Das
Album des Jahres
| Man: "Be Good To Yourself, At Least Once A Day" (United Artists, Okt. 1972) |
![]() Die
berühmte Platte mit der Landkarte von Wales ist mein Lieblingsalbum
einer meiner Lieblingsbands. Kurioserweise eine der wenigen Man-Platten
ohne Deke Leonard, der sich 1972/73 eine solistische Auszeit nahm ("Iceberg"), aber danach wieder zur Band zurückkehrte. Wir hören Mickey Jones an der Gitarre, der einzige Musiker, der auf allen Man-Platten
spielt, Phil Ryan an den Keyboards (neu dabei), Will Youatt am Bass (neu
dabei und vorher Gitarrist), Terry Williams am Schlagzeug (wurde später mit Rockpile und den Dire Straits semi-berühmt) und Clive John an der zweiten Gitarre (war früher mal Keyboarder bei Man!). Insgesamt eine sehr komplizierte Bandgeschichte, die auf der von Deke Leonard gezeichneten Innenhülle nachzulesen ist. Produziert hatte übrigens Dave Edmunds. Es gibt insgesamt nur 4 Songs, darunter mit "C'mon" und "Bananas" zwei der absoluten Man-Klassiker. |
weitere
Highlights ...
| Kevin Ayers: "Whatevershebringswesing" (EMI/Harvest, Jan. 1972) |
Der
ehemalige Softmachine Sänger/Bassist hatte in den 70ern eine
mehr oder weniger erfolgreiche Solokarriere gestartet. Hier kam wieder
das "psychedelische Element" stärker zum Tragen, das bei
Softmachine zugunsten einer ernsthaften Jazzrock-Ausrichtung geopfert
wurde. Als Gast wirkt sein ehemaliger Bandkollege Robert Wyatt
mit (der auch bald Softmachine verlassen wird). Der auffälligste
Name in der Besetzungsliste ist allerdings der damals noch recht junge
Mike Oldfield als Gitarrist und Bassist, kurz vor seinem Durchbruch
zu Weltruhm mit dieser unsäglichen "Tubular Bells"-Platte.
Insgesamt ein versponnenes, sympathisches Album. |
| J.J. Cale: "Naturally" (Mercury/Shelter, Jan. 1972) |
Nachdem
Eric Clapton mit "After Midnight" erfolgreich war, bekam
J.J. seine eigene Chance und nutzte sie. Neben "After Midnight"
seien erwähnt: "Call Me The Breeze" und "Magnolia". |
| Jerry Garcia: "Garcia (The Wheel)" (Warner Bros., Jan. 1972) |
Diese
Platte hat Jerry (fast) alleine aufgenommen, er wurde nur vom Dead-Trommler
Bill Kreutzmann unterstützt. Enthält neben einigen Soundexperimenten
ein paar tolle Songs, die schnell den Weg in das Bühnenrepertoire
der Dead fanden: "Deal", "Birdsong", "Sugaree",
"Loser", "To Lay Me Down" und "The Wheel". |
| Rolling Stones: "Exile On Main Street" (Rolling Stones, Jan. 1972) |
Das Meisterwerk der Stones. |
| Brinsley Schwarz: "Silver Pistol" (United Artists, Feb. 1972) |
Nach
dem gescheiterten Versuch ihres Managements, die Band mit ihrem Debüt
1970 in New York als das "Next Big Thing" zu etablieren,
machte die Band um Nick Lowe
(voc, bg, Songwriter), Bob Andrews (keyb), Namensgeber Brinsley
Schwarz (g), Drummer Billy Rankin und Neuzugang Ian Gomm
(voc,g) eine Wendung um 180°, um fortan in den englischen Kneipen
zu spielen: der "Pubrock" war geboren. Die Musik auf "Silver
Pistol" ist extrem laidback und sehr amerikanisch ausgereichtet.
Nick Lowe, der als Solist und Produzent später sehr erfolgreich wurde,
bezeichnete ihre Musik mal als den Versuch, "Rag Mama Rag" von
"The Band" neu zu erfinden (m. E. kein schlechtes, wenn auch
ein sehr hohes Ziel!). Neben den Songs von Lowe (und auch Gomm) sei besonders
auf den Rock'n'Roll-Klassiker "Juju Man" hingewiesen, den später
Dave Edmunds zum Hit machte und den ich mit meiner Band Rusty
Nails in den 80ern auch sehr gerne live gespielt habe. |
| Al Green: "Let's Stay Together" (Hi, Feb. 1972) |
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| Ian Matthews: "Tigers Will Survive" (Vertigo, Feb. 1972) |
Eines
der frühen, sehr schönen Soloalben von Matthews nach seiner
Zeit bei Fairport Convention und Matthews Southern Comfort.
In der Begleitband stand u. a. Andy Roberts,
mit dem er kurz danach Plainsong gründete.
Es wurden für Matthews Verhältnisse relativ viele Eigenkompositionen
aufgenommen, von denen aber keine bekannt geworden ist. Unter den Fremdkompositionen
sind der alte Ronettes-Hit "Da Doo Run Run" und Songs von Eric
Anderson und Richard Farina zu vermelden. |
| Neu! (Metronome/Brain, Feb. 1972) |
Der Schlagzeuger Klaus Dinger und der Gitarrist Michael Rother kreierten mit dem Tonmeister Conny Plank diese merkwürdige Instrumentalmusik, die vor allem in England Kultstatus hat. (Leider) Eine der wenigen deutschen Platten in dieser Liste! "Das erste Neu!-Album entstand in sage und schreibe 4 Nächten. Warum Nächte? Nun, aus dem einfachen Grund, weil die Miete für ein Studio nachts erheblich billiger und Geld auch schon damals ein Problem für Musiker mit Visionen und ohne Konventionen war. Unter der Regie von Conny Plank, den die beiden aus Kraftwerk-Tagen als Produzenten kannten, entstand 1972 das selbstbetitelte Debut. Wie der Band- beziehungsweise der Plattentitel verkündete, war hier etwas ganz Neues am Start. Aber nicht in dem Sinne, dass komplizierteste Techniken und verzwickte Arrangements vorgetragen, sondern dass die Musik auf den Kern reduziert wurde. Kleine, unscheinbare Melodien, lockere Rhythmen, die damals zur Verfügung stehenden technischen Mittel und eine große Portion Improvisation erschufen Musik, die im Neu!-Kosmos wie die Elfe im Märchenland schwebt" |
| Neil Young: "Harvest" (Reprise, Feb. 1972) |
Neils
bekannteste und erfolgreichste Platte mit seinem Hit "Heart Of Gold"
und (trotzdem) eine tolle Platte! |
| Nick Drake: "Pink Moon" (Island, Feb. 1972) |
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Oder kauft Euch "Time Of No Reply",
die Raritätensammlung auf Hanibal von 1987 oder "Made
To Love Magic" von 2004. |
| Jackson Browne: "Jackson Browne (Saturate Before Using)" (Asylum, März 1972) |
Sein Debüt, dass eigentlich unbetitelt ist, aber wegen des Schriftzugs
auf dem Wassersack vom Cover von Designer Gary Burden und Photograph
Henry Diltz nur unter dem Namen "Saturate Before Using"
bekannt, entstand mit tatkräftiger Unterstützung von David
Crosby, nachdem vorher bereits mehrere seiner Lieder von anderen Künstlern
gesungen wurden (z.B. "These Days" von Nico
und "Doctor My Eyes" von den Jackson Five!) und er 17jährig
in New York Nico's Begleitgitarrist war. |
| Chick Corea: "Return To Forever" (ECM, März 1972) |
Auf dieser Platte brachte Corea die USA und Brasilien zusammen: sein eigenes
wunderbares Fender-Rhodes-Piano, Stanley Clark am Kontrabass und
Joe Farrell mit Flöte und Sopransaxofon, kombiniert mit Airto
Moreiras Schlagzeugspiel (normalerweise spielt er Perkussion) und
dem Gesang von Flora Purim. Die Songs (z.T. mit Texten von Neville
Potter) wurden Klassiker des Latin-Jazz: "Crystal Silence",
"La Fiesta", "What Game Shall We Play Today" und "Sometime
Ago". |
| Heads Hands & Feet: "Tracks" (Island, März 1972) |
Auch bei ihrer zweiten Platte gelang der Truppe um Tony Colton,
Albert Lee und Chas Hodges ("Chas & Dave")
mit ihrem virtuosen Countryrock leider nicht der Durchbruch beim großen
Publikum! Trotzdem eine tolle Platte. |
| Hot Tuna: "Burgers" (RCA/Grunt, März 1972) |
Das Album war nach einer akustischen und einer elektrischen Liveplatte
ihr erstes Studiowerk. Zu dem Zeitpunkt hatte die Band ihre eigene Identität
erarbeitet und wurde nicht mehr als Urlaub von Jefferson Airplane
gesehen, Ende des Jahres erschien noch das Airplane-Album "Long John
Silver" - danach wurde Hot Tuna sogar zum Hauptbetätigungsfeld
von Jorma Kaukonen und Jack Casady. Kaukonen schrieb einige
exzellente Songs zwischen Folkblues-Picking (sehr gelungen: der "Water
Song") und Acid-Rock, Casady und Sammy Piazza waren eine gut
geölte Rhythmusgruppe und für Extra-Spannung sorgte der damals
bereits 55jährige Papa John Creach an der Violine. Bei einer
Nummer gibt es sogar gesangliche Unterstützung von David Crosby.
Burgers, die Platte mit dem schönen alten Auto vorne
auf dem Cover drauf, war sicher ihr bestes Studioalbum. |
| Jimmie Dale Gilmore & The Flatlanders (Sun, März 1972) |
Die "Supergroup" des frühen texanischen Singer/Songwritermusik.
