| Jesse Colin Young: "The Soul Of A City Boy" (Capitol, Apr. 1964) |
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Wie leichtgläubig man doch oft ist! beim Hören der Platte
fällt mir auf, dass da nirgendwo John Sebastian mit seiner
Mundharmonika zu hören ist, wie aber in einer der angeführten
Besprechungen behauptet wird! Die Erklärung ist im Übrigen
recht einfach: der gute Mann hatte "Soul Of A City Boy" mit
"Young Blood", dem Nachfolger- Album von 1965 verwechselt.
Ansonsten bleibt weiterhin festzuhalten: schöner Folk-Blues, der
aus heutiger Sicht zwar ein klein wenig antiquiert klingt, aber trotzdem
in der Liga von Bob Dylan angesiedelt werden
darf. |
| Bob Dylan: "The Times They Are A-Changin'" (Columbia, Juni 1964) |
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| Bob Dylan: "Another Side Of Bob Dylan" (Columbia, Sept. 1964) |
Mit
dem dritten Album gab es eine Abkehr von den mehr politischen Songs, zurück
zu privaten Themen. "Chimes Of Freedom", "My Back Pages"
"It Ain't Me, Babe". Hat damals nicht jedem in den Kram gepasst. |
| John Coltrane Quartet: "Crescent" (Impulse!, Okt. 1964) |
Im Sommer '64 hatte Coltrane mit McCoy Tyner, Jimmy Garrison
und Elvin Jones endlich "klassischen" Quartett zusammen,
mit dem er dann am 09.12.64 das legendäre Album "A
Love Supreme" aufnehmen würde. Erstmalig gab es auch nur
Eigenkompositionen zu hören. Aus der Distanz heraus betrachtet hat
"Crescent" wohl nicht den gleichen historischen Stellenwert,
ist aber auf jeden Fall ein tolles, von vielen Leuten wohl erst noch zu
entdeckendes Album! |
| Stan Getz: "Getz Au Go Go" (Verve, Okt. 1964) |
Ein
Highlight der Bossa Nova/Jazz-Fusion. Mit den Tom Jobim-Songs "One
Note Samba" und "Corcovado" und vielen anderen Jazz-Klassikern.
Als Gaststar ist die Sängerin Astrud
Gilberto dabei (Getz und Gilberto hatten
es im Jahr zuvor geschafft, als Jazzer mit dem "Girl from Ipanema"
in die Charts zu kommen), am Vibraphon ein junger Mann zu Beginn seiner
Weltkarriere dabei: Gary Burton. |
| John Coltrane: "Black Pearls" (Prestige, 1964) |
Aufgenommen mit dem Red Garland Trio (Garland am Piano, dazu
Drummer Art Taylor und Bassist Paul Chambers), verstärkt
durch Trompeter Donald Byrd, bereits am 23.05.1958.
Nach meiner Vermutung auf Basis der Bestellnummer (PR 7316) aber erst
1964 veröffentlicht, als Coltrane bereits ein "Star" war. Eine der unzähligen Sessions,
die Coltrane damals für das Prestige-Label machte. Der Vorwurf an
Künstler, bzw. eher: an das Label, lautet natürlich schnell:
"Abfallprodukt" oder sogar: "Trittbrettfahrer". Natürlich ist das hier nicht so innovativ, was Coltrane
zeitgleich auf dem Impulse-Label produzierte und veröffentlichte Aufnahmen
(z.B. "Crescent" vom Juni '64 oder das im
Dezember folgende Meisterwerk "A
Love Supreme"), aber doch von allerhöchster Güte. Ich kenne inzwischen so einige
der
Coltrane Prestige-Veröffentlichungen, aber diese hier scheint mir doch
besonders gelungen. Oder besser gesagt: besonders schön zu genießen.Und wenn man denn doch unbedingt noch etwas zum Meckern sucht: das Coverfoto ist natürlich spiegelverkehrt! Ein immer wieder bei Billig-Trittbrettfahrern zu findender Fehler. Da darf wohl immer irgendein unbedarfter Praktikant oder uninteressierter Mitarbeiter das Foto auswählen und das Cover gestalten ... (10.05.2009) |
