
Debüt der Südstaatenband um den Sänger und Songschreiber
Russell Smith, den Pianisten und späteren Nanci Griffith-Begleiter
James Hooker und den Gitarristen, Toningenieur und Produzenten
Barry Burton. Sie brachten auf unverwechselbare Art und Weise Country
aus Nashville und Rock/Soul aus Memphis bzw. Muscle Shoals zusammen. Man
nannte sie auch die "Steely Dan des Südens"
(na ja: wie wär's mit "Lynyrd Skynyrd mit Hirn"?).
Von den Songs ist "Third Rate Romance" am bekanntesten (wurde
in den 80ern ein Hit für Rosanne Cash). Aufgenommen wurde
übrigens im berühmten Sun-Studio von Sam Phillips
in Memphis!
Tja...
Da Solodebüt (besser Duodebüt) des Ehepaares, die ansonsten
als Klavierspieler und Chorsängerin bei den Grateful Dead
aktiv waren. An Donna's Gesang scheiden sich die Geister der Deadheads
(sie singt ja falsch!) Und Keith weigert sich, was anderes als normales
Klavier zu spielen (wo bleibt die Psychodelik?). 1979 sind die beiden
dann auch weg von den Dead und Keith stirbt kurz darauf bei einem Autounfall
(der zweite von insgesamt vier toten Dead-Keyboardern!).
Die
Grease Band - leider nur eine Fußnote in der Rockgeschichte. Gegründet
wurde die Band als Begleittruppe für Joe Cocker. In Woodstock
waren sie dabei - und von
Der
irische Gitarrist ist ein Mann der zweiten Reihe, der aber auch gelegentlich
(kaum verkäufliche?) Soloalben einspielt. Zu seinen bisherigen Arbeitgebern
gehören Spooky Tooth (als Ersatzmann auf deren Klassiker "
Eigentlich
bin ich nie ein besonderer Fan von Country Joe & The Fish gewesen,
jener über ihren Woodstock-Auftritt weltberühmten Band, die
Folksänger Joe McDonald und Gitarrist Barry Melton
Mitte der 60er Jahre in San Francisco gegründet hatten. Dies ist
sein zweites Soloalbum, heutzutage sehr rar und nach meinem Wissensstand
immer noch ohne CD-Veröffentlichung. Aufgefallen ist mir die Scheibe
damals wegen des Aufnahmeortes (das legendäre Rockfield-Studio
in Wales, in dem auch die besten Platten von
Phantastische
'74er-Session von einem der Meister der Bluesharp, zusammen mit dem Pianisten
Lafayette Leake. Außerdem sind zwei tolle ältere Aufnahmen
von 1971 mit der
Auf
ihrem 2. Album konnte man das erste NGR-Lineup hören, das in den
kommenden Jahren wegweisend für die Zusammenführung von Bluegrass
mit Stilmitteln der Rockmusik sein wird: Sam Bush an Mandoline
und Geige, Curtis Burch an Gitarre und Dobro, Courtney Johnson
am Banjo und Neuzugang John Cowan (Bass).
Willies
Debüt bei CBS gilt für viele als sein bestes Album. Es enthält
auf jeden Fall mit "Blue Eyes Crying In The Rain" einen seiner
größten Hits und mit "Time Of The Preacher" einen
seiner besten Songs. Von ihm selber in Texas produziert und mit seiner
Liveband eingespielt, was damals absolut unüblich war. Mit dieser
Band spielt er auch jetzt nach über 25 Jahren immer noch zusammen:
der geniale Mickey Raphael an der Mundharmonika, seine Schwester
Bobbie Nelson am Piano, die Brüder Paul English und
Billy English an den Schlaginstrumenten, Bee Spears am Bass
und Jody Payne an der Gitarre.

Ich
finde dieses Prine-Album ziemlich klasse und befinde mich ausnahmsweise
mal nicht auf der Kritikerlinie, denn "Common Sense" gilt unter
"Fachleuten" allgemein als schwächer im Vergleich zu den
drei Vorgängern, besonders dem