Neben Jimmie Dale Gilmore als "Gleicher unter Gleichen"
darf man da natürlich Joe Ely und
Butch Hancock nicht vergessen. Der Spruch
"Unplugged" auf dem Cover ist natürlich dem Zeitgeist der
CD-Wiederveröffentlichung in den 90ern geschuldet und in etwa so
sinnvoll, wie der Hinweis, dass Heavy Metal elektrisch und laut wäre. |
| Ash Ra Tempel: "Schwingungen" (Ohr, April 1972) |
Diese "Kiffermusik" habe ich damals eigentlich wenig gehört.
Manuel Göttschings Band lief ziemlich an mir vorbei. Aber
irgendwie mag ich das jetzt doch! Sehr entspannende Musik, die man auch
ohne Drogenkonsum gut hören kann.(28.07.2009) |
| Big Star: "#1 Record" (Stax/Ardent, April 1972) |
Ohne damals wirklich erfolgreich gewesen zu sein, gelten Alex Chiltons
drei Big Star-Platten, von denen hier beispielhaft die erste vorgestellt
wird, heute zu Recht als Kult. Mit dabei hier auch Chris
Bell als zweiter Sänger und Gitarrist. |
| Mellow Candle: "Swaddling Songs" (Decca/Deram, April 1972) |
Lost
& Found(25.05.2008) |
| Caravan: "Waterloo Lily" (Decca/Deram, Mai 1972) |
In
den frühen 70ern hatte die Band aus Canterbury eine richtig gute
Phase. Dabei entstanden ein paar schöne Alben wie dieses hier. Heutzutage
gilt so was ja als "Prog-Rock" (Yes, frühe Genesis,
etc.). In diesen Topf solltet ihr diese Band aber nicht werfen, wäre
zu schade. |
| Buddy Guy & Junior Wells: "Play The Blues" (Atlantic, April 1972) |
Atlantics erste Produzenten-Riege (Tom Dowd, Ahmet Ertegun,
Michael Cuscuna) versuchte zusammen mit Eric Clapton auch
Buddy Guy und Junior Wells an dem damaligen Bluesboom partizipieren zu
lassen. Heraus kam eine unspektakuläre, aber schöne Platte,
auf der Clapton sogar nur Rhythmusgitarre spielt und auf einem Titel auch
die damaligen Atlantic-Shooting Stars "J.Geils Band"
dabei sind. |
| Help Yourself: "Strange Affair" (United Artists, April 1972) |
Ein etwas skurrile Truppe aus den frühen Tagen des britischen Pubrocks,
ein wenig an die Waliser Kollegen von Man erinnernd. Bei deren
Weihnachtskonzert "Christmas At The
Patti" traten sie dann mit dem zu diesem Zeitpunkt ehemaligen
Man-Sänger/Gitarristen Deke Leonard auf und begleiteten ihn
auch auf dessen Soloalbum "Iceberg".
Der Sänger und Gitarrist Malcolm Morley war dann nach dem
Ende von Help Yourself als Keyboarder auf Man's 74er Album "Rhinos,
Winos & Lunatics" dabei. Insgesamt hat es für die Band
höchstens für eine kleine Fußnote in der britischen Rockgeschichte
gereicht. Allein Schlagzeuger Dave Charles ist heutzutage noch
als Musiker (Dave Edmunds Band), Toningenieur (in den berühmten Waliser
Rockfield-Studios) und Produzent (z.B. bei Man's Comebackalbum "Endangered
Species" von 2000) im Geschäft. |
| Hölderlin: "Hölderlins Traum" (Pilz, April 1972) |
Wunderbares
Debütalbum einer der besten deutschen "Krautrockbands"
der damaligen Zeit, noch sehr folkloristisch, kaum elektrische Instrumente
(ein wenig E-Bass, Mellotron und Orgel), viel Geige, Cello, Akustikgitarre
und Flöten und der charmante Gesang von Nanny de Ruig mit
süßem holländischen Akzent. Da ich die Band erst drei
Jahre später mit ihrem zweitem titellosen Album entdeckt habe und
dieses Debüt damals nicht mehr zu bekommen war konnte ich es erst
vor wenigen Jahren dank der CD-Wiederveröffentlichung vom Billiglabel
(?) ZYX ergattern.(Januar 2008) |
| Matching Mole (Columbia, April 1972) |
Im Oktober 1971 formierte Schlagzeuger und Sänger Robert Wyatt
eine Gruppe aus Mitgliedern diverser Canterbury Bands: Keyboarder Dave
Sinclair hatte Caravan nach "In
The Land Of Grey And Pink" verlassen, Bassist Bill MacCormick
spielte mit Roxy Musics Phil Manzanera bei Quiet Sun und Gitarrist
Phil Miller spielte mit seinem Bruder Steve, welcher wiederum Sinclair
auf "Waterloo Lily" bei Caravan
ersetzt hatte, bei Delivery). Wyatt benannte die Band als kleinen
Scherz auf Soft Machine, wo er gerade ausgestiegen war (lautmalerisch
für die französische Übersetzung von "soft machine":
"machine mole". Auf dem Cover sind auch 2 Maulwürfe zu
sehen).Wyatts Musik zu dieser Zeit, begonnen mit seiner ersten Solo-LP "The End of an Ear", war eine Art Free-Jazz-Rock, ausgedehnte, recht komplexe Jams, in denen die Solisten ihr Können zeigten und der Leader seine dadaistischen Klang- und Stimmimprovisationen einflocht. Wer also Jazz und Freejazz schätzt, sollte mit "Matching Mole" weniger Probleme haben (im Gegenteil!). Der erste Titel "O Caroline" ist ein wunderschönes Liebeslied an WYATTs damalige Flamme Caroline Coon gerichtet, auf dem er sich selbst auf dem Mellotron begleitet. Danach kommen vor allem lange Jamsessions, die den Rest der Platte einnehmen, immer wieder bereichert durch WYATTs bizarre Vokals und eigenwillige Keyboardeinlagen, die schon einen Vorgeschmack auf sein späteres Schaffen geben, bei denen er sich, wie z.B. auf "Dondestan" meist nur selbst auf Keyboards und Perkussionsinstrumenten begleitet (seit 1973 sitzt Wyatt nach einem Unfall hüftabwärts gelähmt im Rollstuhl und kann das Schlagzeug im herkömmlichen Sinne (d.h. mit den Füssen) nicht mehr spielen) |
| Mellow Candle: "Swaddling Songs" (Decca/Deram, April 1972) |
"Lost
And Found"! |
| The Moody Blues: "Seventh Sojourn" (Threshold, April 1972) |
Dieses Album hatte ich fast vergessen! Auf jeden Fall habe ich es jahrelang
nicht mehr gehört. Es ist das siebte Album dieser klassischen Besetzung
der Moodies, die mit "Days Of Future
Passed" 1967 begonnen hatte und in der die Band zu einem der
größten damaligen Liveacts heranreifte. Es stellt aber auch das Ende dieser
Phase dar. Aus den Interviews mit den Mitgliedern, abgedruckt im Beiheft
zur Reissue-CD, geht deutlich hervor, wie schwierig die Aufnahmesessions
damals waren. Bekanntlich gab's danach ja eine lange Pause bis zur mäßigen
Comebackplatte "Octave" von 1978 und noch weitere Alben bis
in die heutige Zeit, die ich mir aber gar nicht erst angehört habe.
Auf jeden Fall gehören diese 7 Platten zum Feinsten, was es an Rockmusik
der Fraktion "Schönklang/Klassik/Bombast" aus jener Zeit
gibt. Neben den beiden 1969er Werken "On
The Threshold Of A Dream" und "To
Our Children's Children's Children" gehörten "Seventh
Sojourn" auf jeden Fall zu meinen Lieblingsplatten aus jenen Tagen.
(28.02.2004) |
| Wishbone Ash: "Argus" (MCA, April 1972) |
Die
Band habe ich mir sicherlich mehr als 25 Jahre nicht mehr angehört.