| Grant Green: "Idle Moments" (Blue Note, 1964) |
"Idle Moments", so was wie "Momente des Müßiggangs",
deutet natürlich auf eine sehr lässige Spielart des Jazz hin,
die hier der Gitarrist Grant Green mit seinen exzellenten Mitspielern
(u. a. Joe Henderson am Tenorsax und Bobby Hutcherson am
Vibraphon) pflegt. Vor allem aber swingt die Platte ungemein. Mit böser
Zunge könnte man das als "Barjazz" bezeichnen, aber warum
ist da ein Schimpfwort? Diese Band spielt hier gleichzeitig völlig
lässig und total virtuos - und ich hätte sie dabei extrem gerne
in einem Jazzclub erlebt! Ansonsten: vielleicht DIE PERFEKTE BLUE NOTE
PLATTE? (Feb. 2006) |
| Judy Henske: "High Flying Bird" (Elektra, 1964) |
Ihr zweites und letztes Album für Elektra kann man durchaus als einen
Folkrock-Klassiker bzw. eine Folkrock-Pioniertat bezeichnen. Aber
eigentlich trifft es folgendes besser: Judy Henske ist die
Kombination aus Patsy Cline und Billie Holiday, deren "God
Bless The Child" sie ganz wunderbar singt. Weder sah
sie wie Folk-Queen Joan Baez aus, noch klang sie so. Ihr
inoffizieller Titel war - glaube ich - "Queen Of Beatnik". Der Titelsong aus der Feder von Billy Ed Wheeler wurde später auch von Jefferson Airplane aufgenommen. Es gibt auch ein paar gute eigene Lieder, z. B. "Oh, You Engineer", das sie zusammen mit dem damaligen Playboy-Cartoonisten und späteren Dr. Hook-Hitlieferanten Shel Silverstein schrieb, der auch für die geistreichen Linernotes verantwortlich ist. Ende der 60er machte sie mit ihrem damaligen Ehemann Jerry Yester auf Zappas Straight-Label noch eine Kultplatte ("Farewell Aldebaran"), heiratete in den 70ern den Keyboarder Craig Doerge und hat gerade, im zarten Alter von 72 Jahren!, eine neue CD herausgebracht . Tolle Lady! (03.05.2009) |
| Jusef Lateef: "Eastern Sounds" (Prestige, 1964) |
"Eastern Sounds" ist anscheinend genauso wie Coltranes "Black Pearls"
ein Prestige-Veröffentlichung mit gewisser "Verzögerung": bereits am 5. September 1961 im Quartett mit
Barry Harris (piano), Ernie Farrow (Bass und die/das indische "Rabat")
und Lex Humphries (drums) eingespielt, ist Album wohl erst ca.
1964 herausgekommen, als Lateef bereits bei Impulse unter Vertrag war! Ganz lässig und ohne großes
Brimborium bringt der Multiinstrumentalist Jusef Lateef (der
schon in den 50ern zum Islam kotatsächlich einen völlig ernsthaften
Oboenblues!) Ost und West musikalisch zusammen. Und das noch viel früher als
sein Kollege John Coltrane. Klasse Platte. (10.05.2009) |
Jackie McLean: "Destination Out" (Blue Note, 1964) |
Weil ich letztendlich kein Kenner der Musik von Altsaxophonist Jackie
McLean greife ich nur gelegentlich zu, wenn ich eine seiner
Reissue-CDs in der Grabbelkiste finde. Zwei, dreimal habe ich dabei
interessante, aber mich nicht wirklich begeisternde Aufnahmen entdeckt,
aber "Destination Out" ist ein echter Klassiker: lediglich vier
Originalkompositionen, drei von Posaunist Gracan Moncur III, eine
von McLean selber, jeweils um die 10 Minuten lang, von den beiden
Bläsern zusammen mit der Rhythmusgruppe Roy Haynes (dr) und
Larry Ridley (b) und dem Vibraphonspieler Bobby Hutcherson
als "Pianoersatz" eingespielt bringen genau die richtige Mischung aus