Damals war einer meiner besten Freunde beinharter Wishbone Ash-Fan, während
Hawkwind meine Fraktion war. Trotzdem habe auch ich mir die Band damals
sehr gerne angehört. Als es dann bei uns Mitte der 70er selber mit
Musikmachen losging und alle Bands dann das zweistimmige Gitarrenspiel
von Andy Powell und Ted Turner versucht haben zu imitieren,
habe ich sehr schnell die Lust auch auf das Original verloren (das ging
mir übrigenz in den späten 70ern/frühen 80ern mit Z.Z.Top
genauso, die von den ganzen Bluesbands in unserer Gegend zu Tode gecovert
wurden).Jetzt also nach so langer Zeit sitze ich bei einem anderen guten Freund und was läuft da: "Argus - Remastered & Revisted", die Wiederveröffentlichung zum 30jährigen Jubiläum, und ich muss sagen: immer noch eine klasse Platte. Ich konnte sogar alle Songs mehr oder weniger textsicher mitsingen. Nur auf das zweistimmige Sologitarrenspiel werde ich auch zukünftig in meiner eigenen Kapelle verzichten. (16.12.2002) |
| Little Feat: "Sailing Shoes" (Warner Bros., Mai 1972) |
Bei
der zweiten Platte wurde Little Feat zum Sextett: Kenny Gradney
ersetzte Roy Estrada am Bass, zu Lowell George (voc, Slidegit.),
Bill Payne (keyb) und Richie Hayward (dr) stießen der Gitarrist
Paul Barrere und der Congaspieler Sam Clayton. Die Songs,
meist aus der Feder von Lowell George, sprechen für sich:
"Easy To Slip", "Trouble", eine neue Version von "Willin'"
und natürlich der Titelsong. |
| John Mayall: "Jazz Blues Fusion" (Polydor, Mai 1972) |
Sicherlich
nicht Mayalls bekannteste Platte, aber die erste, die mir aufgefallen
war. Mayall hatte eine hochkarätige Truppe von virtuosen Jazzern
um sich versammelt, die seine teils recht schlichten Bluesvorlagen auf
ein anderes Level gehoben haben. Es spielten: Larry Taylor (Bass,
vorher & nachher bei Canned Heat), Freddy Robinson (g), Clifford
Solomon (sax), Blue Mitchell (tp) und Ron Selico (dr). |
| Stephen Stills: "Manassas" (Atlantic, Mai 1972) |
Nach dem Split von CSN&Y im Anschluss
an ihre 71er-Tournee scharte Stills diese hochkarätige Truppe um sich,
die 72/73 für Furore sorgte und dieses sehr gute Doppelalbum und
im Folgejahr noch einen ordentlichen Nachfolger hinlegte. Die Musik bewegt
sich zwischen bluesigem Rock, Country (Pedal Steel, Mandoline) und viel
Latin (Percussion). Leider hatte Stills danach außerhalb der CS&N-
bzw. CSN&Y-Reunions nichts Aufsehen erregendes mehr auf die Beine
gestellt. Zu Manassas gehörten: Chris Hillman (Ex-Byrd,
Ex-Flying Burrito Brother, der
hier al Rhythmusgitarrist und Zweitsänger leider ein bisschen untergeht),
Paul Harris (keyb), Joe Lala (perc), Al Perkins (genialer
Steeler, in den 90ern bei Emmylou Harris's
Nash Ramblers), Dallas Taylor (dr) und Calvin Samuels
(bg). Als Gäste sind u.a. der legendäre Geiger Byron Berline
und Bill Wyman zu hören. |
| Bob Weir: "Ace" (Warner Bros., Mai 1972) |
|
"Notes: I've always thought of this album as the record that launched a thousand tatoos. With a band made up of a large portion of the Grateful Dead, Weir make this his own album. The tunes from these sessions became standards during live performances. Either live or in the studio tunes like "Looks Like Rain" will always make me stop what I'm doing and listen for a bit. And the cover colors are bright, but still produce a nice quiet effect." |
| Randy Newman: "Sail Away" (Reprise, Juni 1972) |
Einer
der besten Texter der Rockmusik - und auch als Sänger und Pianist
kein schlechter! Auf dieser Platte sind einige seiner besten Songs versammelt:
"Sail Away", "Lonely At The Top", "God's Song"
und "You Can Leave Your Hat On" (ja, genau: das Bierreklamelied
von Joe Cocker! Übrigens ziehe ich die Coverversion von Jess
Roden von 1976 vor!) |
| Roxy Music (Island, Juni 1972) |
Das
Debüt der Band um Sänger/Pianist Bryan Ferry und Synthesizerspieler
Brian Eno. Die Band war vor allem optisch auffällig ("Glamrock"),
hatte aber zumindest damals ordentlich Feuer unter dem Hintern und spielte
auch eine betörende Musik, in der vor allem Gitarrist Phil Manzanera
und Saxofonist Andy Mackay glänzten. Einziger Schwachpunkt
des Albums: die geniale Single "Virginia Plain" fehlt. |
| Bridget St. John: "Thank You For ..." (Dandelion, Juni 1972) |
Lost & Found!
(19.12.2008)
|
| "Fillmore: The Last Days" (Warner, Juni 1972) |
|
"In the summer of 1971, Bill Graham closed the two halls that had redefined the way live rock music was heard. In San Francisco, the Fillmore Auditorium, and later the Fillmore West, had been home to virtually every major performing band of the era, a neighborhood meeting place and dance palace rolled into one. It was the place to see the Dead, the Airplane, Santana, and any visiting musical act with any hipness quotient at all. This 2-CD package features some of the recordings from the final week of shows at the fabled Fillmore West. Not all of the bands are remembered today (Lamb, anyone?) but with hot entries from Quicksilver Messenger Service, Tower of Power, Hot Tuna, Boz Scaggs, the Dead, Santana, etc., it's a tribute both to a time and place and to the inestimable contributions of the late Graham. The sound quality is lacking by today's standards, but the free 'n' easy Fillmore atmosphere comes through." (Jeff Tamarkin, All Music Guide) |
| Guru Guru: "Känguru" (Brain, Juli 1972) |
Der
immer noch ausgezeichnete Nachfolger zu meinem Lieblingsalbum der Band
("Hinten" vom letzten Jahr).
Das Trio der ehemaligen Jazzer Mani Neumeier (dr), Uli Trepte
(bg) und Ax Genrich (g) schaffte es in unnachahmlicher Weise Jimi
Hendrix, Freejazz und Humor miteinander zu verbinden. Guru Guru sind
eine der wenigen Bands aus der damaligen Deutschrockzeit, die ich mir
auch heute noch gut anhören kann (die anderen sind z.B. Can
und Amon Düül II, aber die habe ich eigentlich erst später
für mich entdeckt!). Nur 4 Lieder in 40 Minuten. Mein Anspieltipp
ist das russisch(?) gesungene(?) "Immer Lustig". Ist sehr lustig. |
| The Charles Ford Band (Arhoolie, Aug. 1972) |
Blues
vom Allerfeinsten! Die Charles Ford Band war nach dem Vater der drei Brüder
Patrick Ford (Schlagzeug, damals 22 Jahre alt), Robben Ford
(Gesang, Gitarre, 21 Jahre alt) und Mark Ford (Harp, 18 Jahre alt)
benannt. Dazu kam am Bass Stan Poplin (19 Jahre alt). Robben und
Patrick spielten nebenher in der Band von Charlie
Musselwhite und lernten dort als kalifornische Teenager den Blues
zu spielen. Leider hielt die Band nicht sehr lange - und nur Robben Ford
machte danach Karriere als einer der besten Jazz- und Bluesgitarristen
überhaupt (u.a. bei Joni Mitchell und Miles Davis). |
| Van Morrison: "Saint Dominic's Preview" (Warner, Aug. 1972) |
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| Brinsley Schwarz: "Nervous On The Road" (United Artists, Sept. 1972) |
Mit
dieser zweiten Platte innerhalb eines Jahres hatte ich die Band für
mich entdeckt. Die wunderbaren Lieder von Nick Lowe, das laidback-Gitarrenspiel
von Ian Gomm & Brinsley Schwarz und vor allem die tolle
Orgel von Bob Andrews (etwa in "Surrender To The Rhythm")
machen "Nervous On The Road" zu einer meiner Alltime-Favorites! |
| Sandy Denny: "Sandy" (Island, Sept. 1972) |
Diese
Platte habe ich mir 1976 im Londoner HMV-Shop gekauft und bin immer noch
begeistert. Nach ihrem Ausstieg bei Fairport
Convention und dem "Misserfolg" von Fotheringay
öffnete sie auf ihrem zweiten Soloalbum ihr Folkrockkonzept (Gitarre
und Mandoline von Richard Thompson!) und integrierte mit Erfolg
Country-Elemente (Sneaky Pete von den Burrito
Brothers an der Pedal Steel!) |
| Mickey Hart: "Rolling Thunder" (Warner, Sept. 1972) |
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Die Besetzungsliste versammelt das "Who Is Who" der damaligen San Francisco-Szene: Bob Weir, Jerry Garcia und Phil Lesh von den Dead, John Cipollina von Quicksilver Messenger Service, Paul Kantner, Grace Slick und David Freiberg von Jefferson Airplane, Sam Andrew von Big Brother & The Holding Conmpany, Barry Melton von Country Joe & The Fish, sowie Stephen Stills und Zakir Hussain. "...Mickey Hart's album "ROLLING THUNDER" is finally finished after a year and a half's work and is due to be released in the first part of September. It features Mickey as well as at least thirty of the heaviest musicians around these days . . . really a fine album!" (3rd Deadheads newsletter, August 1972) |
| Mott The Hoople: "All The Young Dudes" (Columbia, Sept. 1972) |
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There's a rockabilly party Nun denn - die späte Entdeckung eines Klassealbum von Ian Hunter und Mick Ralphs. Letzterer gründete danach Bad Company, deren bekannter Song "Ready For Love" hier bereits in einer frühen Version zu finden ist. Zwei weitere herausragende Songs tragen die Handschrift des Produzenten David Bowie (der allerdings auch mit weniger gelungenen Saxofoneinlagen zu hören ist). Zum einen sein extra für die Band geschriebenes "All The Young Dudes", das der ersten Top-Ten-Erfolg der Band wurde und angeblich damals die Auflösung der Band wegen Erfolglosigkeit verhindern konnte. Zum anderen der Velvet Underground-Klassiker "Sweet Jane" (Lou Reed und Bowie waren damals auch Spezis und arbeiteten mehr oder weniger gleichzeitig an dessen Album "Transformer") Kleiner Gedankensprung bzw. Quiz: Bekannte Rocksänger, die sich (vielleicht zu oft) auch am Saxofon versucht haben, aber auf jeden Fall bessere Sänger sind:
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| Plainsong: "In Search Of Amelia Earheart" (Elektra, Sept. 1972) |
Nur
einen Sommer und einen Herbst leuchtete der Stern von Ian Matthews
und Andy Roberts Band. Was blieb, war diese wunderbare
Platte. In den 90ern fanden beide mit neuen Mitstreitern (u. a. Julian
Dawson und Clive Gregson) für Tourneen und Alben
wieder zusammen, um ungezwungen und locker neben den jeweiligen Solokarrieren
zu musizieren. |
| String Driven Thing (Charisma, Sept. 1972) |
Diese
Platte habe ich bereits Anfang 1974 wegen des tollen Covers gekauft. Nur
mit Bass und Gitarre, aber ohne Schlagzeug wird hier ein hypnotischer
Rhythmus unter die Folksongs von Chris Adams gelegt, über
die sich ein verrückter Geiger (Graeme Smith) austobt. |
| David Ackles: "American Gothic" (Elektra, Okt. 1972) |
Ein ausgezeichneter, Piano spielender Singer/Songwriter aus den USA, durchaus
in der Spielkasse von Landsmann Randy Newman. Wenn man ihn überhaupt
bei uns kennt, dann als Autor von "The Road To Cairo", das 1969 ein Hit
von Julie Driscoll und Brian Auger war. Elton John
und sein textender und hier auch produzierende Kumpan Bernie Taupin
waren große Fans, weswegen sie Ackles auch zur Aufnahme dieses Albums
nach England holten. Das größte Verdienst des Produzenten Taupin ist es
dabei aber wohl gewesen, Ackles sein "eigenes Ding", ohne irgendwelche
Einschränkungen, machen zu lassen. Deswegen gibt's auf dieser Platte auch
kaum noch Elemente der Rockmusik, sondern eigentlich nur Ackles Stimme,
sein Klavier und ein großes Orchester. Somit für mich immer noch
etwas anstrengend beim Rezipieren (besser gesagt: etwas schwer bekömmlich),
aber in jedem Fall eine klasse Platte. |
| The Band: "Rock Of Ages" (Capitol, Okt. 1972) |
Eines
der besten Livealben aller Zeiten, Silvester 71/72 aufgenommen. Die Band
ist selber in Höchstform, dazu kommt ein Bläsersatz mit irrsinniger
Arrangements von Alan Toussaint. Bob Dylan war damals
auch dabei, ist allerdings nur auf den Bonustracks der remasterten Doppel-CD
von 2001 zu hören. Für die erste CD-Veröffentlichung wurde
das ursprüngliche Doppelalbum sogar um einen Titel gekürzt. |
| David Bowie: "The Rise And The Fall Of Ziggy Stardust..." (RCA, Okt. 1972) |
Mit dieser Platte hat Bowie zusammen mit Mick Ronson ein
absolutes Meisterwerk geschaffen! Die Geschichte: Androgyner Außerirdischer
landet in dubioser Mission auf der Erde, gründet Band, wird zum Superstar
und begeht Selbstmord: das kann man wohl nicht mehr toppen. |
| Bobby Charles: "Bobby Charles [Small Town Talk]" (Bearsville, Okt. 1972) |
Bobby
Charles is der Autor vieler Rock'n'Roll-Klassiker, z. B. "See You
Later Alligator", meist unter dem Namen Robert Guidry. Dies
ist - nach meinem Kenntnisstand - sein spätes Debüt, eingespielt
mit den Kumpels von The Band, produziert von
Rick Danko und John Simon.
|
| Tim Buckley: "Greetings From L.A." (Bizarre/Straight, Okt. 1972) |
Diese Buckley-Platte hätte ich fast vergessen. Mehr Funk und Rock
als auf den älteren Alben: deshalb von vielen Leuten abgelehnt, was
aber der Qualität der Songs nicht gerecht wird! |
| Rita Coolidge: "The Lady's Not For Sale" (A&M, Okt. 1972) |
Ach ja, Rita... Ich liebe diese Platte heiß und innig - und zwar aus mehreren
Gründen. Ein wichtiger ist zugegebenermaßen das Coverfoto, aber Rita
singt auch erstklassig, hat ein wunderbares Händchen bei der Songauswahl
(u. a. "My Crew" von ihrer Schwester Priscilla und ihrem
Schwager Booker T. Jones, "Bird On A Wire" von Leonard
Cohen, "I'll Be Your Baby Tonight" von Bob Dylan
und "The Lady's Not For Sale" von ihrem Lover Kris Kristofferson)
und eine erstklassige Band mit eingebauter Laidback-Garantie (Bernie Leadon,
Russ Kunkel, Jim Keltner, Marc Benno, Lee Sklar, Mike Utley, Carl Radle). |
| Coulson, Dean, McGuinness, Flint: "Lo And Behold" (Sire, Okt. 1972) |
Eine
wunderbare Platte, nur mit obskuren Dylan Songs. Meistens solche,
die der Meister selber bisher nicht veröffentlicht hat. Tom McGuinness
und Hughie Flint gründeten Jahre später die Blues
Band. |
| Eagles (Asylum, Okt. 1972) |
Bei ihrem Debüt waren die Eagles um Don Henley und Glenn
Frey noch relativ weit weg vom späteren, mega-erfolgreichen Sound.
Für das Countryelement sorgte vor allem der Saitenvirtuose Bernie
Leadon. Das erste Stück der Platte, "Take It Easy"
aus der Feder von Jackson Browne und Glenn Frey , ist inzwischen ein Countryrock-Klassiker
und war auch lange Zeit Opener bei den "Waiting For Louise"-Konzerten. |
| Tom Fogerty: "Excalibur" (Fantasy, Okt. 1972) |
Das
zweite Soloalbum des ehemaligen Gitarristen von CCR,
als Begleitband fungiert die Merl
Saunders/Jerry Garcia-Band mit John Kahn am Bass und Bill
Vitt am Schlagzeug. Für Deadfreaks sicherlich interessant, aber
weil sich die Band klar in den Dienst des Sängers und seiner Songs
stellt kein typisches Garcia-Album. Und besser als sein Ruf. |
| Captain Beafheart & His Magic Band: "Clear Spot" (Reprise, Nov. 1972) |
Eines
der "kommerzielleren" Alben des Käp'tens, was aber nicht
viel heißen soll. Enthält mit "Her Eyes Are A Blue Million
Miles" eines der wunderschönsten Liebeslieder, das ich kenne
und mit "Too Much Time" ein Lied, aus dem die englische Formation
Working Week 1986 eine tolle Latinjazzversion zauberte. |
| Ry Cooder: "Boomer's Story" (Reprise, Nov. 1972) |
Sein
drittes Album. Virtuoses Spiel auf der Slidegitarre. Aber vor allem sehr
gutes Songmaterial: Die Ballade "Dark End Of The Street" ist
wunderbar interpretiert mit einem göttlichen Solo vom Meister. Zuvor
hatte er u.a. beim Debütalbum
von Little Feat und beim Meisterwerk "Sticky
Fingers" der Stones seine Finger und seinen Bottleneck im Spiel. |
| Bonnie Raitt: "Give It Up" (Warner Bros., Nov. 1972) |
Bonnies
zweites Album ist mir vor allem wegen der Lieder eines der liebsten: "If
You Got To Make A Fool Of Somebody" (Rudy Clarke), "Under The
Falling Sky" (Jackson Browne) und "Love Has No Pride" (Eric
Kaz). Unter den tollen Begleitmusikern besonders erwähnenswert: Jerry
Garcia-Orgelspieler Merl Saunders, der britische Jazzbassist
Dave Holland und Paul Butterfield (Mundharmonika). |
| Can: "Ege Bamyasi" (United Artists/Spoon, Nov. 1972) |
Cans nächster Geniestreich warf sogar zwei Hitsingles ab: "Spoon"
aus dem damaligen Durbridge-Krimi und "Vitamin-C". Ein echtes
Meisterwerk aus Köln. |
| Steely Dan: "Can't Buy A Thrill" (ABC, Nov. 1972) |
Der
erste Geniestreich von Becker/Fagan, damals noch mit echter Band. Enthält
mit "Do It Again" und "Reeling In The Years" zwei
Superhits. |
| Grateful Dead: "Europe '72" (Warner Bros., Nov. 1972) |
Nach
der ersten Europatournee erschien dieses Dreifachalbum, was damals kommerziell
natürlich sehr gewagt war. Mit dieser Platte fielen sie mir damals
jedoch erstmalig auf, es hat dann aber noch ein paar Jahre gebraucht,
bis ich gänzlich den Dead-Virus verfiel. |
| The Hollies: "Romany" (Polydor, Nov. 1972) |
Ein eher unbekanntes Hollies-Album, vielleicht deshalb unbekannt, weil
es meines Wissens nach das einzige ist ohne den gewohnten Leadsänger Allan
Clarke, der hier durch einen Schweden (!) namens Mikael Rickfors
ersetzt wurde. Beim Cover ist der Bezug zum erfolgreichen Vorgänger
Distant Light sicherlich beabsichtigt,
aber es nahmen der Band damals viele Leute den Wechsel des Sängers
übel, oder netter gesagt: es klang eben nicht mehr "so richtig"
nach den Hollies. Auch ich habe mir die Platte damals nicht gekauft, besaß
aber vom Grabbeltisch eine der vielen Singleauskopplungen: "Jesus
Was A Crossmaker". Im Zuge meiner Entdeckung von Judee
Sill, der Komponistin dieses Lieds, im vergangenen Jahr wurde mein
Drang immer größer, auch die Version der Hollies mal wieder zu hören
und ich kann nur sagen: eine wirklich tolle Aufnahme, die den Kauf der
teuren französischen Import-CD und die lange Wartezeit absolut gerechtfertigt
hat. Außerdem gibt es noch weitere, sehr exquisite Coverversionen zu hören:
"Down River" von David Ackles, zu finden im Original
auf dessen Debütalbum von 1968,
und "Magic Woman Touch", zu finden auf "The
Going's Easy", dem zweiten Album einer unbekannten englischen
Band mit leicht größenwahnsinnigem Namen: "The
Greatest Show On Earth". Deren Sänger Colin Horton-Jenning
verfasste noch drei weitere Lieder für "Romany", u. a. das rockige
"Delaware Taggett And The Outlaw Boys", welches er selber erst
zwei Jahre später mit der Band Taggett
aufnahm, die nun überhaupt kein Schwein kennt. Auch ich nicht wirklich.