Form und Freiheit, altem und neuem Jazz. Und wie immer natürlich mit
einem fantastischen Sound Dank Rudy van Gelder. Aufgenommen am
20. 09. 1963.(24.05.2009) |
| Lee Morgan: "The Sidewinder" (Blue Note, 1964) |
So weit ich weiß ist dies einer der größten Hits des Blue Note Labels aus
den 60ern! Aufgenommen am 21. Dez. 1963. |
| Lee Morgan: "In Search Of The New Land" (Blue Note, 1964) |
Und hier ein weiteres Blue-Note-Highlight aus dieser Zeit. Lee Morgan
galt damals als eines der größten Talente an der Trompete, bevor
er leider in den Drogensumpf geriet. Auf dieser Platte gibt es Hard-Bob
vom Feinsten: 5 Eigenkompositionen von Morgan, unter denen das 15minütige
Titelstück direkt zu Beginn besonders herausragt. Die Band ist so
ziemlich das Beste, was man bei Blue Note damals aufgefahren hat: Wayne
Shorter am Tenorsaxofon, Gitarrist Grant Green,
Pianist Herbie Hancock, Bassist Reggie Worman und Trommler
Billy Higgins. Muss ich außerdem erwähnen, dass Rudy van
Gelder wie immer einen phantastischen Sound hinbekommen hat?(Oktober 2006) |
| Ike Quebec: "It Might A Well Be Spring" (Blue Note, 1964) |
Aufgenommen 1961, veröffentlicht
aber erst 1964, was nicht ungewöhnlich war für die Blue-Note-Strategie
Mit Milt Hinton (bass), Al Harewood (dr) und Freddie Roach (org) sind
die etwas unbekannteren Mitmusiker. Das Album hat mir optisch
schon immer gut gefallen. Kürzlich habe ich in der Grabbelkiste von 2001
zugegriffen ...(März 2009) |
| Horace Silver Quintet: "Song For My Father" (Blue Note, 1964) |
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| Erstellt: 17.11.2002 | Letzte Aktualisierung: 26.05.2009 09:54 | 13106 Besucher seit dem 01.12.2002 |
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"The
Times They Are A-Changin' ist eine der düstersten Platten, die
Dylan gemacht hat. Als 22-jähriger klingt er schon genauso pessimistisch
wie der kränkelnde 55-jährige, der "
Mit
dem dritten Album gab es eine Abkehr von den mehr politischen Songs, zurück
zu privaten Themen. "Chimes Of Freedom", "My Back Pages"
"It Ain't Me, Babe". Hat damals nicht jedem in den Kram gepasst.
Ein
Highlight der Bossa Nova/Jazz-Fusion. Mit den Tom Jobim-Songs "One
Note Samba" und "Corcovado" und vielen anderen Jazz-Klassikern.
Als Gaststar ist die Sängerin
Aufgenommen mit dem Red Garland Trio (Garland am Piano, dazu
Drummer Art Taylor und Bassist Paul Chambers), verstärkt
durch Trompeter Donald Byrd, bereits am 23.05.1958.
Nach meiner Vermutung auf Basis der Bestellnummer (PR 7316) aber erst
1964 veröffentlicht, als Coltrane bereits ein "Star" war. Eine der unzähligen Sessions,
die Coltrane damals für das Prestige-Label machte. Der Vorwurf an
Künstler, bzw. eher: an das Label, lautet natürlich schnell:
"Abfallprodukt" oder sogar: "Trittbrettfahrer". Natürlich ist das hier nicht so innovativ, was Coltrane
zeitgleich auf dem Impulse-Label produzierte und veröffentlichte Aufnahmen
(z.B. "
Aufgenommen 1961, veröffentlicht
aber erst 1964, was nicht ungewöhnlich war für die Blue-Note-Strategie
Mit Milt Hinton (bass), Al Harewood (dr) und Freddie Roach (org) sind
die etwas unbekannteren Mitmusiker. Das Album hat mir optisch
schon immer gut gefallen. Kürzlich habe ich in der Grabbelkiste von 2001
zugegriffen ...