Aber der Namen ist doch wieder deutlich bescheidener.16.02.2006 |
| Lou Reed: "Transformer" (RCA, Nov. 1972) |
Nachdem Velvet Underground zwar Kultstatus erlangten, aber keine Platten
verkauften und sein erstes Soloalbum im Jahr zuvor nicht weiter auffiel,
wurde Lou Reed mit dieser von David Bowie und Mick Ronson
produzierten Platte zum Star. Lag natürlich auch am Erfolg der genialen
Single "Walk On The Wild Side" mit dem tollen gedoppelten Bass
von Herbie Flowers. |
| Santana: "Caravanserai" (Columbia, Nov. 1972) |
Meine
Lieblingsplatte von Carlos & Co. Hier lösten sie sich etwas vom
bisherigen sehr erfolgreichen Latinrock-Sound und bauten Jazzelemente
ein. Leider gab's keine Hits mehr wie "Black Magic Woman" auf
der Platte, sodass das ganze Album natürlich nicht mehr so erfolgreich
wie "Abraxas" werden konnte. |
| Free: "Heartbreaker" (Island, Nov. 1972) |
Das
letzte Aufbäumen dieser großartigen Band. Wegen der Single "Wishing
Well" auch mein Lieblingsalbum der Band. Sänger Paul Rodgers
und Drummer Simon Kirke waren als einzige vom Original-Lineup übrig
geblieben. Der geniale, aber mit Drogenproblemen belastete Gitarrist Paul
Kossoff war für einige Songs zurückgekehrt, aber bereits
bei Fertigstellung des Albums wieder weg und wird deshalb auf Drängen
der Plattenfirma nur als Gastmusiker geführt. Auf "Wishing Well"
spielt stattdessen der amerikanische Studiogitarrist Snuffy Walden,
der vom Keyboarder "Rabbitt" John Bundrick vorgeschlagen
wurde. Rodgers Songwriting-Partner, der langjährige Bassist Andy
Fraser, war auch nicht mehr dabei und durch den Japaner Tetsu Yamauchi
ersetzt worden. |
| Herbie Hancock: "Crossings" (Warner, Nov. 1972) |
(29.12.2009) |
| Wallenstein: "Mother Universe" (BASF/Pilz, Nov. 1972) |
Zweites, bestes und letztes Album der Band aus Mönchengladbach (somit
beste Band vom Niederrhein!) mit Jerry
Berkers als Sänger und Bassist. Beim ersten Versuch "Blitzkrieg"
vom Beginn des Jahres war es mir noch zu unausgegoren, danach zu bombastisch.
Außerdem ein wunderschönes Cover - das war die Oma von Keyboarder
Jürgen Dollase.(29.06.2008) |
| War: "The World Is A Ghetto" (United Artists, Nov. 1972) |
Dies war bereits das dritte Album der ehemaligen Eric-Burdon-Begleitband
unter eigener Verantwortung und ihr großer Durchbruch. Ein Meilenstein
des Funks! |
| Stevie Wonder: "Talking Book" (Tamla Motown, Nov. 1972) |
|
"Die zwei US-Nummer-Eins-Hits von diesem 1972er Album veranschaulichen perfekt die gegensätzlichen Seiten von Wonders komplexer Persönlichkeit. "Superstition" ist ein starker Rocksong, ein paranoides Stückchen Wah-Wah-Gitarren-Funk, das es in puncto Dauerhaftigkeit mit dem besten Punk aufnehmen kann; der Eröffnungstrack, "You Are the Sunshine of My Life", ist ein reines Liebeslied, das von jeder anderen Stimme gesungen kitschig klänge. Ein Hauch von Bitterkeit, vielleicht aufgrund von Wonders sich damals gerade auflösender Ehe, verleiht Talking Book ein paar Ecken und Kanten. Aber alles in allem ist die Liebe das große Thema, und obwohl "Sunshine" noch immer einer der beliebtesten Songs des Sängers und Keyboarders ist, ist das letzte Stück, "I Believe (When I Fall in Love It Will Be Forever)", viel tiefgründiger und lohnender." (Steve Knoppe, Amazon) |
| Gene Clark: "Roadmaster" (A&M, Dez. 1972) |
Ein Skandal! Ex-Byrd Gene Clark
nimmt diese wunderbare Platte mit tollen Songs ("Misty Morning"!)
und toller Band (Steeler Sneaky Pete von den Flying
Burritos Brothers, Ex-Byrd Gitarrenhexer
Clarence White, Ex-Byrd-Trommler
und jetzt-Burrito Brother Michael Clarke, Orgelspieler Spooner
Oldham und Geigenvirtuose Byron Berline) auf, packt 2 Lieder
aus einer Session mit allen Orifginalbyrds von 1970 dabei (außer Michael
Clarke und Chris Hillman natürlich noch Roger McGuinn und
David Crosby plus Jazzflötist Bud Shank) und auch einen
Versuch mit den kompletten Burritos Brothers - und A&M bringt
die Platte nur in Holland raus, dem einzigen Land, wo der Vorgänger
"White Light" so einigermaßen
erfolgreich war! |
| J. Geils Band: "Live/Full House" (Atlantic, Dez. 1972) |
Ein richtig geiler Konzertmitschnitt einer der schärfsten R&B-Truppen
der 70er. Mit einem tollen Sänger (Peter Wolf, der bessere
Mick Jagger) und einem wahnsinnigen Harpspieler (Magic Dick). Die
Instrumentalarbeit ist Teamwork in Perfektion: der zurückhaltende
Namensgeber J.Geils an der Gitarre, Keyboarder Seth Justman
und die Rhythmusgruppe Danny Klein (bg) und Stephen Bladd
(dr). Direkt die ersten beiden Nummern hauen einen um "First I Look
At The Purse" (Smokey Robinson) und "Homework" von Otis
Rush. Die letzte Nummer hat Peter Wolf auf seinem fantastischen neuen
Soloalbum "Sleepless" (2002) noch mal in einer etwas gemächlicheren
Variante aufgenommen. |
| Eric Andersen: "Blue River" (Columbia, 1972) |
In
Nashville unter der Regie von Norbert Putnam mit einer Allstarriege aufgenommen
(u.a. Joni Mitchell, David Briggs, Eddie Hinton,
David Bromberg). Eines der besten Alben von Anderson und trotzdem
nicht sehr bekannt geworden. |
| Dr. Hook & The Medicine Show: "Sloppy Seconds" (Columbia, 1972) |
Eine
meiner ersten LPs, Ende '73 gekauft und lange Zeit aus meinem Gedächtnis
verschwunden. Im Film "Almost Famous" taucht in einer Szene
"The Cover Of The Rolling Stone" auf. Daraufhin habe ich die
Platte noch mal aufgelegt und stelle fest: tolle Songs von Shel
Silverstein mit abgefahrenen Texten, ein klasse Sänger (der mit
der Akustikgitarre, nicht der mit der Augenklappe!) und eine tolle Band,
irgendwo zwischen Rock und Country. Das muss die Rednecks ähnlich
wie bei Commander Cody sehr aufgeregt
haben, dass ihnen Hippies ihre Musik klauen! |
| Embryo: "Father Son And Holy Ghost" (United Artists/Liberty, 1972) |
Ein
Frühwerk von Deutschlads besten Ethno-Jazz-Rock-Hippies. Aufgenommen
im März 1972 nach den Sessions für "Steig
Aus" (aber noch vor jenen veröffentlicht!) in der
Besetzung Christian Buchard (Schlagzeug & Vibraphon), Edgar
Hoffmann (Geige & Saxofon), Dave King (Bass & Flöte)
und Sigi Schwab (Gitarre & indische Saiteninstrumente). |
| Barbara Keith (Reprise, 1972 ) |
Lost
And Found!(01.05.2004) |
| Freddie King: "Texas Cannonball" (Shelter, 1972) |
Für mich ganz klar eines der besten Alben von Freddie. Sehr rockig produziert
von Leon Russell. Mit einer tollen Version des CCR-Songs "Lodi". |
| Jackie Lomax: "Three" (Warner, 1972) |
Drittes Album mit nicht sonderlich originellem Titel des englischen Sängers,
dieses mal aufgenommen in den Bearsville Studios, Woodstock, mit Musikern
aus dem weiteren Umfeld von The Band,
produziert hat John Simon, der auch bei den wichtigen Platten von
The Band dabei war. Bei einem Song liefern dann auch Levon Helm
und Rick Danko den Rhythmus.Den großen Durchbruch hat Jackie Lomax leider nie geschafft. Manche kennen seinen Namen auch nur, weil sein Debüt von 1969 die erste Veröffentlichung des Beatles-Labels Apple war. Mitte/Ende der 70er gab's dann noch mal eine Zusammenarbeit mit Little Feat, die ich zwar nicht kenne (Jackies Platten sind halt schlecht zu kriegen!), die ich mir aber gut vorstellen kann. Lomax und Lowell passten sicherlich gut zusammen. Auf "Three" bedient übrigenz ein anderer (heimlicher) Held von mir die Slidegitarre: Bryn Haworth. |
| Mahavishnu Orchestra: "Birds Of Fire" (Columbia, 1972) |
Dies ist bereits das zweite Streich von Gitarrist John
McLaughlin, zusammen mit Jan Hammer an den Keyboards, Geiger
Jerry Goodman, Trommler Billy Cobham und Bassist Rick
Laird. Und gäbe es den Vorgänger nicht, so müsste man
die Platte als unvergleichlich bezeichnen. Oder ist es eher eine Meisterleistung,
dass die Höchstleistung von "The
Inner Mounting Flame" keine Eintagsfliege war?Insofern muss ich meinen bisherigen Gedankengang ("zwei tolle Platten hintereinander - da erwähne ich wohl besser das Debüt") etwas revidieren. Dank an Peter aus Wuppertal für den Denkanstoss. Aber keine Asche auf mein Haupt! (Okt. 2006) |
| Les McCann: "Invitation To Openness" (Atlantic, 1972) |
Les McCann ist ein Jazz-Keyboarder und -sänger, von dem ich nicht besonders
viel kenne, eigentlich nur das wenig später entstandene Album "Layers",
auf dem McCann vor allem mit den damals brandneuen Synthesizern arbeitete.
"Invitation ..." besteht aus gerade einmal drei Songs von 12
bis 26 Minuten Länge, bei denen das Rhodes-E-Piano im Mittelpunkt steht.
Dazu kommt als Bläser der eigenwillige Jusef
Lateef - schon war ich neugierig, als ich das Album kürzlich in der
Plattensammlung eines Freundes entdeckte!(19.05.2009) |
| Sergio Mendes & Brasil 66: "Foursider" (A&M, 1972) |
Klassiker aus der Hochphase der Popmusik! Foursider ist ein Greatest-Hits-Doppelalbum
mit Aufnahmen aus den späten 60ern, das heute noch eindrucksvoll
demonstriert, wie zeitlos diese Mischung aus Bossa Nova, Quasi-Jazz und
Easy Listening-Pop ist, mit welcher der brasilianische Pianist Sergio
Mendes damals weltweit Erfolg hatte. Dieses Konzept erlaubte ihm,
Pop-Originale von Joni Mitchell ("Chelsea Morning"),
den Beatles ("A Little Help From My Friends", "Fool
On The Hill" und "Norwegian Wood"), Burt Bacharach
("Look Of Love"), Buffalo Springfield ("For What
It's Worth"), Otis Redding ("The Dock Of The Bay")
und J.J. Cale ("After Midnight") ohne Brüche neben
brasilianisches Material von Jorge Ben ("Mas Que Nada"),
Joao Gilberto und Tom Jobim ("Samba De Uma Nota So",
"Vou Te Contar") zu stellen. |
| Milton Nascimento & Lo Borges: "Clube Da Esquina" (EMI, 1972) |
Ende der 60er Jahre, autoritäres Militärregime, Belo Horizonte,
Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais, eine Gruppe junger Freunde,
die sich für die Jugendrevolte in der westlichen Welt begeistern.
Ihr Chef: ein dünner Schwarzer, der mehrere Instrumente perfekt beherrscht
und eine auffällige Stimme besitzt: Bituca, später berühmt
als Milton Nascimento. Mit ihm sind der Keyboarder Wagner Tiso,
die Poeten Fernando Brant und Ronaldo Bastos, der Gitarrist
Toninho Horta, der Bassist Beto Guedes, die Brüder
Marcio und Lo Borges und andere Komponisten und Musiker.
Jazz und Rock vermischen sich mit Bossa Nova und anderen brasilianischen
Stilen. Der Club wird in ganz Brasilien berühmt, seine Platten mit
dem Label 'Clube da Esquina' verkaufen sich überall und prägen
eine Generation.Das Album ist ein Klassiker der brasilianischen Popmusik und ein guter Einstieg für jeden, der bisher keinen Zugang zu dieser Musik hatte. Ich hatte gerade frisch ein Buch über brasilianische Musik verschlungen ("The Brazilian Sound" von Chris McGowan ud Ricardo Pessanha, Hannibal 1991) als ich dieses Doppelalbum auf einer CD wiederveröffentlicht für schlappe DM 13,95 bei Zweitausendeins entdeckte und natürlich sofort zuschlug. Es handelt sich tatsächlich um eine gelungene Verbindung von Brasilien und Europa (Beatles vor allem). Ich kannte sogar ein Lied: "Cravo E Canela", ich weiß leider nicht mehr woher! |
| Nitty Gritty Dirt Band: "Will The Circle Be Unbroken" (EMI, 1972) |
Bevor sie in den 80ern und 90ern in Nashville zu Stars wurden, war dies
eine von vielen kalifornischen Hippietruppen, die sich an Country und
Bluegrass versuchten. Mit "Mr. Bojangles" (Jerry Jeff Walker)
hatten sie kurz zuvor sogar einen Hit zu verzeichnen. Mit diesem gewaltigen
Dreifachalbum verbeugten sich Jim Fadden (dr+harp), Jeff Hanna
(voc,g), Jimmy Ibbotson (g) und John McEuen (bj) vor der
Musik aus den Appalachen. Dazu luden sie sich prominente Gäste ein,
u.a.: Earl Scruggs, Vassar Clements, Doc Watson,
Merle Travis, Maybelle Carter, Norman Blake und Ray
Acuff. |
| Oregon: "Music Of Another Present Era" (Vanguard, 1972) |
Oregon, die auch heute noch aktiv sind, spielen eine unvergleichliche
Musik. Hier finden Jazz, E-Musik, Weltmusik und was ich noch alles (Europa,
Indien, USA) zu etwas Neuem zusammen. Man kann sich dieser Musik am ehesten
mit der Vorstellung der 4 absolut gleichberechtigten Musiker mit ihrem
jeweiligen Instrumenten nähern. Gleicher unter gleichen ist vielleicht
Ralph Towner (Ak. Gitarre, Piano, Trompete). Collin Walcott
spielt Perkussion und indische Instrumente (Sitar, Tablas). Glenn Moore
bedient den Kontrabass (gelegentlich Piano und Flöte). Paul McCandless
spielt Oboe und Bassklarinette. Dies ist ihr Debütalbum, denn das
eigentliche erste Album von 1970 kam erst 1980 in die Plattenläden.
Der Titel der Platte ist natürlich programmatisch und trifft es sehr
genau. Heimlicher "Hit" ist das Lied "The Silence Of A
Candle", das hier instrumental vorliegt, während es im gleichen
Jahr noch eine von Ralph Towner höchstpersönlich gesungene Version
auf dem Album "Icarus" vom Paul Winter
Consort gab, bei dem auch Walcott und McCandless mit dabei waren. |
| Loudon Wainwright III: "Album III" (Columbia, 1972) |
Die erste Produktion mit großer Besetzung: u.a. Hugh McCracken
(g), Eric Weissberg (banjo), Elliott Randall (g), Kenny
Kosek (vio) und Bill Keith. |
| Wild Turkey: "Battle Hymn" (Chrysalis, 1972) |
|
Jon Blackmores "Dulwich Fox" ist übrigenz eines
der ersten Lieder, das ich damals auf der Gitarre hingekriegt habe (was
ABSOLUT NICHT gegen die Qualität des Songs spricht!) und schon
vor fast 30 Jahren bei meiner Premiere als "Folksänger"
vor Publikum gesungen habe! |
| Paul Winter/Winter Consort: "Icarus" (Epic, 1972) |
Neben ihrer Band Oregon spielten Ralph Towner,
Collin Walcott und Paul McCandless auch in der Band des
Sopransaxofonisten Paul Winter, der in den 60ern durch seine Pionierarbeit
bei der Popularisierung brasilianischer Musik in den USA bekannt wurde.
Kurios ist hier das später von Oregon bekannt
gewordene Stück "The Silence Of A Candle", das der Autor
Ralph Towner hier sogar singt: zwar nicht wirklich schlecht, aber
er ist doch ein ungleich besserer Gitarrist als Sänger! Produziert
wurde das Album von George Martin. Als Gast ist Billy Cobham
dabei, ohne dass er in dieser schönen Musik großartig stört.
Nur Glenn Moore fehlt. |
| Bill Withers: "Still Bill" (Sussex, 1972) |
Die meisten Leute kennen von ihm natürlich "Ain't No Sunshine",
seinen Überraschungshit - und inzwischen Blues-Klassiker - vom Vorjahr,
aber auch auf Album Nr.3 hat der Sänger und Songschreiber mit "Use
Me" und "Lean On Me" zwei Lieder für die Ewigkeit
dabei. "Still Bill" hatte Withers mit seiner vorzüglichen
Liveband eingespielt und auch produziert: Pianist Ray Jackson,
Trommler James Gadson, Bassist Melvin Dunlap und Gitarrist
Benorce Blackmon, anschliessend etwas "aufgepeppt" durch
Streicher und Bläser, die aber nichts verhunzen. Was ich an den Platten
aus dieser Zeit besonders liebe sind die alten analogen Tastenklänge.
Ich sage nur: Wurlitzer und Hohner D6!(22.10.2009) |
| Townes van Zandt: "High, Low And In Between" (Tomato, 1972) |
Dieses
mal wurde TVZ in L. A. produziert, ohne dass man einen großen Unterschied
zu den vorherigen Alben hört (Gott sei dank!). Ausnahmsweise werden
die Begleitmusiker erwähnt. Da taucht doch glatt der Jazzgitarrist
Larry Carlton auf! |
| << 1971 | Oben | 1973 >> |
| Erstellt: | Letzte Aktualisierung: 01.01.2010 13:12 | 43180 Besucher seit dem 01.12.2002 |
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Die
berühmte Platte mit der Landkarte von Wales ist mein Lieblingsalbum
einer meiner Lieblingsbands. Kurioserweise eine der wenigen Man-Platten
ohne Deke Leonard, der sich 1972/73 eine solistische Auszeit nahm ("
Der
ehemalige Softmachine Sänger/Bassist hatte in den 70ern eine
mehr oder weniger erfolgreiche Solokarriere gestartet. Hier kam wieder
das "psychedelische Element" stärker zum Tragen, das bei
Softmachine zugunsten einer ernsthaften Jazzrock-Ausrichtung geopfert
wurde. Als Gast wirkt sein ehemaliger Bandkollege Robert Wyatt
mit (der auch bald Softmachine verlassen wird). Der auffälligste
Name in der Besetzungsliste ist allerdings der damals noch recht junge
Mike Oldfield als Gitarrist und Bassist, kurz vor seinem Durchbruch
zu Weltruhm mit dieser unsäglichen "Tubular Bells"-Platte.
Insgesamt ein versponnenes, sympathisches Album.
Nachdem
Eric Clapton mit "After Midnight" erfolgreich war, bekam
J.J. seine eigene Chance und nutzte sie. Neben "After Midnight"
seien erwähnt: "Call Me The Breeze" und "Magnolia".
Diese
Platte hat Jerry (fast) alleine aufgenommen, er wurde nur vom Dead-Trommler
Bill Kreutzmann unterstützt. Enthält neben einigen Soundexperimenten
ein paar tolle Songs, die schnell den Weg in das Bühnenrepertoire
der Dead fanden: "Deal", "Birdsong", "

Nach
dem gescheiterten Versuch ihres Managements, die Band mit ihrem
Eines
der frühen, sehr schönen Soloalben von Matthews nach seiner
Zeit bei Fairport Convention und Matthews Southern Comfort.
In der Begleitband stand u. a.
Neils
bekannteste und erfolgreichste Platte mit seinem Hit "Heart Of Gold"
und (trotzdem) eine tolle Platte!
Sein Debüt, dass eigentlich unbetitelt ist, aber wegen des Schriftzugs
auf dem Wassersack vom Cover von Designer Gary Burden und Photograph
Henry Diltz nur unter dem Namen "Saturate Before Using"
bekannt, entstand mit tatkräftiger Unterstützung von David
Crosby, nachdem vorher bereits mehrere seiner Lieder von anderen Künstlern
gesungen wurden (z.B. "These Days" von
Auf dieser Platte brachte Corea die USA und Brasilien zusammen: sein eigenes
wunderbares Fender-Rhodes-Piano, Stanley Clark am Kontrabass und
Joe Farrell mit Flöte und Sopransaxofon, kombiniert mit Airto
Moreiras Schlagzeugspiel (normalerweise spielt er Perkussion) und
dem Gesang von Flora Purim. Die Songs (z.T. mit Texten von Neville
Potter) wurden Klassiker des Latin-Jazz: "Crystal Silence",
"La Fiesta", "What Game Shall We Play Today" und "Sometime
Ago".
Das Album war nach einer akustischen und einer elektrischen Liveplatte
ihr erstes Studiowerk. Zu dem Zeitpunkt hatte die Band ihre eigene Identität
erarbeitet und wurde nicht mehr als Urlaub von Jefferson Airplane
gesehen, Ende des Jahres erschien noch das Airplane-Album "Long John
Silver" - danach wurde Hot Tuna sogar zum Hauptbetätigungsfeld
von Jorma Kaukonen und Jack Casady. Kaukonen schrieb einige
exzellente Songs zwischen Folkblues-Picking (sehr gelungen: der "Water
Song") und Acid-Rock, Casady und Sammy Piazza waren eine gut
geölte Rhythmusgruppe und für Extra-Spannung sorgte der damals
bereits 55jährige Papa John Creach an der Violine. Bei einer
Nummer gibt es sogar gesangliche Unterstützung von David Crosby.
Burgers, die Platte mit dem schönen alten Auto vorne
auf dem Cover drauf, war sicher ihr bestes Studioalbum.
Ohne damals wirklich erfolgreich gewesen zu sein, gelten Alex Chiltons
drei Big Star-Platten, von denen hier beispielhaft die erste vorgestellt
wird, heute zu Recht als Kult. Mit dabei hier auch 
In
den frühen 70ern hatte die Band aus Canterbury eine richtig gute
Phase. Dabei entstanden ein paar schöne Alben wie dieses hier. Heutzutage
gilt so was ja als "Prog-Rock" (Yes, frühe Genesis,
etc.). In diesen Topf solltet ihr diese Band aber nicht werfen, wäre
zu schade.
Atlantics erste Produzenten-Riege (Tom Dowd, Ahmet Ertegun,
Michael Cuscuna) versuchte zusammen mit Eric Clapton auch
Buddy Guy und Junior Wells an dem damaligen Bluesboom partizipieren zu
lassen. Heraus kam eine unspektakuläre, aber schöne Platte,
auf der Clapton sogar nur Rhythmusgitarre spielt und auf einem Titel auch
die damaligen Atlantic-Shooting Stars "J.Geils Band"
dabei sind.
Ein etwas skurrile Truppe aus den frühen Tagen des britischen Pubrocks,
ein wenig an die Waliser Kollegen von Man erinnernd. Bei deren
Weihnachtskonzert "
Wunderbares
Debütalbum einer der besten deutschen "Krautrockbands"
der damaligen Zeit, noch sehr folkloristisch, kaum elektrische Instrumente
(ein wenig E-Bass, Mellotron und Orgel), viel Geige, Cello, Akustikgitarre
und Flöten und der charmante Gesang von Nanny de Ruig mit
süßem holländischen Akzent. Da ich die Band erst drei
Jahre später mit ihrem zweitem titellosen Album entdeckt habe und
dieses Debüt damals nicht mehr zu bekommen war konnte ich es erst
vor wenigen Jahren dank der CD-Wiederveröffentlichung vom Billiglabel
(?) ZYX ergattern.
Im Oktober 1971 formierte Schlagzeuger und Sänger Robert Wyatt
eine Gruppe aus Mitgliedern diverser Canterbury Bands: Keyboarder Dave
Sinclair hatte Caravan nach "
Die
Band habe ich mir sicherlich mehr als 25 Jahre nicht mehr angehört.
Damals war einer meiner besten Freunde beinharter Wishbone Ash-Fan, während
Hawkwind meine Fraktion war. Trotzdem habe auch ich mir die Band damals
sehr gerne angehört. Als es dann bei uns Mitte der 70er selber mit
Musikmachen losging und alle Bands dann das zweistimmige Gitarrenspiel
von Andy Powell und Ted Turner versucht haben zu imitieren,
habe ich sehr schnell die Lust auch auf das Original verloren (das ging
mir übrigenz in den späten 70ern/frühen 80ern mit Z.Z.Top
genauso, die von den ganzen Bluesbands in unserer Gegend zu Tode gecovert
wurden).
Bei
der zweiten Platte wurde Little Feat zum Sextett: Kenny Gradney
ersetzte Roy Estrada am Bass, zu Lowell George (voc, Slidegit.),
Bill Payne (keyb) und Richie Hayward (dr) stießen der Gitarrist
Paul Barrere und der Congaspieler Sam Clayton. Die Songs,
meist aus der Feder von Lowell George, sprechen für sich:
"Easy To Slip", "Trouble", eine neue Version von "Willin'"
und natürlich der Titelsong.
Sicherlich
nicht Mayalls bekannteste Platte, aber die erste, die mir aufgefallen
war. Mayall hatte eine hochkarätige Truppe von virtuosen Jazzern
um sich versammelt, die seine teils recht schlichten Bluesvorlagen auf
ein anderes Level gehoben haben. Es spielten: Larry Taylor (Bass,
vorher & nachher bei Canned Heat), Freddy Robinson (g), Clifford
Solomon (sax), Blue Mitchell (tp) und Ron Selico (dr).
Bob
Weirs Solodebut ist ein verkapptes Grateful Dead - Album, denn er wird
hier durchgängig von seiner Stammband begleitet (Jerry Garcia,
Phil Lesh, Bill Kreutzmann und der Neuzugang Keith
Godchaux). Zum ersten Mal tritt auch Donna Godchaux in Erscheinung,
die danach ebenfalls festes Bandmitglied wurde. Die meisten der Songs
fanden danach auch den Weg in das Dead-Repertoire: "Greatest Story
Ever Told", "Playing In The Band", "Looks Like Rain",
"Cassidy" und "One More Saturday Night". Eines der
besten Dead-Alben, nur eben ohne Garcia-Songs und Garcia-Gesang.
Einer
der besten Texter der Rockmusik - und auch als Sänger und Pianist
kein schlechter! Auf dieser Platte sind einige seiner besten Songs versammelt:
"Sail Away", "Lonely At The Top", "God's Song"
und "You Can Leave Your Hat On" (ja, genau: das Bierreklamelied
von Joe Cocker! Übrigens ziehe ich die Coverversion von
Das
Debüt der Band um Sänger/Pianist Bryan Ferry und Synthesizerspieler
Brian Eno. Die Band war vor allem optisch auffällig ("Glamrock"),
hatte aber zumindest damals ordentlich Feuer unter dem Hintern und spielte
auch eine betörende Musik, in der vor allem Gitarrist Phil Manzanera
und Saxofonist Andy Mackay glänzten. Einziger Schwachpunkt
des Albums: die geniale Single "Virginia Plain" fehlt.
Im
Juli 1971 schloss Bill Grahams berühmte Konzerthalle in San Francisco.
In der letzten Woche gaben sich die Rockstars der Bay Area dort die
Klinke in die Hand und alles wurde auf einem Dreifachalbum festgehalten.
Der
immer noch ausgezeichnete Nachfolger zu meinem Lieblingsalbum der Band
("
Blues
vom Allerfeinsten! Die Charles Ford Band war nach dem Vater der drei Brüder
Patrick Ford (Schlagzeug, damals 22 Jahre alt), Robben Ford
(Gesang, Gitarre, 21 Jahre alt) und Mark Ford (Harp, 18 Jahre alt)
benannt. Dazu kam am Bass Stan Poplin (19 Jahre alt). Robben und
Patrick spielten nebenher in der Band von
Mit
dieser zweiten Platte innerhalb eines Jahres hatte ich die Band für
mich entdeckt. Die wunderbaren Lieder von Nick Lowe, das laidback-Gitarrenspiel
von Ian Gomm & Brinsley Schwarz und vor allem die tolle
Orgel von Bob Andrews (etwa in "Surrender To The Rhythm")
machen "Nervous On The Road" zu einer meiner Alltime-Favorites!
Diese
Platte habe ich mir 1976 im Londoner HMV-Shop gekauft und bin immer noch
begeistert. Nach ihrem Ausstieg bei
"Rolling
Thunder", das Solodebüt des zu diesem Zeitpunkt ehemaligen
Grateful Dead-Schlagzeugers (er kehrte 1976 zur Band zurück), wurde
etwa zeitgleich mit Bob Weir's Solodebüt "
Glamrock
ist eigentlich nicht meine Baustelle - trotzdem ist das hier ein sehr
gutes und wichtiges Album. Aus der damaligen Zeit kann ich mich eigentlich
nur an die Single "Roll Away The Stone" von Ende '73 erinnern:
Nur
einen Sommer und einen Herbst leuchtete der Stern von Ian Matthews
und
Diese
Platte habe ich bereits Anfang 1974 wegen des tollen Covers gekauft. Nur
mit Bass und Gitarre, aber ohne Schlagzeug wird hier ein hypnotischer
Rhythmus unter die Folksongs von Chris Adams gelegt, über
die sich ein verrückter Geiger (Graeme Smith) austobt.
Eines
der besten Livealben aller Zeiten, Silvester 71/72 aufgenommen. Die Band
ist selber in Höchstform, dazu kommt ein Bläsersatz mit irrsinniger
Arrangements von Alan Toussaint. Bob Dylan war damals
auch dabei, ist allerdings nur auf den Bonustracks der remasterten Doppel-CD
von 2001 zu hören. Für die erste CD-Veröffentlichung wurde
das ursprüngliche Doppelalbum sogar um einen Titel gekürzt.
Bobby
Charles is der Autor vieler Rock'n'Roll-Klassiker, z. B. "See You
Later Alligator", meist unter dem Namen Robert Guidry. Dies
ist - nach meinem Kenntnisstand - sein spätes Debüt, eingespielt
mit den Kumpels von
Eine
wunderbare Platte, nur mit obskuren Dylan Songs. Meistens solche,
die der Meister selber bisher nicht veröffentlicht hat. Tom McGuinness
und Hughie Flint gründeten Jahre später die Blues
Band.
Bei ihrem Debüt waren die Eagles um Don Henley und Glenn
Frey noch relativ weit weg vom späteren, mega-erfolgreichen Sound.
Für das Countryelement sorgte vor allem der Saitenvirtuose Bernie
Leadon. Das erste Stück der Platte, "Take It Easy"
aus der Feder von Jackson Browne und Glenn Frey , ist inzwischen ein Countryrock-Klassiker
und war auch lange Zeit Opener bei den "Waiting For Louise"-Konzerten.
Das
zweite Soloalbum des ehemaligen Gitarristen von
Eines
der "kommerzielleren" Alben des Käp'tens, was aber nicht
viel heißen soll. Enthält mit "Her Eyes Are A Blue Million
Miles" eines der wunderschönsten Liebeslieder, das ich kenne
und mit "Too Much Time" ein Lied, aus dem die englische Formation
Working Week 1986 eine tolle Latinjazzversion zauberte.
Sein
drittes Album. Virtuoses Spiel auf der Slidegitarre. Aber vor allem sehr
gutes Songmaterial: Die Ballade "Dark End Of The Street" ist
wunderbar interpretiert mit einem göttlichen Solo vom Meister. Zuvor
hatte er u.a. beim
Bonnies
zweites Album ist mir vor allem wegen der Lieder eines der liebsten: "If
You Got To Make A Fool Of Somebody" (Rudy Clarke), "Under The
Falling Sky" (Jackson Browne) und "Love Has No Pride" (Eric
Kaz). Unter den tollen Begleitmusikern besonders erwähnenswert:
Der
erste Geniestreich von Becker/Fagan, damals noch mit echter Band. Enthält
mit "Do It Again" und "Reeling In The Years" zwei
Superhits.
Nach
der ersten Europatournee erschien dieses Dreifachalbum, was damals kommerziell
natürlich sehr gewagt war. Mit dieser Platte fielen sie mir damals
jedoch erstmalig auf, es hat dann aber noch ein paar Jahre gebraucht,
bis ich gänzlich den Dead-Virus verfiel.
Nachdem Velvet Underground zwar Kultstatus erlangten, aber keine Platten
verkauften und sein erstes Soloalbum im Jahr zuvor nicht weiter auffiel,
wurde Lou Reed mit dieser von David Bowie und Mick Ronson
produzierten Platte zum Star. Lag natürlich auch am Erfolg der genialen
Single "Walk On The Wild Side" mit dem tollen gedoppelten Bass
von Herbie Flowers.
Meine
Lieblingsplatte von Carlos & Co. Hier lösten sie sich etwas vom
bisherigen sehr erfolgreichen Latinrock-Sound und bauten Jazzelemente
ein. Leider gab's keine Hits mehr wie "Black Magic Woman" auf
der Platte, sodass das ganze Album natürlich nicht mehr so erfolgreich
wie "
Das
letzte Aufbäumen dieser großartigen Band. Wegen der Single "Wishing
Well" auch mein Lieblingsalbum der Band. Sänger Paul Rodgers
und Drummer Simon Kirke waren als einzige vom Original-Lineup übrig
geblieben. Der geniale, aber mit Drogenproblemen belastete Gitarrist Paul
Kossoff war für einige Songs zurückgekehrt, aber bereits
bei Fertigstellung des Albums wieder weg und wird deshalb auf Drängen
der Plattenfirma nur als Gastmusiker geführt. Auf "Wishing Well"
spielt stattdessen der amerikanische Studiogitarrist Snuffy Walden,
der vom Keyboarder "Rabbitt" John Bundrick vorgeschlagen
wurde. Rodgers Songwriting-Partner, der langjährige Bassist Andy
Fraser, war auch nicht mehr dabei und durch den Japaner Tetsu Yamauchi
ersetzt worden.

Ich
bin definitiv kein Soul-Kenner. Und "You Are The Sunshine Of My
Life" habe ich wie jeder normale Mensch wahrscheinlich schon viel
zu oft im Radio gehört. Aber "Superstition" ist nun mal
einer der besten Rocksongs überhaupt!
In
Nashville unter der Regie von Norbert Putnam mit einer Allstarriege aufgenommen
(u.a. Joni Mitchell, David Briggs, Eddie Hinton,
David Bromberg). Eines der besten Alben von Anderson und trotzdem
nicht sehr bekannt geworden.
Eine
meiner ersten LPs, Ende '73 gekauft und lange Zeit aus meinem Gedächtnis
verschwunden. Im Film "Almost Famous" taucht in einer Szene
"The Cover Of The Rolling Stone" auf. Daraufhin habe ich die
Platte noch mal aufgelegt und stelle fest: tolle Songs von
Ein
Frühwerk von Deutschlads besten Ethno-Jazz-Rock-Hippies. Aufgenommen
im März 1972 nach den Sessions für "
Drittes Album mit nicht sonderlich originellem Titel des englischen Sängers,
dieses mal aufgenommen in den Bearsville Studios, Woodstock, mit Musikern
aus dem weiteren Umfeld von
Les McCann ist ein Jazz-Keyboarder und -sänger, von dem ich nicht besonders
viel kenne, eigentlich nur das wenig später entstandene Album "Layers",
auf dem McCann vor allem mit den damals brandneuen Synthesizern arbeitete.
"Invitation ..." besteht aus gerade einmal drei Songs von 12
bis 26 Minuten Länge, bei denen das Rhodes-E-Piano im Mittelpunkt steht.
Dazu kommt als Bläser der eigenwillige
Klassiker aus der Hochphase der Popmusik! Foursider ist ein Greatest-Hits-Doppelalbum
mit Aufnahmen aus den späten 60ern, das heute noch eindrucksvoll
demonstriert, wie zeitlos diese Mischung aus Bossa Nova, Quasi-Jazz und
Easy Listening-Pop ist, mit welcher der brasilianische Pianist Sergio
Mendes damals weltweit Erfolg hatte. Dieses Konzept erlaubte ihm,
Pop-Originale von Joni Mitchell ("Chelsea Morning"),
den Beatles ("A Little Help From My Friends", "Fool
On The Hill" und "Norwegian Wood"), Burt Bacharach
("Look Of Love"), Buffalo Springfield ("For What
It's Worth"), Otis Redding ("The Dock Of The Bay")
und J.J. Cale ("After Midnight") ohne Brüche neben
brasilianisches Material von Jorge Ben ("Mas Que Nada"),
Joao Gilberto und Tom Jobim ("Samba De Uma Nota So",
"Vou Te Contar") zu stellen.
Bevor sie in den 80ern und 90ern in Nashville zu Stars wurden, war dies
eine von vielen kalifornischen Hippietruppen, die sich an Country und
Bluegrass versuchten. Mit "Mr. Bojangles" (Jerry Jeff Walker)
hatten sie kurz zuvor sogar einen Hit zu verzeichnen. Mit diesem gewaltigen
Dreifachalbum verbeugten sich Jim Fadden (dr+harp), Jeff Hanna
(voc,g), Jimmy Ibbotson (g) und John McEuen (bj) vor der
Musik aus den Appalachen. Dazu luden sie sich prominente Gäste ein,
u.a.: Earl Scruggs, Vassar Clements, Doc Watson,
Merle Travis, Maybelle Carter, Norman Blake und Ray
Acuff.
Dieses
mal wurde TVZ in L. A. produziert, ohne dass man einen großen Unterschied
zu den vorherigen Alben hört (Gott sei dank!). Ausnahmsweise werden
die Begleitmusiker erwähnt. Da taucht doch glatt der Jazzgitarrist
Larry Carlton auf!